Sonntag, 19. Mai 2013

Serbisch-Orthodoxe zum Dritten.



OK, streng genommen geht es diesmal gar nicht um SERBEN, sondern die orthodoxen Christen in Georgien.
Aber wer wird denn am Tage der Ausgießung des Heiligen Geistes so pingelig sein?
Georgien also. Dort wollten ein paar Schwule und Lesben am „internationalen Tag gegen Homophobie“ (= IDAHO = International Day Against Homophobia, wird seit 2005 jeweils am 17. Mai begangen) demonstrieren.
Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche Georgiens, Patriarch Ilia II., hatte ein Verbot der Homorechts-Demo gefordert und erklärt, Homosexualität sei "anormal und eine Krankheit".
Der 80-Jährige gebürtige Irakli Ghuduschauri-Schiolaschwili ist Patriarch der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche, Erzbischof von Mzcheta-Tiflis und Metropolit von Zchum-Abchasien. Der homophobe Hass-Patriarch ist hochgeehrt. 
1986 erhielt er die Ehrendoktorwürden des theologischen St. Wladimir Seminars in New York, er ist Mitglied der Christlichen Friedenskonferenz, er war einer der sechs Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirchen und ist seit 1997 ist er Mitglied der Internationalen Akademie für Information der UNO.
Die Orthodoxe Kirche Georgiens (georgisch ქართული მართლმადიდებელი და სამოციქულო ეკლესია, Kartuli Martlmadidebeli da Samotsikulo Eklesia) ist Teil der Verfassung Georgiens, sie muß keine Steuern bezahlen und Patriarch Ilia II. darf bei feierlichen Anlässen auf der Regierungsbank platznehmen.
Rund vier Millionen Georgier, 85% der Bevölkerung, sind georgisch-orthodoxe Christen. 
Es bestehen 15 Eparchien (Bistümer), 350 Pfarrkirchen und 50 Klöster (1996).
Wie ihre katholischen und orthodoxen Kollegen in anderen Ländern, versteht sich aber auch die kleine Kartuli Martlmadidebeli da Samotsikulo Eklesia vorzüglich darauf Gewalt und Hass zu säen.


Die serbisch-orthodoxen Brüder zeigen sich dabei gern von der ganz abartigen Seite, indem sie Todeswünsche aussprechen, zum Völkermord aufrufen oder Kinder vergewaltigen.

Aber auch die etwas moderater auftretenden Katholiken des neuerdings so beliebten Papst Franz verursachen eine massive Zunahme von brutalen Ausschreitungen.
Zum Beispiel in Frankreich.
Dort hat die massive homophobe Propaganda der RKK durchaus Wirkung gezeigt.
Die französische Schwulen- und Lesbenrechtsgruppe SOS Homophobie hat eine dramatische Zunahme von Beleidigungen und Angriffen gegen Lesben und Schwule in Frankreich im Zuge der Debatte um die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe beklagt. Im Oktober und November 2012 seien jeweils doppelt so viele Vorfälle gemeldet worden wie in den Vorjahresmonaten, erklärte die Organisation am Dienstag bei der Vorstellung ihres Jahresberichts in Paris. Im Dezember habe sich die Zahl sogar verdreifacht. "Der Beginn des Jahres 2013 weist die gleiche Tendenz auf", sagte SOS-Homophobie-Chefin Elisabeth Ronzier.   Die französische Gesellschaft gilt grundsätzlich nicht als homophob - in Paris etwa gibt es, wie in vielen europäischen Städten eine lebendige Schwulen- und Lesbenszene. Im Rahmen der Gesetzesnovelle haben sich die konservativen Kräfte des Landes jedoch radikalisiert. Umfragen zufolge war eine klare Mehrheit der Bevölkerung für die Liberalisierung der Ehe.
Die Georgisch-Orthodoxen sind gleich selbst als schwarzer-Popen-Block gegen die Homosexuellen vorgegangen.


Christliche Nächstenliebe eben.
Thousands of Georgians have protested in the capital Tbilisi against a gay rights rally being held to mark the international day against homophobia.

They broke through police barricades and carried stinging nettles with which to beat activists. Some posters read: "We don't need Sodom and Gomorrah". […] Several people, including a journalist and a police officer, were injured.  The protests followed comments from the head of the Georgian Orthodox Church.  Patriarch Ilia II had urged the authorities not to allow the gay pride rally to go ahead, saying it was a "violation of the majority's rights" and "an insult" to the Georgian nation. He described homosexuality as a disease and compared it to drug addiction.   The BBC's Damien McGuinness in Tbilisi says the Patriarch is by far the most respected public figure in Georgia, with approval ratings consistently at around 90%.   All the anti-gay demonstrators our correspondent spoke to said the Patriarch's comments had inspired them to attend Friday's protest, which was organised with the help of Orthodox priests.
Mit Steinwürfen vertrieben Tausende orthodoxe Gläubige, angeführt von Priestern, am internationalen Tag gegen die Diskriminierung von Homosexuellen einige Dutzend Schwule und Lesben aus der Innenstadt. 13 Verletzte wurden in Kliniken gebracht, wie Medien am Freitag aus der Ex-Sowjetrepublik im Südkaukasus berichteten.
Der Christliche Mob stellt heutige Nazidemos in Deutschland locker in den Schatten.



Georgien möchte übrigens gerne in die EU.
Es hat zwar einen korrupten und verlogenen Präsidenten, aber da dieser sich als Intimfeind Putins sieht, drängen die USA schon die EU zur Aufnahme Georgien.

