Dienstag, 17. Mai 2016

Das kommt von sowas.



Die Macht der Schein-Tabus ist gewaltig.
Ich erinnere mich noch gut wie fassungslos ich auf den FDP-Erfolg von 2002 reagierte, als Westerwelle und Möllemann so sehr die Antisemitismuskarte spielten, daß sie Hildegard Hamm-Brücher, die Vorzeige-Liberale, nach 54 Jahren aus der Partei trieben.

Hamm-Brücher feierte übrigens am 11. Mai ihren 95. Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch nachträglich.

Noch verblüffter war ich auch in meinem privaten Umfeld zu hören, wie befreiend es empfunden wurde, daß jemand es endlich mal wage Israel zu kritisieren. Dieser Sharon sei doch wirklich fürchterlich.
Ich konnte es nicht fassen.

Am 28. September 2000 war der damalige Oppositionsführer Ariel Scharon in einem Pulk von 1000 Journalisten und Uniformierten auf den heiligen unter moslemischen Verwaltung stehenden Tempelberg gestapft und hatte damit zunächst heftige Gegendemonstrationen ausgelöst, bei denen etliche Protestierer erschossen wurden.
Die gesamte Weltpresse war einfach entsetzt, weil damit erwartungsgemäß die sogenannte „Zweiten Intifada“ ausgelöst wurde, der Friedensprozess zusammenbrach und in Folge der bewaffneten Aufstände die Stimmung in Israel so sehr kippte, daß die mit absoluter Mehrheit regierende Arbeiterpartei 2001 von dem erstarkten Likud unter Premier Sharon abgelöst wurde.

Seit dem Herbst 2000 verging also kein Tag, an dem nicht in den Feuilletons mit drastischen Worten gegen Sharon Position bezogen wurde.
Ich erinnere mich an arabische Journalisten, die damals im „Presseclub“ auftraten und ihre deutschen und europäischen Kollegen zu bremsen versuchten, weil selbst sie fanden, daß Sharon zu einseitig und zu radikal dämonisiert wurde. Immerhin hätte er begonnen den Gaza-Streifen zu räumen, dazu brauche es in Israel seine knallharte Hand.

Und nach zwei Jahren stellte sich Jürgen Möllemann in den NRW-Wahlkampf, inszenierte sich als mutiger Tabubrecher, der es erstmals wage Israel zu kritisieren und wurde vom Plebs bejubelt. Endlich traue sich mal einer.

Im Mai 2002 verstieg sich Möllemann sogar dazu Michel Friedmann die Schuld am Antisemitismus zuzuschieben, da dieser in Talkshows die israelische Politik verteidige.
Das ganze Jahr über machte die FDP rechte, antisemitische Stimmung, die im September mit dem berüchtigten Anti-Israel-Flugblatt der FDP eskalierte.

Es war abartig, widerlich und verlogen, was die FDP-Granden aus NRW damals anstellten. Genscher, Möllemann und Westerwelle – alle drei stützen diesen Kurs; elektrisiert von den sagenhaften 9,8%, die Möllemann im Jahr 2000 bei der NRW-Wahl geholt hatte.

Während sich Millionen Wähler an dem vermeidlichen Tabubrecher Möllemann erfreuten, gab es nie ein Verbot Israel zu kritisieren. Niemand wollte das. Der Zentralrat der Juden rief sogar ausdrücklich zu konstruktiver Kritik auf und diese geschah auch täglich in den Medien.
Aber der Urnenpöbel war auch damals schon so verblödet, daß er sich an der Frage ob man Israel überhaupt kritisieren dürfe regelrecht aufgeilte.

Es ist aber dennoch höchst erstaunlich, daß diese Frage immer wieder auftaucht und sekundäre Antisemiten hartnäckig darauf rumreiten, daß die Deutsche Regierung angeblich immer vor Israel buckelten.

Das stimmt NICHT - sogar auf höchsten Ebenen rummste es immer wieder:

Israel Kinar, ab 1965 Israelischer Botschafter in Bonn, erinnerte an seine erste Begegnung mit Bundespräsident Heinrich Lübke, der ihn damals empört gefragt hatte, warum Botschafter Rolf Pauls in Israel "so beschimpft" worden sei. In einem zweiten Treffen habe er ihn gefragt, „wie lange werden Sie uns noch beschimpfen, bei allem, was wir für Sie zahlen?“ Dies als Hieb gegen die Wiedergutmachungsleistungen an Israel, "die inzwischen lange ausgelaufen sind", so der ehemalige Botschafter.

Im September 1974, nach der Rede des PLO-Chefs Yassir Arafat vor der UN-Generalversammlung, kam es zum Eklat. Die Bundesrepublik Deutschland forderte als erstes Land der westlichen Welt, das "Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes" anzuerkennen. Als Konsequenz dessen müssten die Palästinenser selber entscheiden, ob sie "auf dem von Israel zu räumenden Gebiet eine eigene Autorität errichten" wollen "oder eine andere Lösung wählen". Israel, das die Palästinenser nicht als eigenes Volk anzuerkennen bereit war, sah sich durch die Forderung Bonns maßlos enttäuscht.

