Samstag, 24. März 2012

Der Christ des Tages - Teil LIX

Fernsehen ist eine großartige und eine furchtbare Sache. 
Üblicherweise schalte ich die Glotze niemals ungezielt an, sondern habe mich vorher genau über das Programm informiert.
Dazu brauche ich aber mindestens zwei TV-Zeitschriften, die ich zwar abonniert habe, aber denen ich nie wirklich lange treu bleibe.

Ich hatte auch schon die TV Today, die HörZu und TV Hören&Sehen abonniert, bis ich mich eines Tages so entsetzlich über die Verlage ärgerte, daß ich kündigen mußte. 

Im Moment boykottiere ich den Bauer-Verlag komplett und würde eigentlich auch gerne einen Bogen um alle Springer-Produkte machen. 
Letzteres ist in Hamburg allerdings schwerlich möglich, da es neben den Boulevard-Blättern nur zwei andere regionale Tageszeitungen, nämlich „Welt“ und „Hamburger Abendblatt“ gibt. 
Also zwei Mal Springer. 
Das „Hamburger Abendblatt“ ist dabei immerhin noch deutlich weniger rechts als das Schwesterblatt „Welt“. Also, was soll ich machen? Natürlich ist das „Hamburger Abendblatt“ verglichen mit der „Süddeutschen Zeitung“ höchstens drittklassig, aber die SZ hat eben keinen Hamburg-Teil.

Bei den TV-Blättern bin ich mittlerweile beim GONG gelandet, dessen Verlag, der Gong-Verlag seit 2001 eine 100%ige Tochter des WAZ-Konzerns ist. 
Ein Konzern, der verglichen mit Springer, Bauer und Burda politisch eher wie Bertelsmann einzuschätzen ist. 
Also Merkel-freundlich, aber mit immerhin einigen etwas liberaleren Produkten.

Aus alter Tradition findet man im GONG, der mit einem Preis von €1,60 pro Woche zu den Premium-Produkten gehört im Nicht-Programm immer noch trutschigste Kleinbürger-Ideale. 
Die geistigen Väter - München, 50er Jahre - hat man verinnerlicht.

Die im „Wissen“- und „Lebenshilfe“-Teil abgedruckten Tipps sind oft unfreiwillig komisch und so hausbacken, daß man sich immer fragt, ob es wohl überhaupt noch solche Familien gibt, in denen die Hausfrauen solch  gräßliche Rezepte und Dekorationen aus der TV-Zeitschrift nachbasteln. 
So geschmacks- und phantasiebefreit kann doch heute eigentlich keiner mehr sein!
Immerhin hat man beim Durchblättern etwas zum Lachen.

Meistens.

Wenn der Gong allerdings seine religiösen Anwandlungen bekommt, stockt einem der Atem.

Siehe "Die Religion ist wie ein Penis!"


und "Der Christ des Tages XLV"

In der aktuellen Ausgabe (Gong Nr 13 vom 23.03.12) wird im „Familien-Report“ unter der Rubrik „Unsere Zeit“ empfohlen „Christlich leben mit Kindern!

Vorgestellt wird die Familie Weibhauser, die ihre Kinder Anna (8) und Luis (5) nach der Bibel erziehen und stolz verkünden „Gott ist immer auf unserer Seite.

Ihre Brut haben die Steuerberaterin Sabine (47) und der Kaufmann Thomas (49) schon komplett indoktriniert.
Wenig verwunderlich, wenn man außer der Bibel keine Bücher liest.
Das arme Blag Anna verkündet im Gong, daß sie „wochenlang sparte“, um sich endlich die erste eigene richtige Bibel zu kaufen. 

„Ich wollte keine Kinderbibel. Die hatte ich bereits mehrfach gelesen!“
(Anna, 8)

Auch der Kindergottesdienst gefällt der kleinen Schlaumeierin nicht mehr so gut, wie die Erwachsenenversion.

Mir gefällt der Erwachsenengottesdienst mehr! Besonders die Lieder sind viel schöner als beim Kindergottesdienst!
(Anna, 8)

Es ist ekelhaft mit anzusehen, wie die Weibhausers sich mit ihren Leibesfrüchten prostituieren und sie als kleine Bibelautomaten in einer Homestory vorführen. 

Gut möglich, daß sich die Kinder eines Tages fürchterlich für diesen PR-Coup schämen werden, falls sie irgendwann kapieren, für welche Ideologie sie missbraucht wurden.
Aber natürlich kann jeder seine Ableger indoktrinieren, wie er will.

Schlimm sind die Lobhudeleien der WAZ-Zeitschrift, dessen Autorin Corinna Perrevoort herausstellt wie Anna nicht etwa die Bibel zur Hand nimmt, sondern „freudig“ erregt danach angelt. 
Der Glaube sei eine Tugend und habe der Familie „ein neues Leben“ beschert.

„Der Glaube hilft der Familie immer wieder, sich auf die Grundfeste wie Liebe, Freude und Frieden zu besinnen! Wichtig sind die Rituale: Gemeinsam beten am Tisch und vor dem Schlafengehen, Gott Dank sagen für den schönen Tag und für den Schutz der Familie und Freunde. Auch in Stresssituationen ist Gott immer an der Seite der Weibhausers.“
(Gong 13/2012)
Ich komme zum Christen des Tages Nr 59, auf den ich durch den Buchtipp zu diesem Gong-Familien-Report aufmerksam wurde.

Pastor Heino Masemann hat nämlich das passende Buch zum frühkindlichen brainswashing geschrieben. 

Masemann ist außerdem Vorstand des nifbe (Pädagogisches Netzwerk für frühkindliche Bildung und Entwicklung der Region Nordwest-Niedersachsen e.V.) und vermarktet über eine eigene Firma „Alles vom Leben“ weitere Masemann-Produkte, wie von ihm besprochene christliche CDs und Adventskalender.

Corinna Perrevoort ist wie der von ihr gelobte Pfaff auch Hannoveranerin und arbeitete früher für die BILD-Zeitung.

ALLES VOM LEBEN ist eine unabhängige, überkonfessionelle Initiative, die sich dem christlichen Glauben und seinen Kirchen verbunden weiß.
ALLES VOM LEBEN fühlt sich besonders auch den Menschen verpflichtet, denen Kirche und christlicher Glaube fremd (geworden) sind.
ALLES VOM LEBEN möchte Menschen, die nach Sinn, Wegweisung und Werten suchen, dabei begleiten, die Schätze des christlichen Glaubens und der christlichen Tradition für sich zu entdecken.
ALLES VOM LEBEN möchte den Einzelnen ermutigen, durch ein begrenztes persönliches Engagement Verantwortung für Zeit und Gesellschaft zu übernehmen und so unsere Welt ein Stück weit zu verbessern.
(allesvomleben.de)

Schon der Tonfall treibt mich fast dazu ein Hörbuch für € 8,90 zu bestellen, da es mir körperlich weh tut solche Machenschaften zu beobachten:

Hörbuch 3: Hat Leiden Sinn?
(nur noch wenige Hörbücher erhältlich!)
Die Frage „Warum lässt Gott das zu?” gehört zu den ewigen Fragen der Menschheit und ist zugleich für viele Menschen der Grund, mit Gott zu hadern und nicht an ihn zu glauben. P. Heino Masemann spricht zu diesem Thema aus persönlicher Betroffenheit und ermutigt, sich im Vertrauen auf Gott dieser Frage zu stellen.
Corinna Perrevoort schließt ihren Artikel mit vier schlauen Ratschlägen des Pastors zum Thema

 „Mit Kindern lebendig glauben!“

Darin erfahre ich wie Kinder zu erziehen sind.