Samstag, 18. Mai 2013

Homöopathisch Nie.

Zugegeben, es verlockt manchmal ein homöopathisches Mittelchen auszuprobieren, wenn Menschen, denen man normalerweise vertraut, Stein und Bein schwören, es helfe ganz phantastisch.
Die Versuchung ist natürlich umso größer, wenn es um ein Leiden geht, welches mit schulmedizinischen Methoden nicht in den Griff zu bekommen ist.
Aktuelles Beispiel ist mein Heuschnupfen, der mich dieses Jahr in den Wahnsinn zu treiben droht.
Dazu wird mir immer wieder das „absolute Wundermittel“ Regasinum empfohlen.
Regasinum Antallergicum ist eine Arznei aus dem Kreis der Homöopathie mit vielversprechenden Erfolgen beim Einsatz in der Allergiebehandlung, bei diversen Hautveränderungen aus dem Ekzemkreis sowie gegen Psoriasis und Neurodermitis. Nach meiner Erfahrung können diese Krankheitsbilder nachhaltig für eine gewisse Zeit gelindert werden. Das Nebenwirkungsspektrum ist sehr gering und die Kosten sehr überschaubar und von Jedem bezahlbar.
Die wenig spektakulären Inhaltsstoffe sind selbstredend irrelevant, weil diese Homöopathen-Mittelchen ja ohnehin so „verdünnt“ sind, daß man keinerlei Wirkstoff zu sich nimmt:
Apis mellifica Dil. D4: (Honigbiene) Aralia racemosa Dil. D3: (Amerikanische Narde, Araliacceae), Naja tripudians Dil. D8: (Kobra oder Brillenschlange), Acidum formicicum Dil. D6: (Ameisensäure). 
Der Verdünnungsfaktor „D8“ bedeutet beispielsweise, daß ein Teil Wirkstoff auf Einhundert Millionen Teile Wasser kommt. 1:100.000.000. Das wäre also ein Tropfen geraspelte Kobra-Lösung in einer Tanklasterfüllung Wasser.
Hier ist also Imaginationskraft gefordert.
 Mit anderen Worten: Man muß schon dran glauben.
Und hier beginnt mein ganz großes Problem.
Dinge einfach zu glauben, die wissenschaftlich als Schwachsinn enttarnt sind, ist meine große Schwäche.
 Kein Funken Spiritualität bringe ich auf und bin der am wenigsten religiöse Mensch, den man sich vorstellen kann.
Glaubt man allerdings an Homöopathie oder gerät an einen Arzt, der seine Methode überzeugend verkaufen kann, kann ein gewaltiger Placeboeffekt eintreten.
Eine meiner Kommilitoninen jobbte während des Studiums als Nachtschwester in einem Altenpflegeheim auf einer Station, die für renitente Rentnerinnen verschrien war, die die ganze Nacht andauernd klingelten und sich beklagten nicht schlafen zu können.
Mit der Zeit wurde gemauschelt, daß diese Studentin heimlich aus dem pharmakologischen Institut ein hochwirksames Schlafmittel schmuggele, welches sie an Bewohner mit extremen Schlafstörungen abgebe.
Es war ein Wundermittel. Wenige Minuten nach der Einnahme, schliefen die schwierigsten Patienten ein und wachten acht Stunden nicht mehr auf.
Tatsächlich verabreichte sie ihnen kleine Traubenzuckerdrops – mit der richtigen Geschichte.
Ich habe damals mit ihr diskutiert, daß ich dieses Vorgehen amoralisch fände.
 Sie war aber der Meinung schließlich sei allen geholfen und sie verlange auch keine Gegenleistung.
Placebo-Effekte können enorm sein. 
Ich würde gerne wissen, ob ich mit so einem Mittel auch einschlafen könnte. Es fällt mir allerdings schwer daran zu glauben, denn bei „Wunderschlafmittel“ würde ich automatisch hellhörig werden und nach dem Wirkungsmechanismus fragen.

