Sonntag, 3. November 2024

Jesald Trumpus

Sorry, aber das kann ich nach wie vor nur als sehr unsympathisch und psychotisch  betrachten, wenn ein mächtiger Mann, sich nicht nur daran ergötzt, bewundert und gelobt zu werden, sondern genau das von anderen Menschen verlangt; es gar zum entscheidenden Kriterium aufbläst, wie sehr er selbst gelobpreist wird.

Wenn ein Mann diejenigen verachtet und buchstäblich zum Abschuss freigibt, die ihm nicht bedingungslos folgen. Wenn ein patriarchischer Typ, der Frauen als minderwertig betrachtet, ein so gieriges Ego hat, daß er von seine Jüngern stets verlangt zu missionieren, um ihm mehr Jünger zu verschaffen.

Warum sollte man solchen Typen dienen, die unbedingten Gehorsam verlangen?

Die offenkundige Antwort liegt in deren Macht begründet. Entweder fürchtet man sich vor der Rache des Mächtigen, wenn man sich ihm nicht unterwirft, oder man kalkuliert kühl, welches die Gegenleistung ist, die man für das Katzbuckeln und Arschlecken erhält.

Das kann durchaus Sinn machen, wenn es sich bei dem Mächtigen, den man lobpreisen soll, zum Beispiel um die Camorra, `Ndrangheta oder die Cosa Nostra handelt. Man muss ihnen den Ring küssen und Geld geben, aber erhält dafür tatsächlich Schutz, kann seinen kleinen Laden in Ruhe betreiben, ohne befürchten zu müssen, daß man überfallen oder ausgeraubt wird.

Die spießigen neureichen Bewohner eines wohlhabenden Vorortes in New Jersey rümpfen die Nase, als Tony und Carmella Soprano ihren neuen Nachbarn werden.

Aber sie behandeln ihn höflich und ehrlich dankbar, wenn man beim Grillen am Gartenzaun plaudert, denn die Nachbarschaft war noch nie so sicher. Niemand bricht in Tony Sopranos Nachbarschaft ein, niemals würde die Müllabfuhr wagen, die Tonnen nicht pünktlich abzuholen und die Straßen sehen immer wie frisch asphaltiert aus. Es gibt keine Graffitis, keiner klaut ein Autoradio und ganz sicher lärmen nachts keine Jugend-Gangs.

Es spricht also durchaus einiges dafür, dem örtlichen Mafia-Paten ab und zu ein Geldbündel zukommen zu lassen. Es ist eine Art Geschäftsmodell, bei dem es sich selbstverständlich nicht um gleichberechtigte Partner handelt, in dem man auf seine Rechte bestehen kann. Der oben steht, profitiert am meisten. Aber immerhin gibt es auch einen kleines Leistungsfluss nach unten, auf den Verlass ist.

Handelt es sich bei den Oberen statt einem Soprano um Donald Trump oder Jesus Christus, sieht es weit weniger rosig aus.

Man wird finanziell deutlich mehr ausgepresst und übers Ohr gehauen und bekommt dafür nichts als Illoyalität.

Die hauptamtlichen Mitglieder der jeweiligen Organisationen, also GOPer und Pfaffen, vergewaltigen die Kinder der Gläubigen und schicken ihnen Naturkatastrophen.

Schutz hingegen bekommt man gar nicht.

Deswegen stehen Blitzableiter auf den Kirchen und der Papst verkriecht sich hinter Panzerglas.

Anders als bei der Mafia von New Jersey,handelt es sich bei Trump und Christus um reine Scam-Organisationen, die dazu dienen, das Ego des Anführers zu boosten und seine Taschen mit Geld zu füllen.

Ob man 10.000 Dollar in einen Klingelbeutel oder eine Ausbildung in der Trump-University steckt, ist egal: Man wurde auf jeden Fall betrogen.

Die Trump-Rallys tragen nicht nur religiöse Züge. Sie sind längst zu einem eigenen religiösen Kult geworden, in dem es ausschließlich darum geht, dem Messias zu huldigen, die Ungläubigen zu verfolgen und sich radikal gegen Fakten zu stellen.

Trump möchte endlich allmächtig werden und braucht dazu die Stimmen seiner Jünger.

Das ist der einzige Unterschied zu Christus, der per Definition nicht nur allmächtig und allwissend ist, sondern bereits alles vorbestimmt hat.

Insofern ist sein Rachegottiges Verlangen nach bedingungsloser Gefolgschaft genauso sinnlos, wie das nach Gebeten.

Was soll ein Gebet nützen, wenn ohnehin schon alles festgelegt ist, fragt sich auch der katholische Priester Ivan Kuterovac im bayerisch-schwäbischen Bissingen.

[….] Für inkonsequent hält der Priester auch das katholische Eucharistieverständnis: "Wenn Jesus – als vermeintlicher Gott – in diesem Brot durch den Dienst der Kirche und ihrer Amtsträger tatsächlich real präsent wäre, wie die Kirche es lehrt, dann wäre er manipulierbar und dem Menschen ausgeliefert." Allein: "Ein Gott, den der Mensch kontrollieren kann, ist kein Gott."

Daher lehnt Kuterovac auch Segen und Gebete ab, ebenso Fürbitten. Über deren regelmäßiges Verlesen sagt der Priester: "Es schien mir irgendwann so, als wäre ich 'Gottes Vorgesetzter', der ihm zum Beginn der neuen Woche im Sonntagsgottesdienst die Aufgaben zuteilt."  [….]

(Katholisch, 30.10.2024)

In der Tat; sich auf Jesus zu verlassen; sich seinen Schutz zu erkaufen, indem man ihm besonders viel Geld zu steckt, ihm mehr als andere lobpreist, funktioniert offenkundig nicht. Am 10.Juni 1944 flüchteten sich hunderte Christen, hauptsächlich Frauen und Kinder, in die Kirche von Oradour-sur-Glane. Im Gotteshaus beim Gebet wähnten sie sich am sichersten vor den mordlüsternen Christen mit dem GOTT WILL ES auf ihren Koppelschlössern. 643 Menschen wurden bei dem Massaker an dem Tag in wenigen Stunden abgeschlachtet.

Im Gottesdienst sicher zu sein, dachten sich auch die besonders frommen Zeugen Jehovas am 09.März 2023 in Hamburg, als ein Amokläufer hineinstürmte und acht von ihnen tötete.

Des Lo Vult erlebten christliche Gläubige heute ebenfalls in Uganda.

[….] Bei einem Blitzeinschlag während eines Gottesdiensts in Uganda sind 14 Menschen, darunter vor allem Kinder und Jugendliche, ums Leben gekommen. Neben einem 21-Jährigen handelte es sich bei allen Toten um Mädchen und Jungen zwischen 9 und 18 Jahren, wie die ugandische Polizei mitteilte.  [….]

(SPON, 03.11.2024)

Dabei hätten die frommen Christen gewarnt sein können.

[….] Ruanda: 16 Tote nach Blitzeinschlag während Gottesdienst. Ein Blitz hat in Süden Ruandas während des Gottesdienstes in einer Kirche eingeschlagen. 16 Menschen starben, mehrere wurden verletzt. [….]

(Morgenpost, 11.03.2018)

Man verlasse sich nicht auf vermeidlich Mächtige, die angebetet und bezahlt werden wollen. In Ausnahmefällen kann man das mit der Mafia machen. Aber nicht mit Jesus und Donald.

Ersterer kultiviert ein sehr spezielles Verhältnis zu seinen treuesten Anhängern.

(….) Das Konzept von Gottes Allmächtigkeit und der „Alles ist vorbestimmt“-Weltsicht ist mir immer noch unklar.

Wofür dann noch beten? Weswegen in die Kirche rennen?

Kann Gott, Mr. Allwissend nicht allein herausfinden wer seine Hilfe nötig hat?

Ist es nicht etwas ungerecht auf die Gebets-Quantität zu setzen?

Franziskus erreicht mal eben ein Milliardenpublikum, wenn er darum bittet für ihn zu beten. Ein dem qualvollen Hungertod entgegen dämmerndes afrikanisches Kleinkind kann niemand bitten.

Vermutlich hört Gott erst ab einer Mindestgebetanzahl zu.

Deswegen verhungern ja auch täglich 20.000 Kleinkinder ungehört und unbeachtet, während sich der milliardenfach bebetete Bergoglio eines Lebens mit Luxus, Macht und Reichtum erfreut.

