Samstag, 9. November 2024

Jesus und die Milliardäre.

Das Christentum ist die Ideologie der Reichen, der Rechten, der Männer, der Mächtigen, der Nazis.

Daher waren es auch die frommen Christen, die den raffgierigen, rassistischen, Vergewaltiger Trump, mit seinem Adoptivsohn Elon Musk, ins Weiße Haus brachten. Die beiden Milliardäre werden massiv von unten nach oben umverteilen, sich die eigenen Taschen füllen, während sie, untermalt von einem Lügen-Tsunami, Gottes Schöpfung zerstören.

[….] Zu Donald Trumps Wahlsieg haben laut Nachwahlbefragungen weiße, christliche Wählerinnen und Wähler wesentlich beigetragen.

Der frühere Präsident und nun wiedergewählte Republikaner erhielt in zehn wahlwichtigen Bundesstaaten 81 Prozent der Stimmen der weißen evangelikalen Wähler, 71 Prozent bei weißen Protestanten und anderen Christen sowie 60 Prozent bei weißen Katholiken. Das ergab eine Nachwahlbefragung (Exit Polls) vom Sender NBC und anderen Medien. Nur 26 Prozent der weißen Wählerinnen und Wähler ohne religiöse Bindung hätten sich für Trump entschieden. Laut der Nachwahlbefragung hielten 92 Prozent der republikanischen Wählerinnen und Wähler Abtreibungen in den meisten Fällen für illegal. […]

(Jesus.de, 07.11.2024)

 
Die tiefsitzende christliche Menschenfeindlichkeit brach sich sofort Bahn.

So gestärkt, machte die Religiotenpest gleich Jagd auf Minderheiten.

Musks Investition von ca 150 Millionen Dollar in Trumps Wahlsieg verschaffte ihm in Rekordzeit eine astronomische Rendite von ca. 2.000 Prozent. So geht Gottes Wille!

[…..]  Das Vermögen der zehn reichsten Menschen der Welt ist nach der Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten um 64 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das berichtet CNN unter Berufung auf den Milliardärs-Index des Finanznachrichtendienstes Bloomberg. Der listet, täglich anhand von Börsenentwicklungen aktualisiert, das geschätzte Vermögen der 500 reichsten Menschen der Welt auf. Bloomberg zufolge ist die Entwicklung nach der aktuellen Trump-Wahl der „größte, tägliche Anstieg“ seit dem Start der Liste im Jahr 2012.

Besonders ins Auge fällt die Entwicklung bei den Trump-Unterstützern, allen voran Elon Musk, unter anderem Chef des Kurznachrichtendiensts X und des E-Autobauers Tesla. Sein Vermögen ist laut dem Index direkt nach der Wahl um 26,5 Milliarden US-Dollar auf 290 Milliarden US-Dollar gewachsen.

Ebenfalls gestiegen ist das Vermögen von Larry Ellison, Mitgründer des IT-Konzerns Oracle. Ellison ist Nummer 4 auf der Liste und ebenfalls Trump-Unterstützer. [….]

(Svenja Bergt, 08.11.2024)

Angeblich gab es vor 2.000 Jahren mal einen Typen, der Jesus, oder so ähnlich hieß. Der fand diesen abstrusen Reichtum nicht so geil und ließ seine Follower später auch ein Büchlein schreiben; Bibel oder so ähnlich; in dem noch mal ausgeführt wurde, wie er zu Geldsäcken, Spekulanten und Banken steht. Aber zum Glück hat das Christentum von heute; haben die Kirchen; mit so einem Unsinn nichts mehr am Hut, betreiben selbst Banken und kassieren mit Zinsen ab.

(….) Während es im Islam heute noch  Zakat und Zinsverbot gibt, ist völlig in Vergessenheit geraten, daß die  Katholische Kirche die längste Zeit ihrer Existenz kein Herz für Kredithaie und Wuchergeschäfte hatte.
Im Gegenteil; die Bibel verbietet dies.


35 Wenn dein Bruder verarmt und sich neben dir nicht halten kann, sollst du ihn, auch einen Fremden oder Halbbürger, unterstützen, damit er neben dir leben kann. 36 Nimm von ihm keinen Zins und Wucher! Fürchte deinen Gott und dein Bruder soll neben dir leben können. 37 Du sollst ihm weder dein Geld noch deine Nahrung gegen Zins und Wucher geben.
(Levitikus 25)


20 Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid in Ägypten Fremde gewesen. 21 Ihr sollt keine Witwe oder Waise ausnützen. 22 Wenn du sie ausnützt und sie zu mir schreit, werde ich auf ihren Klageschrei hören. 23 Mein Zorn wird entbrennen und ich werde euch mit dem Schwert umbringen, sodass eure Frauen zu Witwen und eure Söhne zu Waisen werden. 24 Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Wucherzins fordern.
(Exodus 22)

