Unglücklicherweise hat die SPD wieder einen wunderlichen
gerontigen bärtigen Berliner Brausekopf in ihren Reihen, der immer mehr in
rechts-bösartige Abwege abdriftet.
Außer mir wagt niemand nach einem Parteiordnungsverfahren nach
§ 35 des Parteiordnungsstatuts zu fragen, weil das bekanntlich die schärfste
Waffe einer Partei ist.
Aber der Fall Sarrazin hat gezeigt wie extrem schädlich es
ist, wenn die Parteiführung zu vorsichtig und unprofessionell mit solchen
zunehmend abstoßenden Opas umgeht.
Die längerfristigen
Parteibindungen werden immer schwächer. In der flüchtigen Social-Media-Welt
mit eine Großzahl nur minimal informierter Wähler, kann ein abschreckender
Pöbel-Pascha sehr viel mehr Schaden anrichten, als 1.000 engagierte
Parteimitglieder an der Basis Gutes tun können.
[….] § 35 Parteiordnungsverfahren
(1) Gegen ein Mitglied, das gegen
1. die Statuten oder
2. die Grundsätze oder
3. die Ordnung der Partei verstößt,
kann ein Parteiordnungsverfahren durchgeführt werden. Gegen die
Grundsätze der SPD verstößt insbesondere, wer das Gebot der innerparteilichen
Solidarität außer Acht lässt oder sich einer ehrlosen Handlung schuldig macht.
Gegen die Ordnung der Partei verstößt insbesondere, wer beharrlich Beschlüssen
des Parteitages oder der Parteiorganisation zuwider handelt.
(2) In dem Parteiordnungsverfahren kann erkannt werden auf:
1. die Erteilung einer Rüge,
2. die zeitweilige Aberkennung des Rechts zur Bekleidung einzelner oder
aller Funktionen (§ 11 Abs. 1) bis zur Dauer von drei Jahren,
3. das zeitweilige Ruhen einzelner oder aller Rechte aus der
Mitgliedschaft bis zur Dauer von drei Jahren,
4. den Ausschluss aus der Partei. […..]
(SPD Organisationsstatut)
Wir können es uns in den 20er Jahren des dritten
Jahrtausends bei demoskopischen Werten deutlich unter Raumtemperatur nicht mehr
leisten, alternde Problemfälle aus missverstandener Solidarität mitzuschleppen.
Auch wer über Jahrzehnte hauptberuflich für die
Sozialdemokratie engagiert war, darf keinen Freibrief dafür bekommen mit
antihumanistischen Ekeligkeiten ganze Bevölkerungsgruppen zu beleidigen und
damit zur Inkarnation des Wahlausschlusskriteriums zu werden.
Natürlich gibt es in der SPD viele Meinungen, die mir nicht
gefallen.
Als Mitglied muss ich hinter den Grundwerten des
Parteiprogramms stehen und mehr als 51% der aktuellen Politik mittragen.
Parteien sind heterogene Gebilde, in der politische
Meinungsbildung stattfindet.
Unter 420.000 Mitgliedern sind naturgemäß auch Zahllose, die
andere Auffassungen als ich vertreten. Es wäre absurd anzunehmen,
hunderttausende Menschen stimmten in jeden Unterpunkt jedes Spiegelstrichs der
SPD-Bürgerversicherungspläne überein.
Aber es gibt die großen Linien, die nicht überschritten
werden können.
Wir akzeptieren keinen Sexismus, keinen Antisemitismus,
keine Xenophobie, keine Homophobie, keine Kriegstreiberei und keine
unsolidarischen Konzepte.
Wer Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihres
Portemonnaie-Inhalts oder sexueller Orientierung abwertet, muss sich bei AfD
oder FDP umsehen; hat aber keinen Platz in der SPD. Ein Parteiordnungsverfahren bietet eine ganze Klaviatur von
Maßnahmen; keineswegs steht am Ende immer ein Parteiausschluss.
Außerdem sind wir Menschen, denen auch mal etwas Unsinniges
oder Beleidigendes rausrutscht. Man kann um Entschuldigung bitten, Besserung
geloben, so daß keineswegs der Stab über einem gebrochen werden muss.
