Dem armen Karl Lauterbach platzte in der heutigen
Bundestagssitzung vor Fassungslosigkeit fast der Kopf.
Aus heiterem Himmel eintretende Katastrophen, wie Meteoriteneinschläge
oder Tsunamis sind schon schwer erträglich für das Publikum, aber sehenden
Auges und selbstverschuldet trotz der Warnungen Tausender Kassandras, in ein
Desaster zu stolpern, eskaliert die Unerträglichkeit.
So war es beim Golf-Krieg von 2003, so wird es bei der
Klimakatastrophe und so ist es jetzt bei der Corona-Pandemie.
Kurioserweise werden alte, weiße, christliche, konservative
Männer wie Wolfgang Schäuble, der bei so ziemlich jeder wichtigen politischen
Weichenstellung katastrophal falsch* lag, heute als besonders weise, integer
und kompetent angesehen.
*
-Schäuble setzte zusammen mit
Krause beim Einigungsvertrag das desaströse „Rückgabe vor Entschädigung“-Prinzip
durch.
-Schäuble glaubte, Kohls
schwarzen Spendensumpf weiterführen zu können, indem er das Parlament über
einen Koffer mit 100.000 DM belog.
-Schäuble wetterte gegen Christos
Reichstagsverhüllung, behauptete, damit werde die Demokratie beschädigt.
-Schäuble stritt ausdrücklich für
den Irakwaffengang von 2003, wollte daran deutsche Soldaten beteiligen.
-Schäuble wollte als
Innenminister 2007 Internierungslager für „Gefährder“ schaffen und den „finalen
Rettungsschuss“ einführen.
-Schäuble spaltete als
Finanzminister mit seine katastrophalen Austeritätspolitik ganz Europa.
-Schäuble war der entscheidende
Faktor, der Armin Laschet zum CDU/CSU-Kanzlerkandidaten machte.
-Schäuble empfahl in seiner
Abschiedsrede als Bundestagspräsident, den Parlamentariern in der Corona-Krise
weniger auf die Wissenschaft zu hören.
Die Doofheit ist groß in der politischen Führung und so tapsen
wir nun schnurgerade in eine gewaltige vierte Pandemiewelle, die genauso und
genau dann eintritt, wie sie prophezeit worden war.
Die Genfer Top-Virologin Isabella Eckerle, Mitglied der
Europäischen Covid-19-Expertengruppe der WHO, stellt lakonisch fest:
[…..] SPIEGEL: Frau Eckerle, die Corona-Fallzahlen in
Deutschland steigen dramatisch, in einigen Regionen sind die Intensivstationen
schon wieder kurz vor der Überfüllung, die Berliner Charité kündigte bereits
an, Operationen abzusagen, die nicht dringend nötig seien. Überrascht Sie diese
Entwicklung?
Eckerle: Die Dynamik des Virus überrascht mich überhaupt nicht. Überraschend
finde ich nur, dass es uns jetzt zum vierten Mal so unvorbereitet trifft. Die
vierte Welle kam wirklich mit Ansage. Viele Experten haben sich seit Monaten
den Mund fusselig geredet und genau vor der Entwicklung gewarnt, die jetzt
eintritt.
SPIEGEL: Wie ernst ist die Situation?
Eckerle: Sehr ernst. Man hat viel zu lange zugeschaut, wie sich die Welle an
Infektionen aufgebaut hat. Es zeigt sich jetzt, wie unklug es war, die
Sieben-Tage-Inzidenz als Frühwarnsignal durch die Hospitalisierungsrate zu
ersetzen. Jetzt, da die hohen Fallzahlen anfangen, sich in den Kliniken und auf
den Intensivstationen widerzuspiegeln, bleibt nicht mehr viel Zeit zum Handeln.
Und was man wohl auch nicht bedacht hat: Das Alter der Coronapatienten auf den
Intensivstationen ist deutlich gesunken. Die Jüngeren belegen die Betten aber
viel länger als die Älteren, teilweise wochen- oder sogar monatelang, bevor sie
genesen oder leider doch sterben. Zusammen mit dem Mangel an Pflegepersonal
verschärft das die Situation auf den Intensivstationen dramatisch. [….]
(SPON, 11.11.2021)
Die durch das politische Totalversagen in Deutschland zusätzlich mindestens 100.000 Toten, sind offenbar
kein ausreichender Ansporn für Lindner oder den immer noch gegen eine Impfpflicht
streitenden Jens Spahn, Maßnahmen zu ergreifen, um Menschenleben zu retten.
[…..] SPIEGEL: Wie oft haben Sie sich schon dafür
verflucht, dass Sie von Anfang an eine Impfpflicht ausgeschlossen haben?
Spahn: Noch nie. Wollen Sie im Ernst über eine allgemeine Impfpflicht reden?
Ich habe das Bild schon vor Augen, wie wir Sahra Wagenknecht dann mit der
Landespolizei zum Impfen schleppen. Das ist absurd, eine allgemeine Impfpflicht
wäre nicht durchzusetzen. Das würde unser Land zerreißen. […..]
Weil das absurd ist, nimmt Spahn lieber weitere 100.000 Tote
in Kauf. Das ist viel weniger absurd?
Wirklich absurd ist nur eins: Daß in derselben Pandemie mit
den gleichen Viren viele andere Europäische Länder, die Infektionszahlen in den
Griff bekommen und sich nur die südosteuropäischen und deutschsprachigen Länder
beharrlich weigern, Corona sinnvoll zu bekämpfen.
[…..] Impfen in Europa: Deutsch und dumm
In Frankreich, Spanien, Italien fragen sie sich derzeit, was mit den
angeblich so rationalen Deutschen passiert ist. Grund: Die deutschsprachigen
Länder haben die niedrigsten Impfquoten in Westeuropa. Selbst in mehrsprachigen
Staaten wie Belgien, Italien oder der Schweiz sind die Deutsch-Sprecher
deutlich seltener geimpft. Nur im alten Ostblock sieht es noch schlechter aus,
dort gilt bereits die Triage, von der wir jetzt hier auch wieder sprechen. Wie kann das sein im angeblichen Land der Denker? Sind wir dümmer als
gedacht? [….]
Es gibt also Möglichkeiten die Pandemie einzudämmen und es
gibt mehr als genug Wissende und Kundige, die täglich laut vernehmbar erklären,
wie genau das umzusetzen ist.
Es gibt sogar nach einer dpa-Umfrage deutliche Mehrheiten in
der Bevölkerung für solche Eindämmungsmaßnahmen.
[….] Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) gaben an, mindestens
eine Corona*-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu befürworten. 44 Prozent
davon sprachen sich sogar dafür aus, alle Menschen zur Immunisierung gegen das
Coronavirus zu verpflichten. Nur 27 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen
gaben an, dass sie generell gegen eine Impfpflicht sind. [….]
Was kann man noch tun, wenn weder der einhellige und
eindringliche Expertenrat, noch die positiven Beispiele aus anderen
europäischen Ländern, noch der Wille der Bevölkerung, Einsicht bei Bundes- und
Landesregierungen bewirken?
Nun können wir nur noch auf das Sterben selbst setzen.
Um zu begreifen, in welch katastrophaler Lage wir sind,
müssen vermutlich alle Promi-Covidioten, nicht nur ernsthaft erkranken, sondern
unter den Social-Media-Augen all ihrer aluhütigen Follower qualvoll sterben.
Von Lafontaine und Wagenkecht, über den Wendler, Nena,
Naidoo, Hildmann, über Jan Josef Liefers, Til Schweiger bis zu David Berger und
den 23 AfD-Seuchenfreunden im Bundestag, sollte der Sensemann keinen auslassen –
es geschieht zum Besten der Nation.
In ein paar Stunden geht der rheinische Karneval los. Das
Kölner Dreigestirn fällt allerdings aus, weil der Karnevalsprinz Corona hat.
Sich eng zusammenrotten, saufen, einhaken und Rudelbumsen
findet aber dennoch statt.
