Montag, 29. April 2013

Piepsis und ihre Killer.



Das ist das Gute am Kindsein – das Hirn ist noch so aufnahmefähig.
In der fünften Klasse mußte ich in meiner neuen Schule vor 36 anderen Kindern ein Gedicht aufsagen. Aufstehen und vor Fremden laut etwas deklamieren fand ich damals schon genauso beschissen wie heute.
Mit Grausen erinnere ich mich an meinen ersten Tag in der Uni, als uns die Tutoren zu „gruppendynamischen Spielen“ zwangen und ich ähnlich unglücklich vor einer Gruppe stand und irgendwas über mich erzählen sollte.
Allerdings war ich da schon 18 und habe vergessen, was ich damals sagte. Das Gedicht von einem Jahrzehnt davor kann ich heute noch aufsagen.

Grau mit viel Braun und wenig weißen Federn,
Das Männchen auf der Brust mit schwarzem Fleck,
Sie leben unter Palmen, Fichten, Zedern
Und auch in jedem Straßendreck.
In Ingolstadt und in der City Boston,
Am Hoek van Holland und am Goldnen Horn
Ist überall der Spatz auf seinem Posten
Und fürchtet nicht des Schöpfers Zorn.
Inmitten schwarzer Dschungeln von Fabriken
Und todgeladner Drähte Kreuz und Quer
Sieht man die Spatzen flattern, nisten, brüten, mausern, picken,
Als ob die Welt ein Schutzpark wär!
Es stört sie nicht der Lärm der Transmissionen
Und keineswegs das Tempo unserer Zeit -
Sie leben (schnell und langsam) seit Äonen,
Wo sie der Himmel hingeschneit.
Als Jesus über Gräser, Zweige, Blumen
Einritt, und alle Hosianna schrien,
Da pickt‘ ein Spatz gemächlich gelbe Krumen
Aus dem noch warmen Mist der weißen Eselin.
Herr, gib uns Kraft und Mut wie Deinen Spatzen,
Mach unser Leben ihrem Rinnstein gleich.
Dann mag wer will von edleren Tauben schwatzen,
Denn unser ist Dein gutes Erdenreich.
Carl Zuckmayer, 1926



Die christliche Durchwirkung ist mir damals gar nicht bewußt geworden.
Jesus, Hosianna und des Schöpfers Zorn hatten für mich noch keinerlei Konnotationskanon zur Folge.
Ich weiß auch nicht mehr, ob ich als Kind eine besondere Meinung zu Spatzen hatte. 
Es gab eine Menge von denen in unserem Garten und an dem Zuckmayer-Text gefiel mir, daß die Piepsis so cool waren und sich von nichts stören und aufhalten ließen.
Die haben ihr Leben gelebt, komme was da wolle, egal was der Menschen um sie herum anstellt.



Carl Zuckmayer hat sich vermutlich auch nicht vorgestellt, daß Sperlinge 90 Jahre später zu einer Seltenheit in Deutschland werden würden.
Sie gehören leider zu den kleinen Vögeln, die gar nicht so anpassungsfähig sind, wie man denkt. Amseln, Meisen oder Tauben integrieren sich bekanntlich hervorragend in die Stadt. 
Sie stellen ihre Ernährungsgewohnheiten um, singen lauter als ihre Artgenossen auf dem Land, um den Verkehr zu übertönen und nehmen auch menschliche Bauten begeistert als Nistplätze an.
Kaum ein Städter mit Balkon, der nicht im Winter Vogelfutter streut und im Frühjahr Vogelhäuschen aufstellt.
 Die fetten Jahre sind vorbei
Heutzutage sind Spatzen nirgends mehr so zahlreich, dass ihr Appetit ins Gewicht fallen könnte. Die moderne Landwirtschaft hat ihnen das Leben schwergemacht. Vor allem deshalb, weil die Felder nur noch kurzzeitig Futter im Überfluss bieten. Mit großen Mähdreschern lässt sich reifes Getreide schnell ernten, und die Ernte wird dann außer Reichweite gelagert. Rar geworden sind vielerorts auch Insekten und andere kleine Krabbeltiere, mit denen die Spatzen ihren Nachwuchs füttern. Die fetten Jahre sind also eindeutig vorbei.
Zuckmayers Vision von den allgegenwärtigen Spatzen ist längst vorbei, er der Haussperling ist in die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen worden. 
In den letzten zehn Jahren ist der deutsche Spatzenbestand von rund fünf Millionen Paaren um 25% zurückgegangen.
Ältere Leute erinnern sich oft an große Spatzenschwärme, die man auf Feldern sehen konnte. Jugendliche von heute kennen das Bild nicht mehr.
Hauptgründe für die schleichende Ausrottung der kleinen grauen Finkenvögel sind erstens die Versiegelung der Flächen und zweitens Predation.

Zum ersten Punkt:
Spatzen finden keine Sandkuhlen, keine Büsche, keine Nistmöglichkeiten mehr, weil in den Städten als betoniert und asphaltiert wird. Sie sind aber auf Staubbäder zur Gefiederpflege angewiesen (daher der Begriff „Drecksspatz“) und gelten als empfindlich gegenüber Brutstörungen. Sie geben ihr Nest lieber auf, wenn man ihnen zu nahe kommt. Ohne Wiesen oder Stadtbrachen mit Wildstauden verhungern sie.

