Mittwoch, 22. April 2020

Der Deutschen liebste Partei

Der Mini-Trump aus Düsseldorf macht es vor:
Die Gottesdienste sollen wieder stattfinden und damit wäre NRW sicher vor der zweiten Covid19-Welle.


Ob da ein paar Tausend mehr Senioren im Pflegeheimen draufgehen, ist für MP Laschet daher eine zu vernachlässigende Variable. Hauptsache „die Wirtschaft“ freut sich und seine Chancen CDU-Vorsitzender und Kanzler zu werden steigen.
Gebt den Leuten Fußball, Karneval und Rudelbumsen – wenn es gut für die persönlichen demoskopischen Werte ist.

 Umfrage: Rekordzufriedenheit mit NRW-Landesregierung
[…..]
[…..]  Die Zufriedenheit mit der Landesregierung hat im Kontext der Coronakrise auch in Nordrhein-Westfalen deutlich zugenommen. Das geht aus dem „NRW-Trend“ hervor, den Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins „Westpol“ erstellt. Aktuell stellen demnach 70 Prozent der Wahlberechtigten der Regierung ein positives Zeugnis aus.
Das ist ein Plus von 26 Prozentpunkten im Vergleich zum November 2019 und zugleich der bislang höchste Zufriedenheitswert für eine Landesregierung im seit dem Jahr 2000 erhobenen „NRW-Trend“. Das gewachsene Vertrauen in die Landesregierung spiegelt sich in den ebenfalls deutlich gestiegenen Sympathiewerten des Ministerpräsidenten. 65 Prozent (+elf Prozentpunkte im Vergleich zu November 2019) der Befragten sind mit der politischen Arbeit von Armin Laschet (CDU) zufrieden. Das ist der beste Wert seiner Amtszeit. […..]

Die Bundesparteichefin der CDU zeigt sich ebenfalls von ihrer empathischen Schokoladenseite.
Während Tausende sterben, Hunderttausende Selbstständige um ihre finanzielle Existenz kämpfen, ein gewaltiger Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet wird, Krankenhäuser und Pflegedienste vollkommen überlastet sind und Billionen neue Schulden gemacht werden müssen, weiß Kramp-Karrenbauer was zu tun ist:
Neue Atombomber für Deutschland bestellen.


 Natürlich wie von Trump gefordert beim US-Hersteller Boeing, anderenfalls könnten ja womöglich deutsche Arbeitsplätze bei Airbus entstehen.
AKK beugt sich lieber der amerikanischen Erpressung. Washington hatte nämlich gedroht das Zulassungsverfahren für US-Atombomben bis zum St. Nimmerleinstag zu verschieben, sollte Deutschland es wagen Kampfbomber eines nicht amerikanischen Herstellers anzuschaffen.
Man stelle sich das vor: der Atomkrieg bricht aus, aber nur amerikanische, britische und französische Jets dürfen mit den in deutschen Silos lagernden Atombomben mitspielen! Dabei ist so ein Nuklearkrieg, bei dem die Erde 100 mal zerstört wird doch so eine Riesengaudi für die Vorsitzende der C-Partei. Da will man natürlich nicht ohne mitzumachen im atomaren Fallout verrecken.