Wer nicht ganz so arm ist, daß er sich bloß Gebete leisten kann, wird seine Anliegen an den Allmächtigen noch unterstreichen, indem er teure Reliquien erwirbt, Kirchensteuern bezahlt, Schecks in den Klingelbeutel steckt oder auch auf eine kostspielige Pilgerreise geht.

Man muss sich Gottes Wohlwollen schon was kosten lassen.

Geld und Zeit.

Aber aufgepasst, Gott ist ein wenig pingelig, wenn es um Ehrerbietungsprozessionen geht. Ihm gefällt nicht alles.

Kommen sie allzu billig daher, funkt er mit seinen Superkräften dazwischen. (….)

(Gott und seine bevorzugten Schäfchen , 11.08.2018)

[….] Tragisches Ende einer Pilgerfahrt: Bei einem schweren Busunglück am ungarischen Plattensee sind in der Nacht zu gestern 19 Reisende aus Polen ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Kinder. [….]  Der Reisebus aus Lublin war auf dem Weg zum Marien-Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. […..]

(HH Abla, 02.07.2002)

[….] Mindestens 13 Menschen sind am Freitag beim Zusammenstoß eines Busses mit einem Lastwagen nahe dem ostpolnischen Bialystok ums Leben gekommen. Elf der Opfer sind Jugendliche, die auf Pilgerfahrt unterwegs zum Wallfahrtsort Tschenstochau waren. [….]

(FAZ, 30.09.2005)

[….]  Pilgerfahrt in den Tod: Ein Bus mit polnischen Pilgern ist am Sonntag in den französischen Alpen in ein Tal gestürzt und ausgebrannt[….] 26 Insassen starben. Die anderen 25 wurden schwer verletzt. Vielen von ihnen wurden nur wenig Überlebenschancen eingeräumt. „Die Opfer mit schweren Verbrennungen wurden mit Hubschraubern zu Spezialkliniken in Marseille und Lyon transportiert“, teilte die Präfektur mit. [….] „Überall liegen Leichen. Das ist wie das Ende der Welt. So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte ein Augenzeuge dem Sender France-Info. Mehrere Opfer wurden von den Fluten der Romanche mitgerissen und konnten erst nach stundenlanger Suche geborgen werden. [….] Die jetzt verunglückten 49 polnischen Pilger und zwei Busfahrer waren auf der Rückreise von einer Tour zu katholischen Pilgerorten in Frankreich und auf der iberischen Halbinsel. Sie hatten die Nacht in Notre-Dame-de-la-Salette etwa 50 Kilometer südlich von Grenoble verbracht. Dort findet gerade eine Begegnung von Priestern und Gläubigen aus Polen, Russland, der Ukraine, Großbritannien und Frankreich statt. [….]

(dpa, 22.07.2007)

[….] Tödliches Ende einer Pilgerfahrt. Auf dem Rückweg von dem portugiesischen Marien-Wallfahrtsort Fátima sind bei einem Busunglück im Osten des Landes 15 Rentner getötet und 23 verletzt worden, 5 von ihnen schwer. Die 60 bis 75 Jahre alten Opfer, allesamt Portugiesen, gehörten der Seniorengruppe einer Erwachsenen- Universität an. [….]

(Handelsblatt, 06.11.2007)

[….] Tödliches Ende einer Pilgerreise. Ein voll besetzter Reisebus rast auf einer Autobahn in der Nähe von Neapel in ein Stauende und stürzt von einer Brücke. Mindestens 38 Menschen kommen ums Leben. [….] Die Reisegruppe hatte eine Pilgerreise in den Ort Pietrelcina unternommen und befand sich auf der Rückreise nach Neapel. [….]

(taz, 29.07.2013)

[…] Tragisches Ende einer Pilgerreise: Bei einem Busunglück sind im Südosten Spaniens mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 40 weitere Insassen des Busses wurden verletzt. Das Unglück war der schwerste Busunfall in Spanien seit mehr als zehn Jahren.  Der Bus war in der Nacht in der Nähe von Murcia von der Fahrbahn abgekommen und eine 15 Meter tiefe Böschung hinabgestürzt. Die Ursache ist noch unklar. Die Insassen des Busses waren auf dem Rückweg von einer Pilgerreise nach Madrid. Der 36-jährige Gemeindepfarrer, der die Reise organisiert hatte, war nach Angaben der Rettungsdienste unter den Toten. [….]

(Stuttgarter Zeitung, 09.11.2014)

[….]  Pilgerreise in Madagaskar. [….] Bei einem schweren Busunglück auf dem afrikanischen Inselstaat Madagaskar sind 21 Menschen ums Leben gekommen und 118 verletzt worden. An Bord seien junge Christen auf dem Weg zu einem Jahrestreffen gewesen. [….]

(Blick, 01.08.2017)

[….] Tödlicher Granaten-Angriff in Diplomaten-Kirche. Die Terroristen stürmten während der Predigt ins Gotteshaus und warfen Handgranaten: Bei einer Terror-Attacke auf eine Ausländer-Kirche in Islamabad sind mindestens fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Amerikaner. [….]

(Spon, 17.03.2002)

[….] Bei einer blutigen Geiselnahme in einer irakischen Kirche sind in der Nacht zum Montag 55 Menschen ums Leben gekommen. Die ehemalige Umweltministerin und christliche Aktivistin, Pascale Warda, sagte, 50 Christen seien in der Sajjidat-al-Nadscha-Kirche getötet worden. Mit ihnen starben fünf Geiselnehmer und mehrere Angehörige der Sicherheitskräfte. [….]

(Welt, 01.11.2010)

[….] Beim Einsturz einer Kirche in Uyo im Süden von Nigeria sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Regionale Medien gaben die Zahl der Todesopfer zwischen 50 und 200 an.  Die amtliche Agentur NAN berichtete am späten Samstagabend von insgesamt 60 Toten, andere Agenturen von bis zu 200. Auch Stunden nach dem Unglück bargen Suchmannschaften Opfer aus den Trümmern des Gotteshauses, das am Samstagmittag aus noch unbekannter Ursache während eines Gottesdienstes eingestürzt war. Augenzeugen berichteten, das noch im Bau stehende Gebäude sei mit Gläubigen voll besetzt gewesen. Rund 30 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei zunächst das Dach eingestürzt, ehe das gesamte Gebäude zusammenfiel. [….]

(BZ, 11.12.2016)

[….] Tödlicher Unfall in der Kirche Santa Croce in Florenz. Herabfallende Steine haben einen spanischen Touristen in der berühmten Kirche Santa Croce in Florenz erschlagen. Die Kirche wurde nach dem tragischen Unglück geschlossen. [….]

(BR24, 19.10.2017)

[….] Bluttat im Gottesdienst – Texas trauert um 26 Tote [….] Pastor Frank Pomeroy ist an diesem Sonntag nicht in der Kirche. Aber seine 14-jährige Tochter sitzt im Gottesdienst. Es ist Mittag in Sutherland Springs im US-Bundesstaat Texas. Draußen steigt in diesem Moment ein Mann aus einem Auto. Er ist ganz in schwarz gekleidet, trägt eine kugelsichere Weste. In seiner Hand hält er ein Gewehr. Er schießt. Dann betritt er das Gotteshaus. Er schießt weiter. Mindestens 26 Menschen sterben. Zahlreiche weitere werden verletzt. Das jüngste Opfer ist fünf Jahre alt, das älteste 72. [….]

(dpa, 06.11.2017)

[…..] Tote nach Attentat auf Gottesdienst in Nigeria. Mindestens 16 Menschen sind bei einem Attentat im Süden Nigerias gestorben. Nach dem Neujahrsgottesdienst haben Unbekannte das Feuer auf die Gläubigen eröffnet – wer die Täter waren, ist noch unklar. […..]

(katholisch.de, 02.01.2018)

Samstag, 2. November 2024

Was Lindner und Trump gemeinsam haben

Vor der destruktiven Potenz des Christian L. kann ich nur meinen Hut ziehen.

Seine intellektuelle Ahnungslosigkeit in Kombination mit maximaler Borniertheit und radikaler Geltungssucht macht es möglich. Was er anfasst – ökonomisch oder politisch – stirbt.