Der zweite Punkt ist quantitativ noch bedeutender: Neben den natürlichen Feinden wie Falken, Bussarden und Eulen fallen sie Katzen zum Opfer.
Allein zwei Millionen Katzen streunen in Deutschland wild umher und noch mehr Hauskatzen haben freien Auslauf.
Was diese vom Menschen in die Natur eingebrachten Killer der heimischen Fauna antun, wollen Katzenliebhaber natürlich nicht wahrhaben.

Katzen töten jedes Jahr rund 50 Millionen Singvögel in Deutschland!
 FÜNFZIG MILLIONEN!

Ein probates Mittel wäre ein drastische Katzensteuer, aber das gehört zu der Liste der vernünftigen Dinge wie Tempolimit oder Extragebühren für den Polizeiaufwand bei Fußballspielen – kein Politiker würde sich trauen sich dem unweigerlichen Shitstorm auszusetzen, den so eine Forderung mit sich brächte.

Da ich aber nicht gewählt werden muß, spreche ich mich für eine saftige Katzensteuer von 100 Euro im Monat aus. 

Das sollte uns die Erhaltung der Vogelwelt in Deutschland wert sein!
Der langjährige Leiter der Vogelwarte am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell (Kreis Konstanz) [fordert] eine "ökologische Ausgleichssteuer" für Katzenhalter. Er hat damit eine kontroverse Debatte unter Natur- und Tierschützern angestoßen.

"Die Eingriffe von Katzen in die Tierwelt sind substanziell", sagt der 74-Jährige. Er verweist auf eine US-Studie, wonach eine Katze im Jahr mindestens 40 Vögel erbeute, dazu 200 kleine Säugetiere sowie "große Mengen an Eidechsen, Schlangen, Amphibien und Insekten wie etwa Schmetterlinge". Katzen seien in der Lage, beträchtliche Populationen ohne Weiteres auszurotten. "Für das Aussterben von bisher 33 Vogelarten weltweit sind wesentlich Katzen verantwortlich", sagt Berthold.

Rund acht Millionen der domestizierten Raubtiere leben laut Berthold in Deutschland. "Davon sind zwei Millionen verwilderte Katzen, die sich auch selbst ernähren müssen." Jährlich brächten die samtpfotigen Fleischfresser in Deutschland allein 50 Millionen Vögel zur Strecke.

[…]  Der Diplom-Biologe Holger Kurz, Leiter des Hamburger Büros für biologische Bestandsaufnahme, befürwortet die Einführung einer Katzensteuer, allerdings unter der Bedingung , dass man das Geld zu Vogelschutzzwecken einsetzen würde.
(HHAbla 26.04.13)
Mistviecher.

Katzenhalter und -freunde mögen nun genervt aufstöhnen und sagen, dass ein Großteil der Jung- und Altvögel von anderen Jägern erbeutet wird, was schließlich allgemein bekannt ist. Dem ist jedoch bedauerlicherweise nicht so. Ein großer Teil der Verluste in der heimischen Vogelwelt dürfte auf das Konto streunender, freilaufender sowie verwilderter Hauskatzen gehen, da sie zahlenmäßig die stärkste Gruppe innerhalb der Gemeinschaft der Jäger darstellen.

Warum ist das so? Und warum wollen die meisten Katzenhalter davon nichts wissen? Ganz einfach: Weil ein Großteil der Besitzer einer Hauskatze nicht einmal ahnt, was der vermeintlich sanfte Stubentiger draußen in freier Natur alles anstellt. Erst seit wenigen Jahren wird von der Wissenschaft erforscht, welche Verhaltensweisen Hauskatzen zum Beispiel nachts während eines Freigangs zeigen. Bedauerlicherweise haben sich die Ergebnisse dieser Studien noch nicht ausreichend unter Katzenhaltern herumgesprochen, um alarmierend zu wirken.
 

