Montag, 10. April 2017

NoPMO



Früher war die Welt noch einfacher.
Onanie war eine Todsünde. Zu Recht, denn bekanntlich führt die sexuelle Autostimulation zu Blindheit, Rückenmarkschwund und dem Verlust von Hirnwasser. Und man wird davon schwul; wissenschaftlich erwiesen.


Zum Glück ersann der amerikanische Arzt und Müsli-Designer John Harvey Kellogg (* 26. Februar 1852; † 14. Dezember 1943) eine bahnbrechende Methoden, um das Schlimmste zu verhindern.



 „Ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders, wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird. Bei Mädchen, so hat der Autor herausgefunden, ist die Behandlung der Klitoris mit unverdünnter Karbolsäure (Phenol) hervorragend geeignet, die unnatürliche Erregung zu mindern.“
(John Harvey Kellogg, M.D., Treatment for Self-Abuse and its Effects, Plain Facts for Old and Young, Iowa: F. Segner & Co. (1888), S. 295)

Abermillionen Männer in den angelsächsischen Ländern wurden beschnitten, so daß sie davor bewahrt wurden sich die Rübe zu reiben.
So erklärt sich auch die bekannte physische und geistliche Überlegenheit der Muslime und Juden gegenüber den vorbehäuteten Christen-Wichsern.

Man kann gar nicht vorsichtig genug sein und so bin ich den weisen Politikern der regierenden republikanischen Partei dankbar für ihren Einsatz.

[….] Texanische Abgeordnete fordert Masturbations-Bestrafung
[….]  Jessica Farrar will "Emissionen außerhalb der Vagina einer Frau" bestrafen lassen. Jeder Mann soll pro Samenerguss, der nicht der Fortpflanzung dient, 100 Dollar Bußgeld zahlen. Die demokratische Abgeordnete aus dem US-Bundesstaat Texas hat den entsprechenden Gesetzesentwurf "A man's right to know" eingereicht. Der Titel bezieht sich auf die tatsächlich existierende Broschüre "A Woman's Right to Know", die Frauen in Texas mit einem Arzt durchgehen müssen, wenn sie einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen.
Denn Farrars Ziel, wenn es um die Ahndung besagter "Emissionen" geht, ist natürlich weder die ernsthafte Bestrafung wichsender Männer, noch der kreative Beitrag zur langen Liste der Synonyme für männliche Masturbation. Sie will zeigen, wie unverhältnismäßig die texanischen Abtreibungsgesetze sind. [….]  

Ups, das war wohl ein falscher Link.
Ich meinte natürlich:


Man darf nie vergessen, daß Jesus jedes Mal weinen muß, wenn er sieht wie ein Mann sich selbst befleckend in die Hose langt, um sich zu vergenußwurzeln.

Dabei weiß natürlich auch der aktuelle Katechismus der Katholischen Kirche, daß Masturbation Sünde ist, daß Beischlaf nur in die Ehe gehört und auch dort nur so selten wie möglich und ausschließlich zum Zeugen von Kindern praktiziert werden darf.

2351 Unkeuschheit ist ein ungeregelter Genuß der geschlechtlichen Lust oder ein ungeordnetes Verlangen nach ihr. Die Geschlechtslust ist dann ungeordnet, wenn sie um ihrer selbst willen angestrebt und dabei von ihrer inneren Hinordnung auf Weitergabe des Lebens und auf liebende Vereinigung losgelöst wird.
2352 Masturbation ist die absichtliche Erregung der Geschlechtsorgane, mit dem Ziel, geschlechtliche Lust hervorzurufen. „Tatsache ist, daß sowohl das kirchliche Lehramt in seiner langen und stets gleichbleibenden Überlieferung als auch das sittliche Empfinden der Gläubigen niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung zu brandmarken", weil „der frei gewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht". Der um ihrer selbst willen gesuchten geschlechtlichen Lust fehlt „die von der sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe realisiert" (CDF, Erkl. „Persona humana" 9).

Aus Amerika kommen immer die wichtigsten Trends zu uns.
Trump, der moralischste und christlichste Präsident aller Zeiten beweist seine moralische Vormachtstellung dadurch, daß er seine Triebe auf Frauen richtet („went after her like a bitch“) und dabei keineswegs seine kleinen Hände in die eigene Hose steckt („grab’em by the pussy!“).
Somit liegt mein Lieblingspräsident ganz im No-Fab-Trend, dem sich immer mehr Amerikaner verschreiben. Ein Christ fasst sich nämlich nie südlich des Bauchnabels selbst an.

Die Mormonen haben in dieser Beziehung hervorragende Arbeit geleistet.

Ganz klar, im religiösen Umfeld und insbesondere in Amerika ist Masturbation immer noch verpönt und wird sogar zunehmend bekämpft.