Der christliche Glaube ist eine lebendige Beziehung zu Gott, Eltern sind Vorbild und sollten den Glauben vorleben!

Es gilt alle christlichen Jahresfeste in der Familientradition zu pflegen und zu begehen.

Gemeinsam beten!

Kinder sollten mit Freude und in Freiheit in den Glauben hineinwachsen.
(Gong 13/2012)

Wird wohl wieder mal Zeit die TV-Zeitschrift zu wechseln!

Freitag, 23. März 2012

Am Thema vorbei.



Der SPIEGEL, bzw in diesem Fall sein Autor Lenz Jacobsen, schafft es mal wieder als Letzter durchs Ziel zu gehen.

Heute ist ihm aufgefallen, daß es irgendwie nicht mehr so recht in die Zeit passt, wenn christlich geführte (aber staatlich bezahlte!!!!!!!!!!!) Kindergärten, Krankenhäuser, Altenheime, etc Mitarbeiter feuern, nur weil sie beispielsweise geschieden sind.

Kann sich der Arbeitgeber-Gigant Kirche mit 1,3 Millionen Angestellten solchen Bibel-Dogmatismus noch leisten?

Guten Morgen!

Jacobson greift hier den Fall Königswinter auf, der in diesem Blog schon vor sechs Wochen ausgebreitet wurde - „Wo die Welt noch in Ordnung ist.

Die Geschichte ist denkbar einfach:
 Ein Kindergarten in Rauschendorf, der zu 100 % von der Kommune und Null % von der Kirche finanziert wird, hat eine Kindergärtnerin namens Bernadette Knecht, 47, von der ohne Ausnahme alle Eltern begeistert sind. 37 Elternpaare von 37 Elternpaaren insgesamt wünschen sich Knechts Verbleib in dem Job. Nur der Pfaff, Udo Maria Schiffers, will das nicht und feuerte Frau Knecht, weil sie gegen das sechste Gebot - Du sollst nicht Ehe brechen - verstieß und sich scheiden ließ.

Ja, und es ist rechtlich ganz klar - der Pfaff darf das, was kein anderer Arbeitgeber sich erlauben dürfte. Kündigungen aussprechen, weil ihm die persönliche Lebensführung einer Angestellten nicht passt. Und das obwohl die Kirche gar nicht der Arbeitgeber ist, sondern nur der Träger ist.

Aber so wollen es unsere Politiker.

Jacobson zitiert den Kirchenrechtler Muckel mit den zwei grundsätzlichen Alternativen, die sich der Kirche nun bieten.

"Da wird allenthalben weggeguckt", erklärt Stefan Muckel, Kölner Professor für Kirchenrecht. In der Kirche sei längst eine Diskussion entbrannt, ob sie sich als Arbeitgeber diesen Dogmatismus noch leisten könne. Muckel sieht nur zwei Auswege: "Entweder schrumpft sich die Kirche sozusagen gesund und entlässt wirklich alle, die sich nicht an ihre Regeln zur Lebensführung halten. Oder sie wird nachsichtiger und setzt darauf, ihre christliche Botschaft so weiterhin möglichst breit zu streuen."

Ein ziemlich erbärmlicher Zugang zu dem Thema:
 Mitleid mit der armen Kirche, die in einem ach so schlimmen Dilemma steckt und sich zwischen verflachter Moral und Schrumpfung entscheiden muß?

Die Frage geht nun wirklich an allen entscheidenden Themen vorbei.

Wen interessiert es in welche Richtung sich die Kirche entwickelt?

Der Skandal ist doch, daß normale Bürger mangels Alternative gezwungen werden auf katholische Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Pflegeheime zurückzugreifen, obwohl sie diese ohnehin als Steuerzahler selbst finanzieren.

Daß die beiden großen Kirchen, insbesondere durch die Ausgrenzungs-Organisationen Caritas und Diakonie, als Träger für so viele Einrichtungen fungieren und dafür auch noch vom Staat gelobt werden, ist der Skandal. 
Sie schmücken sich mit fremden Federn, nutzen neutrales Steuerzahlergeld zur Mitglieder-Rekrutierung für ihre Sekte, die sich nicht um Antidiskriminierungsregeln kümmert.

1,3 Millionen Menschen arbeiten für kirchliche Träger und sind somit Zwangsmitglieder einer homophoben, antisemitischen, misogynen, islamophoben und reaktionären Weltanschauungsgemeinschaft, die bis heute ein imaginäres „Juden unerwünscht“-Schild in ihre Personalabteilungen stellt.

Wer geschieden ist oder sich so wie ich als Atheist geoutet hat, ist von einem Job ausgeschlossen - obwohl die Kirche noch nicht mal selbst den Lohn bezahlt.

"Kann sich der Arbeitgeber-Gigant Kirche mit 1,3 Millionen Angestellten solchen Bibel-Dogmatismus noch leisten?"
BLÖDE FRAGE!

Natürlich kann sich die Kirche das leisten. Sogar in der "Arbeiterpartei" SPD, die sich also eigentlich um diskriminierte Angestellte sorgen sollte, hat es die schweren Religioten Thierse und Nahles an der Spitze, die unablässig die RKK loben und preisen!
Der Chef der FDP ist im ZK der Katholiken.
Die CDU ist sowieso durch und durch kirchenhörig
Und die Grünen sind auch voll auf Christenkurs - Göring-Eckhardt ist EKD-Präsidentin und als der oberste Pädophilen-Beschützer Ratzinger im Bundestag war, haben sie ihm alle stehen applaudiert.

Also JA, solange wir solche Politiker wählen, kann sich die Kirche das leisten!

Lenz Jacobsen nennt das Beharren auf das sechste Gebot „Bibel-Dogmatismus“.

Dabei stellt er die Kirchliche Moral an sich aber nicht in Frage, sondern gibt nur zu bedenken, ob man sich buchstabengetreu daran halten müsse, oder ob „die Kirche“ nicht auch mal ein Auge zudrücken könne.

Das ist aber viel zu kurz gesprungen. 
Die kirchliche Moral ist nichts, das man mehr oder weniger streng auslegen sollte, sondern eine Perversion, die man bekämpfen muß.

Atheisten, Schwule und Geschiedene zu feuern ist ja nur die eine Seite der Medaille. 
Interessant ist doch die Frage, wer NICHT gefeuert wird.
 Zum Beispiel Pastoren, die Kinder misshandeln.

Sie verstoßen nämlich nicht gegen die Kirchenmoral.
 Die „Ehe zu brechen“, wie es die Kindergärtnerin Knecht tat, indem sie ihren Mann verließ, ist eine TODSÜNDE. 
Messdiener zu vergewaltigen oder zu verprügeln ist verglichen damit nur ein minderschweres Problem.
 Einmal beichten und gut is‘!