Sonntag, 28. April 2013

Wenn es einmal ins Rutschen gerät…

Einer der erstaunlichsten Aspekte des sexuellen Kindermissbrauchs der Katholischen Kirche ist die Unverfrorenheit, mit der Topkleriker wie der Salzburger Weihbischof Andreas Laun erklärten man haben ja vor 2010 gar nichts dagegen unternehmen KÖNNEN, weil man es ja gar nicht gewußt hätte. So etwas habe man sich noch nicht einmal vorstellen können. 
Sprachs und kam ohne Rüge davon. 
Daß seit vielen Jahren Politmagazine und zahlreiche Blogger von diesen Fällen berichtet hatten, daß die Kirche dies sehr wohl gewußt haben MUSS, da sie anwaltlich gegen die Opfer ihrer kinderfickenden Priester vorgegangen war, zahlreiche Schweigevereinbarungen getroffen und unzählige Pädophile in ihren Reihen wegen ihrer „Veranlagung“ munter von Pfarrei zu Pfarrei versetzt hatte, störte den Bischof nicht.
Bischöfe sehen sich über der Moral und über dem Recht stehend.
Das sehen rechte Hardliner des Episkopats (Tebarzt van Elst, Müller, Mixa) genauso wie die jovialen Liberaleren.
Der Ex-Vorsitzende der DBK Karl Kardinal Lehmann tut nur so liberal. Er kann auch ganz anders.
Der langjährige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann hat es offenbar vorgemacht, indem er gar aus dem Ausland Pädophile in sein Bistum holte und sie im Schnellverfahren zu Prietsern machte.
Im Mai 1992 war im Schweizerischen Polizeianzeiger ein Haftbefehl der Kantonspolizei Freiburg gegen einen kinderbefummelnden Mann ergangen. Zeugen haben von "Griffen an die Genitalien" berichtet. An dem Freiburger Gymnasium, wo er als Deutschlehrer tätig war, hatten betroffene Schüler in großen Lettern "Orat et masturbat" und "Master of masturbation" auf die Fassade geschrieben.
DIESEN Mann, der nach Informationen des SPIEGEL in der Schweiz wegen des Verdachts auf "Unzucht mit Kindern" zur Fahndung ausgeschrieben war, bat Kardinal Lehmann nach Mainz wo er einen 12-Monatigen Schnellkurs im Priesterseminar belegte.
Nach dem was man inzwischen über Vorgänge in Priesterseminaren weiß – St. Pölten läßt grüßen – ist es nicht verwunderlich, wie schnell sich der Kinderficker unter Katholiken wohlfühlte.
Im Oktober 1992 wurde er Diakon und dann 1993 vom Kardinal persönlich zum Priester geweiht.
Im Jahr 2007, also fünf Jahre nach den päpstlichen Leitlinien zum Kindesmissbrauch, die vorsahen pädophil übergriffige Priester zu melden, hatte der Mainzer Kardinal erklärt, wieso er sich nicht daran halten müsse – die Staatsanwaltschaften gefielen dem Herren im roten Kleid nicht.
O-Ton Karl Kardinal Lehmann:
„Die Staatsanwaltschaften in verschiedenen Städten sind auch recht verschieden. Soweit her mit der Objektivität allein ist es dann auch wieder nicht.“

Daß man sich selbst nicht an Gesetze zu halten braucht und die Staatsanwaltschaften nur ernst nehmen muß, wenn sie einem persönlich sympathisch sind, zeigt sich auch in der Hoeneß-Affäre.
Der steuerkriminelle Bayernchef meint ebenfalls die Objektivität der Staatsanwaltschaften abwägen zu dürfen.
Im September 2011 zündete der Brasilianer Breno, damals 21 Jahre alt und Verteidiger bei den Bayern, nach reichlich Alkoholgenuss seine gemietete Villa in München-Grünwald an und wurde verhaftet. Hoeneß war deshalb wütend auf die Justiz und polterte öffentlich herum: „Was die Münchner Staatsanwaltschaft macht, ist eine absolute Katastrophe! Einen Haftbefehl zu erlassen gegen einen jungen Mann, der am Boden ist, der völlig fertig ist! Mit der albernen Begründung einer Verdunklungsgefahr – der kann gar kein Deutsch!“
(SPIEGEL Heft 18, 2013)
Die Ähnlichkeit des Verhaltens des Kirchenfürsten und des Fußballpräsidenten kommt nicht von ungefähr. 
Beide sitzen mächtigen Organisationen vor, die es gewohnt sind, daß Politiker vor ihnen buckeln. Sie sonnen sich im Wohlwollen der Massen und halten es für selbstverständlich adoriert zu werden.
 Journalisten berichten in aller Regel voller Wohlwollen.
Die Journaille neigt generell zu Einheitsmeinungen.
Sie haben in den Jahren 2002-2005 alle Rotgrün runtergeschrieben, sie haben 2009 und 2010 alle von und zu Guttenberg über den grünen Klee gelobt, sie bejubelten 2011 und 2012 alle Joachim Gauck und nun schreiben sie alle Steinbrück runter.
Journalisten sind Herdenwesen, die sich  - bis auf rühmliche Ausnahmen natürlich – am liebsten der vorherrschenden Meinung anschließen.

Politikern und anderen Promis werden Etiketten verpasst und fortan kommt kein Schreiberling mehr ohne das feste Konnotationsmuster aus. 
Viele Personen schleppen ein festes Adjektiv-Korsett mit sich herum, das brav von der Presse aufgesagt wird, wenn sie über denjenigen berichten.
Man wird so gut wie nie einen Artikel über Claudia Roth lesen, in dem nicht eingeflochten wird, daß sie eine Nervensäge sei. Jürgen Trittin wird immer ein „arrogant“ untergeschoben, Schäuble ist „kompetent“, Steinbrück „beratungsresistent“, Käßmann „moralisches Vorbild“, von der Leyen „ehrgeizig“, etc.
Man kann es schon singen. 
Das ist wie bei schlechten Comedians, deren Witze immer darauf hinauslaufen, daß Günther Strack dick, Inge Meysel alt und Verona Feldbusch dumm ist.

In seltenen Fällen kippen diese festen Beschreibungsmuster allerdings.

Guido Westerwelle wurde jahrelang zwar als eitel wahrgenommen, aber immer bescheinigte man ihm enorme steuer- und wirtschaftspolitische Kompetenz.
Im Jahr 2010 stand er dann auf einmal als Kaiser ohne Kleider da, der außer dem Steuersenkungsversprechen eigentlich nie konkrete Politik gemacht hatte.
Auf einmal hatte er journalistische Scheiße am viel zu großen Schuh und jede seiner Aktivitäten wurde grundsätzlich extrem kritisch behandelt.