[….]Trotz
stark gestiegener Corona-Inzidenzen soll am Donnerstag um 11.11 Uhr die neue
Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet werden. Dabei gilt in den
Hochburgen Köln und Düsseldorf die 2G-Regel: In den abgesperrten Feier-Zonen
draußen haben nur Geimpfte und Genesene Zugang. […]
Der Blick auf Impfquoten und Inzidenzen in Europa zeigt wie
sehr es auf entschlossenes Regierungshandeln ankommt. Deutschland liegt heute mit 39.676 Neuinfektionen an der
Spitze Europas. In keinem anderen Land infizieren sich mehr Menschen mit dem
Sars-CoV2. 236 Menschen starben in Deutschland innerhalb der letzten 24 Stunden
an Covid19.
Spanien, Irland und Belgien hatten keinen einzigen
Corona-Todesfall im selben Zeitraum. In Dänemark starben 2, in Norwegen 3, in
Schweden und Portugal je 8 Einwohner.
Spanien, Frankreich, Italien und Portugal haben die pandemische
Lage dank konsequenter Impfpolitik derzeit im Griff.
Aus den vier Schwurbel-Bundesländern, die an einer Kombination
aus AfD-Affinität, Unfähigkeit der Landesregierungen (Aiwanger!) und realitätsnegierenden
Esoterikern leiden, gibt es heute wieder grausame Inzidenz-Zahlen: Sachsen 460,
Thüringen 455, Bayern 396 und Baden-Württemberg 297.
Ministerpräsident Söder, einst polternder Vorturner der
Corona-MPKs („Team Vorsicht“) ist die Lage komplett entglitten; er musste heute
den landesweiten Katastrophenfallausrufen,
weil die bayerischen Intensivstation mit intubierten Seuchenfreunden
vollgestopft sind.
[….] Neuer Impf-Wirbel um Aiwanger: Eigene Partei zweifelt - „Kann Amt kaum
ausüben“ [….] Droht Bayerns
Vize-Ministerpräsidenten das politische Abseits? Angesichts der aktuellen
Corona-Situation hält Parteifreund Fabian Mehring das – sollte Hubert Aiwanger
weiterhin auf eine Corona-Impfung verzichten – für möglich. [….] Aiwanger ist der einzige Minister im
bayerischen Kabinett, der sich bisher nicht für eine Corona-Impfung entschieden
hat. [….] Im Falle einer landesweiten
2G-Regel wäre Aiwanger diese Möglichkeit aber verwehrt, da dann auch Getestete
den Zugangsbeschränkungen bei öffentlichen Veranstaltungen unterliegen. In der
Praxis dürfte Aiwanger dieses Prinzip bereits in der kommenden Woche zu spüren
bekommen: Beim Presseempfang seiner eigenen Landtagsfraktion gilt dann bereits
die 2G-Regel - somit hat Aiwanger hier keinen Zugang. [….]
Aber nicht nur der ungeimpfte Aluthut Aiwanger auf dem Stuhl
des stellvertretenden Ministerpräsidenten ist ein Armutszeugnis Bayerns.
Sagenhaftes lässt auch der bajuwarische Gesundheitsminister
verlautbaren.
[….] Was kommt dabei heraus, wenn Regierungen die Wissenschaft lieber
ignorieren und nur noch auf Stimmungen achten? Man sieht's bei der Pandemie,
aber nicht nur dort. [….] Nun hat die
wohl künftige Regierung in Sachen Corona erstmals konkrete Entscheidungen
präsentiert - und damit sogleich das Vertrauen in ihre Zukunftsfähigkeit
erschüttert. Denn nach ihrem Willen soll die Corona-Politik künftig nicht mehr
aus der Feststellung einer "epidemischen Notlage nationaler
Tragweite" erwachsen. [….] Flankiert wurde dieser Vorschlag noch von der
Behauptung, mit Beginn des Frühlings könnten alle Corona-Maßnahmen fallen. Es ist erschütternd, dieses Potpourri an Fehleinschätzungen zu hören. [….]
Die Vorschläge der Ampel-Koalition scheinen
mehr auf Wunschdenken zu fußen denn auf vorausschauender Analyse von Fakten.
[….] Zuletzt behauptete der bayerische
Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), dass die derzeitige Dynamik der
Pandemie "wirklich nicht vorhersehbar" gewesen sei. Dabei prophezeien
Wissenschaftler seit Monaten, dass die Impfquote nicht reicht, um einen
schweren Winter zu verhindern. Und wie schon die große Koalition und die zur
Kakophonie neigenden Landesregierungen beginnt nun auch die Ampel als
Panikorchester: Ihr Spiel korrigiert sie erst dann, wenn die neueste Welle schon
die Notenblätter wegschwemmt. [….]
Was für ein gewaltiges politisches Versagen nach mehr als
anderthalb Jahren Pandemie! Jeder kann sich leicht informieren. Die bekannten
Virologen sind allesamt Stars der sozialen Medien und Talkshows geworden,
werden jeden Tag in den großen Zeitungen zitiert – mit dem Hinweis, daß all
ihre Prognosen sich später als zutreffend erwiesen.
Aber FDP-Ampelmann Marco Buschmann und der zuständige
Gesundheitsminister eines Hochinzidenzlandes im Katastrophenmodus erklären dem
staunenden Publikum im November 2021 immer noch Trumpisch, sie wären überrascht
von der Entwicklung und die Pandemie werde auf wundersame Weise von ganz allein
bald verschwunden sein.
Nein, Corona löst sich nicht in Luft auf, weil wir alle
irgendwie keine Lust mehr haben uns an Regeln zu halten, Masken höchstens als
Kinnwärmer tragen und bei 2G-Veranstaltungen die Kontrollen auf Zuruf – „Geimpft?
– Ju!“ – erfolgen, statt Impfnachweis in Kombination mit dem Personalausweis zu
kontrollieren.
Wir brauchen selbstverständlich eine Impfpflicht, wir
brauchen bundesweit 2G und wir brauchen selbstverständlich eine Totallockdown
für alle Ungeimpften.
Stattdessen versündigen sich Merkel und Spahn durch
Untätigkeit an Deutschland. Leider sind auch viele Landesregierung- insbesondere die der Freistaaten und BWs –
nicht fähig, exekutiv einzuspringen.
Und so Leid es mir tut; Olaf Scholz ist amtierender
Vizekanzler. Ich nehme auch an, daß er über Merkels und Spahns Telefonnummer
verfügt. Er muss dringend initiativ werden. Ein gewaltiges Problem
ist natürlich die unverantwortlich handelnde FDP, die, siehe Buschmann,
hanebüchenen Unsinn von sich gibt, oder, noch schlimmer, generell die Tyrannei der Impf-Feinde mit „Freiheits“-Parolenverteidigt.
Durch diese allgemeine politische Doofheit Deutschlands
kreieren wir uns gerade 100.000 weitere Tote.
[….] Drosten warnt vor 100.000 weiteren Coronatoten in Deutschland. Noch immer gibt es zu viele Ungeimpfte in Deutschland. Ohne härtere
Coronamaßnahmen drohen nach Ansicht des Virologen Christian Drosten viele
Opfer. Tests allein könnten die vierte Welle nicht brechen, nur neue
Kontaktbeschränkungen. [….]
Aber 100.000 Tote scheinen nicht als irgendwie störend empfunden
zu werden von der Spezies Homo Demes Teutonis.
Lieber Karneval feiern. Und die Masken sind auch so lästig.
In Bayern sowieso.
[….] Man nehme den Landkreis Miesbach. Schliersee, Tegernsee, Almen, Hütten.
Tagelang lag die Corona-Inzidenz dort über 700, die höchste bundesweit. Nun
liegt sie schon bei 875, übertroffen nur noch von den Landkreisen Rottal-Inn,
Traunstein, Dingolfing-Landau. [….] Die
Situation sei außer Kontrolle, heißt es im Landratsamt. Die Infektionsketten
können nicht mehr nachverfolgt werden, [….] Was hat zu dieser Situation geführt? [….] Womöglich ist der gewichtigste Faktor: Sorglosigkeit - zu einem
beträchtlichen Teil mitgebracht aus einem Sommer, in dem vieles möglich war.
Hochzeiten durften stattfinden, doch in manchen Fällen endete das für die
Feiernden samt Brautpaar in Quarantäne. Und was man in Vereinen oder
Feuerwehren weiß, aber nie einer Behörde melden würde: Es gab häufig größere,
private Stadelfeste. Diese wurden auch von Infizierten besucht, die Folgen
waren fatal: reihenweise junge, teils schwer Erkrankte. [….]