Eine Kirche, die ernsthaft Menschen feuert, weil sie durch Scheidung moralisch untragbar geworden sind, aber die Kinderficker weiter Kinder ficken lässt, hat keine strenge Moral oder merkwürdige Moral, sondern gar keine Moral.

Wäre der Trierer Bischof Stephan Ackermann eine Führungskraft irgendwo in Wirtschaft oder Politik, dann wäre jetzt wohl der Zeitpunkt für den Rücktritt: Erst kommt im letzten Jahr heraus, dass Ackermann noch im Jahre 2011 im Falle eines Täter-Priesters die eigenen Leitlinien der katholischen Kirche nicht einhält. Und nun sind es mindestens sieben Priester, die in seinem Bistum allerlei priesterlichen Aufgaben nachgehen dürfen – verbunden mit der Hoffnung, sie mögen sich nunmehr von Kindern und Jugendlichen fernhalten. Nach dem Motto: „Du du, nun ist aber Schluss“. Was für eine Verkennung des psychischen Drucks unter dem solche Täter stehen und der sie zu immer neuen Taten treibt!
Ja, Ackermann besitzt sogar die Frechheit zu behaupten, dieses Vorgehen diene der Prävention. Es wäre schlimmer, wenn die Täter nun irgendwo frei herum liefen, ohne dass der Bischof auf sie aufpasste. Bitter kann man dazu nur feststellen: Hätte die Kirche diese Seelsorger nicht solange gedeckt, wären viele von ihnen dort, wo Berufenere auf sie aufpassen würden.
Was Ackermann als Nächstenliebe gegenüber gefallenen Mitbrüdern zu verkaufen sucht, ist nur ein weiteres Beispiel für die Unfähigkeit der Kirche, im eigenen Laden aufzuräumen und sich endlich mit den strukturellen Ursachen auseinanderzusetzen: Neben der verkorksten Sexualmoral ist das Festhalten am Zwangszölibat zu nennen, wodurch das falsche Personal angelockt und ein vergiftetes Binnenklima in der Männerkirche geschaffen wird.

Die Ackermanns kommen damit durch, weil sie von den Religioten in den Bundestagsparteien unterstützt werden.

Wir wählen die!

Ich habe mich schon irgendwie damit abgefunden, daß Nahles und Thierse geistig vollkommen umnachtet sind. Unter 500.000 Parteimitgliedern gibt es eben auch völlig Verrückte.

Viel schlimmer finde ich, daß sie immer mit ihren eigenartigen Kirchenlobeshymnen durchkommen und niemand widerspricht.

Immerhin sind das ja nicht nur "Meinungen", die Thierse von sich gibt, sondern vor Allem auch faustdicke LÜGEN! Kann da nicht mal Gabriel was dazu sagen?

Jedes SPD-Mitglied sollte sich für so einen Menschen wie Wolfgang Thierse schämen.

Der größte Depp der SPD-Bundestagsfraktion sieht übrigens die Zahlungen der Kirchenmitglieder als Wohltätigkeit für den Staat an. 
Die Kinderschänderorganisation, die zehntausende Heranwachsende auf nicht in Worte zu fassende brutale Weise gequält hat, nennt Thierse „moralisch“, die Kirchen wären gar der „moralische Kitt der Gesellschaft“.


Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sieht in der Kirchensteuer eine finanzielle Unterstützung der Gläubigen für den Staat. Denn mit den Mitteln würden jene sozialen und kulturellen Leistungen der Kirchen unterstützt, die sie für die öffentliche Hand übernähmen, schreibt Thierse in einem Beitrag für die in München erscheinende Zeitschrift „Jesuiten“. Dadurch werde auch die Vielfalt von Angeboten und damit auch der soziale und kulturelle Reichtum der Gesellschaft gefördert. Die Eigenbeiträge der Gläubigen müssten daher „mindestens als Gewinn für beide Seiten“ betrachtet werden, so der SPD-Politiker. Gleichzeitig verwies Thierse auch auf die Bedeutung der Kirchen als „moralischer Kitt der Gesellschaft“.

Da man aber in der Politik kaum Hilfe findet, ist es umso erfreulicher, daß wenigstens überhaupt jemand klare Worte findet; in diesem Fall Carsten Frerk, dessen Kommentar ich dringend empfehle:

Das ist schlicht falsch. Auch wenn Thierse es immer wieder so sagt.
Wolfgang Thierse ist ein umtriebiger und entschlossener Lobbyist seiner christlichen Religion, einer der Sprecher des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD und seit langen Jahren hinzugewählte Einzelpersönlichkeit im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Er verunglimpft konsequent u.a. die Thesen der Laizisten in der SPD als „Anachronistische Forderung“. Das ist jedoch Politik und wer nicht gemobbt werden will, sollte wohl nicht in die Politik gehen. Meinungen kann man insofern sagen und ändern, Tatsachen aber bleiben Tatsachen.
[…] Nach der letzten vorliegenden Gesamtdarstellung („Caritas und Diakonie in Deutschland, 2005)) werden aus den kirchlichen Finanzeinnahmen rund 840 Millionen Euro für die von Thierse angesprochenen sozialen Leistungen ausgegeben. Das ist bei einem Jahresvolumen der Caritas und Diakonie von rund 45 Milliarden Euro gerade einmal knapp 2 Prozent der Kosten. Legt man dann noch zugrunde, dass die Kirchensteuer nur rund die Hälfte der Kircheneinnahmen ausmacht, dann stammen also auch nur 420 Millionen Euro aus der Kirchensteuer. Das heißt, nur etwa ein Prozent der Kosten von Caritas und Diakonie werden von den Kirchen selber finanziert.
Das könnte man als kirchlichen Beitrag auffassen, der von anderen Stellen nicht finanziert werden muss, aber das stimmt so einseitig eben nicht.
Diese kirchlichen Beiträge werden von Seiten des Staates dadurch gewürdigt, dass als Ausgleich dafür die gezahlte Kirchensteuer in voller Höhe von der Einkommensteuer abgesetzt werden kann. Diese „Begünstigung anerkannter Religionsgesellschaften und ihnen gleichgestellter Religionsgemeinschaften [erfolgt ] aus kirchen- und sozialpolitischen Erwägungen.“ Der Staat, also Bund und Länder verzichten dadurch nach den Angaben der 23. Subventionsberichts der Bundesregierung (Seite 74) im Jahr 2012 auf Steuereinnahmen in Höhe von 2,88 Milliarden Euro.
Die kirchen- und sozialpolitische Erwägung, den Beitrag der Kirchen durch Stützung der Kirchensteuer auszugleichen, war vielleicht noch in den fünfziger Jahren noch ein Nullsummenspiel für beide Seiten: was die Kirche finanzierte, bekamen die Kirchenmitglieder als Steuererleichterung zurück, so dass sie motivierter waren, die Kirchensteuern zu bezahlen, damit die Kirche „so viel Gutes“ damit tue.
Nun hat sich die Kirche aber seit Jahrzehnten immer mehr aus den selber finanzierten oder mitfinanzierten sozialen Leistungen zurückgezogen. Deutlichstes Beispiel dafür sind die früheren Kirchengemeindeschwestern, die als Diakonissen oder Ordensschwestern im Kirchendienst von den Kirchengemeinden finanziert wurden. Sie waren, als‘ praktische Seelsorge‘, für die soziale und einfache medizinische Betreuung der Gemeindemitglieder bei Wind und Wetter unterwegs. Diese kirchlich finanzieren Gemeindeschwestern gibt es jedoch schon lange nicht mehr, sie sind übergewechselt in die öffentlich finanzierten Sozialstationen von Caritas und Diakonie.
(hpd 23.03.12)

Donnerstag, 22. März 2012

Sich die Kugel geben



Im Dorf Najib Yan Daud in der afghanischen Provinz Kandahar wurden am Sonntag, den 11. März, zwischen zwei und drei Uhr morgens insgesamt 16 Menschen umgebracht.

