Dienstag, 2. Januar 2018

Auf Horst Mahlers Spuren.

Einige Zitate sind so nett, daß man kaum noch den eigentlichen Ursprung feststellen kann, weil sie so oft prominent zitiert werden.

»Wer mit 19 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.  Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat keinen Verstand.«
(Theodor Fontane)

»Wer in seiner Jugend kein Kommunist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand.«
(B.Russell)

»Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz – wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand.«
(Winston Churchill)

Tatsächlich sind durchschnittliche Menschen oft in ihrer Jugend revolutionärer eingestellt und passen sich in den nächsten 20 Jahren erstaunlich an.
Ich selbst bin zwar parteipolitisch nie irgendwohin gerutscht, aber ich stelle durchaus fest, daß mir Probleme inzwischen oft vielschichtiger und komplizierter erscheinen, als vor 35 Jahren.

Sich über ein paar Dekaden hinweg von sehr idealistisch-links zu etwas realistischer Mitte-Links zu orientieren, ist also üblich und dem täglichen Hinzulernen geschuldet.
Vermutlich neigt man auch zu mehr Spießertum, wenn man seiner eigenen Jungendzeit entwächst, weil man Gefahren und Risiken besser erfassen kann.
Ich ertappe mich gelegentlich dabei beim Lesen über Jugendliche zu denken, daß sie alles zu früh machen. Zu früh Sex, zu früh Autofahren, Wählen bevor sie Politik verstehen, zu leichtsinnig mit Drogen und zu unreif bei der Entscheidung über ihre berufliche Zukunft vorgehen.
Teenager sollten noch nicht heiraten, sich fest binden und Kinder bekommen – denke ich heute.
Hätte man mir so etwas erklärt, als ich selbst 15 oder 16 oder 17 war, wäre ich natürlich empört gewesen und hätte voller Überzeugung gesagt, daß ich durchaus in der Lage bin über diese Angelegenheiten selbstverantwortlich zu entscheiden.
Die Perspektive verändert sich selbstverständlich im Laufe des Lebens und daher kann man auch seine parteipolitische Sicht auf die Dinge ein wenig ändern.
Gelegentlich ändern sich auch die Parteien.
So war die FDP der 1970er Jahre wirklich eine beeindruckende linksliberale Kraft, die mit Personen wie Ingrid Matthäus-Maier für gesellschaftlichen Fortschritt und Säkularismus stand.
Diese Partei existiert aber nicht mehr.
Alle Linksliberalen sind längst ausgetreten. Die FDP ist nun die Partei mit dem zweithöchsten Prozentsatz Kirchenmitglieder und macht ungeniert xenophobe Stimmung.
1972 hätte ich gern FDP gewählt, um Brandt zum Kanzler zu machen.
2017 erscheint die Lindner-FDP wie die AfD-Bruderpartei aus dem Westen.

Einige Menschen werden im Alter auch deutlich liberaler als in ihrer Jugend, weil sie viel dazu gelernt haben.
Sebastian Haffner oder Gustav Heinemann zum Beispiel.

Viel häufiger ist aber der Weg nach stramm rechts.
Dafür stehen beispielsweise Alexander Gauland oder Arnulf Baring.
Oskar Lafontaine rutscht auch nach rechts; freilich von einem anderen Startpunkt aus, als Gauland.
 Den ganz großen Bogen, einmal quer durch alle Parteien schlug Oswald Metzger. In seinem Fall dürften allerdings eher Posten statt Positionen entschieden haben

Trippel-Parteihopper Oswald Metzger war nach seinen erratischen Eruptionen wider die Hartz-IV-Empfänger bei Grünen, Linken und SPD nicht mehr so ultrabeliebt.
Metzger hat behauptet, Hartz IV mache manche Arbeitslose «träge und antriebsarm» und steht wegen seiner Äußerung in der Kritik, viele Sozialhilfe- Empfänger sähen «ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate oder Alkohol in sich hineinzustopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen».
Aber mit Hilfe der CDU dachte Großsprecher Metzger wieder in den Bundestag zu kommen; der Wahlkreis Biberach sollte für den Christenunionsfrischling das neue Sprungbrett zu den Pfründen sein. (……)
Der STERN schreibt:

Metzger hat sich früher in großer ordoliberaler Pose gegen das Branntweinmonopol gefallen, das den kleinen Brennern am Bodensee überhaupt ihr wirtschaftliches Überleben auf ihren Streuobstwiesen erlaubt. Wären die EU-Subventionen gestrichen worden, wie von Metzger gefordert und von ihm als volkswirtschaftlich unsinnige Ausgabe bezeichnet, wären die Kleinbrenner am Ende gewesen. Jetzt plötzlich hat sich Metzger in seinem Wahlkampf für die Erhaltung der Subventionen eingesetzt. Der Eindruck ist eindeutig: Der Mann wechselt seine Überzeugungen so schnell wie seine Hemden und Parteien. Metzger war inzwischen in der FDP, bei den Grünen und ist jetzt in der CDU. Glaubwürdigkeit hat der Selbstdarsteller, dessen wichtigstes Programm "Metzger" heißt, auf Dauer nirgendwo erworben.

Kleine Anmerkung an den STERN:
Mit den Parteien habt Ihr ein bißchen was durcheinander bekommen: Von 1974 bis 1979 gehörte Metzger der SPD an, dann ab 1987 den Grünen und ab 2008 der CDU. Ein FDP-Parteibuch hatte er nie.
Aber versuchen sollte er es vielleicht bei Westerwelles Truppen - da spielen Inhalte doch ohnehin keine Rolle (…..)


Von Grün zur CDU kommt gelegentlich vor, wenn Politiker wie Elke Twesten befürchten bei den Grünen kein sicheres Mandat mehr zu bekommen.
Von der CDU zu den Grünen zu gehen erlebt man außer unter den speziellen Mappus-Kretschmann-Gegebenheiten auf BW-Landesebene nie.

(….) Beim Weg von links nach rechts sind meistens persönlichere Verwirrungen, Animositäten oder Karrierestreben die Antriebsfedern.

Vera Lengsfels, Oswald Metzger, Angelika Barbe, Günter Nooke, Ehrhart Neubert, Arnold Vaatz wechselten aus PDS-Hass (außer Metzger) zur  CDU, die vorher mit zwei DDR-Blockparteien fusioniert war.
Logisch ist anders.

Außerhalb der reinen Parteipolitik haben auf dem Weg von links nach rechts Arnulf Baring und Horst Mahler die längsten Strecken zurückgelegt. 
Mahler schmort hoffentlich gerade im Knast. 
Baring schmort auf den Talkshowbänken von Maischberger und Will. Dort darf er den Wiedergänger der Comic-Figur Cholerix geben und seine angebräunten Sätze absondern. (….)

Mahler vom linksextremen RAF-Terrorist zum rechtsextremen NPD-Volksverhetzer dürfte einer der ganz wenigen sein, der sowohl für linksextreme wie auch für rechtsextreme schwere Straftaten im Knast schmorte.

David Berger erschien nach seinem Outing als liberales Aushängeschild der RKK, so daß man sich entsetzt abwendete, als er mit seinem braunen PP-Blog immer rechter, reaktionärer und hasserfüllter wurde. In Wahrheit hatte er nur einen kurzen Ausflug in die liberalere Öffentlichkeit getan, ist jetzt aber lediglich wieder so rechtsreaktionär, wie er es vor seinem Outing als FSSPX-Mann schon einmal war.

(….) Horst Mahler ist insofern ein Extremfall, weil er von ganz ganz links bis ganz ganz rechts, also einmal die längste mögliche politische Strecke durchschritt.

Horst Mahler, 80, heute Neonazi, war als Student in der SPD, flog aus ihr raus als er in den linken Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) eintrat.
Er war Mitgründer der Rote Armee Fraktion (RAF), wurde zum Terroristen und saß von 1970 bis 1984 im Knast.
Im Knast las er die von Otto Schily mitgebrachten Werke Hegels, sagte sich von der RAF los und wurde kontinuierlich konservativer. Ende der 1980er praktizierte er wieder als Anwalt. In den 1990ern kam er über Hans Filbingers braunen CDU-Flügel in Kontakt zu Rechtsextremen und Alt-Nazis.
 Er verteidigte NDP-Mitglieder, sowie die NPD selbst im Verbotsverfahren gegen sie. 2000 trat er in die NPD ein und wurde weiterhin kontinuierlich krimineller und rechtsextremer.
Die NPD wurde ihm allerdings zu lasch, weil sie „eine am Parlamentarismus ausgerichtete Partei“ sei. Er verließ sie also 2003 und wandte sich noch weiter nach rechts. Er wurde Verteidiger der Holcaustleugner, gründete den Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten, der fünf Jahre später verboten wurde.
Mahler gründete weitere rechtsterroristische Zirkel und verherrlicht heute offen und engagiert Adolf Hitler.
Seit 2009 saß er beinahe kontinuierlich wegen Volksverhetzung und anderer Delikte im Knast. Eine zehnjährige Haftstrafe ist noch offen, aber nachdem ihm 2015 sein halbes Bein abfaulte, wurde er mit knapp 80 aufgrund des miserablen Gesundheitszustandes von der Haft beurlaubt.