Aber man darf Placebo-Effekte nicht kleinreden.
Eine bekannte Studie zu Schein-Operationen ist die des amerikanischen Chirurgen Bruce Moseley. Als Spezialist für Gelenkerkrankungen hatte er zahlreiche ältere Menschen mit Knie-Arthrose unter seinen Patienten, und Arthroskopien gehörten zu seiner Routine. Irgendwann wollte er wissen, ob nicht ein Teil des Behandlungserfolgs auf einem Placebo-Effekt beruht.
Er inszenierte ganz normale Operationen mit den üblichen Präliminarien wie Aufnahme ins Krankenhaus, Beruhigungsspritze, Narkose und den typischen Geräuschen eines OP-Saals, operierte aber tatsächlich nur die Hälfte der Patienten. Den anderen ritzte er während der Narkose nur die Haut ein, damit das Knie etwas blutete, und verpasste ihnen eine dicke Naht. Um die Täuschung zu perfektionieren, konnten die Schein-Operierten ebenso wie alle anderen auf einem Monitor eine echte Operation verfolgen, nur dass es bei ihnen gar nicht ihre eigene war.
Das Ergebnis war, dass die zum Schein operier­ten Menschen nach der Heilungsphase ebenso zufrieden waren mit der Behandlung wie die tat­sächlich Operierten. Moseley betrachtete das als Nachweis für einen Placebo-Effekt. Gleichzeitig zeigte es aber auch, dass eine Kniegelenks-Operation in vielen Fällen nutzlos oder überflüssig ist, weil die Beschwerden auch von selbst oder mit einer weniger invasiven Therapie verschwinden. Quelle: Moseley, J. B., et al., A Controlled Trial of Arthroscopic Surgery for Osteoarthritis of the Knee. N. Engl. J. Med. 347 (2002) 81-88.
Placebo-Effekte sind durchaus zu erklären. 
Die Stichworte sind „Erwartung“ und „Konditionierung“.
Ein hochreligiöser Mensch, der fest an Marienerscheinungen und Wunder glaubt, kann also durch eine aufwändige Pilgerfahrt seinen Heuschnupfen tatsächlich lindern, während das Lourdes-Wasser bei mir gar keine Linderung brächte.
Bis zu einem gewissen Grad sind also die tatsächlichen Wirkungsmechanismen irrelevant.
Patienten, die homöopathische Mittel wünschen, neh­men sie mit einer hohen positiven Erwartungshaltung ein, weil sie ihrer Weltanschauung und ihren Vorlieben entsprechen. Hinzu kommt eine gewisse Konditio­nie­rung, da normalerweise jeder Erwachsene in seinem Leben schon einmal die Er­fahrung gemacht hat, dass Arzneimittel ihm geholfen haben. Diese positive Erfah­rung überträgt sich sowohl auf Placebos als auch auf Globuli oder andere Sub­stanzen. Somit tritt mit hoher Wahrscheinlichkeit die gewünschte Wirkung ein. Ob dieser eine pharmakologisch nachweisbare Substanz zugrunde liegt oder ein Placebo, ist unwesentlich.
Man könnte das Spiel auf die Spitze treiben und einem hochgradig überzeugten Homöopathiefan dazu animieren eine Krebserkrankung oder einen Leistenbruch mit Globuli zu heilen, um ihm zu beweisen, daß diese teuren Zuckerkügelchen nichts bringen.

Tatsächlich schützt sich der Esoterikmedizinfan vor solchen Enttäuschungen, indem er sich selbst eben nicht auf diese Probe stellt. 
Instinktiv erwartet ein Homöopathie-Patient nur überschaubare Erfolge, ohne sich aber die beschränkte Wirkung einzugestehen.
Hier handelt es sich um dasselbe Phänomen, wie bei Religiösen, die um Heilung beten.
Milliarden Gläubige weltweit würden schwören, daß ihre Gebete bei Krankheiten helfen können, obwohl dies nie in einer Studie nachgewiesen werden konnte.
Aber selbst die Strenggläubigen, die ihren Gott für allmächtig halten, erwarten in Wirklichkeiten eben KEINE Wunder von ihm. Sie beten nur für einen Effekt, der ohnehin eintreten könnte.
Etwas Unmögliches erwarten sie aber eben nicht. Sie wissen im Grunde genommen genau, daß die Fähigkeiten des „Allmächtigen“ sehr begrenzt sind. Warum beten sie dennoch?
Die Antwort scheint mir zu sein, daß die Gläubigen sich ihre eigene Illusion nicht zerstören wollen und in vorauseilendem Gehorsam nur für das beten, das mit einer messbaren Wahrscheinlichkeit ohnehin eintreffen könnte.

Auf Gebete verlassen will sich aber keiner.

Noch nicht mal der Papst - sonst würde er nicht im Panzerglaswagen umher fahren, sonst würden auf Kirchen keine Blitzableiter angebracht werden. Beides sind schließlich Beweise dafür, daß nicht an die Kraft Gottes geglaubt wird.

Ähnlich verhält es sich mit Krankheiten.
Wenn, wie zum Beispiel bei Krebs eine (wenn auch extrem geringe) Aussicht der Spontanremission besteht, oder man sich in onkologischer Behandlung befindet, „lohnt“ es sich zu beten.

In ganz aussichtslosen Fällen, wird gar nicht erst gebetet, da sich der Gläubige unterbewußt darüber klar ist, daß er doch kein Gläubiger ist und doch nicht an die Allmacht Gottes glaubt.

Deswegen beten Amputierte nicht dafür, daß ihnen über Nacht ein Bein oder ein Arm nachwächst.
Dies ist nichts anderes als das Eingeständnis, daß Gott gar nicht heilen kann.

Denn WÄRE er ALLmächtig, könnte er schließlich genauso einen Arm nachwachsen lassen („ein Wunder“) wie die französische Ordensschwester Marie Simon-Pierre „über Nacht“ von Parkinson zu befreien und damit seinem ehemaligen Vize Woytila zur Seligkeit zu verhelfen.

In Wahrheit wissen wir aber keineswegs, weswegen die Nonne geheilt wurde.