Wenn man aber wie Wolfgang Clement hartnäckig über Jahre die
soziale Grundausrichtig der Partei bemäkelt und schließlich mit all seiner
Prominenz zur Wahl einer Konkurrenzpartei aufruft, schädigt man offensichtlich
die SPD.
Thilo Sarrazin hatte als Berliner Finanzsenator immer schon
provokante Sprüche gegen die Berliner Behäbigkeit rausgelassen, machte aber eine
hervorragende Fachpolitik.
Von meiner Zeitungskioskfrau ließ ich mir 2009 extra die
Ausgabe der Kulturzeitschrift "Lettre International" besorgen, weil
ich genau den Zusammenhang verstehen wollte, in dem Sarrazin darüber ätzte „kleine
Kopftuchmädchen“ zu „produzieren“. Das war aber leider eindeutig. Ab dem Zeitpunkt hatte er
nichts mehr in der Partei verloren und wie wir heute wissen, wurde es in den
nächsten elf Jahren immer schlimmer. Heute ist das Ex-SPD-Mitglied eine Ikone
der AfD.
Beim ehemaligen stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden und
ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse gibt es bedauerlicherweise
ebenfalls ein Muster.
Wir Wessis haben den Zottelbart ab 1989 dafür bewundert in
der DDR opponiert zu haben, die Ost-SPD mitaufgebaut zu haben.
Na gut, er war Katholik, aber war die Kirche in Ost-Berlin nicht
eine verständliche Schutzmaßnahme gegen die SED?
Regine Hildebrandt, die ich bis heute bewundere, kommt schließlich
auch aus einem kirchlichen Widerstandsmilieu.
Thierse hatte zwar diese meiner Ansicht nach abstoßende
ungepflegte Optik, aber auch das war ich bereit als DDR-Widerstands-Mode zu
akzeptieren, zumal er sprachlich als echter Germanist außerordentlich gepflegt
wirkt.
Er kennt die Bedeutung seiner Worte, spricht nahezu
druckreif und gleitet nicht in inhaltslose Floskeln ab.
Ich mag gebildete Politiker. Thierse engagiert sich gegen
Rechtsradikalismus; auch das ist eine meiner persönlichen Kernanliegen, so daß
ich über Strubbelbart und Frömmelei hinwegsehen kann.
Thierse wird rabiat, wenn er es mit Säkularismus zu tun
bekommt, so wie beispielsweise im Jahr 2010, als sich säkulare Sozis
organisieren wollten.
(…..) Der vorbildliche Redner und
Bürgerrechtlicher Thierse hat leider auch eine dunkle Seite - und damit meine
ich nicht den grotesken Zottelbart.
Er ist überzeugter Katholik und auf Männer von der Pädo-Fraktion in den roten
Kleidern läßt er nichts kommen.
Thierse unterstützte das berüchtigte „Pro-Reli“-Volksbegehren in
Berlin, obwohl die Initiatoren reichlich logen und falsche, diffamierende Behauptungen ausstreuten.
Die Initiative ging so hanebüchen vor, daß sogar eine Gruppe „Christen pro
Ethik“ entstand, weil sie die dreisten Lügen der „Pro-Reli“ -Bande, die Schüler separieren und ausgrenzen wollte,
nicht unterstützen mochten.
Das ist eben immer dasselbe mit Christen - auch wenn die noch so sympathisch
erscheinen mögen- irgendwann kommt doch ihre hässliche Fratze zum Vorscheinen.
Thierse zeigte sein wahres Bürgerrechtsgesicht spätestens als sich die
lobenswerte Initiative „Laizisten in der SPD“ zusammenfand.
Einige hundert Sozis wollen im Oktober 2010 einen offiziellen innerparteilichen
Arbeitskreis gründen.
Die neue Gruppe hat die Unterstützung mehrerer Bundestagsabgeordneter,
darunter sind Carsten Schneider aus Erfurt, der frühere Staatsminister Rolf
Schwanitz und die rheinland-pfälzische Abgeordnete Doris Barnett. Auch der
thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig und die ehemalige
SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorstandssprecherin der KfW-Bankengruppe, Ingrid
Matthäus-Maier, haben sich angeschlossen.
Gründer Nils Opitz-Leifheit begann vor einem Jahr Interessierte
zu sammeln: […..] […..]
Die Positionen des künftigen Arbeitskreises sind allesamt lobenswert.