So weit wie Mahler lotete Dr. Berger nie die extremistischen Grenzen aus, aber dafür durchmaß er das Spektrum gleich zwei Mal.

Erst von ganz rechts nach ganz links und nun wieder zurück nach ganz rechts.
Einen besonderen Twist gibt es dabei, da er sich als Schwulensprecher empfindet, aber wie einst Otto Weininger (* 1880; † 1903) als Schwuler hauptsächlich gegen Schwule agitiert.
Der Superhomosexuelle, der stolze Vielficker, strammschwänzige Muskelfetischist und Sneakerschnüffler, der Promiske und Pornophile mit dem gewaltigen Gemächt sieht seine engsten Alliierten in den bekanntesten klerikalen Homophoben Deutschlands.
Dazu braucht es schon besondere Schaltungen in den Synapsen seiner Großhirnrinde.

David Berger, einst ganz stramm Tradi-katholisch, zwischen Piusbruderschaft und Kreuznet mäandernd, später zum Star der linken antiklerikalen Szene avanciert, der Kreuznet zu Fall brachte, sich dann aber mit seinem schwulen Verlag anlegte und seitdem konsequent immer weiter nach rechts rückte, sich an die fanatisch-katholischen Homohass-Frauen Beverfoerde, Kuby und Kelle heranrobbte, bis er sich für Akif Pirinçci einsetzte, hat inzwischen eine neue Freundin. (….)

Allerdings gibt es beim PP-Mann Berger auch eine neue „Qualität“.
So bemühte er sich als Herausgeber von „Theologisches“ und Schwulen-Chefredakteur noch um so etwas wie Seriosität.

Inzwischen verlinkt Berger aber vollkommen absurde rechtsradikale Verschwörungstheoretiker, lügt wie gedruckt, preist die Identitären, Reichsbürger und verweist heute auf die Kopp-Infos, also die absurden Stories des Eva Braunschen Kopp-Verlages, der Bücher über Ufologie, Chemtrails und Reptiloiden publiziert.

Wenig verblüffend, daß Berger heute auch die ehemalige Bündnis90-Frau Vera Wollenberger verlinkt.
Wollenberger nahm nach ihrem Wechsel zur CDU den Namen Lengsfeld an, schäumte vor Wut aus persönlicher Enttäuschung über ihren Mann Knud, der sie bei der Stasi verpfiffen hatte; machte alles, das nach „links“ oder „PDS“ roch, gnadenlos nieder.
Ihr persönlicher Hass überdeckte ihre politische Urteilsfähigkeit völlig.
In ihrer neuen Heimat CDU wollte sie unbedingt anerkannt werden, machte sich mit ihrer ostentativen Merkel-Verehrung lächerlich.


Auch Lengsfelds Sohn Philipp war von 2013 bis 2017 Bundestagsabgeordneter der CDU. Sie selbst erlangte aber nach 2005 allerdings kein Mandat mehr und rutschte aus Verärgerung immer mehr in Richtung rechtsextrem.

Mit Klaus Peter Krause und Beatrix von Storch sitzt sie im Vorstand des ultrakonservativen Bürgerkonvents. Lengsfeld tritt mit Frauke Petry auf, schreibt für die AfD-affine Internetzeitung Die Freie Welt, die rechtsverschwörerische Monatszeitschrift eigentümlich frei, sowie die Preußische Allgemeine Zeitung und den Bayernkurier.

Sie gehört außerdem zum berüchtigten Broder-Kollektiv.

Die Liste dieser schwarzen Provokateure deckt sich in weiten Teilen mit Broders-Blog-Kollektiv „Achgut“, welches ein erlesenes Konglomerat rechten Gedankenguts zusammenbringt:

Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Wolf Biermann, Gideon Böss, Claudio Casula, Jan Fleischhauer, Dr. Josef Joffe, Matthias Horx, Prof. Dr. Walter Krämer, Vera Lengsfeld, Matthias Matussek, Dr. Patrick Moore, Chaim Noll, Christian Ortner, Dr. Benny Peiser, Karl Pfeifer, Udo Pollmer, Lutz Rathenow, Hannes Stein, Hans-Hermann Tiedje, Arnold Vaatz, Dr. Wolfram Weimer, Benjamin Weinthal, Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Gil Yaron

Klassischerweise reagieren diese Autoren hochallergisch auf alles, das irgendwie als „politisch korrekt“, "gutmenschenartig“ oder „multikulti“ bezeichnet werden könnte.