So wie Serien-Pleitier Trump durch persönliche Unfähigkeit auch die sichersten Investments, die anderen als die Lizenz zum Gelddrucken gelten (Casinos) mit sicherem Griff ins Klo beerdigt und selbstverständlich immer anderen die Schuld dafür zuschiebt, scheint auch der FDP-Chef über das reziproke König-Midas-Händchen zu verfügen.

 [….] Unter dem Motto „Leistung muss sich wieder lohnen“ hatte der blutjunge Lindner nach seinem Landtagseinzug 2000 mit seinem Bekannten Hartmut Knüppel am 29.Mai 2000 die Internet-Firma „Moomax“ gegründet. 

Das Internet boomte und der schlaue Lindner wollte ein großes Stück vom Kuchen.  Er brachte 30.000 Euro Eigenkapital auf  und holte sich weitere 1,2 Millionen Euro von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Erfolg war rekordverdächtig.  In nur 18 Monaten hatte Lindi das gesamte Kapital verbrannt.

[….] Das ganz dolle Team "von Informatikern, Drehbuchautoren, Psychologen, Linguisten, Journalisten und Betriebswirten" wird sich jetzt wohl was anderes suchen müssen, weil der Markt für Avatare, offen gesagt, ziemlich tot ist. [….]

(boocompany.com14.12.2001)

Knüppel und Lindner wurden gefeuert. Der Staat blieb auf den 1,2 Millionen Linder-Miesen sitzen, für seine Eselei blecht nun der Steuerzahler und Lindner machte Karriere in der Marktwirtschaftspartei FDP. 

[….] Lindner gründete noch die zunächst als knüppel lindner communications gmbh firmierende Unternehmensberatung Königsmacher GmbH, die er auch sofort in den Sand setzte.

[….] Was Parteichef Andreas Pinkwart als "Achterbahnfahrt der New Economy" beschrieb, ist für Lindner peinlich. Seine Internet-Firma Moomax GmbH ging nach 17 Monaten mit dem Neuen Markt unter. Dabei verflüchtigten sich weit über eine Million Euro öffentlicher Fördergelder. Andere Lindner-Firmen, wie die Unternehmensberatung "die Königsmacher GmbH", kamen erst gar nicht gut genug in Gang, um so viel Geld verbrennen zu können.

(SPIEGEL13.12.2004)

Immerhin brachte es der Porsche-fahrende Zivildienstleistende durch seine politischen Verbindungen bis zum Luftwaffen-Hauptmann der Reserve! 

[….] Die Beförderung zum Hauptmann erfolgte im September 2011 durch den Verteidigungsminister de Maiziere persönlich.

Freunde muß man haben.  Politisch war Lindner bekanntlich ähnlich erfolgreich! Unter seiner inhaltlichen Führung als FDP-Generalsekretär surrte die FDP von 15% auf 4% zurück. [….]

(Des Wahnsinns fette Beute, 08.04.2012)

Es ist Lindners Kernkompetenz: Chaos stiften, Pleiten verursachen, wegrennen.

Nach seinen ökonomischen Pleiten, versuchte sich Lindner zunächst in NRW. Er zog 2000 in den Landtag ein, war von November 2004 bis Februar 2010 Generalsekretär des nordrhein-westfälischen FDP-Landesverbands, mit dem Ergebnis, daß Hannelore Kraft 2010-2017 rotgrüne Ministerpräsidentin wurde.

Nach der Bundestagswahl von 2009, wurde Lindner im Dezember als Nachfolger von Dirk Niebel Generalsekretär der FDP und vermochte es als schwarzgelber Partei-Strippenzieher, die mit einem 14,6%-Rekordergebnis in die Regierung eingezogene gelbe Pest ebenfalls in Rekordzeit ins außerparlamentarische 4,8%-Nirvana (Bundestagswahl 2013) zu schicken. Die von Lindner dirigierten FDP-Minister bewiesen eindrücklich, vollkommen regierungsunfähig zu sein. Man beschimpfte sich gegenseitig als „Wildsäue“ und Gurkentruppe“. Wer aber damals dachte, mit dem wohlverdienten 2013er Sturz ins Nichts, wäre die FDP zu Recht abgestraft und wir könnten zur Tagesordnung übergehen, verkennt wie extrem nachhaltig toxisch FDP-Einfluss auf die Regierungspolitik ist.

In den katastrophalen schwarzgelben Jahren 2009-2013 liegen die Wurzeln für das Grundübel der deutschen Ökonomie. Alle zukunftsweisenden Errungenschaften wurden abgewickelt und nach China ausgelagert. Man versenkte sämtliches Knowhow bei den erneuerbaren Energien, bzw Green Jobs und setzte statt dessen auf uralte Verbrenner und billiges Putin-Gas.

Acht Jahre später setzte Lindner an, inzwischen zum unumstrittenen Chef der gelben Milliardärslobby aufgestiegen, der Welt erneut zu beweisen, daß die FDP eine absolut regierungsunfähige zutiefst destruktive Kraft ist, die Deutschland schwer schadet und niemals bei irgendeiner Wahl über fünf Prozent der Stimmen bekommen darf.

Immerhin das begreift auch der Urnenpöbel, der die Lobbyliste Lindner bei den letzten Landtagswahlen konsequent ins 1%-Tal kickte.

Die Hepatitisgelben reagieren zu 100% trumpisch und können partout keine eigenen Fehler erkennen. Schuld sind nur die anderen. Die Koalitionspartner.

Die Lobbyliste Lindner lügt immer wieder die alte Leier: Man habe so unterschiedliche Ansichten in der Koalition, die bösen Grünen und Roten stellten sich immer wieder aus ideologischer Verbohrtheit gegen die vernünftige gelben Wirtschaftspolitik.

Dieses Narrativ ist so vielfach falsch, daß man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Ideologisch verbohrt sind die FDP-Lobbyhuren, die wider alle Vernunft an völligem Unsinn, wie Verbrennungsmotoren, EFuels, Tempolimit, Atomkraft, Carbon-Subventionen (Dienstwagenprivileg etc) und Wachstumsbremse festhalten, aber nur ein Mittel kennen, um Politik zu betreiben: Geldgeschenke für die Superreichen, die ohnehin schon superreicher denn je sind.

Dabei sind die unterschiedlichen Ansichten zur Wirtschaftspolitik an sich noch gar kein Grund, um eine Koalition scheitern zu lassen. Im Gegenteil. Idealerweise diskutiert man das im Kabinett und Koalitionsrunden aus, um das beste aus beiden Welten zu finden und Kompromisse zu schmieden. Daß die FDP Wirtschaftsförderung anders als die Grünen versteht, ist völlig in Ordnung. Die Regierungsunfähigkeit entsteht vielmehr durch die Unverlässlichkeit der FDP, die sich nicht an Absprachen hält, eben gefundene Kompromisse sofort widerruft, Vertraulichkeit nicht einhält und ihre Streitpunkte immer erst an die Presse durchsticht, statt sie mit den Regierungspartnern zu besprechen.

Die ollen phosphorgelben Kamellen – weniger Klimaschutz, Wachstumsbremse for ever, Investitionsbremse, Verbrennungsmotor, Steuergeschenke für Superreiche  - brüllt Lindner nun erneut in die Mikrofone der Medien. Ganz offensichtlich geht es ihm nicht um konstruktive Lösungen, sondern nur darum, den Grünen und Roten ein Messer in den Rücken zu rammen.

[….] In der Koalition kursiert nach stern-Informationen ein neues 18-seitiges Grundsatzpapier von Finanzminister Christian Lindner, das die Krise der Koalition weiter verschärfen könnte. [….] Der Finanzminister drängt auf mehrere Sofortmaßnahmen und lehnt Änderungen an der Schuldenbremse sowie neue Sondervermögen strikt ab. [….] Der FDP-Chef geht mit dem Papier auf Konfrontation zu den anderen Koalitionspartnern, denn das Schreiben enthält Forderungen, die in der Koalition bislang als unverhandelbar galten. So fordert Lindner den sofortigen Einstieg in die Abschaffung des Solidaritätszuschlags und substantielle Änderungen an laufenden Gesetzesvorhaben, um Industrie und Mittelstand zu entlasten. "Die deutsche Wirtschaft benötigt umgehend neuen finanziellen und regulatorischen Spielraum, um auf ihre veränderten Rahmenbedingungen eigenverantwortlich reagieren zu können", schreibt Lindner.

