Montag, 20. August 2012

Putin, die Pussy.




Kinder wissen nicht recht was sie reden und schnappen gerne unangemessene Sprüche und Vokabeln auf, die denkende Menschen nicht verwenden würden.
In meiner Jugendzeit fanden wir es witzig auf Beleidigungen mit 
„was stört es eine deutsche Eiche, wenn sich eine Sau an ihr wetzt?“
 zu reagieren.
Blöd.

Tatsächlich ist es aber so, daß hysterische Reaktionen auf vermeidliche Beleidigungen die Kritik a posteriori sehr berechtigt aussehen lassen kann.

Das Paradebeispiel für völlig überzogene Hysterie ist es, wenn der Chef einer Religionsgemeinschaft aus 1,2 Milliarden Katholiken wegen einer Photomontage auf eine winzige, drei-Mann-Satire-Gruppe aus Frankfurt losgeht.

Wladimir Putin hat einen mächtigen Verbündeten: den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche. Seite an Seite kämpfen sie für ein neues Russland nach ihren Vorstellungen. Wladimir Putin hat einen guten Freund. Sein bürgerlicher Name lautet Wladimir Gundjajew. Die beiden können sich aufeinander verlassen. Als Zehntausende auf Moskaus Straßen brüllten: »Russland ohne Putin!«, stellte sich Gundjajew hin und sagte: Beruhigt euch, Leute, diesem Putin könnt ihr vertrauen. Als Gundjajew, ein Mann mit Visionen, nicht mehr wusste, wie er seine Träume bezahlen sollte, schlug Putin vor, ihm ein paar Grundstücke in bester Lage zu übereignen. Was Freunde eben so füreinander tun. Da gibt es nur ein Problem. Dieser Wladimir Gundjajew heißt seit dem 1. Februar 2009 Kyrill I. Der heilige Synod wählte ihn zum 16. Patriarchen von Moskau und der gesamten Rus. 100 Millionen Gläubige hören auf sein Wort.
Es war eben diese Männerfreundschaft, die die Band Pussy Riot in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale beschimpfte. Und es war ebendieser Auftritt, in dem Putin und Kyrill jenen »aggressiven Liberalismus« erkennen, gegen den sie eintreten.
(Diana Laarz 17.08.12)

Putin und sein Kumpel Kyrill zeigen sich angesichts des Pussy-Riot-Falls genauso überzogen hysterisch. Das ist im höchsten Maße unsouverän und schadet ihnen selbst erheblich mehr, als es die drei Mädels bestraft.

Dieses analysieren aber Myriaden Schreiberlinge weltweit genauso wie ich - daher will ich das nicht weiter ausbreiten.

Die Methode „Ins Arbeitslager“ für alle, die es wagen den Präsidenten zu kritisieren, scheint mehr und mehr um sich zu greifen.

Der Kremlkritiker Garri Kasparow könnte bis zu fünf Jahre in einem Arbeitslager verschwinden, weil er vergangenen Freitag bei einer Demonstration in Moskau einen Polizisten gebissen haben soll. Der ehemalige Schachweltmeister wurde am Montag von der Polizei vernommen, nachdem er wegen seiner Teilnahme an der Kundgebung für die Punkband Pussy Riot festgenommen worden war.
[…] Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte Kasparow mit den Worten: „Ich möchte diesen Polizisten sehen. Zu sagen, ich hätte jemanden gebissen, das ist Wahnsinn!“ […] Unterdessen sucht die russische Polizei weitere Mitglieder der kremlkritischen Band Pussy Riot, die an dem umstrittenen „Punkgebet“ in einer Moskauer Kathedrale mitgewirkt hatten.
(taz 20.08.12)

Eine schöne Entwicklung ist das sicher nicht. 

Allerdings zeigt derart drastisches Vorgehen auch, daß die Kreml-Führung offenbar tatsächlich die Kritik fürchtet. 
Längst gibt es in Russland Möglichkeiten seinen Groll gegen die Staatsführung über unabhängige Radiosender oder die sozialen Medien publik zu machen. 
Der Geist ist aus der Flasche und selbst dem prunkverliebten und machtbewußten Patriarchen Kyrill dämmert es wohl, daß die Tage einer klerikalen Diktatur vorbei sein könnten.

Dazu kann man viel schreiben, analysieren und kritisieren.

Wenig einfallsreich und auch nicht besonders intelligent ist es hingegen in jedem zweiten Leserbrief und fast jedem Artikel einen hämischen Schröder-Seitenhieb über den „lupenreinen Demokraten“ Putin zu lesen.

Das ist unfair.

Zunächst einmal ist das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen. 
 Die Formulierung stammt von Reinhold Beckmann.

Beckmann: "Ist Putin ein lupenreiner Demokrat?"
Gerhard Schröder: "Das sind immer so Begriffe. Ich glaube ihm das und ich bin davon überzeugt, dass er das ist. Dass in Russland nicht alles so ist, wie er sich das vorstellt und gar wie ich oder wir uns das vorstellen würden, das, glaube ich, sollte man verstehen. Dieses Land hat 75 Jahre kommunistische Herrschaft hinter sich und ich würde immer gerne die Fundamentalkritiker daran erinnern, mal darüber nachzudenken, ab wann denn bei uns alles so wunderbar gelaufen ist."

Putin war damals Präsident und in der Konfrontation mit dem kriegslüsternen US-Präsidenten GWB ein absolut unverzichtbarer Alliierter.

Ich behaupte, der amtierende Bundeskanzler Schröder hätte in der Situation gar nicht sagen können und gar nicht sagen dürfen, er glaube Putin nicht den Weg der Demokratie einzuschlagen.

Das hätte unermesslichen diplomatischen und außenpolitischen Schaden zur Unzeit angerichtet.

Gerd Schröders Spruch stammt aus einer anderen Zeit, nämlich 2004.
Damals waren alle sehr froh darüber, daß die irren Autokraten um Boris Jelzin, der volltrunken mit dem Atomkoffer rumstolperte, von einem rationalen Mann ersetzt wurden. 

Tatsächlich hat Russland unter Putin ökonomisch gewaltige Fortschritte gemacht, wurde stabiler, verlässlicher und sichert nicht zuletzt unsere Energieversorgung.

Russland war vor zehn Jahren ein äußerst wichtiger Partner Deutschlands, um gemeinsam gegen den Irakkrieg zu arbeiten.