 Unter den Opfern waren neun Kinder. Ein US-Unteroffizier mit psychischen Problemen war nach Angaben des US-Militärs der Schütze. Er habe seinen Stützpunkt in der Nacht verlassen, sei zu Fuß in das wenige Kilometer entfernte Dorf gelaufen und in drei Häuser eingedrungen. Dort habe er auf die Bewohner geschossen.
Ermittlungen ergaben später, dass einige Leichen von Kindern Brandspuren aufweisen. Der Täter, laut US-Militär der Staff Sergeant Robert Bales, habe versucht, sie anzuzünden.

Wenn NATO-Soldaten Unschuldige massakrieren, weil sie so verroht sind, daß ihnen sämtliche natürlichen Tötungshemmungen fehlen, sind das selbstverständlich nur Einzelfälle.
 Im a posteriori bedauern sind wir im Westen ja immer ganz groß.

 2010: Ein selbst ernanntes Kill-Team – bestehend aus fünf US Soldaten – macht wahllos Jagd auf Zivilisten, präsentiert die Toten wie Trophäen.
Januar 2012: Ein Video geht um die Welt, in dem US Soldaten auf Leichen urinieren.
Februar 2012: Massendemonstrationen. US Soldaten verbrennen Koranbücher. Angeblich versehentlich. Und das in Afghanistan. Alles irre Taten Einzelner? Zeigen diese Vorfälle nicht auch, was Krieg aus Menschen macht?

Die meisten Soldaten sind selbst als Psychowracks noch so freundlich nicht andere Menschen zu erschießen. Sie geben sich dafür dann selbst die Kugel.

Mehr als 200.000 Menschen haben sich seit Beginn der Kriege im Irak und in Afghanistan in Veteranen-Krankenhäusern behandeln lassen - alle wegen PTBS. Diese Zahl veröffentlichte die Tageszeitung "USA Today" im November 2011 unter Berufung auf eine Studie von Veteranen-Vereinigungen. Die Dunkelziffer der Erkrankungen dürfte aber deutlich höher liegen. Scham und Stolz halten noch immer viele Soldaten davon ab, sich professionelle Hilfe zu holen. Das Militär spricht dagegen offiziell von "nur" rund 50.000 PTBS-Fällen.
[…]    Diese können sich in Angstzuständen äußern, in Schlaflosigkeit und Depression. Aber auch spontane Gewaltausbrüche, häusliche Dispute sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch gehören zu den möglichen Folgen einer PTBS-Erkrankung. Seit Jahren beklagen Veteranen-Organisationen steigende Selbstmordraten unter Kriegsheimkehrern mit traumatischen Erfahrungen.   

Das Erstaunliche an den vielen PTBS-Fällen ist das Erstaunen darüber.

Junge Menschen in sinnlose Kriegsszenarien zu versetzen, in denen sämtliche moralischen Grundfesten außer Kraft gesetzt sind, in denen ein bizarrer Rambo-Männer-Kult herrscht, in denen man keine Schwächen zeigen darf und dafür permanent morden muß, soll keine seelischen Schäden verursachen?

So denken ausgerechnet die Amerikaner, von denen ohnehin jeder zweite auf Prozac und Xanax ist, sich psychotherapieren läßt und nach drei Überstunden einem Burn-Out-Syndrom verfällt?

Der Horror des Massakers von Panjwai ist vielen Amerikanern nur als Werk eines Verrückten begreiflich. 'Sergeant Psycho' hat die New York Post den mutmaßlichen Amokläufer genannt.

Ich wundere mich nur, daß nicht viel mehr Menschen Amok laufen.

Wenn der Rückblick auf die Kriege im Irak und Afghanistan, wenn die Aussicht, daß viele Amerikaner und Israelis gerne noch einen Krieg gegen den viel größeren und militärisch viel stärkeren Iran anzetteln wollen, einen nicht in tiefe Verzweiflung stürzt, hat man kein Herz.

Ich kann es nicht verstehen, daß die Apologeten des Krieges, die hoch und sicher in westlichen Büros sitzend dafür plädierten Hunderttausende junge Menschen in organisierte Dauer-Massaker zur Seelentötung schickten, heute immer noch hoch anerkannt sind.

In Deutschland waren es insbesondere Wolfgang Schäuble und Angela Merkel, die sich massiv für diese Kriege ausgesprochen haben. 
Sie sind heute die beliebtesten Politiker der Republik. Das moralische Tötungs-Tabu ist offenbar ausgehebelt.

Warum ist das so?

Weil der Urnenpöbel zu unreif und zu ungeeignet ist Wahlentscheidungen zu treffen. Er blendet die Realität aus.

Die Soldaten mag ich nicht voll und ganz bedauern - immerhin werden sie in Deutschland nicht gegen ihren Willen nach Afghanistan geschickt. 
Aber die Gnade des Verdrängens ist ihnen nicht mehr gegeben.
  Wie ihre Ami-Kollegen müssen sie auch persönlich ausbaden, was die politische Führung von ihnen will.

Interessanterweise trauern Angehörige hüben und drüben ganz anders. 
Deutsche Hinterbliebene fragen sich wozu der Tod ihres Sohnes/Ehemannes/Vaters/Bruders notwendig war. Sie wenden sich durchaus mit beißenden Fragen an die Politiker und sehen sich als Opfer des Krieges.

Die Opfer-Perspektive ist den meisten US-Soldatenfamilien ganz fremd.
 Dort wird der der Sinn des Todes kaum hinterfragt. Selbstverständlich ist der gefallene Sohn/Ehemann/Vater/Bruder ein HELD, der zum Wohle Amerikas starb.
Fragen stellen sich dann eher weniger.

Soldatenfamilien sind die sichersten Anhänger der Republikaner.

Angegriffene Seelen sind da nicht vorgesehen.