[…..] Berlin treibt den milliardenschweren Kauf von Kampfjets und eine Fusion im deutschen Kriegsschiffbau voran.
[…..] Gekauft werden sollen 135 Flugzeuge, darunter 90 Eurofighter sowie 45 US-amerikanische F-18. Der Preis wird auf eine zweistellige Milliardensumme geschätzt. Die F-18 sollen unter anderem im Rahmen der "nuklearen Teilhabe" genutzt werden, die den Transport und den Abwurf der in Büchel (Eifel) gelagerten US-Atombomben durch deutsche Bomber vorsieht. Parallel zu dem milliardenschweren Kauf treibt die Bundesregierung einen Zusammenschluss der drei großen deutschen Kriegsschiffbauer zu einem deutschen Marinegiganten voran; er wird, sofern seine Gründung gelingt, mit einem französisch-italienisch geführten südeuropäischen Konsortium konkurrieren. Um die Aufrüstung zu beschleunigen, ist kürzlich ein Gesetz verabschiedet worden, das EU-weite Ausschreibungen in der Rüstung einschränkt. Verschleppt hat die Bundeswehr hingegen die Beschaffung von Covid-19-Schutzausrüstung.
[…..] In Washington hieß es, falls der Eurofighter für die "nukleare Teilhabe" genutzt werden solle, werde man sich für die Zertifizierung drei bis fünf Jahre Zeit nehmen - mehr, als die Luftwaffe einplanen will. […..] Wie vergangene Woche bekannt wurde, moderiert [die Bundesregierung]  die Schaffung eines Werftenverbundes, dem alle drei großen deutschen Kriegsschiffbauer angehören sollen: die Bremer Lürssen-Werft, ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und German Naval Yards Kiel (GNYK). […..][…..] Während Berlin die Rüstungsbeschaffung für gegenwärtige und künftige Kriege nach Kräften beschleunigt, hapert es immer noch mit der Beschaffung dringend benötigter Schutzausrüstung für den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie. Erst kürzlich übte die gesundheitspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Maria Klein-Schmeik, scharfe Kritik an der Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Kauf der Schutzausrüstung dem Beschaffungsamt der Bundeswehr zu übertragen. Die Behörde ist daran gescheitert; sie verantwortet nicht zuletzt das Verschwinden von sechs Millionen Atemschutzmasken in Kenia, mit denen deutsche Krankenhäuser hätten ausgestattet werden sollen. […..]

Man versteht gar nicht was die nörgelige Opposition und die Sozen nun wieder zu meckern haben, nur weil AKK gesetzwidrig am Parlament vorbei für 12 Milliarden Dollar US-Atombomber bestellt und sich weigert die entsprechenden Aufforderungen aus den USA offen zu legen.
Das sind doch CDUCSU-Basics! Kennen wir von Scheuer und von der Leyen: Wenn sie mit Milliarden zum Schaden der Bürger mauscheln, sind anschließend alle Unterlagen gelöscht und verschwunden.

[…..] Geheim-Mail ans Pentagon.
Nach scharfer Kritik vom Koalitionspartner SPD hat Annegret Kramp-Karrenbauer ihren umstrittenen Kampfjet-Deal mit den USA gerechtfertigt. Das Schreiben ans Pentagon wollte sie den Abgeordneten jedoch nicht vorlegen. [……]

Und was sagt der Urnenpöbel zu so einem Verhalten der CDU-Chefin?
Nun, die Antwort ist eindeutig:
Absolute Rekord-Zufriedenheit mit der C-Partei.


Bald kann die CDU wieder mit absoluter Mehrheit regieren.
Die Deutschen sind so begeistert von Laschet, Spahn und AKK wie selten.

[…..] „Der von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer forcierte Kauf von neuen Kampfflugzeugen ist eine sozialpolitisch falsche und sicherheitspolitisch gefährliche Prioritätensetzung. Mit der Anschaffung von 45 F-18-Kampfjets und 93 ‚Eurofightern‘ spült die Bundesregierung Milliarden Euro in die Kassen von Rüstungskonzernen in den USA und in Europa, während Millionen Beschäftigte in der Pflege und in den Krankenhäusern keinen angemessenen monatlichen Aufschlag von 500 Euro erhalten und Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter im Niedriglohnsektor mit 60 Prozent ihres Gehaltes kaum über die Runden kommen“, erklärt Sevim Dagdelen, abrüstungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Dagdelen weiter:
„Der von Kramp-Karrenbauer geplante Kauf von F-18-Kampfflugzeugen beim US-Rüstungskonzern Boeing dient einzig der Absicherung der nuklearen Teilhabe, das heißt dem weiteren Zugriff auf in Deutschland gelagerte US-Atombomben nach Zustimmung durch Washington. […..]  DIE LINKE fordert zudem ein Ende der nuklearen Teilhabe. Die Bundesregierung muss endlich den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland in die Wege leiten und dem Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen beitreten.“ [….]

Pah, doofe Linke und Sozis mit ihrem altmodischen Frieden- und Abrüstungs-Quatsch.
Darauf haben die deutschen Wähler gar keine Lust! Sie lieben CDU und atomare Aufrüstung!