 Das größte Ärgernis ist ihnen aber Komplexität oder Tiefgründigkeit, wie sie beispielsweise der Aktivist, Kabarettist und Aufklärer Georg Schramm vermittelt.

Inzwischen sympathisiert Lengsfeld auch mit dem Antisemitismus des Martin Hohmann und schreibt auf ihrem Blog pure rechte Verschwörungstheorien.

 [….] Neujahrsansprache einer Bürgerin an ihre Kanzlerin
[….] ich bin keine Mitbürgerin, wie Sie mich zu titulieren belieben, sondern eine Bürgerin. Dieses Wort nehmen Sie seit Jahren nicht mehr in den Mund, weil Ihnen selbstständig denkende und handelnde Individuen so suspekt sind, dass sie nicht einmal erwähnt werden sollen. Für Sie sind wir „Menschen“, wie Sie den Souverän allenfalls bezeichnen, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Als solche sind wir entweder Ausbeutungsobjekte, die man mit der zweithöchsten Steuerquote Europas und zahlreichen mehr oder weniger versteckten Abgaben, wie die für die verkorkste „Energiewende“ oder die Zwangsgebühr für den Staatsrundfunk abzockt. [….] Die Folgen der von Ihnen selbstherrlich ausgelösten chaotischen Einwanderung von überwiegend jungen Männern aus frauenfeindlichen Kulturen. Bis heute wissen wir nicht genau, wer diese „Neubürger“(sic!) sind, woher sie wirklich kommen, noch welches Alter sie haben.
[….] Statt dessen „steuern“ Sie und ihre willigen Helfer die nächste chaotische Zuwanderungswelle auf die Bürger unseres Landes zu. Es werden nicht nur entsprechend verschiedener, der Öffentlichkeit nicht bekannter, Abmachungen immer neue „Schutzsuchende“ per Flugzeug ins Land geholt, die Politik bereitet den so genannten „Familiennachzug“ vor, der nach Schätzungen mindestens 1.200. 000 „Neubürger“ ins Land holen wird. [….] Über die mindestens vier Frauen, die allein im Dezember von „Schutzsuchenden“ umgebracht wurden, verlieren Sie kein Wort. [….]  Also, treten Sie endlich zurück, bevor Sie vom Souverän dazu gezwungen werden! [….]

Schon lustig, wie die ehemalige Merkel-Epigonin nun gegen ihre Parteichefin wütet.

Kommentare:

  1. Respekt für die Arbeit! Diesen Post hebe ich als Gedankenstütze auf. Einer meiner besonderen "Lieblinge", bei dem mir regelmäßig die Suppe "hochkommt", wenn er irgendwo auftretend die Klappe aufmacht, ist der begnadete Bänkelbarde Biermann.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. DANKE!

      Biermann ist ein schwieriger Fall.
      ich schätze, daß ich das sicher schon mal irgendwann in meinem Blog geschrieben habe:
      Meine Deutschlehrerin hat den mal eingeladen als ich so ca in der 9. oder 10. Klasse war und wir Hölderlin durchnahmen.
      Irgendwie fehlte uns der Zugang und Biermann liebt den Hyperion.
      Der kam dann also schließlich mehrfach in unsere Klasse, hat daraus vorgelesen und uns Fragen beantwortet. Vor allem aber erklärt was er an der Lyrik so mag.
      Das war richtig richtig klasse.
      Einige Jahre später, im Zuger der 1989-Ereignisse lernte ich ihn dann als politischen Essayist kennen. Vorher dachte ich immer, er wäre nur Dichter und Liedermacher.
      Damals schrieb Biermann mehrere lange Prosa-Stücke im SPIEGEL über alles was halt 1989/1990 so anstand.
      Ich habe das damals verschlungen und weiß noch genau, daß ich nicht nur inhaltlich begeistert war, sondern fasziniert davon war wie genial er sich ausdrücken kann und welche Metaphorik er nutzt. Der Typ ist richtig richtig scharfsinnig. Da hatte ich regelrecht Ehrfurcht.
      Als dann weitere Jahre vergingen, fiel mir auf, daß er immer wie besessen gegen die PDS-Gysi-Bisky-etc wetterte. Das fand ich erst übertrieben und schließlich nur noch albern. Geradezu erbärmlich.
      Habe ich ihm aber verziehen, weil ich dachte, daß er eben persönlich so stark unter der Stasi gelitten hat, daß er ein so subjektives Trauma hat, daß er in der Angelegenheit eben jedes Maß verliert.