Das muß man Putin schon hoch anrechnen, daß er so klar für den friedlichen Kurs Frankreichs, Belgiens und Deutschlands gegen die USA, Polen, GB, Italien, Spanien, etc Stellung bezogen hat!

Rußland hat 1999 die Todesstrafe abgeschafft, während Merkels Christenfreund George W. Bush in seiner Amtszeit als Gouverneur 152 (sic!) Todesurteile unterschrieben hat. 

Der Staat Texas, dem GWB als Gouverneur diente hat in den letzten 30 Jahren sogar 22 Teenager hinrichten lassen

Auch geistig Behinderte werden in Amerika, dem land oft he free, hingerichtet.

2008 unterschrieb Bush noch als amtierender Präsident das Todesurteil gegen den Gefreiten Ronald Gray, einen US-Soldaten.

Tu quoque ist kein absolutes Argument und macht Putins Aktionen gegen Pussy Riot nicht besser. 

Aber wir sollten uns fragen, warum wir immer so hysterisch auf Russland losgehen und alle Augen bei Obama zudrücken.
Im SPIEGEL von heute erschien ein interessanter Leserbrief.

Was fehlt Putin zur lupenreinen Demokratie? Drohnen, mit denen er reihenweise missliebige Menschen an allen Orten der Welt ermorden könnte? Ein eigenes Folterlager wie Guantanamo? Ein Bankensystem, das die Welt wirtschaftlich in den Abgrund reißt samt seinem Kampfmittel Rating-Agenturen? Oder "Demokratiemissionen" wie in Afghanistan, Irak und - im Hintergrund - überall da, wo in der Welt mit dem Schlag-Wort Demokratie Chaos erzeugt wird?
Werner Kuhfuss, Waldkirch (Bad.-Württ.)
(Heft 34/2012  vom 20.08.2012 s.6)

Außerdem ist Schröders Lob für Putin fast zehn Jahre her und seitdem hat sich Putin verändert!

Seine Machtgeilheit hat andere Formen angenommen, die Schröder damals nicht erahnen konnte
Ich finde es wirklich unfair Schröder das Zitat immer noch um die Ohren zu hauen.
Mächtige verändern sich nun mal. 

Er würde das Land liberalisieren und nun die demokratischen und zivilisierten Gepflogenheiten einführen, die er aus England kannte.
Ich habe das auch geglaubt und Assad immer wieder lobend erwähnt. 
Ich fand es auch klasse, daß er eine Art säkularen Staat in der Gegend aufzieht, in dem die Religionen plural nebeneinander her existieren können.

JETZT weiß ich es natürlich auch besser. 
Assad ist zwischendurch mal richtig falsch abgebogen und marschiert nun in eine ganz üble Richtung.
Das konnte man aber anfangs nicht wissen.

Sonntag, 19. August 2012

Small Penis Cars - Teil II



Nein, nein, ich habe überhaupt nichts gegen die Luxusbranche.

Sie ist ein durchaus sympathischer Wirtschaftszweig, weil die Wertschöpfung oft durch Know How, Qualität, Service und viel Handarbeit zustande kommt.
Dabei werden tendenziell nicht so viele Menschen ausgebeutet, wie in Billig-Ketten à la Schlecker oder Lidl. Die Wertschöpfung geschieht nicht so stark auf Kosten der Schwächsten.
 Die Arbeitsbedingungen bei Steinway oder Montblanc in Hamburg, bei Karl Lagerfeld in Paris oder bei Rolex in Genf sind nun einmal wesentlich besser, als die der jugendlichen Näherinnen für „kik“ in Bangla-Desh.

Generell sehe ich Deutschlands Weg in die Billig-Republik mit den Geiz-ist-Geil-Megastores, den superbillig-Lebensmittel-Discountern und den in Europa beispiellos gesunken Löhnen sehr skeptisch.
Für eine kurze Zeit mag das der Wettbewerbsfähigkeit gut getan haben. 
Eben wurde Deutschland wieder zum Exportweltmeister und ließ China hinter sich.

Man kann das aber auch anders ausdrücken: 
Deutschland leidet an einer extremen Importschwäche. Die Nachfrage ist de facto abgewürgt, weil immer mehr Menschen immer weniger ausgeben können.
Wir sind abhängig davon, daß andere Nationen die hier produzierten Waren kaufen und bezahlen können. Hauptabnehmer ist dabei nach wie vor eindeutig Europa. Das könnte sich aber ändern, wenn die Röslers und Söders Athen und Co wieder in Drachmen und Peseten reden.
 Damit lassen sich Importe aus Deutschland nämlich viel schlechter bezahlen.
Luxusgüter sind ein (noch) stabilerer Exportfaktor, weil es in Asien, Amerika und den Golfstaaten genügend Reichtum gibt.

Ich finde es nicht amoralisch sechs- und siebenstellige Summen für eine Armbanduhr, ein Auto, einen Flügel oder ein Gemälde auszugeben. 
Schließlich steht es dem Staat frei diese Käufe und diese Einkommen entsprechend zu besteuern.

 Daß gerade die deutsche Regierung Millionäre und Milliardäre mit Samthandschuhen anfasst und Zinseinkommen (die keinerlei Arbeitsleistung erfordern) niedriger besteuert als den Lohn eines Facharbeiters, ist ungerecht. 
Ich würde es sogar Regierungsversagen nennen. 
Aber wir bekommen das was wir wollten. Wie Guido Westerwelles FDP tickt, war schließlich immer bekannt und genau die Partei haben die Wähler im Jahr 2009 so stark gemacht wie nie zuvor.
Es gibt ja Parteien, die Erbschaftssteuern, Mindestlohn und Millionärssteuern einführen wollen.
Sie werden aber nicht ausreichend gewählt. 
Dann soll man sich auch nicht beschweren, wenn die anderen die Reichen bevorzugen.

Luxus zu mögen ist weder amoralisch noch ökonomisch problematisch.

Wohl aber sehe ich ein PSYCHOLOGISCHES „Problem.“

Luxus kann (muß aber nicht) zu einem reinen Statusprojekt werden.
Der eine trägt eine € 100.000-Rolex aus Gold mit vielen Edelsteinen, um jedem zu zeigen, daß er es sich leisten kann.
Der andere trägt eine € 100.000-Patek Philippe, die schlicht und unauffällig mit Lederband und Stahlwerk daher kommt, dafür aber durch so extrem ausgefeilte Mechanik besticht, daß genügend Liebhaber bereit sind diesen Preis zu zahlen. Sie können nicht damit rechnen, daß der enorme Wert der Armbanduhr im täglichen Leben erkannt wird und das Renommee des Trägers aufwertet.