Helmut Schmidt, enger Freund Muhammad Anwar as-Sadats, focht 1981 einige diplomatische Kabalen mit Menachim Begin aus. Schmidt hatte bei seinem Besuch in Ägypten 1981 ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag der ägyptischen Regierung deutsche Leopard II-Panzer zugesagt, was in Israel helle Empörung ausgelöst hatte.

Im Juni 1982 gab es erneut harte deutsche Kritik an Israel, wegen der Libanon-Politik.

Nachdem Christenmilizen unter Duldung der israelischen Armee in zwei palästinensischen Flüchtlingslagern (Sabra und Shatilla) ein Massaker an mehreren hundert Menschen angerichtet hatten, wurde der israelische Verteidigungsminister Ariel Sharon gedrängt, von seinem Amt zurückzutreten. Viele Deutsche fragten sich seinerzeit, wie ein Volk, das selber den Holocaust erfahren hatte, eine solche Vorgehensweise seiner Armee tolerieren konnte. Vergleiche der israelischen Armee mit den Nazis wurden insbesondere in linksradikalen Kreisen der Bundesrepublik erstellt.

Offensichtlich wurde und wird Israelische Politik in Deutschland kritisiert und Israel, die Demokratie, scheint das auch gut auszuhalten.

Wenn jemand also trotzdem meint die antisemitische Keule schwingen zu müssen, weil er Tabus und Bevormundung wittert, ist er charakterlich verkommen, oder zumindest sehr schlecht informiert.

Anderthalb Jahrzehnte später sind wir schon wieder in so einer grotesken Tabu-Blase gefangen.

AfD, CSU, Gauck, NPD und auch weite Teile der heutigen CDU und FDP erklären in jede Kamera, man müsse die Ängste der Bürger vor der Überfremdung ernst nehmen.

Man müsse sich endlich in der Flüchtlingsfrage ehrlich machen. Es dürfe nicht mehr tabuisiert werden den Islam zu kritisieren.

„Aber wir müssen die Ängste und Sorgen der Bürger doch ernstnehmen…..
So ein Blödsinn!
Wir müssen den Bürgern die Ängste nehmen und ihre Sorgen zerstreuen.“
(Wilfried Schmickler 12.11.2015)


Wenig verwunderlich, daß von so einer Performance nur die Originale profitieren: AfD, Pegida und NPD.
Thomas Oppermann will nun auch Kontingente.
Gabriel ist ein Stimmungs-Politiker, der den Muffigen und Motzenden voller Verständnis entgegen eilt.

Verständnis? Wofür?
Verständnis aufbringen für die Ängste und Sorgen der Bürger in Deutschland. Keine Talkshow mehr ohne diesen Satz, keine Diskussion am Stammtisch und keine Debatte im Bundestag. Verständnis VON oder Verständnis FÜR? Es ist der kleine semantische Unterschied, der den Analysten vom Aktivisten unterscheidet. Den, der Stimmungen deutet von dem, der Stimmung macht. Ja, auch ich verstehe, dass es Ängste vor Flüchtlingen gibt und woher diese Ängste kommen. Nur, mit Verlaub, ich habe kein Verständnis dafür.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass Menschen Angst haben vor einer "Islamisierung des Abendlandes", wo der Anteil der Muslime im europäischen „Abendland“ gerade mal 4 % ausmacht, und auch dann nur auf 5 % anwachsen würde, wenn sämtliche syrischen Flüchtlinge auf einmal nach Europa kämen.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass Menschen in diesem Land davor Angst haben, dass 2, 3 oder 5 Millionen Flüchtlinge uns unserer Lebensgrundlage berauben. In einem Land, das gerade Milliarden Überschüsse erwirtschaftet und dabei von der Armut der Länder profitiert, aus denen viele Flüchtlinge zu uns kommen.
Ich habe kein Verständnis dafür, dass besorgte Bürger Angst davor haben, dass unsere Verfassungswerte in Gefahr geraten, wo doch die Gleichen, die das befürchten, sofort dazu bereit sind, Artikel 1 des Grundgesetzes zu opfern, wenn es um eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen in diesem Land geht.
Nein, ich habe keinerlei Verständnis für diese Ängste – und schon gar nicht dafür, dass Politiker Verständnis für solche Ängste heucheln und dabei nichts anderes tun, als diese Ängste jeden Tag aufs Neue anzufachen.
(Georg Restle, Monitor, 06.10.2015)


Maßnahmen wie die populistischen Anti-Asylgesetze der Bundesregierung sind Wasser auf die Mühlen der AfD.