Wie die Kinder heute an elektronische Medien herangeführt
werden, kann und will ich mir nicht vorstellen.
Durch die Gnade der frühen Geburt, gab es in meiner Vor- und
Grundschulzeit weder Computer, noch Internet noch Videogames.
Die Eltern hörten Schallplatten, Radio hatten wir nicht, es
gab einen Fernseher, der allerdings fast ausschließlich Erwachsenen-Programme
zeigte. Die Anziehungskraft auf uns Kleine war also beschränkt, aber natürlich
sah ich die ganz wenigen expliziten „Kindersendungen“, die unterhaltsam waren
und gleichzeitig einen pädagogischen Ansatz verfolgten. Man lernte sehr viel.
Ich mochte die amerikanische „Sesame Street“ mit Bob,
Gordon, Mr. Hooper und Big Bird und Oscar in der Mülltonne.
Die Show wurde 1969 entwickelt und so war ich die erste „Sesamstraßen-Generation“.
Im deutschen TV gab es ab 1973 synchronisierte Versionen, die täglich liefen.
Das war revolutionär; bis dahin gab es Kindersendungen nur wöchentlich,
vorzugsweise sonntags.
Eine wichtige bis heute geltende Weisheit begriff ich Anfang
1978, als es erstmals eine „deutsche Sesamstraße“ gab. Die spießigen Deutschen
wollten nämlich nicht mehr den häßlichen Oscar in der Mülltonne akzeptieren und
dann auch noch die undeutsch-dunkle Hautfarbe von Gordon!
So kamen Samson, Tiffy, Herr von Bödefeld, Finchen und Simson
in die Kinderzimmer. Ich lernte ‚deutsche Adaptionen amerikanischen Fernsehens
sind großer Mist‘. Was für grausige Viecher das waren.
Die deutschen Figuren mochte ich von Anfang an nicht;
allerdings wuchs ich da auch schon aus der Altersgruppe raus, konnte selbst
lesen, so daß sich mir eine gewaltige neue Welt der Bücher erschloss.
In den USA leben Big Bird „Bibo“ und Oscar allerdings bis
heute.
Die Sendung erfüllt immer noch einen Bildungsauftrag und da
Big Bird natürlich inzwischen auch einen
Twitter-Account hat, kann er sich auch außerhalb der
Sendezeiten an die Kinder wenden.
Da in den USA mit der Unterstützung Joe Bidens Kinder ab
fünf Jahren zur Corona-Impfung aufgerufen werden, ließ sich auch Big Bird
impfen.
[….] I
got the COVID-19 vaccine today! My wing is feeling a little sore, but it'll
give my body an extra protective boost that keeps me and others healthy.
Ms. @EricaRHill even
said I’ve been getting vaccines since I was a little bird. I had no idea! [….]
Damit war die Büchse der Pandora geöffnet, denn die oberste
Maxime der US-Republikaner lautet bekanntlich, daß jede Ansicht eines
Demokraten bis auf’s Blut bekämpft werden muss.
[…..] Nun herrscht gerade ein bisschen Aufregung bei den US-Republikanern, da
der große gelbe Vogel auf Twitter verkündet hat, er habe sich gegen Covid-19
impfen lassen. Eine klare Empfehlung der Sesamstraßen-Macher für die derzeit
zur Impfung aufgerufenen Fünf- bis Elfjährigen im Land. Unterstützt von
US-Präsident Joe Biden, der Big Bird auf Twitter bereits für seinen Einsatz
lobte. Da dauerte es freilich nicht lange, bis der republikanische Senator Ted
Cruz aus Texas auf Twitter von "Regierungspropaganda" sprach und die
konservative Medienschaffende Lisa Boothe von Fox News die Aktion als
"Gehirnwäsche" geißelte. Auch Steve Cortes, ehemaliger Berater von
Donald Trump, nannte die Aktion "böse".[….]
Aus den unrühmlichen Erfahrungen der Weimarer Republik, in
der dauernd Regierungen stürzten und von dem ebenso senilen wie mächtigen
Reichspräsidenten Hindenburg ersetzt wurden, lernten die Verfassungsväter. Der deutsche Bundespräsident wird nicht mehr vom Volk
gewählt und nimmt eine wesentlich schwächere Rolle ein. Er kann eben nicht,
nach seinem Gutdünken Regierungen ein- und absetzen. Einen amtierenden Bundeskanzler wird man außerdem nur durch
ein konstruktives Misstrauensvotum los. Es muss also
gleichzeitig die Kanzlermehrheit für einen anderen Kandidaten zustande kommen.
Das ist sehr viel schwieriger als eine Mehrheit zu verlieren.
Mit der konstituierenden Sitzung des 20. Bundestags am 26.10.2021wählten die Abgeordneten eine neue Präsidentin, ein neues Präsidium und
Bundespräsident Steinmeier überreichte der Kanzlerin und den Ministern ihre
Entlassungsurkunden. Sie bleiben aber laut Verfassung geschäftsführend im Amt.
Das kann theoretisch bis zur nächsten Bundestagswahl so bleiben, wenn keine
Koalition zustande kommt, die eine Kanzlermehrheit erreicht.
Ja, eine Ampel ist hochwahrscheinlich und mutmaßlich wird im
Dezember der nächste Bundeskanzler Scholz gewählt.
Sicher ist das aber nicht. Vielleicht verkrachen sich SPD und
Grüne noch so sehr, daß Armin Laschet Jamaika-Kanzler wird, weil die Grünen in
der Konstellation viel weniger Gewicht hätten. Oder Lindner und Habeck stellen
so unüberwindbare Gegensätze fest, daß Mützenich oder Klingbeil entnervt eine
neue Groko mit der Brinkhaus-CDU bilden.
Olaf Scholz ist nicht nur ein intimer Kenner der Berliner
Verfassungsorgane, sondern auch selbst Jurist. Daher hält er sich auffallend und ausdrücklich zurück. Die Journalisten würden über ihn herfallen, wenn er sich
lange bevor ein Koalitionsvertrag in Sicht ist und noch in den Sternen steht,
ob eine Kanzlermehrheit zu Stande kommt, schon als Regierungschef aufspielte.
Es gibt für ihn auch keinen Anlass initiativ zu werden, denn
wir haben eine amtierende, vollfunktionstüchtige Bundesregierung, deren
Minister und Kanzlerin alle einen Eid geschworen haben, ihre ganze Kraft
einzusetzen.
Soweit die Theorie.
In der Praxis ist es aber leider so, daß Merkel, Seehofer
und Spahn schon in den Rentnermodus übergegangen sind. Die Kanzlerin lässt sich
auf einer großen Abschiedstournee durch die Welt feiern, kümmert sich einen
feuchten Kehricht um die Pandemie. Seehofer sitzt schon lange wieder in seinem
Ingolstädter Psychokeller und setzt kleine Merkel-Voodoo-Figuren auf seine
Spielzeugbahn. Der irrste von allen ist aber Jens Spahn, der seinen Ministerjob
ganz vergessen hat, sich auf den CDU-Parteivorsitz konzentriert und um gute
Stimmung zu verbreiten die „epidemiologische Lage“ zum 25.11.2021 auslaufen lässt.
In seiner bizarren Selbstwahrnehmung ist er der Superminister, der Corona
besiegt hat.Kann man sich nicht
ausdenken. Spahns Schlamperei, seine Weigerung über Impfpflicht auch
nur nachzudenken und die völlige Tatenlosigkeit bei Impf-Werbekampagnen, haben
dazu geführt, daß die pandemische Lage schlimmer ist als jemals zuvor.
Die konservativen Freistaaten mit ihren enormen
Covidioten-Quoten rasen auf 500er Inzidenzen zu.
08.11.2021
Immerhin wissen wir jetzt einiges sicher: Die panische Angst
vornehmlich konservativer Minister vor den Eso-Seuchenfreunden ihrer
Bundesländer, die sie gern wie AfD-Wähler nur mit Samthandschuhen anfassen und
ihnen versichern, sie ernst zu nehmen, war extrem kontraproduktiv.