20 Du darfst von deinem Bruder keine Zinsen nehmen: weder Zinsen für Geld noch Zinsen für Getreide noch Zinsen für sonst etwas, wofür man Zinsen nimmt. 21 Von einem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, von deinem Bruder darfst du keine Zinsen nehmen, damit der Herr, dein Gott, dich segnet in allem, was deine Hände schaffen, in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen
(Deuteronium 23)

Insbesondere ab dem 12. Jahrhundert hat eine Vielzahl unfehlbarer Päpste das Zinsverbot als „unveränderliches kirchliches Gebot“ bestätigt.

 Seinen Ausgangspunkt nahm das schon altkirchliche Zinsverbot im Mittelalter mit dem Zweiten Laterankonzil von 1139, dem Decretum Gratiani, einem ausdrücklichen Zinsnahmeverbot durch Papst Innozenz III. von 1215 und dem Konzil von Vienne von 1311. Danach war es verboten, Zinsen auf geliehenes Geld zu verlangen.
[…] Noch 1745 wandte sich Papst Benedikt XIV. in der an die hohe Geistlichkeit Italiens adressierte Enzyklika Vix pervenit entschieden gegen den Zins. In § 3, Absatz I heißt es: Die Sünde, die usura heißt und im Darlehensvertrag ihren eigentlichen Sitz und Ursprung hat, beruht darin, dass jemand aus dem Darlehen selbst für sich mehr zurückverlangt, als der andere von ihm empfangen hat […] Jeder Gewinn, der die geliehene Summe übersteigt, ist deshalb unerlaubt und wucherisch.
(Wiki)

 In den nächsten Jahrhunderten fand man allerdings auch im Vatikan heraus wie wunderbar einfach man sich mit Geldverleih eine goldene Nase verdienen kann.
Insbesondere katholische Ritterorden waren extrem kreativ dabei die biblischen und Vatikanischen Regeln zu umgehen.
Im 19. Jahrhundert waren Zinsen dann inzwischen so alltäglich geworden, daß es überhaupt keinem mehr auffiel als Papst Pius VIII. am 18. August 1830 alle vorherigen Zins-Gesetze aufhob. (……)

(Wie sich die Zeiten ändern – Teil II, 06.10.2013)

Hahaha, Jesus! Hahaha, Bibel! Den sozialistischen Gammler und seine Luschen-Fibel kann man halt einsetzen, wenn es gegen Frauen, Schwule, Sklaven oder Kinderrechte geht.

Aber wenn es darum geht, Trump und Musk die Milliardärs-Hintern zu küssen, kann man sich den Lattenhansel auch entsprechend zurecht biegen. Jesus ist ein rechter Milliardärsfan, befanden die Katholiban schon in den früheren Wahlkämpfen Trumps und stellten sich klar auf seine Seite.

(….) Der unter Ratzinger und Bergoglio drittmächtigste Katholik der Erde Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation mischt sich gerade in den amerikanischen Wahlkampf ein. Nach JFK könnte mit Joe Biden erst der zweite von 46 US-Präsidenten ein Katholik sein. Biden ist bekanntlich ein „devoted catholic“, sehr fromm und regelmäßiger Kirchgänger.

Also ein Grauen für Kardinal Müller, der dramatisch vor der Wahl Bidens warnt und sich hinter Trump stellt. Der Milliardär, der seine Nächsten hasst, ist dem deutschen Panzerkardinal viel lieber.

Grund der Müllerschen Ablehnung sind vermutlich die sozialen Vorstellungen Bidens, der an eine Krankenversicherung für alle denkt und internationale Verträge einhalten will, ja regelrecht internationale Organisationen anerkennen möchte, sich sogar um globale Themen wie Umwelt- und Klimaschutz kümmert.

International? Armen helfen? Schöpfung bewahren?

Da graust es Müller und den frommen Christen in den USA.

Nun gibt es bösartige Dialektiker, die sich an gewisse Bibelstellen erinnern, in denen Jesus Armut pries und die Geldverleiher aus dem Tempel prügelte.

Aber das war eben der frühe Jesus, der sich noch nicht so perfekt an faschistische und autokratische Regime angepasst hatte.  

Die RKK des 20. und 21. Jahrhunderts frönt/e General Franco, Mussolini, Hitler, den rechtsextremen südamerikanischen Diktaturen.