Inzwischen zogen die Braunen in Mannschaftsstärke in die Parlamente ein.
Hobby-Hitler Höcke inszeniert sich – natürlich – als mutiger Tabubrecher, der einsam gegen die Muselhorden stünde.

[….] Die Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft will eine Moschee in der Hauptstadt Thüringens bauen lassen, es wäre der erste Neubau eines muslimischen Gotteshauses im Freistaat. Die AfD will das verhindern. Ihre Kampagne lässt erahnen, wie schmutzig es werden dürfte, wenn die Partei sich in den kommenden Monaten und Jahren über den Widerstand gegen einen angeblich expansiven Islam zu profilieren sucht.
Björn Höcke, Fraktionschef in Thüringen, wo die AfD besonders deutschtümelnd auftritt, hatte den geplanten Bau Ende vergangener Woche als "Teil eines langfristigen Landnahmeprojekts" bezeichnet. Die Muslime werden in dieser Logik zu Eroberern, die AfD zur ersten Verteidigungslinie - und Erfurt zum Testfall einer antimuslimischen Eindämmungspolitik. Am Dienstag stellten Höcke und seine Fraktion nun ein Maßnahmenpaket vor, das den Bau dieser Moschee verhindern und den Bau jeder anderen Moschee in Zukunft praktisch unmöglich machen soll. [….]

Die Erbärmlichkeit, mit der die deutsche Presse den Aufstieg der Rechtsextremen begleitet, tut mir weh.

Alles was richtig rechts ist, gilt als Sensation und wird ausführlich dokumentiert.
Keine Woche vergeht, in der nicht die AfD-Spitzen in den Talkrunden von Illner, Maischberger, Plasberg und Will ihre Gülle ausgießen dürfen.

Es gäbe wesentlich größere und bedeutendere Bewegungen, die tägliche Aufmerksamkeit der Medienlandschaft verlangten.

Hunderttausende engagieren sich beispielsweise gegen TTIP.
Würden sie auch nur annähernd so hofiert wie die braunen Bekloppten an Petrys Rockzipfel, dürfte keine Talkshow mehr ohne Vertreter von Greenpeace und attac ausgestrahlt werden.
Aber das geschieht natürlich nicht.
Elektrisiert verfolgen die ARD- und ZDF-Redaktionen hingegen die relativ kleine Anzahl der Peginesen.

26. Januar 1991: In Bonn demonstrieren 200.000 Menschen gegen den zweiten Golfkrieg, an dem sich auch Deutschland beteiligt, vor allem finanziell.
Dezember 1992: In Hamburg demonstrieren am 13.12.1992 bis zu 450.000 Menschen gegen Ausländerfeindlichkeit, in München waren es eine Woche zuvor 300.000 Teilnehmer. Die Bürger wollen mit Lichterketten ein Zeichen gegen Fremdenhass setzten, der sich in Anschlägen auf Asylbewerberheime und Häuser von Ausländern in Deutschland manifestiert. […]

Es folgten eine Reihe riesiger Demonstrationen gegen die harte Asylpolitik der CDU-Kohl-Merkel-Regierung.
100.000 Menschen in Essen 01.01.1993 "Das Ruhrgebiet sagt Nein!", gegen Gewalt und Rassenhass. Noch einmal genauso viele am 30.01.1993 bei der "Lichterspur" in Berlin unter dem Motto "Aufstehen und widerstehen“ und am selben Tag 120.000 Menschen in Düsseldorf beim "Lichterfest des Friedens und der Menschlichkeit."

15. Juni 1996: In Bonn demonstrieren 350.000 Menschen gegen Sozialabbau in Krankenversicherung und Arbeitsrecht. Die CDU/CSU-FDP-Bundesregierung gibt dem Druck der Straße nicht nach

09.11.2000: Berlin, 200.000, "Für Menschlichkeit und Toleranz", gegen Ausländerhass.

15. Februar 2003: Rund 500.000 Menschen demonstrieren in Berlin gegen den sich abzeichnenden Irak-Krieg. In Stuttgart sind es 50.000 Demonstranten.

Die nächsten Demonstrationen mit deutlich sechsstelligen Teilnehmerzahlen gibt es Ende 2003 und im Jahr 2004 gegen die Hartz-Gesetzgebung; leicht kommen eine Viertelmillion Menschen dazu in Berlin zusammen, aber auch in Stuttgart sind es 140.000 am 03.04.2004 und noch einmal 100.000 am selben Tag in Köln.

Bei allen diesen Demonstrationen geht es aber um Werte wie Frieden, Solidarität und Bürgerrechte – also etwas, das die CDU in ihrer Regentschaft stets eingeschränkt hat.
Also wurden auch Millionen Demonstranten einfach als „linke Chaoten“ angesehen und somit ignoriert.