Ich hoffe, daß ich die Umsetzung noch erleben werde.
Dabei werden bloße Selbstverständlichkeiten angemahnt, die ohnehin laut
Grundgesetz geboten sind.
Gesetze und öffentlicher Raum müssen neutral bleiben. Neutrales öffentliches
Bildungswesen. Abschaffung von Rechtsprivilegien, Steuerprivilegien und
Finanzprivilegien der Kirchen. Gleiche Mitarbeiterrechte.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist kein Kirchenfunk, etc.
Das ist zu viel für Thierse.
Er, der Sprecher des Arbeitskreises "Christinnen und Christen in der
SPD" möchte offenbar lieber einen Kirchenstaat à la Vatikan - auch wenn
das mit dem Grundgesetz nicht zu machen ist.
Und mit der germanistischen Contenance ist es auch vorbei.
Nicht nur, daß er die Positionen der Laizisten inhaltlich ablehnt; nein, ginge
es nach Thierse dürften die sich noch nicht mal zum Diskutieren treffen.
Rede - und Gedankenfreiheit auf Wiedersehen!
"Das Programm der Laizisten ist das Programm eines kämpferischen
Atheismus", sagte er dem Abendblatt. "Ich warne die SPD davor, zu
einer atheistischen und antireligiösen Partei zu werden."
Thierse […] sieht die Gefahr einer "künstlichen Distanz"
durch das Laizisten-Programm. "Die SPD hat mit den beiden großen Kirchen
immer in einem freundlich-sachlichen Verhältnis zusammengearbeitet. Dieses
Verhältnis sollte unbedingt beibehalten werden."
(Nina Paulsen. 17.08.10)
Da biegen sich mir die Fußnägel hoch!
Wie kann man nur so einen Unsinn reden? (….)
(Ein netter Sozi?, 24.08.2010)
Seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag 2013, wird der
heute 77-Jährige Katholik aber immer verbiesterter.
Er wirbt nicht etwa nur für seine Glauben, sondern dreht den
Spieß um, indem er zunehmend Ungläubige attackiert.
Dabei ist er wenig zimperlich und verbreitet erschreckende
Lügen.
Es ist womöglich altersbedingt, aber es ist sehr auffällig
wie er von Jahr zu Jahr immer intoleranter wird und aggressiv gegen
Nicht-Katholiken austeilt.
Genau das ist aber der Bereich, der eben nicht mehr mit den
SPD-Grundsätzen vereinbar ist.
Wir sind tolerant und dreschen nicht mit dem verbalen
Holzhammer auf Ketzer ein.
Auch Andrea Nahles ist Katholidiotin wie Thierse. Auch sie geht mit ihrem Glauben
hausieren, aber sie teilt nicht bösartig gegen Konfessionsfreie aus.
Wer es wagt das Karfreitags-Tanzverbot zu kritisieren,
bringt Thierse sofort zur Weißglut.
(…..) Statt aber ihre Privilegien
zu genießen, so lange sie bestehen, bemühen sich Kirchisten glücklicherweise
unfreiwillig selbst darum diese zu schleifen, indem sie mit besonders
dümmlichen und rücksichtslosen und arroganten Aussagen vorpreschen.
Hardcore-Katholik Wolfgang
Thierse ist dafür immer gut, der auch diese Woche mal wieder eifrig damit
beschäftigt war seiner Partei und seiner Kirchen möglichst stark zu schaden.
[….] Tanzverbot-Streit in der SPD: Thierse kontert Kühnert scharf
Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat die
Forderung von Juso-Chef Kevin Kühnert kritisiert, das Tanzverbot an Karfreitag
abzuschaffen. Er sei erstaunt darüber, was Kühnert für wichtig halte und welche
Interessen er bedienen wolle, sagte Thierse den Zeitungen des
Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Donnerstag. "Bisher wusste ich nicht,
dass die SPD eine Spaßpartei ist", sagte Thierse. Der 75-Jährige ist
Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Kühnert hatte gefordert, das Tanzverbot am Karfreitag abzuschaffen. Er
würde keine Party in einer Kirche anmelden, sagte Kühnert. Doch "wer an
dem Tag in die Disko gehen will, sollte das auch tun können". Die
Entscheidung, an Karfreitag feiern zu gehen, müsse jedem selbst überlassen
werden. Auch die Jungen Liberalen in Hamburg sprachen sich dafür aus, das
Tanzverbot abzuschaffen. Es sei "ein Relikt aus vergangenen Tagen",
erklärten sie am Donnerstag. Wer Karfreitag in Stille verbringen wolle, könne
sich gegen das Feiern entscheiden. Dem Rest der Bevölkerung müsse es aber
möglich sein, an diesem freien Tag zu tun, worauf er Lust habe. [….]