(…..) Und auch in Europa steht die Kirchen besonders unterstützend an der Seite der Regierungen Ungarns, Polens und Russlands, weil sie dort Macht, Geld und Privilegien zurückbekommen, während lästige Bürgerrechte für Schwule oder dieser ganze demokratische Unsinn wie Pressefreiheit oder unabhängige Justiz konsequent abgeschafft werden. Das gefällt den Bischöfen, die nicht nur Putin und Orban lobpreisen, sondern auch die stärkste Stütze des Syrischen Diktators Assad sind.

„Der Islam“ ist da weiter. Dort werden Reichtum und Verteilungsungerechtigkeit nicht in dem Maße unterstützt. Jeder Muslim muss fünf Mal am Tag beten – auch Könige und Emire. Bei der höchsten Pflicht, der Haddsch in Mekka, tragen Multimilliardäre und Wanderarbeiter, Hochadelige und Putzfrauen das gleiche schlichte weiße Gewand. Für alle gelten die gleichen Regeln, weil niemand vor Allah mehr wert ist als ein anderer.

Auf allen Kontinenten der Erde rafften christliche Geistliche auf diese Art und Weise ungeheure Schätze und Geldmittel zusammen. Die Kirchen sind heute der größte Grundbesitzer des Planeten.

Allein die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland sitzen auf einem Vermögensberg von geschätzten 700 Milliarden Euro.

Bis heute werden Bischöfe üppig bezahlt; in etwa so wie Ministerpräsidenten.

Bezahlt aus den Haushalten der Bundesländer; also nicht etwa nur von Kirchenmitgliedern, sondern unter anderem auch von Konfessionslosen und Muslims. (…..)

(Halt du sie arm, ich halt sie dumm, 03.05.2018)

Bergoglio trägt nicht ganz so teure gay-rote Prada-Slipper wie sein Vorgänger und legt bei seinen Messgewändern etwas weniger Wert auf Gold, Perlen und Edelsteine. Er redet von Armut und Flüchtlingen.

Glücklicherweise für all die Luxus-verliebten Kardinäle in ihren 700-Quadratmeter Palazzi in Rom bleibt es beim Reden.

Die Kirchlichen Milliarden behält Bergoglio strikt bei sich. (….)

(Wie der Vatikan Jesus das Messer in den Rücken rammt, 11.10.2020)

Zum großen Glück der steinreichen Kirchen, sind ihre Gläubigen nicht nur elementar verdummt, sondern lassen sich mit Social-Media-Algorithmen und Fernsten-Hass so wunderbar gegen andere Menschen aufhetzten, daß man sie perfekt ausbeuten kann.

Sprung ins Bayerische CSUistan; ins Bistum Augsburg, Dioecesis Augustana Vindelicorum und die ArGe Kriegshaber: Die Arbeitsgemeinschaft Kriegshaber ist ein Zusammenschluss von Vereinen und Organisationen im Augsburger Stadtteil Kriegshaber. Unter dem Dach versammeln sich die Vereine Pfarreiengemeinschaft Augsburg-Kriegshaber St. Thaddäus/Hlgst. Dreifaltigkeit, Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Thomas, Allgemeiner Sparverein Kriegshaber 1905 e. V.,  CSU-Ortsverband Kriegshaber, Sportverein der Stadtpfarreien.

[…] Ein Sparverein ist eine schöne Tradition, viele kleine Guthaben machen eine große Summe, für die man bei der Bank bessere Konditionen bekommt. Der Allgemeine Sparverein Kriegshaber aus Augsburg hat jahrelang die Ersparnisse seiner Mitglieder bei der katholischen LIGA Bank e.G. angelegt. Oberste Priorität war immer, einmal im Jahr die Auszahlungswünsche der Mitglieder zu erfüllen. Doch stattdessen legte die Bank das gesamte Geld in schlecht verzinste und langfristige Papiere an. Die Bank ist nicht sehr gesprächsbereit, und der Verein kommt nicht ans Geld seiner Mitglieder. […]

(Quer, 09.11.2024)

Der Sparverein hatte die die schlaue Idee, seine Millionen in einer katholischen Bank, also dem Kinderf**kerverein mit der schönen IOR-Tradition, anzulegen und bekam die gerechte Strafe für so viel Doofheit.

Freitag, 8. November 2024

Hepatitisgelbe Wahnvorstellung

Ob das so klappt, wie Lindner sich das denkt? 

Als prinzipientreuer Politheld, der aus Überzeugung seinen Job aufgab, vom Wähler demoskopisch multipliziert zu werden und bei Neuwahlen mit einem zweistelligen FDP-Ergebnis direkt wieder als Chef ins Finanzministerium unter Hochzeitskumpel Merz zu rutschen? Die kognitive Dissonanz Lindners scheint so weit fortgeschritten, daß er wirklich glaubt, Deutschland wäre mit ihm als Finanzminister gedient.