Dienstag, 21. April 2020

Die Enttäuschung des Jahres


Man kennt sie aus zahllosen Endzeitserien und jedem zweiten Trash-Katastrophenfilm: Prepper!


Wenn die wenigen Überlebenden auf der Flucht vor apokalyptischen Zombies, Aliens, Werwölfen, Vampiren, Robotern, Mutanten oder auch Tremors, diesen Feuer-furzenden Raketen-Maden schon die Hoffnung auf Rettung verloren haben, treffen sie plötzlich auf diese typischen Redneck-Waldschrate, die in einem Bunker voller Waffen und Vorräte sitzen.


Ein schöner Plot; die Typen, die jahrelang als bizarre Sonderlinge ausgelacht wurden, haben Oberwasser. All ihre Befürchtungen haben sich als berechtigt herausgestellt. Nun kommt ihre große Stunde, weil nur sie vorbereitet sind.


 Die echten Prepper sind allerdings anders als ihre Hollywood-Version oft keine harmlosen Spinner, sondern bewegen sich geistig in völkisch-rechtsextremen Reichsbürgerwelten, oder eben ihren US-amerikanischen antiliberalen Brutalo-Varianten.

[….] Allein die von Mordphantasien besessene Mecklenburg-Vorpommersche Prepper-Gruppe „Nordkreuz“ plante Myriaden Menschen zu töten, erstelle eine Liste mit 25.000 Namen.

[….] Bei den Betroffenen handelt es sich um Politiker von der Linken, von den Grünen und der SPD sowie Aktivisten aus der Zivilgesellschaft. Viele haben sich für Flüchtlinge engagiert. Der Verdacht der Ermittler: Diese Datensammlung, die sie bei Razzien in einem gelben Ordner und einem Umschlag gefunden haben, sind eine Feindesliste. Angelegt von zwei Männern, die geplant haben sollen, politische Gegner umzubringen.
  [….] Die Ermittler zeigen Böhringer eine Skizze. Es ist der Grundriss seiner Wohnung. Der Staatsschutz hatte sie angefertigt, damals, nach den Morddrohungen. Jetzt ist sie in die Hände von zwei Männern geraten, die das BKA für rechtsextreme Terroristen hält.
[….] Am 21. Mai 2015 zieht Holger Arppe in seinem Chat mit anderen AfD-Mitgliedern über einen Mann von den Grünen her, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert. „Brauchen wir seine Adresse?“, fragt einer. „Da muss ich heute Nacht mal gleich meinen Dienstrechner mit seinen Daten füttern.“ [….]

Das gehört alles zu dem finsteren dunkelbraunen Mordor-Netz, in das auch Krankenarme aus AfD und Pipi-Blog hineinreichen.
Diese Listen kennen die entsprechenden Behörden seit acht Jahren, unternahmen aber nie etwas Durchgreifendes.

[….] Rechtsextreme der Gruppe "Nordkreuz" wollten "im Konfliktfall" linke Persönlichkeiten liquidieren. Nun fordert Linken-Parteichefin Kipping, die potenziellen Opfer zu informieren.
Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping fordert eine Information jener Menschen, deren Namen auf einer Liste der Prepper-Gruppe "Nordkreuz" gefunden wurden. "Opferschutz geht vor", sagte Kipping dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Ich fordere, dass die 25 000 Personen, die auf den Todeslisten des rechten Terrornetzwerkes stehen, umgehend informiert werden." [….]


Während andere Endzeitgläubige wie zum Beispiel die Zeugen Jehovas immer noch auf die Apokalypse warten, die sie als einzige zu überleben glauben; haben US-Prepper durch das SARS-Cov2 die seltene Chance auf eine Generalprobe.
Nun können sie zeigen wie gut ihre Vorbereitungen, wie durchdacht ihre Pläne sind. Wie sie als bevorratete Selbstversorger über all die arglosen Normalbürger triumphieren.


Endlich können sie beweisen was für knallharte Typen sie sind, wie richtig und wichtig das Horten von Schusswaffen war, wie sie in Krisen überlegen sind.


