Samstag, 31. Januar 2026

Internationale Lachnummer Deutschland

Das ökonomische Versagen der maßgeblichen CDU-Figuren Reiche und Merz, verblüfft inzwischen die Lobbyisten und Parteispender.

Sie zeigen damit aber nur ihre eigene Ignoranz; schließlich war der Sauerländer Sabbelkopp, schon lange vor seiner Wahl zum Kanzler, als völlig ahnungsloser rechter Lobby-Papagei bekannt, der konsequent auf falsche Pferde setzte und Fehlprognosen anstellte.

Wir erinnern uns an seinen exzessiven Kampf gegen jede Kreditaufnahme des Bundes, weil er behauptete, man könne den gesamten Reformstau Deutschlands ohne zusätzliches Geld und deutlichen Steuersenkungen wuppen. Einfach die Superreichen noch superreicher machen und Abrakadabra-Trickledown, brummt die deutsche Wirtschaft wieder.

Jede zukunftstaugliche Branche abwürgen, klimaschädliches Verhalten subventionieren (Flugbenzin, Pendlerpauschale, Dienstwagenprivileg) auf Kohle/Gas/Öl setzen und eine massive Abhängigkeit zum faschistischen Staat USA ausbauen. Wer erwartete, diese Schildbürger-Politik würde einen enormen Aufschwung auslösen, staunt nun über das Desaster des ersten Reiche-Jahreswirtschaftsberichtes.

Den Menschen mit einem IQ über Zimmertemperatur, bleibt nur ein verzweifeltes „I told you so! Deswegen wählt man nicht CDUCSU!“

Der erste Jahreswechsel mit der Trump-affine C-Granate im Kanzleramt und schon bekommen wir zwei alte Bekannte zurück:


[….] In Deutschland gibt es wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose [….] So viele Jobsuchende gab es in einem Januar zuletzt 2014. Auch die Aussichten für das übrige Jahr sind nicht berauschend. [….] Neueinstellungen halten sich in Grenzen. [….]  Die deutsche Wirtschaft ist seit 2023 drei Jahre hintereinander geschrumpft oder kaum gewachsen. Das wirkt sich am Arbeitsmarkt aus. Unternehmen halten sich mit Neueinstellungen zurück. Und in der Industrie werden Stellen abgebaut, [….] Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schätzt, dass Industriefirmen vergangenes Jahr unterm Strich 130 000 Stellen abgebaut haben und dieses Jahr weitere 70 000 Stellen streichen. [….]

(Alexander Hagelüken, 30.01.2026)

[….] In Deutschland sind die Lebenshaltungskosten wieder stärker gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen im Januar um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 1,8 Prozent Inflation im Dezember, [….] Größter Preistreiber im Januar blieben den Angaben zufolge die Dienstleistungen, die sich überdurchschnittlich um 3,2 Prozent verteuerten. Hier schlägt sich die Verteuerung des Deutschlandtickets für bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr nieder.

Für Lebensmittel mussten die Menschen laut den Statistikern im Januar 2,1 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Im Dezember hatten die Nahrungsmittelpreise um 0,8 Prozent angezogen. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren nach Daten aus den Bundesländern vor allem Kaffee, Schokolade und Fleisch, aber auch Obst und Gemüse. [….] Enttäuschend ist die Entwicklung im Bereich Gastronomie. In vielen Restaurants und Cafés bemerken die Gäste nichts davon, dass zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent gesenkt wurde. Viele Betriebe behalten die Steuerersparnis ein. [….] Chefökonom Michael Heise von der Vermögensberatung HQ Trust [verwies] darauf, dass die staatlichen Maßnahmen die Verbraucher in der Summe wohl eher leicht belastet hätten. "Geringeren Umlagen und Entgelten bei Strom und Gas standen höheren CO2 Abgaben für Heizöl, Gas und Kraftstoffe gegenüber", so Heise in einem Kommentar. [….]

(Tagesschau, 30.01.2026)

Inflation und Arbeitslosigkeit sind genau das, was man zu erwarten hat, wenn man statt eines fähigen, zukunftsorientierten Habecks, eine radikal bornierte Fossillobbyisten ins Amt holt, die so unfähig ist, daß sie nach einem halben Jahr auch von ihren eigenen Mitarbeitern gehasst wird.

[….]  Wenn man optimistisch annimmt, die aktuelle schwarz-rote Regierung werde vier Jahre durchhalten, dann hat sie jetzt in ihrem politischen Lebenszyklus ungefähr die Pubertät erreicht. Manches an ihrem Handeln und noch mehr an ihrem Auftreten erweckt den Eindruck, als wisse sie nicht so genau, was gerade mit ihr geschieht und wohin sie sich entwickeln wird. [….] Zum Alltag der Koalition gehört die Neigung, öffentlich immer wieder Dinge zu verlangen, von denen man weiß, dass sie den jeweils anderen in erster Linie provozieren. [….] Das beginnt ganz oben. Der Bundeskanzler spricht gerne mal, ohne lange nachzudenken. Dann redet er von den Fährnissen des Stadtbilds oder unserer „Drecksarbeit“, die Israel erledige. Er meint es angeblich nie so, wie es für viele klingt. Manchmal klingt es nahezu scheußlich, auf jeden Fall für die, die ihm ohnehin skeptisch gegenüberstehen – auch solche aus der Koalitionspartei SPD. Merz gibt immer wieder mal das Bild eines Mannes ab, der mindestens nicht weiß, was er mit dem anrichtet, was so aus seinem Mund heraussprudelt. Leider passt das zu dem Eindruck, dass es auch im Kabinett Sprudel-Existenzen gibt – die Wirtschaftsministerin Reiche etwa oder den Tegernseer Kultur-Eventisten Weimer. Im Vergleich zu den Verbalunfällen des Kanzlers hat sich übrigens der CSU-Chef Söder bisher für seine Verhältnisse nahezu vernünftig und koalitionsfreundlich verhalten. [….]

(Kurt Kister, 31.01.2026)

Unterdessen dreht sich die Welt weiter. Die Welt, die laut Friedrich Merz „nun in der Tat morgen nicht untergeht“ und für deren klimatische Rettung wir mit unserem 1% der Weltbevölkerung und dem 3%-Beitrag CO2 auch nichts unternehmen müssen.

Der Fritzekanzler-Logik folgend, muss ich auch keine Steuern mehr zahlen, weil mein Beitrag zum deutschen Gesamtsteueraufkommen, zu vernachlässigen ist.

Die großen bevölkerungsreichen Staaten der Erde sind glücklicherweise intellektuell nicht so verarmt, wie Trump und Merz. Sie handeln moralischer und denken auch an die nachfolgenden Generationen.

[….] China und Indien wenden sich von fossilem Strom ab

[….] In China und Indien zeichnet sich ein Wendepunkt in der Energiegewinnung ab: In beiden Ländern ist 2025 die Stromproduktion aus fossilen Energien gesunken, insbesondere aus der Kohleverstromung. Und das, obwohl ihr Stromverbrauch weiter wächst. Das zeigt eine Analyse des Centre for Research on Energy and Clean Air basierend auf Daten der zentralen Strombehörden in beiden Ländern.

In China sank die Stromproduktion aus fossilen Brennstoffen von 6.237 Terawattstunden auf 6.164, ein Rückgang um etwa 1,6 Prozent. In Indien war die Entwicklung deutlicher: Dort sank die fossile Stromproduktion von 1.578 Terawattstunden auf 1.516, also um etwa 3.9 Prozent. Eine Terawattstunde entspricht etwa einer Milliarde Kilowattstunden, in Deutschland entspricht eine Terawattstunde dem Jahresverbrauch etwa 200.000 Vier-Personen-Haushalte.

Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung: Beide Länder haben die erneuerbaren Energien ausgebaut. In Indien kamen 35 Gigawatt von Solarkraftwerken und 6 Gigawatt durch Windräder hinzu, in China mehr als 300 Gigawatt Solar- und 100 Gigawatt Windenergie. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2025 Solaranlagen mit insgesamt 17 Gigawatt und Windkraftanlagen mit 5 Gigawatt neu gebaut. [….] Sowohl China als auch Indien tragen historisch deutlich weniger Verantwortung für die Klimakrise als etwa die USA oder Europa, pro Kopf emittieren die Menschen dort weiterhin weniger, viele leben in Energiearmut. Der gestiegene Verbrauch in den vergangenen Jahren bedeutet dass mehr Menschen dort Zugang zu mehr Energie haben. [….]