Auch das einwandfreie Ansehen der Katholischen Kirche und des „Wir-sind-Papst“-Ratzingers löste sich eines Tages in Wohlgefallen auf. 
Auf einmal begannen Journalisten aller Zeitungen darüber zu schreiben, daß es schon seit Jahrzehnten pädophile Übergriffe auf Kinder gab.
 Auf einmal wollten sie wissen, was eigentlich mit der Kirchensteuer passiere und wieso die Landeshaushalte noch hunderte Millionen nebenher für Kirchenpersonal locker machten.

Erstaunlich, aber wahr: 
Im Jahr 2012 begannen sogar die großen Fernsehsender und publikumsstärksten Zeitungen genauer bei Caritas und Diakonie zu recherchieren – und siehe da: Potzblitz, da steckten gar nicht die Kirchensteuern drin, sondern der Staat finanziert Kindergärten und Pflegeheime in kirchlicher Trägerschaft.
 Bei der Gelegenheit wurde der größeren Öffentlichkeit auch noch bekannt, daß 1,2 Millionen Angestellte der religiösen Sozialkonzerne gar keine vollen Arbeitnehmerrechte genießen, daß Moslems und Juden gar nicht erst eingestellt werden, daß man gefeuert werden kann, wenn man sich scheiden läßt.

Ganz besonders staunen Atheisten über diese „Enthüllungen“. 
Denn das sind unsere Basics.
 Das weiß jeder. 
DESWEGEN engagiert man sich ja gegen die Flut von Kirchenprivilegien, deswegen tut man seit vielen Jahren alles, um dieses Wissen zu verbreiten. 
Es gibt dazu hunderte Bücher, Myriaden Artikel und unzählige Blogs.

Sie haben aber immer nur eine kleine Schicht von ohnehin Kirchenfernen erreicht.
Erst 2010 begannen diese Tatsachen in die breitere Öffentlichkeit zu rutschen.
Zaghaft natürlich. 
Es sind nur wenige Politmagazine, die darüber berichten und in der Masse der TV-Talkshows darf bei Kirchenthemen maximal ein Atheist sitzen.
Man ist lieber unter sich und bauchpinselt Bischöfe und Pfarrer. 
Aber immerhin kommt es überhaupt vor, daß Ingrid Matthäus-Maier oder Carsten Frerk auch öffentlich gehört werden.

Dieses Schicksal könnte nun auch der CSU drohen – und das im doppelten Wahljahr, in dem sie Bundes- und Landtagswahlen zu bestehen hat.
Die sind ebenso, die Bayern. Mir san mir. Die haben nun einmal nicht die Mentalität des ehrlichen Hanseatischen Kaufmanns.
Focus und Süddeutsche hatten den „Fall Hoeneß“ ans Licht gebracht. Zur Selbstanzeige getrieben wurde er offenbar von STERN-Journalisten.
Morgen zieht der verschlafene SPIEGEL mit einer Titelgeschichte nach.
Und siehe da; Es geht doch. 
Auf einmal machen Journalisten ihren Job und fragen nach, recherchieren.
Und siehe da – unter dem CSU-Teppich liegt so viel Dreck, daß man noch viele Zeitungen damit füllen kann.
17 CSU-Landtagsabgeordnete haben ihre Verwandten mit Steuergeldern gepampert, der CSU-Fraktionsvorsitzende Schmid ist seinen Job los.
Der Mann, der selbst gerne Ministerpräsident werden wollte, befindet sich im freien Fall.

Vier Tage nach seinem Rücktritt als CSU-Fraktionsvorsitzender steht Georg Schmid mehr denn je unter Druck, seine Kandidatur für ein Landtagsmandat zurückzuziehen. Inzwischen wurde Schmid wegen des Verdachts auf Sozialversicherungsbetrug angezeigt, seitdem ist der Rückhalt für Schmid unter Parteikollegen auf nahezu Null gesunken.  "Mit dieser Anzeige hat die Sache eine neue Qualität", sagt ein einflussreicher CSU-Mann. "Schmid steht mit dem Rücken zur Wand. Alle erwarten einen freiwilligen Rückzug. Keiner will mit einem zur Wahl antreten, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt."

Nun will man auch noch gern wissen, welche CSU-Minister mit Herrn Hoeneß seine Strafanzeige diskutiert haben. 
Eine Menge Kungelbrüder der Landesregierung wußten seit Januar 2013 Bescheid.
Aber das Journalistische Auge sucht weiter, dreht sich schon nach Berlin.

CSU-Spezlwirtschaft auch im Bundestag.

Die CSU-Gehaltsaffäre um Mitarbeiter von Abgeordneten erreicht nun auch den Bundestag. Die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion und stellvertretende Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, hat ihren jetzigen Ehemann vor der Heirat über Jahre als wissenschaftlichen Mitarbeiter in ihrem Berliner Abgeordnetenbüro beschäftigt. Nicht ganz unbedenklich erscheint dies mit Blick auf die Vorschriften des Bundestags. Paragraf 12 des Abgeordnetengesetzes verbietet es den Parlamentariern, Arbeitskosten für Verwandte, Ehe- oder Lebenspartner abzurechnen. Dasselbe gilt auch für Verlobte.

Seehofer is pissed.

Die 35-Jährige aus Ebelsbach in Unterfranken vermied es am Sonntag zu sagen, wie lange sie mit ihrem Mann vor der Hochzeit schon liiert war. Aber sie erklärte auf ihrer Internetseite, dass sie alles für rechtens hält. Ihre Argumentation: Das Gesetz schließe es nur für Eheleute und gleichgeschlechtliche Lebenspartner aus, nicht für Lebensgefährten. Damit, so Bär weiter, sei alles korrekt gewesen. Ob sie außerdem die Lebensgefährtin ihres Vaters mit Arbeit und Geld bedacht hat, ließ sie mit Verweis auf die Privatsphäre ihrer Eltern allerdings offen.