(Münchner Merkur,
19.04.2019)
Danke Thierse für diesen
effektiven Versuch die SPD weiter in die Einstelligkeit zu treiben.
Dies wäre eigentlich die Stunde
einer funktionierenden Parteiführung das senile Relikt zurück zu pfeifen, aber
bekanntlich sitzt im Chefsessel ja auch eine Hardcore-Religiotin.
(…..) noch unsanktioniert vom
Staat Jugendliche sexuell missbrauchen und anschließend den Täter
schützen, fügen sich die deutschen Volksvertreter
anachronistischen Absurditäten wie dem österlichen Tanzverbot oder Filmverbot.
Darf am Karfreitag, wenn ChristInnen der Kreuzigung Jesu Christi
gedenken, getanzt werden? Nein, sagt das Gesetz in vielen deutschen Bundesländern.
(taz 05.04.2012)
Als Angehöriger der 99%-Mehrheit
der Hamburger, die nie zum Gottesdienst gehen, fordere ich ein Bet-Verbot an
allen Nicht-Ostertagen. Die Gebete von messianischen
Pröbstinnen stören mein humanistisches Empfinden nämlich genauso sehr, wie es
den Glauben der praktizierenden Hamburger Christen stört, wenn ich am
Karfreitag ein Tänzchen aufs Parkett lege oder womöglich sogar einen Louis de
Funès-Film gucke.
Doch nicht nur Feiern ist verboten - auch bestimmte Filme. Die
Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) hat im Januar eine Liste
von Kinofilmen herausgegeben, die zwischen 1980 und 2015 keine Freigabe für die
stillen Feiertage erhielten. Ein Verbot bestimmter Filme findet sich sogar im
ein oder anderen Feiertagsgesetz, in NRW etwa, wo es bis zum Karsamstag um 6
Uhr zumindest offiziell verboten ist, Filme zu zeigen, die nicht vom
Kultusministerium anerkannt sind. […] Darauf finden sich auch
Kinderfilme wie "Mary Poppins", "Heidi in den Bergen" und
"Lotta zieht um". Daneben: Titel wie "Horrorsex im
Nachtexpress" (FSK 18), aber auch Klamauk wie "Louis, der
Schürzenjäger" (mit Louis de Funès) und "Didi und die Rache der
Enterbten" (mit Didi Hallervorden).
(Elisa Britzelmeier, 25.03.2016) (….)
(Gebetsverbot jetzt!, 27.03.2016)
Vor einem Jahr ging Thierse dann auch soweit in einem FAZ-Leserbrief
ein zutiefst humanistisches Anliegen mit NS-Pöbeleien zu überziehen.
Der Mann hat offensichtlich vollkommen seinen Verstand
verloren.
[…..] Ein
früherer Bundestagspräsident bezeichnet die Richterinnen und Richter des
@BVerfG wegen des Urteils zur Sterbehilfe in einem
Leserbrief an die FAZ als „furchtbare Juristen“ und stellt damit eine
Assoziation zur NS-Zeit her. Geht‘s noch? [….]
(Tobias Freudenberg, 3. März 2020)
Die Marschrichtung ist klar; Thierse ist schon auf halben
Weg zum Voll-Sarrazinstatus.
Wie es sich für echte Katholidioten gehört,
mag Thierse keine Schwulen.
Wie die religiösen weißen Trumpisten fühlt er sich nun als
heterosexueller Mann diskriminiert und zieht über Queere her.
Wieder einmal hatte Thierse in der ultrakonservativen FAZ
mit diskriminierenden Thesen geleserbrieft.