(Lalon Sander,  31.01.2026)

Freitag, 30. Januar 2026

Mein Spezialagent in Berlin

Die vielen Landtagswahlen dieses Jahres, dürften extrem unerfreuliche Abende für die immer kleiner schrumpfende RRG-Freundesschar werden. Ich sehe schon kommen, wie ich, wieder einmal, niedergeschlagen bedauern werde, keinerlei Drogen zu nehmen und den Weg in den Faschismus völlig nüchtern, bei klarem Verstand beobachte. Es wird ein verdammt unangenehmes Jahr.

Zunächst wird am 08.03.2026 in Baden Württemberg gewählt.

Am 22.03.2026 folgt dir Landtagswahl in Rheinlandpfalz.

Die Totalkatastrophen folgen am 06.09. in Sachsen-Anhalt, am 20.09. in Mecklenburg Vorpommern und Berlin.

Wenigstens für den fünften Akt, das Abgeordnetenhaus der Hauptstadt, habe ich ein geheimes Ass im Ärmel. Als Inspiration fungierte der wertvollste Säkularisierungsagent, den meine atheistische Weltverschwörung, tief im Herzen des Katholizismus einschleusen konnte und der bis heute sein systematisches Kirchenzerstörungswerk fortsetzt: Die Kölner Doppel-Null Rainer-Maria W.

(….) Eine solcher Leuchtturm ist der Kölner Held mit dem kleinen Hut, der es als atheistischer Top-Agent vermag, im Alleingang Myriaden zahlenden Kirchenmitglieder aus der RKK zu vertreiben.

(….) Unser wertvollster Agent, ein schwerer Zerstörer der TVE-Mixa-Klasse, bleibt nach der der Beförderung Ratzingers am 31.12.2022 weiterhin der Kölner Metropolit.

(….) Umso erfreulicher, daß Papst Franziskus mit Rainer Maria Kardinal Woelki, 66, am 11. Juli 2014 einen so wirkungsmächtigen Säkularisierungsbeschleuniger zum wichtigsten und reichsten deutschen Metropoliten machte. Als Kölner Erzbischof vermochte es Woelki, erst in Köln und dann bundesweit, die Terminvergabe für Kirchenaustrittsgesuche kollabieren zu lassen! Dank seiner Leistung unterschritten protestantische und katholische Kirche zusammen bereits 2022 die 50% Grenze und stellen nun erstmals seit vielen Jahrhunderten eine Minderheit in Deutschland.

Woelki ist mein Held und ich werde ihm für seinen Einfallsreichtum immer dankbar sein.

Langsam steigen in mir aber Sorgen um meinen Helden auf. Könnte mir nach Dyba, Mixa, TVE und Meisner etwa auch Woelki vorzeitig genommen werden?

Es spricht eigentlich wenig dafür, denn der Stellvertreter Gottes setzte ihn mit seiner unfehlbaren Weisheit nach einer kurzen Zeit des hochbezahlten Chillens (mit B11 auf Steuerzahlerkosten) am Aschermittwoch, dem 2. März 2022, wieder in seine Amtsgeschäfte ein. Ein Unfehlbarer kann nicht irren und daher wäre es schwierig für Matteo Bruni, den Direktor der Pressestelle des Heiligen Stuhls, wenige Wochen später zu erklären, Bergoglio habe da wohl Mist gebaut und nun müsse Woelki doch gehen.

Aber die braven Kölner Katholiken sind in derartiger Aufruhr gegen ihren verhassten Kardinal, daß selbst die treuesten der Treuen, Geistliche, wie Laien; jede Zusammenarbeit mit dem Kardinal verweigern.

Ein Oberhirte, der so verachtet wird, daß noch nicht mal Katholische Priester mit ihm zusammen gesehen werden wollen, ist für mich persönlich zwar äußerst amüsant, aber ich mache mir ernsthafte Sorgen, der Vatikan könnte doch noch einknicken und den Mann absägen. [….] [….] Welch ein Dilemma für den Vatikan. Köln ist nach dem Bistum Rom die zweitreichste Diözese dieses Planeten. Geldströme sind wichtig und so kann Bergoglio nicht zusehen, wie dieser Säkular-Agent die Gläubigen verjagt. Er muss Woelki abberufen, wenn er nicht ganz Deutschland dem Atheismus vorwerfen will.

Der Papst hat aber andererseits bereits entschieden, Woelki im Amt zu lassen. Würde er sich auf Druck des Fußvolkes umentscheiden, wäre das ein ungeheuerlicher Präzedenzfall, der seine umfassende Allmacht unwiederbringlich ramponierte. Wenn das Schule macht, könnten überall auf der Welt, Gläubige ihren Bischof boykottieren, bis sie einen anderen bekommen. Also kann Bergoglio Woelki gar nicht abberufen.  (…..)

(Sorge um Köln, 07.09.2022)

Zum Glück ist der Kardinal der Herzen, Eminenz Woelki weiterhin aktiv uns einfallsreich. Mit diabolischer Perfidie setzt er den Opfern und Zeugen des sexuellen Missbrauchs durch seine Priester zu.

[….] Woelki lässt Anwalt gegen Zeugin vorgehen[….] [….]

(FAZ, 15.01.2023)

Ja, Woelki weiß eben, wie man die Spenden der Kirchenmitglieder sinnvoll einsetzt: Indem man Millionen für Anwälte ausgibt, die mit perfidesten Mitteln seine Kritiker drangsalieren. So dient man Jesus und der Menschheit!

Oh Darwin in der Erde, ich danke Dir für Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki! Welch ein Glücksfall für den deutschen Atheismus!  (….)

(Dankgebet, 16.03.2023)

Am Wochenende schaffte es der Top-Agent wieder einmal durch die pure Abstoßungskraft seiner toxischen Persönlichkeit in die Medien.

Der Kölner Metropolit wollte eins seiner Suffraganbistümer – neben Aachen sind das Essen, Limburg, Münster und Trier – besuchen und mit dem Aachener Bischof Helmut Dieser einen Gottesdienst abhalten; also sein eigenes Reich inspizieren.

Aber selbst die treuesten der Treuen, die fleißigen Kirchengänger seiner Suffragan-Diözese Aachen, bekamen schon bei der Vorstellung Brechdurchfall und Ausschlag. Seine Schäfchen gingen auf die Barrikaden. (…)

(Woelki und die Giftigen, 19.06.2023)

Meine geheime Doppel-Null-Agentenschule vermochte es, auch in Woelkis vorherigen Desaster-Zone, dem Erzbistum Berlin, einen Chaos-Agenten tief hinter den feindlichen Linien einzuschleusen.

Der linke Held tritt unter dem Alias „Kai Wegner“ auf, ist in die Tarnidentität eines regierenden CDU-Bürgermeisters geschlüpft und arbeitet mit Raffinesse daran, die Merz-Partei wieder in die Opposition zu schicken.

Leider wurde er zuletzt nachlässig und produziert so auffällig grobe Sabotage, daß ich schon seine Enttarnung befürchtete. Im beginnenden Wahlkampf, verarschte der CDU-Spitzenkandidat während eines dramatischen Anschlages auf die Berliner Infrastruktur seine leidenden Berliner, indem er ihnen den Stinkefinger zeigte, Tennis spielen ging und dazu kräftig log.

Seine Absicht, die Wähler von der CDU zu verjagen, ist offensichtlich.

(…..) Das Paradebeispiel eines Politikers, der nicht über den Skandal an sich stolpert, sondern über die Dämlichkeit, wie er anschließend versucht, zu verschleiern, vertuschen, abzulenken, schönzureden. Ähnlich, wie bei Merz (mit dem Wegner leidenschaftlich verfeindet ist), hatte man ihn schon vor seiner Wahl für geistig etwas minderbemittelt gehalten. Aber als Regierungschef beweisen sie eben beide eindrücklich, tatsächlich schlicht und ergreifend, dumm zu sein.