Sicher ist nur, dass ihr Parteichef Horst Seehofer bei der Vorstandsklausur in Andechs unmissverständlich erklärt hat, dass er Vergehen an der Stelle auf keinen Fall tolerieren werde. "Er hat Klartext gesprochen", hieß es. "Diese Dinge sind nicht mehr vermittelbar", begründete Seehofer seine scharfen Worte. Er verlange von jedem ein "Höchstmaß an Transparenz". Dem Vernehmen nach hat er sich besonders geärgert, dass fast täglich neue Details ans Licht kämen, weil die Abgeordneten auch ihm gegenüber nicht ehrlich gewesen waren.
(Mike Szymanski und Stefan Braun, SZ, 28.04.13)

Nun grabt mal schön weiter, Ihr Journalisten.

Samstag, 27. April 2013

Deswegen SPD – Teil VI


  Zu Beginn dieser lockeren Reihe versuchte ich die Ausgangslage zu schildern. Das publizistische Jaucheloch, in dem die Sozis stecken. 

 
Wer für ein der konservativen Parteien einmal Regierungschef geworden ist, muß in der Regel eines Tages entsorgt werden. Unionisten und „Liberale“ sind selten an der Macht, ohne sich korrumpieren zu lassen. Sie mauscheln gern, stopfen sich die Taschen voll.
Law and Order gilt immer nur für die anderen.


 Ein bißchen Betrug, Untreue und Falschaussage schwang immer mit.

Nachdem der CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu volltrunken eine Frau totgefahren hatte und Fahrerflucht beging, stieg er unter Edi Stoiber (dessen Kinder BEIDE ihre ergaunerten Dr.-Titel  zurückgeben mußten) ausgerechnet zum VERKEHRSMINISTER und später sogar zum Superminister für Wirtschaft und Verkehr auf.

Vorbestrafte wie Otto Graf Lambsdorff gelten in der FDP als ideale Vorsitzende und so mancher CDU-Regierungschef hat sich nach dem Ausscheiden aus dem Amt schon vorm Richter wiedergefunden – das betrifft beispielsweise die Ministerpräsidenten Münch, Althaus, Mappus und Wulff, aber natürlich auch Helmut Kohl.

Ist ein CDU’ler erst mal aus dem Amt sollte er möglichst für längere Zeit im Abklingbecken verschwinden.
Man schickt sie als Entbürokratisierungsbeauftragten oder Energiekommissar zur EU und möchte nichts mehr mit ihnen zu tun haben.

Uwe Barschel, CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein oder der ehemalige FDP-Vizekanzler der Bundesrepublik Jürgen Möllemann waren diesbezüglich Vorbilder.

Bei Sozis und Grünen, die in vergleichbar hoher Position waren, ist es anders. 

Struck, Müntefering, Fischer, Voscherau, Hans Koschnick, Hans-Ulrich Klose, Stolpe, Regine Hildebrandt, Johannes Rau, Egon Bahr, Eppler, Hans-Jochen Vogel, Ehmke, Wischnewski, Helmut Schmidt, Bölling, Brandt, Schiller oder Schorsch  Leber – all das sind klangvolle Namen, an die man sich gern erinnert, die auf jedem Parteitag willkommen sind und deren Rat geschätzt wird.

Von SPD-Regierungsmitgliedern und Regierungschefs hat man gewissermaßen lange was
Auch Jahre und Jahrzehnte nach ihrem Amtsabschied  können sie bedeutende Impulse geben.

Was für ein frappierender Gegensatz zu den peinlichen ehemaligen CDU-Größen Kanther, Merz, Guttenberg, Stoiber, Koch, Claudia Nolte, Diepgen oder Franz Josef Jung, von denen man nie wieder etwas hören will. 
Bei denen man sich heftig mitschämen muß, wenn sie wie zuletzt Guttenberg im a.D.-Status kriegslüstern und ungefragt Ratschläge erteilen.

Zur schwelenden „Euro-Krise“ melden sich zwei ehemalige bedeutende Minister, beide 86 Jahre alt, zu Wort: Erhard Eppler und Hans-Jochen Vogel.
Die Bundesrepublik steht in der Kritik. Bei den Griechen, den Italienern, den Belgiern, ja sogar den Franzosen. Wenn uns die Europäische Union nicht um die Ohren fliegen soll, muss Deutschland ein Zeichen setzen. Sechs Milliarden Euro für arbeitslose Jugendliche wären ein Anfang.

[….] Das vereinigte Deutschland, von Verbündeten und Freunden umgeben, fühlte sich wohl und sicher in der Mitte der Europäischen Union, und es hatte dort, nicht ohne das Zutun sensibler Kanzler von Adenauer über Brandt und Schmidt bis zu Kohl und Schröder, seinen angesehenen Platz. Aber jetzt sind im Ausland Töne zu hören, die an längst Vergangenes, Überwundenes erinnern. […]

Was uns noch mehr beunruhigen muss: nicht nur die Arbeitslosen in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal vermuten hinter dem Diktat der Troika die deutsche Kanzlerin. Inzwischen kommt die Kritik an der deutschen Europapolitik auch aus Belgien, Luxemburg und - aus Paris. Wenn aber das deutsch-französische Verhältnis in Gefahr ist, wird es ernst.

