Montag, 5. November 2012

Sinnlose Existenz




Als Blogger wird man manchmal überflüssig gemacht.

So wie unter dem Realsatiriker Helmut Kohl die Kabarettisten um ihren Job bangten, gibt es keinen Platz mehr für mich, wenn Merkel, Seehofer und Rösler das tun, was sie gestern Abend wieder vorexerzierten.

Normalerweise gibt es zu den Tagesgeschehen beschreibende Artikel und Kommentare. Der Blogger verschafft sich einen Überblick, zieht seine eigene Schlüsse, übertreibt ein wenig und fügt die flapsige und akzentuierte Sprache hinzu, die man in einer seriösen Print-Zeitung so nicht verwendenden würde.

Aber wie sollte man ein derartiges Regierungsversagen in Worte fassen? 
Selbst die gröbsten Schimpf-Metaphern wirken angesichts der schwarzgelben Realität wie Euphemismen! Grüne und Linke geben heute noch nicht mal richtige Pressemitteilungen zu dem Koalitionsbeschlüssen von gestern Nacht heraus.

Zum Regieren ist volle Handlungsfähigkeit eigentlich die allermindeste Voraussetzung, so wie man zum studieren lesen können sollte oder als Parfümista einen Geruchssinn haben sollte.

Bei der debilen Schnittmenge aus Gurkentruppe und Wildsäuen, die Merkels Kabinett bildet, sitzt man allerdings schon seit drei Jahren taten- und ratlos auf dem Hintern und bewirft sich gegenseitig mit Dreck.
Merkel wollte nun also wenigstens ein einziges mal „Handlungsfähigkeit“ beweisen. 
Aus ihrer Perspektive ist das schon ein gewaltiger Fortschritt.
WIE man handelt, ob das Ganze irgendeinen Sinn macht, womöglich in irgendeine Richtung weist oder auf bizarre Weise womöglich sogar dem Volk zu Gute käme, ist bei Merkel schon längst irrelevant.
Es sollte diesmal nur etwas beschlossen werden, IRGENDETWAS. 
Geld aus dem Fenster werfen nach dem Zufallsprinzip. 
Bezeichnenderweise war der Bundesfinanzminister, der das Ganze bezahlen sollte, gar nicht erst angereist. Er wollte sich das Elend ersparen.

In der deutschen Bundesregierung geht es nicht nur zu wie beim Geschacher auf einem orientalischen Basar. 
Nein, diesmal hat sich die Kanzlerin offenbar auch von der koptischen Papstwahl inspirieren lassen:
Man schreibe die ältesten und sinnlosesten Wünsche der drei Koalitionspartner auf kleine Zettel, wirbele diese durcheinander und lasse dann den Dümmsten und Kleinsten der Runde mit verbundenen Augen ein Los ziehen.

Herausgekommen ist die Apotheose der politischen Dummheit: Die Herdprämie, die Bildungsfernhalteprämie.

Blogger Jake würde an dieser Stelle einwerfen „Schlimmer geht immer!“.
Mag sein, allein mir fehlt dazu die Phantasie.

Während Millionen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen schuften, die so miserabel bezahlt sind, daß sie weniger als Hartz-IV-Empfänger bekommen, während wir anfangen arme Omen und Open nach Osteuropa zu exportieren, weil uns der politische Wille fehlt das lästige senile Pack hier adäquat zu versorgen, während unsere Bundesregierung mal wieder verschärft Fachkräfte im Ausland anwirbt, weil unser Bildungssystem so marode ist, daß hier 70.000 Kinder jedes Jahr die Schule abbrechen, beschließt Schwarzgelb rund 1,5 Milliarden Steuerzahlergeld dafür rauszuwerfen, daß bildungsferne Kinder auch garantiert von jedem Bildungsangebot ferngehalten werden.