Für den zu Parkinson analogen Fall eines Tumors schreibt „whywontgodhealamputees.com“ sinngemäß:
Bevor man sich nicht die Zeit nimmt hierüber einmal rational nachzudenken, erscheint die Situation nicht eindeutig zu klären. Sowohl Gott kann hier geheilt haben, wie die Gläubigen glauben, wie auch der Arzt und die Medizin. Oder es kam zur Spontanheilung durch das eigene Immunsystem. Wenn der Tumor verschwindet kann dies mit anderen Worten durch verschiedene Ereignisse geschehen sein. So kann es lediglich ein zufälliges Zusammentreffen von Ereignissen gewesen sein, dass Sie gebetet haben und die Heilung erfolgte. Dann hätten die Gebete absolut Nichts mit der Heilung zu tun gehabt. Wie können wir also entscheiden, ob Gott die Heilung verursachte oder irgendein anderer Effekt?
Ein Weg besteht darin, die Uneindeutigkeit aus solchen Ereignissen zu eliminieren. In einer eindeutigen Situation können wir entscheiden, ob Gott etwas mit der Heilung zu tun hat oder nicht.
Eindeutigkeit, also Hoffnungslosigkeit besteht aber bei Amputierten.
Es gibt kein medizinisches Verfahren Beine nachwachsen zu lassen. Es ist noch nie eine Spontan-Beinnachwachsung beobachtet worden. Ein allmächtiger Gott sollte das aber können, sonst wäre er qua Definition gar kein Gott. Zudem sagt Jesus, daß jedes Gebet erhört wird.
Was passiert also, wenn wir zu Gott beten, er solle einen Amputierten heilen? Nach Aussage der Bibel müssten nun die fehlenden Gliedmaßen nachwachsen. In Wirklichkeit tun sie dies natürlich nicht. Warum tun sie es nicht? Weil Gott eine Illusion ist! Man beachte, dass es in dieser Situation keinerlei Mehrdeutigkeit gibt! Es gibt absolut nur einen einzigen Weg wie ein amputiertes Glied nachwachsen kann. Dieser einzige Weg würde darin bestehen, dass Gott ein Wunder wirkt. Gott müsste die Gebete erhören! Was wir aber finden ist, dass wann immer wir eine eineindeutige Situation herstellen, in der es keinen Raum für das Zusammentreffen zweier Ereignisse gibt, wir niemals eine Antwort Gottes auf Gebete finden. Gott beantwortet NIEMALS Gebete, wenn diese Antwort nicht durch bloßen Zufall geschehen kann.
Tatsächlich gibt es diverse groß angelegte Studien, die finanziert von Christen zu dem für sie niederschmetternden Ergebnis kamen, daß Gebete beim Krankheitsverlauf gar nicht helfen.
Würde stimmen, was in der Bibel steht, könnten wir ohnehin Hunger und Krankheiten recht einfach überwinden:
You can see the same effect in the following prayer. Let's assume that you are a true believer and you do believe that God cures cancer. What would happen if we get down on our knees and pray to God in this way:
Dear God, almighty, all-powerful, all-loving creator of the universe, we pray to you to cure every case of cancer on this planet tonight. We pray in faith, knowing you will bless us as you describe in Matthew 7:7, Matthew 17:20, Matthew 21:21, Mark 11:24, John 14:12-14, Matthew 18:19 and James 5:15-16.
In Jesus' name we pray, Amen. We pray sincerely, knowing that when God answers this completely heartfelt, unselfish, non-materialistic prayer, it will glorify God and help millions of people in remarkable ways.
If God cures cancer, then this is an easy prayer for an omnipotent, all-loving God to answer.
The fact is, what this prayer does is remove ambiguity. As soon as we do that, we see the true nature of "God."
There is no way that a coincidence can answer this prayer, and, sure enough, the prayer goes unanswered.

If you look at the data, you can see exactly what is happening here:
When we pray to God about any non-ambigous situation, God never answers the prayer.
When we analyse any ambiguous prayer using statistical tools, we find zero effect from prayer.
Gott existiert also nicht, oder das was in der Bibel über ihn steht ist alles Bullshit.
Simple as that.
(Tammox 02.07.2011)

Was mich nachhaltig irritiert, ist die Tatsache, daß sowohl die aktuelle ZEIT („Esoterik – Jenseits der Vernunft“), als auch der aktuelle SPIEGEL („Der heilende Geist. Medizin: Gesund durch Meditation und Entspannung“) mit Esoterik titeln.
 
Es wäre zu einfach zu sagen, Homöopathie wäre zwar Humbug, aber außer dem materiellen Schaden bei den Esoterikgläubigen werde niemand verletzt.