Die Forschungsgruppe Wahlen präsentiert heute ganz frische Zahlen. Die „Stimmung“ für die FDP lautet 2%. Das könnte an der Wahlurne zu ganzen drei Prozent reichen. Offenbar weicht die Realität, wie üblich, ziemlich stark von Lindners Phantasiewelt ab.

Er war eben kein Finanzminister, den sich auch andere Parteien wieder in diese Funktion wünschen, sondern den Dämlichste und Gefährlichste überhaupt seit 1949.

Seine theatralisch errichtetes Lügengebäude von seinem heiligen Eid, den er nicht brechen könne, nur weil Scholz das wolle, ist längst in sich zusammengefallen. Plumpe gelbe-Pest-Propaganda, die so dreist gelogen ist, daß der treue Protestant Volker Wissing nach 26 Jahren sein Parteibuch zurückgab, um als Verkehrs- und Justizminister in der Scholz-Regierung zu bleiben. Damit straft er Christian Lindner Lügen.

[….] Ich habe es immer als meinen Auftrag gesehen, unsere Demokratie lebendig zu halten und sie zu bereichern.  Wir müssen sehen, dass bei aller Unterschiedlichkeit der Parteien, auch bei allen Kämpfen, die in der Gesellschaft argumentativ ausgefochten werden, am Ende immer eine stabile Regierung stehen muss. Das, was hier passiert ist, macht unser Land nicht stärker. [….] Aber am Ende war es nicht möglich, im Regierungsamt zu bleiben und gleichzeitig Parteimitglied zu sein, ohne dass ich eine Belastung für meine Partei geworden wäre. Ich konnte mich aber auch nicht gegen das Regierungsamt entscheiden, weil nach meiner tiefen Überzeugung immer zuerst das Land kommen muss und dann die Partei.  [….]

(Volker Wissing, 08.11.2024)

Lindner, der sich allein und nicht etwa ökonomische Zusammenhänge oder gar politische Vernunft, zum Maßstab erhebt, ist schwer genervt von seinem treuen ehemaligen FDP-Bundesgeneralsekretär.

[….] Dennoch ist seine Entscheidung ein Angriff auf seinen ehemaligen Parteifreund, den »Herrn Christian Lindner«. Wissing hält das Scheitern der Koalition für falsch, und er zertrümmert damit auch die von Lindner verbreitete Botschaft, er habe sich dem Kanzler widersetzt, um Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Für Wissing ist es genau umgekehrt. Der Souverän hat der Regierung die Aufgabe gegeben weiterzuregieren, vor allem in schwierigen Zeiten wie diesen.

Für Beobachter, die den 54-Jährigen näher kennen, ist sein Schritt gar nicht so überraschend. Das Verhältnis zu Lindner war schon seit Langem getrübt. Denn Wissing hat dessen konfrontativen Kurs in der Ampel nie wirklich gutgeheißen.   [….]

(SPON, 07.11.2024)

Christian Lindner kennt keine Selbstzweifel. Er hält sich selbst einfach für fabelhaft. Auch, oder angesichts seiner verzerrten Selbstwahrnehmung, vielleicht gerade wegen seiner Desaster-Bilanz als Parteiführer.

Der ihm treu ergebene Springer-Konzern, aus dem Lindner seine beiden bisherigen Ehefrauen rekrutierte, trommelt natürlich eifrig für die Lindnerschen Märchen von seinem Amtseid, der ihn zum Bruch der Koalition gezwungen hätte.

Wahr wird es dadurch aber nicht. Lindner, Springer und fast die gesamte FDP lügen schlicht und ergreifend.

Einige wenige neben Wissing, geben das auch zu und ziehen entsprechende Konsequenzen.

[….] Nach dem Ampel-Aus in Berlin tritt der Hamburger Liberale Carl Cevin-Key Coste aus seiner Partei aus. Aber nicht, ohne vorher noch ordentlich mit Parteichef Christian Lindner abzurechnen.

„Für diesen Kurs stehe ich nicht mehr zur Verfügung.“ Rumms. Es ist ein Statement, das keine Fragen offen lässt. Nach elf Jahren als Mitglied der FDP verkündet der Liberale Carl Cevin-Key Coste auf Instagram seinen Parteiaustritt.

Er sei 2013 der Partei beigetreten, um an der „Renaissance des organisierten Liberalismus“ mitzuwirken, doch besonders im letzten Jahr habe sich die FDP nicht nur immer weiter von diesem Vorhaben distanziert, sondern „wahnhaft“ auf das Scheitern der Ampel hingearbeitet.