Immer wieder die Impfpflicht auszuschließen, nahm nicht etwa
den Druck von den „Impfmuffeln“, um mit ihnen im Gespräch zu bleiben, sondern
führte nur zu einer katastrophal niedrigen Impfquote mit vollen
Intensivstationen und immer neuen Seuchenausbrüchen in Pflegeheimen.
Es gibt keinen konsensorientierten kommunikativen Weg, um
mit Antisemiten umzugehen. Man baut Homohassern keine Gesprächsbrücken. Man
zeigt kein Verständnis für Rassisten. Man diskutiert nicht mit
Evolutionsleugnern oder Flacherdlern, als ob sie bloß einer anderen Theorie
anhingen.
Ebenso verhält es sich mit Impfverweigerern, Frau Will! Man
lädt nicht Sahra Sarrazin in eine Sonntagabend-Talkshow, um sie dort ihre
bekannten Coronaschwurbeleien ausbreiten zu lassen.
Gestern Abend, eine Woche nach der Wagenknecht-Katastrophebei der
beschaulichen Anne Will, platzierte Weltärztepräsident Montgomery einen
Trigger-Satz, der so viel Eruptionen der der Covidioten auslöste, daß ich
morgens von den Protuberanzen aufgerüttelt wurde, obwohl ich die Sendung gar
nicht gesehen hatte.
[…..] Der Vorstandsvorsitzendes des Weltärztebundes, Montgomery, hat die
Politik davor gewarnt, neue Lockdowns oder eine Impfpflicht pauschal
auszuschließen. Solche „apodiktischen Nie-Aussagen“ seien einfach falsch, sagte er im
ARD-Fernsehen. Die Situation könne sich jederzeit ändern. Zudem beklagte
Montgomery, man erlebe derzeit eine – Zitat – „Tyrannei der Ungeimpften“ über
eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Bevölkerung. In Ländern wie Portugal seien 97
Prozent der Über-Zwölfjährigen geimpft. Dort gebe es keine einschränkenden
Maßnahmen mehr, weil man sie nicht mehr brauche. […..]
Die schlimmsten Verschwörungstheoretiker und Hass-Prediger
rasteten erwartungsgemäß aus. Ausgerechnet der PP-Urinduscher warf Montgomery vor,
Hass zu predigen und Verschwörungstheorien zu verbreiten.
Immerhin drei gute Argumente konnte Berger gegen Montgomery
vorbringen: Er wäre nur Radiologe (und kein medizinischer Experte wie Theologe
Berger), er spreche im gebührenfinanzierten TV und außerdem habe er
Übergewicht!
Ätsch, entlarvt!
[….] Dass mit der sich anbahnende Corona-Diktatur gerade das Gegenteil immer
mehr zum Problem wird, scheint auf dem engschränkten Röntgenbild des Herrn
Doktor nicht erkennbar. [….] In der
ARD-Talksendung „Anne Will“ warnte der gelernte Röntgenbildmacher vor einer
bereits bestehenden „Tyrannei der Ungeimpften“ unter der die geimpfte
Zweidrittelmehrheit der Bevölkerung leide. [….] Mit seinen Aussagen hat Montgomery einen ganz wesentlichen Beitrag für
ein weiteres Eskalieren der gegenwärtigen bürgerkriegsvorbereitenden Spaltung
der deutschen Gesellschaft geleistet. Bereits jetzt versammeln sich in den
sozialen Netzwerken fanatische Hasskommentatoren, die angestachelt von
Montgomerys Aussagen, brachiale Maßnahmen (bis hin zu Gefängnisstrafen und zur
Vergasung [„Ungeimpfte ins Gas“]) von Ungeimpften fordern. [….] Wenn der sichtbar übergewichtige Vizevorsitzende des Weltärztebundes,
Frank Ulrich Montgomery, einem topfitten Profisportler Kimmich öffentlich eine
Impfung aufzwingen will, weißt du, daß du, verflixtnocheins, das
Zwangsgebühren-Anstaltsfernsehen eingeschaltet hast. […]
(Philosophia Perennis, 08.11.2021)
Dieses pawlowsche Hetzen der stolzen Ungeimpften zeigt
mustergültig, wie aussichtlos Überzeugungsarbeit und Argumentationen mit diesen
Fanatikerin sind.Wir brauchen sofort
bundesweit 2G bei allen Veranstaltungen, einen totalen Lockdown für Ungeimpfte
und Impfpflicht für alle Menschen, die beruflich in Kontakt mit anderen kommen.
[….] Tschentscher: Pandemie nicht aus Sicht der Ungeimpften beurteilen. Auf die Frage, ob zwei 2G-Modelle letztlich nicht eine Art Lockdown für
Ungeimpfte bedeuteten, sagte der SPD-Politiker: „Wir können diese Pandemie
nicht immer aus der Sicht der Ungeimpften beurteilen.“ Die große Zahl der schon
geimpften Personen habe schließlich auch Rechte. In vielen Bundesländern gebe
es bisher eine zu niedrige Impfquote – „und dort eskaliert jetzt auch die
Situation.“ [….]
(MoPo, 08.11.2021)
Ungeheuerlich, nach einer Kaskade von Sterbewellen in
Pflegeheimen, in denen immer noch ungeimpfte Pfleger die vulnerabelsten
Menschen anstecken, werden diese potentiellen Mörder von ihrer obersten
Vertreterin verteidigt!
[…..] Interessanter ist da die Frage nach den Tyrannen, den Ungeimpften etwa
in der Pflege – deren Duldung etwa in Altenheimen immer wieder
Pflegebedürftigen das Leben kostet. Christine Vogler tut, was sie als
Präsidentin des Deutschen Pflegerates tun muss, und würde die Beschäftigten
gern »aus dem Fadenkreuz nehmen«.[…..] Eine
Impfpflicht für diese Berufsgruppe allein lehnt sie ab. Es gebe »1,2 Millionen
Pflegende in diesem Land«, die sich ihrer Verantwortung für die Patienten
absolut im Klaren seien. Als Bürgerinnen und Bürger hätte sie aber die gleichen
Rechte und Verpflichtungen wie alle anderen auch. Alena Buyx, Professorin für Medizinethik, widerspricht und befürwortet
durchaus »eine Impfpflicht dort, wo eine besondere, auch berufliche
Verantwortung besteht«. Ihr sekundiert Montgomery, bei allem Respekt vor der
Position Voglers: »Aber der alte Mensch muss doch sicher sein, dass ich nicht
eine Bedrohung für ihn bin«. [….]
Die Zeit des Laschetschen Beschwichtigens und Spahnschen
Abwartens ist vorbei.
[…..]Im Herbst und Winter werden sich nach
Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
(KBV), Andreas Gassen, so gut wie alle Nicht-Geimpften mit Corona infizieren.
»Wir werden erleben, dass sich in den nächsten Monaten aller Voraussicht nach
jeder, der nicht geimpft wird, infizieren wird«, sagte Gassen am Sonntagabend
dem Sender Bild TV.Andere Maßnahmen als
Impfen böten vor dem Coronavirus keinen Schutz. »Es ist eine trügerische
Sicherheit, wenn die Leute meinen, weil sie nicht zum Karneval gehen oder noch
in der U-Bahn eine Maske tragen, sind sie davor geschützt, sich mit Corona zu
infizieren«, sagte Gassen. [….]
(SPON, 11.08.2021)
Wir werden tatsächlich von den Ungeimpften tyrannisiert. Sie
sind aber insbesondere auch eine Zumutung für die Pfleger und Ärzte auf den
Intensivstationen.
Auf Olaf Scholz kommen enorme Probleme zu, denn neben
allerlei Schwurblern, Esoterikern, Nazis, Aluhüten und Konservativen, ist es
vor allem sein mutmaßlicher Koalitionspartner FDP, der durch strikte Ablehnung
der Impfpflicht die Todesraten nach oben jagen will.
[…..] Mit der Verteidigung der Freiheit lässt sich so viel begründen: ein
Nein zum Tempolimit oder zu Steuererhöhungen oder eben zu einer Impfpflicht.