Die mormonischen Anti-Wichs-Verhaltensregeln, aufgestellt in den 1970ern von Mark E. Petersen, einem der zwölf Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints) gelten immer noch und ein echter amerikanischer Präsidentschaftskandidat wie der frühere Mormonen-Bischof Mitt Romney lebt danach.
(…………..)

Petersen stellt einen “Guide To Self-Control” auf und fügt im Anschluß wertvolle Tipps für hartnäckige Wichser hinzu.
Das sollte das Leben aus jeder Nudel vertreiben.


[…] 3. When the temptation to masturbate is strong, yell STOP to those thoughts as loudly as you can in your mind and then recite a prechosen Scripture or sing an inspirational hymn. […]
11. In the field of psychotherapy there is a very effective technique called aversion therapy. […] For example, if you are tempted to masturbate, think of having to bathe in a tub of worms, and eat several of them as you do the act.
12. During your toileting and shower activities leave the bathroom door or shower curtain partly open, to discourage being alone in total privacy. Take cool brief showers.
[…] 15. Reduce the amount of spices and condiments in your food. Eat as lightly as possible at night.
16. Wear pajamas that are difficult to open, yet loose and not binding.
[…] 18. It is sometimes helpful to have a physical object to use in overcoming this problem. A Book of Mormon, firmly held in hand, even in bed at night has proven helpful in extreme cases.
19. In very severe cases it may be necessary to tie a hand to the bed frame with a tie in order that the habit of masturbating in a semi-sleep condition can be broken. This can also be accomplished by wearing several layers of clothing which would be difficult to remove while half asleep.[…]

In der Tat. Man muß das eigentlich für einen Witz halten.
Aber weit gefehlt.
Ähnlich der Promise-Keeper-Bewegung, der in Amerika Millionen Teenager angehören und damit schwören keinen Sex vor der Ehe zu haben, gibt es jetzt vermehrt auch eine „NoFap“-Bewegung! (……)

Mit einigen Jahren Verspätung schwappt die Welle nun nach Deutschland. Immer mehr junge Männer wollen nichts mehr überschwappen lassen und erklären in den sozialen Medien ihren Einsatz für NoFap, warnen vor gefährlichem „Edging“, befürchten „Relapse“ und definieren NoPMO.




Was für gute Jungs das sind, die wissen wie man Körper und Seele reinbehält.

[….]  Marco, 19, drahtiger Körper, Soldatenschnitt, geht mit seinem Hund in einen Wald nahe Leipzig, macht einige Klimmzüge, dann beginnt er, sich zu filmen, Oberkörper frei. Er grinst, als er in die Kamera spricht: „Was geht, meine Freunde? Heute soll’s darum gehen: Sieben Tage ohne Wichsen.“ Am besten sogar 90, sagt Marco. [….]  Marco sieht seine Probleme vor sich liegen, Einsamkeit, Motivationsmangel, die Angst, auf Menschen zuzugehen. Und er glaubt, dass sie alle eine gemeinsame Wurzel haben. Er muss sie nur herausreißen.
Marco ist Teil einer Minderheit, die aber seit Jahren stetig wächst. Umfragen zufolge befriedigen sich 94 Prozent der Männer selbst. Doch allein in den Foren von Reddit.com tauschen sich derzeit mehr als 220.000 Menschen darüber aus, wie sie aufhören zu masturbieren und wie sie das verändert. Jünger der Enthaltsamkeit in einer übersexten Welt. „Fapstronauten“ nennen sie sich, „NoFap“ ist ihr Codewort. „To fap“ bedeutet onanieren.
Einige der Männer führen ein Video-Tagebuch und erzählen, was der Verzicht mit ihnen macht. Mal euphorisch, weil sie ihren inneren Drang zu masturbieren bezwingen. Mal enttäuscht, weil sie ihm erlegen sind, „relapse“ nennen sie das. Meist sind es US-Amerikaner. Im Herbst ist Marcos Videoblog eines der ersten deutschen, das sich nur um NoFap dreht.
[….]  Tag 90, Marco steht wieder im Wald, wieder grinst er in die Kamera. Will zeigen: Er hat es geschafft. Die zwischenzeitliche Euphorie ist zwar dahin, Marco fühlt sich schlapp, hatte mentale Tiefs. Aber er will weitermachen. [….]  97 Tage ist er enthaltsam geblieben, dann hält er es nicht mehr aus. Er masturbiert zu Nacktbildern und Pornos, gleich viermal nacheinander, Abwärtsspirale, fühlt sich wieder im Unreinen mit sich selbst. [….]  

Marco ist dennoch mein Held.
Der Ostdeutsche kämpft, ist ein Vorbild für seine Generation und folgt den weisen amerikanischen Vorbildern aus Gods Own Country.