Das tut diese Bundesregierung, obwohl sie selbst mit übergroßer Mehrheit davon überzeugt ist hierbei Schwachsinn zu verzapfen.
Sie wird aber getrieben von einer randständigen Regionalpartei, die von einem Soziopathen geführt wird, den niemand einnorden kann.
Da ob des allgemeinen Fehlens von Rückgrat niemand diesen Bajuwarischen Berserker stoppen kann, besinnt sich eine andere sterbende Klein-Partei unter Führung eines erratischen Hobby-Komikers an ihre einzige Kompetenz, nämlich die eigene Käuflichkeit und läßt sich die Zustimmung zur Herdprämie mit der Finanzierung eines FDP-Lieblingsplans bezahlen.
Bundeskanzlerin Merkel und ihre Koalition stellen politisches Kalkül über das Gemeinwohl. Nur um einen Gesichtsverlust von Horst Seehofer vor den Landtagswahlen in Bayern zu vermeiden und dem siechenden FDP-Vorsitzenden Rösler das Überleben für wenige weitere Monate zu sichern, schließen sie beim Betreuungsgeld einen faulen Kompromiss. Der Burgfrieden ist teuer erkauft. Merkel lässt den Preis dafür Kinder und Eltern zahlen. Denn denen drohen jetzt schlechtere Bildung und Integration sowie weniger und schlechtere Kitaplätze.
Frau Merkel und ihre Koalition handeln damit gegen den überwältigenden und nahezu einstimmigen Widerstand aus allen gesellschaftlichen Bereichen: gegen Gewerkschaften und Arbeitgeber, gegen Wohlfahrtsverbände und die evangelische Kirche, gegen die renommierte Wissenschaft – und auch gegen die eigene Anhängerschaft, die selbst mehrheitlich ein Betreuungsgeld ablehnt. Selten war eine Regierung so ignorant, so uneinsichtig und so verantwortungslos.
Pressesplitter:
Acht Stunden saßen die drei Konfliktparteien letzte Nacht im Kanzleramt zusammen, und herausgekommen ist: nicht viel. Praxisgebühr gegen Betreuungsgeld, so lautet der kleinste gemeinsame Nenner von Schwarz und Gelb nach mehr als drei Jahren gemeinsamer Regierung. Wobei kaum zu erkennen ist, wo hier noch regiert wird. Über beide Themen haben Union und FDP schließlich schon seit Wochen erbittert gestritten, im Grunde war allen Teilnehmern klar, dass es auf diesen Kuhhandel hinauslaufen wird. […] Aber die größte Lachnummer ist und bleibt das Betreuungsgeld - eine weiß-blaue Kröte, für die die CSU notfalls auch die ganze Koalition über die Klippe springen lässt, eine bayerische Machtfrage. Um die Sache geht es längst nicht mehr. (Eva Corell BR 05.11.12)
Ursula von der Leyen (CDU) spricht von der "Zuschussrente mit neuem Namen". Die Arbeitsministerin tut alles, um nicht als Verliererin der Gipfelnacht dazustehen. Schließlich war sie es, die den Kampf gegen drohende Altersarmut mit lautem Alarm auf die Tagesordnung gehievt hatte. Nun sollen noch in dieser Wahlperiode die Weichen gestellt werden, damit Geringverdiener später nicht aufs Sozialamt müssen. Doch für die Mini-Renten soll es wohl auch nur eine Mini-Aufstockung geben, nur zehn bis 15 Euro über der Grundsicherung. Ein Witz, findet nicht nur die Opposition. Der DGB spricht von "blankem Zynismus", der Sozialverband VdK beklagt eine "Rentenpolitik auf Sparflamme".

Noch nie fielen Anspruch und Wirklichkeit eines Regierungsbündnisses so weit auseinander: Nach drei Jahren an der Macht ist die schwarz-gelbe Koalition in ihren politischen Spielräumen eingeschränkt, in ihren Prozeduren ineffektiv und im Erscheinungsbild ermüdend. […]
Die jüngste Sitzung des Koalitionsausschusses war sinnbildlich für diese Not: Erst Monate der Untätigkeit, dann Wochen der Streiterei und zuletzt siebeneinhalb Stunden mühsames Gezerre für ein Minimum an Beschlüssen. Verbindlichkeit: ungewiss.
Einer Koalition mit dieser Arbeitsweise soll man nun abnehmen, dass ihr bei dem wirklich großen Problem der Rente noch etwas gelingt? 

