Dienstag, 31. März 2026

Ein Regime im Glück.

Tangerine Turd bekam heute mal wieder einen seiner Wutanfälle gegen die Europäer, die er wie die Pest hasst.

Damit trieb er den Ölpreis auf ein neues Maximum.

[…] Nach dem Wut-Post von US-Präsident Donald Trump sind die Preise an mehreren internationalen Rohölbörsen nochmals deutlich gestiegen. Die Nordsee-Referenzsorte Brent verteuerte sich binnen weniger Stunden von 112 auf zeitweise über 119 Dollar je Barrel (159 Liter). Gegen 19.20 Uhr MEZ lag der Preis bei etwa 118,50 Dollar. Damit war er fast auf dem höchsten Stand seit der Energiekrise 2022 infolge von Russlands Überfall auf die Ukraine. Das besonders bei asiatischen Abnehmern gefragte Murban Crude aus Abu Dhabi kostete zeitweise sogar mehr als 120 Dollar je Fass.

Trump hatte in einem Post auf seiner Plattform Truth Social andere westliche Länder attackiert und Großbritannien aufgefordert, selbst die von Iran faktisch blockierte Straße von Hormus einzunehmen. Die USA würden dabei nicht mehr helfen. […]  Trump forderte in seinem Truth-Social-Post: »Kauft von den USA, wir haben massig.« 

Allerdings ist die US-Ölproduktion in den vergangenen Wochen kaum gestiegen. Die Förderkosten in den Vereinigten Staaten sind vielerorts außerordentlich hoch. Mehr Nachfrage aus dem Ausland würde den Preis für WTI und andere US-Rohölsorten daher wohl noch weiter in die Höhe treiben. Und damit auch die Spritpreise an US-Tankstellen. […] Trump: »Holt euch euer eigenes Öl!«

Donald Trump hat Verbündeten, die unter Versorgungsengpässen beim Kerosin leiden, geraten, Treibstoff in den USA zu kaufen. Alternativ sollten sie die Straße von Hormus mit eigenen Streitkräften sichern. »Ihr müsst lernen, für euch selbst zu kämpfen«, schreibt der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. […]

(SPON, 31.03.2026)

Aber so wenig, wie Trump auch nur die einfachsten Zusammenhänge der Nahost-Politik begreift, so wenig er versteht, in was für ein Wespennest er mit seinem Krieg gegen den Iran sticht, so wenig begreift er die Weltwirtschaft, die er bereits mit seinem Zollwahn abwürgen wollte. Der Mann ist durch und durch verblödet. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird er den totalen ökonomischen Niedergang der USA einläuten.

Die Zeit des Petrodollars könnte vorbei sein; das Geschäftsmodell USA für immer ruiniert sein. In der Demokratie-Theorie war keine Kakistokratie vorgesehen. Der Souverän sollte also eigentlich nicht, ausgerechnet den Dümmsten von allen zum Regierungschef wählen. Eine Demokratie mit „Checks and Balances“ sollte in der Lage sein, einen „Mad King“, der dem System und den Bürgern massiv schadet, loszuwerden. Aber das gesamte System USA funktioniert nicht mehr. Die Medien sind im Besitz rechtsradikaler Oligarchen, die Regierungspartei wurde zu einer Führer-Sekte transformiert, die Justiz von Trump-Cronies besetzt, weite Teile des Volkes sind massiv verblödet und desinformiert.


Es gibt natürlich Profiteure, wenn der größte Player der Welt zunehmend ausfällt.

China schwingt sich zum Weltmarktführer bei den ökologischen Zukunftstechnologien auf, produziert die günstigen kleinen E-Autos, die die Welt braucht, schafft enorme Kapazitäten bei erneuerbaren Energien, setzt auf Sonne und Wind, während Merz und Trump ihre Länder immer tiefer in die fatale Öl- und Gas-Abhängigkeit treiben.

Russland frohlockt, weil Trump die Ukraine nicht unterstützen will, die Ölpreise in astronomische Höhen treibt und die Export-Sanktionen gegen den Kreml aufhebt.

Geradezu ideal verhält sich Trump auch aus Perspektive des ultrafanatischen Mullah-Regimes in Teheran, welches nun fester im Sattel sitzt, weil die Opposition demotiviert und demoralisiert von Bomben über ihren Köpfen, nur noch mit dem Überleben beschäftigt ist.

[….] Wie der Krieg die Hoffnung auf Freiheit in Iran zerstört

Die Menschen im Land meiner Familie fühlen sich verloren. Sie hatten auf Unterstützung des Westens gehofft. Doch nun könnten die Revolutionswächter triumphieren.  [….] Aber von Tag zu Tag wird deutlicher, dass die Angriffe der USA und Israel allem dienen, aber nicht der Befreiung Irans. Unter meinen Freunden und Verwandten – sie alle sind gegen das Regime und viele von ihnen seit Jahren im Widerstand – macht sich eine Resignation breit, wie ich sie in Iran noch nie erlebt habe. [….][….] [….] Selbst im Globalen Süden fieberten große Teile der Öffentlichkeit mit den Iranerinnen, die ihr Kopftuch ins Feuer warfen und auf den Straßen tanzten. Es war der Moment, an dem der Westen eine breite globale Allianz gegen die Islamische Republik hätte bilden können, vergleichbar dem Kampf gegen die Apartheid. Doch 2022 folgten die Regierungen von Berlin bis Washington dem Mantra der Stabilität und verkannten, dass nichts für mehr Unruhe sorgen würde als die Fort­dauer der Islamischen Republik.