Er beschreibt die FDP als eine Partei, die sich immer mehr durch „effekthascherischen Populismus“ auszeichne und jeglichen liberalen Kompass verloren habe. Die Partei nähere sich immer mehr der Rechten an und stehe nicht mehr für Sozialliberalität.  […..]

(MoPo, 08.11.2024)

Das liberale Leichtgewicht Lindner inszeniert sich aber nicht nur politisch als eine krawallige realitätsnegierende Spielernatur, sondern versucht bedauerlicherweise auch seine eigene Finanz- und Wirtschafts-Wolkenkuckuckswelt zu schaffen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Der FDP-Obermufti versteht grundlegende ökonomische Zusammenhänge nicht.

[….] Nicht SPD und Grüne, sondern die FDP hat in der Ampel Impulse für mehr Wirtschaftswachstum verhindert. Auch durch Vergötterung der Schuldenbremse. [….] D ie FDP begründet das von ihr provozierte Ampel-Aus damit, dass SPD und Grüne nichts unternähmen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das ist inhaltlich falsch und verlogen – typisch für die Liberalen in der Zeit der Koalition.

In Wirklichkeit hat die FDP mit ihrer Blockade verhindert, dass die von Kanzler Olaf Scholz vorgeschlagenen Wachstumsimpulse kommen. Dazu zählt zum Beispiel, die Netzentgelte zu deckeln, die Unternehmen für Strom zahlen. Die Clique um den Ex-Finanzminister und FDP-Chef Christian Lindner hat sich bis zuletzt geweigert, die Schuldenbremse auszusetzen. Dieser Schritt würde es dem Bund ermöglichen, mehr Kredite für die Ukraine-Hilfe aufzunehmen und so freigewordene Steuermittel für die Förderung der Wirtschaft zu nutzen. Das fordern auch viele Ökonomen, eine Berufsgruppe, auf die Lindner sich ja sonst gern bezieht.

Ein Aussetzen der Schuldenbremse durch den Bundestag wäre mitnichten ein Bruch der Verfassung, wie jetzt FDP-Politiker behaupten. Artikel 115 des Grundgesetzes erlaubt in „außergewöhnlichen Notsituationen“ ausdrücklich, die Kreditobergrenzen zu überschreiten. Der Ukrainekrieg kann durchaus als eine Notsituation gelten. Das hat auch das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil zum Artikel 115 vor einem Jahr nicht infrage gestellt.

Mehr Kredite würden zudem keinesfalls den Staat ruinieren. Der Bund wird 2024 nach Berechnungen von Lindners Finanzministerium nur knapp 8 Prozent seines Etats für Zinsen ausgeben. Um die Jahrtausendwende war es doppelt so viel – kollabiert ist der Staat dennoch nicht. [….]

(Jost Maurin, 07.11.2024)

Lindner half dem Standort Deutschland nicht nur nicht, sondern er fügte seinem Land und Europa enormen ökonomischen Schaden zu. Insofern ist seine Entlassung eine sehr gute Nachricht. Der Mann hätte das Zeug dazu gehabt, Deutschland völlig zu ruinieren.


[….] Klimaschutz, so hat das Christian Lindner vor Jahren mal festgestellt, sei „eine Sache für Profis“. Damals gingen noch Schülerinnen und Schüler zu Zehntausenden auf die Straße, aber deren Ideen fand der FDP-Chef nicht ausgereift. Jetzt, fünf Jahre später, können sie nachlesen, wie sich der „Profi“ Lindner die Sache vorstellt. Die deutsche Klimapolitik will er, kurz gefasst, einstampfen.

Das jedenfalls geschähe, würde sein „Konzept für Wachstum und Generationengerechtigkeit“, seine angebliche „Wirtschaftswende“, jemals Wirklichkeit. Alle Regeln rund um die effiziente Nutzung von Energie will er abschaffen, ob in Gebäuden oder im Verkehr. Er möchte die Förderung erneuerbarer Energien einstellen und das dafür nötige Stromnetz „grundsätzlich überprüfen“. Von einem fixen Termin für den Kohleausstieg will er nichts wissen, stattdessen soll in Deutschland wieder mehr Erdgas gefördert werden, auch per Fracking. Was Lindner da propagiert, ist keine Wende, sondern eine Rolle rückwärts. [….] Dass sein Kurs diese Preise weiter steigen ließe, verschweigt der Profi Lindner in seinem Papier geflissentlich. Die sogenannten Klimaschutzverträge, mit denen die Industrie beim Abschied von fossiler Energie unterstützt werden soll, will er nämlich kassieren.