Um die ganze Fragwürdigkeit der Ergebnisse des Koalitionsgipfels richtig zu erfassen, muss an die Startphase des schwarz-gelben Bündnisses von Kanzlerin Angela Merkel erinnert werden. Vor der letzten Bundestagswahl versprachen Union und FDP den Wählern großspurig nicht weniger als solides "Durchregieren" und eine deutliche Entlastung im Geldbeutel. […]
Um das Wahlvolk milde zu stimmen, werden auf den letzten Metern Geschenke verteilt, die widersinnig sind, teuer und zu bizarren Fehlsteuerungen führen werden. FDP und CSU erinnern an zwei Schuljungen, die das ganze Jahr viel Unfug gemacht haben und sich nun für die letzte Klassenarbeit anstrengen, um die Versetzung noch zu retten. […Merkel] moderiert faule Kompromisse, die noch reichlich Schaden anrichten können.
[…] Unsinn ist die Einführung des Betreuungsgeldes. Nach der Diktion der schwarz-gelben Koalitionäre soll man sie nicht Herdprämie nennen. Aber warum eigentlich nicht? Das Betreuungsgeld ist nichts anderes. Sie begünstigt ein Frauen- und Familienbild, das Mutti daheim bei Kindern und Küche sieht, während Papi das Geld ranschafft. Schon heute sind weitere Fehlsteuerungen absehbar: Etliche Familien aus einkommensschwachen und/oder Problem-Familien werden ihre Kinder daheim "erziehen", um die Prämie zu kassieren. Wichtige frühkindliche Förderung, die in den Kindergärten geleistet wird, bleibt aus.
 (Roland Nelles, SPON, 05.11.12)

Nichts macht die wahre Bedeutung des Koalitionsgipfels klarer als der Umstand, dass Wolfgang Schäuble nicht dabei war. […] Von der Wunschkoalition des Jahres 2009 ist eine mut- und ziellose Truppe geblieben. CDU, CSU und FDP haben mit ihren Entscheidungen den Bundestagswahlkampf eingeläutet.
 Ein Konzept sucht man bei den Ergebnissen der achtstündigen nächtlichen Verhandlungen vergeblich. Selbst der fürs Schönreden der CDU-Politik engagierte Generalsekretär Hermann Gröhe flüchtete sich in blumige Sätze: „Im Übrigen finde ich es auch schwierig, die Dinge jetzt einzeln der einen oder anderen Partei allein zurechnen zu wollen.“ Erfolge verkauft man anders. Jeder Koalitionär will nur noch retten, was zu retten ist. Am ehesten gelingt das noch der FDP.
Paradoxerweise will sie ihre Unersetzbarkeit mit einer Entscheidung belegen, die auch alle anderen Parteien einschließlich der Opposition herbeiführen wollten. Ausgerechnet die selbsterklärte Partei marktwirtschaftlicher Vernunft schafft zum Jahreswechsel die Praxisgebühr ab. Jedoch: Die rund 2 Milliarden Euro, die jährlich in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlen werden, müssen früher oder später durch Erhöhungen der Kassenbeiträge wieder hereinkommen. Die FDP sorgt also damit für eine Steigerung der Lohnnebenkosten.
[…] Dieser Umstand offenbart die Misere der Freidemokraten: Die vorgeblichen Wirtschaftsexperten genieren sich für ihren Wirtschaftsminister und Nochparteichef.