Es gibt Anzeichen, dass manche Deutsche wieder so reagieren, wie dies in der Weimarer Republik üblich war. Dass wir in die Spirale eines wehleidigen Selbstmitleids und einer gerade dadurch gesteigerten Kritik von außen geraten. Lasst uns versuchen zu begreifen, warum andere so reagieren, wie sie reagieren.

[…] Der griechische und der italienische Arbeitslose haben auch erfahren, wie die Zinsen für Staatsanleihen sich in der EU "gespreizt", also auseinanderentwickelt haben. Sie wissen nicht nur, dass, wenn die Finanzmärkte mehr als sechs Prozent Zins verlangen, der Schuldendienst auf Dauer nicht zu berappen ist. Sie wissen auch, wie viele Milliarden der deutsche Finanzminister in den vergangenen Jahren dadurch gespart hat, dass er hochverzinste Schuldscheine zurückbezahlt und durch Papiere ersetzt hat, deren Zinsen sich zwischen einem und null Prozent bewegten. Und beide, der Grieche und der Italiener, werden hier anders werten als Merkel oder Schäuble: Sie werden nicht argumentieren, dies sei eben die "Marktgerechtigkeit", welche die Starken, Soliden belohnt und die Schwachen, weniger Soliden bestraft. Sie werden sich ausrechnen, dass die Schwachen auf diesem Weg immer schwächer, die Starken immer stärker werden.
 (Ehmke, Vogel, SZ; 27. April 2013)

Freitag, 26. April 2013

Im Krankenhaus



Das Hamburger UKE, also das Universitätsklinikum Eppendorf ist die größte Klinik weit und breit. Es wurde schon im Jahr 1889 gegründet und beschäftigt heute fast 10.000 Mitarbeiter – darunter gut 2.200 Ärzte. Es gehört „ der Stadt“ und befindet sich in Trägerschaft der Behörde für Wissenschaft und Forschung.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) umfasst in 14 Zentren mehr als 80 interdisziplinär zusammenarbeitende  Kliniken, Polikliniken und Institute. Es verfügt über 1.346 Betten sowie 196 Betten im Universitären Herzzentrum Hamburg. Jährlich nimmt der UKE-Konzern rund 80.000 Patienten stationär und rund 263.000 ambulant auf - rund 113.000 Patienten davon über die Notaufnahme. Viele Therapien können in Hamburg und Umgebung nur hier erfolgen - zum Beispiel Transplantationen von Herz, Lunge, Leber, Niere und Knochenmark.
(UKE)

Der Grundstein für das riesige „Neue Klinikum“ mitten auf dem UKE-Gelände wurde 2006 gelegt, erste Mitarbeiter bezogen das Megagebäude im Jahr 2009.


 Drei Jahre fand der Krankenhausbetrieb also auf einer Großbaustelle statt.
Verbunden mit dem Neuen Klinikum ist das „Universitäre Herzzentrum“ (UHZ), welches ebenfalls ein modernes Gebäude ist und im Jahr 2005 mit damals 280 Mitarbeitern den Betrieb aufnahm.




Am Anfang war es recht nett dort, weil das wirklich großzügige Foyer gar nicht so fürchterlich nach Krankenhaus aussah.
Allerdings sind die Kapazitäten schon von Anfang an erschöpft gewesen.
Man traut sich nicht so zu bauen, daß keine volle Auslastung gewährleistet ist.
110%ige Belegung mit ein paar Patienten auf dem Gang gilt in den privat geführten Kliniken als Richtgröße – aber viel weniger sollte es auch nicht im UKE sein.

Die beiden Warteräume – ganz links einer kleiner, feiner mit Lederfauteuils, Architekturzeitschriften und Fernseher für die Privatpatienten. Und möglichst weit davon entfernt auf dem rechten Flügel ein großer Warteraum der Holzklasse mit kleinen Holzstühlen wie man sie aus der Schule kennt – waren schnell zur Verhandlungsmasse geworden.
 Es fehlten Räume, um die anstürmenden Patientenmassen zu bewältigen.
Bald wurde der Wartesaal für die Kassenpatienten geopfert und in drei Behandlungszimmer aufgeteilt. Die Großzügigkeit des Foyers hatte ausgedient. Dort wurde Stuhlreihe um Stuhlreihe aufgestellt – bis man kaum noch mit einem Rollstuhl durchkam.

Möchte man zu einer der vielen ambulanten Sezial-Sprechstunden einen Termin machen, hat man als Kassenpatient mit vier Monaten Wartezeit zu rechnen. Insbesondere die „Gefäßsprechstunden“ und Schrittmacherkontrollen sind chronisch überlastet.
Die Schall-Räume (für Herzecho und EKG) und Sprechzimmer wurden inzwischen allesamt mit einer Gips-Wand geteilt und sind nun kaum noch anderthalb Meter breit.
 Möchte neben dem Arzt und dem Patienten noch eine dritte Person anwesend sein, geht das nur noch, wenn man schlank ist.