Nicht anders agiert er gegenüber Privatleuten. Fördermittel für den Umstieg etwa auf saubere Heizungen absenken, die Preise für fossile Energie über einen Emissionshandel aber steigen lassen – das hält keine Regierung lange aus. [….] Faktisch laufen Lindners Tun und Forderungen darauf hinaus, der deutschen Klimapolitik auch die letzten Zähne zu ziehen. Doch anders, als sein Papier schon in der Überschrift vorgaukelt, schafft das weder neues Wachstum noch Generationengerechtigkeit. Die Märkte der Zukunft sind eben nicht fossil, wie auch der Volkswagen-Konzern gerade schmerzhaft spüren muss. [….]

(Michael Bauchmüller, 04.11.2024)

Unglücklicherweise sind weite Teile des Urnenpöbels durch BILD, NIUS, WELT, CDU und Co, finanzökonomisch so abenteuerlich ahnungslos, daß sie nun Lindners garstigen Zwilling, die xenophobe millionenschwere Blackrock-Heuschrecke Merz zum nächsten Kanzler machen wollen, der mindestens genauso radikal die Wachstums- und Investitionsbremse wider jede Vernunft verehrt.

Insofern könnte der richtige Schritt, einen sehr schlimmen Finanzminister loszuwerden, bald durch einen extrem falschen Merz-Schritt des Wählers, zunichte gemacht werden.

Donnerstag, 7. November 2024

Rechts im Glück. Noch.

 Alles läuft in den westlichen Industriestaaten massiv gegen linke, soziale, solidarische, nachhaltige, klimaschützende, humanistische Politik. Der rechte Mob breitet sich überall aus, wird von russischen Bots und Musks Lügen-PR in den Netzen kontinuierlich weiter radikalisiert.

Auch mit einer Milliardenschweren Kampagne unter voller Medienaufmerksamkeit, kommt man nicht gegen düstere Ressentiments und Lügen an. Das hat Harris gerade gezeigt.

So freuen sich die Amis am Tag Zwei nach Trumps Wiederwahl voller Glück auf sinkenden Verbraucherpreise. Trump glaubt das auch. Erreichen will er das mit seinem „Lieblingswort der englischen Sprache“, nämlich Einfuhrzöllen. Steuern runter, Zölle rauf. Trump versteht nicht, wie Zölle funktionieren und glaubt fälschlicherweise, die Exporteure im Ausland zahlten die Zölle an Amerika.

Tatsächlich werden ihre ausgeführten Produkte in den USA teurer, so daß ihnen natürlich ein Wettbewerbsnachteil entsteht. Genau das ist erwünscht. Aber zahlen werden die amerikanischen Konsumenten.

Walmart, mit 648 Milliarden US-Dollar Umsatz der größte Einzelhandelskonzern der Welt, bezieht gegenwärtig rund 60% seiner Waren aus China und noch einmal 20% aus Indien.

Trump will 60% Zoll auf alle chinesischen Waren erheben. Der Durchschnitts-Ami wird also bei seinem täglichen Einkauf gewaltige Preissteigerungen erleben, glaubt aber an Preissenkungen, obwohl die Demokraten landauf, landab seit Monaten täglich, stündlich, minütlich erklären, daß sie, also die US-Verbraucher und nicht etwa „die Chinesen“, Zölle zahlen werden. Harris nennt die Einfuhrzölle zutreffend „Trump-Tax“. Allein, es hat keinen Sinn. Fakten dringen nicht mehr durch zu den gehirngewaschenen Wut-Bürgern, die den ganzen Tag an FOX, X und verschwörungstheoretischen rechtsradikalen Podcasts hängen.

Das ist äußerst vorteilhaft für rechte Kanaillen, die an die Macht kommen wollen.

Daher gucken sich Rechtsradikale und Konservative auch überall in Europas diese Lügenmethode ab.

Merz plappert ungeniert die Ressentiments von Migranten, die angeblich unsere Zahnarzttermine wegschnappen nach.

Wie Trump, lügt auch die CDUCSUAFDFDPBSW sich gegenseitig ausschließende Propaganda in das Wahlvolk. So will Merz die Steuern senken, die Schuldenbremse strikt einhalten und dennoch sehr viel mehr Geld in Militär und Infrastruktur investieren.  Er ist radikal für und gegen Wärmepumpen. Will keinesfalls mit Linken oder AfD regieren, mit der Ex-Chefin der kommunistischen Plattform aber schon.

Er will Millionen fehlende Fachkräfte in Schulen, Krankenhäusern, dem Handwerk und Pflegeeinrichtungen einstellen lassen, aber gleichzeitig alle Migranten rauswerfen. Er will den Konsum durch Kürzung von Bürgergeld abwürgen und gleichzeitig die Wirtschaft stärken. Das ist selbstverständlich so paradox, daß es niemals funktionieren wird. Aber da Wähler inzwischen nicht weiter, als bis zur Nasenspitze denken und jeden Unsinn glauben, wird es Merz mutmaßlich tatsächlich gelingen, mit derart unseriösem Polit-Dadaismus ins Bundeskanzleramt zu gelangen.