Tatsächlich aber ist diese Haltung nur einfältig - und in einer Pandemie
gefährlich. […..] Das führende Personal der FDP baut seine Lieblingssätze derzeit gerne
so: "Mit uns wird es kein/keine ... geben." Wobei die Leerstelle dann
wahlweise mit "Steuererhöhung", "Aufweichung der
Schuldenbremse", "Tempolimit" oder "Impfpflicht"
gefüllt wird. Das klingt im Ergebnis herrlich entschieden, wie in Stein
gemeißelt statt nur in Mikrofone gesprochen. […..] Das Problem ist nur, dass sie den Freiheitsgedanken, aus dem die
Liberalen stets ihre Haltung und ihre politischen Forderungen ableiten, an der
ein oder anderen Stelle doch arg verkürzen. Beispiel Tempolimit. Das Rasen auf
der Autobahn - auf Kosten der Umwelt und der anderen Autofahrer - als eine Art
Hochamt der bürgerlichen Freiheit zu verklären, ist eine Beleidigung der
Intelligenz all jener, die Freiheit tatsächlich für ein hohes Gut halten. Noch dramatischer wird ein allzu simpler Freiheitsbegriff beim Thema
Impfpflicht. […..] Nun ist es aber
so, dass zum Liberalismus neben der Freiheit auch die Verantwortung gehört.
Zudem wird die Freiheit des Individuums begrenzt durch die Freiheit all der
anderen Individuen. In einer Pandemie, in der die Ansteckung nur einen
Hustenanfall des Sitznachbarn im Bus entfernt ist, sind diese anderen nun
einmal verdammt nah an jeden Einzelnen herangerückt. Der Radius, innerhalb
dessen man tun und lassen kann, was man will, ist enger geworden. Das sollte
auch die FDP anerkennen. […..]
Die FDP ist de facto nicht regierungsfähig, aber was soll
man machen, wenn der Souverän Rote und Grüne dazu zwingt, sie
Industrielobbyvertreter ins Kabinett zu nehmen?
Vielleicht ist es wenigstens möglich, sie aus dem
Gesundheitsministerium fernzuhalten und nicht mehr wie das paralysierte Kaninchen
vor der Schlange zu kuschen, wenn die Covidioten loszetern.
[…..] Die Angst der Politik vor den Schwurblern
Deutschland steht am Beginn der möglicherweise schlimmsten Corona-Welle
der Pandemie. Experten haben das lange vorausgesagt. Und trotzdem ist in der
Politik fast nichts passiert. Im Gegenteil: Jens Spahn hat noch vor wenigen
Tagen den Eindruck erweckt, als sei Corona vorbei. Vermutlich, um im Kampf um
den CDU-Vorsitz seine Bilanz ins rechte Licht zu rücken. Inzwischen hat er sich
dafür entschuldigt. Davon haben Corona-Opfer oder das Personal auf den
Intensivstationen aber herzlich wenig. Natürlich erschwert der
Regierungswechsel die Situation zusätzlich. Trotzdem ist es atemberaubend, wie
wenig vorausschauend die Gesundheitspolitiker gehandelt haben. Man kann den
Eindruck gewinnen, als hätten sich Spahn & Co. so passiv verhalten, um
Schwurbler nicht weiter gegen sich aufzubringen. Deshalb wird noch nicht mal
über eine Impfpflicht diskutiert, die eine Mehrheit inzwischen befürwortet. Die
Politik hat sich in Geiselhaft einer lauten Minderheit begeben. Das ist
politische Feigheit und eine Dummheit noch dazu. […..]
(Christian Burmeister, MoPo,
06.11.2021)
Bei dem Totalversagen, das Merkel, Spahn und die
Bundesländer gerade vorexerzieren, muss sich Olaf Scholz vermutlich über die
Verfassung hinwegsetzen und als vager Zukünftiger Pflöcke einschlagen.
Es pressiert gewaltig.
[….] Der Abgeordnete Olaf Scholz, geschäftsführender Vizekanzler und wohl
bald Bundeskanzler, verfügt ganz gewiss über ausreichend Legitimität, sich zum
Verhältnis von Respekt gegenüber Menschen und Rücksichtnahme auf
Koalitionspartner zu äußern, im Parlament oder wo auch immer. Gerne wird von
Scholz der Spruch zitiert, wer Führung verlange, bekomme sie auch. Also: einmal
Führung, bitte. Und zwar am Stück, nicht in Scheiben. [….]
Wir kannten das Phänomen in Deutschland schon vor 60 Jahren.
Die Wirtschaft wollte brummen, aber es fehlte überall an dem
Schmiermittel billiger menschlicher Arbeitskraft. CDU-Superstar Ludwig Erhard (*1897 †1977), damals
Wirtschaftsminister, Vizekanzler und „Vater des deutschen Wirtschaftswunders“
wußte aber was zu tun ist. Als guter Christ hörte er auf die Wünsche der
Unternehmer und besorgte ihren Arbeitssklaven, die man nicht wie echte Menschen
behandeln musste. Millionen Gastarbeiter, die keine sozialen Ansprüche
stellten, nie krank waren, ohne Gejammer über Arbeitsschutz klaglos jede Drecksarbeit
ausführten, wenig kosteten und nach getaner Arbeit mit einem Fußtritt in den
Hintern wieder in Südeuropa verschwanden.
Nachdem es schon Anwerbeabkommen mit Italien, Spanien und
Griechenland gegeben hatte und die deutsche Wirtschaftsmaschine immer noch Hunger
nach belastbaren Billigarbeitern hatte, schloß Erhard 1961 das Anwerbeabkommen mit der Türkei.
[….] 60 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen
Es war eine leise, pragmatische Vereinbarung – mit ungeahnten und bis
heute prägenden Folgen für die deutsche Gesellschaft: In einem zweiseitigen
Dokument, deutlich kürzer als jeder Arbeitsvertrag, regelte das Auswärtige Amt
in Bonn mit der türkischen Botschaft am 30. Oktober 1961 die Entsendung von
Arbeitskräften aus der Türkei nach Deutschland. [….] Auf der Basis dieses Abkommens bewarben sich zwischen 1961 und 1973
mehr als zweieinhalb Millionen Menschen aus der Türkei um eine Arbeitserlaubnis
in Deutschland; jeder Vierte wurde genommen. Die Arbeiterinnen und Arbeiter aus
der Türkei sollten ein, zwei Jahre in Deutschland bleiben. Später wurde die
Aufenthaltsdauer verlängert: Als die deutschen Fabriken feststellten, dass sie
es sich nicht leisten konnten, ständig neue Kräfte anzulernen. [….] Es waren Frauen, Männer, Kurden,
Tscherkessen, Lasen, Griechen, Armenier, Christen, Juden, Sunniten, Aleviten,
Kommunisten, Junge und Alte, meist ungebildet, einige erwähnten bei der Prüfung
in der Istanbuler Verbindungsstelle gegenüber den deutschen Beamten lieber
nicht, dass sie eine Ausbildung in der Tasche hatten. Das war nicht gewünscht.
Gesund und kräftig sollten sie sein. Das wurde in medizinischen Untersuchungen
geprüft. [….]
Integration, Bildung, soziale Fürsorge war für die „Gastarbeiter“
nicht vorgesehen. Den christlichen Regierenden in Bonn war gar nicht aufgefallen,
daß es sich bei den Millionen Türken um Menschen handelte, deren Würde zu
achten war.
In den 1970ern wandelte sich das Bild. Es gab große
internationale Krisen, Ölknappheit und weniger Jobs als Arbeitskräfte.
Nun galt es die „Gastarbeiter“ wieder loszuwerden. Bis ins
21.Jahrhundert versicherten konservative deutsche Politiker wider jede Evidenz,
Deutschland sei kein Einwanderungsland.
Der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland, zuvor 40 Jahre
Mitglied der CDU, phantasierte 2018 davon, Aydan Özoğuz, die Vizepräsidentin
des Deutschen Bundestages aus Hamburg „in Anatolien zu entsorgen“.
Wer zwischen 1960 und 2000 geboren wurde, assoziiert mit dem
Begriff „Arbeitsmarktpolitik“ den ewigen Kampf gegen die
Massenarbeitslosigkeit. Mit dem Umbau des Sozialsystems, Bildungsangeboten, mit
Druck und Lockmitteln, mit Strafen und vielen statistischen Tricks galt es für
jeden Arbeitsminister irgendwie die verdammte Arbeitslosenzahl zu drücken.