Allerdings, sowas Blödes, haben selbst die klügsten und knorrigsten Kerle unter ihnen einen entscheidenden Faktor vergessen:
Die Friseure sind geschlossen!



Offenbar bricht aber die Prepper-Ideologie zusammen, wenn sie länger als zwei Wochen nicht mehr ihre Haare hübsch gemacht bekommen.
Und so kommen sie, angefeuert von ihrem heldenhaften Idol Donald Trump, der nicht nur der klügste Denker ist, sondern auch die beste Frisur trägt, aus ihren Löchern und Bunkern geströmt und verlangen Dauerwelle und Spitzen-Schneiden.
Preppern ja, aber nicht mit schlecht sitzenden Haaren.


[…..]  Wie so oft in Amerika geht es so wieder einmal um einen politischen Kulturkampf und manch einer vergleicht die Anti-Lockdown-Truppe schon mit der "Tea-Party"-Bewegung. Viele Protestler halten die andauernden Lockdown-Maßnahmen wegen der Coronakrise für eine typische staatliche Zwangsmaßnahme liberaler Eliten und Wissenschaftler, auf selbst gemalten Schildern ist von "Tyrannei" die Rede. Einige rechtsradikale Milizen erscheinen sogar mit der Waffe in der Hand zu den Protesten. Und bei Trumps Lieblingssender Fox News berichten sie voll freudiger Erregung über die Aufmärsche.



Einige der neuen Protestkundgebungen werden von Trump-Unterstützern angeführt. In Michigan kommen sie zum Teil aus dem Dunstkreis der republikanischen Partei. In Texas wurden die Demonstranten am Wochenende von dem rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker Alex Jones angefeuert, der bereits im Wahlkampf 2016 ein Wegbereiter für Trumps Erfolg war.
Trump, der selbst ernannte Eliten-Kritiker im Präsidentenamt, trägt derweil lustvoll seinen Teil dazu bei, die Truppen in Schwingung zu versetzen. […..]



Montag, 20. April 2020

Bis ins letzte Glied verrottet


In außergewöhnlichen Krisen können nicht nur die Regierungschefs, sondern insbesondere auch die Familien der Staatsoberhäupter eine enorme Rolle spielen, indem sie zu Identifikationsfiguren und Mutmachern werden.

Christian X., von 1912 bis 1947 König von Dänemark vermochte es nicht nur heimlich die Rettung von 7.000 dänischen Juden zu decken, indem sie heimlich ins sichere Schweden gebracht wurden, sondern zeigte seinem Volk während der deutschen Nazi-Besatzung auch welchen Widerstand er leistete, indem er hoch zu Ross durch die Straßen Kopenhagens ritt, sich dem gewöhnlichen Leuten zeigte, bis er 1943 von den Deutschen unter Hausarrest gestellt wurde.

Noch berühmter wurde die britische Königin Elisabeth, 1900-2002, Ehefrau von King George VI., die Mutter der heutigen Queen, die morgen 94 Jahre alt wird und seit 68 Jahren Königin ist.
Als England mitten im zweiten Weltkrieg unter schwerem Beschuss stand und zweitweise einer nahezu unüberwindlichen deutschen Übermacht entgegenstand, bekniete die Churchill-Regierung sie mit den Kindern ins sichere Kanada zu fliehen; schließlich war ihr Mann auch Kanadisches Staatsoberhaupt.
Aber die störrische Schottin aus allerhöchstem Adel dachte gar nicht daran.
 “The princesses cannot go without me, I cannot go without the King and the King will never go!” („Die Prinzessinnen können nicht ohne mich gehen, ich kann nicht ohne den König gehen und der König wird niemals gehen.“)
Unermüdlich tauchten Elisabeth und George an den von deutschen Bomben zerstörten Orten auf und sprachen der Bevölkerung Mut zu. Legendär ist ein weiteres Zitat nachdem ein Bombardement Londons auch den Buckingham Palace traf:
 “I am almost glad we have been bombed. Now I feel I can look the East End in the face.”
 („Ich bin beinahe froh, dass wir bombardiert worden sind. Nun habe ich das Gefühl, dem East End ins Gesicht sehen zu können.“)

Christian und Elisabeth hatten keinerlei Regierungsverantwortung, sie präsidierten bloß, bzw waren angeheiratet.
Aber ihre Rolle im Weltkrieg kann gar nicht unterschätzt werden, weil sie ein demoralisiertes Volk aufrichteten, Mut und Hoffnung spendeten.