[….] Seit dem Tag, an dem es in Berlin zum längsten Stromausfall seit Ende des Zweiten Weltkriegs kam und Kai Wegner Tennis spielte, ist er in Erklärungsnot. [….] [….]  Die Grünenpolitikerin Ricarda Lang spottete auf X: »Immerhin Kai Wegner hatte am Samstag Netz«. Der Autovermieter Sixt präsentierte ihn als Werbefigur für einen Mercedes der Premiumklasse: »Ganz großes Tennis zum ganz kleinen Preis.« Die Witze über Wegner prägen nun sein öffentliches Bild [….] Kann einer, den die eigene Karikatur inzwischen überstrahlt, jemals wieder als Politiker ernst genommen werden? [….] [….] [….] Er hätte »da als King rausgehen können und müssen« , schrieb später ein Parteifreund in einer internen Chatgruppe. Stattdessen sei das alles ein »kommunikatives Desaster«.[….] Der Regierende Bürgermeister hätte nicht die Aufgabe, »vor Ort zu sein«, habe der DRK-Mann gesagt, sondern müsse sich informieren und organisieren. Außerdem, sagt Wegner, hätte er vor Ort keine Handyverbindung gehabt, weil am Samstag im Berliner Südwesten das Mobilfunknetz ausgefallen war. »Ich hätte dort nicht telefonieren können.«

Auf die Idee, dass ihn seine Tennisstunde einholen würde, kam er an jenem Tag anscheinend nicht. Oder darauf, dass es vielleicht weniger angreifbare Möglichkeiten gegeben hätte, um sich abzulenken. [….] Weder die Tennisstunde inmitten der Notlage noch seinen Umgang damit will Wegner als Fehler bezeichnen. [….]

(Wegner im SPIEGEL-Gespräch, 15.01.2026)

Ein echtes Highlight der politischen Torheit; ich habe mich großartig amüsiert und empfehle diesen Text zukünftigen Politikstudenten als Negativbeispiel. Hier können sie lernen, wie man es auf keinen Fall machen sollte.

Einen Tag später, scheint Wegner aber noch nicht zufrieden zu sein, sich coram publico dermaßen in den Fuß geschossen zu haben. Daher legt er flugs noch einmal an und durchlöchert mit seiner verbalen Polit-Flinte auch seinen anderen Fuß.

[….]  Spendenaktion für Obdachlose untersagt Berlin hat den Kaffee auf.  Mit der sogenannten Kaffeewette wollen Berliner Bezirke Geld für die Kältehilfe für Obdachlose sammeln. In diesem Jahr aber wird das nichts. [….] Nun hat Wegners Senatskanzlei noch eine Möglichkeit ausgemacht, viele Berlinerinnen und Berliner gegen sich aufzubringen. Dabei geht es um Kaffeespenden für Obdachlose.

Der Einzelhändler Michael Lind rief 2019 in Berlin-Neukölln die sogenannte Kaffeewette ins Leben. Das Prinzip dahinter ist simpel. Die Bezirke rufen die Berlinerinnen und Berliner dazu auf, Kaffeepäckchen zur Unterstützung lokaler Kältehilfeeinrichtungen zu spenden. Jeder Bezirk, der es schaffte, mindestens 500 solcher Päckchen zu sammeln, erhielt von Einzelhändler Lind und mehreren Partnern 2500 Euro zusätzlich für die Kältehilfe im jeweiligen Bezirk. [….] Berlins Regierender Bürgermeister Wegner will die Aktion stoppen. »Die Senatskanzlei informierte die Berliner Bezirke darüber, dass nach der Entscheidung des Regierenden Bürgermeisters der Verdacht auf Käuflichkeit oder Bestechlichkeit bestünde«, teilt das Bezirksamt Neukölln mit. [….] Initiatoren und Unterstützer der Kaffeewette sind trotzdem erzürnt. [….] [….]

(Florian Pütz, 16.01.2026)

Großartig, Wegner! Immer weiter so! Bin gespannt, womit er morgen nachlegt!  (…)

(Danke, Kai Wegner, 16.01.2026)

Als Sozialdemokrat muss ich solchen Helden dankbar sein.

Unbeirrt setzt Agent Wegner sein CDU-Zerstörungswerk fort.

[…] Berlin blamiert sich mit Glatteis-Posse […] Salzhaltige Taumittel, bekannt als Streusalz, würden helfen. Doch die sind in Berlin auf Gehwegen grundsätzlich verboten: Das Salz sickert mit dem Schmelzwasser in den Boden, es entzieht Feuchtigkeit, im Sommer trocknen dadurch Bäume aus.

Streusalzverbote gibt es in vielen Städten, doch nirgendwo ist das Verbot derart rigoros formuliert wie in der Hauptstadt. In Hamburg etwa rettet ein Paragraf die Behörden vor dem Zorn der Bevölkerung und die Fußgänger vor Knochenbrüchen. […] Die SPD zeigte auf die zuständige Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU), die viel früher hätte handeln können und müssen. […] Keine 24 Stunden zuvor hatte sich Bürgermeister Kai Wegner (CDU) beinahe verzweifelt an Öffentlichkeit und Politik gewendet. »Wir erleben in Berlin extreme Wetterbedingungen – mit Eisregen und anhaltendem Frost«, schrieb der wegen seiner Tennis-Affäre angeschlagene  Regierende auf der Plattform X. »Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen«.  [….]

(SPON, 30.01.2026)

Natürlich stockte mir heute der Atem, weil ich befürchtete, mein linker Spaltpilz in der CDU riskiere einfach zu viel. Müsste es Merz und Linnemann nicht endlich auffallen, daß man ihnen da einen Saboteur ins Nest gesetzt hat?

Aber bei denen fällt immer noch nicht der Groschen, obwohl 00Kai gerade mustergültig der CDU-Hauptstadtwahlkampf zertrümmert.

[…] Berlins Regierender Bürgermeister appelliert ans Abgeordnetenhaus und erntet Spott. Acht Monate vor der Wahl erlebt die Stadt eine Wegner-Dämmerung.  Selbst Armin Laschet macht sich über ihn lustig. „Es ist keine überraschende Wetterkrise: Man nennt es Winter“, postete der CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Kanzlerkandidat auf X. Der Adressat: Laschets Parteifreund, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner.

Wegner, die Tennisaffäre während des Stromausfalls noch immer in den Knochen, ist schon wieder ausgerutscht. […] Wegners frommer Wunsch: „Wir müssen die gefährliche Lage auf Gehwegen, Treppen und Straßen entschärfen. Es ist unsere Pflicht, dass die Menschen auch im Winter gut und sicher durch die Stadt kommen.“

Was Wegner dabei übersieht: Nicht das Abgeordnetenhaus ist verantwortlich dafür, dass Menschen „gut und sicher“ über Berlins Gehwege kommen. Es sind die Hausbesitzer, deren verdammte Pflicht es ist, Schnee zu schippen oder Eis zu räumen. Warum also appelliert Wegner ans Parlament statt sich mit einer Schippe oder einem Pickel auf den Weg zu machen?

Nicht nur Parteifreund Laschet erinnerte an die geltende Gesetzeslage, sondern auch SPD-Fraktionschef Raed Saleh, dessen Partei seit 2023 mit Wegners CDU regiert. „Selbstverständlich hat bei uns der Schutz von Leib und Leben Vorrang vor anderen Erwägungen, was wir im Gesetzgebungsverfahren berücksichtigen werden“, ließ Saleh am Donnerstagabend etwas umständlich formuliert mitteilen. „Wir erwarten jedoch von der Verwaltung sofortiges Handeln. Dazu gehören insbesondere, Räumpflichten zum Beispiel durch Kontrollen durchzusetzen und Ersatzvornahmen technisch und materiell abzusichern.“

Sofortiges Handeln ist für die SPD das entscheidende Wort. „Ein komplettes, mehrwöchiges Gesetzgebungsverfahren abzuwarten, ist weder nötig noch zumutbar.“ An die zuständige CDU-Verkehrssenatorin geht der Hinweis Salehs: „Auch Frau Senatorin Bonde sollte wissen, dass unsere Geduld begrenzt ist und der kalendarische Winter am 1. Dezember 2025 begonnen hat.“

Inzwischen hat die Verkehrssenatorin in ihren Kalender geschaut und vielleicht auch aus ihrem Bürofenster. Am Freitagnachmittag jedenfalls hat Ute Bonde beschlossen, doch Streusalz auf den Gehwegen einzusetzen. […] Ausgerutscht ist nicht nur der Regierende Bürgermeister. In den Kliniken der von Glatteis betroffenen Regionen, das berichtet der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, herrsche Hochbetrieb. „Die Krankenhäuser berichten von verstärkter Belastung der Notaufnahmen und der stationären Bereiche durch Glätteunfälle.“

Vor allem Berlin sei davon betroffen, so Gaß. „Leider muss man als Fußgänger in Berlin auch den Eindruck haben, dass die Stadt und die privaten Grundstückseigentümer es nicht schaffen, ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen.“ […] Bereits zweimal hat den CDU-Spitzenkandidaten der Instinkt verlassen. Erlebt Berlin gerade eine Wegner-Dämmerung?

Einer, der selbst etwas hält auf seinen politischen Instinkt, kommentiert das so: „Ein Regierungschef, der über X um Mehrheiten für Selbstverständlichkeiten bettelt, ist politisch am Ende“, schrieb der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Kubicki auf X. […]

(Uwe Rada, 30.01.2026)

Donnerstag, 29. Januar 2026

Parallelrealität.