In Hamburg wird „hanseatisches Understatement“ immer noch von vielen gelebt.
Obwohl der Reichtum in der Elbstadt gewaltiger als in jeder anderen deutschen Stadt ist, sieht man die Rolls Royce, die Ferraris, die Goldklunker eher in München und Düsseldorf.

Protzige Uhren werden in Hamburg trotz der deutlich größeren Kaufkraft nicht gut verkauft.
Wer in Hamburg seinen Reichtum deutlich zur Schau stellt, wird schief angesehen. 
PS-Protzen gilt hier noch als Domäne der Halbwelt.

Es war das Ende des aus Süddeutschland zugezogenen Bürgermeisterpaares Ahlhaus, als sie sich in der BUNTEN als Glamour-Paar in Edelroben ablichten ließen und ihre riesige Villa an der Elbchaussee Tagesgespräch wurde.

Von solchen Leuten, die ihre offenbar viel zu kleinen Penisse so kompensieren müssen, will Hamburg nicht repräsentiert werden.
 Die CDU verlor bei der nächsten Wahl 21 Prozentpunkte. Nachfolger, mit absoluter Mehrheit gewählt, wurde der bis zur Selbstaufgabe unprätentiöse Olaf Scholz, der seit Jahr und Tag in derselben Mietwohnung in Altona wohnt.

Vielleicht übertreibt man die Zurückhaltung in Hamburg.
 Vielleicht ist es natürlicher, wenn die Reichen und insbesondere Neureichen ihre Millionen für jeden offensichtlich spazieren führen. Wie in München.
Als in Hamburg lebender Amerikaner bin ich aber ein klassischer Konvertit. 

Größer könnten die Unterschiede könnten nicht größer sein. Im Amerika zeigt man nicht nur seinen Reichtum, sondern wird dafür bewundert. 
In Hamburg gibt man sich Mühe den Reichtum geradezu zu verstecken. Und wer Geld übrig hat, steckt es in Stiftungen. 
Kaum eine Kultur-, Bildungs- oder Sozialeinrichtung in Hamburg, die nicht von den Zuwendungen reicher Gönner profitiert.
In Museen und Theatern gibt es dezente Hinweisschilder auf die Spender und Stifter. Noch beliebter sind aber völlig anonyme Zuwendungen.
 Es erstaunt mich immer wieder wie schnell in Hamburg Finanziers gefunden werden, wenn es gilt eine Werft oder auch nur eine legendäre Kneipe auf dem Kiez vor Spekulanten zu schützen.

Ich bin was das Zurschaustellen von Geld betrifft ein Vollbluthamburger geworden.
Ist es nicht psychologisch ein bißchen bedenklich, wenn man es nötig hat sich selbst durch Protz und Prunk, durch BlingBling und Bonzentum aufzuwerten?
Eine Stilfrage.

Weit mehr als eine Stilfrage ist es aber, wenn sich Mensch sein Small-Penis-Car nicht selbst finanziert, sondern zur Eigenpimpung in andere Kassen greift.

Ich denke da an den inzwischen berüchtigten Ex-Tierheimchef Wolfgang Poggendorf, der die Mittel des vom Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV) betriebenen Viecher-Asyls so geschickt nutzte, daß für ihn eine 2007 dem HTV vererbte Luxuseigentumswohnung auf Sylt abfiel.

Ich denke da an Hamburgs ersten Bürgermeister Christoph Ahlhaus, der es mit seiner kamerageilen Prunk-süchtigen „Fila“ fertigbrachte die Stadt für eine Million Euro Umbauten und Verschönerungen an der Ahlhausvilla bezahlen zu lassen.

Ich denke da an den wohl prunksüchtigsten Bischof Deutschlands, Herrn Tebartz-van-Elst, der bizarrerweise ausgerechnet der Nachfolger des bescheidensten aller deutschen Bischöfe - Franz Kamphaus wurde.


Die Kamphaus-artigen Bischöfe werden von Ratzi systematisch vertrieben.

Die Kirche driftet auseinander - die liberaleren und säkulareren Mitglieder verlassen jedes Jahr in sechsstelliger Zahl die beiden größten christlichen Sekten und am fundamental-traditionalistischen Rand ballt es sich zusammen.

Als Apotheose der konservativen Transformation gilt das Bistum Limburg, welches von 1982 bis 2008 von einem Bischof Franz Kamphaus geleitet wurde, der so integer und menschenfreundlich ist, daß sogar ich ihn mag!
Vor drei Jahren fiel dann der denkbar schwerste Hammer auf den Limburger Dom, indem Ratzinger das diametrale Gegenteil auf den Bischofsstuhl hievte.
Franz-Peter Tebartz-van Elst, jener prunk- und protzsüchtige ultrarechte Spalter, der innerhalb von kurzer Zeit das ganze Bistum gegen sich aufbrachte.



Tebartz-van Elst ist der Schrecken jedes katholischen Laien.

Er ist ultrakonservativ, diffamiert Minderheiten und schockiert zudem noch mit seiner abstoßenden Physionomie.



Kamphaus hingegen war der Jedermanns-Bischof.
Ohne Dünkel und persönliche Bedürfnisse wurde er zu einem echten Hoffnungsträger für die Liberalen.
Bis zum Schluß stemmte er sich gegen den Ratzinger-Erlass, der die deutschen Bischöfe zwang Frauen in Not die Tür vor der Nase zuzuschlagen und keine Schwangerschaftsberatungen mehr durchzuführen.
Mit persönlichem Prunk konnte er nie etwas anfangen. Sein Gehalt spendete er vollständig und antwortete auf das „Warum“ mit einer Gegenfrage:
„Wozu sollte ich Geld brauchen? Ich wohne umsonst, bin immer unterwegs und zum Essen werde ich immer eingeladen.“
Seinen Bischofsstab hatte sein Bruder selbst geschnitzt, seinen Bischofspalast überließ er einer tamilischen Flüchtlingsfamilie und lebte stattdessen in einer winzigen Zelle des Priesterseminars.

Auf Personal verzichtete Kamphaus und fuhr Zeit seines Lebens selbst Auto - aber nur einen gebrauchten Kleinwagen. Jahrelang einen Opel Kadett, später leistete er sich etwas mehr und übernahm einen 60-PS VW-Golf.

Nachfolger TVE ist hingegen ein Bischof aus dem 19. Jahrhundert.