Wer bisher noch Zweifel hatte, ob die Koalition wirklich so schlecht ist wie ihr Ruf, der ist jetzt bekehrt worden: Sie ist noch schlechter. Die Spitzen von Union und FDP brauchen eine ganze Nacht, um zu entscheiden, was längst hätte entschieden sein müssen. Der Gipfel sollte Handlungsfähigkeit demonstrieren und zeigte doch nur eines: das Scheitern dieser Regierung. […]
Um es kurz zu machen: Das Betreuungsgeld soll jetzt tatsächlich, ganz wirklich und in echt kommen. Was für eine Überraschung! Es ist ja vorher schon dreimal von genau den Leuten beschlossen worden, die vergangene Nacht im Kanzleramt zusammensaßen. Im Tausch darf die FDP die Abschaffung der Praxisgebühr als ihren großen Sieg feiern. […]
Weiterer Kuhhandel: Weil die CSU so lange auf das Betreuungsgeld warten muss - statt zum 1. Januar 2013 wird es erst zum 1. August eingeführt -, darf sich ihr Verkehrsminister Peter Ramsauer noch 750 Millionen Euro für seinen Etat aus dem Steuersäckel holen. […]
Der Koalitionsgipfel sollte Handlungsfähigkeit demonstrieren. Das hat Schwarz-Gelb auch wahrlich nötig. Bewirkt aber hat der Gipfel das Gegenteil. Nach Monaten des Streits, der gegenseitigen Blockade, des Misstrauens, der Beschimpfungen und der Durchstechereien ist das, was der Gipfel hervorbrachte, ein Dokument des Scheiterns dieser Regierung.

Sonntag, 4. November 2012

Dirk Bach ist tot - Teil III



Erstaunlich, erstaunlich. 


Seit acht Jahren haut Hakenkreuznet tagtäglich die übelsten Hasstiraden raus, die man im Internet finden kann und nachdem sie einen kleinen Kölner Komiker posthum mit Dreck bewerfen, scheint sich wirklich das Blatt zu wenden.

„Gottes eigene Website“ steht immer stärker im Fokus der Printpresse und ruft Staatsanwaltschaften und Verfassungsschützer auf den Plan.
Eine wenig bis gar nicht angenehme Situation für die offizielle katholische Kirche, die sich nun verstärkt gezwungen sieht Distanzierungen zu den feige in der Anonymität hockenden verbal-analen Drecksschleudern abzugeben.

Andererseits wird die Haupt-Kampffront gegen Kreuznet von eben jenem Dr. David Berger geleitet, den der Kölner Kardinal mit Kreuznet-Argumentation aus dem Schuldienst gejagt hatte. Jener Dr. Berger, der auch schon ganz im Sinne Kreuznets seine Position im Vatikan verlor.

Kreuznet wirft das Stöckchen und die RKK springt.
Übelste Verleumdungen gegenüber Politikern, die nicht ins Konzept passten, zum Beispiel Volker Beck war immer wieder Opfer dieser Seite. Aber auch gegenüber katholischen Priestern, die mit ihrer Homosexualität verhältnismäßig locker umgehen, dass die dort an den Pranger gestellt werden und kurz danach die katholische Kirche reagiert, nachdem der kreuz.net-Pranger funktioniert hat und diese Priester zum Beispiel ihres Amtes enthebt.
 Nicht daß Missverständnisse aufkommen: Berger verlor eben nicht Job und Titel, weil er schwul ist und seit über 20 Jahren mit einem Mann zusammen lebt - das wußte ohnehin jeder, der nicht vollkommen verblödet ist. 
Schwulsein ist kein Problem in einer Kirche, die ihre Priesterkriterien so festlegt, daß gezielt Schwule Kandidaten angelockt werden, die auch offensichtlich die Mehrheit unter den katholischen Geistlichen stellen.

Bergers Vergehen war es ehrlich zu sein und seine Homosexualität nicht mehr öffentlich zu bestreiten.

Da schrillen sofort alle Alarmglocken. Auf Ehrlichkeit reagiert die RKK hysterisch.
Priester können auch Verhältnisse mit ihren „Haushälterinnen“ anfangen und Kinder zeugen. Die RKK zahlt dann anstandslos die Alimente.
Aber eben nur so lange, bis der Priester öffentlich zugibt „OK, das sind meine leiblichen Kinder!“.
Dann läßt die Nächstenliebe-Organisation den Mann sofort fallen und entzieht den Kindern die finanzielle Unterstützung. 
Geborenes Leben zählt ohnehin weniger in Katholizismus.