[…..] Der
SPD-Politiker Wolfgang Thierse appelliert in einem am Wochenende
veröffentlichten FAZ-Kommentar (Bezahlartikel) an Minderheiten,
"geschichtlich geprägte kulturelle Normen, Erinnerungen, Traditionen"
anzuerkennen. Der 77-Jährige argumentiert in dem Artikel mit der Überschrift
"Wie viel Identität verträgt die Gesellschaft?": "Der unabdingbare
Respekt vor Vielfalt und Anderssein ist nicht alles. Er muss vielmehr
eingebettet sein in die Anerkennung von Regeln und Verbindlichkeiten, übrigens
auch in die Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen." […..] Im dem Kommentar verwendet Thierse
insbesondere das Mode-Schlagwort "Identitätspolitik"
("Identitätspolitik darf nicht zum Grabenkampf werden, der den Gemeinsinn
zerstört"). Dieser aus den USA stammende Begriff ("Identity
Politics") umschreibt politisches Handeln, das nur für die Bedürfnisse
spezifischer Gruppen bestimmt sei. Das Wort wird auch im Deutschen vermehrt als
pauschaler Kampfbegriff gegen Bürgerrechtsorganisationen verwendet, die
Diskriminierung beklagen. Andere nutzen ihn, um nur eingeschränkten Einsatz für
Minderheiten zu rechtfertigen. "Debatten über Rassismus, Postkolonialismus und Gender werden
heftiger und aggressiver" und "Fragen ethnischer, geschlechtlicher
und sexueller Identität dominieren", so beklagt auch Thierse "die
Radikalität identitärer Forderungen" in dem Artikel. […..] Alfonso Pantisano, der sowohl
Bundesvorstandsmitglied des LSVD als auch Berliner Landeschef von SPDqueer ist,
zeigte sich auf seiner Facebook-Seite empört über die neuen Auslassungen
Thierses. "Dass jetzt heute, ein paar Tage nach dem Desaster im
"Talk" mit der Feuilleton-Chefin der FAZ in selbigem Blatt ein
Gastbeitrag von Wolfgang Thierse erschienen ist, lässt mich erstarren",
erklärte der Aktivist am Montag. "Vor Wut und vor Verzweiflung, denn das,
was Thierse, übrigens auch ein Mitglied der SPD-Grundwertekommission, heute
dort niedergeschrieben hat, ist neurechter Sprech. […..]
(Denis Klein, 23.02.2021)
Thierse rutscht
das nicht raus; er denkt wirklich so
und legt gleich nach.
Im Deutschlandfunk griff er weiter LGBTIQ*s an, indem er
ausdrücklich dafür wirbt die Ansichten Rechtsextremer nicht zu verschweigen.
[…] Die Identitätspolitik von links führt, wenn sie weiter so einseitig und
in dieser Radikalität betrieben wird, zu Cancel Culture. Das heißt, man will
sich nicht mehr mit Leuten auseinandersetzen, diskutieren, den Diskurs führen,
die Ansichten haben, die einem nicht passen. Das ist ziemlich demokratiefremd
und, wenn ich das sagen darf, demokratiefeindlich. Eine pluralistische
Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn in ihr die Unterschiedlichkeiten zu
Wort kommen, artikuliert werden, im Gespräch miteinander sind – mit dem Ziel,
die Unterschiede nicht zu verwischen, aber trotzdem auf die gemeinsamen
Grundlagen des Zusammenlebens zu kommen. [….]
(DLF, 25.02.2021)
Nachdem Thierse so viel Mühe auf sich nahm, um säkulare und
konfessionslose Wähler zu vertreiben, geht er nun auch noch frontal auf das schwul-lesbische Klientel los.
So geht klassische Parteischädigung.
[…..] Die deutsche Gesellschaft ist aber viel pluraler und vielfältiger als
dieses „Traditions-Wir“ es sich vorstellen kann. Unsere Aufgabe ist es nun, die
Mauern aus Privilegien, die nur diese eine Gruppe hat, aufzubrechen und neue
Perspektiven, neue Gedanken zuzulassen. Eine Aufgabe, die vor allem diejenigen
angehen müssen, die qua Geburt Teil dieses „Traditions-Wir“ sind – denn wer
sonst hätte die Macht, das Geld und sonstige Privilegien, um etwas in dieser
Gesellschaft zu verändern?