Rätselhaft, einfach rätselhaft, wie gestandene Journalisten immer noch den „Außenkanzler Merz“ preisen können. Heute stellt sich SPIEGEL-Hauptstadtbüroleiter Roland Nelles vor ihn und bescheinigt dem Fritzekanzler „ich finde, Friedrich Merz findet die richtigen Antworten, indem er darauf setzt, daß Deutschland, daß Europa selbstbewusster gegenüber Donald Trump auftreten muss.“

Worin erkennt Nelles dieses deutsche und europäische Selbstbewußtsein?

Darin, daß Merz aus Angst vor Weißen Haus stumpf an seinem Musk-Account festhält?

Darin, daß Merz das Zünden der Handelsbazooka verhinderte?

Darin, daß Merz Trumps Anti-Windmühlenwahn teilt und auf US-LNG setzt?

Darin, daß Merz ihm öffentlich vertraut, die Vorgänge in Minneapolis ehrlich aufzuklären?

Darin, daß Merz‘ Fraktionschef Trump attestiert, bei Grönland „einen Punkt zu haben“?

Darin, daß Merz persönlich immer wieder Brüssel schwächt?

(….)  Mehr denn je, kommt es in dieser dramatischen Lage auf das bevölkerungsreichste und ökonomisch stärkste EU-Land an. Bedauerlicherweise wird es allerdings gerade von mutlosen, unerfahrenen, servilen Untertanen-Geistern regiert, die dem US-Aggressor liebesdienerisch signalisieren, ohnehin sofort zu kapitulieren.

So lädt man Trump, Rubio, Miller und Bannon regelrecht dazu ein, sich die lukrativsten Stücke aus der EU zu reißen.

Musk, der nach Trump gefährlichste US-Amerikaner, der rechtsradikale Rassist und Kinderp*rn*-Verbreiter, wird immer noch von Merz und seinen Minister hofiert, indem sie Regierungs-Accounts auf seiner antidemokratischen Hetzplattform X unterhalten.

WIESO kriecht die EU vor Musk? WIESO hat die Bundesregierung noch Accounts bei so einem Typen?

Falls es in 50 oder 100 Jahren noch Menschen geben sollte, die ein Bildungssystem unterhalten, wird es verdammt schwer, im Geschichtsunterricht zu erklären, wieso Merz und Wadephul bis zum Schluss, Elon Musk und Trump die Füße küssten.

A posteriori stand schon Neville Chamberlain ziemlich blöd da, wenn im Historiker-Seminar über die Ursachen des zweiten Weltkrieges gesprochen wurde.  Möglicherweise werden Merz und von der Leyen ihn eines Tages in den Schatten stellen. (…)

(Rechte deutsche Kriecher, 10.01.2026)

Die falschen Merz-Narrative sind extrem hartnäckig.

Er ist der „Außenkanzler“, obwohl gerade da seine größten Schwächen liegen.

Er ist der „Klartextkanzler“, obwohl er sich nahezu täglich um Kopf und Kragen redet, weil er einfach losplappert, ohne die Konsequenzen zu bedenken.

Er ist der „Wirtschaftsfachmann“, obwohl er spektakulär dabei versagt, die zusätzlichen 1.000 Milliarden Euro sinnvoll in die Zukunft zu investieren und alle seine Prognosen an der Realität zerschellen. Herbst der Reformen?

Obwohl seine Wirtschaftspolitik und seine Wirtschaftsministerin offenkundige Merz-Total-Ausfälle sind.

[…] Schlechte Nachrichten sind nicht weniger bitter, nur weil sie mit Ansage daherkommen. Deshalb muss man die Befunde aus dem Jahreswirtschaftsbericht, den Ministerin Katherina Reiche am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat, als das benennen, was sie sind: katastrophal. […] Die Konjunkturprognose wurde erneut nach unten korrigiert – und selbst das mickrige Prozent Wachstum, das nun für 2026 noch erwartet wird, ist kein nachhaltiges. Es ist gespeist aus dem Schuldenberg, den die Regierung unter dem Eindruck der veränderten geopolitischen Lage anhäuft. […] Die Bürokratie erstickt die Unternehmen, die Infrastruktur ist marode, das Bildungssystem chronisch unterfinanziert, die Fortschritte bei der Digitalisierung lachhaft.

Das wäre schon schlimm genug, richtig bedenklich aber ist, wie das Land auf die Lage reagiert. Dass Deutschland Reformen braucht, war ja auch vor Reiches Bericht bekannt. Dennoch war die öffentliche Debatte in den vergangenen Monaten mitnichten von der Suche nach den konstruktivsten Ideen für mehr Wachstum dominiert. Deutschland hielt sich stattdessen mit Neiddebatten auf.  Die Bundesrepublik stritt zuletzt – kleiner Überblick des Grauens – über Bürgergeld, Renten, das „Stadtbild“ und Teilzeitarbeit. All diese Debatten sind von Missgunst getrieben. Sie tragen das Gefühl in die Gesellschaft, dass die einen die anderen abzocken würden; und zuverlässig wähnt sich absolut jeder, ob arm oder reich, alt oder jung, in der Gruppe der Übervorteilten. […] Um eine echte Wende zu schaffen, muss sich dieses Land kompromisslos der Zukunft verpflichten. Das bedeutet: Bildung muss die höchste Priorität bekommen. Gut ausgebildete Menschen sind die beste Investition, die ein Land tätigen kann. Sie sind die Grundlage für spätere Innovationen, Firmengründungen und Arbeitsplätze. Die zweite Priorität muss dem gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land gelten. Es gibt viele Faktoren, die das Wirtschaftswachstum beeinflussen – auf diese beiden Punkte aber haben der Kanzler und seine Regierung maßgeblich Einfluss. Es wird Zeit, dass sie ihn nutzen. […]

(Angelika Slavik, 28.01.2026)

Mittwoch, 28. Januar 2026

25:2

Neues von den akademisch-kriminellen Mauschlern bei den Konservativen.

Es hat wieder jemanden erwischt. Wer sich bei CDUCSU oder AFDP engagiert, bringt a priori eine gewisse moralische Verkommenheit mit.

Menschen mit Anstand, die sich selbstlos der Allgemeinheit und der Solidarität verpflichtet sehen, gehen natürlich eher zu Grünen und Sozis.

Wer hingegen egoistisch denkt, seinen eigenen Vorteil sucht, sich gern über andere erhebt, wer diskriminiert und Gelegenheiten sucht, die eigenen Taschen vollzustopfen, ist bei schwarzgelbbraun richtig.

Ihre Kommilitonen, ihre Doktorväter und ihre Universitäten zu betrügen, ist für Rechte daher nur ein Kavaliersdelikt. Für Schwarze und Gelbe ist es ein NoLose-Spiel.

So ein Doktortitel macht sich gut beim Wähler und falls man doch beim Schummeln erwischt wird, kann man in CDUCSUFDP dennoch weiter Karriere machen – siehe von der Leyen, Scheuer, Huber, Djir-Sarai.

Es wird Zeit, mal wieder durchzuzählen.

(….)  Mit penetranter Ehrlichkeit macht man sich das politische Leben schwer. Honoriert wird es schon gar nicht. Die größten Lügner wie Schäuble oder von der Leyen sind die beliebtesten Minister überhaupt.  Eine echte Konservativen-Domäne ist aber das Erschleichen von Titeln. 