Und nun kommen die 15.000 Dresdner Peginesen. Jene dumpf xenophoben Außerrealitären, die sich ausgerechnet im de facto Muslim-freien Sachsen vor Muslimen fürchten. Jenes perfide Pack, das wie Matthias Matussek die Gefährlichkeit der Muslime mit dem Taliban-Anschlag auf eine Schule in Peschawar belegen will und damit die OPFER von IS und Taliban, also diejenigen, die vor ihnen fliehen und bei uns Schutz suchen, für die Grausamkeiten ihrer Peiniger in Haftung nimmt.
Moralisch verwerflicher kann man kaum agieren.

Immer noch kreischen die AfDler, sie würden diskriminiert.
„Wir sind das Volk!“ grölen die Peginesen. „Lügenpresse!“
Insbesondere nach Silvester ist das Misstrauen noch einmal gewaltig gestiegen. Gegen Ausländer dürfe man ja nichts sagen, es gäbe ein „Schweigekartell.“
Nur die AfDler wären so mutig das Redetabu „Ausländerkriminalität“ zu brechen.

All das ist glatt gelogen. Die Heute Show-Redaktion durchsuchte die Themen der großen ARD- und ZDF-Talkshows der letzten fünf Jahre und fand allein 85 Sendungen, die sich kritisch mit Ausländern und Asylanten auseinandersetzten.

Die richtig Rechten, die Xenophoben, die ungeniert in Talkshows sitzen und gegen Flüchtlinge polemisieren, sind omnipräsent.
Köppel, Friedrich, Petry, Scheuer, Herrmann, Höcke, Gauland plappern uns von den öffentlich-rechtlichen Sendern protegiert fast täglich mit ihren rechtsextremen Ansichten voll.

Die deliberative Demokratie setzt ein Mindestmaß an gutem Willen voraus. Aber die Rechten lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Sie haben dabei kein schlechtes Gewissen. Sie fühlen sich in der demokratischen, liberalen Mehrheitsgesellschaft als Partisanen der Politik. Darum ist die Lüge ihr politisches Prinzip, und ihre Taktik ist die Täuschung. Die Demokraten stellt das vor ein Problem. Wie begegnet man jemandem, der die Politik als Betrugsgeschäft betreibt und die Lüge zur Wahrheit macht?

Niemand sitzt so oft in Talkshows wie der Merkel-Kritiker Wolfgang Bosbach, obwohl er ein Lügner ist.

Die Talkshowredaktionen versagen im großen Maßstab, indem sie den stramm Rechten immer wieder eine Plattform bieten und dann wie die völlig ungeeignete Anne Will nicht in der Lage sind eine verschwörungstheoretischen Demagogin wie Beatrix von Storch Einhalt zu gebieten. Die mit rechten Gästen durchsetzten Talkshows erreichen mittlerweile eine Untergrenze des Niveaus – so urteilt der SPIEGEL ONLINE.

Der David Berger von 2013 forderte einst ein TV-Verbot für Homophobe und eckte damit erwartungsgemäß ganz gewaltig ab bei den Katholiban, aber er hatte mit seiner damaligen Begründung vollkommen Recht.

Es muß endlich Schluß sein die Rechten und Rechtsextremen medial zu hofieren.
Damit will ich sie keineswegs komplett von den Medien ausschließen.
Aber die müssen von echten Journalisten gestellt werden.
Es muß harte Konfrontationen mit Fakten geben.
Die Unausgegorenheit der sogenannten AfD-Programmatik muß demaskiert werden.

Völlig ungeeingen sind dafür TV-Versager des Schlages Lanz, Will, Jauch oder Plasberg, die den stramm Rechten einfach nur den roten Teppich ausrollen und ihnen kostenlose Sendezeit für braune Propaganda überlassen.

Spon-Mann Georg Diez, der in letzter Zeit häufiger mit brillanten Texten auffällt, fasste diese Erkenntnis vor ein paar Tagen zusammen.