Für ihn gilt „protz as protz can!“

Der Millionen-teure neue Amtssitz des schönen Bischofs wird sogar noch viel teurer als geplant.

Die ursprünglichen Kosten für das "Diözesane Zentrum St. Nikolaus" auf dem Limburger Domberg waren auf 5,5 Millionen Euro veranschlagt worden. Der Neubau soll ein rund 500 Jahre altes denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, das frühere Küsterhaus von 1904 sowie eine ebenfalls neu errichtete Kapelle miteinander verbinden. Kritiker hatten immer wieder die Kosten sowie Art und Umfang der Baumaßnahmen beanstandet. Auch Eigenmächtigkeit, Selbstverliebtheit und Prunksucht war Tebartz-van Elst vorgeworfen worden.

Die "Kaaba von Limburg:"








 



Während sich Tebartz-van Elst zu Hause ein Heim für Millionen Euro zulegt - und die Millionen hat er eben NICHT selbst verdient - wollte er sich auch mal einen Überblick darüber verschaffen, wie gottlose Arme in Indien leben müssen.
 In die Slums flogen der Bischof und Generalvikar selbstverständlich „first class“. 
Im Januar 2012 ging es los zu den armen Kinderchen, die in Bangalore in den Steinbrüchen schuften müssen.

Im Oberdeck eines Jumbojets machten er und sein Generalvikar Franz Kaspar es sich auf First-Class-Plätzen bequem. Zum Service gehören Champagner, Kaviar und ein Bett. "Erstklassig reisen bedeutet, stets das Außergewöhnliche erwarten zu können", verspricht die Lufthansa.
[…] Auch für den Rückflug gönnten sich die Kleriker, auf den Plätzen 82 H und 82 C, erstklassigen Service. Ticketpreis und Meilen-Upgrade für Hin- und Rückflug entsprechen einem Wert von rund 7000 Euro pro Person.
Luxus umgibt Tebartz-van Elst, 52, nicht nur, wenn er zu den armen Kindern und Ordensschwestern nach Indien reist. Auch daheim in Limburg legt er Wert auf ein angenehmes, standesgemäßes Leben. Seine neue, millionenschwere Bischofsresidenz direkt neben dem Dom steht vor der Vollendung und sorgt bei Katholiken für eine Mischung aus Staunen, Wut und Resignation. Viele verstehen nicht, warum sie darben sollen, während ihr Bischof prasst.
Seinen Gläubigen predigt Tebartz-van Elst nicht Wein, sondern Wasser. "Erneuerung beginnt da, wo die Hausaufgaben zum Sparen gemacht sind", belehrte er sie. "Das ist der Mensch des Glaubens - bettelarm und gnadenreich", sagte er in einer Weihnachtsansprache. Und zu Mariä Himmelfahrt verkündete er: "Wer die Armut in sich selbst wahrnimmt, wird die wirkliche Größe Gottes entdecken."
[…]  Handwerker an der geheimnisumwitterten Baustelle schweigen, als hätten sie ein Gelübde ablegen müssen. Nicht einmal die Abgeordneten des Limburger Bau-Ausschusses durften kürzlich alles sehen. Die Herren aus dem Kreistag konnten keines der Gerüchte überprüfen, die in der Stadt kursieren: eigene Räume für Reliquien, Sauna, Kamin, Weinkeller, Edelsteinverzierungen, Heiligenfiguren, ein beheizbares Dach, das die bischöfliche Privatkapelle vor Schnee und Eis beschützen könnte.
[…]  Sein Vorgänger Franz Kamphaus hatte einst das alte Bischofshaus Asylbewerbern überlassen und sich mit einer bescheidenen Unterkunft im Priesterseminar begnügt. Für Tebartz-van Elst gibt es nun auf einem engbebauten Areal genügend Raum für Einkehr und Repräsentation - größer könnte der Unterschied zwischen volksnahem Hirten und statusverliebtem Kirchenfürsten kaum sein.
Zum Anwesen gehört, obwohl der Dom nur wenige Schritte entfernt ist, eine private Bischofskapelle, die zu einem tiefschwarzen Monolith geriet, der Anwohner, Architekten und Denkmalschützer entsetzt. In der Stadt spottet man bereits über die "Kaaba von Limburg", weil die Kapelle manche an den schwarzen Block von Mekka erinnert.
Auch ein Park für den Bischof wurde angelegt. Im Designergarten kann Tebartz-van Elst abends wandeln und sein Brevier lesen.
(Spon 19.08.12)
 

Samstag, 18. August 2012

Teurer Tango





Es war einmal eine reiche Witwe, die drei Leidenschaften hatte.

1.)
Mehr Geld
2.)
Merkel
3.)
Mathias

Geld bringt ihr insbesondere Mathias‘ Freund Kai ein.


 Mathias, 49, ist seit 2000 Chef in der Firma der reichen Witwe und setzte 2001 Kai, 48, auf die größte Gelddruckmaschine der Witwe.

Als Papier benutzen sie Fäkalien und als Druckerschwärze fungiert die pure Bösartigkeit in Kais Hirn.

Kai läßt schreiben was er denkt und das ist weder gut noch wahr noch schön.

Griechenland, das sich durch Milliarden-Importe deutscher Waffen ruinierte, warf er ein „Ihr GRIECHT NIX von uns!“ hinterher.

Kai hielt bis zum Schluß zum Maximallügner Karl-Theodor, bevor dieser zum Fettwerden nach Amerika verschwand. 

Karl-Theodors Onkel, Karl-Ludwig arbeitet schließlich auch für Kai.

Außerdem teilen sich Kai und Karl-Theodor dasselbe Gesicht, dieselbe Gelmarke und dieselbe Frisur. 



Im Sommer 2001 wollte Charlotte Roche heiraten. 
Auf dem Weg zu ihrer Hochzeit verunglückte ihre Familie. Ihre drei Brüder starben, ihre Mutter überlebte schwerverletzt. 
Das mochte Kai und setzte sofort seine Schergen auf Frau Roche an, um ein Interview mit ihr zu erzwingen. Verweigere sie dies, würde man sich an ihr rächen.
Keine leere Versprechung. Kai weiß sich durchzusetzen und nachzutreten. 

Davon kann wiederum Christian ein Lied singen, der einst Kai wütend auf den AB sprach und schließlich nicht nur sein Amt, sondern vor Allem seine ganze Würde verlor.

Roche traf eines Tages Mathias im Flugzeug und sagte ihm, sie hielte ihn für einen schlechten Menschen, da er den Tod ihrer drei Brüder finanziell ausnutzen ließ.