Betrachtet man die vollkommen irren schwer bewaffneten Trumpisten, die nach vier Wochen eingeschränkter Kontaktregelungen ganz ohne Hunger, Zerstörungen und Krieg schon randalierend durch die Straßen ziehen, wird umso deutlicher wie wichtig ein Identität-stiftender Faktor sein kann während eine Nation verunsichert grübelt.
Trump, der soziopathische Spalter kann selbstverständlich nicht dieser Faktor sein, weil er eben so feige und empathielos wie bösartig ist.

Es wäre eine gute Gelegenheit im Streit zwischen Weißem Haus und den Gouverneuren, während der blamablen Schuldverschiebungsorgien von Präsident auf Kongress, für Trumps Familie aus dem Schatten der Politik zu treten und endlich auch mal etwas für die hunderten Millionen zu leisten, die ihre Reisen und Sicherheitsmaßnahmen kosten.
Allein Melania verursachte mit ihrer anfänglichen Weigerung nach Washington zu ziehen und der damit verbundenen Monate langen Total-Abriegelung des Trump-Towers und großer Teile der 5th Avenue einen ökonomischen Schaden, der womöglich in die Milliarden geht.
Natürlich ist von Trumps erwachsenen nepotistischen, raffgierigen, vollkommen verblödeten Versager-Gören nichts Gutes zu erwarten.
Schwiegersohn Jared reklamierte dementsprechend auch die nationale Reserve von medizinischer Ausrüstung als seinen persönlichen Besitz, goss also weiter Öl ins Feuer.

Und Melania?
Die Frau, die bei dem Besuch der Kinder, die ihr Mann an der Grenze in Käfige einsperrte, eine Jacke mit dem legendären Rückenaufdruck "I really don't care, do you?" trug, sich bei der Rede zur Nation grinsend an der Seite des zutiefst rassistischen Verschwörungstheoretikers Rush Limbaugh zeigte und ihm persönlich die höchste amerikanische Ehre, die Medal of Freedom umhängte, sich schon lange vor den politischen Ambitionen ihres Mannes an dessen widerliche Birtherkampagne beteiligte, indem sie auch ohne ihn in Talkshows zutiefst rassistisch gegen Obama hetzte und auch als First Lady als Hetzerin auffiel?

Nun, diese Melania ist keineswegs ein Opfer ihres Mannes, sondern genauso moralisch verkommen.
Das zeigt sie auch in der Corona-Krise deutlich.

[…..] Die Lage in den USA spitzt sich zu. Das Land ist auch in der Corona-Krise stark gespalten. Zum Teil schwer bewaffnete Protestler demonstrieren gegen die Schutzmaßnahmen. Angeheizt von US-Präsident Donald Trump.
Dass die First Lady Melania Trump jetzt auf Twitter mit privater Zerstreuung Punkte sammeln will, stößt bei vielen Kritikern auf wütende Reaktionen.
[…..] Am Freitag postete sie ein Worträtsel auf Twitter, natürlich mit patriotischem Hintergrund. „Während man Zeit mit der Familie verbringt, ist das ‚Weiße-Haus-Worträtsel‘ ein toller Weg, mit seinen Liebsten zusammen zu kommen, während man sein Wissen über das Weiße Haus testet“, schrieb Melania Trump als Erläuterung. […..]
„Oh super, wir haben Wörterrätsel bekommen, aber keine Tests“, antwortete eine Userin mit sarkastischem Unterton.
[…..]  Eine andere Userin belässt es nicht bei ironischen Anspielungen. Sie ist ganz offensichtlich stinkwütend. „Ist das ein Witz? Dein Ehemann zettelt einen Bürgerkrieg in unserem Land an und du willst, dass wir uns hinsetzen und Worträtsel lösen???!!!“ […..]

Sonntag, 19. April 2020

Relativ gute Politiker in Deutschland.


