Sonntag, 28. Januar 2024

Franzis oberstes Gremium.

Als absolutistischer Herrscher thront Bergoglio über der Kurie, welche die 1,4 Milliarden Katholiken weltweit beherrscht und kontrolliert.

Staatssekretariat, Dikasterien, Römische Rota, Präfektur des Päpstlichen Hauses, Apostolische Kammer, interdikasteriale Kommissionen, Gerichtshöfe, Kurialbehörden, Kardinalskollegium, Bischofssynode und Päpstliche Delegationen bei den Basiliken bilden mit einer großen Schar Präfekten, Kardinälen und Kurienerzbischöfen die Leitungsorganisationen.

Neben diesen seit Jahrhunderten bestehenden extrem mächtigen Gremien, schuf Franzi noch seinen persönlichen Kardinalrat K9, in dem wie bei Tolkien neun Nazgûl den anderen 239 Kardinälen übergeordnet sind, um Sauro…, äh, den Papst persönlich zu beraten. Dieses Consiglio di Cardinali richtete der Vizegott direkt nach seiner Thronbesteigung ein und wie es sich für einen Unfehlbaren gehört, war die Auswahl der neun Ringgeist.., äh, Ringküsser natürlich perfekt. Zuletzt gestaltete er den Rat im Jahr 2023 um.

Die Namen aller Mitglieder lassen mein Herz höher schlagen:

Óscar Rodríguez Maradiaga (Tegucigalpa), exklusiver Papstberater von 2013 bis 2023, der sich 2002 italienischen katholischen Zeitschrift 30 Giorni beklagte, Juden würden die Medien beeinflussen, um Aufmerksamkeit auf den sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester zu lenken. Nach zehn Jahren folgte ihm

Gérald Cyprien Lacroix (Québec) in den K9. Der Kanadier lässt derzeit alle Ämter ruhen, weil er eine Minderjährige sexuell belästigt hat.

Ebenfalls ganz neu, seit 2023, ist Jean-Claude Hollerich (Luxemburg), der den synodalen Weg in Deutschland scharf kritisierte. Er folgte auf Gründungsmitglied

  Reinhard Marx (München und Freising), dem luxusaffinen bayerischen Kardinal, der massiv die Missbrauchsaufklärung blockierte und schon zuvor als Bischof von Trier die Pädosextäter in Soutane schützte und förderte.

    Francisco Javier Errazuriz Ossa (Santiago de Chile), von 2013 bis 2018 im K9 vertuschte ebenfalls Missbrauchsfälle in seiner Erzdiözese, wurde von mehreren Opfern angezeigt und ließ staatsanwaltschaftliche Ermittlungen über sich ergehen. 

Das prominenteste Gründungsmitglied von Franzis Consiglio di Cardinali war sicherlich George Pell (Sydney), der selbst mehrere kleine Jungs vergewaltigte. Seit 2007 wurde gegen ihn ermittelt, 2018 wurde er einstimmig schuldig gesprochen einen 12- und einen 13-Jährigen Messdiener penetriert zu haben. Pells Anwalt erklärte die Unschuld seines Mandanten mit der Dauer des Analverkehrs. Der habe nur sechs Minuten angehalten und sei damit juristisch nahezu irrelevant: „plain and vanilla penetration sex“! Pells Urteil: Sechs Jahre Gefängnis und ein Eintrag in das Register für Sexualstraftäter.

Seit Beginn dabei ist auch Oswald Gracias (Bombay), Primas von Asien, der noch während seiner K9-Mitgliedschaft 2015 und 2018 Fälle vertuschte, in denen seine Priester kleine Jungs vergewaltigt hatten und sich hilfesuchend an den Kardinal wendeten.

Ganz neu im G9 ist auch Juan José Omella Omella (Barcelona), der sich erbittert gegen staatliche Untersuchungsergebnisse zum Missbrauch in der spanischen katholischen Kirche wehrt; die Zahlen nennt er übertrieben. „Es gibt die Absicht, eine Zahl zu erreichen, die eine Lüge ist und nichts mit der Realität zu tun hat“, sagte Kardinal Juan Jose Omella.

Seit 2020 gehört der radikal homophobe Fridolin Ambongo Besungu (Erzbischof von Kinshasa) zum exklusiven Gremium und wähnt überall den Teufel am Werk.

Das nach Franzi formal höchstrangige Mitglied des Consiglio di Cardinali ist seit 2014 Pietro Kardinal Parolin, der Kardinalstaatssekretär Seiner Heiligkeit, der ebenfalls das ihm Mögliche unternimmt, um die Aufklärung des sexuellen Kindesmissbrauchs in der Kirche zu verhindern, indem er sich weigert Personalakten herauszugeben.

Bei dieser Top-Besetzung können die katholischen Missbrauchsopfer wirklich voller Zuversicht hoffen, daß sich die RKK ändert und aufhört kleine Jungs zu vergewaltigen.

Samstag, 27. Januar 2024

79 Jahre nach 1945

Das geht nicht, daß Bauern, Rechte, CDU das Gedenken an den Holokaust sabotieren, wie es heute in Sachsen-Anhalt der Fall ist.

[…..]  Landtagspräsident Gunnar Schellenberger (CDU) hatte am Vortag eine geplante zentrale Gedenkstunde zum nationalen Holocaust-Gedenktag abgesagt. Hintergrund seien angemeldete Bauernproteste für diesen Samstag auf dem Domplatz vor dem Parlamentsgebäude, so die Landtagsverwaltung zuvor.

Damit zog Schellenberger Kritik auf sich. »In Zeiten, in denen seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober die Zahl antisemitischer Übergriffe in Deutschland ein beschämend hohes Niveau erreicht hat, ist dieses Erinnern und Mahnen dringlicher denn je«, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, dem SPIEGEL. Die Entscheidung in Magdeburg sei »nicht hinnehmbar«. Der Landtagspräsident hatte in der Absage erklärt, es könne aufgrund der Bauerndemo keine Sorge getragen werden für ein würdiges Gedenken, eine ungehinderte An- und Abreise, noch jederzeit für eine vollständige Gewährleistung der Sicherheit der Veranstaltungsteilnehmer.  […..]

(SPON, 26.01.2024)

Wir hatten es eigentlich als obersten BRD-Konsens verstanden, so etwas nicht geschehen zu lassen. Die nach 1945 geborenen Deutschen sind selbstverständlich nicht Schuld an den Nazi-Verbrechen. Aber sie tragen die Verantwortung dafür, die Erinnerung zu wahren, so daß es niemals wieder auf deutschem Boden passiert.