So leicht ist es nicht, denn Eso-Scharlatane können durch Verdrängung der klassischen Medizin durchaus schwere gesundheitliche Probleme verursachen.
Und auch der von mir so gepriesene Placebo-Effekt, hat eine Kehrseite, nämlich seinen dunklen Bruder „Nocebo-Effekt“ (von lat. nocere = schaden, nocebo = ich werde schaden). Analog des Placebo-Effektes tritt hier durch eine Behandlung ohne Sinn, oder ein Medikament ohne Wirkstoff ein Effekt ein, der aber dem Wohlbefinden nicht etwa förderlich, sondern abträglich ist.
Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Unruhe verursacht von Elektrosmog oder unterirdische Wasserströme dürften so ein Beispiel sein.
Diese Effekte gibt es zwar nicht, aber es wird so viel darüber geschrieben, daß viele Menschen schon anfangen unter den Folgen zu leiden, weil sie von den negativen Folgen des Elektrosmogs überzeugt sind.
Besonders problematisch sind Beipackzettel, die viele Menschen nur durchlesen müssen, um schon an den beschriebenen Nebenwirkungen zu leiden.
Ein Mann, der zum Tode verurteilt wurde und auf seine Hinrichtung wartet, bekommt Besuch von einem Arzt, der ein Experiment vorbereitet hat: Er verbindet ihm die Augen, fesselt ihn an Armen und Beinen an sein Bett und ritzt mit einem Skalpell die Haut an Handflächen und Fußsohlen ein. Gleichzeitig sticht er kleine Löcher in Wasserbeutel, die er an den Bettpfosten angebracht hat. Mit dem Schnitt in die Haut beginnt das Wasser in Blechschüsseln zu tropfen.
Der Arzt stimmt einen monotonen Singsang dazu an, der immer leiser wird. Irgendwann tropft das Wasser nur noch langsam in die Schüsseln, und der Mann ist nicht mehr ansprechbar. Der Arzt vermutet, der Mann sei eingeschlafen oder ohnmächtig geworden. Doch er irrt, der Verbrecher ist tot – gestorben an dem Glauben, dass er verbluten würde. Dabei hat er durch die kleinen Schnitte in die Haut nicht mal ein Schnapsglas voll Blut verloren.
Dieses ebenso grausame wie aufschlussreiche Experiment fand in den Dreißigerjahren in Indien statt. Es ging in die Medizingeschichte ein, als drastisches Beispiel für die Kraft negativer Gefühle und Vorstellungen. […] »Der Placebo-Nocebo-Effekt ist ein erstaunliches Beispiel dafür, wie Seele und Geist mit dem Körper interagieren«, sagt Fabrizio Benedetti.   Amerikanische Psychologen konnten zum Beispiel zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzschlag zu sterben, für Frauen dreimal so hoch ist, wenn sie glauben, sie seien besonders anfällig für einen Infarkt. »Negative Gefühle erhöhen bei allen Menschen die Gefahr für einen Infarkt so stark wie Bluthochdruck«, sagt Karl-Heinz Ladwig, Herzexperte in der Klinik für Psychosomatik der Technischen Universität München. Symptome wie Erschöpfung oder Hoffnungslosigkeit in den sechs Monaten vor einem Infarkt seien so typisch, dass Ärzte den seelischen Beschwerden und Stimmungstiefs viel mehr Aufmerksamkeit schenken und nicht nur die klassischen Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes und erhöhtes Cholesterin beachten sollten. […]  »Der Schaden durch Nocebos geht in die Milliarden«, sagt Manfred Schedlowski, Psychologe an der Universität Essen. »Viele Menschen nehmen ihre Medikamente aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen nicht ein – Ärzte müssten viel besser darüber aufklären.« Schedlowski ärgert sich, dass kaum ein Mediziner seinen Patienten die beruhigende Wahrheit sagt: Die Pharmafirmen sind aufgrund immer strengerer Sicherheitsbestimmungen verpflichtet, jede Nebenwirkung, die jemals irgendwo aufgetreten ist, in Beipackzetteln aufzulisten, und sei sie noch so selten. Die möglichen Schäden lesen sich dann selbst bei den harmlosesten Medikamenten wie eine Horrorliste – »auch wenn es wahrscheinlicher ist, vom Blitz getroffen zu werden als diese Nebenwirkung zu erleiden«, so Schedlowski.
Kaum zuträglicher für die Genesung von Patienten ist deren Gefühl, zu billig behandelt zu werden. In einer Studie wurden Probanden mit ein und demselben Medikament behandelt, erhielten aber unterschiedliche Angaben über den Preis des Mittels. 85 Prozent der Teilnehmer, die ein angeblich teureres Medikament bekamen, berichteten daraufhin von nachlassenden Schmerzen; in der Gruppe mit dem vermeintlich im Preis herabgesetzten Mittel waren es nur 61 Prozent. Diese Haltung kennen Ärzte auch aus der täglichen Praxis. So bevorzugen viele Patienten rezeptpflichtige teure Schmerzmittel gegenüber rezeptfreien billigen. Viele Patienten klagen auch darüber, dass preisgünstige Generika bei ihnen nicht so gut wirken wie das teure Original – obwohl der Wirkstoff des Nachahmermittels chemisch absolut identisch ist mit dem des Ursprungspräparats. Der Essener Placeboforscher Manfred Schedlowski fordert daher, Patienten eingehender an der Therapie zu beteiligen. »Ärzte sollten sich mehr Zeit nehmen und Patienten erklären, dass diese Mittel genauso gut wirken wie die teuren, statt ihnen nur zu sagen: Die Krankenkasse bezahlt die anderen nicht mehr.«

Freitag, 17. Mai 2013

Serbisch-Orthodoxe zum Zweiten.



Weltweit elf Millionen Serben, davon vier Millionen im Ausland, gehören der Serbisch-Orthodoxen Kirche (serbisch Српска Православна Црква/Srpska Pravoslavna Crkva, abgekürzt СПЦ/SPC)  an und die Leute haben schwer einen an der Waffel.

Das Patriarchat in Belgrad sieht sich immer noch als eine Art Nationalkirche Großserbiens, bzw Großjugoslawiens und läßt keine Gelegenheit unversucht Streit anzufangen.
Gegen Homosexuelle zu hetzen, ist da nur eine Fassette des Hasses, den serbisch-orthodoxe Popen und Bischöfe zu bieten haben.
Einige überzeugende Gründe die SPC zu lieben präsentierte ich bereits Anfang dieser Woche.
Die beiden mordlustigen serbischen Bischöfe Amfilohije und Atanasije sind eine Zierde ihrer Zunft, hatten wir gelernt.