Klar, in Relation zu solchen hochgefährlichen, mord-debilen Soziopathen wie Trump und Bolsonaro, sind die deutsche Bundesregierung und die Ministerpräsidenten eine echte Wohltat.
Unter ihnen gibt es promovierte Naturwissenschaftler und Mediziner, die genau zuhören und analysieren was Virologen, Gesundheitsämter und Krankenhäuser berichten. Ihre Entscheidungen treffen sie „auf Sicht“; das heißt, sie können keine festen Daten nennen, ab wann was wieder wie laufen soll.
Alles andere wäre auch unseriös.
Glaubt man den Ergebnissen der Analyseagentur Deep Knowledge Group wird die Corona-Krise weltweit am besten in Israel und Deutschland gemanaged.
Flatten the curve ist insofern gelungen, als es nach Wochen der Pandemie in Deutschland immer noch 10.000 bis 13.000 freie Intensivbetten gibt, ähnlich viele Menschen genesen wie neu erkranken und der magische Reproduktionsfaktor R etwa bei 1 liegt.

Aber das ist keine absolut betrachtete gute Regierungsarbeit, sondern eine Relative.
Was bedeutet das schon, wenn man sich mit irren Egomanen wie Trump misst?

Merkel und die Ministerpräsidenten haben selbst in so einer tödlichen Pandemie immer noch weit offene Ohren für die Wirtschaftslobbyisten von der Industrie.
Es ist zwar vollkommen absurd, aber ab morgen dürfen die Autohäuser für Luxusvehikel wieder eröffnen, obwohl sie fast immer über der willkürlichen Ladenquadratmeter-Zahl von 800 liegen.
Ganz sicher sind diese nicht für die Gesundheit relevant und so sollte man unter epidemiologischen Aspekten auf diese Ansteckungsgefahr verzichten.
Aber die oberste Autolobbyisten und Nachfolgerin des Megastrippenziehers Matthias Wissmann heißt Hildegard Müller; ehemalige JU-Chefin, Merkel-Vertraute, Staatsministerin im Bundeskanzleramt und sogar Teil des legendären Girlscamp. Sie sorgt wie auch der Daimler-Cheflobbyist von Klaeden, der ebenfalls Merkels Staatsminister war, dafür daß Großaktionäre und Superreiche wichtiger als Gesundheit sind.

Sinnvoll wäre es das öffentliche Leben nur dann schrittweise wieder zu öffnen, wenn die Menschen Masken und möglicherweise auch Handschuhe tragen, um beim Sprechen und Niesen weniger Viren hinauszuschießen.
Das kann aber nur verordnet werden, wenn es solchen Mundschutzmasken für alle gibt.
Davon kann aber keine Rede sein, weil Merkels Bundesgesundheitsminister Spahn seit Monaten die Warnungen vor einer Verknappung der Schutzkleidung total ignorierte und nun auch in Woche fünf des Lockdowns scheitert auch nur annähernd genügend Material zu besorgen.

[……] Auch bei der Beschaffung von Schutzmasken konnte Spahn kleine Erfolge melden: Sein Ministerium habe bis zum vergangenen Wochenende 80 Millionen Masken beschafft. Sie bleiben Ärzten und Pflegefachkräften vorbehalten – und werden schon dafür nicht ausreichen. Wollte man alle Bürger mit Schutzausrüstung ausstatten, brauchte es Milliarden. [….]
(DER SPIEGEL, 18.04.2020)

Es ist ja auch ganz schön zu hören, daß so langsam mal die Schüler wieder in die Schulen kommen.
Aber leider hat auch in den deutschen Regierungen niemand ein Rezept dafür wie der Unterricht funktionieren soll, wenn man wegen des Abstandsgebot nur noch maximal 15 Schüler in einen Raum stecken darf und dadurch dreimal so viele Lehre und Räume braucht, während schon vor Corona Lehrermangel herrschte und nun auch noch ein Drittel von ihnen als Angehörige einer Risikogruppe (Ü60 oder Vorerkrankungen) das Schulgelände nicht betreten sollen.
Wir brauchen also mindestens 300% der Lehrer, haben aber nur gut 60%. Und nun?