 […] Wir müssen mal wieder über Talkshows reden. Denn was da seit Monaten passiert, fühlt sich langsam an wie eine Art stiller Putsch von Redakteuren, die offensichtlich im ganzen Quoten-Quatsch ihren Kopf verloren haben.
Wie ist es sonst zu erklären, dass zum Beispiel bei einem Thema wie Integration bei Anne Will ausgerechnet Frauke Petry sitzt? Da könnte man genauso einen Pyromanen in eine Streichholzfabrik einladen.
Denn ernsthaft: Was soll das? Es ist klar, was Frauke Petry sagen wird, es ist nicht konstruktiv, es ist polemisch, es vergiftet das Klima, es macht die Diskussion kaputt - und vor allem, es wurde schon 1000-mal gesagt, von ihr und ihren AfD-Kollegen.
[…] Es ist schließlich eine der großen Lügen der "Lügenpresse"-Krakeeler, dass die AfD ausgegrenzt wird: Im Gegenteil, aus lauter Selbsthass oder stiller Sympathie oder weil sie ihr eigener Quoten-Populismus dazu treibt, machen ARD und ZDF seit Monaten Wahlwerbung für die AfD.
[…] Aber nach links hin, so scheint es, hat man immer noch mehr Ängste als nach rechts - erinnert sich noch jemand an den grotesken Auftritt von Björn Höcke mit seiner Deutschlandfahne und dem Moderatorenversagen von Günther Jauch?
Lange schon haben die Rechten einen symbolischen Anteil im Fernsehen, der deutlich höher ist als ihre Stimmen bei Wahlen - oder, genauer gesagt, die Wahlergebnisse nähern sich langsam ihrer symbolischen Präsenz, und man darf da durchaus einen Zusammenhang sehen.
[…][…] Das öffentlich-rechtliche Fernsehen jedenfalls begleitet und moderiert mit seinen Talkshows den gesellschaftlichen Rechtsrutsch. Und befördert ihn damit.

Montag, 16. Mai 2016

Brutale Ehrlichkeit



Das Kind dahinten hat ja einen riesigen Wasserkopf!
 - Was fällt Ihnen ein; das ist mein Sohn!
 
Steht ihm aber ausgezeichnet.

Vermutlich war es im Fernsehen, daß mir zuerst diese richtig dummen Menschen aufgefallen sind, die in Reality-Shows damit prahlen „immer ehrlich“ zu sein. Sie sind stolz darauf anderen ihre Meinung immer direkt ins Gesicht zu sagen.

Diesem Irrglauben liegt die bizarre Selbsteinschätzung zu Grunde, es  fürwäre das Gegenüber immer relevant und wichtig wie man ungefiltert denkt.

Jemanden zu sagen „man, hast du da eine ekeligen großen Pickel auf der Stirn“ ist polterig-aufdringlich und unhöflich. Das läßt sich nicht damit glattbügeln „eben immer ehrlich“ zu sein.

Ich halte mich für einen recht guten Lügner und bin stolz drauf.
Wenn meine 94-Jährige Nachbarin an meinen Geburtstag denkt und mir einige Mon-Chéri Sweet Cherries in den Briefkasten legt, sage ich ihr natürlich, daß ich mich darüber wahnsinnig gefreut habe und nicht das was ich ehrlich denke, nämlich, daß diese widerlichen Branntwein-Billigschokolade-Dinger sofort in den Müll gehören.

In Pflegeeinrichtungen und geriatrischen Abteilungen passiert es mir immer wieder, daß ich auf total vereinsamte Menschen treffe, die ein ganz starkes Mitteilungsbedürfnis haben.
Oft trauen sie sich aber nicht, selbst wenn sie die Gelegenheit bekommen, „Nein, ich will ihnen nicht ihre Zeit stehlen und sie langweilen.“
Dann ist es wichtig sehr gut lügen zu können und den Eindruck zu erwecken, man interessiere sich wirklich brennend für eine Geschichte.
Was kostet es mich schon mir mal eine Stunde Zeit zu nehmen, wenn es einem anderen Menschen so gut tut?

Spontan gut lügen zu können, ist einerseits wichtig um sich aus lästigen Verpflichtungen zu winden, aber es ist noch bedeutender als Fähigkeit Komplimente zu machen und einfach höflich zu sein.

Lügen im privaten Umfeld ist gut.

Natürlich muß man eine Balance finden. Es ist tragisch, wenn man nach 50-Jähriger Ehe feststellt morgens immer den labberigen Kamillentee getrunken zu haben, weil man dachte der Partner verabscheue Kaffee-Geruch, obwohl es ihm umgekehrt genauso ging.
Die Literatur ist voll von diesen Geschichten. Mutter quält sich Jahrzehnte damit ab dem Sohn zum Geburtstag Karpfen zuzubereiten, obwohl sie Fisch nicht ausstehen kann und der Sohn traut sich die ganze Zeit nicht zu sagen, daß er auch keinen Fisch mag, aber immer so tat, als ob es sein Leibgericht wäre, weil Muttern den offenbar so gerne kocht.

Im offiziellen Umfeld sind Lügen noch heikler.

Man lügt natürlich bei ernsthaften physischen Beschwerden nicht seinen behandelnden Arzt über den eigenen Drogenkonsum an!

Das gilt auch für das schreckliche Kreditgespräch in der Bank, wenn man ein Immobiliendarlehen haben möchte. Hier heißt es wirklich brutal ehrlich zu sein, denn sonst kommt man irgendwann in große finanzielle Schwierigkeiten.

Alles was man sagt, muß wahr sein.
Aber man muß nicht alles sagen, was wahr ist.
(Egon Bahr)


Sie sind wichtig, um diplomatisch zu sein.
Aber es kann auch in grob undiplomatisches Verhalten umschlagen, wenn sich das Gegenüber zu offensichtlich verarscht fühlt.