Eine hohe Arbeitslosenquote hat allerdings mehrere
Gesichter. Da sind die schweren psychosozialen Folgen für die betroffenen
Familien, die enormen Kosten für den Steuerzahler und die paradiesischen
Verhältnisse für die Arbeitgeber, die sich ihre Mitarbeiter aussuchen können,
niedrige Gehälter zahlen und jeden Job mit Zumutungen belasten können. Menschen,
die sich „ersetzbar“ fühlen und in ständiger Angst vor dem Jobverlust leben, mucken
nicht auf, melden sich nicht leichtfertig krank und machen einen Bogen um
Gewerkschaften.
Die deutsche Gesellschaft gewöhnte sich an eine hohe „Sockelarbeitslosigkeit“,
ein Millionenheer der „Unvermittelbaren“. Zu alt, zu wenig Erfahrung, zu
schlecht gebildet, zu unflexibel. Die Politik beschränkte sich darauf dieses „Menschenmaterial“
irgendwie loszuwerden. Es gab Rückreiseprämien, Grenzen wurden geschlossen, über
50 Jährige wurden aus der Statistik geschrieben, Menschen mit Mikro-Renten
verfrüht in den Ruhestand geschickt.
Arbeitgeber, die viele Jobs an ungelernte Kräfte vergeben –
Lidl, Schlecker, Amazon, Kaufland, Leiharbeitsfirmen, DHL, GLS, Lieferdienste –
konnten ihre Angestellten nach Herzenslust drangsalieren, auspressen und
überwachen.
Als Schlecker, auch wegen der bekannt katastrophalen Arbeitsbedingungen
der Mitarbeiter, 2012 pleiteging und über 11.000 „Schleckerfrauen“ arbeitslos
wurden, profilierte sich die FDP in der Merkel-Regierung mit einem kategorischen
Nein gegen jede finanzielle Hilfe.
[….] Rösler sieht in der Schlecker-Entscheidung auch einen Beleg für die
wirtschaftspolitische Prinzipientreue seiner Partei. Es sei nicht Aufgabe des
Staates, für Transfergesellschaften zu sorgen, betonte Rösler. Er habe
"ordnungspolitisch darauf hingewiesen", dass es "viel schneller
und viel einfacher" für die Beschäftigten von Schlecker gewesen wäre, auf
die Bundesagentur für Arbeit zurückzugreifen. Sie habe die Instrumente, die
Möglichkeiten und das Fachwissen. Die Arbeitsmarktsituation im Einzelhandel sei
sehr gut. "Jetzt gilt es für die Beschäftigten - mehr als 10.000
vornehmlich Frauen, einzelne Mütter und ältere Frauen - schnellstmöglich eine Anschlussverwendung selber zu finden",
riet der FDP-Chef. [….]
Dieses zutiefst menschenverachtende Denken ist immer noch im
FDP-Selbstverständnis verwurzelt. Ein Konzern, der Tausende, am besten Zehntausende Mitarbeiter
feuert, wird an der Börse dafür gefeiert, die Personalkosten zu reduzieren. Die Lufthansa-Technik, Tochter des mit neun
Corona-Steuermilliarden gepäppelten Lufthansa-Konzerns, setzt über fünf
Milliarden Euro um und glänzt als die Konzernsparte, die durch KnowHow und
Weltmarktführerschaft schwarze Zahlen schreibt.
Konzernchef Spohr, der sich selbst das Gehalt gern mal um
eine Million Euro aufstockt, prahlt im November 2021 damit 1000 Mitarbeiter
losgeworden zu sein.
[….] Lufthansa Technik baut weiter Stellen ab [….]
Die Führung der Lufthansa kann aufatmen [….] „Die Krise ist nicht vorbei, aber wir machen enorme Fortschritte,
gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, sagte Spohr. Ein Teil des Erfolges geht
auch auf das Konto des Hamburger Tochterunternehmens Lufthansa Technik, wie das
„Hamburger Abendblatt“ berichtet. Statt einem Minus von mehr als 200 Millionen
Euro wie 2020 hat der Experte für Reparatur und Wartung von Flugzeugen in
diesem Jahr bisher 163 Millionen Euro verdient. [….] „Wir haben vieles richtig gemacht, auch mit der Härte der
Restrukturierung“, sagte Firmensprecher Jens Krüger dem „Abendblatt“. Und meint
den Abbau von Arbeitsplätzen: Lufthansa Technik kündigte zu Beginn der Krise
Leiharbeitern und rund 300 Mitarbeitern in der Probezeit. Etwa 1000 Angestellte
gingen deutschlandweit in Altersteilzeit oder gingen freiwillig. [….]
Der politische Blick ist so sehr darauf konzentriert, den
Millionenblock der Arbeitslosen als Manövriermasse ohne eigene Würde zu
betrachten, daß der Zeitenwandel gar nicht bemerkt wurde.
Seit gut zehn Jahren wissen wir, daß
Schavan-Wanka-Karliczek-Deutschland leider keine Bildungspolitik kann. Daher
sind die deutschen Schulabgänger bedauerlicherweise etwas verblödet. Und MINT-Fächer können sie
schon mal gar nicht. Aber statt das System zu ändern, versuchte man sich mit „Computer-Indern“
zu behelfen. Asiaten können Ingenieurs- und IT-Berufe eben besser, so das
schlichte Denken in der Bildungspolitik. Also muss man wohl zähneknirschend ein
paar von ihnen reinlassen. Aber immer nur drei Monate. Und natürlich ohne ihre
Familien. Und nur wenn auch wirklich garantiert ist, daß es bundesweit keinen
einzigen Deutschen gibt, der den Job auch machen könnte. Deutschland hat sich in dieser Hinsicht seit 1960 nicht
weiterentwickelt und wähnt sich immer noch als das gelobte Land, in das sich jeder
Facharbeiter zu jeder Bedingung gern verschicken ließe.
Dennoch, der Begriff „Facharbeitermangel“ ist schon seit Jahren
ein politischer Begriff. Handwerker finden keine Mitarbeiter mehr, sagen
reihenweise Aufträge ab. Offensichtlich ist der finanzielle Druck aber noch nicht
groß genug, um gegenzusteuern. Denn immer weniger Handwerksbetriebe geben sich
die Mühe junge Leute auszubilden. Erst Recht nicht, wenn diese womöglich mit
Sprachbarrieren hadern. Nein, die jungen guten motivierten Mitarbeiter sollten
schon möglichst vom Himmel fallen.
Jedes Kind kann inzwischen davon singen welche enormen
Probleme der Personalmangel im Gesundheitssystem macht. Krankenschwestern, Altenpfleger sind absolute Mangelware.
Auch hier agieren die Arbeitgeber noch im letzten
Jahrhundert. In großen Teilen NRWs, BWs und Bayerns raten die Bildungsinformationszentren
jungen Migranten, bitte NICHT Altenpflege zu lernen, da sämtliche Krankenhäuser
und Altenheime sich in kirchlicher Trägerschaft befinden und wir leisten uns
nach wie vor ein kirchliches Sonderarbeitsrecht, welches Muslime, Atheisten,
Juden oder Hindus keine Jobs gibt. Wir halten immer noch an dem Irrglauben fest, die freie
Auswahl zu haben, daß Migranten kaum jemals eine Arbeitserlaubnis bekommen und
ausländische Abschlüsse kaum jemals anerkannt werden.
Immer wieder vollkommen unglaublich, aber wahr: Trotz des
seit Jahren bekannten eklatanten Arbeitskräftemangels im Gesundheitssektor,
bilden die meisten Krankenhäuser nicht aus.
(….)
[…..] Trotz Fachkräftemangels in der
Krankenpflege bildete zuletzt gerade einmal jede zweite Klinik in Deutschland
entsprechende Fachkräfte aus. Das geht aus der Antwort des
Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag
hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach
beteiligten sich im Jahr 2017 insgesamt 965 von bundesweit 1942 Krankenhäusern
an der Ausbildung von Krankenpflege-Fachkräften. Das entspricht einem Anteil
von 49,7 Prozent. Laut Gesundheitsministerium gab es 2017 in den Krankenhäusern
insgesamt 80.285 entsprechende Ausbildungsplätze. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit aus dem Mai ist in fast allen
Bundesländern ein Fachkräftemangel in der Krankenpflege zu verzeichnen.