100.000 junge Männer haben sich bei in einer Web-Community namens „No Fap“ zusammengeschlossen und versprechen sich gegenseitig die Hand von der Nudel zu lassen!

The benefits listed here are based on the anecdotal reports of NoFap community members. They range from zero to life-changing. Individual results will vary; they are absolutely not guaranteed.
Abstaining from PMO (Porn, Masturbation, Orgasm) has often resulted in…

    Recovery from porn-induced sexual dysfunction. Many fapstronauts report that NoFap’s programs have cured erectile dysfunction and delayed ejaculation, along with other sexual issues.
    Increased self-control. Some fapstronauts do not feel like they have a pornography or masturbation problem. They are here to put their willpower to the test by facing their own instincts to pursue easy sexual arousal or indulge in certain sexual behaviors.
    More hard-drive space. Some of the larger porn collections we’ve heard about can take up terabytes of information. No more hoarding. Permanently deleting it will free up a lot of hard drive space. As an added bonus, you won’t be hesitant to let people borrow your computer anymore.
    More time. No more spending hours at the computer looking for that one video to get you off. That time can be better spent pursuing  your passions, bettering your life, and spending time with friends or a significant other. The possibilities are endless.
    Improved attitude. Many nofappers described increased happiness throughout their lives, especially in their attitudes towards sex and interpersonal relationships.

The preceding was only a brief overview and we recommend that you browse through the various sections of the website to gain a fuller understanding on what you may have to gain by participating in a challenge.

In der Süddeutschen Zeitung erschien heute ein Interview mit dem “NoFap”-Gründer Alexander Rhodes, 24, einem Programmierer aus Pittsburgh, der darauf schwört, sein Leben habe sich ohne Onanie enorm verbessert.

Alexander Rhodes: Pornos brachten mich dazu, meine Lust über alles andere zu stellen – über Liebe, Zuneigung, Einfühlungsvermögen. Keine Pornos mehr zu schauen war der Versuch, diese Fähigkeiten zurückzubekommen.

SZ: Wie schwer ist dir das Aufhören gefallen?

Alexander Rhodes: Ich war ein wirklich hypersexualisierter Junge. Ich habe mindestens sechs mal am Tag masturbiert. Eine Woche oder ein Monat Pause sind da eine harte Nummer. Oh Mann, das war ’ne krasse Zeit! Der Slogan auf der Website heißt: „Mach mit bei der ultimativen Herausforderung“. Den habe ich nicht einfach so gewählt.

SZ: Auf der Seite heißt es außerdem: „Erlange die Kontrolle über deine Sexualität und verwandle sie in Superkräfte!“

Alexander Rhodes: Das ist keinesfalls nur lustig gemeint. [….]  Viele haben berichtet, dass ihr Leben sich dramatisch zum Besseren gewendet hat. Für manche sind die Veränderungen minimal, aber für jemanden, der süchtig nach Pornos war und sehr viel masturbiert hat, fühlen sie sich an wie Superkräfte. Außerdem spielt es auf das Konzept der sexuellen Transformation an: Das Umlenken der Energie des menschlichen Sexualtriebs in andere Bahnen, um dein Leben insgesamt zu verbessern.

SZ:  […] Die meisten Fapstronauten sind in deinem Alter oder jünger. Warum ist das Thema vor allem für Teenager und Jungs bis 25 so attraktiv?

Alexander Rhodes: […] Wir sind mit Youporn erwachsen geworden. Und jetzt haben wir mit den Auswirkungen davon zu kämpfen. Ich glaube, dass „NoFap“ noch ganz schön wachsen wird. […]

Vor meinem geistigen Auge sehe ich den Hamburger Weihbischof Jaschke frohlocken und jubilieren. Das Konzept der sexuellen Transformation, nämlich das Umlenken der Energie des menschlichen Sexualtriebs in andere Bahnen, um dein Leben insgesamt zu verbessern, hatte er in Talkshows schon auf seinen Zölibat angewendet und behauptet die „Sublimation“ seines Sexualtriebes in geistige Kraft helfe ihm sehr.




Sonntag, 9. April 2017

Auswege aus der Demokratie.



In den letzten zehn Jahren habe ich rund 3.500 Blogeinträge geschrieben und rückblickend kann ich eins mit Sicherheit sagen: Meine Weltsicht ist nicht optimistischer geworden.

Natürlich lobe ich immer wieder einzelne Menschen, bestimmte Texte, brillante Aufsätze, kluge Bücher, empfehle Parteien und lasse Vorlieben durchblicken.