Mehr als fünf Millionen Amerikaner haben seit dem 11. September 2001 im Militär gedient, mehr als zwei Millionen Landsleute zogen im Namen der Nation an die Front in Irak oder Afghanistan. Als 'Generation 9/11' preist Präsident Barack Obama diese Landsleute. Mehr als 100000 Männer und Frauen hat das Pentagon, genauso wie Sergeant Bales, gleich dreimal oder noch öfter in den Krieg geschickt. Die wiederholten Einsätze haben viele Soldaten und ihre Familien zermürbt - aber anders geht es nicht in einem Land, das nach dem Fiasko in Vietnam seine Streitkräfte zu einer Armee aus Freiwilligen umbaute. 99 Prozent der US-Bevölkerung ziehen nie eine Uniform an.
Das eine, das kämpfende Prozent steht derweil unter enormem inneren Stress.
[…]  Studien schätzen, bis zu 30 Prozent der US-Veteranen plagten posttraumatischen Belastungsstörungen.
Das sind Ausmaße einer Volkskrankheit. Bisweilen flackern Symptome dieser Krise auf, wenn sich die inneren Qualen in Gewalt entladen. Es sind Einzelfälle, aber schrecklich viele. Anfang März erschoss ein Veteran in Kalifornien seine elfjährige Schwester und die Mutter; vorige Woche stand ein Ex-Soldat (nach drei Einsätzen in Irak) in Pennsylvania wegen zweifachen Mordes vor Gericht. Und im Januar machte Benjamin Barnes Schlagzeilen: Der Kriegsveteran hatte eine Park-Rangerin getötet und war rambogleich in die schneebedeckten Berge im Staat Washington geflüchtet, wo er erfror. Meist aber richten die Heimkehrer die Gewalt gegen sich selbst. Das Kriegstrauma treibt jeden Tag 18 Kriegsteilnehmer in den Suizid, mehr als 6500 der offiziell 25 Millionen US-Veteranen flüchten jedes Jahr in den Selbstmord. Ein Großteil gehört zur 9/11-Generation.

6500 Selbstmorde unter Kriegsheimkehrern pro Jahr.
 Herzlichen Glückwunsch. Das hat Geogre W. Bush ja toll hingekriegt.

Nach wie vor ist er davon überzeugt alles richtig gemacht zu haben und Millionen US-Republikanern jubeln den Kriegstreibern Romney, Gingrich und Santorum zu, wenn sie mehr und schlimmere Kriege ankündigen.

Mittwoch, 21. März 2012

Nobby in der Patsche…

 
Dabei lief es so lange so gut für den Bundesumweltminister. 
Genau wie seiner Chefin gelang es Norbert Röttgen lange Zeit alles und auch das Gegenteil dessen zu behaupten und dennoch von einer freiwillig nahezu gleichgeschalteten Presse gehyped und gelobt zu werden.
Es ist ähnlich wie beim Lügenbaron, der auch grundsätzlich nur begeistert in den Himmel gehoben wurde, obwohl er als Politiker rein gar nichts zustande bekommen hatte und für keinerlei Themen stand.

Zum Gegelten gibt es weitere Parallelen. Beide sind Juristen und beide betrachten die konkrete politische Arbeit, das Aktenfressen und die vielen Gremiensitzungen als überflüssiges Tamtam.

Auch hierin ähnelt er dem Fränkischen Freiherrn, der erst ganz lange Zeit gar nichts tat und dann beim Bundeswehrumbau ein derartiges Chaos stiftete, daß Nachfolger de Maiziere heute noch damit beschäftigt ist hinter dem Polit-Messie aufzuräumen.

Bekannt geworden als Sozi-fressender Industrielobbyist - Röttgen wollte 2007 BDI-Chef werden und setzte als Minister sofort den strammen Atom-Lobbyisten Gerald Hennenhöfer für die Reaktorsicherheit ein - schaffte es Röttgen gleichzeitig als „Klimaqueen 2.0“ das umweltpolitische Gewissen der CDU zu geben.

Dank vollständiger Rückgrat-Ektomie winkte er die Atomlaufzeitverlängerung durch und sprach über den Ausstieg aus dem Atomausstieg wegweisend-pathetische Worte:

'Das ist das anspruchsvollste, konsequenteste Energie- und Klimaprogramm', hat er gesagt. Ein großer Wurf, ein 'Meilenstein'. Ja, Meilenstein. So genau hat das Norbert Röttgen vorgetragen im blassblauen Ambiente der Bundespressekonferenz. Kein Jahr ist das her, an großen Worten herrschte kein Mangel. Das Kabinett hatte gerade eine Verlängerung der Laufzeiten durchgesetzt, angeblich samt Durchbruch für den Ökostrom. Vor den Hauptstadtjournalisten priesen die beteiligten Minister ihr grandioses Konzept. 'Jetzt schnüren wir den Rucksack und machen uns auf den Weg', sagte Rainer Brüderle, damals noch der Wirtschaftsminister. Weit kamen sie nicht.
(Michael Bauchmüller, SZ, 07.06.2011)

Nur ein paar Monate später traten dieselben Leute ihr Konzept in die Tonne, vollführten eine 180°-Wende und preisen jetzt de facto das rot-grüne Ausstiegskonzept, welches sie in den zehn Jahren zuvor in Bausch und Bogen verdammt hatten.

Wer es unter Merkel zu etwas bringen will, wer als Hoffnungsträger gelten will, der muß so wie Röttgen jede beliebige Haltung und das Gegenteil dessen einnehmen.
Der muß ein herzliches Desinteresse für seinen eigentlichen Job, als NRW-Vorsitzender und Ministerpräsidentin Krafts Gegenspieler aufbringen.

Röttgen sei "nebenerwerbstätiger Landesvorsitzender", der "ab und zu als Tourist" zwischen Rhein und Weser auftauche, höhnt nicht nur der grüne Landtagsfraktionschef Reiner Priggen. Auch an der CDU-Basis wächst der Ärger über "Merkels Besten", der nach Fukushima die Energiewende der Kanzlerin verkaufen muss. Röttgens Landes-CDU präsentiert sich oft chaotisch. Der Parteichef wollte den ersten regulären Haushalt der rot-grünen Minderheitsregierung von SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft durch eine Klage vor dem NRW-Verfassungsgericht stoppen und so Neuwahlen erzwingen. Sein Statthalter Laumann dagegen hat Neuwahlen abgeschrieben.
[…] "Die CDU ist intern völlig konfus aufgestellt", sagt deshalb auch ein Landtagsabgeordneter der FDP, mit der die Christdemokraten bis 2009 regiert haben. "Die Führung der Partei ist ungeklärt." Was der Liberale verschweigt: Seine Partei ist in keiner besseren Lage. Auch ihr Landeschef Daniel Bahr sitzt als Gesundheitsminister in Merkels Kabinett im fernen Berlin.
(Andreas Wyputta 29.05.2011)

Tja und dann kam der Tag, an dem die NRW-FDP versehentlich Selbstmord beging und mit offenem Munde die eigene Blödheit bestaunend mal eben zum ungünstigsten Zeitpunkt Neuwahlen auslöste.
NRW! Das liegt derzeit aber gerade so gar nicht auf der Agenda des Röttgen.

Er ist dermaßen von sich selbst begeistert, daß ihm Parteifreunde nachsagen, er betrachte seine zukünftige Amtszeit als Bundeskanzler lediglich als Sprungbrett zum Job des Uno-Generalsekretärs und der Weltherrschaft.
Der von Ehrgeiz zerfressene Minister hat sich immer wieder als rückgratlos erwiesen - auch wenn er verzweifelt versucht einen gegenteiligen Eindruck zu hinterlassen. 