Aber genau wie die Trumpwähler, wird das Merz-Deutschland brutal in der Realität aufschlagen, wenn ihre rechten Idole erst mal regieren.

Der glückliche Trump wird länger seinen Schein aufrecht erhalten können, weil er über fünf entscheidende Vorteile verfügt:

-      Das Mehrheitswahlrecht verschafft ihm stabile eigene Mehrheiten

-      Sein Amt ist mit enormen Machtbefugnissen ausgestattet

-      Er wird von großen Teilen des Volkes und der Medien gottgleich verehrt

-      Biden hinterlässt ihm eine boomende Wirtschaft, volle Kassen und eine enorm kräftige Binnenkonjunktur

-      Das US-Militär ist ein wohlausgestatteter internationaler Machtfaktor.

Merz hingegen, hat nichts davon. Seine CDUCSU wird zwar möglicherweise leicht Wahlsiegerin und stärkste Partei, aber woher er dann die Kanzlermehrheit nehmen soll, ist noch lange nicht klar. Die FDP wird es mutmaßlich nicht in den Bundestag schaffen, mit den Sozis stimmt die Chemie nicht. Merz hasst Olaf Scholz, wie die Pest. Die Grünen hat er zum Hauptgegner erkoren und Parteitagsbeschlüsse blockieren Koalitionen mit AfD und Linken.

Es bliebe als nur das BSW, das von der klassischen westdeutschen CDU vehement als Koalitionspartner abgelehnt wird. Realistischer ist da schon die SPD, die Merz aber gerade heute in der Stunde der nationalen Krise schnöde hängen lässt. Beleidigt stolzierte er aus dem Kanzleramt und erklärte, der Minderheitsregierung nicht zu helfen. Für ihn gilt genau wie für Lindner ein strenges „Ich vor der Partei“ und „Partei vor Land“.

Schon in Sachsen und Thüringen steht seine CDU derzeit vor nahezu unlösbaren Problemen.

[…] In Sachsen wird es keine "Brombeer"-Koalition geben. Das Bündnis Sahra Wagenknecht erklärte, die Sondierung mit CDU und SPD sei ergebnislos abgebrochen worden. Für Ministerpräsident Kretschmer kommt der Abbruch überraschend.

Die Sondierung für eine Regierungskoalition aus CDU, Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und SPD in Sachsen ist gescheitert. Die Gespräche wurden ergebnislos abgebrochen, wie das BSW mitteilte. Man habe sich bei der Friedensformel, der Migrationspolitik und dem Thema Finanzen nicht einigen können.

Die drei Parteien hatten die Sondierungsgespräche zur Bildung einer möglichen Regierung vor rund zwei Wochen begonnen. Nach einem dritten Treffen zum Thema Krieg und Frieden warf das BSW den potenziellen Koalitionspartnern vor, einem Bekenntnis zum Frieden nicht zustimmen zu wollen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. […]

(MDR, 06.11.2024)

Die CDU will aber auch nicht mit der Linken sprechen und keine Minderheitsregierung. Was sollte dann die Alternative sein? Für einen Teil der CDU, der jetzt schon Sahnisch antisemitisch und rechtsradikal tönt, wäre die AfD der natürliche Koalitionspartner. Die schwarzbraune Zusammenarbeit wird trotz anderslautender CDU-Parteitagsbeschlüsse immer enger.

Immer mehr CDU-Politiker fallen mit drastisch rechtsradikalen Hasspostings auf, wie man sie von Bernd Höcke vermuten würde.

Drei Beispiele aus den letzten Wochen.

1)   Detlef Gürth, CDU

[….] Gürth hatte in seinem Tweet den Tod des gewalttätigen Afghanen durch eine Polizeikugel begrüßt. „Gut, dass die Polizisten diesen feigen, hinterlistigen Afghanen erschossen hat“, schrieb er. Anschließend äußerte er sich ganz allgemein über diese Flüchtlingsgruppe. „Wir füttern sie durch und dann ermorden sie unschuldige Menschen. Dieses Pack muss raus aus Deutschland.“ Die Aussagen lösten bundesweit Empörung aus. Gürth löschte den Tweet nach kurzer Zeit.

Der 62-Jährige ist das dienstälteste Mitglied des Landtags. Von 2011 bis 2015 war er Landtagspräsident und damit der protokollarisch höchstrangige Politiker in Sachsen-Anhalt.