Aber das bleiben eher die Einzelfälle, während Homo Sapiens pauschal betrachtet eine destruktive und unsympathische Spezies bleibt.
Insbesondere frustriert mich im Rückblick auf die letzte Dekade Onlinemedien und soziale Medien wie sehr die Chancen sich zu informieren vergeudet werden, während sich Desinformation verbreitet.
Lange vor der Erfindung der Begriffe „postfaktisch“ und „fake news“ war erkennbar, daß die allgemeine Verdummung selbstgewählt ist.
Offensichtlich sind Menschen so. Vor dem Internetzeitalter lasen sie auch lieber massenhaft die BILD-Zeitung statt der Süddeutschen.
RTL-Titten-Paraden haben bessere Einschaltquoten als kulturpolitische Informationen auf 3Sat.

Facebook und Twitter saugen die Konsumenten aber unmerklich in ihre inzestuösen Informationsblasen, ohne daß sich ein Wähler bewußt dafür entscheiden muß Tagesschau und SPIEGEL zu ignorieren, um lieber RT und DWN zu lesen.

Bei allen meinen Lieblingsthemen – Religion, amerikanische Politik, deutsche Innenpolitik – zeigt sich wie unfähig Homo Demens ist rational zu urteilen.
Die größten Lügner und Versager (von der Leyen, Schäuble, Guttenberg) erklimmen die Toppositionen der Beliebtheitsrankings.
Verblödungsideologien wie der Islam und Katholizismus gewinnen Millionen Mitglieder. In freier Wahl beschließen Bürger sich ins Knie zu schießen. Krankenversicherung? Weg damit.
Demokratie führt zu Brexit, Trump, 5 mal Roland Koch und AfD.
Man wählt Rajoy statt Zapatero, George W. Bush statt Gore, immer wieder Berlusconi, 16 Jahre Kohl und mindestens 12 Jahren Lobbymerkel.
Es ist verrückt, wenn neben dem Populisten Horst Seehofer ausgerechnet die linkeren Parteien die offensichtliche Verdummungsneigung ihres Volkes durch noch mehr Blödheit bekämpfen wollen.
Das Volk zu befragen, oder gar NOCH MEHR plebiszitäre Elemente einzuführen endet in einer Diktatur der Inkompetenz.

Menschen im Computerzeitalter wenden sich freiwillig von der Kantschen Aufklärung ab. Sie applaudieren starken Führern, wählen ohne Not mit großen Mehrheiten Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdoğan, Rodrigo Duterte, Viktor Orbán oder Jarosław Kaczyński. Sie rennen dem Front National, der AfD oder Nigel Farage nach.

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
(Immanuel Kant, 1724 - 1804)

Gut, daß Kant schon tot ist; blickte er im Jahr 2017 in die Zeitungen, würde er sich gleich in den Pregel stürzen.

Was also tun?
Die naheliegende Lösung ist klar: Gott überträgt mir die Weltherrschaft.
Berücksichtigt man aber mein bisheriges Spendenverhalten an die Kirche und meine Gebetshäufigkeit, wird das nicht so bald eintreten.
Außerdem bleibe ich immer noch bei dem Grundsatz, nachdem Demokratie zwar Mist, aber auch das kleinste Übel ist.

Wir sollten bei der Demokratie bleiben, sie aber so modifizieren, daß der Einfluss der Verblödeten geringer und die Stimme der Klugen lauter wird.

Zum Glück gibt es auf der ganzen Welt Wissenschaftler, die sich mit der Frage beschäftigen, wie so eine Modifikation der Demokratie aussehen könnte.

Drei beeindruckende Beispiele möchte ich nennen.

1.)  

Epistokratie (=Herrschaft der Wissenden), nach Jason Brennan, *1979, libertärer US-Philosoph.


Professor für Strategie, Volkswirtschaft, Ethik und Public Policy an der McDonough School of Business und  Professor für Philosophie an der Georgetown University in Washington.
Brennan legte ein inzwischen auch auf Deutsch erschienenes Werk „Against Democracy“ vor.
Er untersuchte die Ergebnisse der demokratischen Prozesse und kam zu einem aus wissenschaftlicher Sicht deprimierenden Folgerung.