Dr.-Titel zu Erschummeln ist nicht selten. Als ich das letzte Mal zusammenfasste, kam ich auf 14, bzw 12 Namen:

Siegfried Haller (SPD) (?) Leiter des Leipziger Amtes für Jugend, Familie und Bildung
Uwe Brinkmann (SPD) ehemaliger Juso-Chef Hamburgs
Karl-Theodor von und zu Guttenberg (CSU) ehemaliger Polit-Gott
Veronica Saß (Parteilos?) Edmund Stoibers (CSU) Tochter
Silvana Koch-Mehrin (FDP) Europaabgeordnete
Jorgo Chatzimarkakis (FDP) Europaabgeordneter
Margarita Mathiopoulos (FDP), Westerwelle-Beraterin
Bijan Djir-Sarai (FDP) Bundestagsabgeordneter
Kai Schürholt (CDU) Bürgermeisterkandidat Landau
Matthias Pröfrock (CDU) Landtagsabgeordneter BW
Andreas Kasper (CDU), viele regionale Parteiämter in NRW

Bernd Althusmann (CDU), ehemaliger Niedersächsischer Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK)
Roland Wöller (CDU) Sachsens Kultusminister
Johannes Hahn (ÖVP) EU-Kommissar für Regionalpolitik

A posteriori aus der Liste herausnehmen werde ich hiermit Siegfried Haller (kein Politiker) und Veronica Saß (kein politisches Amt; sie kann ja nichts dafür wer ihr Vater ist).
(Nicht mitgezählt sind bisher die nicht unbedingt selbstgeschriebenen Promotionen:
Für die bürgerliche Aura der größeren Kompetenz wird einiges getan. So schmücken sich ungleich mehr Konservative mit Dr.-Titeln.
Natürlich sind fast alles sogenannte „Klasse 2-Promotionen“, wie die von Ministerin Kristina Schröder (Hilfe von ihrem Bundestagsmitarbeitern) , Staatssekretär Ole Schröder (Kristinas Ehemann, promovierte an einer dubiosen Fern-Uni in Südafrika in Jura) und Guido Westerwelle (Fern-Uni Hagen, möglicherweise mit größerer Hilfe seines Vaters), bei denen zum einen nicht sicher ist wer alles daran mitgewirkt hat und bei denen zum anderen niemals auch nur in Erwägung gezogen wurde eine akademische Laufbahn damit zu begründen.)

Damit steht es nun offiziell 11:1 beim Dr.-Fälschen für Schwarzgelb. 

Rot hat lediglich einen Fall (und auch das ist ein sehr unbekanntes Parteimitglied). [……]  Bisher kapitulierte lediglich Uwe Brinkmann (der von allen Erwischen am wenigstens plagiierte) ohne Umschweife und gab den Dr.-Titel schuldbewußt ab.

(Tammox 2011)

Dazu kommen der Berliner CDU-Abgeordnete und ehemalige Bürgermeisterkandidat Frank Steffel („Bimbos, Kanaken, Mongos“).

Hinzuzufügen sind inzwischen noch der CSU-Bezirksrat Dominic Stoiber, der Sohn des berühmten Edmunds.

Der spektakulärste Fall ist sicher die plagiierte Direktpromotion der Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die heute noch den Titel „Prof.“ führt, aber in Wahrheit als höchsten akademischen Abschluß ihr Abitur vorzuweisen hat. 

Im März 2013 gesellte sich der CSU-Landrat Jakob Kreidl* aus Miesbach zu den anderen CDU/CSU/FDP-Titelbetrügern.

Ebenfalls seinen Titel los ist der xenophobe Andreas Scheuer („Wer betrügt, der fliegt!“)

Inzwischen schaffte es Ursula von der Leyen (CDU) ihre mangelhafte Dr.-Arbeit zu retten, obwohl sie nachweislich weite Teile plagiierte, weil rein zufällig ihr Ehemann in der Kommission saß, die den Fall untersuchte. Ich zähle sie aber dennoch als 17:1.

Die Universität Gießen bescheinigte der Promotionsarbeit von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) „ein wissenschaftliches Fehlverhalten gemäß Satzung.“ Er muss nacharbeiten, darf die Titel aber behalten. (Es bleibt bei 17:1)

CSU-Generalsekretär Martin Huber verlor seinen Doktortitel, hatte offenbar großflächig abgeschrieben. (18:1)*

Die Uni Kassel entzog dem hessischen Sozialstaatssekretär Wolfgang Dippel (CDU) endgültig den Titel; auch er hatte im großen Maßstab plagiiert.(19:1)

Der österreichische Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) brachte es auf „Seitenweise Plagiate und einen fast zur Gänze abgekupferten Theorieteil“. (20:1)

Noch einmal Österreich; auch der konservative Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) schrieb seine Dissertation ab, so daß ihm der Doktortitel entzogen wurde. (21:1)

Ganz knapp davon kommt eine weitere erzkonservative Österreichische Ministerin, die es sich, wie Scheuer, mit einem „Dr.Bratislava“ leicht gemacht hatte.

[….] Ex-Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) dürfte auch ihren an der Slowakischen Technischen Universität (STU) in Bratislava erworbenen PhD-Titel behalten dürfen. Die Überprüfung der Plagiatsvorwürfe gegen ihre Dissertation läuft zwar noch, selbst bei einer Bestätigung ist aber mit einer Aberkennung des Titels nicht zu rechnen. „Plagiatsjäger“ Stefan Weber zeigte sich fassungslos.  […]

(ORF, 30.09.2021)

 (Es bleibt bei 21:1)

Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Florian Graf, schummelte so heftig, daß er gar nicht mehr die Prüfung abwartete und seinen Doktor-Titel freiwillig zurückgab. (22:1)

Als Bundesfamilienministerin war Franziska Giffey (SPD) wegen des drohenden Titel-Entzuges zurückgetreten; stellte sich später, ohne Titel, zur Wahl als Berliner Bürgermeisterin und gewann. (22:2)

Der aktuellste Fall trifft wieder die CDU.

[….] Uni Gießen will CDU-Europaparlamentarier Simon Doktortitel entziehen. Der Europaabgeordnete Sven Simon soll bei seiner Dissertation »in wesentlichem Umfang vorsätzlich getäuscht« haben. Das könnte den CDU-Politiker seinen Doktortitel kosten.  [….]

(SPON, 07.11.2022)

Damit steht es 23:2

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber da die Doktorentzugs-Zahl der Konservativen mehr als 1.000% über der, der Linken liegt, dürfte eindeutig belegt sein, welche politische Ausrichtung deutlich mehr dem akademischen Betrug zugeneigt ist.

(23:2, 07.11.2022)

Das zweite Dutzend voll, machte die Berliner Verkehrssenatorin Schreiner.

(….) Einer der schrillen Namen, den man weit über die Grenzen seiner Zuständigkeit hinaus kennt, ist Manja Schreiner, die 1978 in Wismar geborene Juristin, die nach Stationen als Arbeitgeber-Lobbyistin, vor genau einem Jahr im Senat Wegner Berliner Verkehrssenatorin wurde.  Eine echte Fanatikerin, der Verkehrspolitik im Grunde genauso egal ist, wie das Wohl Berlins.  Aber sie findet die Grünen scheiße und zerschlägt mit großer Freude alles, was ihre grüne Vorgängerin auf den Weg brachte. Fahrräder raus, Autos rein, lautet ihr einziges Motto. Sie ließ sogar fertig gestellte Radwege nachträglich übermalen, um die Flächen dem Autoverkehr zuzuschlagen.

Ihre 2007 verfasste Doktorarbeit ließ Schreiner nun stolpern. Drei von vier Seiten hatte sie abgeschrieben.

[….] Die Universität Rostock begründete den Entzug des Doktortitels nun mit dem Ausmaß an nicht ausreichend gekennzeichneten Textübernahmen in ihrer Dissertation. Die Quantität der Fehler und ihre qualitative Gewichtung ließen den Fakultätsrat zu dem Schluss kommen, dass das Werk den Ansprüchen an eine wissenschaftliche Arbeit nicht genüge, teilte das Gremium der Juristischen Fakultät am Dienstag mit: "Daher hätte Frau Schreiner der Doktorgrad nicht verliehen werden dürfen. Der Fakultätsrat hat daher einstimmig beschlossen, den Doktorgrad wieder zu entziehen."  Zuerst war der Vorwurf im Fachmagazin "Neue Juristische Wochenschrift" aufgetaucht. Der Frankfurter Rechtsprofessor Roland Schimmel hatte in einem Artikel über sogenannte "Bauernopfer" in akademischen Schriften Schreiners Arbeit als Beispiel genannt. Als "Bauernopfer" werden Textübernahmen aus anderen Arbeiten bezeichnet, bei denen die Quelle zwar genannt wird, aber beispielsweise nicht klar gekennzeichnet ist, in welchem Umfang Text übernommen wurde. Danach hatten Fachleute auf der Plattform Vroni-Plag Wiki die Doktorarbeit analysiert und nach eigenen Angaben "zahlreiche und umfängliche Plagiatsbelege" gefunden. Auf der Website heißt es, mehr als zwei Drittel der Seiten enthielten Plagiatstext, auf 13 Seiten machten die problematischen Stellen mehr als 75 Prozent des Textes aus. Hauptsächlich gehe es dabei um "Bauernopfer", teilweise aber auch um "Komplettplagiate".  […..]

(RBB, 30.04.2024)

Offenbar ein derart drastischer Fall, daß Schreiner neben ihrem akademischen Titel gleich auch noch das politische Amt abgab.

Damit steht es nun 24:2 beim Titelbetrug für die Rechten! (….)