Heute ist aber noch ein kleines Update fällig.
Es geht; OK, ich gebe es zu, das ist langweilig, um die eine für alle konservativen Kirchisten typische Angelegenheit.
Sobald sie mal kurz ihr Maul halten und ihre Moralpredigen unterbrechen, fangen sie an kleine Jungs zu ficken.
Scheinheiliger geht nicht.
Alljährlich im Herbst wettert etwa das seit 2010 amtierende Kirchenoberhaupt, Patriarch Irinej (82), mit ziemlichem Erfolg gegen das vermeintliche Sodom und Gomorra der „Homo-Paraden“, die Serbiens Regierung hernach meist willfährig im Voraus verbietet. Bei sexuellem Missbrauch von Priesterseminaristen und Religionsschülern durch eigene Würdenträger drücken die Sittenwächter im Heiligen Synod jedoch meist beide Augen zu.
Wie so oft sind auch in Serbien die staatlichen Organe so bischofsphil, daß sie alle Augen zudrücken.
Wer von einem Geistlichen sexuell belästigt oder vergewaltigt wurde, hat kaum Chancen vor Gericht.
 Der Vorwurf: wiederholter sexueller Missbrauch. Der Beschuldigte: Tomislav Gacic, der als Bischof der serbisch-orthodoxen Kirche den Namen Pahomije trägt. Die Justiz wurde aktiv, nachdem der 24 Jahre alte Nemanja S. den Bischof beschuldigt hatte, ihn als 16-jährigen Klosterschüler missbraucht zu haben. Der Bischof bestreitet dies und hat seinerseits Klage eingereicht: Nemanja S. habe als Angestellter des bischöflichen Souvenirladens Waren unterschlagen. Um davon abzulenken, beschuldige er nun den Bischof des sexuellen Missbrauchs.

Lokalen Medien zufolge sollen auch andere Zeugen den Bischof belastet haben. Am 9.Mai zitierte Serbiens größte Tageszeitung Blic aus einem Dossier serbischer Sicherheitsdienste über angebliche weitere Missbrauchsepisoden des Bischofs. Anders als nach Missbrauchsskandalen in Deutschland, Irland oder den USA legen in Serbien weder die Kirche noch die eng mit ihr zusammenarbeitende Regierung großen juristischen Eifer bei der Aufklärung an den Tag.

Bereits im Dezember 2002 wurde Bischof Pahomije des sexuellen Missbrauchs angeklagt, nachdem vier Kinder - das jüngste ein 13-jähriger Junge - mit ihren Eltern zur Polizei gegangen waren. Doch vor Gericht lief die Sache für den Bischof gut. In Serbien müssen sexuelle Verbrechen innerhalb von sechs Jahren vom Zeitpunkt der Tat an rechtskräftig verhandelt sein - sonst verjähren sie. Gacics Prozess wurde über vier Jahre vertagt.

Vor dem Urteil Anfang März 2007 soll sich Serbiens damaliger Justizminister mit den Richtern getroffen haben. Tags darauf wurde der Bischof von allen Vorwürfen freigesprochen. Die Begründung: Die Aussagen der vier Missbrauchsopfer und von Mönchen und Nonnen seien unglaubwürdig. Das Berufungsgericht kam zum selben Resultat. Zwar stellte Serbiens Oberster Gerichtshof später fest, mit den Freisprüchen sei 'das Gesetz verletzt' worden. Es hob die Urteile auf. Zu einem neuen Prozess aber kam es wegen der Sechsjahresfrist nicht mehr.
(SZ, 17.05.13)
Bischof Pahomije ist dabei keine Ausnahme.
Auch andere raffgierige, notgeile Popen vergewaltigen und lügen.
Seit Tagen berichten serbische und bosnische Medien über anzügliche Videoaufnahmen des sogenannten „Teufelsbischofs“, Vasilije Kačavenda: Sie sollen den 74-jährigen, optisch ziemlich streng wirkenden Bischof des serbisch-orthodoxen Bistums von Zvornik-Tuzla in Bosnien beim Austausch intimer Zärtlichkeiten mit vermutlich Minderjährigen zeigen.

Als „kleine Pornokollektion“ bezeichnet die Belgrader Zeitung „Blic“ gar die eindeutigen Videoaufnahmen, die Fotografien und mehr als 40 Zeugenaussagen, die dem Heiligen Synod der Serbisch-Orthodoxen Kirche (SPC) als Beweis für das keineswegs nur göttliche Treiben ihres Kirchendieners vorliegen.

Vor allem als strammer Nationalist hatte sich Kačavenda schon während des Bosnienkriegs in den 1990er-Jahren einen zweifelhaften Ruf erworben: Mit den Truppen des mit ihm seinerzeit befreundeten Serben-Generals Ratko Mladić war der Bischof am 13. Juli 1995 in die bosnische Muslim-Enklave Srebrenica einmarschiert und rief dort am Vorabend des berüchtigten Massakers an mehr als 7000 Muslimen in flammenden Reden zur „Rache an den Türken“ auf: „Blut schreit nach Rache.“

Der unter dem dringenden Verdacht des Kindesmissbrauchs stehende Geistliche, der sich zu hohen Feiertagen auch schon männliche Stripper in den Bischofspalast von Bijeljina (Nordostbosnien nahe Tuzla) bestellt haben soll, ist indes keineswegs das einzige schwarze Schaf in den Reihen der serbisch-orthodoxen Bischofsriege: Die Liste der Fehltritte von Serbiens „Scheinheiligen“ scheint lang zu sein.