[….] Brenn­an: Trump hat be­son­ders gro­ße Un­ter­stüt­zung bei den Wäh­lern, die be­son­ders we­nig über Po­li­tik wis­sen.
[….] In Eng­land hat sich klar ge­zeigt: Wer beim Brex­it-Re­fe­ren­dum für das Blei­ben ge­stimmt hat, konn­te viel ge­nau­er sa­gen, wie vie­le Ein­wan­de­rer aus der EU es gab, wie hoch In­ves­ti­tio­nen aus der EU wa­ren und wie teu­er So­zi­al­hil­fe. Je bes­ser man die Fak­ten kann­te, umso wahr­schein­li­cher hat man fürs Blei­ben ge­stimmt.
[….] Wenn man Län­der an­schaut, die eine Wahl­pflicht ha­ben, zeigt die Em­pi­rie, dass rechts­ex­tre­me Par­tei­en für ge­wöhn­lich ein paar Sit­ze da­zu­ge­win­nen, weil dann Leu­te zur Wahl ge­hen, die nor­ma­ler­wei­se zu Hau­se ge­blie­ben wä­ren. [….]
SPIEGEL: Und die­se Leu­te, die ten­den­zi­ell we­nig über Po­li­tik wis­sen, wol­len Sie von der Wahl aus­schlie­ßen.
Brenn­an: Es wür­de sie na­tür­lich wü­tend ma­chen, aber es wür­de ih­nen auch hel­fen, weil sie im Mo­ment so wäh­len, dass sie sich selbst ins Knie schie­ßen. Sie ent­schei­den ge­gen ihre In­ter­es­sen.
[….] Wenn man Wäh­ler fragt, in den USA, in Groß­bri­tan­ni­en und auch in Deutsch­land, kön­nen sie die ein­fachs­ten Fra­gen nicht be­ant­wor­ten. Sie wis­sen nicht, ob die Ar­beits­lo­sen­quo­te zu­nimmt oder ab­nimmt, und sie ha­ben nicht an­satz­wei­se ei­nen Schim­mer, wie hoch sie ist. Sie wis­sen nichts über die Staats­schul­den und die Ent­wick­lung der Kri­mi­na­li­täts­ra­te. Und wenn man nicht weiß, was das Pro­blem ist, ist man in kei­ner gu­ten Po­si­ti­on, eine Lö­sung zu fin­den. Wenn man der Wirt­schaft hel­fen will, soll­te man es nicht mit mer­kan­ti­lis­ti­schen Me­tho­den ver­su­chen, de­ren Wirk­sam­keit der Öko­nom Adam Smith schon 1776 wi­der­legt hat.
[….] SPIEGEL: In Ih­rem Buch ha­ben Sie ver­schie­de­ne po­li­ti­sche Ty­pen ka­te­go­ri­siert.
Brenn­an: 50 Pro­zent der Wäh­ler sind Hob­bits, sie in­ter­es­sie­ren sich nicht groß für ak­tu­el­le Er­eig­nis­se, sie in­ter­es­sie­ren sich für ihr zwei­tes Früh­stück und wol­len ent­span­nen. Die nächs­te Ka­te­go­rie sind die Hoo­li­gans, sie in­ter­es­sie­ren sich sehr für Po­li­tik, aber mehr wie Fuß­ball­fans sich für ihr Team in­ter­es­sie­ren, al­les par­tei­isch ein­ge­färbt. Und dann sind da noch Vul­ka­nier, ra­tio­na­le Men­schen, die lei­den­schafts­los für das bes­te Ar­gu­ment ent­schei­den. Nicht dass es sol­che Vul­ka­nier tat­säch­lich gibt, aber sie hat­te der Phi­lo­soph Jür­gen Ha­ber­mas für sein Mo­dell der De­mo­kra­tie vor Au­gen. [….]
SPIEGEL: Wel­che Po­li­tik wür­den Wäh­ler in ei­ner Epis­to­kra­tie wol­len?
Brenn­an: Sie sind für Frei­han­del, für Ein­wan­de­rung und Schwu­len­rech­te, sie sind für das Recht auf Ab­trei­bung, das wis­sen wir aus vie­len Stu­di­en. Sie wol­len Steu­ern er­hö­hen, um das Staats­de­fi­zit ab­zu­bau­en. Sie wol­len et­was ge­gen den Kli­ma­wan­del tun und leh­nen mi­li­tä­ri­sche In­ter­ven­tio­nen ab. Und sie ach­ten auf die Bür­ger­rech­te. [….]
 (DER SPIEGEL 14/2017, s.38 ff)

Brennans Lösung ist, sehr vereinfacht in meinen Worten ausgedrückt, daß man bei der Stimmenabgabe ein Multiple-Choice-Kompetenztest ausfüllen muß.
Je nach Ergebnis werden die Stimmen gewichtet. Wer alle Fragen korrekt beantworten kann, bekommt vielleicht drei Stimmen, während die Stimme des Blödmanns, der nichts über Parteien weiß nur mit 50% gewichtet wird.

Das ist ein Modell, über das ich schon seit Jahren nachdenke. Es erscheint mir praktisch kompatibel, weil so ein Multiple-choice-Test so viele Fragen haben könnte, daß man ihn nicht ohne weiteres auswendig lernen kann.
Es könnten 100 allgemeine politische Fragen erstellt werden, von denen jeder Wähler nach dem Zufallsprinzip bei der Stimmenabgabe 10 beantworten muß. Solche Tests sind leicht von Computern auszuwerten und würden keine großen Auszählungsprobleme mit sich bringen.
Jede Stimme könnte dann mit der Anzahl der richtigen Antworten multipliziert werden, so daß je nach Wissensstand zwischen Null und zehn Stimmen ins Wahlergebnis eingehen.