(24:2, 30.04.2024)

Heute sind wir wieder bei den Ossis und sogar eine politische Ebene höher. Der Ministerpräsident von Thüringen steht als akademischer Betrüger da.

[…] Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) soll nach Angaben der Staatskanzlei in Erfurt seinen Doktortitel verlieren. Dies habe die Technische Universität Chemnitz Voigts Anwaltskanzlei mitgeteilt, sagte eine Regierungssprecherin und kündigte an, dass der Regierungschef gegen die Entscheidung der Philosophischen Fakultät vor dem Verwaltungsgericht klagen wolle. […] Voigt promovierte im Jahr 2008 mit der – größtenteils in den USA erarbeiteten – Doktorarbeit »Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry«. Doktorvater ist der Chemnitzer Politikwissenschaftler Eckhard Jesse, der für sein umstrittenes Bild des Hufeisens für Links- und Rechtsextremismus bekannt wurde. Vorwürfe, dass Voigt in seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet haben soll, kamen in der Zeit des Wahlkampfs vor der Landtagswahl 2024 auf. Die private Quadriga Hochschule in Berlin führt Voigt zudem als Professor. […] Damals kündigte die Technische Universität Chemnitz an, einen Plagiatsvorwurf gegen Voigt prüfen zu wollen. Damals hatte der als Plagiatsjäger bekannte österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber die Universität via E-Mail darüber informiert, dass er in der Dissertation Voigts 46 Plagiate gefunden habe. [….]

(SPON, 28.01.2026)

Das ist das 25:2!

Die Abstumpfung gegenüber der akademischen CDU-Skandale scheint allerdings ähnlich weit fortgeschritten, wie die Toleranz der Rechten gegenüber Kindesmissbrauch. Man muss schon länger googeln, um etwas zum Voigt-Skandal zu finden. Keine Konsequenzen, kein Rücktritt, keine Kritik. Nur Achselzucken. Akademisches Betrügen ist nun einmal vollakzeptiert unter Top-CDUlern.

Dienstag, 27. Januar 2026

E*steinisierung der Nachrichtenmoral.

Es wird immer anstrengender und psychedelischer, täglich den vielen neuen News-Strängen hinterher zu scrollen, zu lesen, zu verifizieren und natürlich abzuwägen, welche Aspekte man gezielt ignoriert.  So lieferte mir Annika Brockschmidt auf Bluesky in geschriebener Form eine sachliche Beschreibung der Morde an Rene Good und Alex Pretti.

 

Die Tatvideos, die seither meine Social-Media-Feeds fluten, gucke ich mir nicht an, weil ich bewußt entscheide, mich nicht damit zu quälen und auch nicht gegenüber Gewalt abstumpfen will. Es ist gut, daß die Videos existieren und trotz des massiven Shadowban bei Musk und Meta gesehen werden, weil sie damit das Narrativ der US-Regierung untergraben. Aber mir genügt die einmalige Informationen über den Hergang.

Die Trumpsche Methode, flood the zone with shit, um stets die Nachrichten zu dominieren und nach Belieben von unangenehmen Themen abzulenken, funktioniert leider nur zu gut. Die Factchecker kommen nicht hinterher. Die Bullshitter gewinnen immer gegen die Seriösen.

Das Schulterzucken der seriösen Medien und der politischen Klasse gegenüber den täglich neuen ungeheuerlichen Angriffen Trumps, ist ebenso fatal und gefährlich, wie verständlich. Nach zehn Jahren des Bullshits, abenteuerlichen Beleidigungen im Stundentakt und 100.000 Lügen des mächtigsten Mannes der Welt, stumpft man ab.

Es handelt sich dabei um kein neues Phänomen. Seit Jahrzehnten, wird analysiert, wie durch immer mehr Gewalt und S€x-Darstellungen die Jugend verdorben wird.

Erst war es das TV, dann Comics, das Privatfernsehen, Horrorfilme, Computerspiele, Internet, Social Media. Was macht das mit einem Pubertierenden, wenn der beim Erwachen seiner s€xuellen Triebe, bereits jede noch so spezielle Variante in epischer Breite auf seinem Klugtelefon gesehen hat? Welche Verhältnis zu Gewalt entwickeln Menschen, wenn sie täglich im Fernsehen 1.000 Morde sehen?

Einige statistische Daten passen nicht zu dem, das jemand meiner Generation, der offline und ohne Pornozugang aufwuchs, erwarten würde. So beginnen heutige Jugendliche sogar deutlich später mit dem Geschlechtsverkehr, als wir in den 1980ern. Sehr kontrovers wird auch der mögliche Zusammenhang zwischen Baller-Computerspielen und Amokläufen diskutiert. (Dazu traue ich mir keine Meinung zu.)

Das größte Erstaunen löst in mir immer noch die enorme Toleranz religiöser und konservativer Menschen gegenüber pädos€xueller Gewalt aus. Es scheint geradezu ein Signature Move von Priestern und Rechten GOPern zu sein, sich missbräuchlich an Kindern zu vergreifen.

Dabei war es doch mal das ultimative Tabu. So verachtenswert, daß die Kinderf**ker sogar im Gefängnis von Mördern und Vergewaltigern verachtet wurden. Aber das ist vorbei. In den letzten Jahren produzierten die beiden großen christlichen Konfessionen weltweit derartig viele Kindesmissbrauchsfälle, daß sie den Trumpschen Bullshit-Status erreichten.

Die Menschen nehmen es achselzuckend hin. So sind sie eben, die Geistlichen. So sind sie eben, die US-Republikaner. Deswegen tritt man nicht mehr aus der Kirche aus, deswegen verliert man keine politischen Ämter.

Solche Meldungen schaffen es kaum noch in die Zeitungen, geschweige denn auf die Titelseiten.

Ist halt so.

Oder sorgten diese Randnotizen aus der letzten Woche für irgendeine politische Reaktion?

[…] Studie: Hunderte Missbrauchsopfer bei deutschen Pfadfindern

Übergriffe gegen Jugendliche, Vergewaltigungen im Zeltlager: Hunderte Kinder und Jugendliche sind bei den christlichen Pfadfindern in Deutschland Opfer sexuellen Missbrauchs geworden, wie eine Studie aufzeigt.

Eine am Dienstag in der Zentrale des Verbandes Christlicher Pfadfinder*innen (VCP) in Kassel vorgestellte Studie zweier Forschungsinstitute listet 344 Betroffene sexueller Gewalt zwischen 1973 und 2024 und 161 mutmaßliche Täter auf.

Marlene Kowalski aus dem Beirat zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im VCP sprach von einem der „dunkelsten Kapitel“ in der Geschichte des Verbandes. Laut Johanna Hess vom Bildungs- und Forschungsinstitut Dissens waren zwei Drittel der Betroffenen zwischen 13 und 17 Jahren alt, 60 Prozent weiblich.

Viele Taten auf Fahrten und in Lagern

Rund die Hälfte der Taten habe sich bei Pfadfinderfahrten oder -lagern ereignet, und etwa jeder zweite Täter war den Angaben zufolge mit zwischen 18 und 24 Jahren selbst noch relativ jung – und der überwiegende Großteil männlich. Unter den mutmaßlichen Täterinnen und Tätern, die die Untersuchung auflistet, sind nur drei weiblich. In mehr als einem Drittel der Fälle gehen die Forscherinnen und Forscher von Vergewaltigungen aus.

Peter Caspari vom Münchner Forschungsinstitut IPP sprach von einem erheblichen Ausmaß des Missbrauchs im Verband des VCP. Die beiden Forschungsinstitute hatten seit 2023 rund 1.300 Seiten Akten gesichtet und 79 Interviews mit ehemaligen und aktiven Pfadfindern geführt.  [….]

(ORF, 27.01.2026)

Macht doch nichts. Dazu gibt kein Bundesminister einen Mucks von sich. Christen eben.

[…] Evangelische Gemeinde arbeitet jahrzehntelanges „rigides Regime“ auf. Es geht um sexuellen Missbrauch, kalte Duschen, Essen trotz Würgereiz.