Wolfgang Thierse aber will und kann das strukturelle Problem nicht
an-erkennen, dass im Moment nicht alle gleichberechtigt in unserer Gesellschaft
teilhaben können. […..] Worüber ich
wirklich wütend bin, ist Thierses geschichtsvergessene Argumentation zum
„Blackfacing“, das er mit den Worten rechtfertigt, kulturelle Aneignung sei ein
Wesenselement unserer Kulturgeschichte – die bittere Ironie seiner Worte noch
nicht einmal bemerkend. Blackfacing ist eine durch und durch rassistische
Tradition von Weißen, die sich schwarz anmalen um schwarze Menschen zu
verhöhnen. Und wenn Herr Thierse dann noch behauptet, jeder Schauspieler und
jede Schauspielerin könnte jede Rolle auf dem Theater bekommen ist das schlicht
an der Realität vorbei, wie nicht nur die von ihm selbst angesprochenen 185
Schauspieler und Schauspielerinnen vor Kurzem in der „Süddeutschen Zeitung“
betont haben. […..]
(Anna Seibt, 25.02.2021)
Saskia Esken und ihr, man muss es in diesem Zusammenhang
erwähnen, schwuler Parteivize Kevin Kühnert, versuchen sich in
Schadensbegrenzung, wollen bei den Queeren und ihren Alliierten (zu denen ich
mich zähle) um Verständnis werben.
[…..] Nach der heftigen und anhaltenden Kritik von LGBTI-Aktivist*innen an
der SPD bemüht sich die Parteispitze um eine Deeskalation. Rund 20 ausgewählte
Personen, darunter Vertreter*innen aus der Community, wurden von Parteichefin
Saskia Esken und ihrem Vize Kevin Kühnert zu einem Online-Gespräch am 11. März
um 20 Uhr eingeladen. […..] In ihrer
Einladung kritisieren Esken und Kühnert zum einen den Verlauf des u.a. von Gesine
Schwan moderierten Online-Talks "Jour Fixe" mit FAZ-Feuilletonchefin
Sandra Kegel. Bei der Veranstaltung am 19. Februar hatten die
SPD-Gastgeber*innen Kegel trotz ihres queerfeindlichen Kommentars zu #ActOut in
Schutz genommen, ihre Kritiker*innen dagegen scharf angegriffen und ihnen am
Ende sogar das Mikro abgestellt. Eine teilnehmende Person war misgendert worden. "Die jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit einer Online-Debatte
auf Einladung des SPD-Kulturforums und der SPD-Grundwertekommission, die
fehlende Zurückweisung von Grenzüberschreitungen und die mangelnde Sensibilität
im Umgang mit den Gäst*innen aus Euren Reihen, manche Rechtfertigung im
Nachgang – all das beschämt uns zutiefst", schreibt die SPD-Spitze.
"Wir ahnen und wissen aus persönlichen Gesprächen, wie tief verletzend
diese Ereignisse und Erfahrungen für Euch waren." […..] Ohne ihn namentlich zu erwähnen,
distanzierten sich Esken und Kühnert auch vom ehemaligen Bundestagspräsidenten
Wolfgang Thierse, der in der vergangenen Woche in einem FAZ-Kommentar Grenzen
für "Vielfalt und Anderssein" gefordert hatte
("Identitätspolitik darf nicht zum Grabenkampf werden") und sich nach
Kritik als Heterosexueller diskriminiert fühlte und eine "Cancel
Culture" beklagte. […..] Nach
dem misslungenem "Jour Fixe" hatte der Lesben- und Schwulenverband in
einer überraschend scharfen Pressemitteilung kritisiert, dass die Beteuerungen
der SPD, auf der Seite queerer Menschen zu stehen, "nichts wert"
seien, und eine Entschuldigung gefordert. Viele Sozialdemokrat*innen würden
"Homophobie und Transfeindlichkeit lieber leugnen, kleinreden oder
verharmlosen statt diese deutlich zu kritisieren".[…..]
(Queer.de, 28.02.2021)
Ich meine, daß Thierse in den letzten 15 Jahren bewiesen hat
ein klassischer Religiot zu sein. Er sieht nichts ein und wird nur immer
aggressiver.
Kevin und Saskia, ich bin nicht von Euren Aktionen
beeindruckt.
Gegen Thierse hilft nur noch ein Parteiordnungsverfahren.