2.)

Demarchie (=Losverfahren) nach David van Reybrouck, *1971, Historiker aus Brügge.

[…..] Wie kann überhaupt eine Demokratie effizient arbeiten und langfristig tragfähige Entscheidungen treffen, wenn die Politiker ihr Handeln vor allem an einem ausrichten müssen: Bei der nächsten Wahl wollen sie wiedergewählt werden.
David Van Reybrouck beschreibt diesen Mechanismus mit bestechend klaren Argumenten als »demokratisches Ermüdungssyndrom«. Wie kommen wir davon weg? Vielleicht sind ganz neue Wege nötig, auch wenn sie auf den ersten Blick ganz weltfremd erscheinen? David Van Reybroucks Vorschläge nehmen ein sehr altes demokratisches Prinzip auf, das schon im antiken Athen praktiziert wurde: Das Los. Bis hin zur Französischen Revolution wurde dieses demokratische Mittel oft angewendet, etwa auch in blühenden Republiken wie Venedig oder Florenz zu Zeiten der Renaissance. David Van Reybrouck zeigt, wie das auch heute ganz praktisch unsere machtlos gewordene Demokratie lebendiger machen kann. [….]


Ich sympathisiere sehr mit der Idee eines Losverfahrens, wie sie der belgische Historiker David van Reybrouck im aktuellen SPIEGEL vorschlägt.

Wir töten die Demokratie, wenn wir sie auf diese archaischen Verfahren reduzieren.
Schauen Sie sich den Brexit an. In dieser Entscheidung bündelt sich alles. Was an unserem demokratischen System nicht stimmt.
Das Referendum gab es überhaupt nur, weil es ein Wahlversprechen David Camerons war – der insgeheim davon ausging, die Briten würden mit Nein stimmen. Dann hat Boris Johnson das Referendum gekapert. In der Hoffnung, sich so in Stellung für die nächste Wahl zum Premierminister zu bringen. Auch er ging davon aus, die Briten würden mit Nein stimmen.
Und dann haben sie mit Ja gestimmt.
Dabei war das Thema denkbar komplex: Wie stellen wir uns die zukünftigen Beziehungen zur EU vor? Aber es gab nur zwei mögliche Antworten: Ja oder Nein. Remain oder Leave. Zwei Wahlen, ein Referendum, persönliche Eitelkeiten. Medien, die nicht gut genug informiert haben – kein Wunder, daß alles schiefgegangen ist.
(Van Reybrouck, der SPIEGEL, 31/2016 s.116f)

Statt des Brexit-Volksentscheids, bei dem ¾ der Wähler unter 30 erst gar nicht zur Wahl gingen und der Rest durch eine massive Desinformationskampagne der rechten Medien verwirrt wurde, hätte man lieber 1.000 Briten ausgelost, die für ein halbes Jahr zusammen in ein Hotel gesteckt worden wären, um dort das Thema ausführlich zu diskutieren, Experten zu hören, Informationen zu sammeln, sich gegenseitig zuhören.
Das Thema hätte es eigentlich erfordert so vorzugehen.

Die Bürger werden wie in Stichproben aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen ausgelost, um ein breites Spektrum abzubilden. Sie nehmen ihre Aufgabe meist sehr ernst, arbeiten sich gründlich ein, erarbeiten differenzierte, ausgewogene Ideen. Das Problem: weil sie ausgelost sind, gelten sie als nicht legitimiert, also wird anschließend per Referendum über ihren Vorschlag abgestimmt. Und da passiert dann oft, was Reybrouck mit der Redensart "If you don’t know, say no" zusammenfasst: Die kluge Arbeit der Bürgergremien landet durch eine Augenblicksentscheidung der Masse im Papierkorb.

Eine schöne Idee, wie ich finde.

In seiner Streitschrift „Gegen Wahlen“ konkretisiert Van Reybrouck seinen Plan.

in Gegen Wahlen: Warum Abstimmen nicht demokratisch ist, plädiert Van Reybrouck für ein „birepresentatives System“ der Volksvertretung mit zwei Kammern – eine gewählt und eine gelost:
    „Ich glaube, dass der dramatischen Systemkrise der Demokratie abgeholfen werden kann, in dem man dem Losverfahren eine neue Chance gibt.“
    „Ausgeloste Bürger haben vielleicht nicht die Expertise von Berufspolitikern, aber sie haben etwas anderes: Freiheit. Sie brauchen ... nicht wiedergewählt zu werden.“ (S. 156)
    „Es wird ein Stück Ruhe wiederherstellen. Gewählte Bürger (unsere Politiker) werden dann nicht nur von kommerziellen und sozialen Medien gehetzt, sondern wissen sich durch ein zweites Gremium flankiert, für das Wahlfieber und Einschaltquoten vollkommen irrelevant sind.“ (S. 157)
    „Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Gründe, die man heute gegen ausgeloste Bürger anführt, häufig mit den Gründen identisch sind, die man seinerzeit gegen die Verleihung des Wahlrechtes an Bauern, Arbeiter oder Frauen anführte.“ (S. 158)
Er führt auch eine Reihe „birepräsentativer“ Vorschläge auf (S. 137 ff.), die eine ausgeloste Kammer vorschlagen, welche neben ein gewähltes Parlament tritt, es also nicht ersetzt, die gewählte und die geloste Kammer sollen sich gegenseitig ergänzen.