"Als Sofortmaßnahme sollte der Solidaritätszuschlag, der überwiegend von Unternehmen, Selbstständigen, Freiberuflern sowie Hochqualifizierten gezahlt wird, entfallen", heißt es. [….] Begleitend bringt Lindner eine Senkung der Körperschaftssteuer ins Spiel. [….] Für einen beschleunigten Bürokratieabbau drängt Lindner auf ein "sofortiges Moratorium zum Stopp aller Regulierungen" für die nächsten drei Jahre. Betroffen wären demnach auch Gesetze, die die Koalition noch plant und vor allem von der SPD vorangetrieben werden. "Neue Gesetzesvorhaben sollten entweder ganz entfallen oder, wo dies nicht möglich ist, so ausgestaltet sein, dass Bürokratie und Regulierung durch das Vorhaben sinken und keinesfalls steigen. Das gilt insbesondere für die vom Bundesminister für Arbeit und Soziales vorgelegte Fassung des Tariftreuegesetzes, für das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, das Entgelttransparenzgesetz, das Beschäftigtendatengesetz und die arbeitgeberfinanzierte Familienstartzeit." Lindner betont: "Sie alle passen in der aktuell diskutierten Form nicht zu den Herausforderungen des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds."  [….]

(STERN, 01.11.2024)

Die Wirtschaft braucht Planungssicherheit. Linder erreicht das Gegenteil. Er stellt sich gegen die überwältigende Mehrheit der Ökonomen. So wie er auch mit seiner absurden Sparpolitik den gewaltigen 600-Milliarden-Investitionsstau Deutschlands verantwortet, so daß hierzulande Infrastruktur und Digitalisierung so hinterherhinken, daß wir ganz am Ende der Wachstumsraten aller Industrienationen stehen. Überall sonst, nimmt der Staat mehr Geld in die Hand, allen geht es besser.

Selbstverständlich sind die Lindner-Forderungen unannehmbar, weil sie dem Land schwer schaden würden. Aber die gelbe Pest erwartet auch nicht, sie folgt nur ihrer toxischen unverantwortlichen Natur. Sie will in dieser dramatisch angespannten Weltlage – Trump ante portas, Ukraine vor dem Zusammenbruch, Krieg in Nahost – Spielchen spielen und hofft, daß im Chaos vergessen wird, wer die Ursache der Ampel-Übel ist: AUSSCHLIESSLICH DIE FDP! So wie auch Trump mit dem Irrsinn und seinen Lügen davon ablenken will, daß es nur um eins geht: Seine toxische Persönlichkeit aus dem Knast zu halten.

[…..]  Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat einen Generalangriff auf die Politik der Ampel gestartet. [….] In dem Papier aus dem Finanzministerium, das der taz vorliegt, spricht sich Lindner für die Auflösung des Klima- und Transformationsfonds (KTF) aus, mit dem die Bundesregierung nachhaltige Technologien unterstützt – etwa in der Wasserstoffwirtschaft. Das deutsche Klimaziel soll nach hinten verschoben, das Datum für den Kohleausstieg aufgehoben werden. [….]  Lindner heizt die wirtschaftspolitischen Konflikte in der Ampel mit seinem Papier enorm an. Vor allem für die Grünen müssen die Forderungen des Finanzministers wie ein Affront wirken. [….] Er fordert, die Klimapolitik künftig rein europäisch zu regeln und dafür ausschließlich auf das Werkzeug der CO₂-Bepreisung zu setzen. Zusätzliche Maßgaben, wie sektorbezogene Regelungen für die Verkehrs- oder die Baubranche hält Lindner für überflüssig. „Ebenso ist ein gesetzlich festgelegter Zeitpunkt für den Kohleausstieg nicht notwendig“, so Lindner. Zudem solle Deutschland gegenüber der EU-Kommission die Abschaffung der Berichts- und Nachweispflichten aus dem „Green Deal“ bewirken. [….] Gleichzeitig möchte der Finanzminister bei den Staatsausgaben mehr sparen. Bei den Ausgaben für das Bürgergeld und dem dazugehörigen Wohngeld sieht der Finanzminister etwa ein Sparpotenzial von drei Milliarden Euro. [….] Bei der Asylgesetzgebung fordert Lindner, einen „gesonderten Rechtskreis“ für subsidiär Schutzberechtigte zu schaffen, damit sie nach ihrer Anerkennung in Deutschland kein Bürgergeld erhalten, sondern weiterhin ein „abgesenktes Leistungsniveau ähnlich dem Asylbewerberleistungsgesetz“. Dadurch könne der Staat 800 Millionen Euro einsparen. [….] Christian Lindner wolle offensichtlich endgültig das Ampel-Aus provozieren, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Linken im Bundestag Christian Görke. „Die Vorschläge sind eine Luftnummer ohne Gegenfinanzierung und eines Finanzministers unwürdig“, sagte er. Lindner fordert Steuersenkungen für Superreiche und Wohlhabende, die von den Ländern und Kommunen finanziert werden sollen.  Die Grünen blieben bislang auffällig zurückhaltend. „Das Papier ist eine Nebelkerze. Wichtiger wäre es, dass sich der Finanzminister um den Haushalt kümmert“, sagte Grünenfraktionsvize Andreas Auretsch.  […..]

(taz, 02.11.2024)

Freitag, 1. November 2024

Impudenz des Monats Oktober 2024

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Ein halbes Jahrhundert bevor Hagenbecks Tierpark in Hamburg seine letzte rassistische „Völkerschau“ zeigte, bei der „Wilde“ [Menschen] nackt, wie Tiere zum Angaffen im Zoo ausgestellt wurden, erhielt ebenfalls in Hamburg der erste Afrikaner die deutsche Staatsbürgerschaft.

[……]  Mandenga Diek, war in der deutschen Kolonialzeit aus Kamerun nach Deutschland gekommen. Als Zwanzigjähriger kam er 1891 in einer Gruppe mit anderen Afrikanern, darunter auch sein Bruder Anjo Diek, aus Kamerun zur Ausbildung nach Deutschland. Die genauen Umstände sind nicht bekannt. Erst aus dem Jahr 1897 erfahren wir mehr über den weiteren Verlauf seines Lebens.

In der Naturalisationsakte (Einbürgerungsakte) im Staatsarchiv Hamburg fanden sich Dokumente zu seinem Werdegang und seine Einbürgerungsurkunde zum hamburgischen Staatsangehörigen und deutschen Reichsangehörigen von 1897. Dies entsprach einer vollen deutschen Staatsbürgerschaft, was nur für wenige Afrikaner*innen bis in die 1930er Jahre nachweisbar ist. Zwar ist bekannt, dass es etwa ein Dutzend solcher Einbürgerungen gegeben hat, doch bis heute ist es die einzige Urkunde dieser Art, die uns vorliegt. Aus der Akte erfahren wir, dass Mandenga Diek eine Schusterlehre mit einer Gesellenprüfung abgeschlossen hat und hierfür eine Auszeichnung für den zweiten Platz erhielt. Er war zu dieser Zeit, während des Einbürgerungsverfahrens, in fester Anstellung als Handelsreisender mit gutem Einkommen. Ihm wurde ein guter Ruf bescheinigt und die Rechtmäßigkeit seines Aufenthaltes in Deutschland festgestellt. Er hatte die Einbürgerung beantragt, da er eine Hamburgerin ehelichen wollte. Es ist eine kleine Sensation, dass ihm dies auch gewährt wurde. Denn in allen ähnlichen Fällen wurden die Einbürgerungsanträge der Afrikaner*innen abgelehnt.  […..]

(Katharina Oguntoye, 23. Februar 2023)

Mandenga Diek (1871–1943) gehörte zum Kameruner Königshaus, landete 1891 in Hamburg, zog später als kaisertreuer Reichsdeutscher ins deutsche Danzig. Dort betrieb er einen Kolonialwarenladen, brachte es zu bescheidenem Wohlstand und war offenbar beliebt bei seinen Kunden.

Mit Hitlers Machtergreifung 1933 wurden Diek, seiner ostpreußischen (weißen) Frau und den gemeinsamen Kinder die deutschen Pässe entzogen. Die Töchter sollten sterilisiert werden und überlebten unter abenteuerlichen Umständen die folgenden 12 Jahre „Vogelschiss der deutschen Geschichte“ (AfD-Ehrenvorsitzender Gauland). Die gesamte Familie blieb aber was zwanzig weitere Jahre nach Kriegsende  staatenlos. Die deutschen Pässe bekamen sie erst 1963 (!!) zurück. Schwarze Deutsche wollte auch das Adenauer-Deutschland nicht wahrhaben.