Ähnlich war es über viele Dekaden mit von Priestern und Mönchen durchgefickten Messdienern. So lange es nicht bekannt wurde, hielten die obersten Kleriker bis hoch zum Welt-Inquisitor Kardinal Ratzinger ihre schützende Hand über die Pädopriester.

Die Gefahr für die RKK besteht nicht in der Homosexualität, sondern in der Akzeptanz derselben und in der schleichenden Aufweichung der Omertà.

Wenn der schwule Bauernsohn aus einen kleinen Bayerischen Kaff nicht mehr befürchten muß deswegen geteert und gefedert zu werden, stehen ihm AUSSER DEM PRIESTERSEMINAR noch jede Menge andere Lebensentwürfe und Berufe offen.

Schwule wie Dirk Bach, die nichts verstecken, beruflich erfolgreich sind und zudem auch noch allgemein gemocht werden, sind für die RKK ein Alptraum, weil sie eine Konkurrenz zur Priesterlaufbahn darstellen.
 Und genau der Prozess ist im vollen Gange - Gemeinden werden zusammen gelegt, Priesterseminare werden geschlossen und man muß sich mit afrikanischen und Osteuropäischen Importpriestern behelfen.

Kreuznet hat diesen Zusammenhang erkannt und bekämpft deswegen offiziell die Homosexualität. Die Doofheit der Redakteure führt allerdings dazu, daß das Gegenteil erreicht wird. 
Das gemeine Volk solidarisiert sich eher mit den Gescholtenen, während die Hakenkreuznet-Claqueure aus derartig abstrusen und extremistischen Witzfiguren bestehen, daß die für die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) nun zum ernsten Problem werden.

Die DBK verdammt zwar einerseits auch die Homos, hält sie für „objektiv ungeordnet“ und will ihnen die gleichen Rechte verwehren. 
(Bezeichnenderweise gab es zu Adolf Nazis Zeiten durchaus Katholiken, welche die Euthanasierung Zigtausender Behinderter ("Aktion T4") kritisierten, aber keine einzige Intervention der Kirche zu Gunsten Homosexueller.)
 Aber andererseits kann die DBK sich nun nicht mehr heimlich mit Kreuznet solidarisieren, wenn auch offensichtlich ist, daß Mitarbeiter der Kirche hinter dem Horrorportal stecken.

Kreuznet wäre aus Sich der Bischöfe besser im Verborgenen geblieben.
 Nun sind sie aufgefordert Position zu bekennen. 

Was für ein Dilemma für alternde Extremisten wie den Kölner Erzbischof!
 Er kann sich nicht auf die Seite eines Homo-Verlages und eines Theologen, dem er persönlich die Missio Canonica entzogen hat stellen und kann erst Recht nicht dessen Gegner von Hakenkreuznet stützen.
Sich raushalten geht aber auch nicht, weil der öffentliche Druck offenbar bereits Wirkung erzielt. Die Einschläge kommen näher.

 Namen tauchen auf.
 Zum Beispiel Jörg Birnbacher, Rektor der Münchner Lukas-Schule.

Grund sind Informationen der Süddeutschen Zeitung, wonach Birnbacher vor einigen Jahren auf der Internet-Plattform kreuz.net Stimmung gegen Homosexuelle gemacht hat. […]
Nach Recherchen der SZ hat Birnbacher im Jahr 2009 eine auf kreuz. net veröffentliche Erklärung 'gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände', unterzeichnet. In dem Kreuz-Net-Beitrag, den er in seiner Funktion als 'Vorsitzender Aktion Die Wende' unterschrieben hat, geht es um 'Homo-Ideologen', die 'Menschen, die von widernatürlichen Versuchungen geplagt werden, den Weg zu Therapie und Heilung verbauen' wollen. 2006 schrieb Birnbacher auf kreuz.net sogar selbst einen Artikel, in dem es um die 'Homo-Lobby' geht, die 'nicht selten Methoden der Einschüchterung und des psychologischen Drucks gegen Andersdenkende' verwende, 'da sie für ihre absurden politischen Forderungen keine vernünftigen Argumente vorbringen kann'.
[…] Birnbacher leitet das Lukas-Gymnasium seit 2011. Die Vorstandsmitglieder der Schule haben ihn damals ausgewählt. Mitglied des Vorstands ist der Verleger Ingo Resch, der in einem SZ-Gespräch betont hatte: 'Das (dieHomosexualität, d. Red.) ist nicht biblisch. Gott hat die Menschen als Mann und Frau geschaffen, weil er wollte, dass sie sich vermehren'.