[….]
Ich sehe hier zwei
Hauptschuldige. Einerseits die schwarzen und
grünschwarzen Politiker, die diese Gesundheitsprivatisierungen überhaupt
zugelassen haben.
Andererseits natürlich auch die
CDU-Gesundheitsminister Gröhe und Spahn, die offenbar nie auf die Idee gekommen
sind im Sinne der aus den 1970er Jahren bekannten „Ausbildungsplatzabgabe“ die
privaten Krankenhausbetreiber zu bestrafen, wenn sie sich derartig an der
Zukunft versündigen, daß sie gar nicht mehr ausbilden. Das Bundesinstitut für
Berufsbildung BIBB reagierte schon 2004 zu Schröder-Zeiten höchst allergisch auf „Ausbildungsplatzabgaben“. (….)
Die Personalnot dringt in immer mehr Branchen. Jeder, der schon mal auf einer Eigentümerversammlung war,
weiß das.
Es ist schon fast ein Ritual, daß es mindestens eine
Beschwerde über Treppenhausreinigung, Gartenpflege oder Hausmeister-Tätigkeiten
gibt.
Bezahlen möchte man die Leute nicht, findet sie generell
viel zu teuer, glaubt aber, wenn man acht Stunden im Monat bezahlt, sollte in
einem Zehnstöckigen Haus täglich jede Fliesenfuge im Flur mit der Zahnbürste
gereinigt werden. Die Hausverwaltungen können sich dabei inzwischen bequem zurücklehnen.
Man kann Gärtner oder Hausmeister sowieso nicht feuern, weil man keine Neuen
findet. Der Markt ist leergefegt.
Als ich 2018 mit gebrochenem Flunk mehrere Wochen
außerstande war meine Wohnung selbst sauber zu halten, konnte ich auf eine
Putzfrau zurückgreifen, die ich über drei Ecken privat kenne und die daher ausnahmsweise
bereit war, mir alle paar Tage zu helfen. Sie nimmt 25 Euro die Stunde und kann
sich in Hamburg die Arbeitgeber aussuchen. Weniger als vier Stunden macht sie
nicht. Für unter 100 Euro steht sie nicht auf. Ich habe gern gezahlt, weil ich mich freue, daß die Zeiten
vorbei sind, in denen man „die Putze“ als Halbsklavin herumkommandierte und mit
einem Trinkgeld abfinden konnte.
Wer zu den Millionen Pflegebedürftigen gehört, die noch zu
Hause leben und neben den auf Minutenbasis abgerechneten Hetz-Leistungen der
ambulanten Pflegedienste eine Pflegekraft anstellen möchte, die Stundenweise in
Haus kommt und sich dabei auch noch arbeitsrechtlich völlig legal verhalten
möchte, kann das tun.
Von eben auf jetzt klappt das nicht. Aber mit Warteliste
bekommt man mit Glück einen zugewandten Pfleger von JWO Hamburg Care, die
natürlich auch händeringend
Mitarbeiter suchen. Eine großartige Firma, da nicht eine
bestimmte Arbeitsleistung gebucht wird, die dann in größter Eile erledigt
werden muss, sondern die Zeit des Pflegers.
Auch die vermeidlichen „McJobs“ als Erntehelfer sind
längst nicht mehr so leicht mit einem Heer williger billiger Polen zu
bestücken.
Sie kennen inzwischen ihren Wert für die Bauern, wissen,
daß deutsche Arbeitslose viel zu schwächlich und ungeschickt sind, um als
Alternative in Frage zu kommen.
Der schwachsinnige Wahn konservativer Minister wie Horst
Seehofer, der sich mit jeder Abschiebung brüstet oder des DDR-Gewächses
Ministerpräsident Michael Kretschmer, der den Bau von Mauern fordert, führt zusammen
mit dem Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben und
Corona zu einem inzwischen so eklatanten Arbeitskräftemangel in Deutschland,
daß die Wirtschaftsleistung darunter leidet.
Und zu etwas, das die Gewerkschaften in dem letzten
halben Jahrhundert nicht vermochten: Chefs lernen die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter
schätzen, nachdem diese so zur Mangelware geworden sind, daß sie sich die Jobs
aussuchen können.
Anja Reschke nennt es in ihrem Panorama-Bericht nichts weniger
als eine „Revolution“. Der allgemeine Arbeitskräftemangel verschiebt die Macht
von den Arbeitgebern zu den Arbeitnehmern. Sie müssen die unattraktiven Jobs in
Hotellerie oder Gastronomie nicht mehr nehmen, können sich sicherere Stellungen
ohne Nachtdienste und Wochenendarbeit suchen.
[…..] Der deutsche Arbeitsmarkt litt schon vor Corona unter einem massiven
Arbeitskräftemangel. Grund dafür ist vor allem der demografische Wandel: die
Generation der "Baby-Boomer" geht in Rente, während weniger junge
Menschen in den Arbeitsmarkt nachkommen. Seit Jahren weist das Institut für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) darauf hin, dass Deutschland eine
jährliche Nettozuwanderung von 400.000 Arbeitskräften bräuchte, um dem
entgegenzuwirken. Corona habe beim Arbeitskräftemangel in einigen Branchen "wie ein
Brandbeschleuniger gewirkt", hat Sell beobachtet. Aktuell besonders
betroffen seien Bereiche mit niedriger Vergütung wie in der Hotel- und
Gastrobranche. "Sie haben ein sehr niedriges Kurzarbeitergeld bekommen,
sodass es einen starken Anreiz gab, während der letzten Monate zu versuchen,
sich Jobs in anderen Branchen zu suchen, um über die die Runden zu
kommen." [….]
Chefs, die sich während der Lockdowns nicht um ihre
kaltgestellten Mitarbeiter kümmerten, erleben jetzt ihr blaues Wunder. Denn in
die unattraktiven, schlecht bezahlten Jobs kehren nur wenige zurück.
Aber so wie Truman Capotes Romanfigur Holly Golightly bei
dunklen Gedanken immer nur zu Tiffany gehen muss, um sich wieder gut zu fühlen,
wende ich als Atheist meinen Blick auf den Power-Kardinal Woelki.
(….)Oh Sanctae Romanae Ecclesiae, Eure Eminenz
Rainer Maria Kardinal Woelki, Kardinalpriester von San Giovanni Maria Vianney,
Metropolit der Kirchenprovinz Köln, Erzbischof von Köln, Mitglied des „Ständigen
Rats“ der Deutschen Bischofskonferenz, Vorsitzender der Kommission für
Wissenschaft und Kultur, stellvertretender Vorsitzender der Kommission IV
„Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste“, Mitglied der
Gemeinsamen Konferenz der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees
der deutschen Katholiken, römisches Kurien-Mitglied des Päpstlichen Rates zur
Förderung der Einheit der Christen, der Kongregation für den Klerus, der
Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls, der Kongregation für den Gottesdienst
und die Sakramentenordnung, Träger der Ehrendoktorwürde der Sophia-Universität
in Tokio! Heute sende ich Ihnen die aufrichtigsten Grüße, Glückwünsche
und Gratulationen aus der katholischen Diaspora des ärmlichen Erzbistums Hamburg.
(….)
Sein Erzbistum ist heute zum Symbol für den konsequenten Schutz
vor Strafverfolgung für Kinderfi**er geworden. Woelki tut alles dafür, um die Aufklärung zu verhindern, die
Opfer zu drangsalieren und die pädokriminellen sexuellen Lustgreise unter seine
Fittiche zu nehmen. Mehr noch, wann immer Kirchenmitglieder es wagen auch nur
darüber nachzudenken, freien Kinder-Missbrauchen zukünftig ein wenig
einzuschränken – die PR ist ja doch irgendwie schlecht für die RKK – grätscht der
mächtige Kirchenfürst sofort dazwischen, um den bestialischen Kinderquälern
ihre Jagdgründe zu erhalten.
Schon vor einem Jahr machte er die „Reformer“ mundtot. Meinungsfreiheit
in der RKK – das wäre ja noch schöner!