Ich verdanke es dem puren Zufall, familiär gar nicht belastet zu sein. Meine Vorfahren väterlicherseits kämpften im WKII gegen die Deutschen; meine Vorfahren mütterlicherseits stellten sich gegen die Nazis. Lediglich ein Bruder meiner Mutter war Soldat. Er kritisierte schon in der Ausbildung seinen Vorgesetzten, wurde daraufhin zur Strafe an die Ostfront geschickt und am Tag seiner Ankunft gleich auf eine riskante Erkundungsmission zu den russischen Linien geschickt. Er geriet dabei in sowjetischen Gefangenschaft, ohne in dem Krieg je einen Schuss abgegeben zu haben. In sibirischen Lagern überlebte er bis 1955 und kehrte nie zurück. Auf seinem Grabstein steht „vermisst 1944 in Russland“.

Bis 2023 hatte ich noch nicht einmal die deutsche Staatsbürgerschaft und dennoch schäme ich mich persönlich dafür, daß zu meiner Lebenszeit der BRD-Grundkonsens des „Nie Wieder“ verletzt wird.

Eine Nazi-Partei schickt sich gleich in mehreren Bundesländern an, stärkste Partei zu werden, die Konservativen übernehmen faschistoide Narrative, kooperieren mit den Nazis, hecken sogar bei einer gemeinsamen Wannseekonferenz 2.0 Massendeportationspläne aus, die Berliner CDU bildet immer größere Schnittmengen mit der AfD heraus, CDUler organisieren Nazi-Netzwerke, Juden werden auf deutschen Straßen belästigt, wenn sie etwa durch eine Kippa oder einen Davidstern zu erkennen sind, die antisemitischen Straftaten nehmen exponentiell zu und die ehrwürdige Margot Friedländer sagt uns, genau so habe es damals auch angefangen.

[…..] tagesthemen: Frau Friedländer, Sie waren zwölf Jahre alt, als die Nazis an die Macht kamen. Und jetzt sind Sie 102 Jahre alt und müssen miterleben, wie Antisemitismus wieder zunimmt in Deutschland, wie einige sogar darüber reden, deutsche Staatsbürger ausweisen zu wollen. Was empfinden Sie heute in Deutschland?

Margot Friedländer: Ja, es macht mich sehr, sehr traurig, die ganze Geschichte. Ich hätte nie gedacht, dass es wieder so kommen würde. Denn so hat es ja damals auch angefangen. Wir sind die, die das erlebt haben. Es sind ja jetzt auch einige noch am Leben. Für uns ist es besonders schwer zu verstehen. Und sehr traurig.  [….]

(Tagesschau, 26.01.2024)

Ja, ich schäme mich sehr für Deutschland im Jahr 2024.

Freitag, 26. Januar 2024

Rechts-Homos

Eigentlich ist es ja nicht so überraschend, daß alte schwule Rechtsradikale sich in frauenfreien Männerbünden mit bizarren Ritualen wohlfühlen.

Ob es nun kurial-tuntige Pracht-Palais in Rom sind, oder schwülstig-schweißige Verbindungsvillen – es sind immer geschützte misogyne Dunkelräume, in denen die homophilen Herren, dionysischen Genüssen frönend, einander näher kommen.

Ob nun Bischof oder CDU-Minister, im männerbündnerischen Umfeld schwulen sie schon mal rum.

(….) Unter bestimmten Umständen kommt es aber zu sehr viel mehr homosexuellen Handlungen unter gemeinsam wohnenden Männern.

Beispielsweise im Knast oder auf langen Seereisen.

Mangels Alternative und des mit der Zeit immer größer werdenden Triebstaus, wendet man sich irgendwann einander zu.

Die meisten homosexuellen Aktionen gibt es im Priesterseminar.

Erstens ist der Anteil der Schwulen dort ohnehin viel größer und zweitens sind auch die Heteros so verklemmt und unerfahren, daß sie ebenfalls anfangen mit ihren Mitbrüdern zu fummeln. Insbesondere wenn eine Atmosphäre herrscht, in der solche Handlungen geradezu erwartet werden.

Unzählige Ex-Priester oder Ex-Seminaristen haben von dem wilden Treiben in Priesterseminaren berichtet.

 Zölibat, Unsicherheit und homophile Umgangsformen (Bruderküsse, Umarmungen, Gemeinsames Betrachten der Gay-Pornosammlung des Subregens) lassen die Hemmschwellen sinken. Als ausgerechnet im Priesterseminar St. Pölten des ultrakonservativen Bischofs Kurt Krenn eine höchst umfangreiche Schwulenpornosammlung (40.000 Bilder auf dem PC des Regens) und Fotos von Seminaristen beim Necking auftauchten, überraschte weniger die Tatsache an sich. 

Interessant war eher, daß Krenn so gar nicht überrascht war und mild-wissend von „Bubenstreichen“ sprach. Er kannte eben seine Pappenheimer.

Gerade konservative Bischöfe scheinen auch gerne selbst mal Hand anzulegen.

Bischof Walter Mixa, der demonstrativ so von Ratzi gefördert wurde, daß er als erste päpstliche Amtshandlung in das Riesenbistum Augsburg aufstieg, war bekannt dafür, daß er im Weinrausch seine Seminaristen befummelte. (….)

(Schwule Nazis im Priesterseminar, 31.05.2013)

Üblicherweise bleiben derartige Umtriebe hinter dicken Mauern vor der Öffentlichkeit verborgen.

(…..) Der Bischof und seine "Lustmolche" (=Kaplane und Priester)
Brisant ist vor allem ein wiedergegebener Dialog aus einem Urlaub des Bischofs, unter anderem mit einem jungen Priester.
Das Gespräch soll so verlaufen sein:

Mixa: 'Bleib hier, ich brauche deine Liebe.'
Priester: 'Ich bin doch nicht schwul.'
Mixa: 'Ich doch auch nicht.'
Priester: 'Und was war gestern Abend?'


Daraufhin habe der Bischof geantwortet, dies sei im Überschwang der Gefühle geschehen.   Er, Mixa, habe es gebeichtet. Den ganzen Urlaub über soll es immer wieder Streit gegeben haben, weil der Mann sich von Mixa bedrängt fühlte.