Ein hohes offizielles Amt wie das eines Ministers oder eines Bundeskanzlers bedingt es allerdings, daß man gemäß dem Bahrschen Axiom immer ehrlich ist.

Toppolitiker, die wie Ursula von der Leyen, Finanzminister Wolfgang Schäuble oder Thomas de Maizière immer wieder deftiger Lügen überführt werden, sind eine echte Schande für ihren Beruf.
Allerdings, das gebe ich zu, nützen ihnen ihre Lügen bei der Karriereplanung offensichtlich, da der Urnenpöbel zu phlegmatisch ist, um sich an den Pinocchio-Nasen zu stören.

Dennoch bin ich überzeugt, daß diese permanente Unehrlichkeit insgesamt mehr Schaden anrichtet, weil sie die gesamte politische Klasse in Verruf bringt und somit zu einer echten Demokratie- und Staatsverdrossenheit beiträgt, die sich letztendlich in AfD-Wahlergebnissen und Pogromstimmungen zeigt.

Daß Helmut Kohl über seine Spender und den finanziellen Schwarzgeldsumpf seiner Partei lügt, wundert mich natürlich nicht.
Erstaunlich und irgendwie amüsant ist aber, daß Kohl als Bundeskanzler auch im Zwiegespräch mit Staatsgästen offenbar wie gedruckt log, ohne daß dafür irgendeine Notwendigkeit bestand. Es liegt ihm im Blut.

Märchenonkel im Kanzleramt.
Helmut Kohl hat in seiner Zeit als Kanzler (1982 bis 1998) im Ausland ein merkwürdiges Bild von der Bundesrepublik verbreitet. Argentiniens Präsident Raul Alfonsín erzählte er, die Bundesrepublik sei von Spionen durchsetzt ("circa 20 000 Agenten auf allen Ebenen"). Der britischen Premierministerin Margaret Thatcher vertraute er an, die 2,3 Millionen westdeutschen Erwerbslosen suchten gar nicht alle Arbeit ("Es wird hier viel Missbrauch getrieben"). Und US-Präsident Ronald Reagan berichtete er, es gebe hier Linke, die sich antiamerikanisch äußerten und gleichzeitig "über eine Ranch in Kalifornien" verfügten.

Das muß eine Spezialität der C-Politiker sein.

Sonntag, 15. Mai 2016

Pfingst-Überzeugungen



Die meisten Menschen haben es offensichtlich gern einheitlich, übersichtlich, uniformiert.
Diktaturen aller Couleur versuchen sich daher an der Illusion der Einheitsmenschen.

Und tatsächlich, noch heute beindrucken Leni Riefenstahls NSDAP-Parteitagsfilme mit den Myriaden einheitlich gekleideten Menschen, die so perfekt aufgereiht sind, daß das Individuum vollständig in der Masse verschwimmt.

(….)
Der Tausendfüßler, das Volk,
Zog sein grünfleckiges Tarnzeug
An und aus,
Schrie, haut auf den Lukas,
Biß ins Sommergras
Und bettelte um Gnade.
(…)
(Marie Luise Kaschnitz – Ich lebte)

Wenn Kim Jong Un in dieser Hinsicht brilliert, sein Volk zu einem einziges Tausendfüßler amalgamiert aufmarschieren lässt, richten sich die Kameras der Welt auf Nordkorea.
 Solche Bilder begeistern uns immer noch.

Vielleicht fasziniert uns diese Homogenität, nach der auch so viele andere Gruppen streben – Soldaten, Schützenvereine, Fußballfans, Priester, Neonazis, u.v.a.m. – deswegen so sehr, weil wir wissen, daß es eine Illusion ist.
Homo Sapiens funktioniert nicht wie ein Termitenstaat oder ein Heringsschwarm.

Allmählich dämmert es uns, daß nicht jeder Mensch in so eine Schablone zu pressen ist.
Immer noch wird versucht Individualität auszutreiben – wenn ein Nagel hervorsteht, muß man ihn einschlagen – so das Prinzip in asiatischen Schulen.

Was nicht passt, wird passend gemacht.
Homosexualität ist in vielen Kulturen immer noch nicht vorgesehen und daher auch nicht öffentlich sichtbar.
Keine Gaybars in Pjöngjang, kein Karneval in Riad.

Die Welt lernt aber hinzu. In Europa, Australien und beiden Amerikas scheinen inzwischen Mehrheiten Homosexualität zu akzeptieren, sie sogar als Bereicherung zu empfinden.

Verständlicherweise wollen andere nicht dem einheitlichen Heteromodell entsprechende „Individualisten“ nun nachziehen.
Jedes Tausende Kind wird mit unklarer Geschlechtszugehörigkeit geboren.
Bis vor ganz kurzer Zeit galt das als extremer Makel, der brutal operativ schon im Säuglingsalter behoben wurde. Unter allen Umständen mußte ein Kind in die „männlich oder weiblich“-Schablone passen. Da wurde der Mensch gar nicht erst gefragt, ob er das überhaupt wollte.