[…] Haben zwei Betreuerinnen einer Kirchengemeinde in Buxtehude ein fast 30-jähriges Regime von knallharten Strafen, Unterdrückung und Missbrauch geführt? Eine jetzt vorgelegte externe Untersuchung, für die 30 Gespräche mit wohl zunächst elf Betroffenen geführt wurden, zeichnet ein erschreckendes Bild.  Eiskalte Duschen bei Heimweh, Essen trotz massiven Ekels herunterwürgen oder bis Mitternacht alleine im Speisesaal sitzenbleiben, um trotz Würgereizen ein Glas Milch und eine Scheibe Käse zu verzehren: Erfahrungen, die sechs- bis zwölfjährige Kinder ab den 1980er bis zu den 2010er Jahren demnach bei Freizeiten der Buxtehuder Kirchengemeinde St. Petri machen mussten. Weil den Berichten der Kinder lange nicht geglaubt wurde, werden die Vorfälle erst jetzt aufgearbeitet. […] Im Fokus der Anschuldigungen stehen zwei ehrenamtliche Betreuerinnen, die sich über Jahrzehnte sehr für die Jugendarbeit in der Gemeinde engagierten. Die Ältere der beiden – ihr werden die schwersten Vorwürfe gemacht – ist inzwischen gestorben. Die jüngere Betreuerin weist laut Groß die Vorwürfe zurück oder relativiert sie. […] Erste Beschwerden seien zurückgewiesen worden. Doch spätestens seit 2009 war Groß zufolge der ganze Kirchenvorstand über Vorfälle informiert gewesen. Die heutigen Reaktionen ließen sich aufteilen zwischen Personen, die vor 2013 Verantwortung trugen, und Personen, die später Verantwortung übernommen hätten. In der ersten Gruppe seien die Vorfälle überhaupt infrage gestellt worden. Sie hätten versucht, die Institutionen Kirche und Kirchengemeinde zu schützen. Personen aus der zweiten Gruppe forderten dagegen eine transparente und öffentliche Aufarbeitung. […]

Kirchenvorsteher Dr. Wolf-Dieter Syring ergänzt: „Dass die Kindeswohlgefährdungen über viele Jahre hinweg möglich waren und die Hinweise darauf bei den Verantwortlichen kaum Beachtung gefunden haben, hat uns als Kirchenvorstand sehr getroffen. […]

(Hamburger Abendblatt, 19.01.2026)

Nichts, das irgendein Spitzenpolitiker aufgreifen müsste, das in der Tagesschau gemeldet würde.  Christinnen eben.

[….] Eine Studie legte vor zwei Jahren sexualisierte Gewalt in den evangelischen Kirchen offen – aber wirkliche Veränderungen lassen laut Betroffenensprecherin Nancy Janz auf sich warten. […] Immer wieder kommen in den vergangenen Jahren Vorwürfe der sexualisierten Gewalt ans Licht – so wie der Fall der Bremerin Nancy Janz, die vor zwei Jahren mit buten un binnen über ihre Erfahrungen mit einem Jugendpastor gesprochen hat.

Janz ist außerdem auch die Sprecherin der Betroffenenvertretung im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Vor zwei Jahren wurde eine Studie zum Missbrauch in den evangelischen Kirchen in Deutschland vorgelegt. […] "Empfehlungen müssen einen ganzen Apparat von Gremien passieren, bevor sie umgesetzt werden", sagt Janz. Das gelte für jede einzelne der 20 Landeskirchen sowie die diakonischen Verbände – und diese handelten noch immer nicht einheitlich. […]

(Buten und Binnen, 22.01.2026)

Ist doch nicht der Rede wert. Christen eben. Konservative. Die sind nun mal Kinderquäler. Daran stört sich kein Mensch mehr. Die wählt man trotzdem.

Die Bundesregierung und die Landesregierungen erkennen keinerlei Handlungsbedarf. Sie schaufeln weiterhin Milliarden aus der Staatskasse in zu den Kirchen und übergeben ihnen die Trägerschaft für KITAs und Schulen.

Montag, 26. Januar 2026

Mehr Geld und mehr Waffen für die Ukraine

Der gestrige Presseclub/internationale Frühschoppen „Auf der Suche nach Stärke - was setzt Europa Trump entgegen?“ war wieder einmal, wie eigentlich alle Ausgaben, die nicht von Schönenborn moderiert werden, erstaunlich erkenntnisreich, selbst wenn man mit der Trump versus EU-Materie vertraut ist.

Moderatorin Eva Lindenau diskutierte mit:

- Andrey Gurkov, russischer Journalist und Autor

- Prof. Christiane Lemke, Politikwissenschaftlerin und Publizistin

- Christoph von Marschall, Der Tagesspiegel

- Tonia Mastrobuoni, La Repubblica


Es gab das übliche Entsetzen darüber, daß Europa seit mittlerweile 12 Jahren (Krim-Annexion) von „Zäsur“ und „Wendepunkt“ spricht. Wir wissen seit 2014 was unbedingt zu tun ist – Aufrüstung, gemeinsame europäische Verteidigung, gemeinsame europäische Außenpolitik, Abschaffung des Vetoprinzips, Ende der Abhängigkeiten von einem Land (Gas aus Russland, Geheimdienstinfo, Waffen, Software aus den USA, Medikamente aus China/Russland). Aber dennoch verschleppen wird den Prozess aber seither, obwohl ständig neue Warnschüsse vor unseren Bug knallen (2017 Trump I, 2020 Corona, 2022 Ukrainekrieg, 2025 Trump II).

Völlig zu Recht, wurde der katastrophale, verantwortungslose, internationale Liebesdienst der EU-Grünen an China, Russland und den USAbeim Mercosur-Ankommen, verdammt.

Es ist ein ganz fatales Schwurbel-Hufeisen, das hier aus Agrar-Rücksicht, Nationalismus und mangelnder Übersicht, der EU das Genick bricht.

Da müssen Fachjournalisten entsetzt sein.

Alle Vier konnten gewichtige Argumente und Perspektiven in die Diskussion einbringen. Am wenigsten sympathisch war mir, wie üblich, der Tagesspiegel-Amerika-Mann Marschall, der Macrons Konfrontationskurs gegen Washington verdammte und den diplomatischen Meloni/Merz-Approach lobte.

Schließlich verstieg er sich dazu, „Zwei ganz harte Sachen“ zu sagen (ab Minute 44:17):

[….] Ich verstehe nicht, warum wir in Deutschland und Europa irgendwelche Hoffnungen in Gespräche mit Putin setzen. Putin hat alle Abkommen gebrochen. Es spricht überhaupt nichts dafür, wenn es denn zu einem Abkommen käme, dass er das freiwillig einhalten würde. Und das zweite, wir sind einer so schrecklichen Situation, dass wir in einem Gewissenskonflikt sind, dass wir einerseits wünschen, dass der Krieg endet, damit Menschen nicht mehr sterben. Aber solange die Ukraine kämpft, ist das die sicherste Hindernis dafür, dass Putin die NATO Ostflanke angreift. Und ich meine vor allen Litauen, weil dort die Bundeswehr steht, dann wären wir im Krieg. Also, es ist wirklich ein Gewissenskonflikt. Es ist brutal das zu sagen, aber es liegt in unserem Interesse, dass dieser Krieg noch etwas weitergeht, damit wir eine glaubwürdige Abschreckung aufbauen können, damit nach dem Ukrainekrieg nicht ein Litauen Krieg folgt. [….]

(C.v. Marschall)

Wenn aber Russland die NATO-Mitglieder Litauen oder Estland angreifen sollte und daraufhin der Artikel 5 griffe, würde MAGAmerika uns mit hoher Wahrscheinlichkeit im Stich lassen und nicht seine Atomstreitmacht gegen Putin ins Feld führen.

Eine Anruferin war davon derartig entsetzt, daß sie ihre ursprünglich Frage zurück zog, um darauf erneut einzugehen (ab Minute 58:08):


[…] Während der Runde hat mich ein Satz sehr gestört von Herrn Marschall und zwar in dem er gesagt hat, ähm der Krieg könnte ruhig noch ein bisschen weitergehen in der Ukraine, weil sonst ähm würde man ein hohes Risiko eingehen. Und ich finde das ganz schlimm, so einen Satz in die Welt zu setzen, vor allen Dingen als Journalist, weil ich weiß nicht, ob er schon mal selber erlebt hat, wie es ist im Krieg die Menschen, die frieren, die hungern, die Ängste haben und da noch zu sagen, der könne ruhig noch ein bisschen weitergehen, der Krieg das leichtfertig und ich finde es erschütternd.   […]

(Anruferin aus Berlin)

Ich befürchte, hier klingt wieder das fatale Schwurbel-Hufeisen an: Putin-Fans, Rechtsradikale, Öko-Verwirrte, Denk-Amateure und durchaus sympathische Menschen, die sich einfach nur Frieden wünschen.

Aber der Zug ist leider abgefahren. Man kann jetzt nicht das Schießen und Morden beenden, indem man Putin einfach das gibt was er möchte, Donezk, Donbass, die am stärksten befestigten Ukrainischen Stellungen. Denn so viel wissen wir sicher; Putins Versprechungen sind genauso wertlos, wie Trumps. Er wird sich nicht in Zukunft bescheiden zurückhalten, wenn man ihm nur weit genug entgegenkommt. Das hat Chamberlain vergeblich mit Hitler versucht, das versucht Merz vergeblich mit Trump und das wird auch nicht mit Putin funktionieren.