Vor allem aber sollen sich die Praktiken Kacevendas nicht auf Sex mit Erwachsenen beschränken. Dem ehemaligen Dekan Bojan Jovanovic zufolge forderte der Bischof ihn schon während seiner Zeit am Bischofssitz im Städtchen Bijelina 1998/1999 auf, ihm aus einer Grundschule 'kleine Jungen von höchstens zehn Jahren, am besten Waisenkinder, auszusuchen und zu ihm in den Bischofssitz zu bringen'. Ein Junge habe ihm gesagt, der Bischof habe ihn missbraucht. 'Am ganzen Bischofssitz und darüber hinaus war die Neigung des Bischofs zu Sex mit Männern und minderjährigen Jungen bekannt', sagte Jovanovic, der heute 36 Jahre alt ist.
(SZ, 17.05.13)

Donnerstag, 16. Mai 2013

Deswegen SPD – Teil VIII




Zu Beginn dieser lockeren Pro-SPD-Reihe versuchte ich die Ausgangslage zu schildern. Das publizistische Jaucheloch, in dem die Sozis stecken. 
Das ist aber verdammt ungerecht, weil die korrumpierten Parteien eindeutig die Schwarzgelben sind.

Das waren noch Zeiten, als Ehre und Anstand in der Bundesregierung herrschten.
Man erinnert es zwar kaum noch, aber es gab tatsächlich Menschen in der Regierung, denen man voll vertrauen konnte, die nicht an persönliche Bereicherung und Pöstchen dachten. 
Helmut Schmidt und Gerhard Schröder setzten sich mit all ihrer Kraft für eine Politik ein, die sie für das Wohl des deutschen Volkes als notwendig erachteten. 
Sie scherten sich nicht darum, daß es unpopulär war und wußten, daß sie dafür vermutlich ihren Job verlieren würden.
Das diametrale Gegenteil dieses Politikstils führt Angela Merkel auf.
Jede noch so kleine Weichenstellung, die einen Wähler verärgern könnte, lehnt sie ab.
Sie regiert schlicht und ergreifend gar nicht, sondern versteht ihr Amt als PR-Maschine, um sich im guten Licht dastehen zu lassen.
Wenn dabei auch ganz Europa vor die Hunde gehen sollte, ist es ihr egal. 
Merkels Maxime lautet „nach mir die Sintflut“. Das betrifft sowohl zukünftige Regierungen, als auch zukünftige CDU-Parteiführer.
Im Regierungsapparat Merkel darf man sich ungeniert bedienen, Pöstchen ausknobeln, Parteifreunde protegieren und sich die Taschen füllen. 
Qualifikation und Fachkenntnis sind hingegen völlig irrelevant.
Ämterpatronage ist sowohl in den Unions-geführten Ministerien, als auch in den FDP-Häusern die Regel. Der Staat wird als Beute betrachtet.
 Insbesondere wenn der Machtverlust droht, wird noch mal aus dem Vollen geschöpft. In Massen werden in der freien Wirtschaft untaugliche Parteifreund-Luschen mit hochbezahlten verbeamteten Positionen versorgt. 
Ein klarer Fall von „DAS TUT MAN NICHT!“ Das ist unanständig.
Was sich nicht gehört, wußte Helmut Schmidt und hielt sich daran. 
Als ihm 1982 die Abwahl drohte, verdonnerte er alle Ministerien zu einem totalen Beförderungsstopp, so daß noch nicht einmal der Hauch eines Eindrucks entstehen könnte, die SPD wolle verdiente Parteigenossen mit Jobs versorgen.
Der Kontrast zu den Methoden seines Nachfolgers hätte nicht größer sein können.
 Der tumbe Oggersheimer betrieb ungeniert Parteipolitik, verschob Pöstchen, machte sich seine Anhänger mit Jobs und Geldspritzen gefügig. Viele Millionen D-Mark Schwarzgeld raffte er aus dubiosen Quellen zusammen, nur um seine Macht abzusichern.
Der Staat Bundesrepublik wurde unter Bundeskanzler Kohl zur Beute des CDU-Vorsitzenden Kohl. Und wie der Herr, so daß Gescherr.
Als nach 16 Jahren endlich ein Ende der bleiern-bräsigen Kohl-Ära anstand, hatten seine Untergebenen sein amoralisches Regierungsverständnis adaptiert und verteilten ohne jede Skrupel hochdotierte Jobs und sonstige Pfründe an ihre Parteigenossen.