Persönlich scheint der Umgang mit Röttgen mehr als schwierig zu sein; es ist ein offenes Geheimnis, daß ihn seine mächtigen Parteifreunde aus dem NRW-Landesverband -  Pofalla, Hintze, Bosbach, Gröhe und Mißfelder - hassen wie die Pest.
Röttgen gilt ihnen als viel zu abgehoben und unzuverlässig. 
Genau aus diesem Grunde kandidierte er auch für den NRW-Landesvorsitz. Um endlich eine Hausmacht zu haben und sich in der Partei zu verankern. 

NRW ist dabei ideal für Röttgens Zwecke; da es sich dabei erstens um den größten und mächtigsten Landesverband handelt und dieser zweitens praktischerweise in der Opposition ist, so daß man als Landeschef nicht tatsächlich gezwungen ist in Wanne-Eickel und Gummersbach herum zu krauchen.

Und nun das. 
Nur wegen der blöden FDP, die in der zweiten Lesung nicht dem rotgrünen Haushalt zustimmen wollte, muß Röttgen nun in die Landes-Liga absteigen.
 Schlimm genug, daß er Wahlkampf machen muß, aber sich von der großen Bühne in Berlin zu verabschieden, um dann als Oppositionsredner in Düsseldorf mit Frau Löhrmann zu streiten, ist für Röttgen ähnlich demütigend, als wenn man Ratzinger zum Priesterseminarist degradieren würde.

Das kommt für den Umweltminister gar nicht in Frage.
 Er behält seine Rückfahrtkarte.

Röttgen scheut das volle Risiko – und beraubt sich dadurch aller Aussichten auf einen Meinungsumschwung an Rhein und Ruhr. Auch potenzielle CDU-Wähler mögen keine Vollkasko-Politiker. „Muttis Klügster“ scheint nichts aus dem Schicksal Norbert Blüms gelernt zu haben: Der damalige Bundesarbeitsminister hatte 1990 auch nur im Falle eines Wahlsiegs nach Düsseldorf gehen wollen – und musste sich dafür von SPD-Ministerpräsident Rau als Kandidat auf der Durchreise verspotten lassen. Blüm bescherte der CDU das zweitschlechteste Ergebnis in der NRW-Geschichte.
Doch Röttgen bleibt sich treu: Wagemutig ist er nur mit Netz und doppeltem Boden. So war es schon 2006, als er nur unter der Bedingung, sein Bundestagsmandat behalten zu können, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie werden wollte.

Und ausgerechnet dem ewig vagen Röttgen fallen nun seine eigenen Worte auf die Füße.
 Sauerei; seit wann interessiert sich hier jemand dafür was man früher mal geschwätzt hat?

Mit einer so schnellen Neuwahl in Nordrhein-Westfalen rechnete wohl auch Norbert Röttgen nicht. Sonst hätte er sich wohl kaum vor einem Jahr als frisch gewählter CDU-Landesvorsitzender so festgelegt: "Darum möchte ich Ministerpräsident werden, darum bin ich zu umfassender landespolitischen Verantwortung bereit und werde dort dienen, wo die Partei mich hinstellt, damit da kein Zweifel entsteht."
Zu dumm, daß die Partei nun genau das von ihm will; nämlich ihn nach Düsseldorf stellen.

Das läßt sich Merkels Atomminister aber nicht gefallen.
 Sich selbstlos in den Dienst einer Sache zu stellen, ist seine Sache nicht. Röttgen interessiert nur Röttgen und dann kommt ganz lange nichts. Nach Düsseldorf will er nicht.

Ein gefundenes Fressen für den politischen Gegner: SPD-Chef Sigmar Gabriel lästerte über Röttgen: "Er scheint sich nicht für Nordrhein-Westfalen entscheiden zu wollen, sondern immer nur für den nächstanstehenden Karriereschritt und ich glaube, seine CDU-Bundesvorsitzende sollte ihm mal erklären, dass die Kandidatur für das wichtigste Amt in der Politik des Landes Nordrhein-Westfalen den vollen Einsatz bedeuten muss." Röttgens Verhalten zeige, "dass er die Wahl eigentlich schon verloren gegeben hat."
Nicht nur das Herr Gabriel!

Röttgen will noch nicht mal als MP nach Düsseldorf. Landespolitik ist völlig unter seiner Würde. Daher betätigt er sich jetzt auch aktiv dabei die ohnehin schlechten Wahlchancen der CDU weiter zu minimieren.

Röttgen vollendet den Fehlstart.
 Ein erster Auftritt in Düsseldorf, ein echter Knaller für das Schattenkabinett - und schon hätte die Debatte um Norbert Röttgen verstummen können. Soweit die Theorie. Doch der Spitzenkandidat der NRW-CDU präsentierte eine weitgehend unbekannte Frau für eine recht unbedeutende Position. Die Pannenserie im Wahlkampf geht damit weiter.
[…] Es ist - gelinde gesagt - ein suboptimaler Start für Röttgen in diesen überraschenden Wahlkampf. Am Morgen gab es vernehmlich viele Stimmen in der Landtagsfraktion, die Röttgens Kurs nicht nachvollziehen können. […]  
Inzwischen wird Röttgen mehr und mehr zum Ziel von Spott: Im Netz kursieren von FDP-Mitgliedern zusammengeschusterte Plakate, auf denen "der Norbert" als Feigling dargestellt wird. Es sind Witze im Umlauf, wonach Röttgen einer sei, der den Lottoschein erst bezahlen wolle, wenn er sechs Richtige sicher habe.
Da die neueste NRW-Umfrage die CDU inzwischen sechs Prozentpunkte hinter der SPD sieht (33:39) und die Fünfprozenthürde für die FDP unerreichbar hoch sein dürfte, muß sich Röttgen nicht grämen; seine Chancen die um Längen populärere Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin abzulösen, sind minimal.

Er muß nur die Zeit bis zum 13.Mai aussitzen und kann dann weiter auf Bundesebene spielen gehen.

Und nur für den Fall, also FALLS der Urnenpöbel tatsächlich so doof sein sollte aus unerfindlichen Gründen einen CDU-MP in die Düsseldorfer Staatskanzlei zurück zu wünschen, hat Nobby II noch ein Ass im Ärmel:
Selbst bei einem CDU-Wahlsieg ist es unwahrscheinlich, daß Angies Umweltminister seinen Job wechseln muß; denn dazu müßte er Mitglied des NRW-Landtags sein! 
Aber ob Röttgens tiefroter Wahlkreis das ermöglicht?