Einer der beiden jungen Priester hat angegeben, dass Mixa, der damals Stadtpfarrer in Schrobenhausen war, an einem Morgen nach dem Übergriff erst zur Beichte gegangen sei, bevor er die Messe gefeiert habe. Im Zuge der Ermittlungen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten sei zudem ans Licht gekommen, dass Mixa Geld an eine Person in Rom gezahlt hatte, die im Rotlichtmilieu verkehrte. Die Akte soll am 27. April an Jean-Claude Périsset, den päpstlichen Botschafter in Berlin, gegangen sein und von dort in den Vatikan. Das Dossier soll zusammen mit den zuvor bekannt gewordenen Vorwürfen, Mixa habe ehemalige Heimkinder geschlagen, den Ausschlag dafür gegeben haben, dass der Papst Mixas Rücktritt zugestimmt hat.
(TS) (….)

(Aus der vatikanische Akte Mixa, 21.06.2010)

Walter Mixa, David Berger, Michael Kühnen, Ernst Röhm, Peter Kurth – besonders sympathische Namen sind es nicht, die für die Schwulen in den Männervereinen stehen. Das ist auch wenig verblüffend. Wieso sollte sich ein netter Mann, einem dubiosen „Men Only“-Club, wie dem „Katholischen Männerverein Tuntenhausen, KMVT“, dem Sehnsuchtsort der CSU-Ministerpräsidenten anschließen?

(…..) Daß besonders elitäre Bünde oft exklusive Männerbünde sind und waren, ist also unter dem homo-Aspekt latent problematisch.
Die katholische Kirche, das Militär, die Freimaurer, die SS, politische Zirkel wie der Andenpakt, die Yakuza, Jesus und seine Jünger, katholische Orden, Derwische, Assassinen, Muslimbrüder, die Pesantren (Islamische Internate auf Java), das Gada-System in Äthiopien, die Österreichischen Hoforden, die Berliner Mittwochsgesellschaft, Rotarier, Lions, Burschenschaften, Schützenvereine, Sportbunde, Handwerksinnungen, Geheimlogen, Tibetanische Kriegermönche und viele andere mehr sind Beispiele für Männer, die lieber unter sich bleiben.
Wie stellt man es nun an, seiner Misogynie zu frönen, ständig unter Gleichgeschlechtlichen zu sein, ohne in den Verdacht zu geraten schwul zu sein?
Das kann unter Umständen schwierig werden, wenn man dazu noch extrem weibliches Verhalten annimmt, sich wie in der RKK mit „Monsi“ und Hasi“ anspricht und in bunten Kleidern rumläuft. (….)

(Die Homo-Frage, 10.12.10)

Der ehemalige CDU-Senator Peter Kurth, ist nicht nur ein bedeutender Finanzier und Netzwerker der Top-Protagonisten der deutschsprachigen Rechtsextremen.

[….] Das Treffen von Rechtskonservativen und Rechtsextremen beim Berliner Ex-CDU-Finanzsenator Peter Kurth schlägt hohe Wellen. Im Juli hatte Kurth zu einem Sommerfest in seine Dachterrassenwohnung in Berlin-Mitte geladen, wie der SPIEGEL enthüllte.

Recherchen zeigen nun, dass Kurth noch stärker mit dem extrem rechten Milieu vernetzt war als bisher bekannt. Unter den Gästen befanden sich mindestens sieben AfD-Politiker sowie mehrere Mitarbeiter der Rechts-außen-Partei im Bundestag, außerdem führende Ideologen der »Identitären Bewegung« sowie andere Taktgeber des rechtsextremen Lagers.

Die Liste liest sich wie das Who’s who der Neuen Rechten. Unter den bis zu 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Abends sollen sich nach SPIEGEL-Informationen befunden haben:  […..]

(SPON, 23.01.2024)

Dem schwulen Kurth gefällt offenbar auch das schwülstige Männerbild, welches in den schlagenden Verbindungen zelebriert wird. Da ist kein Platz für verweichlichte Urban-Männer oder metrosexuelle Modegockel.

Man denke nur an den prächtigen Berliner JU-Vorsitzenden Harald Burkart; auch ein Mann mit Hitler-Faible, an dem Leni Riefenstahl ihre Freude gehabt hätte. Die BILD feuert ihn bereits als „Hantel-Harry“.



Da riecht man noch nach Schweiß, statt Parfum, trägt Schmisse statt Piercings, präsentiert seine Farben statt Tattoos. Da sind Männerkörper noch echte Männerkörper.

[….] Berlins Ex-CDU-Finanzsenator Peter Kurth hat mit rechten Kampfsportlern einen »Verein für Leibesübungen und Bildung e.V.« gegründet. Das geht aus Unterlagen des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg hervor. In der 2019 beschlossenen Satzung heißt es: »Der Verein pflegt körperliche Ertüchtigung, insbesondere Selbstverteidigung«, außerdem »Entspannungstechniken« für »die geistige Gesundheit«.

Zu den Gründern zählte laut Akten Mario Müller, ein wegen Gewalttaten vorbestrafter Aktivist der rechtsextremen »Identitären Bewegung« (IB). Erster Vereinsvorsitzender war Philipp Z., der zwischenzeitlich im Vorstand der AfD Charlottenburg-Wilmersdorf saß. Kurth war Vizevorsitzender des Vereins, bis dieser Ende 2023 aufgelöst wurde. [….] 2022 wurden Fotos öffentlich, die Mario Müller, Philipp Z. und weitere Aktivisten der AfD, der IB und der Neonazipartei NPD beim Kampfsporttraining auf einem Sportplatz in Berlin-Weißensee zeigten. Ob es sich dabei um ein Training des »Vereins für Leibesübungen« handelte und welchem Zweck der Klub tatsächlich diente, ist unklar. [….]

(SPON, 26.01.2024)

Donnerstag, 25. Januar 2024

Dieselbe Soße

Alle christlichen Sekten kämpfen für Unwerte.

Nahezu sämtliche moralischen und gesellschaftlichen Fortschritte des Humanismus mußten gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden. Kirchen, die mit weltlicher Macht ausgestattet, Genozide, Massenmorde, Auto-Dafés, Missionierung, Hexenverbrennung, Kreuzzüge, Sklaverei, Inquisition und Pogrome veranstalteten.  [….] Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Rechtsstaat, Frauenemanzipation, Folterverbot, Abschaffung der Sklaverei, Abschaffung der Todesstrafe, Freiheit der Kunst, Abschaffung der Prügelstrafe, Tierrechte, Ächtung von Antisemitismus, Schwulenrechte, Abschaffung des Verbots gemischtrassiger Ehen, Abschaffung des Verbots gemischtkonfessioneller Ehen, Verbot von Vergewaltigungen in der Ehe, etc pp - all das mußte gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden.
Die Kirchen waren dagegen und verschwendeten damit sinnlos über Dekaden ihre Kraft.