Selten sind Schlüsselpositionen des Staates so ungeniert unter Parteifreunden aufgeteilt worden wie in diesem Jahr im Vorfeld der Wahl. Je näher die Entscheidung rückt und je pessimistischer die Vorhersagen für die Regierungsparteien ausfallen, desto heftiger grassiert in den Bonner Amtsstuben das Wechsel- und Beförderungsfieber. [….] Aber auch für die Zurückbleibenden wird gesorgt. Kohl scheint entschlossen, seinem Nachfolger eine Administration zu hinterlassen, die auf allen Ebenen von Christdemokraten seines Vertrauens durchsetzt ist.
Aktion "Maulwurf" nennt der Bonner Spott die planvolle Unterwanderung der Stellenkegel, die schon im Herbst vorigen Jahres unauffällig angelaufen ist. Wenn die SPD drankommt, werden überall CDU-Boote auf Tauchstation gehen.
Im Kanzleramt sorgt Bohl - ganz "ungeniert" - für seine Leute. [….] Nie zuvor spielte das richtige Parteibuch bei der Besetzung von Regierungsposten eine so wichtige Rolle wie in der 16jährigen Regentschaft Kohls.
1969 gab es einen Sturm der Entrüstung, als Horst Ehmke, Amtschef des ersten SPD-Kanzlers Willy Brandt, flapsig verkündete, er werde im Kanzleramt "mit dem Maschinengewehr" aufräumen. Die Bonner Beamtenschaft blieb auch in 13 sozial-liberalen Jahren konservativ. Brandts damaliger FDP-Innenminister Hans-Dietrich Genscher beließ sogar demonstrativ CDU-Beamte in Spitzenpositionen.
SPD-Kanzler Helmut Schmidt achtete pingelig auf strikte Trennung von Partei- und Regierungsgeschäften. Als sich im Sommer 1982 das Ende der sozial-liberalen Ära abzeichnete, gab er ausdrücklich Weisung: "Keine Beförderungen."
[….] Kohls Möglichkeiten, seine Getreuen mit Jobs zu entlohnen, sind nicht auf Bonner Ämter beschränkt. [….]
Sogar die Deutsche Bahn AG, obwohl inzwischen privatisiert und dem direkten Zugriff der Politik entzogen, muß Abstellgleise für CDU-Spezeln freihalten. Getreue, wie der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Werner Münch, der langjährige Kohl-Berater Johannes Ludewig und der Berliner Unionsmann Axel Nawrocki, kamen schon bei der Bahn unter. So schafft man sich loyale Freunde.

Als der Machtverlust Kohls in der Wahlnacht 1998 offensichtlich wurde, setzte der charakterlich höchst fragwürdige zukünftige Ex-Kanzler zur nächsten Sauerei an.
 Es begann das große Schreddern. Illegal-scheißegal, aber keiner sollte erfahren durch welche Einflüsse und Geldströme Entscheidungen der Kohl-Regierung, in der eine gewissen Angela Merkel acht Jahre als Ministerin diente, zustande kamen.
Über Wochen vernichteten Kohls Getreue massenhaft relevante Regierungsakten.
 Man spricht heute von den sogenannten „Bundeslöschtagen“.

15 Jahre später sind wir moralisch-politisch endgültig im Kellergeschoß angekommen.
Nun wird ungeniert der schon lange erlegte Staatsbär verteilt.
Merkel‘sche Machtworte sind ohnehin unbekannt, aber eine Anordnung à la Helmut Schmidt 1982, daß jetzt keine Parteifreunde mehr versorgt werden dürften, ist absolut undenkbar von ihr. 
Sie guckt gemächlich zu, wie sich ihre Minister bedienen.
Niebel ist womöglich der dreisteste Minister, der sein ganzes Ministerium zu einer einzigen Verwahrstelle und nutzlosen FDP-Altlasten umstrukturierte.
Aber die anderen sind nicht besser.
Beispiel Friedrich.

Berichte über fragwürdige Personaleinstellungen im Bundesinnenministerium von Minister Hans-Peter Friedrich (CSU) sind nun auch Thema im Bundestag. SPD und Grüne werfen dem Minister vor, bei der jüngsten Besetzung von 24 Stellen nicht allein nach der Eignung der Bewerber, sondern auch nach deren Parteizugehörigkeit und politischen Orientierung entschieden zu haben. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, sagte am Mittwoch in der Fragestunde des Bundestages, ihn hätten inzwischen informell Informationen über zweifelhafte Auswahlverfahren im Amt erreicht.
[…]   Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, erhob am Rande der Bundestagssitzung ebenfalls schwere Vorwürfe gegen Friedrich. 'Die Parteibuchwirtschaft schwappt über von Bayern nach Berlin', sagte Oppermann mit Blick auf die Affären um die Beschäftigung von engen Verwandten durch bayerische Landtagsabgeordnete. Die 24 Einstellungen könne man nicht mit der Eignung und der Befähigung der Kandidaten erklären, fügte der SPD-Politiker hinzu, der im Fall eines rot-grünen Wahlerfolges bei der Bundestagswahl am 22. September Nachfolger Friedrichs werden möchte.
(SZ vom 16.05.2013)

Aber natürlich ist Friedrich schon von seinem Parteibuch her unfähig Anstand zu wahren.
Für CSU’ler, die sich als Vertreter einer Staatspartei fühlen, ist es ohnehin üblich sich auf Steuerzahlerkosten zu bedienen.

In der Verwandtenaffäre im bayerischen Landtag stehen jetzt 34 Abgeordnete unter besonderem Verdacht: Offenbar schlossen sie noch schnell vor einem Verbot der Beschäftigung von Familienmitgliedern entsprechende Verträge mit Verwandten ab - um von einer Ausnahmereglung zu profitieren.
[…]  Seit dem Jahr 2000 hatten sich insgesamt 79 Abgeordnete eine Regelung zu Nutze gemacht und Familienangehörige auf Staatskosten beschäftigt - vor allem CSU-Politiker. […]  Der "Abendzeitung" zufolge trägt Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) nicht sonderlich zur Aufklärung der Angelegenheit bei. Auf eine entsprechende Anfrage reagierte sie mit dem Verweis, dass sich der Oberste Rechnungshof (ORH) der Sache angenommen habe. Während der Prüfzeit des ORH wird es "keine weiteren Verlautbarungen zu Einzelheiten des Prüfungsgegenstandes geben".