      Ähnlich war das mit seinen Israel-bezogenen Texten. Die waren mir viel zu einseitig, aber da dachte ich auch, gut, seine Familie wurde von der Gestapo verfolgt, Papa im KZ ermordet – da kann man vielleicht nie mehr ganz neutral sein was das Verhältnis zu Nazis vs Juden betrifft.

      Und noch ein paar Jahre später las ich dann irgendwo zu meinem Entsetzen, daß er jetzt die CDU ganz toll findet und Merkel wählt.
      Ich fiel aus allen Wolken.

      Inzwischen ist er völlig abgedreht und sonnt sich offenbar darin von den ganz ganz Rechten Applaus zu bekommen, wenn er im Bundestag über Linke-Abgeordnete herfällt.

      OK; aber er ist halt auch 80. Da setzt bei einigen schon die Senilität an und bei seinem Lebensweg kann man auch mal irgendwann eine Macke haben.
      Ich versuche mich jetzt nicht mehr so intensiv mit ihm zu beschäftigen und nehme ihn auch nicht mehr ernst.

      Aber er war mal ein richtig Guter und kann was.

      BTW, hatte ich RALPH GIORDANO erwähnt?
      Der ist mir als Hamburger natürlich auch schon immer bewußt und bekannt.
      Seine wichtigen Bücher habe ich verschlungen.
      Ein ganz ganz großer und genialer Denker.

      Aber irgendwann mit fast 90 ging das bei ihm ja auch los, daß er auf einmal so islamophob wurde, daß er sich mit AfD-Typen und Erika Steinbach zusammen setzte.
      Ich dachte, mich trifft der Schlag. GIORDANO????

      Mit 90 ist er dann ja auf den Kopf gefallen und war tot. Ist vielleicht ein Glück; wer weiß was für Unsinn er noch in den nächsten Jahren ausgebrütet hätte.

      Und das ist eben keineswegs immer so – andere Uralte bleiben bis zum Schluß klug oder werden sogar noch klüger und linksliberaler: Dönhoff, Egon Bahr, Helmut Schmidt, Margarete Mitscherlich, Wolfgang Leonard, Reich-Ranicki.
      Die sind ja alle erst hoch in den 90ern gestorben und waren bis zum Schluss brillant.
      Bei Biermann und Giordano ist irgendwas schief gelaufen….

      LGT

      Löschen
  2. Antworten
    1. Siehe auch:

      http://tammox2.blogspot.de/2012/09/alter-und-weisheit.html

      LGT

      Löschen
  3. Biermann/Giordano sind traurige Faelle, die nicht eimal mehr merken/ten vor welch uebel braunen Karren sie gespannt wurden.
    https://jakester-express.blogspot.com/2011/12/3-neue-bei-der-muppet-show.html

    Ist wie beim Boxen. Es bringt dir nichts einen Kampf ueber 11 Runden exzellent zu dominieren, wenn du in der letzten Minute der 12ten KO gehst.

    Gruss
    Jake

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Fieser Vergleich!
      ;) ;)

      Am Ende liegt man dan nzwar auf dem Boden, aber vielleicht erinnern sich einige doch noch daran, daß der Loser in Runde 3 und Runde 6 einfach wunderschön geboxt hat und man scih sehr daran erfreute das zu sehen!

      LGT

      Löschen
  4. Richtig.
    Ich bin seit rund 50 Jahren Boxfan und sah viele Kaempfe bei welchen es, fuer die Fans etc., keinen Verlierer gab. Der Verlierer muss auch nicht unbedingt unter einem Karriereknick leiden, da er gleichwertig einen guten Kampf lieferte, moeglw. daraus lernt, man ihn gerne wiedersieht und er sich somit weiterhin gut vermarkten kann. ....etc.

    Nach den KO's von zB. Giordano/Biermann gibts kein Comeback. Da ist der Eindruck der letzten Rund bleibend.

    Gruss
    Jake

    AntwortenLöschen

Feedback an Tammox