Die freundlichen weiblichen Gesichter der EKD-Führung; Göring-Eckardt, Käßmann, Fehrs, oder Kurschus, lassen die Öffentlichkeit immer wieder vergessen, daß sie genau wie Woelki, Mixa oder TVE, einen antisemitischen, antidemokratischen und antihumanistischen Verein bewerben, der nichts weniger als die größte Kriminalgeschichte der Menschheit auf dem Buckel hat, Unfrieden sät und Kindern das Leben zur Hölle macht.

„Rute und Zucht geben Weisheit; aber ein sich selbst überlassener Knabe macht seiner Mutter Schande“

(Sprüche 29,15).

Das beste Beispiel ist die 200.000 Köpfe starke Armee der obdachlosen queeren Jugendlichen in den USA, die von ihren evangelischen Eltern aus dem Haus geprügelt wurden.

[….] Why are increasing numbers of LGBTQ youths unable to remain in their homes?

What’s to blame?  The answers are not the same among all the young people. The cause may be the family’s poverty. Sometimes it is because of their parents’ mental illness or drug addiction. But the reason we hear most frequently is religious rejection — parents whose religious beliefs cause them to reject their LGBTQ children.

A harmful impulse has swept across some segments of American Christianity. In reaction to our society’s growing understanding and acceptance of the diversities of sexual orientation and gender identity, some Christians are seeking to define their religious freedom as the ability to discriminate against LGBTQ people. Laws have passed in Indiana and Arkansas allowing people to deny equal treatment to LGBTQ persons if they cite their religious beliefs. There are efforts afoot to pass similar laws in numerous other states, and there have been reports that the Trump administration is considering similar measures.

When parents are given the message by political and religious leaders that their religious beliefs should result in the rejection of LGBTQ people, it should come as no surprise that more and more of them respond by rejecting their LGBTQ children.

Humans, not statistics. From my vantage point, this is a tragedy. As many as 200,000 homeless LGBTQ youths are struggling to survive on the streets of our country.  [….]

(Carl Siciliano)

Um sich derartig bösartig und feindlich gegenüber seinen eigenen Kindern zu verhalten, braucht es christliche Religion, die in ihrer ganzen Perversität das Leiden an sich verherrlicht und schon Neugeborenen Sünden andichtet, für die sie Strafe verdienten und nur auf Gnade hoffen könnten, während sich die Christen selbst gegenüber ihren Mitmenschen als besonders gnadenlos zeigen. US-Christen sind weit überproportional Trump-Anhänger, Waffenfetischisten, Fans von Todesstrafe und Folter.

Und christlich bedeutet, Kinder zu quälen und prügeln, so wie es Georg Ratzinger über Jahrzehnte bei den Regensburger Domspatzen durchführte.

Die Bibel, immerhin Gottes Wort, auf das geschworen wird; zu dem sich Typen wie Nahles, Merkel und Steinmeiner ausdrücklich bekennen, ist da völlig eindeutig. Eindeutig brutal, abartig, verdammenswert.

„Entziehe dem Knaben nicht die Züchtigung; wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird er nicht sterben. Du schlägst ihn mit der Rute, und du errettest seine Seele von dem Scheol.“

(Sprüche 23,13-14, siehe auch 13,24;22:15;20,30).

Es erfordert schon eine besondere evangelische Perfidie, ausgerechnet von den Opfern christlicher Täter „Verzeihen“ zu verlangen.

So wie es die Myriaden deutschen Kinder-Opfer sexueller Gewalt durch Luthers Geistliche erfahren. Denn wer vom Priester vergewaltigt wird, ist doch selbst Schuld, oder?

[….] Betroffene berichteten von einem "evangelischen Modus der Selbstüberhöhung" und einer "Atmosphäre der Geborgenheit und Sicherheit", von einer "imaginierten Idealgemeinschaft", für die eine "Kultur der Konfliktvermeidung" wesentlich sei. Betroffene würden zudem regelmäßig mit dem Wunsch konfrontiert, ihren Tätern vergeben zu müssen. Wenn sie das nicht tun, werden sie ausgeschlossen. "Schuld als prinzipiell nicht auflösbarer Zustand kann offenbar im evangelischen Selbstverständnis nicht ausgehalten werden", schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Statt sich Betroffenen ehrlich zuzuwenden, hat die Kirche laut der Studie offensichtlich dann einen Antagonismus aufgemacht von "Ihr gegen uns". Betroffene "werden nicht als der evangelischen Gemeinschaft zugehörige wissende Subjekte anerkannt, sondern als Gruppe markiert, die der Kirche und Diakonie gegenübersteht". Die Deutungshoheit über Tat und mögliche Bestrafung behält stets die Kirche. Nicht die sexuellen Übergriffe werden als Problem gesehen, "sondern das Benennen sexualisierter Gewalt".

Wenn Eltern zum Beispiel in evangelischen Kitas Fälle sexualisierter Gewalt meldeten, wurde ihnen meist nicht geholfen - sondern sie wurden "diffamiert und delegitimiert", schreiben die Forschenden. So wurden entschuldigend biografische oder soziale Aspekte ins Feld geführt, dass das Kind zum Beispiel bei einem alleinerziehenden Elternteil aufwachse.  […..]

(SZ, 25.01.2024)

Willkommen in der perfiden, sadistischen Welt der deutschen evangelischen Kirche!

(……) Bis heute werden die Hunderttausenden Kinder, die in Deutschland bis in die 1980er Jahre in christlichen Heimen grauenvoll gequält, versklavt und ihren Familien entrissen wurden, einfach verdrängt.   Die Kindersexskandale der katholischen Priester überlagern alles. Auch die EKD macht sich einen schlanken Fuß und tut so als ob nichts gewesen wäre.  Dabei ist die Quantität der von weiblichen Christen gefolterten Kinder natürlich größer.

Unglaublich, aber wahr; auch im Jahr 2019, über ein halbes Jahrhundert nach dem Ulrike Meinhof im großen Stil veröffentlichte was in christlichen Kinderheimen vor sich ging und eigenhändig viele dieser malträtierten Jugendlichen befreite, schämen sich kirchliche Stellen nicht diesen massenhaften Missbrauch zu vertuschen. (….)

(Genugtuung, 03.11.2019)

Blamable 14 Jahre nach den Katholiken, befassen sich die Protestanten mit ihrer Missbrauchsgeschichte. Eine aktuelle Studie zeigt nur eine kleine Spitze des Eisbergs, weil sich viele evangelische Bistümer weigerten Akten rauszugeben. Sie treten lieber weiter die Opfer mit Füßen, um die Täter zu schützen. Das ist die EKD 2024.