Die meisten Menschen fühlen sich entsprechend ihrer Sexualorgane einem Geschlecht zugehörig. Penis = Mann, Vagina = Frau.

Bei einigen ist es aber nicht so. Sie sind Transgender.
In der Öffentlichkeit wirkt es so, als ob sie eines Tages ihr Geschlecht wechseln.
Das klappt inzwischen durch ausgefeilte Operationstechniken und Medikamente verblüffend gut.

Tatsächlich ist diese öffentliche Wahrnehmung wohl ein Missverständnis. Ein Mann-zu-Frau-Transsexueller gleicht in Wirklichkeit lediglich sein Geschlecht an. Sie war immer eine Frau, die durch eine Laune der Natur im mit Penis geboren wurde.

Besonders schwer zu verstehen ist es eigentlich nicht.
Möge sich doch jeder, der sich eindeutig als Mann oder eindeutig als Frau versteht vorstellen, man hätte plötzlich das „falsche“ Geschlechtsteil an sich.
Würde man es nicht loswerden wollen, um sein „altes Ich“ wiederzubekommen?

Ich finde, es gehört wenig Empathie dazu, um zu verstehen, daß man als Mann ungern mit Vulva lebt, respektive daß eine Frau sich sehr an einem an ihr festgewachsenen Penis stört.

Zu doof für so eine Erkenntnis sind natürlich die amerikanischen Konservativen in North Carolina, die vollkommen ausflippen bei der Vorstellung, daß eine Mann-zu-Frau-Transsexuelle eine öffentliche Damentoilette benutzen könnte.

[….] North Carolina hat sich nun darauf versteift, dem Kulturkampf, den das fortschrittliche Obama-Amerika und das rückständige Trump-Amerika hier seit Jahren ausfechten, ein „Toilettengesetz“ anzufügen. Zum Schutz der Privatsphäre soll es nach einem Gesetz mit dem Namen „HB2“ Transgender-Schülern oder -Schülerinnen nicht erlaubt sein, diejenige Toilette aufzusuchen, die ihrer Geschlechtsidentität entspricht. Das Justizministerium in Washington hat diese Woche eine Klage wegen der Verletzung von Bürgerrechten dagegen eingereicht.
Doch weil der Bundesstaat sich nicht beugen will, legt jetzt US-Präsident Barack Obama nach. Am Freitag noch sollte ein Brief an die Schuldistrike des Landes verschickt werden, der die Schulen anweist, die Diskriminierung von Transgender-Kindern zu unterlassen. Andernfalls ist klar: Fördergelder sind gefährdet. [….]

Da bin ich wieder an dem Punkt:
Ich weiß, daß die GOPer und evangelikalen Religioten vollkommen wahnsinnig sind, aber wenn ich sie wie in den letzten Wochen massiv auf CNN auftreten sehe, kann ich es dennoch kaum glauben.
Sie sind so sagenhaft verdummt, daß sie das Wort „Transgender“ offensichtlich überhaupt noch nicht verstanden haben. Für sie bleibt ein als biologischer Mann Geborener in Frauenkleidern für immer ein Perverser, der das sicherlich nur tut, um seine anderen Perversionen, wie zum Beispiel das Kinderschänden auszuleben.
Daß es dafür nicht einen einzigen Beleg gibt, daß vielmehr Kindesmissbrauch fast immer von den engen Verwandten und Vertrauten begangen wird, stört Republikaner und Religiöse nicht.

The daughter of America's most famous evangelical Christian has said God let 9/11 happen to show the US they need him.
Anne Graham Lotz, the daughter of Billy Graham, claimed God has abandoned Americans because of their attitude towards transgender rights, evolution and the separation of church and state.
“I think that’s why God allows bad things to happen," she told the right wing radio station Conservative Review. "I think that’s why he would allow 9/11 to happen, or the dreadful attack in San Bernardino.

Die wahnsinnigen Christen fordern immer noch den Schablonen-Menschen, der sich ihrem Rollen-Verständnis zu fügen hat.
Individualität und aus der Reihe tanzen ist nicht vorgesehen.
Anderenfalls hagelt es Strafen – von Gott.


Diese adipöse Kim-Davis-Reinkarnation wird vermutlich Donald Trump wählen.
Und der Heigei, der heute zu Pfingsten ausgegossen wurde, dürfte mit ihr sein.

Samstag, 14. Mai 2016

Sumpf-Union.