Aber um die reiche Witwe reicher zu machen, nickt Mathias jedes noch so perverse Manöver Kais ab.

Bild brachte ferner im Zusammenhang mit der Veröffentlichung ihres Buches „Feuchtgebiete“ Schlagzeilen zum Thema wie „Was treibt Sie zu Schamlos-Charlotte?“ oder „Reich dank Sex-Buch – So ekelt Charlotte Roche ihr Konto voll“. Dabei wurde von Bild unter anderem eine Literaturkritik verfälscht wiedergegeben, wodurch aus einer positiven Kritik von Roger Willemsen eine negative Aussage wurde. Nachdem 2001 bereits gegen ihren Willen über ihre Familie berichtet worden war, beging Bild im Juni 2008 ihr gegenüber eine weitere Persönlichkeitsrechtsverletzung. Unter Missachtung des Verbots einer (schon 2003 geplanten) Veröffentlichung wurde ein Foto von ihr und ihrem Ehepartner in einem Artikel abgedruckt.
(Wiki)

Kai ist Katholik und Trauzeuge des dicken alten Helmuts.

Unsere reiche Witwe freut sich zu ihrem 70. Geburtstag ihres Lebens. 
Ihre gute alte Freundin Angela, die von „deutscher Leitkultur“ und ihrer Verpflichtung gegenüber des „Christlichen Menschenbildes“ spricht, kam selbstverständlich persönlich vorbei um zu gratulieren.


Die reiche Witwe strahlt, wenn sie an Mathias denkt. 

Er bringt ihr Kai und all die schönen Millionen und sieht außerdem auch noch genauso aus, wie ihr verstorbener Mann.

Mathias ist ein Gentleman - ihr gegenüber. 
(Frau Roche gegenüber nicht. Aber Frau Roche ist auch keine Milliardärin und sie mag vermutlich auch nicht Angela.)

Zum Geburtstag beschenkte Mathias seine reiche Gönnerin formvollendet.

Am Mittwoch hatte der Vorstandschef Mathias Döpfner, 49, seiner tanzbegeisterten Verlegerin zum Siebzigsten ein ganz besonderes Geschenk gemacht, einen Gutschein für einen Tango-Kurs. 'I"m your partner', rief er Friede Springer vor 200 Gratulanten, darunter Kanzlerin Angela Merkel, zu - der Frau, mit der er einst auf einer Auslandsreise nach Sewastopol einen Tango versuchen wollte, was aber nicht klappte. 'Mit dem nie wieder', hatte die Arbeitgeberin da gescherzt.

So viel Großzügigkeit verlangt ein Gegengeschenk, dachte sich die reiche Witwe.
Als Freundin von Zahlen mit vielen Nullen ließ sie sich nicht lumpen und übergab ihrem Angestellten des Monats, dem Vorstandsvorsitzenden der Herzen 1.978.800 Springer-Aktien. 
Der Aktienpaket einen Wert von rund 74 Millionen Euro.

 74 Millionen zum Siebzigsten!
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.

Da wünscht ihr Mathias sicher noch ein langes Leben und viele weitere runde Geburtstage!

Bereits im Juni 2006 hatte er von der reichen Witwe mehr als 660000 Aktien bekommen und hält nun 3,26 % an ihrem Konzern.
Mit dem neuerlichen 74-Millionen-Geschenk dürfte er nach den über 100 Millionen Euro, die Wendelin Wiedeking bei Porsche jährlich verdiente, der bestbezahlte Angestellte Deutschlands sein.

Während Wendelin heute vorm Kadi steht, ist Mathias Welt rosig.

Viele im und außerhalb des größten europäischen Zeitungshauses haben das enge Verhältnis zur Mehrheitsaktionärin Springer, der stellvertretenden Aufsichtsratschefin, über die Jahre aufmerksam verfolgt. Wie sie von Berlin-Dahlem nach Potsdam zog, in die Nähe des Döpfnerschen Hauses, wie sie sich auf Sylt mit seiner Familie zeigte und Patentante eines seiner Söhne wurde. Über seinen Start als Springer-Chef erinnert sich Döpfner, dass viele Leute 'halt diesen Unsinn geredet haben, der hat da irgendwie der Friede Springer schöne Augen gemacht, und deswegen hat er jetzt diesen Job'. Heute hätten sie 'ein sehr freundschaftliches Verhältnis, aber damals waren wir weit davon entfernt'.


PS:

Da hatte sich noch so ein eigenartiger Knirps zwischen Mathias, die Witwe und Angie gedrängelt.


Aber trotz langwieriger Recherche gelang es mir nicht das Kind zu identifizieren.

Freitag, 17. August 2012

Mitt, the twit - Teil III



Was macht ein reicher Mann, der an das Leben auf dem Planeten Kolob und viele andere bizarre Mormonen-Märchen glaubt  und darüber glatt seine Verortung auf der Erde vergessen hat?

Nun, wenn er zufälligerweise US-Präsident werden möchte, holt er sich am besten einen Vize-Präsidentschaftskandidaten, den man zumindest irgendwo auf der Erde einordnen kann - auch wenn es in der rechtesten Ecke überhaupt ist.

Und seine Wahl fiel auf Paul Ryan, einen 42-jährigen Jungstar vom rechten, extrem fiskal-konservativen Flügel der Republikaner: In Europa weitgehend unbekannt, in Kreisen der Tea-Party ein Darling, in der demokratischen Partei ein Gottseibeiuns. […] Mit Ryan an der Seite Romneys wird die Polarisierung weiter fortschreiten: Er steht für eine Minimal-Variante von Staat, während Präsident Obama – siehe Gesundheitsreform – für die Ausweitung sozialer Sicherungssysteme steht. Der Autor radikaler Reform- und Einsparvorschläge zur Lösung des US-Defizitproblems ist der große Hoffnungsträger einer Partei, die sich von Romneys eher sprödem Charme bisher nicht so recht einfangen ließ. Obama und den Demokraten erscheint er hingegen als Abbruchunternehmer des Sozialstaats und Lobbyist der Superreichen.

Romney kann es nur Recht sein, denn ohne Zweifel ist er „superreich.“

Er kann es sich leisten jährlich zwei Millionen Dollar für die Kirche des Kolob-Gottes zu spenden. Eine Kirche der reichen, weißen Männer mit morbider Phantasie.
Frühe Führungsperson sowie Gründungsmitglied des Kollegium der Zwölf Apostel war ein gewisser Parley P. Pratt, der Ur-Ur-Großvater Mitt Romneys.