Die totale Mangelausstattung von Schulen und Universitäten, der eklatante Lehrkräftemangel sind keineswegs als Plagen vom Himmel gefallen, sondern seit 15 Jahren durch systematisches Politikversagen und Aussitzen insbesondere der C-Politiker entstanden. Trotz kontinuierlicher eindringlichster Warnungen aller Fachleute und des Philologenverbandes.

Kaum zu glauben, aber wahr: In seinem neu entfachten Ehrgeiz im Kampf um den CDU-Vorsitz stellt Armin Laschet nicht nur wirtschaftliche Interessen von die Gesundheit der Menschen, sondern er stellt sich auch noch gemeinsam mit Hardcore-Religiot Ramelow auf die Seite einer Minderheit von unbelehrbaren Katholiban, die Gottesdienste als Hauptbrutstätten der Pandemie wieder einführen wollen. In der MP-Konferenz mit Kanzlerin musste Laschet ausgerechnet von Jesus-Freak Markus S. gebremst werden.

[….] Zu einer Kontroverse zwischen ihm und anderen Teilnehmern kam es beim Thema Religion. Laschet ist Katholik, gemeinsam mit dem thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) plädierte er für eine Öffnung: Unter Beachtung aller Vorschriften solle es doch möglich sein, Gottesdienste zu feiern.
Andere wiesen darauf hin, dass es vor allem die Älteren, also die Gefährdeten seien, die in die Kirche gingen. Im Gottesdienst werde gesungen, was die Gefahr für eine Übertragung per Tröpfchen erhöhe. Laschet war in der Defensive.
Doch den entscheidenden Schlag führte Söder – ausgerechnet Söder, der zwar protestantischer Franke ist, aber dem katholischen Bayern vorsteht: Man habe schließlich selbst dem Papst zugemutet, an Ostern allein die Messe zu feiern, sagte er. Was soll man dagegen noch vorbringen? […..]
(SPIEGEL, 18.04.2020)

Es ist ja schön, daß Ministerpräsident Laschet verantwortungsvoller als Donald Nero ist, der seine fanatisierten Anhänger dazu antreibt gegen die Kontaktverbote zu demonstrieren.
Aber dennoch ist der dringende Ruf nach dem Hochfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland, um der Wirtschaft zu helfen, ein lebensgefährlich bis tödliches Spiel.

[…..] So­lan­ge wir ein In­fer­no wie in Ita­li­en oder Spa­ni­en ver­hin­dern wol­len, müs­sen wir eine Iso­lie­rung, wie wir sie bis­her hat­ten, auf­recht­er­hal­ten. Dass wir bis 2022 da­mit le­ben müs­sen, ist kei­ne Pa­nik­ma­che, son­dern ein rea­lis­ti­sches Sze­na­rio. For­scher um den Har­vard-Pro­fes­sor Ste­phen Kiss­ler ha­ben das jetzt für die USA be­rech­net. […..] Kiss­lers Kur­ven zeich­nen das Ka­ta­stro­phen­sze­na­rio ei­nes All­tags im Shut­down, der im­mer wie­der neu ver­hängt wer­den muss, soll­ten die Re­gie­run­gen zwi­schen­zeit­lich Lo­cke­run­gen wa­gen. Je nach Ver­lauf müss­ten die Bür­ger bis zu ei­nem Drei­vier­tel­jahr in Iso­la­ti­on ver­brin­gen, um das Ge­sund­heits­sys­tem nicht zu über­for­dern. Noch im Jahr 2024 könn­te die Seu­che er­neut auf­flam­men.
Wir ste­hen erst am An­fang der Pan­de­mie. Und jetzt schon hat das Vi­rus die Welt vor die­ses un­er­träg­li­che Di­lem­ma ge­stellt: Ein Le­ben im Lock­down mit al­len so­zia­len, wirt­schaft­li­chen, psy­cho­lo­gi­schen Fol­gen steht ge­gen das Ri­si­ko, der Seu­che frei­en Lauf zu las­sen. Sie wür­de Mil­lio­nen Men­schen tö­ten. Nicht nur Ge­brech­li­che, auch Ärzte, Kran­ken­pfle­ger, jun­ge Men­schen. […..]