Das Regime reagierte auf die Proteste, wie es immer reagiert hatte: Milizen schwärmten aus, Menschen wurden niedergeknüppelt, Zehntausende verhaftet und Dutzende durch Folter gezwungen, im Fernsehen ihre Beteiligung an einer ausländischen Verschwörung zu gestehen. Als die Justiz begann, Demonstranten hinzurichten, wagte sich niemand mehr auf die Straße. Westliche Regierungen, die der Freiheitsbewegung kaum mehr als warme Worte geschenkt hatten, fühlten sich bestätigt, mit dem Regime im Gespräch zu bleiben, das sie für unverrückbar hielten. [….]

Überhaupt schien es zunehmend unrealistischer, dass das Regime noch einen Nachfolger für den greisen Revolutionsführer Ali Khamenei durchsetzen könnte. Eher warf der nahe Tod Khameneis die Frage auf, ob eine Diktatur der Revolutionswächter folgen würde oder die ersehnte säkulare Demokratie. Die Namen, die in Teheran kursierten – Hassan Rohani, Mohammad Khatami oder Hassan Khomeini, der Enkel des Staatsgründers –, wollten zwar die Islamische Republik durch Reformen retten, wären aber angesichts des überwältigenden Wunsches nach einem Systemwechsel eher Übergangsfiguren geworden. Sicher, die beharrenden Kräfte waren stark. Aber die Hoffnung auch. [….] Es war der Zwölftagekrieg im Sommer, der die Zukunft Irans zugunsten der Revolutionswächter entschied. [….]  Ab dem zweiten Tag fielen die Bomben jedoch auf die Städte und sogar auf das Evin-Gefängnis, wo auch die politischen Häftlinge einsaßen. [….] Wir trauten unseren Augen nicht, wie schnell das Massaker vergessen und die Verantwortlichen rehabilitiert waren. Umso mehr freuten sich viele Iraner, als die Verhandlungen scheiterten und der Krieg ausbrach. Andere hingegen glaubten bei aller Genugtuung über den Tod des Revolutionsführers nicht, dass ein Regimewechsel ohne den Einsatz von Bodentruppen gelingen kann oder von den Amerikanern überhaupt angestrebt wird. Und tatsächlich, bereits in den ersten Kriegstagen sprach Donald Trump aus, dass es ihm weiterhin um einen Deal gehe, nicht um einen Systemwechsel oder gar Demokratie. Venezuela sei »das perfekte Szenario«.[….] Inzwischen ist klar, dass der US-Präsident sich verkalkuliert hat. Statt nach der Tötung Khameneis und weiterer Führer die amerikanischen Bedingungen zu akzeptieren oder gar in sich zusammenzubrechen, behauptet sich die Islamische Republik und radikalisiert sich immer weiter. Mit Modj­taba Khamenei ist ausgerechnet der Kandidat der Revolutionswächter zum neuen Führer ernannt worden, mit dem niemand mehr gerechnet hatte. Auch die anderen Generäle und Politiker, die jetzt das Sagen haben, sind durchweg noch radikaler als ihre getöteten Vorgänger – das Gegenteil des venezolanischen Modells. Was nun? [….] im Falle einer immer weiteren Eskalation – droht die Zerstörung oder der Zerfall des Landes und die Ausweitung des Flächenbrandes, der niemanden überraschen konnte außer Donald Trump. Wenn Europa eine Aufgabe hat, dann all sein Bemühen darauf zu richten, dass der Krieg rasch aufhört, ohne dass der Frieden die Herrschaft der Revolutionswächter zementiert. Nur wie? Wieder und wieder rächt sich die Schwäche und Uneinigkeit Europas, die selbst verschuldet ist. [….]

(Navid Kermani, 28.03.2026)

Die Chamenei-Opposition liegt am Boden. Dank Trump.

Der globale Süden entwickelt täglich mehr Sympathien für den Iran, weil er sich als vermeidlicher Underdog gegen die großen Unsympathen Israel und USA wehrt.

Vor allem aber füllt Trump dem notorischen klammen Mullah-Regime die Kassen:

[….] Es klingt angesichts der täglichen Zerstörungen durch Luftschläge und Bomberangriffen paradox: Aber Iran ist bisher der große Kriegsgewinnler im nun schon die fünfte Woche andauernden dritten Golfkrieg. Das Mullahregime in Teheran verkauft seit dem Kriegsbeginn am 28. Februar so viel Rohöl und Treibstoff wie seit Jahren nicht mehr. Hinzu kommt eine vollkommen neue Einnahmequelle: Transitgebühren für eine freie Passage durch die Straße von Hormus.  Etwa 2,5 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukte soll Teheran inzwischen täglich außer Landes verkaufen, sagt ein Ölexperte, der lange in Iran gelebt hat, nun aber außer Landes ist und seinen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte. Der britische Economist berichtet sogar von Exporten in Höhe von bis zu 2,8 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. 1,5 bis 1,8 Millionen Barrel davon seien Rohöl, der Rest Benzin, Diesel, Kerosin und andere raffinierte Ölprodukte.

Das wäre mengenmäßig und auch an den Preisen gemessen eine Verdoppelung der iranischen Ölexporte. Diese waren in den letzten Jahren aufgrund der von US-Präsident Donald Trump in seiner ersten Amtszeit verhängten Sanktionen stark geschrumpft. „Das Regime gewinnt den Energiekrieg“, bilanziert der Economist als Zwischenergebnis der Militäroperation „Epische Wut“. [….]

(Mathias Brüggmann, 31.03.2026)

Die Dummheit in Washington und Mar A Lago ist groß.