Wolfgang Bosbach nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau, wenn er seine rechten Thesen in Talkshows verbreitet.
Ein bißchen deutschtümeln, ein paar bösartige Gerüchte über Ausländer streuen – das kommt immer noch bestens an beim deutschen Urnenpöbel.
Bosbach ist beliebt.
Es hilft Merkel und der CDU, wenn die etwas bräunlich Denkenden in der Kanzlerinnenpartei immer mal wieder klare Kante zeigen.
Für die meisten CDU-Fans gelten Begriffe wie Toleranz, Multikulti, links oder sozial immer noch als das Böse schlechthin.

Die Union muss sich wieder mehr um die Konservativen bemühen, will sie Wähler nicht dauerhaft an die AfD verlieren, mahnt der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach im radioWelt-Interview auf Bayern 2.

Gerade gestern erlebten wir im Bundestag 100%ige AfD-Politik, purer Populismus.
So macht die GroKo mit rechter Symbolpolitik die AfD hoffähig.

Es ist absurd Merkels CDU als irgendwie nach links gerutschtes Post-Dregger-Rudiment zu betrachten.
Merkel ist keine Ausländerfreundin und redet genauso wie die AfD.


Mit ihrer brutal-destruktiven Austeritätspolitik handelt Deutschland unter CDU-Führung schwer europafeindlich und weit konservativer als fast alle anderen Länder Europas.

Merkel blockiert immer noch auf internationaler Ebene den Klimaschutz, geht gar nicht erst zu Klimagipfeln, sondern besucht an dem Tag symbolträchtig die CO2-Lobby.

Ähnliches gilt übrigens auch für Homo-Rechte.
Während die christliche USA, die stramm katholischen Länder Malta, Irland oder Spanien längst die volle rechtliche Gleichstellung Schwuler und Lesben durchgesetzt haben, ist Deutschland auf Druck Merkels weit zurückgefallen und diskriminiert lieber weiter.

CDU-Deutschland ist ein ziemlicher Sumpf.
Immer wieder gerne guckt man auf den Berliner CDU-Landesverband, also das was sich direkt unter Merkels Augen tut.

Frank Steffel, Jahrgang 1966, ist ein wandelndes Klischee.
Keiner verkörpert den Westberliner kleinbürgerlichen Spießer-Klüngel besser als der CDU-Vielfach-Funktionär, der schon mit 16 in die Partei Diepgens und Landowskys eintrat.

Von Papi erbte er eine Teppichverleger-Firma und fühlte sich allein dadurch seinen Mitbürgern überlegen.
Linke, Migranten, Künstler - kurzum die ganze Berliner alternative Szene hasste er schon immer wie die Pest und drückte dies auch in seiner eigenen Sprache aus:

Die Süddeutschen Zeitung vom 23. August 2001 berichtete als Erste darüber, er habe in seiner Zeit bei der Jungen Union Schwarze „Bimbos“ und Türken „Kanaken“ genannt.
Behinderte waren für ihn „Mongos“ und eine Lehrerin, die diese Ausdrücke bemängelte, bezeichnete Jung-Steffel als „Kommunistenschlampe“.

Die Kritik an seinen Manieren konnte er nicht verstehen und erklärte Michel Friedman:
„Einem Jugendlichen rutscht sowas schon mal raus!“

Im Intrigantengestrüpp der Berliner CDU hangelte er sich 2001 zum Bürgermeisterkandidat empor und forderte Klaus Wowereit heraus.

Zunächst hatte Steffel übrigens behauptet nie solche Ausdrücke verwendet zu haben. Das sei eine Medienlüge. Blöderweise lief ein Tonband mit und Steffel wurde auch noch der Lüge überführt.

Besser ist es noch nicht geworden.
Meldung vom 13.05.2016:
Der Nazi-Gröler Lukas Krieger, ehemaliger Bundesvorsitzender der CDU-Schülerunion,  tritt als Kandidat für die CDU Charlottenburg-Wilmersdorf an.
Das erneut veröffentlichte Video, das ihn und weitere Berliner CDUler mit Hakenkreuzen hantierend zeigt, konnte die CDU nicht veranlassen ihn von der CDU-Wahlliste zu streichen.

Als Mitglied der Schüler-Union hatte Krieger zusammen mit den heute aktiven CDU-Politikern Christoph Brzezinski und Danny Freymark ein Video gedreht, in dem Nazi-Sprüche fielen und ein Hakenkreuz gezeigt wurde. Als das Video 2008 an die Öffentlichkeit lanciert wurde, gaben die drei einen großen Fehler zu. Sie nahmen parteiliche Sanktionen an und verzichteten zeitweise auf parteipolitisches Engagement. Vor Kurzem veröffentlichten die Zeitungen „B.Z.“ und „Bild“ das Video auf ihren Internetseiten – nachdem bekannt geworden war, dass Krieger und Freymark für das Abgeordnetenhaus kandidieren und Brzezinski in die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf möchte.

Wolfgang Bosbach punktet damit, die CDU müsse noch weiter nach rechts rutschen….