Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren. Das muss diesmal selbstverständlich der Groß-Versager Friedrich Merz sein.
Seine rechten Fans wenden sich traurig und enttäuscht von ihrem fiskal-neoliberalen Helden ab.
[….] Haider: Lieber Christoph, ich habe diese Woche deine Kollegin Sara Sievert getroffen, die ein Buch über Friedrich Merz mit dem Titel „Der Unvermeidbare“ geschrieben hat. Ihre These: Die CDU hat sich vor der Wahl kaum Gedanken darüber gemacht, wie sie sich nach der Wahl verhalten würde.
Schwennicke: Sieht so aus, als sei das genau so. Oder?
Haider: Und die SPD nutzt das Unvorbereitetsein der Union maximal aus, um eine Politik zu machen, die alles ist, nur nicht zeitgemäß. [….]
Schwennicke: Merz hat sich mit dem Vorziehen des Schuldenpakets seines einzigen Druckmittels beraubt. Es passt auch hinten und vorne nicht zusammen, was er sowohl im Wahlkampf als auch jetzt sagt. Deshalb hat er den Atem der AfD auch schon im Nacken. Es ist fürchterlich. Ich bin tief enttäuscht. [….] Wenn ich mir diesen Zwischenstand und die aus der Zeit gefallenen Vorstellungen der SPD anschaue, dann bekomme ich Sympathien für den Standpunkt der Jungen Union. Ich bin inzwischen so weit: Wenn das der Stand bleibt, lieber lassen. Noch einmal wählen dieses Jahr. So hat das alles keinen Kopf und keinen Hintern. […..]
(Hamburger Abendblatt, 29.03.2025)
Ulf Poschardt, Herausgeber WELT, „Politico“, „Business Insider“, der ultrarechte Muskist aus der tiefsten Döpfner-Hölle, klagt gar über sein „gebrochenes Herz“.
Mich belustigt es, die Herren Haider, Schwennicke und
Poschardt dabei zu ertappen, wie sie ihre grenzenlose Naivität offenbaren.
Haben die gedacht, Merz könne bei dem offenkundigen 600 bis 1.000 Milliarden Investitionsbedarf
PLUS weitere 100-150 Milliarden Finanzlücke durch Steuersenkungen das fehlende Geld
einfach herzaubern? Und was verstehen die eigentlich unter „parlamentarischer
Demokratie“? Daß eine 28%-Partei zu 100% ihr Wahlprogramm durchdrückt? Dachten
sie, das geht alles ohne Kompromisse und Rücksichten auf Koalitionspartner?
Friedrich Merz bekommt aber den Titel „Blödmann des Monats“, weil er selbst offenbar sogar noch naiver war, als die rechten Chefredakteure. Statt fälschlicherweise zu denken, er können alle seine Wünsche einfach durchdrücken, hat er gar nicht gedacht und kaum etwas planen lassen. Er wollte Kanzler werden. Die CDU wollte Rot/Grün abschießen und wieder selbst regieren. Was sie dann eigentlich genau tun wollen, um Deutschlands massiven Problemstau zu beheben, wurde scheinbar nie erörtert. Das ließ sich selbstverständlich schon beim Eine-Billion-Schulden-Umfall erkennen. Merz hatte keinen Plan.
[….] Man könnte aber auch sagen, Friedrich Merz habe sich tölpelhaft verhalten. Vorschnell, vorlaut, großspurig, mit mangelndem Fingerspitzengefühl. Denn obwohl der Bundestag am Dienstag das historische Schuldenpaket von rund einer Billion Euro verabschiedet hat, musste Friedrich Merz teures Lehrgeld zahlen. Insbesondere an die Grünen.
"Ich hab nicht verstanden, wie er sich in so ein Schlamassel bringen konnte", sagt Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge dem "Spiegel". "Erst alles zu Ende zu verhandeln und dann hoffen, dass eine Partei, die nicht Teil seiner Regierung ist, dem einfach so zustimmen würde." [….]
Nachdem die Grünen aber in voller staatsbürgerlicher Verantwortung die Geldschleusen für Fritze öffneten, musste in den Koalitionsverhandlungen geplant werden, wie und wofür die 1.000 Milliarden konkret ausgegeben werden. Die CDUCSU-Verhandler können da leider nicht mithelfen.
[…] Das kann ja heiter werden
Trotz des lange absehbaren Wahlsiegs ist die CDU offenbar unvorbereitet in die Koalitionsverhandlungen gegangen. Expert:innen, die die Unionspolitiker:innen beraten, beklagten sich gegenüber dem "Handelsblatt": Die CDU-Vertreter:innen in den Arbeitspolitiker würden "mangels eigener Ideen ständig anrufen, um Vorschläge für die Verhandlungen zu sammeln. Selbst aus den eigenen Reihen soll es Kritik geben, dass es an konkreten Konzepten fehle. [….]
(Der Folgeschwärmer, 31.01.2025)
Sagenhaft, so wie Merz ohne irgendeine Expertise bei Blackrock landete und dort wegen kontinuierlicher Doofheit zum Grüßaugust degradiert wurde, wird es wohl auch mit dem Bundeskanzleramt. Er will das einfach rein, ohne jemals auf die Idee gekommen zu sein, seine CDU irgendeinen Regierungsplan ausarbeiten zu lassen.
Der eifrigsten CDU-Freunde der konservativen Wirtschaftspresse können nur staunen.
[….] Die Union ist völlig unvorbereitet
Selbst in der Union ist die Klage groß, die Partei sei trotz des lange absehbaren Wahlsiegs völlig unvorbereitet in die Koalitionsverhandlungen gegangen. Experten, die CDU-Politiker um Rat fragen, bestätigen dies: Während der Arbeitsgruppen hätten die Unions-Verhandlungsführer mangels eigener Ideen ständig bei ihnen angerufen, um Vorschläge für die Verhandlungen zu sammeln.
Mangels Vorbereitung und klarer inhaltlicher Grundlagen ist es der Union bisher nicht gelungen, die SPD auch nur zu einem harten Zugeständnis zu bewegen. Weder in der Steuerpolitik noch beim Sparen noch beim Bürgergeld.
Die neuen US-Importzölle auf Autos zeigen aber einmal mehr, wie dringend wir gerade in der Wirtschaftspolitik umsteuern müssen. Donald Trump will der deutschen Wirtschaft das Rückgrat brechen.
Doch während er Fakten schafft, diskutieren Union und SPD lieber im stillen Kämmerlein, ob sie „die Abschreibungsmodalitäten für geringwertige Wirtschaftsgüter und Sammelposten attraktiver gestalten“, wie es im Papier der Arbeitsgruppe Finanzen heißt. Zumindest die Chefunterhändler müssen sich nun der bitteren Realität stellen: Das Land braucht eine wirtschaftliche Wende, sonst werden die Wohlstandsverluste immer größer und damit auch die Unzufriedenheit im Land. [….]
(Handelsblatt, 28.03.2025)
Die AfD kann ihr Glück über so viel Doofheit nicht fassen und ist nur noch einen Prozentpunkt von der CDUCSU entfernt.
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