 Getroffene Hunde bellen und sie bellen laut, die Höllenhunde.


Die letzten Nester des christlichen Widerstandes werden ausgehoben.
Wer sich in HS-Deutschland der HSDAP – der ‘Homosexuellen Deutschen Afterpartei’ – widersetzt, wird gnadenlos fertiggemacht.
Gaystapo-Verhör anberaumt. Heute hetzte das deutsche Dreck-Druckerzeugnis ‘Süddeutsche Zeitung’ gegen Jörg Birnbacher – den Leiter des protestuntischen Münchner Lukas-Gymnasiums.
[….] Die Protestunten im Dienst der Gaystapo. Die Anführer der Bayrischen Staats-Protestunten reagierten auf eine Denuntiation in dem Homo-Blatt ‘Süddeutsche’.
[….] Die neuen Juden Deutschlands
Das mächtige Homo-Blatt ‘Süddeutsche’ hetzte bereits am 19. Oktober gegen das Lukas-Gymnasium. […] auf christliche Bekenntnisschulen wartet in HS-Deutschland eine unmittelbar bevorstehende Homo-Kristallnacht.
(Hakenkreuznet 04.11.12)

 Ganz offensichtlich geht hier wirklich jemanden der Arsch auf Grundeis.
Könnte es sein, daß die abartigen Hassapologeten vom rechten Rand des Ratzinger-Vereins bald die Handschellen klicken hören?

Ich wünsche mir das eigentlich gar nicht.

Auch, wenn das einige nicht gerne hören wollen:

Ich finde tatsächlich, daß Kreuznet eine wichtige Funktion erfüllt.
ICH SAGE JA ZU KREUZNET!
Die Nattern überakzentuieren doch nur das, was Ratzi, seine geliebte FSSPX, der Opus Dei, die Legionäre Christi, die Marienkinder und viele andere Katholiken auch denken.
Wenn man beispielsweise Kath.net liest, ist das vielleicht im Stil etwas angenehmer als Kreuznet, aber die menschenverachtende Ideologie ist dieselbe.
Katholizismus ist nun mal eine homophobe, misogyne, antisemitische und antihumanistische Ideologie, die der Welt nichts als Unheil und unzählige Kriege gebracht hat.
Man kann die RKK nicht reformieren, weil ihre menschenfeindlichen Grundsätze (Minderwertigkeit der Frauen, Tod den Schwulen, Hass auf Juden, Gutheißen von Sklaverei,..) ja nun einmal wirklich in der Bibel stehen.
Deswegen fällt es der RKK auch sichtlich schwer sich von Kotznet zu distanzieren. Und das ist auch gut so!
Das wird hoffentlich mehr und mehr Leute dazu bringen ihre Mitgliedschaft in dieser Organisation zu überdenken!
Bisher  treten jedes Jahr 100.000 bis 200.000 Mitglieder aus der RKK aus.
Ratzinger hat das mit seiner reaktionären, schwulenfeindlichen und Kinderficker-schützenden Politik noch forciert.
Und Kreuznet forciert die Austritte hoffentlich weiterhin.
Noch sind aber 24 Mio Deutsche Mitglied der RKK. 

Für meinen Geschmack 24 Mio zu viel.

Hakenkreuznet zeigt deutlich warum man sich nicht mit der Papstkirche gemein machen sollte.