Auch derzeit hat er herausgehobene parlamentarische Ämter. Als Vorsitzender des Finanzausschusses ist er maßgeblich an den derzeit laufenden Haushaltsberatungen beteiligt. Innerhalb der CDU-Fraktion ist er zudem Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Infrastruktur und Digitales.  [….]

(MZ, 07.11.2024)

2.) Alexander Räuscher, CDU

[….] Im Landtag von Sachsen-Anhalt hat der CDU-Abgeordnete Alexander Räuscher mit einem Beitrag auf "X" (vormals Twitter) für Aufsehen gesorgt. Er hatte am Donnerstag auf einen Beitrag des Grünen-Politikers Christian Franke-Langmach reagiert. Dieser hatte scherzhaft beklagt, Kopfschmerzen von Räuschers Inhalten zu bekommen. Als Lösung für die Kopfschmerzen schrieb Räuscher, der selbst Jäger und Waffenbesitzer ist: "Ich bin Konservativer, entsprechend die Behandlungsmethoden zur Auswahl". Dazu postete er ein Foto, auf dem drei Patronen, eine Euro-Münze und ein Tablettenblister zu sehen waren. Inzwischen ist der X-Beitrag nicht mehr abrufbar.  [….]

(MDR, 27.10.2024)

3.) Bülent Büyükbayram, CDU

[….] Mit einem Foto bei Facebook hat der Delmenhorster CDU-Kommunalpolitiker Bülent Büyükbayram für Aufsehen gesorgt. Dieses zeigt eine Sexpuppe, die einen St.-Pauli-Pullover trägt und an einem Galgen hängt. Auf ihrer Stirn ist der Schriftzug „ScheiSS St. Pauli“ zu lesen, wobei das „SS“ offenbar Nazi-Runen darstellt. Gepostet wurde das Foto am 26. Oktober vom Account von Büyükbayram in einer privaten Facebook-Gruppe.  Nach Aussage eines anonymen Hinweisgebers ist dieses „absolut hasserfüllte Foto“ in der Gruppe von Hunderten Nutzern gesehen und teilweise geteilt worden. Die Aufnahme stamme von der Geburtstagsfeier des CDU-Mannes.  [….]

(NWZ, 05.11.2024)

Räuscher, Büyükbayram und Gürth würden sicher gern CDU-AfD-Koalitionen eingehen. Die inhaltliche Nähe der beiden Parteien ist offensichtlich und so würden sicherlich auch Linnemann, Söder, Merz und Spahn am liebsten regieren.


Sie haben das allerdings auch vorher in Bausch und Bogen abgelehnt, zögen sich dann den Zorn aller anderen Koalitionspartner in den Ländern zu und last, but not least: Da bleiben unlösbare außenpolitische Probleme zwischen dem NATO-affinen Transatlantiker Merz und dem Putin-affinen Höcke. Die AfD will Russland siegen sehen, die CDU will die Ukraine siegen sehen.

Gut möglich, daß durch Trumps Putin-Hörigkeit und den FDP-induzierten Kollaps der Ampel, Kiew so sehr in Schwierigkeiten gerät, daß Putin zur großen Freude Wagenknechts, Weidels und Schwarzers wirklich obsiegt. Das würde allerdings für Bundeskanzler Merz wenig vergnüglich, während Trump schön weit weg sitzt.

[….] Putin führt diesen Krieg nicht wegen eines kleinen Teils der Ukraine: Er will, dass sich die Ukraine, Georgien und Moldau ihm beugen und wie Belarus ein russlandähnliches politisches System akzeptieren – oder die Konsequenzen tragen. Sie gehören dann dem autoritären Lager an, das mit dem degenerierten liberalen Westen im Clinch liegt. Diese Entscheidung können sie selbst treffen, wie Belarus es getan hat, oder sie von Moskau treffen lassen, so oder so.

Die Folgen dieses Szenarios für Europa sind erschütternd: 5 bis 10 Millionen weitere ukrainische Flüchtlinge würden in die EU strömen. Die Ukraine selbst würde dem Verfall überlassen und in eine gesetzlose Mafiazone verwandelt, wie der Donbass, der seit 2014 unter russischer Herrschaft steht. Sollte Russland die gesamte ukrainische Schwarzmeerküste kontrollieren, wäre es der Herr über die Getreidelieferungen, die Hunderte von Millionen Menschen ernähren, und hätte damit ein weiteres Druckmittel, um den weichherzigen Westen zu erpressen. Russlands Position innerhalb der Brics und anderer autoritärer antiwestlicher Bündnisse würde erheblich gestärkt, ebenso wie im Nahen Osten und in Afrika.  […..]

(Paul Hockenos, 06.11.2024)