Wer Bonn kennt, der kennt Bernhard "Felix" von Grünberg. Der Anwalt gehört praktisch zum Inventar der ehemaligen Bundeshauptstadt. Das liegt auch an seiner Profession: das Mietrecht. Seit 1971 hält er Woche für Woche eine kostenlose Sprechstunde für Mieter im Alten Rathaus der Stadt Bonn ab. So manche seiner Wähler dürften sich schon über einen guten Rat von ihm gefreut haben. Grünberg sitzt mit einem Direktmandant des Wahlkreises Bonn I im Landtag. Nicht unwichtig in diesem Zusammenhang: Von Grünberg sitzt dort für die SPD.
[…]  Jetzt bekommt Lokalmatador Grünberg einen prominenten Herausforderer: Kein Geringerer als Bundesumweltminister Norbert Röttgen, Spitzenkandidat und Landeschef der NRW-CDU will ihm seinen Wahlkreis abspenstig machen. Wobei an der Sache mit dem "wollen" durchaus Zweifel aufgekommen sind. […] 
In früheren Interviews hatte Röttgen versprochen, er werde mit Haut und Haaren für NRW streiten. Der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sagte Röttgen 2010: "Es entspricht nicht meinem Politikverständnis, mir pausenlos den Kopf darüber zu zerbrechen, was taktisch für mich gerade von Vorteil sein könnte. Ich stelle mich der wichtigen Aufgabe, die nordrhein-westfälische CDU zu führen. Da ist es selbstverständlich, auch für die Spitzenkandidatur bei der nächsten Landtagswahl und als Ministerpräsident oder Oppositionsführer zur Verfügung zu stehen."
Bisher deutet alles darauf hin, dass ihn sein Geschwätz von 2010 nicht mehr interessiert. […]  
Für den nicht ganz unwahrscheinlichen Fall also, dass das Bonner Urgestein Bernhard von Grünberg seinen Wahlkreis auch diesmal gewinnt und SPD und CDU wie erwartet in etwa gleichauf aus der Wahl hervorgehen, kann Röttgen noch so sehr Ministerpräsident werden wollen: Ohne Mandat geht das nach der Landesverfassung nicht.

Dienstag, 20. März 2012

Der ewige Sex.


Vor knapp 30 Jahren haben die Hamburger Behörden Live-Peep-Shows verboten. 
Das war eine echte Lachnummer in der Stadt mit dem vielleicht bekanntesten Rotlichtviertel der Welt: Hamburg-St. Pauli, rund um die Reeperbahn.

Deutlich mehr als eine Millionen Freier gehen in Deutschland PRO TAG zu Prostituierten. Rund 35.000 Frauen sollen allein in Hamburg anschaffen gehen.
Und nun auf einmal kam jemand auf die Idee, daß ausgerechnet Peep-Shows, wo also immerhin geschützt vor grabbelnden Freiern, hygienisch korrekt und sicher hinter Glas kopuliert wird, unsittlich wären.
Sex auf der Reeperbahn? Das war ja mal ganz was Neues.

Im Sommer 1982 urteilte das Bundesverwaltungsgericht in Berlin, die Zurschaustellung nackter weiblicher Körper in dieser Form verstoße gegen die "guten Sitten" und verletze die Würde der Frau. Zum Jahresende 1983 erhielten die Hamburger Peepshows in St. Georg und auf St. Pauli die behördliche Aufforderung, dichtzumachen. Die Frauen gingen sogar auf die Straße, um gegen die Entscheidung zu demonstrieren - ohne nachhaltigen Erfolg
Im Zuge dieser rechtlichen Neuerungen bin ich damals natürlich an einem der letzten Tage auch in eine Peepshow gegangen. Was gar nicht so einfach war, da sich die Behörden durch die Schließung schon zum Gespött der ganzen Stadt gemacht hatten, in allen Zeitungen darüber berichtet wurde und ein dementsprechender Andrang herrschte.

Wie das damals so üblich war, hatte ich „auf dem Kiez“ noch ein paar Freunde aus meiner Schule getroffen und um die Warterei zu verkürzen, haben wir uns mindestens zu dritt in diese Peepshow-Kabinen gepresst. 
Das haben aber alle so gemacht und insofern hörte man aus den Nachbarkabinen eher Gelächter statt Gestöhne.
Der Live-Koitus wirkte unter den Vorzeichen eher wie eine Kuriosität als eine Schlüpfrigkeit.
 Ich weiß nur noch, daß ich es nicht glauben konnte wie unglaublich gelangweilt die Dame bei ihren Verrenkungen aussah (sie hätte sich auch dabei die Fingernägel feilen oder Topflappen häkeln können) und zweitens war das Gerät, mit dem der männliche Darsteller arbeitete, so grotesk überdimensioniert, daß wir uns alle sofort besorgt fragten, wie eigentlich normale Männer anschließend noch mal Sex haben sollten, ohne Minderwertigkeitskomplexe zu bekommen.
 
Auch wenn die Darstellerin offensichtlich nicht voller Elan bei ihrer Arbeit war, so dürfte ihr das besser gefallen haben als die Alternative: Fast alle Darstellerinnen gingen anschließend nämlich wieder auf den Straßenstrich, wo man kein geregeltes Einkommen hat, friert, Gewalt ausgesetzt ist und sicherlich weit weniger appetitliche Kopulationskomparsen konsumiert.

Kurz nach dieser Geschichte war ich mal in einer hauptsächlich von eher nicht heterosexuell Orientierten besuchten Bar und habe mit einem großen Haufen Lesben darüber diskutiert, ob sie sich nun zukünftig vermehrt vor Vergewaltigern fürchten müssten.

Schließlich wäre es für eine Lesbe noch weit schlimmer vergewaltigt zu werden.
 Darüber sollte ich mir als Mann kein Urteil anmaßen - aber die Theorie bezweifele ich sehr stark. Stimmte die Theorie, hieße das im Umkehrschluß, daß die Vergewaltigung einer heterosexuellen Frau nur halb so wild sei, weil sie den Akt ja prinzipiell gewohnt wäre.

Grundsätzlich aber stellte man sich vor, daß Peepshows eine sehr hygienische Triebabfuhrmethode wären, die den notgeilen Männern ihre Gelüste erst mal befriedigen, so daß sie sich dann nicht mangels (freiwilliger) Alternative mit Gewalt an jemanden vergreifen müßten.
Die Theorie kam mir schon viel sinnvoller vor. 

Ich habe aber nie etwas darüber gelesen, ob nach Schließung der Peepshows die Vergewaltigungen signifikant messbar zugenommen hätten.

Dennoch trauere ich den Live-Peepshows irgendwie hinterher.
 Das war so eine schön niederschwellige Geschichte: Sehr billig, ungefährlich für alle Beteiligten und die Männer waren mit einem kleinem Papierkorb und einer Kleenexbox zufrieden.

Für den gehemmten Sexanfänger ist eine „richtige“ Prostituierte doch sicherlich eine ganz andere Nummer. Viel teurer und außerdem erfordert es ein gewisses Selbstbewußtsein. 

Naja, andererseits; so schwierig kann es ja nicht sein, wenn über eine Million Männer das in Deutschland jeden Tag hinkriegen.

Kurz nach den alten Live-Peep-Shows tauchten die Video-Peepshows auf.

Die waren legal und im Zeitalter bevor jeder einen VHS-Rekorder zu Hause hatte auch sicherlich eine Marktlücke. 
Völlig unklar ist mir hingegen wieso in dem Fall nicht gilt:
 „die Zurschaustellung nackter weiblicher Körper in dieser Form verstoße gegen die "guten Sitten" und verletze die Würde der Frau.“
Kopulationen im Studio vor Regisseur, Beleuchtern, Ton- und Kameramann sind sittlich akzeptabel und wenn stattdessen hinter halbblinden Glasscheiben irgendwelche Anonymixe Mark-Stücke in Schlitze stecken, ist das bähbäh und gehört verboten?