3.)

Enfranchisement Lottery (= Schulung von 20.000 ausgelosten Menschen) nach Claudio Lopez-Guerra, Professor, Department of Political Studies, Center for Research and Teaching in Economics in Mexico City.


Statt Wahlen gäbe es also 20.000 zufällig ausgewählte Vertreter des Volkes, die bezahlt würden, anonym blieben, nicht erneut ausgewählt werden könnten und die dazu verpflichtet wären sich ausführlich zu den zu entscheidenden Themen schulen zu lassen.



(Brennan/Hill Cumpulsory Voting)

Samstag, 8. April 2017

Spielball Menschenrechte.



Das finde ich schon gut und richtig; die SPD setzt sich jetzt nachdrücklich in der GroKo für die rechtliche Gleichstellung Schwuler und Lesben ein.
Ist ja auch vollkommen absurd, daß Deutschland nicht nur in Europa weit hinterherhinkt, daß stramm katholische Länder wie Malta, Brasilien, Argentinien, Irland und Spanien seit Jahren voran gehen, daß sogar Trumps Amerika Homorechte garantiert, von denen Merkel nichts wissen will.

Nicht ganz so gut und richtig ist allerdings wann der SPD dieser Einsatz für rechtliche Gleichstellung einfällt: Im Wahljahr, wenn nichts anderes mehr auf der Agenda steht und die Koalitionsverhandlungen, in die so eine Forderung hereingehört hätte, dreieinhalb Jahre zurückliegen.

SPD will die Ehe für alle noch vor der Bundestagswahl
Die SPD will die Union beim Koalitionsgipfel davon überzeugen, die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen. Doch die hält die eingetragene Lebenspartnerschaft für genug. […..]

Es ist wie mit meiner Doppelstaatsbürgerschaft – die SPD hält diese Themen offenbar für minderwichtig; opfert sie auf dem Koalitionsaltar.
Wiedervorlage im nächsten Wahlkampf.

Noch dringlicher wäre ein sozialdemokratisches Eintreten für Schwule in der Außenpolitik.
In Ramsan Kadyrows nordkaukasischem Reich wurden mehrere hundert mutmaßlich homosexuelle Männer verschleppt, gefoltert und ermordet.

[….] Unter den Homosexuellen herrscht Panik. Viele Nutzer sozialer Netzwerke löschen Beiträge, die Hinweise auf ihre sexuelle Orientierung geben könnten, oder ziehen sich aus geheimen Gruppen zum Austausch zurück. Nowaya Gaseta zitiert aus einer anonymen Nachricht im Facebook-Klon Vkontakte, die mehrere Seiten weiterverbreitet haben: "Sie haben nicht nur junge Leute getötet, sondern auch erwachsene Männer bis zu 50 Jahren. Unter ihnen sind auch berühmte Persönlichkeiten Tschetscheniens. [...] Der Jüngste ist 16 Jahre alt. Er kommt aus unserem Dorf. In diesen Tagen haben sie ihn völlig zusammengeschlagen hergebracht, er war nur ein Sack voller Knochen. Sie haben ihn vor die Tür geworfen und gesagt, man möge ihn töten. Er soll noch immer nicht ganz bei sich sein." […..]

Moskau fühlt sich nicht zuständig. Schließlich ist Tschetschenien eine autonome Republik. Und Kadyrows Regierung selbst reagiert zynisch, aber nicht mit der lustigen Art des Zynismus:

[…..] Offizielle Stellen dementierten die Festnahmen. Sie seien auch gar nicht nötig, sagte Alwi Karimow der Nachrichtenagentur Interfax. Der Sprecher des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow sprach von "Lügen" und "Desinformation". Und fügte hinzu: "Man kann niemanden verhaften oder unterdrücken, den es in der Republik gar nicht gibt." Sollten solche Leute in Tschetschenien existieren, "müssten sich die Sicherheitsbehörden keine Sorgen um sie machen, denn ihre Verwandten würden sie schon an einen Ort geschickt haben, von dem sie nie wiederkehren könnten." […..]

Könnte Putin da nicht etwas unternehmen; oder hat er keinen Einfluss auf Grosny?