Samstag, 3. November 2012

Miese Typen



Was ich wirklich nicht sehr nett in der Politik finde, ist wenn konservative Typen in Bayern richtig versagen und dann ungerührt einen ihrer Untergebenen opfern, um selbst den Posten zu behalten.

Großplagiator Guttenberg versagte in der Causa Kundus, log, daß sich die Balken bogen und ließ dafür die Köpfe von Bundeswehr-Generalinspekteur Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert rollen.

Auch die nach FJS zweitgrößte CSU-Ikone Eddi Stoiber ist ein gewohnheitsmäßiger Lügner. Vermutlich liegt es in der Familie; seine Kinder mußten inzwischen wegen Betrügereien ihre Doktor-Titel abgeben.

Dominic Stoiber kam mittlerweile, ohne Dr.-Titel, wie sein Schwager Jürgen Hausmann (mit der ältesten Stoiber-Tochter Constanze verheiratet) beim CSU-Großspender BMW unter. 

Als die halbstaatliche Wohnungsbaugesellschaft LWS unter der Ägide von Stoibers Staatskanzlei 1999 rund 400 Millionen Mark Verlust angehäuft hatte, feuerte der Ministerpräsident ohne Moral dafür den Justizminister Alfred Sauter. 

Rückblick 1999:
Stoiber befürchtenden Enthüllungen über eine Reihe von Kabinettsmitgliedern, wenn der kriminelle CSU-Waffenhändler Schreiber aus Kanada nach Deutschland zurück geholt würde. Daher verlangte er von Sauter die Untersuchungen zu verschleppen und am besten ganz unter den Tisch zu kehren.
Da passte freilich ein Justizminister nicht mehr ins Konzept, der wegen der Schuldfrage in der LWS-Affäre in heftigem Clinch mit seinem Regierungschef liegt. Sauter würde da wohl nichts mehr tun, um etwa Staatsanwälte von einer Dienstreise zu Schreiber nach Kanada abzuhalten. Da wurde beim Ministerpräsidenten offenbar eine Kurzschluss-Reaktion und so das Fallbeil über dem Kopf von Alfred Sauter ausgelöst. Der hatte zwar seit Tagen schon gesagt, was ihm nun gravierend angekreidet wurde, nämlich, dass er in der LWS-Affäre nicht allein Fehler gemacht und Stoiber voll informiert habe, somit auch keinen Anlass sehe, nur deshalb zurückzutreten. […] Der zum Bauernopfer auserkorene Ex-Justizminister [sieht] die Staatskanzlei als Drahtzieher: die wolle ihn zur Ablenkung den Medien wie einen Knochen zum Abnagen vorwerfen.
 Zuletzt war es der derzeitige CSU Generalsekretär Dobrindt, der beim Versuch die Presse auf Parteilinie zu bringen so tölpelhaft agierte, daß man Ende CSU-Sprecher Michael Strepp einen Kopf kürzer gemacht wurde.

Dobrindt, auch genannt „General Doof“, bildet zusammen mit FDP-General Döring das „Doppel-D“ der Dumpfbacken.