Kolob is a star or planet described in Mormon scripture. Reference to Kolob is found in the Book of Abraham, a work published by Latter Day Saint (LDS) prophet Joseph Smith, Jr. According to this work, Kolob is the heavenly body nearest to the throne or residence of God. While the Book of Abraham refers to Kolob as a “star”,  it also refers to planets as stars, and therefore, some LDS commentators consider Kolob to be a planet. Other Latter Day Saints (commonly referred to as Mormons) consider Kolob to be a Christian metaphor.

Kolob, der nach Ansicht der Mormonen erdnächste Planet ist der Ort, wo Gott seine Zelte aufgeschlagen hat. 
Und eines Tages wird Romney vermutlich auch dorthin übersiedeln, denn reiche Mormonen können durchaus selbst mal Götter werden, wenn sie gestorben sind. Wenn sie weiß sind. Wenn sie hetero sind.

[Der] Oberchef [der Mormonen] heißt Thomas S. Monson. Er führt das religiöse „Old-White-Boys-Netzwerk“ an, das für Frauen keine Leitungsaufgaben vorsieht, in dem es keine Schwulen und Lesben geben darf, weil gleichgeschlechtliche Liebe in den Augen der Mormonen eine Sünde ist, und in dem Schwarze erst seit 1978 Priester werden können. Und das darüber wacht, dass die geheimen Tempelrituale nicht an die Öffentlichkeit dringen. Das die Mitglieder auffordert, ihre verstorbenen Ahnen posthum taufen zu lassen: das Totenreich als riesiges Missionsgebiet! […] Mitt Romney soll allein im vergangenen Jahr etwa zwei Millionen Dollar aufs Konto der Mormonen überwiesen haben. Die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ gehört zu den reichsten Religionsgemeinschaften in den USA. Auf 30 Milliarden Dollar wird ihr Vermögen geschätzt.

Eine famose Religion, der Mitt Romney von 1981 bis 1986 als mormonischer Bischof in Belmont bei Boston diente. Religion mag zwar Privatsache sein, wie der Groß-GOPer immer wieder betont. Aber da er jahrelang als Bischof seiner Religion tätig war, kann man in seinem Fall getrost davon ausgehen, daß ihm die Angelegenheit sehr wichtig ist. Daß er den Mormonismus richtig ernst nimmt.




Es ist natürlich harmlos und keineswegs verwerflich daran zu glauben, daß der allmächtige Schöpfer des Universums auf dem Nachbarplanten Kolob in seinem goldenen Thron chillt und der Dinge harrt, die da kommen mögen.

Es stört mich auch nicht, daß Romney die legendäre „magic mormon underwear“ trägt, die ihm vor der Masturbation bewahrt.



Andere Mormonen-Überzeugungen sind weniger freundlich.

The Mormon church has a long history of institutionalized racism.
    Its scriptures teach that dark skin is a curse and white skin is delightsome.
    It denied blacks the priesthood.
    Its authorities opposed abolishing slavery.
    Its authorities opposed the Civil Rights Movement.
    Its authorities opposed interracial marriages.

Polygamy
Joseph Smith, founder of Mormonism, was the first Mormon prophet to practice polygamy.
    He took as many as 48 wives.
    Many were teenagers, as young as 13 years old.
    Many were already married to other men and continued in polyandry: having more than one husband.
    He married pairs of sisters, and even took a mother and her daughter for wives.
The first seven Mormon prophets had at least 135 wives.
Mormon prophet      Number of wives
Joseph Smith           48
Brigham Young        55
John Taylor    7
Wilford Woodruff     5
Lorenzo Snow          11
Joseph F. Smith       6
Heber J. Grant         3

Bei solch wunderbaren Propheten, die polygam rumhurend Schwarze und Schwule verdammten, fehlt Romney logischerweise ein soziales Gewissen. 
So erkor er den Milliardärs-Pamperer Ryan zu seinem Herold.

Das ist weit mehr als eine Personalentscheidung. Romney hat damit eine klare öffentliche Botschaft zu seinem politischen Programm abgegeben. Eine Botschaft, die radikaler kaum sein könnte.
Ryan gehört zu den extremsten Verfechtern von freier Marktwirtschaft und Sozialabbau, die Washington zu bieten hat. Der 42-Jährige hatte schon 2010 mit seinem Vorschlag provoziert, den staatlichen Gesundheitsdienst Medicare von einem beitrags- und umlagefinanzierten System in ein privates System umzuwandeln. Medicare stellt eine Basis-Krankenversicherung für Amerikaner ab 65.
Die Teebeutler um Palin, Bachmann und andere geistige Knallfrösche sind entzückt. 
Ryan nimmt den Bedürftigen alles weg und schaufelt das Geld zu den Milliardären. 

Darüber hinaus ist er auch bei allen anderen neuralgischen Punkten auf Teebeutel-Linie: Er hasst Schwule, liebt Waffen und fordert ein kategorisches Abtreibungsverbot - ausdrücklich auch, wenn die Schwangerschaft durch Vergewaltigung entstand oder das Leben der Schwangeren in höchster Gefahr ist.

Kann man mit so einer Hardcore-Agenda in Amerika Wahlen gewinnen?

Wird eine Majorität dem Multimillionär folgen, der selbst zwischen 11% und 13 % Steuern bezahlt und fordert sein Steuersatz müsse dringend gesenkt werden - während der Durchschnitts-Ami 30% Steuern zahlt?

Möglich ist es, denn der Romney mag zwar von Kolob stammen, aber er ist weiß und kein kommunistisch-faschistischer Muslim-Atheist, der in Kenia geboren wurde und sich die Präsidentschaft mit einer gefälschten Geburtsurkunde erschlichen hat.


Allerdings kann sich Romney, der offensichtlich Amerika so hasst, daß er seine Millionen vorzugsweise in der Schweiz oder auf den Caymans für sich arbeiten läßt, wieder einmal nicht von Fettnäpfen zurückhalten.

Seine eigene Steuererklärung wollte er aus gutem Grunde besser nicht veröffentlichen. 
Wer war eigentlich der Depp, der mit der Unsitte anfing von Spitzenpolitikern die Offenlegung ihrer Einkommensverhältnisse zu fordern?
Ach ja, das war George W. Romney, von 1963 bis 1969 Gouverneur von Michigan und Vater eines gewissen Mitts. Er wollte 1968 Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden und begann die traditionelle Offenlegung der Steuererklärung. Er veröffentlichte detailliert sein Einkommen seit 1955!
Obamas Steuererklärungen sind seit 2003 öffentlich.