[….] Das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beauftragte Forscherteam hat am Donnerstag in Hannover die erste große bundesweite Studie - 880 Seiten lang - zu sexuellem Missbrauch in evangelischer Kirche und Diakonie vorgestellt. In dem Dokument wird von mindestens 2225 Betroffenen und 1259 mutmaßlichen Tätern gesprochen, untersucht wurde der Zeitraum seit 1946. Das ist laut den Forschern jedoch nur die "Spitze der Spitze des Eisbergs". Es ist ein Erdbeben heftigster Stärke für die EKD. "Die evangelische Kirche und die Diakonie steht erst am Anfang ihrer Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt", sagt Studienleiter Martin Wazlawik.  […..]

(SZ, 25.01.2024)

Die frommen evangelischen Bischöfinnen, mit denen sich Politiker jeder Couleur so gern schmücken, sind moralisch keinen Deut besser, als die Woelki oder TVE.

Detlev Zander, 60, hat in einem Heim der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal in Baden-Württemberg bereits als Kleinkind schwerste sexuelle, physische und psychische Gewalt erfahren. Als Betroffenensprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) setzt er sich bundesweit für Missbrauchsopfer ein. Er ist Mitglied im EKD-Beteiligungsforum, in dem Betroffene und Kirchenvertreter paritätisch vertreten sind, erklärt im Spiegel:

[…] die hohen Fallzahlen […] muss man angesichts des immensen Dunkelfelds ja noch hochrechnen. Auch, dass die Opfer beim ersten Übergriff im Schnitt gerade mal elf Jahre alt waren, ist schrecklich. Da waren auch kleine Jungen dabei, das ist vor dem Hintergrund, dass die EKD jahrelang nach außen vermittelt hat, in ihren Reihen gebe es vor allem betroffene Frauen und ältere Mädchen, ein völlig anderes Bild. Auch das EKD-Mantra, es habe bundesweit nur 858 bekannte Fälle gegeben, kann man nun ad acta legen. […]

SPIEGEL: Kann man den Bericht überhaupt ernst nehmen? […]

Zander: Das fällt schwer, denn er weist etliche Mängel auf. So wurden zum Beispiel aus der Diakonie nur Fälle bis zum Jahr 1970 aufgenommen. Was danach geschah, bleibt unerwähnt. Man hat vor allem Disziplinarakten konsultiert, aber kaum Personalakten – obwohl doch gerade die viel aussagen über Verdachtsmomente und mögliche Vertuschung. Die Landeskirchen haben das mit Personalmangel begründet – das ist beschämend, das lasse ich als Ausrede nicht gelten. Wenn Bischof oder Bischöfin es mit der Aufklärung ernst meinen, sind sie verpflichtet, in so einem Fall mehr Leute einzustellen. […] Vielleicht hatte man Angst, dass in den Personalakten Dinge stehen, die Rückschlüsse darauf zulassen, wer wann was gewusst hat und wie lange es gedauert hat, bis Schritte unternommen wurden. Gut möglich, dass man Vertreter der Institution schützen wollte. Mich als Betroffenen hat diese Herangehensweise sehr geärgert. Ich frage mich auch, wer eigentlich kontrolliert hat, ob die Landeskirchen vollständige und korrekte Angaben gemacht haben. […] Vertuschung wird in der Studie gar nicht thematisiert. Kein Verantwortlicher wird mit Namen genannt. Wer waren denn die Bischöfe zum Tatzeitpunkt? Stellt irgendwer sein Amt zur Verfügung? Es sind die Betroffenen, die gerade die Verantwortung übernehmen und im Beteiligungsforum versuchen, Reformen anzuschieben. […] […]

(Zander Interview, 25.01.2024)

Wer immer noch Mitglied einer christlichen Kirche ist, macht sich mitschuldig!

Mittwoch, 24. Januar 2024

Römische Bestrafung

Vatikanstadt, dieser Sehnsuchtsort für die Klemmschwestern der Welt: Frauenfrei, die Männer tragen bunte Kleider, sind zu mindestens 2/3 schwul und chronisch untervögelt. Es gibt eine über Jahrhunderte etablierte Callboyszene rund um die vatikanischen Mauern. Außerdem Prälaten, die Männer jedes erdenklichen Körperbaus offerieren und direkt in die kurialen Gemächer schicken.

(…..) Zuweilen hat man den Eindruck, der ganze Petersdom sei wie zu früheren Jahrhunderten üblich ohnehin eine einzige Callboy-Börse - ähnlich den Republikaner in den USA, deren Spitzenvertreter massiv gegen die same-sex-marriage vorgehen und gleichzeitig dermaßen viele Gay-sex-Skandale produzieren, daß man sie satt "Grand old party" nur noch "Gay old party" nennt.
"Tutti perversi?" fragt das italienische politische Wochenmagazin "Panorama" angesichts des vatikanischen Stricherrings, der im März 2010 aufflog. Chinedu Thomas Ehiem, der vatikanische Chorsänger, organisiert für die Herren in den Soutanen neben den gesanglichen auch andere orale Freuden.
Pfaffen lieben es oral. Ehiem vermittelt Callboys.


"Im Vergleich zu dem bin ich bloß normal ausgestattet, er hat einen unglaublichen Körper. Ab zehn Uhr hat er Zeit, er ist ein Freund von mir und tut, was ich ihm sage." Solche Mitschnitte aus Telefonaten, aus sehr delikaten Telefonaten, haben dem Vatikan einen deftigen Skandal um Sex und Prostitution beschert.


Angehende Priester wurden ebenfalls von dem Vatikanischen Chorsänger als Lustknaben an den höheren Klerus vermittelt:


Und Ehiem ist äußerst rührig: "Ich habe da einen aus Neapel, einen Kubaner, einen Deutschen, gerade aus Deutschland eingetroffen, zwei Schwarze, einen Fußballer, einen Tänzer der RAI", heißt es laut der Tageszeitung "Libero" in einem Mitschnitt. Einmal wird der Kuppler konkret und bietet einen Prostituierten an, "zwei Meter groß, 97 Kilogramm schwer, 33 Jahre alt." Auch Priester-Seminaristen sollen zu den jungen Männern gehört haben, die Ehiem an Balducci weiterreichte; in einem Gespräch jedenfalls kommt die Frage auf, wann denn der Jüngling "wieder im Seminar" sein müsse.