[….] Ich verstehe völlig ihre Empörung, aber ich habe nicht gesagt, der kann noch ein bisschen weitergehen, sondern ich habe genau das getan, was sie von mir gefordert haben. Ich habe gesagt, wir sind in einem Gewissenskonflikt und dass ich jetzt etwas ganz Schreckliches sagen werde.

Das ist leider durch unser Verschulden, weil wir Abschreckung Militär über Jahre nicht ernst genommen haben, brauchen wir Zeit, um abschreckungsfähig zu werden. Und diese Zeit schenkt uns die Ukraine, solange sie kämpft. Ich weiß nicht, ob sie gerne lieber haben wollen, dass dieser Ukrainekrieg ganz schnell runtergeht und kommendes Jahr greift Putin die deutschen Soldaten in Litauen an. Ob sie das für die bevorzugenswerte Variante halten. Es ist ein moralischer und ein Gewissenskonflikt, aber wir müssen ihn offen aussprechen, natürlich in der gebotenen Einordnung, dass das etwas schreckliches ist, das so sagen zu müssen. Aber in diese Lage haben wir uns gebracht [….]

(C.v. Marschall)

Marschall mag persönlich nicht besonders liebenswert sein und auch nicht immer Recht haben. In diesem Fall aber schon. EU-Regierungschefs und Verteidigungsminister werden es nicht laut aussprechen, weil es so amoralisch und empörend ist. Aber ich vermute auch sehr stark, daß sie sich hinter verschlossenen Türen wünschen, der Ukraine-Krieg möge noch ein paar Jahre möglichst blutig weitergehen und dabei dem Kreml jeden Tag viel Geld, Waffen und Menschenleben kosten. Das ist im Moment unsere beste Möglichkeit, die russische Armee zu schwächen. Die Ukrainer zahlen ungerechterweise den tödlichen und perfiden Preis für uns. Da ist es das Mindeste, sie wenigstens finanziell, logistisch und mit allen Waffen, die wir haben, auszustatten.

Sonntag, 25. Januar 2026

Kippt es, kippt es, kippt es jetzt?

Taz, Süddeutsche Zeitung, Spiegel etc sind heute voll mit Minneapolis-Reportagen und Kommentaren, die alle quasi aussagen, JETZT habe es Trump aber wirklich übertrieben, JETZT reiche es den Amis, JETZT wendeten sie sich ab.

Das klingt extrem plausibel. JETZT muss doch die Bevölkerung auf die Barrikaden gehen, jetzt müssen sich selbst ein paar GOPer aufraffen, sich gegen ihren irren orangen Messias stellen. 

Sonst gehe das Land unweigerlich zu Grunde. Bürgerkrieg, Ende der Demokratie, ökonomischer Crash.

[…] In Minneapolis geht es um mehr als Proteste. Wenn weitere Schüsse fallen, sind die Folgen für die USA unvorhersehbar. Es wird kein Happy End geben. Gewiss hatten die Menschen von Minneapolis und alle, die rund um die Welt Anteil nehmen, gehofft, dass Renee Nicole Good die letzte BürgerIn war, die in den Straßen der einst so friedlichen Stadt sterben musste. Doch die Hoffnung war von Anfang an naiv. Der Mord an Adam Pretti hatte etwas Zwangsläufiges.

Der Widerstand in Minneapolis und in anderen Städten der USA hat gezeigt, dass viele Menschen nicht dazu bereit sind, das Terrorregime von ICE hinzunehmen. Mit Mut und Kreativität stemmen sich die redlichen Menschen der USA Trumps Schergen entgegen – unter Inkaufnahme enormer persönlicher Risiken.  

Die andere Seite hat wiederum deutlich gemacht, dass sie den Tod unschuldiger Zivilisten nicht nur billigt, sondern zu provozieren bereit ist. Die Reaktion von Heimatschutzministerin Kristi Noem auf den Tod von Good war nicht, einen Schritt zurückzutreten, sondern das Opfer zu verleumden und noch mehr gewaltbereite Söldner zu schicken.

Die Tatsache, dass jemand wie Adam Pretti, ein offenbar friedliebender Krankenpfleger, mit einer Waffe in Minneapolis herumlief, spricht Bände. Die Menschen fühlen sich schutzlos ausgeliefert und haben das Gefühl, sich selbst verteidigen zu müssen. Zustände wie im Wilden Westen. Wie selbst der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey sagte: „Unsere Polizei könnte sich gegen ICE stellen. Aber wir haben weder die Mannschaftsstärke noch die Waffen.“ Es gibt keine Ordnungsmacht mehr.  [….]

(Sebastian Moll, 25.01.2026)

Die Bilder der ICS-Morde gehen um die Welt und sind so unerträglich, daß es ICE-Barbi Noem und dem bärtigen Thiel-Epigonen J.D. zunehmend schwer fällt, ihre völlig abstrusen Lügen zum Tathergang unter das MAGA-Volk zu bringen. Zu offensichtlich handelt es sich um Mord. Um Hinrichtungen.

Memes definieren für das empörte Volk die Begriffe „Todeschwadron“ und „Gestapo“.

[…] Es ist nicht so, dass es weiterer Beweise gebraucht hätte für das unverhältnismäßige und in höchstem Maße fragwürdige Vorgehen von ICE und Border Patrol. Spätestens seit Renée Good in Minneapolis erschossen wurde, ist auch klar, dass die paramilitärisch anmutenden Einheiten rechtsstaatliche Grenzen überschreiten und dabei von den politisch Verantwortlichen gedeckt werden.

Aber es hört einfach nicht mehr auf. Es wird immer schlimmer. Selbst bei Liam, einem kleinen Kind, rechtfertigt die Trump-Regierung das Vorgehen von ICE. Selbst in einem Fünfjährigen sieht sie nicht primär das Kind, den verletzlichen Menschen. Die USA haben sich weit von dem entfernt, was einst als minimaler Konsens galt. […]

(Charlotte Walser, 24.01.2026)

Aber an dem Punkt waren wir schon so oft.

Nach den Impeachments, nach den Prozessen, nach dem Sonderermittler, nach dem Chaos der ersten Amtszeit, nach seinem offensichtlichen physischen und mentalem Verfall, nach dem sechsten Januar 2021.

Aber nichts passierte. Die Reichen, die Mächtigen, die Medien, die Techkonzerne stehen zu ihm. Die fanatische Trumpanzee-Basis steht zu ihm und deswegen übt er seine legendäre Superpower über jeden republikanischen Abgeordneten aus. Sie alle müssen, auch in noch so sicheren republikanischen Wahlkreisen/Staaten, durch die parteiinternen Primaries und können dort von Trump nach Belieben ausgeschaltet werden. Diese Methode ist so effektiv, daß selbst hochrangige Urgesteine mit legendären Namen, wie Liz Cheney, im ultrakonservativen Wyoming problemlos politisch erledigt wurde. Trump macht die Superreichen superreicher und die setzen ihre Supermacht für ihn ein.

Alle verbliebenen Republikaner in politischen Ämtern sind öffentlich 100 prozentige Trump-Loyalisten. Bis auf die wenigen Ausnahmen, die sich ohnehin entscheiden, das Parlament verlassen (Klan-Mum MTG), oder nicht mehr zur Wiederwahl antreten.

Mir fehlt inzwischen jeglicher Glaube an ein gutes Ende für die US-Demokratie.

Alle Institutionen der Verfassung und Presse versagen; das Volk ist zu schwach, wird zu wenig von der Welt unterstützt. Eine Welt aus erbärmlichen EU-Kriechern, die weiterhin den großen orangen Hintern küssen.

Um den Trumpismus zu bezwingen, bräuchte es einen US-Generalstreik und brutale internationale Sanktionen. Einreiseverbote, Importverbote, Handelsverbote, die EU-Bazooka und selbstverständlich gehören Musk und Zuckerberg hierzulande abgeschaltet.

Das wird teuer für uns, wird im Alltag sehr unkomfortabel. Zu teuer. Und so wählen wir aus Angst vor dem Tod, den Selbstmord.

Daß Merz und seine Minister offiziell weiter X benutzen und die Europäer brav zur Fußball-WM zu Trumps Füßen antanzen, würden zukünftige Generationen nie verstehen – wenn es sie denn gäbe. Tatsächlich beendet die Welt von 2026 gerade die menschliche Zivilisation.