Dieks Urenkelin Abenaa Adomako, geb. 1962 in Berlin, konnte ihren Berufswunsch in den frühen 1980ern nicht erfüllen.

[…..] Aber das N-Wort fiel schon häufig. Auch bei der Berufswahl war es schwierig: Ich wäre gern Optikerin geworden, aber Schwarze Hände in weißen Gesichtern, das gehe nicht, hieß es.. […..]

(SZ Magazin, 19. September 2024, Heft 38/2024)

Adomako berichtet über ihre Tochter Antonia, die fünfte Generation Deutscher, in Berlin:

[…..] Als Antonia in die Grundschule kam, wollte ihre Lehrerin, dass sie die morgendliche Zusatzstunde Deutsch als Zweitsprache besucht. Ich habe gesagt: »Das braucht sie nicht. Hören Sie nicht, wie ich mit Ihnen rede? Hören Sie nicht, wie meine Tochter mit Ihnen redet? Wir sprechen Deutsch zu Hause. Warum soll mein Kind zu Deutsch als Zweitsprache gehen?« Und auch sie musste rassistische Beleidigungen wie das N-Wort erfahren. […..]

(SZ Magazin, 19. September 2024, Heft 38/2024)

Den ersten Kontakt mit den Ossis erlebte die Berlinerin Adomako 1989 an vorderster Front.

[…..] Ich habe damals ein Reisebüro geleitet und bin am Tag nach dem Mauerfall mit meinen Kolleg*innen zum Ku’damm und in die Nähe des Bahnhofs Zoo. Wir hatten Sekt dabei und wollten feiern. Aber ich habe schnell gemerkt, dass ich dort nicht erwünscht bin. Vor allem die Menschen aus der anderen Richtung haben mir vermittelt, dass sie nicht so erfreut sind, ein Schwarzes Gesicht zu sehen. So nach dem Motto: Wir sind das Volk, aber was will sie? Ich habe die Feier verlassen. Die nächsten Jahre haben sich meine Befürchtungen bewahrheitet: Es gab die Brände in Wohnheimen, in denen Ausländer*innen lebten. Freund*innen haben mir erzählt, dass sie in Brandenburg, an den See gefahren sind und dort Rechtsradikale angetroffen haben. Die Türk*innen haben sich nicht mehr wohlgefühlt, die Schwarzen haben sich nicht mehr wohlgefühlt. Wir wurden alle unsicher im Alltag. Das war der Moment, in dem ich gesagt habe: Jetzt reicht’s! Ich bin dann 1993 für drei Jahre nach Ghana und habe dort für den Deutschen Entwicklungsdienst gearbeitet. […..]

(SZ Magazin, 19. September 2024, Heft 38/2024)

Die Auszeichnung als Impudenz des Monats Oktober 2024 verleihe ich hiermit Deutschland.

Dem Land, dessen Bundespräsident sich noch im Oktober 2024 peinlich windet, wenn die Sprache auf die Rückzahlung von geraubtem griechischen Geld und Reparationen für deutsche Kriegsverbrechen in der Nazi-Zeit kommt.

Das Land, das 100 Jahre nach den Genoziden an den Herero und Name immer noch nicht bereit ist, Wiedergutmachung zu zahlen.

(….) Stichwort Reparationen Griechenland. Stand 2017, 72 Jahre nach Kriegsende: Immer noch weigert sich die deutsche Bundesregierung das Geld, welches die deutsche Wehrmacht 1944 geraubt hatte zurück zu zahlen.

Prof. Hagen Fleischer, Historiker, Universität Athen:

„Es war eindeutig die blutigste Besatzung von allen nicht-slawischen Ländern. Weit über 30.000 exekutierte Zivilisten, darunter auch viele Frauen und Kinder. Systematisch zerstörte Infrastruktur und Wirtschaft. Plünderorgien, vom Raubbau in den Bergwerken, die für die deutsche Seite interessant war, bis hin zum Abtransport von Olivenöl und von Lebensmitteln. Und daraus resultierten die mindestens 100.000 Hungertoten vom ersten Besatzungswinter.“ 

Die deutschen Besatzer pressten dem ausgeplünderten Land zudem Millionen-Kredite ab. Jeden Monat musste die griechische Nationalbank eine so genannte Zwangsanleihe aufbringen.

Prof. Hagen Fleischer, Historiker, Universität Athen:

„Damit wurden dann vor allem solche Kosten und Ausgaben der Wehrmacht gedeckt, die nicht unter die normalen Besatzungskosten in einem Krieg fallen. Das waren dann die Kosten für die Kriegsführung im östlichen Mittelmeer. Selbst Rommels Nordafrikafeldzug wurde zum Teil von den Griechen mitfinanziert.“

Bemerkenswert ist: Noch kurz vor Kriegsende hatten die Nazis mit der Rückzahlung der Zwangsanleihe begonnen, wie aus Dokumenten hervorgeht, die Hagen Fleischer entdeckt hat. Eine von Nazi-Deutschland selbst berechnete und anerkannte Restschuld von 476 Millionen Reichsmark blieb aber offen.  Heute entspricht das rund 10 Milliarden Euro. Geld, das griechische Regierungen schon seit Jahrzehnten zurückverlangen.

(Kontraste 12.03.2015)

(Schlussstrich, 02.04.2017)

Deutschland ist das Land, das fast 80 Jahre nach der totalen Niederlage im zweiten Weltkrieg immer noch Bürger mit nicht deutschen Namen oder nicht weißer Hautfarbe, massiv bei Jobs oder Wohnungssuche benachteiligt.

Deutschland, das es sich in seiner provinziellen Bräsigkeit so bequem gemacht hat, daß es ohne massive Zuwanderung von 500.000 Menschen pro Jahr, dem ökonomischen Kollaps entgegentaumelt.

Deutschland, das Blödmann-Land, welches sich trotz des massiven Fachkräftemangels und der durch die Kopulationsunfähigkeit bedingten demographischen Krise, hartnäckig einbildet, es werden von Ausländern überrannt, die es nun Trumpisch aufzuhalten gelte, indem 4.000 Kilometer Grenzmauer errichtet werden.

Die Impudenz Deutschland wählt in vielen Bundesländern mit klaren 2/3-Mehrheiten offen xenophobe Parteien (CDU, CSU, FW, AfD, BSW) und möchte den radikalen Ausländer-, Frauen- und Schwulenfeind Merz mit seinen rechts pöbelnden Adepten als nächsten Kanzler. In Bayern kommen die migrantenfeindlichen Parteien CSU, AfD, FW und BSW zusammen gegenwärtig auf 77%. In Sachsen vereinen sie 75% der Stimmen auf sich, Thüringen folgt mit 73% Ausländerhassern.

Die Ampel zittert und wackelt in den letzten Zügen. Sollte der irre Gelbpestler im Finanzministerium wirklich alles implodieren lassen, will der Urnenpöbel Scheuer und Spahn zurück haben.

Gute Nacht, Deutschland.















Donnerstag, 31. Oktober 2024

Die vier Geißeln der Ukraine

Trump lügt fast immer. Das geschieht rein willkürlich und nimmt keinerlei Rücksicht auf vorherige Aussagen; er widerspricht sich nach Herzenslust selbst.

Er ist gar nicht in der Lage, Fakten auszusprechen, auch wenn sie offensichtlich sind.

Aber es gibt zwei Haupt-Antriebe für die Richtung seiner Lügen:

Erstens seine winzigen Testikel, die ihnen dazu zwingen, sich manisch selbst zu loben, zu erhöhen und nicht existente Leistungen zu erfinden.

Fährt man mit dem goldenen Fahrstuhl in sein goldenes Penthouse im New Yorker Trump-Tower, dem Wolkenkratzer mit 58 Etagen an der Fifth Avenue, Ecke 56th Street im Stadtbezirk Manhattan, muss man die Taste für den 68. Stock drücken.

Das Triplex (56., 57. und 58. Etage) verfügt laut Donald Trump selbst, über “33,000 sq ft (3.100 m2) plus roof space of 15,000 sq ft (1.400 m2), making a total of 48,000 sq ft (4.500 m2)”.   Tatsächlich misst das grauenvoll kitschig gestaltete goldene Ungetüm 1.000 m2.