Das besondere Problem am UHZ ist, daß die Ärzte und Pfleger wirklich gut sind. 
Es ist weltweit eine Toppadresse. 
Hier werden Behandlungsmethoden entwickelt, die es nur im UKE gibt, so daß Menschen aus der ganzen Welt dort behandelt werden möchten.
Eine kaputte Mitralklappe endoskopisch mit einem Clipping-Verfahren zu reparieren, ohne dem Patienten die Rippen aufzubiegen wurde beispielsweise erst vor kurzem dort entwickelt. Mittlerweile hat man 400 dieser Eingriffe erfolgreich durchgeführt – eine Methode, die noch nicht mal in den USA beherrscht wird.

Mir gefällt das Konzept auf reiche Überseekunden zu setzen. 
Auf dem Gelände gibt es ein luxuriöses Hotel, die UHZ-Website beinhaltet einen „international Office“, der alle Dienste auch in Russisch, Englisch und Arabisch anbietet.
Alle profitieren von den reichen Russen, die für die deutschen Kassenpatienten Forschung und teure Geräte mitfinanzieren.
Es ist nur leider immer voll. 
Einzelzimmer sind so selten, daß sich in letzter Zeit viele Privatpatienten beschweren, weil sie in Doppelzimmer gestapelt werden, obwohl sie für Einzelzimmer versichert sind. 
Das UKE hat aber keinen Platz für mehr Einzelzimmer. 
Um die Privatpatienten zu beruhigen wird nun auch auf den Stationen jeweils eine LOUNGE eingerichtet, die es im EG des Herzzentrums für ambulante Patienten schon ein Jahr gibt.
Also ein Extra-Aufenthaltsraum mit bequemen Sesseln, Zeitschriften, Kaffeeautomat und Flachbildschirm auf dem NTV läuft.
Für diese Lounge fallen dann noch mal ein paar Behandlungszimmer weg – aber die nörgelnden Privatpatienten können dafür in die Lounge spazieren und sich mit anderen Privatpatienten zusammen daran erfreuen, daß sie nicht zum Plebs gehören. 
Das ist doch auch was!
Einen größeren Schwachsinn kann ich mir ja kaum vorstellen.

Man will doch im Einzelzimmer liegen, damit man NICHT immer jemanden neben sich hat, von dem man jede olfaktorische, akustische und visuelle Regung mitbekommt.
Wenn einen der Bettnachbar stört, hilft es doch eher wenig sich mit noch mehr fremden Leuten in der Lounge zusammenzurotten.
 Mal abgesehen davon, daß im Herzzentrum die meisten Patienten am Monitor hängen und ohnehin nicht mobil sind.
Die Verwaltung hat offenbar kompetenten Rat in Schilda eingeholt.

Defibrillatoren und Schrittmacher werden mittlerweile nicht mehr im Herzzentrum und auch nicht im „Neuem UKE-Klinikum“ durchgeführt! 
Die Patienten werden mit dem Krankenwagen ein paar Straßen weiter gefahren, wo sich die Kardiologen moderne OPs nur für Schrittmacher-Implantationen eingerichtet haben.

 Die Kapazitäten des UKE sind längst gesprengt – nachdem 2011 (sic!) das Neue Klinikum eröffnet wurde. 
Das hat Ex-Direktor Prof. Jörg F. Debatin (CDU) wirklich genial geplant. Sein Parteibuch verhalf ihm während der Regierungszeiten Ole von Beusts (2001-2010) zu dem Job.
 Zum Glück hat Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) den debakulierenden Hongo nach dem Regierungswechsel im Sept 2011 gefeuert.
Debatin ist jetzt Chef des CDU-Wirtschaftsrates.
 Also den Halbhirnen, die damals auch dazu geraten haben die LBK, die Hamburger Kliniken, an Asklepios zu verkaufen. 
Wenn Ole von Beust ökonomische Entscheidungen trifft, kann man sicher sein, daß er ins Klo greift.
Die Milliarden, die der Hamburger Steuerzahler aufzubringen hat, weil ihr mehrfach wiedergewählter erster Bürgermeister die Landesbank HSH nicht im Griff hat, sind zwar ein enormes Ärgernis, aber beileibe nicht die einzige Fehlleistung des blonden Lügners mit den treuherzigen blauen Augen.

Im Gegenteil, es ist geradezu das Markenzeichen von Bürgermeister Blöd großspurig daher zu reden und am Ende den Steuerzahler die dicke Rechnung zu präsentieren.
Ein paar Beispiele:
(….)  
Legendär auch das Desaster, das Beust mit dem Verkauf der Hamburger Krankenhäuser (LBK) an Asklepios anrichtete.

29.2.2004: Beim Volksentscheid stimmen 76,8 Prozent der Wähler gegen den LBK-Verkauf.

7.9.2004: Ole denkt sich „scheiß auf die Demokratie - Finanzsenator Peiner hat doch da diesen netten Vetter bei Asklepios“ und so beschließt der Senat den Verkauf des LBK an den privaten Betreiber Asklepios.
Inzwischen besitzt der Konzern 74,9 Prozent.
Asklepios-Eigentümer Bernhard Broerman blies sein Privatvermögen inzwischen auf 1,8 Milliarden Euro = 1800 Millionen Euro = 1 800 000 000 Euro auf.
Offensichtlich lohnt es sich die Kranken und Pflegebedürftigen auszupressen.