(SPON 2010)

Als Zuhälter für schwule sexuelle Dienstleistungen im Vatikan fungierte hauptsächlich Angelo Balducci; "Gentiluomini di Sua Santità" ("Ehrenmänner Seiner Heiligkeit") des Papstes und Präsident des Obersten Rates für Öffentliche Arbeiten. Die "Gentiluomini di Sua Santità" hatte Papst Paul VI. im Jahr 1968 statt des früheren Hofstaates eingesetzt. Um einer der 147 "Ehrenmänner Seiner Heiligkeit" zu werden, muß man ganz besondere Verdienste gegenüber dem Heiligen Stuhl erworben haben - eine Voraussetzung, die Baldulucci offensichtlich erfüllte.
Sexuelle Dienstleistungen durch junge hübsche Männer sind im Staat der Zölibatären heiß begehrt.
Sich die Stricher selbst in einer der vielen Schwulenbars rund um den Vatikan aufzugreifen, ist erstens umständlich, zweitens zeitaufreibend, drittens indiskret und viertens mitunter auch gefährlich, wie das Schicksal des adeligen Herrn Luzi beweist. Auch Luzi, a Roman nobleman, war einer der "Ehrenmänner Seiner Heiligkeit"; ein Kollege Angelo Balduccis.


[….]
Grim Face of Gay Life: A Papal Aide Is Killed […..] The Vatican yearbook notes that Mr. Sini Luzi began service as a Gentleman of His Holiness in April 1989, and today national newspapers published photographs of him, a smiling, bespectacled man, with Pope John Paul II, or standing in the Vatican clad in the black cutaway and decorations of his office.

(NYT,  John Tagliabue, Jan. 8, 1998)


Der Kammerherr des Papstes, Enrico Sini Luzi, ist 1998 in einer Vatikanwohnung bei schwulen SM-Spielchen umgekommen.
Der in den römischen Schwulenbars stadtbekannte Papst-Freund hatte sich einen Stricher aufgegabelt und wurde dann in Reizwäsche mit einem Kerzenleuchter erschlagen gefunden – der Videorekorder mit den Homopornos lief noch. (….)

(Die Kirche und der Sex, 21.11.2010)

Die moderne Zeit bringt aber drei strategische Probleme für die weltweit 400.000 Geistlichen und ihre Fürsten im Vatikan.

1.) Je mehr Schwulsein gesellschaftlich akzeptiert wird, desto weniger fühlen sich junge homosexuelle Männer, die keine Frau heiraten wollen, genötigt zwecks Vertuschung ins Priesterseminar zu gehen. Der Priesternachwuchs bleibt daher in den westlichen Demokratien zunehmend aus.

2.) Im Zeitalter des Internets und des Klugtelefons lässt sich schwuler käuflicher Sex schlechter verheimlichen. Jeder Stricher verfügt immer über die Mittel, seine Freier zu erpressen.

3.) Erhebliche Teile der westlichen Öffentlichkeit sind für die pädosexuelle Gewalt durch katholische Geistliche sensibilisiert. Messdiener oder Priesteramtskandidaten zum Sex zu nötigen, führt daher mit höherer Wahrscheinlichkeit dazu, daß die Opfer sich beschweren und Anzeige erstatten.

Zu allem Unglück für die Vergewaltiger und Kinderfi**er in den Soutanen, können sie sich weniger auf die Diskretion Bergoglios verlassen. Die beiden Vorgängerpäpste hatten sich noch kompromisslos an die Seite der Täter gestellt.

Zwar schützt Franz immer noch seine höherrangigen Kleriker, aber unterhalb des Bischofsrangs kam es 2019 sogar schon zu einem Prozess im Vatikan selbst.

[…..] Vatikan verklagt zwei Priester wegen Missbrauchs im Vatikan

Der Kirchenanwalt des Vatikantribunals hat Anklage gegen zwei Priester wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Knaben im Vatikan erhoben. […..] Die Vorfälle im Knabenseminar St. Pius X. sollen sich in den Jahren vor 2012 ereignet haben, hieß es. Die Anklage gegen Gabriele Martinelli lautet auf Missbrauch, jene gegen den damaligen Rektor Enrico Radice auf Beihilfe zum Missbrauch. Nach einschlägigen Presseberichten hatte das Vatikantribunal im November 2017 Ermittlungen eingeleitet, teilte der Pressesaal weiter mit. Diese führten nun zur Anklageerhebung.

Die gemeldeten Vorgänge fanden in einem Zeitraum statt, in dem die Rechtslage eine Klage nur dann zugelassen hätte, wenn die betroffene Person selbst sie innerhalb eines Jahres nach dem Vorfall erhebt, wie die Vatikannote ausführte. Papst Franziskus habe allerdings am vergangenen 29. Juli eine Verfügung erlassen, die diese Beschränkung aufhob.

Enrico Radice war 2002 bis 2014 Rektor der Institution gewesen. Bereits 2013 war der Vatikan dem Verdacht nachgegangen, im Knabenseminar sei es zu Missbrauch an Jungen gekommen. Damals waren keine Anhaltspunkte dafür gefunden worden. Gabriele Martinelli ist nach Angaben der Zeitung der italienischen Bischöfe, Avvenire, 28 Jahre alt und wurde 2017 für die Diözese Como zum Priester geweiht. Er sei selbst Alumne des Knabenseminars gewesen und werde beschuldigt, mehrere jüngere Zöglinge missbraucht zu haben. […]

(Vatican News, 17.09.2019)

Pater Gabriele Martinelli schien nach zwei Jahren aber davon zu kommen. Das bißchen Kindermissbrauch und Seminaristen vergewaltigen, reichte nicht zu einer Verurteilung.

[….]  Ein Gericht im Vatikan hat am Mittwoch zwei Priester von Missbrauchsvorwürfen im Priesterseminar Pius X. freigesprochen: Der 29 Jahre alte Priester Gabriele Martinelli sowie der ehemalige Rektor der Schule, der 72-jährige Pater Enrico Radice wurden beide für "nicht schuldig" befunden, auch wenn es zu sexuellen Handlungen gekommen ist.

Das Urteil ist der Abschluss eines über ein Jahr langen Prozess wegen angeblichen Missbrauchs im dem Seminar und Wohnheim in der Vatikanstadt für etwa ein Dutzend Jungen im Alter von 12 bis 18 Jahren, die bei päpstlichen Messen und anderen Liturgien im Petersdom als Ministranten dienen und das Priesteramt in Erwägung ziehen. Der Vatikan gab im Mai bekannt, dass Papst Franziskus beschlossen hat, das Priesterseminar ab September außerhalb des Vatikanstaates zu verlegen.