Man glaubt es kaum, aber D & D haben immerhin eingesehen was angesichts ihrer Steinbrück-Attacken nun das Klügste ist:
Schwanz einziehen, Klappe halte, untertauchen.
Patrick Döring, nebenbei Vorstandmitglied einer Haustierversicherungsgesellschaft, die ihm monatlich bis zu 7000 Euro überweist, attackierte Steinbrück umgehend. Beim SPD-Mann ihm würden "alle Sicherungen" durchbrennen, wenn es um dessen eigenen Vorteil gehe. "Mit dem Gen des ehrbaren Kaufmanns ist dieser Hanseat nur dürftig gesegnet."
CSU-General Alexander Dobrindt setzte Steinbrück ernsthaft unter Verdacht, "ein Produkt der Finanzindustrie zu sein". Als "Liebling der Spekulanten" brandmarkte er ihn. Dobrindt forderte Erstaunliches: Steinbrück solle jetzt volle Transparenz zeigen und offenlegen, wie viel Geld er von der Finanzindustrie bekommen habe.
Das Dumme ist: Genau das hat Steinbrück getan. Hat alles offengelegt, auf Heller und Pfennig.
Das war irgendwie abzusehen. FDP-Nordlicht Wolfgang Kubicki zumindest muss geahnt haben, dass das nicht gutgehen kann. Er wisse auch nicht, was der Döring da "geraucht hat", ließ er wissen. Das weiß der selbst wohl auch nicht mehr. Zumindest aber sind beide, Döring und Dobrindt jetzt ziemlich sprachlos. Im Volksmund würde es heißen: Der Schuss ging gewaltig nach hinten los.
Dobrindt und Döring, sie stehen jetzt da wie Pat und Patachon der Koalition da. Wie zwei Jungen, die nicht in der Lage waren, die erwartbaren Konsequenzen ihres Handelns abzusehen. Und nicht mächtig genug, um sich in der Transparenz-Debatte nach vorne zu werfen - was zumindest gesichtswahrend hätte sein können. Ihr Schweigen ist peinlich. Aber für die beiden wohl auch besser so. 
[…] Auf seiner Internetseite schreibt Döring: "Im Gegensatz zum Kollegen Steinbrück strebe ich kein hohes Staatsamt an der Spitze der Exekutive unseres Landes an."
Manche in der Partei hoffen darauf, dass das ein Versprechen ist.

 Seehofer und Söder, die starken Männer in der Bayernpartei hofften mit der Opferung des langjährigen CSU-Sprechers Hans Michael Strepp endgültig aus der Schußlinie zu geraten.

Zwar glauben ihnen weder Opposition noch Presse, daß Strepp stets nur auf eigene Faust gehandelt habe, aber man hatte eine Story, an die man sich öffentlich klammern konnte.

Der Plan droht allerdings schief zu gehen, denn wie der Spiegel in seiner Online-Ausgabe berichtet, tat Strepp nur das, was der Mann mit dem Gesicht, das wirklich nur eine Mutter lieben kann, über Jahre vorgemacht hatte.
Auch Ex-General Söder hatte regelmäßig massiv bei den abhängigen Medien interveniert. 

Bayerns Finanzminister Markus Söder versuchte in seiner Zeit als CSU-Generalsekretär persönlich, auf die Berichterstattung des ZDF Einfluss zu nehmen. 
Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen intervenierte Söder zwischen 2003 und 2007 mehrfach schriftlich beim damaligen ZDF-Intendanten Markus Schächter. In mindestens einem Fall ermahnte Söder den Intendanten, die CSU stärker in der Berichterstattung zu berücksichtigen. Söder saß zu dieser Zeit auch im Fernsehrat des ZDF.
[…] Besonders ein Brief wirft Fragen auf. Söder beschwerte sich nach CSU-Angaben am 11. April 2006 schriftlich bei Schächter darüber, dass in der Berichterstattung über den Rücktritt des damaligen SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck die CSU nicht berücksichtigt worden sei. Mit einer "gewissen Enttäuschung" habe er die Berichterstattung verfolgt. Söder kritisierte demnach, dass nicht einmal Zitate, die die CSU über das Landesstudio abgesetzt hätten, Eingang in die verschiedenen Sendungen gefunden hätten. Dies sei "verwunderlich", da die CSU auch Regierungspartei sei: "Ich bitte um Klärung."
[…] In leitenden ZDF-Kreisen wird Söder indes als Beispiel für Einmischungsversuche seitens der Politik gesehen. Söder hält man am Lerchenberg für einen "besonderen Fall". Mehrfach habe Söder sich eingemischt, regelmäßig sei es dabei um die CSU gegangen. So habe Söder auch versucht, auf die Gästelisten im Morgenmagazin und in politischen Talkshows wie Maybrit Illner Einfluss zu nehmen.

 Mal sehen, wer diesmal sein politisches Leben opfern muß, um die hohen Bayernherren an auf ihren Sesseln kleben zu lassen.

Dobrindt vielleicht?