Der ehemalige SPON-Autor Stephan Orth bereiste letztes Jahr Tschetschenien und beschreibt es in seinem grandiosen und empfehlenswerten Buch „Couchsurfing Rusland“.

Tschetschenien ist nicht mehr der zerbombte Höllenpfuhl, den vermutlich viele Deutsche noch vor ihrem geistigen Auge haben. Das Land wurde mit einer unfassbaren Geldflut aus Moskau wieder aufgebaut. Bei Herrn Kadyrow sieht es aus wie geleckt, er entfaltet Pracht und Luxus.
Das ist der Preis für die Ruhe im Kaukasus.
Zugleich ist es eine subtile Drohung aus Moskau: Wenn du nicht so willst wie wir, drehen wir den Geldhahn auch wieder zu.
Autonome Republik? Vielleicht ja, aber de facto besteht eine totale Abhängigkeit von Russland.

Außenminister Gabriel dürfte es schwer haben in dieser Gemengelage ein direktes Eingreifen Putins zu Gunsten der Schwulen in Grosny zu erreichen.

Man muß es klar sagen: Das Leben von „ein paar Tunten“ ist kein hochrangiges Kriterium für die deutsche Außenpolitik. Anderenfalls könnten Kanzlerin, Außenminister, Verteidigungsministerin und Wirtschaftsminister auch nicht fröhlich immer wieder in Riad einschweben und mit dem dortigen Regime, welches Blogger foltert, Frauen steinigt und Schwule köpft milliardenschwere Wirtschaftsdeals einfädeln.

Deutsche Rüstungsexporte haben allemal Vorrang vor Frauen, die nach einer Vergewaltigung auch noch zu Tode gesteinigt werden und vor Männern, die getötet werden, weil sie einen Mann lieben.

Wir verhalten uns also extrem zynisch und amoralisch.
Dennoch bleibt die Frage, ob es wirklich den Opfern der saudischen und tschetschenischen Diktatur hülfe, wenn Berlin diese Länder boykottierte.
Würde im 21. Jahrhundert ein Boykott überhaupt treffen, wenn weniger skrupulöse Staaten wie China als Handelspartner bereitstünden?
Eine weitere, leider berechtigte Frage ist, ob man nicht viel mehr für die Opfer dieser Regime erreicht, wenn man sich gut mit den Regierungen stellt.
Nach dieser nicht von der Hand zu weisenden Theorie darf man König Salman nicht zu sehr auf den Sack gehen, weil dieser dann bockig wird.
Besser ist es, die Beziehungen zwischen Russen, Deutschen und Saudis so zu intensivieren, daß die westliche Toleranz mit der Zeit von allein auf die arabische und russische Gesellschaft abfärbt.

Dieser Ansatz erfordert also gerade kein Zerschneiden der diplomatischen Kanäle, keine öffentlichen Attacken.
Das könnte aber nur dann funktionieren, wenn Berlin nicht gleichzeitig in erbärmlicher Merkelei duckmäusert und wie in den Fällen NSA/Selektorenliste/Snowden/Kanzlerinnenhandy/Erdoğan devot alles hinnimmt, was andere Staaten sich herausnehmen.

Kanzlerin und Außenminister müßten schon klar für ihre Europäischen Werte eintreten. Sie müßten die freiheitlichen Prinzipien im eigenen Laden durchsetzen und sich nicht von neodiktarorischen Regimen in Warschau und Budapest auf der Nase tanzen lassen.

Selbstverständlich gehörte auch dazu Schwulen aus kaukasischen Teilrepubliken und arabischen Monarchien uneingeschränkt und unkompliziert sofortiges Asyl zu gewähren.

Für so eine Politik müßte die Bundesregierung auch vor ihrer eigenen Tür kehren.
Es ist indiskutabel weiterhin in Deutschland für die Beschränkung von Homorechten einzutreten.
So kann man jedenfalls kein leuchtendes Vorbild sein, wenn Riad und Grosny zur Homo-Hatz blasen.

Shame on you, Wolfgang Schäuble.

[….] Bei der Frage des Adoptionsrechts will ich mir kein pauschales Urteil erlauben. Es geht also vor allem um den Begriff "Ehe". Ich frage mich schon, ob dieser Begriff, der seit biblischen Zeiten als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau angelegt war, unbedingt auch auf andere Formen der Partnerschaft angewandt werden soll. [….]

Shame on you, Volker Kauder.

[…..] CDU blockt ab
Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), hatte demgegenüber erklärt: "Die Ehe besteht aus Mann und Frau. Davon geht auch das Grundgesetz aus." Kurz vor dem Ende der Wahlperiode werde seine Partei das Thema nicht aufgreifen. [….]

Die Bundesregierung sollte vielmehr an der Seite der Demonstranten für die Tschetschenischen Opfer stehen.