Bei den letzten Anhörungen am 15. und 16. Juli hatte die Staatsanwaltschaft des Vatikans die Richter aufgefordert, Martinelli zu acht Jahren Gefängnis zu verurteilen, wobei die Strafe auf vier Jahre herabgesetzt werden kann, und Radice zu vier Jahren Gefängnis zu verurteilen.

Gerichtspräsident Giuseppe Pignatone verkündete das Urteil am 6. Oktober. Das Gericht entschied, dass der Priester Martinelli nicht für Verbrechen bestraft werden kann […]

(CNA, 07.10.2021)

Roma Locuta, causa finita? Die Rechtsbeiständin des Opfers, Rechtsanwältin Laura Sgró ging 2021 in Berufung und erreichte gestern tatsächlich die Sensation. Auch wenn das Urteil weit unter den ursprünglich geforderten acht Jahren Haft zurückbleibt.

[….] «Heute hat das Berufungsgericht das Urteil erster Instanz gekippt und Gabriele Martinelli, ehemaliger Schüler des Priesterseminars Pio X, zu 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt», erklärt der Anwalt Laura Sgrò, der das Opfer in dem Missbrauchsprozess verteidigt, der heute im Vatikan verhandelt wurde. Laut dem Urteil, das von der Ansa eingesehen wurde, hat das Berufungsgericht des Vatikans Martinelli «der Korruption von Minderjährigen schuldig» befunden.

«Für uns ist dies ein historisches Urteil», sagt Sgrò. «Nach so vielen Jahren wurden nicht nur die Tatsachen anerkannt, sondern offensichtlich auch das Leiden und die endlich erhaltene Gerechtigkeit meines Mandanten».  [….]

(Il Messagero, 23.01.2024)

Natürlich ist es lächerlich, wenn der Vatikan bei hunderttausenden Kindersexopfern nach einem Vierteljahrhundert weltweiter Schlagzeilen, nun das einzige und erste mal einen Täter selbst verurteilt. Martinelli scheint keine kuriale Protektion genossen zu haben.

[….]  Es handelt sich um die erste Verurteilung im Vatikan wegen sexueller Vergehen, berichteten italienische Medien. Der ursprüngliche Prozess, der vor vier Jahren begann, war der erste im Vatikan wegen sexuellen Missbrauchs auf vatikanischem Gebiet. Der Priester Gabriele Martinelli wurde vor Gericht gestellt, weil er eine Person, die nur als L.G. bekannt ist, über einen längeren Zeitraum von 2007 bis 2012 zu sexuellen Handlungen gezwungen haben soll, während beide am Priesterseminar St. Pius X. eingeschrieben waren.

Martinelli wurde auch der Bestechung eines Minderjährigen für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro (1.083 US-Dollar) verurteilt, die sich auf Vorfälle in den Jahren 2008-2009 bezieht. […..] Die Vorwürfe basierten unter anderem auf Aussagen eines ehemaligen polnischen Ministranten. Dieser hatte berichtet, in dem Vorseminar im Vatikan von dem Seminaristen missbraucht worden zu sein. Dieser habe auch einen weiteren Ministranten missbraucht. Dieser war 13 Jahre alt, als er erstmals missbraucht wurde. Der Pole hatte auch berichtet, dass er seinem spirituellen Pater über die Vorfälle erzählt habe. Es seien jedoch keine Maßnahmen ergriffen worden, außer, dass der Ministrant aus dem Vorseminar entfernt wurde.  [….]

(ORF, 24.01.2024)

Dienstag, 23. Januar 2024

Trans-Sündenböcke

Für Parteien, die mit faschistischen Narrativen um Wählerstimmen werben, sind in Ermangelung von Problemlösungskonzepten, Sündenböcke essentiell.

Trump macht es vor. Die absurdesten Widersprüche und Peinlichkeiten lassen sich damit übertünchen, dieselben Leute zu hassen. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als Basis der Politik.

[….] "Es gibt zu viele Ausländer in Deutschland" - auch im Erhebungsjahr 2014 sind noch rund 37 Prozent der Deutschen dieser Ansicht. Solche und ähnliche Aussagen, die Ablehnung, Abwertung und Ausgrenzung ausdrücken, lassen sich mit dem Sammelbegriff der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit beschreiben. Wenn Menschen aufgrund ihrer zugewiesenen Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe als irgendwie ‘anders’, ‘fremd’ oder ‘unnormal’ markiert werden, dann wird aus ‘ungleich’ sehr leicht auch ein ‚ungleichwertig‘. Damit ist die Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit auch ein Kernelement rechtsextremer Einstellungen, die sich dort u.a. in Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus, aber auch in Sexismus und Homophobie ausdrücken. […] Als Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bezeichnen wir abwertende und ausgrenzende Einstellungen gegenüber Menschen aufgrund ihrer zugewiesenen Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe. Eine in diesem Sinne menschenfeindliche Haltung kann sich auch in ausgrenzender oder sogar gewalttätiger Handlung zeigen oder Einfluss auf die Gestaltung von diskriminierenden Regeln und Prozessen in Institutionen und den Aufbau von diskriminierenden Strukturen haben.

Nicht alle Formen von Ausgrenzung einzelner Personen müssen ein Ausdruck von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sein, zum Beispiel Mobbing aufgrund von Armut und nicht jede Form von Ungleichheit – so schlimm dies für die Betroffenen auch ist. Sie sind es aber dann, wenn sie von einer Ideologie der Ungleichwertigkeit unterfüttert und angetrieben sind und die Abwertung und Ausgrenzung sich nicht individuell begründen, sondern sich gegen Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer Gruppe richten. Umgekehrt kann hinter abwertenden, ausgrenzenden oder gewalttätigen Phänomenen, die sich auf den ersten Blick gegen einzelne Individuen richten, auch Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verbergen. Das kann zum Beispiel der Fall bei häuslicher Gewalt gegen Frauen sein, bei der sexistische Rollenvorstellungen eine Rolle spielen können, oder bei der Entscheidung im Stadtrat, gegen eine Strukturfördermaßnahme für einen armen Stadtteil mit überwiegend migrantischer Bevölkerung zu stimmen, bei der ggf. auch Rassismus handlungsleitend ist. [….]

(bpb, 20.10.2015)

Indem andere erniedrigt werden, fühlen sich die Rechten um so größer.