Man müßte mal Alice Schwarzer fragen, wie das zu erklären ist.
 Fragt sich nur wie sehr die Vorzeige-Feministin noch als Moral-Ikone taugt, nachdem sie ihre Seele an BILD, Merkel und die CDU verkauft hat.

Auf der Reeperbahn gibt es übrigens auch heute noch Live-Sex. 
Aber vor großem Publikum in den berühmten Clubs der Großen Freiheit. Da treiben es auch zwei junge Menschen mit überdimensionierten Genitalien auf einer Drehbühne. Das Publikum sitzt aber nicht in Einzelkabinen, sondern einem theaterartigen Auditorium, hat eine Menge Eintritt bezahlt und kann den mannigfachen und nackten Kellnern und Kellnerinnen Geldscheine in den Tanga stecken.

Das verstößt offenbar auch nicht gegen die guten Sitten.

Vielleicht weil die armen Wichser, die sich nur für ein oder zwei Euro Sex leisten können, ausgesperrt bleiben? 
Man weiß es nicht.

Meine Peepshow-Erfahrung als Teenager mit meinen Klassenkameraden war insofern in einer ganz anderen Zeit, da wir alle vermutlich bis auf unsere eigenen (spärlichen) Erfahrungen noch kaum jemals andere bei diesen Aktivitäten gesehen hatten.

Das ist heute natürlich vollkommen anders. 
Kaum denkbar, daß ein 16-Jähriger des Jahres 2012 noch nicht im Internet sämtliche Pornovarianten durchgeklickt hat, die ich mir als 16-Jähriger noch nicht mal vorstellen konnte.

Gibt es dadurch jetzt mehr oder weniger Sex-Verbrechen? Animiert das die Kinder? Werden sie verdorben, wie die Kirche unkt?
 Oder aber werden sie abgeklärt und abgestumpft? Kriegen sie womöglich massenhaft Minderwertigkeitskomplexe, weil ihnen tagtäglich Kopulations-Szenarien geboten werden, denen sie körperlich gar nicht gewachsen sind?

Ich weiß es nicht.

Interessanterweise steigt aber das Alter, in dem man „sein erstes Mal“ erlebt derzeit an.
 Seit den 1960er Jahren haben die Jungs und Mädels nicht mehr so lange gewartet wie heute.

Das Gute am heutigen Internetsex-Zeitalter sind aber Leute wie Ogi Ogas und Sai Gaddam, die 55 Millionen Sex-Suchanfragen und Millionen erotischer Geschichten und Kontaktanzeigen im Internet ausgewertet haben, um ein statistisches Bild zu erstellen worauf die Leute eigentlich wirklich abfahren. Was stimuliert sie, wonach suchen sie ganz konkret, wenn es um Sex geht?

Die Antworten gibt es als Buch und teilweise als Interview abgedruckt im letzten SZ-Magazin. 

Zusammenfassend ist es so, daß Männer primitiver zu stimulieren sind als Frauen. 
Sie interessieren sich für Hintern, Brüste und, hört, hört: Penisse. 
Frauen hingegen sind komplizierter und phantasievoller. 

What else is new? 

Wir sind eben doch nur Bonobos ohne Fell!

Sie schreiben: »Alles, was man sich nur vorstellen kann, existiert bereits im Web als Pornografie.«

Genauso ist es. Und wir wollten jede Sexpraktik, über die wir schreiben, selber angesehen und mit Menschen gesprochen haben, die sie praktizieren.
Was war das Seltsamste, was Sie im Netz gefunden haben?

Kennen Sie in Deutschland Calvin und Hobbes?

Der Cartoon über einen rebellischen Jungen, der Lehrer und Eltern zur Verzweiflung treibt, und seinen imaginären Freund, einen Tiger?

Genau der. Im Internet gibt es eine Zeichnung, in der Calvin und der Tiger einen recht explizit dargestellten Dreier mit Calvins Mutter haben. Dieser Comicstrip ist so detailliert gemalt, es muss einen ganzen Tag gedauert haben, das anzufertigen. Das kann man abartig finden, aber es ist doch erstaunlich, auf welche Ideen das menschliche Gehirn beim Thema Sex kommt. Und es gibt eben auch wunderbar fantasievolle Umsetzungen. Am kreativsten sind wahrscheinlich alle Bereiche von Dominanz- und Unterwerfungsfantasien. Übrigens eine der wenigen sexuellen Fantasien, in der sich Männer und Frauen sehr ähnlich sind.

Wie unterscheiden sich Männer und Frauen, wenn sie im Internet nach Pornografie suchen?

Männer sind sehr einfach zu erregen. In Gefängnissen malen sich Männer etwa Strichfiguren beim Sex an die Zellenwand, das reicht notfalls als Stimulierung. Eine Frau braucht gleichzeitige multiple Stimulierung, ein bloßer visueller Reiz reicht dafür selten. Das Einzige, was Frauen weltweit gern sehen, sind Hintern von Männern. Aber bei Weitem nicht so gern, wie Männer Frauenhintern ansehen. Frauen mögen erotische Geschichten mehr als die bloße Abbildung von Sex.
[…]
Männer suchen nicht unbedingt sehr schlanke Frauen.

Männer suchen erotische Fotos von gesund aussehenden Frauen, und wenn sie die Wahl haben zwischen unter- oder übergewichtigen Frauen, nehmen sie die übergewichtigen. Wir haben uns die 200 beliebtesten weiblichen US-Erotikdarstellerinnen angesehen und ihren Body-Mass-Index. Er lag im gesunden Bereich. Nicht darunter.

Was die Erotikindustrie als Schönheitsideal vorgibt, etwa übergroße Silikonbrüste, ist nicht unbedingt das, was Männer am Computer suchen?

Nein, Männer bevorzugen Amateurdarstellerinnen mit natürlichen Körpern. Wissen Sie, was interessant ist? Auch heterosexuelle Männer sehen sich sehr gern große Penisse an.

Stellen sie sich vor, es wäre ihr eigener?

Nein, darum geht es nicht. Bei Affen sind Penisse ein sehr wichtiges und sichtbares soziales Werkzeug, das Aggression oder Erregung zeigt; alle männlichen Primaten achten sehr auf die Geschlechtsteile ihrer Konkurrenten. Es ist eher eine Art sexuelle Information als erotische Faszination. Männer sind sich übrigens sicher, dass Frauen auch gern große Penisse sehen wollen – ganz falsch.

In Ihrem Buch erklären Sie sehr viel mit unserer Abstammung und vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden entstandenen Prägungen. Sind wir immer noch Höhlenmenschen?

Manche Verhaltensweisen unserer Sexualität haben ihren Ursprung in einer Zeit noch vor den Höhlenmenschen. Der fundamentale Unterschied im Design des männlichen und weiblichen Gehirns ist: Männer sind darauf programmiert, bei Frauen auf den Körper zu achten, Frauen bei Männern dagegen auf die Persönlichkeit. Das ist so, seitdem wir soziale Primaten wurden. Die meisten sexuellen Verhaltensweisen von Männern und Frauen lassen sich so bis heute erklären.
(SZ-Magazin)