In Kombination mit seiner Stupidität führt dieser Drang Minderwertigkeitskomplexe zu überkompensieren dazu, daß Trump bemerkenswert leicht zu manipulieren ist. Er liebt jeden, der ihn lobt und hasst jeden, der ihn kritisiert.

Der zweite ganz große Lügen-Antrieb besteht in Trumps tiefsitzenden Sadismus. Neben Eigenlob ist es seine größte Freude, vermeidlich Schwächere als ihn, leiden zu sehen. Schwarze, Frauen, Latinos, Juden, Muslime, Migranten, Schwule, Behinderte, Arme, Demokraten – er hasst sie alle wie die Pest und will ihnen immer Schmerzen zufügen.

Seine Charaktereigenschaften zusammen genommen sind maximal inkompatibel mit einer Demokratie und einem Rechtssystem, das faire Chancengleichheit vorsieht, in dem jede Stimme gleich viel wiegt. Es schmeckt ihm nicht, wenn politische Opponenten an ihm Kritik üben, ihn in Frage stellen und sein Wohl gar von den Stimmen Dunkelhäutiger oder Queerer abhängen soll.

Deswegen bewundert er Xi Jinping, Wladimir Putin und Kim Jong Un auch so sehr. Die bleiben de facto auf Lebenszeit im Amt, müssen sich nicht mit lästigen Wahlen plagen. Wenn der nordkoreanische Diktator 10.000 oder 30.000 Soldaten über 7.000 Kilometer westlich in die Ukraine schicken möchte, widerspricht ihm niemand. Es wird nur applaudiert.

Für Wolodymyr Selenskyj und Vitali Klitschko ist das ein Alptraum. Nun steht neben Putin auch die zweite große Pest, Kim, ante portas.

[…..] Bis zu 8000 nordkoreanische Soldaten stehen nach Angaben der Vereinigten Staaten in direkter Nähe der ukrainischen Grenze und könnten in den kommenden Tagen von Russland im Krieg eingesetzt werden. "Wir gehen jetzt davon aus, dass sich insgesamt etwa 10.000 nordkoreanische Soldaten in Russland befinden, und den neuesten Informationen zufolge wurden bis zu 8.000 dieser nordkoreanischen Streitkräfte in der Region Kursk stationiert", sagt US-Außenminister Antony Blinken.
Zwar habe die US-Regierung noch keine Kampfhandlungen der Nordkoreaner gegen ukrainische Streitkräfte gesehen, "aber wir gehen davon aus, dass dies in den nächsten Tagen geschieht", so Blinken weiter. Ein solcher Einsatz würde die Truppen zu legitimen Zielen im Krieg machen.  
[…..]

(MoPo Ticker, 31.10.2024)

Nordkorea ist eine Blackbox; vieles, das wir über Truppenstärke und Waffensystem zu wissen glauben, beruht auf Gerüchten. Daß der dritte Kim-Diktator aber massiv aufrüsten lässt, scheint sicher zu sein.

[….] Das Regime von Machthaber Kim Jong-un schickt Soldaten nach Russland und zeigt mit seinem jüngsten Raketentest, dass es Fortschritte bei der Aufrüstung macht. [….] In den USA findet am Dienstag die Präsidentschaftswahl statt. Zu diesem Ereignis bringt sich Nordkorea traditionell mit Vorführungen seiner Gefährlichkeit in Erinnerung. Kim Jong-un will wohl US-Wähler beeinflussen, damit sie für seinen Favoriten, den Diktatorenversteher Donald Trump, stimmen. [….] Der Raketentest vom Donnerstag war jedenfalls keine Überraschung. Es passt auch ins Bild, dass er kein Test wie jeder andere war. Japans Verteidigungsministerium berichtete, dass die ICBM nach 86 Minuten außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone ins Japanische Meer gestürzt sei. Länger war noch keine nordkoreanische Rakete unterwegs. Sie erreichte eine Höhe von 7000 Kilometern. Experten gehen davon aus, dass Nordkorea mit solchen Raketen die USA treffen könnte. [….] Nordkoreas Militäravancen ziehen dieser Tage eigentlich schon genug Aufmerksamkeit auf sich. Tausende Soldaten hat Kim Jong-un nach Russland geschickt. Wahrscheinlich sollen sie in Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine an der Front helfen. Dass die nordkoreanisch-russische Partnerschaft, besiegelt in diesem Juni, so weit gehen könnte, dass Nordkorea sogar aktiv als Drittstaat in Putins Krieg einsteigt, war so schnell nicht zu erwarten. Diese Waffenhilfe ist mehr als nur eine Provokation für die westliche Welt. Und mit dem Rekord-Raketentest vom Donnerstag hat Kim Jong-un mal wieder klargemacht, dass die Drohung mit Atomwaffen eine Säule seiner Politik ist. Trotzdem kann es sein, dass er sich noch einen großen Knall aufgehoben hat für diese US-Wahl. [….]

(Thomas Hahn, 31.10.2024)

Das dritte ukrainische Riesenproblem könnte am nächsten Dienstag auftauchen, wenn sich tatsächlich genügend intellektuell und moralisch Umnachtete finden, um Trump wieder zum US-Präsidenten zu wählen.

Nicht nur werden in dem Fall die Militärhilfen an die Ukraine eingestellt, sondern Putin und Kim bekommen einen weitere Alliierten. Trump liebt die beiden und hasst Selenskyj. Antirussische Sanktionen dürften bald der Vergangenheit angehören, der diplomatische Druck auf Moskau ist ohne die USA nicht aufrecht zu erhalten und insbesondere verschiebt sich die militärische Stärke massiv zu Gunsten Putins, wenn der Haupt-Waffenlieferant für Selenskyj ausfällt, während Moskau Myriaden frische Soldaten aus Pjöngjang bekommt.

Es gibt aber zu allem Übel noch einen vierten apokalyptischen Reiter gegen Kiew; und zwar in der Form der EU-Rechtspopulisten à la Putinella Wagenknecht und oder Viktor Orbán oder Robert Fico, die entweder schon an der Macht sind und innerhalb der EU für Putin arbeiten, oder aber, wie das prorussische BSW gerade anfängt, in Landesregierungen einzutreten, um dort maximal gegen die Ukraine zu agitieren.

Noch ist die Empörung groß über Sahra Sarrazin, es gibt gewichtige Warnungen auch nur an Koalitionen mit dem BSW zu denken. Aber CDU und SPD in Ostdeutschland knicken bereits ein und signalisieren dem Pöbel, gewillt zu sein, die Ukraine untergehen zu lassen.

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Hasse hasst

Zur Kategorie der kulturpessimistisch-protestantischen Primitiv-Theologen gehört neben den Stars ihrer Zunft – Kässi und dem Hahne-Peter – auch der Abendblatt-Redakteur Edgar Hasse. Der 64-Jährige Kreuzfahrt-Seelsorger wuchs als Pfarrerssohn in der DDR auf und promovierte im zarten Alter von 50 Jahren an der Uni Greifswald in Theologie. Der arme Mann litt damals schon an einem schweren Grund-Irrtum: Er hält Luther und das Christentum für eine Kraft der Vernunft und Aufklärung, die im Widerstreit mit garstigen Atheisten für den Humanismus kämpft.

Offenbar hat ihm immer noch niemand gesagt, daß es sich genau andersherum verhält, daß Luther ein von fanatischem Hass zerfressener Antisemit war, der extrem obrigkeitsorientiert gegen leibeigene Bauern wetterte, die sich gegen ihre adeligen Herren auflehnten.


 Oder daß die protestantischen „deutschen Christen“ die feste Stütze Hitlers waren, die brutale antihumanistische Überzeugungen vertraten.

Dem Klischee entsprechend, sind Diaspora-Christen immer besonders missionarisch und so heimste der fromme Edgar laut Wikipedia schon lange vor seinen akademischen Meriten Kirchenpreise ein:

    1998 erhielt Hasse einen Preis der John-Templeton-Stiftung und der Konferenz Europäischer Kirchen.

    2001 erhielt er den Goldenen Kompass des Christlichen Medienverbundes KEP.