 Mitt findet es scheiße und kurz nachdem seine Ehefrau (und glühende Mormonen-Konvertitin) Ann erklärte man werde keinesfalls weitere finanzielle Details veröffentlichen, öffnete ihr fettnaphophiler Gatte doch die Büchse der Pandora.

Am Ende einer Woche, die von - mehrheitlich positiven - Schlagzeilen über die Nominierung seines Vizepräsidentschafts-Kandidaten Paul Ryan geprägt war, sagte der Republikaner bei einem Wahlkampf-Auftritt in South Carolina: "In den vergangenen zehn Jahren habe ich jeweils mindestens 13 Prozent Einkommensteuer gezahlt." Er finde das Interesse an seinen Steuern "ziemlich kleingeistig". […] Für die Demokraten war Romneys Statement gewissermaßen ein Elfmeter ohne Torwart: "Beweisen Sie es, Gouverneur Romney", forderte Obamas Sprecher Ben LaBolt. Der Republikaner solle seine Steuererklärungen veröffentlichen, wenn er nichts zu verbergen habe. […] Steuerrechtler wie Ed Kleinbard gehen davon aus, dass der von Romney genannte Wert von 13 Prozent geschönt ist. Sie verweisen auf eine Unschärfe in seinem Statement: "13 Prozent wovon? Das hat Romney nicht gesagt", sagte der Professor der University of Southern California der Washington Post. Womöglich habe der Republikaner der Rechnung nur sein zu versteuerndes Einkommen zugrunde gelegt. Das sei ein "absurder Wert", kritisiert Kleinbard, weil Romney auf diese Weise beachtliche Teile seines Gesamtverdienstes ausgeklammert habe.  […] Anders als die meisten Amerikaner lebt Romney nicht von seinem Einkommen, sondern von Kapitalerträgen. Also etwa den Zinsen, die sein Vermögen einbringt. Und den Gewinnen, die seine Investments abwerfen. Kapitalerträge werden in Amerika niedrig besteuert. Anders sieht die Lage der Amerikaner aus, die von ihrem Einkommen leben. […]  Der Republikaner lebt von einem System, das Spitzenverdiener begünstigt.  […] Sollte Romney Präsident werden, will er die Reichen noch stärker entlasten.[…]  Das überparteiliche Tax Policy Center kam in einer Analyse zu dem Schluss, Romneys Vorschlag würde deutliche Steuersenkungen für die höchsten Einkommen bedeuten - "und deutliche Steuererhöhungen für allen anderen".
(Michael König 17.08.12)

Donnerstag, 16. August 2012

Da gibt es keine zwei Meinungen




Das politische Berlin wird immer bizarrer.

Zwei Männer, die beide einst als politische Schwergewichte galten, führen einen gar seltsamen Tanz auf.
Der eine bekleidet inzwischen das Amt des anderen und schrumpfte trotz Amt und Würden in Rekordzeit zum Fliegengewicht, dessen Wort ungefähr so relevant ist wie der in China umfallende Reissack.
Der andere hat gar kein Amt und wird nun von dem mit Amt angefleht ihm Gewicht zu verleihen.
Alles klar?
Das hatte sich Guido Westerwelle sich ja schön ausgedacht:
Da seine eigene Partei und insbesondere sein Nachfolger als Parteichef fröhlich-destruktiv alles tun, um die Eurokrise eskalieren zu lassen, jammert der alte FDP-Mann nun bei seinem Intimfeind Joschka Fischer um Hilfe.
Der derzeitige Außenminister versucht es erst gar nicht selbst etwas zur EU-Politik zu sagen. 
Die Vorstellung, daß die Bundeswitzfigur im Außenamt wenigstens seine eigenen Parteifreunde zur Raison bringen könnte, ist schon absurd genug.
 Aber wie weit muß ein ehemaliger Spitzenpolitiker, der als Inkarnation der Eitelkeit gilt, eigentlich gesunken sein, um bei seinen roten (Steinmeier) und grünen (Fischer) Amtsvorgängern angekrochen zu kommen?
Alle amtierenden und ehemaligen deutschen Außenminister (außer Scheel, der zu gerontig ist), sollten sich zu einem Fototermin für die Kampagne "Ich will Europa" treffen. 
Für Westerwelle, der seinem sicheren Amts-Aus entgegensteuert, wäre es im beginnenden Bundestagswahlkampf eine schöne PR-Aktion gewesen. 
Denn Fischer erregt Aufmerksamkeit; man hört ihm zu, ja bezahlt ihn sogar für seine Ansichten, die er regelmäßig als „Außenansicht“ auf Seite 2 der Süddeutschen Zeitung zum Besten gibt. Der große Grüne als Westerwelles Wahlhelfer?

Fischer sagte am Donnerstagnachmittag überraschend seine Teilnahme an der gemeinsamen Aktion ab. Er habe "mit allergrößter Verwunderung" Berichte gelesen, die zeigten, dass die "ursprünglich begrüßenswerte Initiative von Stiftungen vom Ministerbüro des Auswärtigen Amtes gekapert" worden sei, sagte Fischer. Das, was er jetzt lese, habe mit der Veranstaltung, für die er zugesagt habe, "nichts mehr zu tun". Er sei deshalb "draußen aus dieser Initiative". Ursprünglich sei es "um eine Kampagne für Europa gegangen, jetzt soll es eine Kampagne für Westerwelle werden - dafür mangelt es mir an Glaubwürdigkeit".
Was war passiert? Am Donnerstagmorgen hatte die Welt ausführlich über ein von Westerwelle in Auftrag gegebenes Strategiepapier "Europa-Kommunikation 2012" berichtet. Im Rahmen dieser Strategie plane das Auswärtige Amt jetzt einen gemeinsamen Auftritt aller Außenminister, stand da. Von den eigentlichen Veranstaltern war in dem Bericht kein Wort zu lesen.
Für Fischer ist klar, dass Westerwelles Ministerium hinter dieser Darstellung steckt. Der Liberale habe sich die Lorbeeren für die schöne Veranstaltung einfach selbst aufgesetzt, er habe sich im Glanz seiner Vorgänger sonnen wollen.