[….] Erzbistum Köln stellt Katholischer
Hochschulgemeinde wegen Kritik an Sexualmoral Internetseite ab - Leitung drohen
arbeitsrechtliche Schritte. Wegen fortgesetzter Kritik an der katholischen Sexualmoral und am
kirchlichen Lehramt hat das Erzbistum Köln die Webseite der Katholischen
Hochschulgemeinde Köln (KHG) abgeschaltet. Wie der "Kölner
Stadt-Anzeiger" (Donnerstag-Ausgabe) berichtet, hat ein Abteilungsleiter
des Generalvikariats kommissarisch die Gemeindeleitung übernommen. Dem
Pastoralteam der KHG drohten arbeitsrechtliche Konsequenzen. Das gesamte
Semesterprogramm der KHG ist zurzeit nur noch über einen Solidaritätslink der
Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Köln zugänglich. Auslöser der
spektakulären Strafaktion ist laut Zeitungsbericht ein Positionspapier des
KHG-Teams aus dem vorigen Jahr. Es lobt unter anderem die Vielfalt sexueller
Beziehungen und beklagt eine immer größer werdende Kluft zwischen der Kirche
und der Lebenswirklichkeit junger Menschen. Als "unerträglich"
kritisiert das Papier ein "rückständiges und vermeidendes" Auftreten,
mit dem führende kirchliche Amtsträger "immer wieder Menschen
verletzen". [….]
Ein großartiger Erfolg des stolzen 20-zähnigen Perückenträgers.
Wenn es gut läuft, könnte er im Jahr 2021 erstmals die
20.000-Austritte-Marke allein im Bistum Köln knacken!
[…..] Laut Kölner Amtsgericht sind mehr als dreimal so viele Kölnerinnen und
Kölner aus der Kirche ausgetreten als im Vergleichsquartal des letzten Jahres.
2021 steuert auf ein neues Allzeit hoch zu. Die Kirchenaustritte in Köln sind auch im dritten Quartal dieses Jahres
stark gestiegen. Von Juli bis Ende September verließen knapp 6.200 Menschen die
katholische und evangelische Kirche, wie das Amtsgericht Köln mitteilt. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2019 waren es mit 2.450 Austritten
nicht einmal halb so viele wie in diesem Jahr. Auch die übrigen Quartalszahlen
liegen 2021 deutlich über den Werten von 2019 und 2020. Im Gesamtjahr 2019
verließen 10.073 Kölnerinnen und Kölner die Kirche. Das Jahr 2019 markierte bis
jetzt den Höchststand an Kirchenaustritten. Allein für die ersten drei Quartale
2021 sind schon 15.339 Kirchenaustritte belegt. [……]
Immer tritt genau das ein, was Experten wie Drosten oder
Lauterbach prophezeien. Nie kommt es so, wie Wissenschaft-negierende
populistische Politiker hoffen. Immer noch glauben amtierende Ministerpräsidenten und genervte
Mitbürger, bei einer ausgewachsenen Pandemie reiche auch ein Laissez-faire-Management.
Es ist, als ob man nach dem Kochen die Küche im Chaos
hinterlässt und Mutter einen eindringlich warnt, daß man all das Geschirr und
die Töpfe selbst wieder abwaschen muss. Man hat es aber satt, immer auf ihren Rat zu hören, also
klammert man sich an den irrigen Gedanken, eingesauigelte Bestecke und
verkrustete Pfannen würden sich auf wundersame Weise bei anderen Temperaturen
von selbst blitzblank reinigen und in die Schubladen hopsen. Alle paar Tage wagt man einen vorsichtigen Blick in die
Küche und ist fürchterlich enttäuscht, wenn alles noch mehr stinkt.
Schon im März 2020 wußten wir alle, daß nur eine wirklich
hohe Impfquote von über 80% die Ausbreitung von Sars-CoVII stoppen kann.
Sehr weit vorn liegt der Nordwesten, ganz hinten die Ossis,
sowie die beiden Schwurbel-Südstaaten Bayern und Baden-Württemberg.
Wenig überraschend, korrelieren niedrige Impfquoten mit
AfD-Hochburgen, bzw dem konservativ-esoterischen Schwurbelgebiet in By/BW.
Genauso wenig überraschend sehen auch die 7-Tage-Inzidenzen
aus, die insbesondere in den drei Freistaaten katastrophale Werte erreichen. Auf Länderebene
bewegen sich die Inzidenzenzwischen 73 (Schleswig-Holstein)
und 387 (Thüringen).
Merkel-Deutschland ist schlicht zu doof, um mit Corona
fertig zu werden.
[….] Offenbar brauchen wir in Deutschland erst ein Trauma, um die Pandemie
in den Griff zu bekommen. Solange wird in Politik und Gesellschaft gestümpert
und gespalten. [….] Zwangsmaßnahmen sind häufig ein Eingeständnis der eigenen
Hilflosigkeit. Sie polarisieren und spalten eine Gesellschaft. All das wäre in
diesem Herbst vermeidbar gewesen, wenn, ja wenn die Politik aus ihren Fehlern
und Patzern gelernt hätte. Hat sie aber nicht. Nach wie vor nutzen wir die
technischen, wissenschaftlichen, organisatorischen und finanziellen Fähigkeiten
dieses Landes nicht aus. Statt die Menschen zu motivieren, werden sie
verunsichert. [….] Bislang ist noch
jede neue Coronawelle von einem Steuerungsversagen der Politik mit angeschoben
worden. Seit Monaten gelingt der Regierung keine funktionierende Impfkampagne.
Die schlechten Impfquoten werden mit einem traurigen Schulterzucken
hingenommen, der Gesundheitsminister übte sich eine Zeit lang lieber in PR-Sprech
zum baldigen »Auslaufen der epidemischen Lage« und suggerierte damit einen
Freedom Day. Hinter der schönen Fassade verbarg sich – wieder mal – nichts.
[….]
(SPIEGEL-Leitartikel von
Sebastian Fischer, 05.11.2021)
Noch ein Blick in den Corona-Abgrund, nämlich den Freistaat
Höckingen, der mit
Abstand die schlimmsten Zahlen aufweist. Auch in den letzten
24 Stunden ist die Corona-Inzidenz in Thüringen dramatisch angestiegen.
[…..]Am Freitag lag die Zahl der wöchentlichen
Neuansteckungen je 100.000 Einwohner bei 386,9, wie das Robert Koch-Institut
(RKI) mitteilte. Am Vortag hatte sie bei 357,4 gelegen, am Mittwoch bei 338,2.
Damit ist Thüringen knapp vor Sachsen (385,7) weiter das Bundesland mit der
höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Bundesweit lag die Zahl bei 169,9 (Vortag:
154,5). In Thüringen wurden 1944 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert,
zwölf weitere Todesfälle kamen hinzu. Im Landkreis Sonneberg kletterte die
Sieben-Tage-Inzidenz auf 688,9 (Vortag: 632,8). Im Landkreis Gotha ging die
Zahl leicht auf 498,7 (Vortag 515,) zurück. Etliche weitere Kommunen lagen über
einer Inzidenz von 400, wie etwa der Ilm-Kreis (469,7), das Altenburger Land
(436,9), die Landkreise Hildburghausen (430,9) und Schmalkalden-Meiningen
(421,0), sowie die Stadt Erfurt (418,8). Am niedrigsten lag der Wert mit 256,1
im Landkreis Sömmerda. […..]
Wie verhalten sich die Ärztevertreter, die Regierenden dazu,
daß sie bei der Impfquote derartig versagt haben?
Nun, sie richten erst mal für 200.000 Euro eine große Sause
aus, um sich selbst zu feiern.
Kann man sich nicht ausdenken.
[….] Mit einer exquisiten Fete hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in
Thüringen die Schließung des Impfzentrums in Erfurt gefeiert. Neben einem
üppigen Speisen- und Getränkeangebot ließ man sich auch bei der Unterhaltung
der Gäste nicht lumpen.Zu den gebuchten
Showacts gehörte der Künstler Jan Delay. Die Gesamtkosten für den Abend,
inklusive Künstlerhonorare oder Catering, beliefen sich auf rund 195.000 Euro. [….]
Die Rahmenbedingungen für die Feier
(Motto: »Danke fürs Impfen«) waren schwierig: Die Sieben-Tage-Inzidenz der
Coronainfektionen in Erfurt lag über 250. [….]