In der firmeneigenen Sprache heißt es im Asklepios-Webauftritt unter dem Punkt "Vision":

Mit der Asklepios-Vision beschreiben wir die Entwicklung und Position des Unternehmens im Krankenhausmarkt auf der Grundlage unserer Erfolge und künftigen Ziele: Asklepios ist Marktführer in den relevanten Wettbewerbsfeldern Größe, Rendite und Innovation.

2004 gelang es Asklepios-U-Boot Finanzsenator Peiner (der Mann, der auch als oberster HSH-Nordbank-Aufseher legendär debakulierte) Beust einzureden, daß Broerman so knapp bei Kasse sei, daß Beust ihm die Personalkosten abnahm.
Nicht persönlich natürlich - nein die Steuerzahler sind mal wieder dran. Die Stadt mußte fast 2000 ehemalige Asklepios-Angestellte zurück nehmen, die es aufgrund der ausbeuterischen Personalpolitik und den eklatanten Pflegemängeln in den Asklepioskliniken dort nicht mehr aushielten.

Ole, der uns das alles eingebrockt hat, ist immer noch im Amt.

6b)
Weil Asklepios-Besitzer Bernhard Broerman, an den Beust die Hamburger Kliniken billig verhökerte nun mit einem Privatvermögen von 1,8 Milliarden Euro = 1800 Millionen Euro = 1 800 000 000 Euro ein bißchen knapp ist, schießt ihm der Steuerzahler im Jahr 2009 ein paar Milliönchen für den Unterhalt der Krankenhäuser zu:

Asklepios-Klinik Harburg: 30 Mio Euro
Asklepios-Klinik Altona: 33 Mio Euro
Asklepios-Klinik St. Georg: 16 Mio Euro
Asklepios-Klinik Wandsbek: 8 Mio Euro
Asklepios-Klinik Nord: 36 Mio Euro.

Ole, der uns das alles eingebrockt hat, ist immer noch im Amt.

6c)
Weil Asklepios-Besitzer Bernhard Broerman, an den Beust die Hamburger Kliniken billig verhökerte nun mit einem Privatvermögen von 1,8 Milliarden Euro = 1800 Millionen Euro = 1 800 000 000 Euro ein bißchen knapp ist, kann er keinesfalls gestatten, daß sich bei Asklepios und den Billigtochterfirmen Betriebsräte bilden.
Arbeitnehmerrechte unerwünscht.
Die inzwischen 36.000 Mitarbeiter des Asklepios-Konzerns (Umsatz 2,3 Milliarden Euro) werden systematisch bespitzelt und mit Psychoterror davon abgehalten sich zu organisieren.
(Tammox 08.12.2009)
Im letzten Manager-Magazin von 2012 wird Asklepios-Besitzer Bernd Broermann inzwischen mit einem Privatvermögen von 2,2 Milliarden Euro gelistet.
 Das ist Geld, das von den Versicherten aufgebracht wurde, das jetzt ihm gehört und in den Krankenhäusern fehlt.

Das Nachsehen haben Patienten und Pflegepersonal.
Deswegen sollte man als Hamburger einen großen Bogen um Asklepios und Schön-Klinken machen. 
Das UKE gehört glücklicherweise der Uni (also der Stadt) und wird nicht nur auf Gewinnmaximierung getrimmt.
Im UKE ist der „Schwesternschlüssel“ deutlich günstiger als in den Asklepiosbetrieben.
 Im UHZ ist es durchaus möglich, daß sich Pfleger ein bißchen Zeit zum Klönen mit den Patienten nehmen. Eine Seltenheit.
Das Klinikpersonal ist gnadenlos überlastet, muss immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit versorgen. Die Folge: In Hamburgs Krankenhäusern herrscht der Notstand. Die Gewerkschaften schlagen Alarm. Allein in Hamburg fehlen laut einer Verdi-Studie rund 4200 Stellen.
„Der Zustand ist nicht mehr tragbar. Wir gehen auf dem Zahnfleisch. Das ist körperlich und seelisch total anstrengend“, so ein Klinik-Mitarbeiter. In den 47 Hamburger Krankenhäusern wurden seit 1997 knapp 2900 Stellen abgebaut. Dabei erhöhte sich im gleichen Zeitraum die Fallzahl auf 461 221 Patienten (ein Plus von 120000).
„Die Zahl der Patienten kann durch das Personal kaum noch adäquat gepflegt werden“, so Katharina Ries-Heidtke vom Betriebsrat der Asklepios-Kliniken. Oftmals bekämen die Kranken weder Nahrung noch Medikamente rechtzeitig. Auch bei der Hygiene gibt es Probleme, weil das Personal keine Zeit mehr hat, sich ausreichend häufig die Hände zu desinfizieren. „Es gibt Mängel bei der Hygiene und die Überlastungsanzeigen zeigen deutlich, dass das Personal überlastet ist“, sagt Andreas Horn vom UKE-Betriebsrat.
So kommt es immer häufiger vor, dass Doppelschichten abgeleistet werden müssen und die Besetzung im Nachtdienst auf nur einen Mitarbeiter beschränkt ist. Die ständigen Überstunden belaufen sich allein bei den Asklepios-Kliniken auf mehr als 250000. Eine bundesweite Untersuchung besagt, dass 80 Prozent des Personals in den Kliniken Fehler beim Medikamentenplan, bei Verbandswechseln oder bei Hygienemaßnahmen aufgrund der hohen Belastung nicht ausschließen können.
Mal sehen ob Herr Debatin als CDU-Wirtschaftsberater noch mehr so tolle Ideen hat.