 Schwarz-Gelb ergeht sich nur noch im heiße Luft ablassen; als Laientruppe, die lediglich noch versucht ein bißchen Eigen-PR zu generieren, während sich die Presse in Sarkasmus flüchtet und Merkels Loser-Verein als „verfassungsfeindliche Organisation“ suchen lässt.


Diese Regierung regiert gar nicht - zu dem Schluß kommen gleichzeitig CDU’ler, Linke und die CDU-Claqueure der Springerpresse:

 1.) 
  Der Chef der 28.000-Mitglieder starken CDU-Mittelstandsvereinigung Schlarmann.

Härter kann Kritik an der eigenen Partei vermutlich nicht ausfallen. "In der CDU herrscht ein zentralistisches System, der Partei wird der Kurs von Angela Merkel aufoktroyiert", sagt Bundesvorstand Josef Schlarmann der Süddeutschen Zeitung. Wer nicht mitgehe, werde "aussortiert". Deshalb sei es "im System Merkel für etwaige Nachfolger unmöglich, nach oben zu kommen". In der CDU gehe "es zu wie am Zarenhof, auch Merkel hat ihre Strelitzen". […] Die Strelitzen Merkels seien vor allem drei Männer, sagt Schlarmann: "Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hat die Aufgabe, die Ministerien auf Linie zu bringen. Volker Kauder muss die Fraktion auf Kurs halten. Und Generalsekretär Hermann Gröhe hat den Regierungskurs in der CDU durchzusetzen."  Dadurch lasse Merkel "die Partei inhaltlich und personell leerlaufen", sagt Schlarmann. Die Kanzlerin habe "keinen festen Kurs, sondern fährt nur auf Sicht". Das gelte nicht nur für den Kurs bei der Eurorettung und der Energiewende. Ziele würden "je nach Praktikabilität ausgetauscht". In der Wirtschaftspolitik gebe es deshalb "eine Erosion all dessen, für das die CDU einmal stand". Und in der Sozialpolitik habe "sich vormundschaftliches Denken durchgesetzt, dieses paternalistische Denken kann man besonders gut bei Ursula von der Leyen sehen".

2.)
Bund vor Scherbenhaufen eigener Untätigkeit.   "Bisher haben der Bund und seine Vertreter im Aufsichtsrat die Geschäftsführung schalten und walten lassen. Jetzt steht er vor dem Scherbenhaufen der eigenen Untätigkeit und unzureichenden Kontrolle", so Herbert Behrens, Verkehrspolitiker der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf das Flughafendebakel und die heutige Sitzung des Aufsichtsrates.

"Die deutschen Sicherheitsbehörden sind offenkundig nicht in der Lage, mit ganzer Kraft gegen Nazis vorzugehen. Lokale Behördenvertreter, die Nazigewalt als angeblich unpolitische Jugendstreiche verharmlosen, tun damit weder ihren Gemeinden noch deren Einwohnern einen Gefallen. Der Fisch stinkt aber vom Kopf her: Auch die Bundesregierung liefert beim Kampf gegen Rechts ein schlechtes Vorbild. Mit der 'Extremismusklausel' hat sie antifaschistischen Initiativen ein pauschales Misstrauensvotum ausgesprochen, das sie unter Generalverdacht stellt. Bei der Zählung neofaschistischer Gewalttaten führt sie die Riege der Verharmloser und Abwiegler an, indem sie immer noch rund 100 von Nazis und Rassisten verursachte Todesfälle als 'unpolitisch' einstuft. Die Bundesregierung versagte in der Vergangenheit, und sie versagt in der Gegenwart beim Kampf gegen Nazis - und diesem Versagen schließen sich allzu viele Länder und Kommunen an.

"Wie es scheint, möchte Annette Schavan unangenehme Debatten vermeiden. Nach heftiger öffentlicher Kritik an den neuen Studiengängen soll die lange geplante Bologna-Konferenz plötzlich ausfallen. Das ist nicht hinnehmbar", erklärt Nicole Gohlke, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, nachdem heute bekannt wurde, dass Bundesbildungsministerin Annette Schavan die für den 9. Oktober geplante Bologna-Konferenz abgesagt hat.

Viel Getöse um nichts: Schwarz-Gelb legt Rentenpaket auf Eis. „Die schwarz-gelbe Regierung wird als Totalversagerin in die Geschichtsbücher zur Rentenpolitik eingehen“, so Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die laut Rheinischer Post abgebrochenen Kabinettsverhandlungen zur Rentenreform.

"Es ist allerhöchste Eisenbahn, dass die verantwortlichen Ministerinnen Schröder, von der Leyen und Schavan sowie Minister Bahr endlich klarstellen, was sie unternehmen wollen, um dem Fachkräftemangel in der Pflege endlich konsequent zu begegnen. Die Pflegeinrichtungen schlagen schon seit geraumer Zeit Alarm", so Kathrin Senger-Schäfer, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die Ankündigung der Bundesregierung, nun doch wieder befristet das dritte Umschulungsjahr in der Alten- oder Krankenpflege über die Bundesagentur für Arbeit (BA) finanzieren zu wollen.

Usw, usf.

3.) 
Springer sieht es genauso.

Schwarz-Gelb regiert nicht mehr.
Gäbe es eine Rating-Agentur für Politik, wäre das Urteil über die schwarz-gelbe Koalition zwangsläufig: Ramschniveau! CDU/CSU und FDP haben in dreijähriger Regierungszeit ihre Bonität verspielt. Nach wie vor sind sie nicht in der Lage, gemeinsame Vorhaben auszudiskutieren und umzusetzen, aktuelle Beispiele: das Betreuungsgeld oder die Gleichbehandlung von Homo-Paaren. Viele Minister stümpern vor sich hin, wie zuletzt Innenminister Hans-Peter Friedrich bei der Auswechslung eines Polizeichefs. Ja, nicht mal ein Wahlgesetz bekommt diese Koalition hin, das der Überprüfung durch das Verfassungsgericht standhält.
In früheren Jahrzehnten hätten Opposition und Medien daraus ein krachendes Sommertheater gemacht. Das Ende der Koalition wäre tägliches Spekulationsthema gewesen, und vor allem wären Zweifel am Können und an der Autorität des jeweiligen Regierungschefs geschürt worden.
Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird im Sommer 2012 mit der Unfähigkeit von Regierung und Koalition nicht mehr in Verbindung gebracht. Die Wähler geben ihr persönlich in den Umfragen immer bessere Noten.


Tja. Sind sich alle einig?


 Nur die Wähler mit ihrer über 76%-Zustimmung zu Merkel begreifen nichts.