Unglücklicherweise saß Hasse nach dem Verlassen seiner kirchenfernen Heimatscholle, einem weiteren Großirrtum auf. Er wähnte sich in einer urprotestantischen Christenwelt; wie in Kansas oder Alabama. In Wahrheit war er aber in Hamburg gelandet; eine der säkularsten und atheistischsten Großstädte Europas. Die gelegentliche Konfrontation mit der Realität – Hamburger sind doch nicht zu 100% streng gläubige Pietisten – deprimiert Hasse. Kirchenschließungen und Kirchenaustritte in Hamburg? – Hasse ist geschockt.

(….) Die Intoleranz, die Misogynie, die Homophobie, die Lügen, der systematische Kindesmissbrauch, die Raffgier – all das sind für den derzeit frommsten Redakteur des Hamburger Abendblattes nur Petitessen.

Der evangelische Theologe Dr. Edgar S. Hasse, ist aber keiner, dem alles egal ist. Für ihn gibt es durchaus moralische Grenzen, die man nicht überschreiten darf. Da ist er sich mit seiner strunzfrommen Kollegin Marianne Max ganz einig:

[…..] Ein Kirchenaustritt ist verantwortungslos!   Seit der Vorstellung des Gutachtens zu den Missbrauchsfällen in München und Freising überlegen viele, aus der katholischen Kirche auszutreten. Das ist allerdings der falsche Weg.  [….]

(Marianne Max, 24.01.2022)

Hasse geht mit perfider Eloquenz vor, schreit die Leser nicht primitiv-plump an, wie die Kollegin Max. Sein Anliegen ist Dasselbe. Er geht aber den passiv-aggressiven Weg und kübelt subtil all seine Vorurteile gegen konfessionslose Menschen aus, die in seinem Weltbild alles verdorbene Egoisten sind.

[….] „Wir sind nicht mehr Papst“, wendet sich die „Bild“-Zeitung enttäuscht von Joseph Ratzinger ab. [….] Auch in der evangelischen Kirche, die ihre eigene Missbrauchsgeschichte hat, setzt sich die Austrittsbewegung fort. Dieses Jahr bringt religionssoziologisch einen Kipppunkt. Erstmals in der deutschen Geschichte wird nur noch weniger als die Hälfte der Deutschen einer der beiden großen Kirchen angehören. Christen sind auf dem Weg zur Minderheit in diesem Land.  Ich sehe diese Entwicklung mit Sorge. Die Demokratie braucht funktions­fähige Religionsgemeinschaften, die das jüdisch-christliche Wertefundament unserer Gesellschaft und die Frage nach Gott lebendig halten. Ein Land, das Gott vergisst, wird gottlos und damit unbarmherzig. Wir brauchen Gottes Bodenpersonal, das professionell vom Schöpfer dieser Welt und seiner Liebe erzählt, damit die Geschöpfe nicht selbst zu Göttern werden – im vermeintlichen Glauben, alles im Griff zu haben. Die Pandemie zeigt doch, wie verletzbar, sterblich, endlich wir sind.  Deshalb ist jedem Katholiken, jeder Katholikin Respekt zu zollen, die sagen: Wir bleiben! [….]

(Edgar S. Hasse, 25.01.2022)

Es ist noch nicht einmal klar, ob sich Hasse der ungeheuerlichen Unterstellungen bewußt ist, die er da verbreitet. Bemerkt er eigentlich, wie diskriminierend er sich äußert? Mal ganz abgesehen davon, daß er Lügen verbreitet, denn die Kirchen geben nur einen winzigen Teil ihres Geldes für Wohltätigkeit aus, alle ihre sozialen Einrichtungen werden weitgehend vom Staat finanziert. Wer also Gutes tun will, sollte sein Geld lieber jeder anderen Hilfsorganisation als der Kirche geben.

Gläubige = moralisch und hilfsbereit

Ungläubige = subhumane Egoisten ohne Mitgefühl.

So und nicht anders lauten die Wertvorstellung des typischen „Wir sind besser als die!“-Christen Hasse. (…)

(Harter Schlag für Hasse, 16.02.2022)

Ende Oktober 2024 entdeckt Hasse mit sicherem Gespür für die debilsten Protestanten-Thema einen legendären alten Käßmann-Rant, mit dem sie eindrucksvoll bewies, weswegen die evangelische Kirche dem Untergang geweiht ist.

(…..) Erinnert sich noch jemand an die Madonnas World-Tour „Confessions“ von 2006, als sie ein Lied wie Jesus ans Kreuz geschlagen sang und runde 200 Millionen Euro durch den Ticketverkauf einnahm?
Eine Eintrittskarte kostete durchschnittlich 200 Euro, so daß auch echte Fans gut umworben sein wollten, um so tief in die Tasche zu greifen.

Madonna ist aber ein Marketing-Genie und konnte sich auf ihre treuen Helfer auf den Kirchenkanzeln verlassen.

Die dümmste Bischöfin der Welt, Margot Käßmann, sprang bereitwillig ein, um Madonnas Kartenverkauf anzuheizen.  Käßmann kann aber auch richtig dumm - wie sie in der causa „Madonna“ bewies, als sie sich wie Hein Doof in der Marketing-Maschine der Groß-Sängerin verhedderte:
Während der vorletzten Madonna-Europa-Tournee konnte die Bischöfin kein Mikrofon auslassen und musste permanent ihren Senf zur Show abgeben.
Das ist an sich schon lächerlich und offenbart nur ihren Neid auf die ungleich erfolgreichere Kollegin, aber vor allen geht sie damit dem ältesten Madonna-Trick überhaupt auf dem Leim: Madonna hat immer Grenzen überschritten und genau so viel provoziert, bis die religiösen Eiferer zum Boykott aufriefen und damit den CD-Verkauf anheizten.
Nur Frau Käßmann hat es nach einem Vierteljahrhundert immer noch nicht begriffen.  Ich zitiere:
„Mich empört ihre (Madonnas, Red) anmaßende Selbstinszenierung, sich an die Stelle Jesu zu setzen. Das Kreuz ist für alle Christen das zentrale Symbol für das Leiden und Sterben Jesu. ... Es ging ihr um eine spektakuläre Bühnenshow, mit der sie 200 Millionen Dollar verdient hat, wie es heißt. ... Die arme Madonna! Sie sagt doch, sie sei tief religiös! Ich denke, Madonna hat das alles wenig interessiert. ...“

 (Plappermäulchen 27.12.2009)

In Unkenntnis des Streisand-Effektes wetterte sie gegen Madonna-Konzerte, Musikveranstaltungen am Karfreitag, Harry-Potter-Bücher und schließlich Halloween.

Den ewigen Salmon kennen wir alle.

(….) Die Kirchen stehen dem Geister- und Hexenboom mit „heidnischem“ Ursprung kritisch gegenüber. Katholiken fürchten, dass das besinnliche Totengedenken zu Allerheiligen von der allgegenwärtigen Spaß- und Konsumkultur verdrängt wird. Protestanten sehen ihren am 31. Oktober begangenen Reformationstag bedroht.[….]

Ebenfalls nicht lustig findet die frühere evangelische Landesbischöfin von Hannover, Margot Käßmann das orangefarbene Treiben. Sie empfindet Halloween in Deutschland als kommerziellen Humbug, wie die dpa meldete. Man könne überall nachlesen, wie der Halloween-Trubel in Deutschland entstanden sei: „Es ging darum, irgendwo im Kalender zwischen den Sommer-Grillpartys und dem 1. Advent noch ein Verkaufsevent mit allem möglichen Schnickschnack zu etablieren“, sagte Käßmann den „Ruhr Nachrichten“.

Sie betonte, Halloween sei gegen alle Grundüberzeugungen der Reformation: „(Reformator Martin, Anm.) Luther wollte Angst nehmen - vor Geistern, Gespenstern, dem Bösen, dem Teufel. Und heute? Da sind am 31. Oktober die Kinder in Gruselkostümen unterwegs. Das kann ich nicht ernst nehmen“, erklärte Käßmann.

(ORF 31.10.13)

Moral- und Konsumexpertin Käßmann (ging im Alter von 52 Jahren auf Steuerzahlerkosten in den Ruhestand) sticht selbst im Vergleich zu anderen Bischöfen durch extreme Selbstverliebtheit, Selbstüberschätzung und Aufdringlichkeit hervor.  Man wird wohl nicht Bischof, wenn man sich nicht selbst gerne reden hört und sich dazu berufen fühlt anderen seine Sicht der Dinge aufzudrängen. Aber man muß schon lange suchen, um eine Karrieretheologin zu finden, die geistig so minderbemittelt wie Käßmann ist.  Und wenn sie noch so wenig vom Thema versteht, Käßmann drängt immer allen ihre irrelevante Meinung auf – am liebsten in der Zeitung, die ihrem Intellekt am besten entspricht: Der BILD-Zeitung.

Käßmanns Bücher sind solch verworrenen Plattitüden-Ansammlungen, daß die Rezensenten wie Denis Scheck eigentlich Schmerzensgeld einfordern sollten.  Halloween ist für die EX-EKD-Chefin immer ein willkommener Anlaß sich in Szene zu setzen.

"Heute hängt das Herz der meisten Menschen anscheinend am Geld, am Haben", kritisierte Margot Käßmann mit deutlichen Worten übertriebenes Konsumdenken. "Konsum wird zur großen Religion: Ich konsumiere, also bin ich." Es fehle eine "Ethik des Genug."

Käßmann wies in ihrer Rede besonders auf die Verantwortung des Einzelnen für die Gesellschaft hin, auch die des einzelnen Unternehmers. "Die Einzelperson hat Bedeutung, sie muss ihr Gewissen schärfen und Verantwortung übernehmen." Gerade aus Sicht der Reformatoren sei weltliches Leben nicht etwa weniger wert gewesen als priesterliches oder klösterliches, vielmehr gehe es darum, "im Glauben zu leben, im Alltag der Welt." Niemand sei "Macher des eigenen Lebens, des Erfolgs", sagte die Theologin. Vielmehr solle jeder dankbar sein, dass er leisten und zum Gemeinwohl beitragen könne.

(HHAbla 31.10.13)

Die Millionärin Käßmann – alle ihre Bücher sind Bestseller – arbeitet übrigens nicht etwa ehrenamtlich als „Lutherbotschafterin“ der EKD, sondern sie wird von der EKD für Amt mit einem Büro in Berlin und einer zusätzlichen Personalstelle ausgestattet, ihr Gehalt – „anfangs“  ein halbes Bischofsgehalt – zahlt die Hannoversche Landeskirche.  Nun ist es eigentlich irrelevant und wenig ärgerlich, was Käßmann zu Halloween zu vermelden hat.

Die Welt wimmelt vor Irren mit bizarren Ansichten.

Wirklich schlimm an der Causa Käßmann ist, daß sie nach wie vor von der Presse wie das Orakel von Delphi behandelt wird.

Das Hamburger Abendblatt, immerhin eine der auflagenstärksten überregionalen seriösen Zeitungen widmet ihr gleich drei Seiten.

Schon auf dem TITEL grinst sie einem mit der Frage „Dürfen Christen Halloween feiern?“ entgegen. Nahezu wortgleich meldete sie sich auch schon 2008 in der WELT. Auf Seite Zwei des heutigen Abendblattes folgt der Leitartikel von Edgar S. Hasse zur Käßmann-Halloween-Kabale.

Schließlich im Hamburg-Teil auf s.) noch mal ein ausführlicher Artikel über Margots Konsum-Schelte.  Das ist wahrer Halloween-Horror. (….)

(Halloween, 31.10.2024)

Offenkundig gibt es bei Hasse keinerlei intellektuelle Weiterentwicklung. Im Gegenteil. Auch 2024 jammert er wie Käßmann über die heidnisch-gruseligen Umtriebe von heute und beschwört stattdessen die angeblichen Qualitäten des egomanen Menschenfeindes Luther.

[…..] Der bildgewaltige heidnische Kult erobert bereits vor dem 31. Oktober die Stadt. Warum das Gruselfest nicht mehr in die Zeit passt.

[…..] Das Verstörende an der inzwischen allgegenwärtigen Präsenz dieses heidnischen Kultes ist, wie bereitwillig und gedankenlos sich die Menschen diesem aus den USA kommenden, keltischen Brauch unterwerfen, der einzig und allein den Herstellern diverser Gruselartikel nützt. […..] Man reibt sich die Augen vor so viel Unsinn. Was vor Jahren, als die Halloween-Welle nach Deutschland schwappte, noch neu und unterhaltsam war, gerät heute aus meiner Sicht an die Grenze des schwer Erträglichen. Kaum einer, der den öffentlichen Raum betritt, der einkaufen, an Gärten vorbeiflanieren und im Fitnessclub trainieren will, kann sich diesem gottlos bildgewaltigen Kult entziehen. [Spricht er jetzt vom heidnischen Tannenbaumkult am 24.12.? – Tam.] Wie muss die unerwartete Präsenz von Totenköpfen und menschlichen Skeletten auf jene Bürgerinnen und Bürger wirken, die aus Kriegsgebieten einen Zufluchtsort in Deutschland gefunden haben? Auch allen, die gerade einen geliebten Menschen verloren haben, dürfte der Anblick menschlicher Skelette, und seien es explizit Nachbildungen, nicht guttun.

Halloween ist ein Kult ohne Trost, der nicht mehr in die Zeit passt. […..] Das Frappierende ist, dass die Menschen heutzutage von der Bildgewalt Halloweens mehr fasziniert sind als von der Kraft des Wortes. Genau dafür steht der Reformationstag am 31. Oktober. Er erinnert an ein Ereignis von europäischem Rang, denn der Reformator Martin Luther veröffentlichte an diesem Tag im Jahr 1517 an der Wittenberger Schlosskirche seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel. […..]  Das wünscht man den Fans von Halloween auch. Ganz im Sinne von Immanuel Kant und der Aufklärung möge man ihnen zurufen: „Sapere aude! Habt Mut, Euch Eures Verstandes zu bedienen!“ [….]

(Edgar S. Hasse, 30.10.2024)

Man möchte so einen verwirrten Religioten eigentlich ignorieren. Aber ausgerechnet die radikal anti-aufklärerische, restauratorische, menschenrechtsfeindliche Sklavenhalter- und Antisemitismus-Heimstatt Christentum, welche sich sagenhaft dreist heidnischer Rituale bedient – Osterfeuer/Weihnachtsbaum – als Vertreterin der Kantschen Aufklärung gegen heidnische Rituale aufzubauschen, ist so irre, daß Kant wirklich froh sein muss, bereits tot zu sein.

Ungeheuerlich, was Hasse für historische Fehlinformationen und Gaga-Deutungen abliefert. Erschreckend auch der Vergleich zu seinem elf Jahre alten Text, als er zwar auch schon schwer religiotisch schwurbelte und Luther drastisch verfälscht als Held der Aufklärung feierte, aber zu einer toleranten Co-Existenz zwischen Halloween und Christentum aufrief und genau das, was er selbst heute fordert, als Spaßverderben geißelte.

[…..] Kirche als Spaßverderber […..] Die Kirche geißelt Halloween. Dabei hat das Fest einiges gemeinsam mit Luthers Reformation.

Heute haben Spaßverderber Konjunktur. Wenn Kinder bei Dunkelheit in Gruselkostümen durch die Straßen ziehen und ausgehöhlte Kürbisse tumb leuchtend auf dem Fenstersims stehen, feiert halb Hamburg Halloween. Die spielerische Inszenierung aus der heidnisch-keltischen Geisterwelt in jener geheimnisvollen Nacht vor Allerheiligen ist mitten im digitalen Zeitalter höchst populär. Doch der heidnische Kult ruft mal wieder religiöse Kulturkämpfer auf den Plan. Mit Hinweis auf den heutigen Reformationstag, dem Gedenken an den Thesenanschlag Martin Luthers im Jahr 1517, kanzeln sie – wie jetzt Luther-Botschafterin Margot Käßmann bei ihrem Vortrag im Michel – den Volksbrauch als „kommerziellen Humbug“ ab.

Schade, dass bei den Lutheranern manchmal so schnell Schluss mit lustig ist. Denn eine friedliche Koexistenz zwischen Kürbiskult und Luthers Kirchenreform ist durchaus möglich – und nachdenkenswert. Schließlich spiegeln beide Feste, so grundverschieden sie auch sind, zwei Seiten der kollektiven Psyche. […..]

(Hasse, 31.10.2013)

Der Mann ist ein typischer Christ: Entkoppelt von Fakten, radikalisiert er sich mit zunehmenden Alter. Wie Hahne.