[….] Es gibt in der Union in dieser Hinsicht eine düstere Tradition (»Kinder statt Inder«, Roland Kochs Kampagnen gegen Jugendliche mit Migrationshintergrund). Und heute? Man denke an Friedrich Merz’ Gerede von den »kleinen Paschas«; von Flüchtlingen, die Deutschen angeblich die Zahnarzttermine wegnehmen; an Markus Söders Gerede vom »Asyltourismus«. Es war in dieser Kolumne schon mehrere Male zu lesen, aber es ist zu wichtig, um es hier wegzulassen: Es ist empirisch vielfach nachgewiesen , dass die Übernahme populistischer Positionen nur den Populisten nützt: Anpassungsstrategien verringern die Unterstützung für Rechtsradikale nicht  […..]

(Prof Christian Stöcker, 21.01.2024)

Komplexe Antworten auf komplexe Fragen sind im sind im Zeitalter der homogenen Socialmedia-Meinungsblasen nicht mehr erwünscht.

Umso wichtiger wird für rechte und unseriöse Parteien daher, das Pseudo-Problem-Handling, indem auf Schwächere eingedroschen wird, die man gemeinsam ausgrenzt und hasst. Das wiederum erzeugt bei dem gemeinen Trump/AfD/FPÖ/CSU/FW-Anhänger ein wohliges Gefühl.

Da säuft es sich im Bierzelt gleich viel fröhlicher, wenn man den Banknachbarn an seiner Seite weiß: Der kann Schwule, Schwarze und Emanzen auch nicht leiden; Prost und hoch die Tassen!

Nicht jeder Schwule ist geoutet, aber sie sind inzwischen gesellschaftlich so sichtbar, daß die allermeisten Menschen Nicht-Heteros kennen, die sie mögen. Da kann man mit Schwulenhass auch schon mal unangenehm auffallen.  Friedrich Merz mit seiner Sozialisierung im letzten Jahrtausend lehnt die „Ehe für alle“ ab, stimmte gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe. Schwule kann er immer noch nicht ausstehen, stößt aber im dritten Jahrzehnt des neuen Millenniums an Grenzen, wenn er seine Homophobie durch Verquickung mit Pädophilie ausdrückt.

In Russland und Osteuropa reicht Schwulenhass, um Wähler zu begeistern. Zunehmend schwenken aber die ganz Rechten des Westens – AfD, GOP, CSU auf Transhass um, da transidentische Menschen seltener und daher für den deutschen Michl auf der Straße noch ungewöhnlicher sind.

Die Vorstellung von einer bösartigen Dragqueen, die eine 10. Klasse einer Realschule besucht, woraufhin sich scharenweise die Söhne der frommen konservativen Eltern ihren Penis abschneiden und fortan als Mädchen leben wollen, gruselt so schön. Das hat zwar mit der Realität rein gar nichts zu tun, generiert aber so viel Aufwallung, daß Ron DeSantis damit einen US-Präsidentschaftsbewerbung befüllen kann.

[….] In mehreren EU-Staaten wie Tschechien müssen sich trans Personen noch immer sterilisieren lassen, bevor sie ihr Geschlecht ändern können. [….] Die Probleme, sagt Alexandra Tomanová, fingen drei Tage nach der Operation an. Natürlich, gewisse Schmerzen sind normal, wenn einem die Hoden entfernt werden. Aber diese? "Wie der stärkste Tritt zwischen die Beine, den man sich vorstellen kann. Und das für Stunden", sagt die 23-Jährige. Zugleich habe sie, trotz all der Schmerzen, Erleichterung gespürt. "Jetzt ist es geschafft, meine legale Transition ist beendet. Ein unglaubliches Gefühl."

Wenn man Tomanová in ihrer Heimatstadt Pilsen im Westen Tschechiens trifft, schwarzes Kleid, lange rotblonde Haare, lackierte Fingernägel, würde man nicht denken, dass sie vor nicht allzu langer Zeit noch einen männlichen Vornamen trug. Die Übersetzerin ist transgender und lebt mittlerweile als Frau. In Tschechien müssen trans Personen dafür eine besonders hohe Hürde überwinden. Um auf Ausweisdokumenten sein Geschlecht ändern zu können, ist es nötig, sich zuvor einer Sterilisierung zu unterziehen, also unfruchtbar zu werden.

Für die Betroffenen ist das ein völlig unnötiger Eingriff, dennoch hält sich diese Praxis laut der Organisation "Transgender Europe" neben Tschechien noch in drei weiteren EU-Staaten: in der benachbarten Slowakei, in Rumänien und Lettland. Auch die meisten anderen europäischen Länder schrieben trans Personen lange eine Sterilisierung vor, um das Geschlecht ändern zu können. Erst 2011 kippte das Bundesverfassungsgericht eine entsprechende Regel in Deutschland. 2017 urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass eine solche Behandlung das Recht auf Privatsphäre von Betroffenen verletze - in der Folge schafften beispielsweise Frankreich und im vergangenen Jahr Finnland die Zwangsbehandlung ab. Ein Bericht der Vereinten Nationen hatte vorgeschriebene Sterilisationen bereits vor zehn Jahren als eine Form von Folter eingestuft. [….] 2018 hatte die damalige tschechische Regierung einen Anlauf unternommen, den Zwang zur Sterilisierung abzuschaffen, doch das Innenministerium stoppte die Reform. 2022 hatte das Verfassungsgericht den Operationszwang wieder bestätigt. [….] In der benachbarten Slowakei wurden Zwangssterilisierungen bei trans Personen im vergangenen Jahr abgeschafft - bis die neue Regierung des Linkspopulisten Robert Fico die Reform im Dezember wieder kippte. Und in Russland erklärte das oberste Gericht die "internationale LGBTQ+-Bewegung" zu einer "extremistischen Organisation", was schwule, lesbische und trans Personen neuer Diskriminierung aussetzen könnte. [….]

(SZ, 23.01.2024)

Die konservativ-politische Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit geht also einher mit einer gehörigen Portion Sadismus.

Eine Schwangerschaftsunterbrechung soll in diesem Sinne auch lieber durch eine blutige und schmerzhafte Ausschabung, als vergleichsweise schonend mit RU486 durchgeführt werden. Trans-Menschen sollen leiden, Migranten besonders kärglich untergebracht werden. Das erfreut das Herz eines konservativen Christen.

Montag, 22. Januar 2024

Blamables aus Bayern – Teil II

Wie schafft man es, die Nazis davon abzuhalten, nach 91 Jahren erneut die Demokratie niederzuringen, um ein totalitäres Regime zu errichten und Deutschland zu ruinieren?

Unklar. Aber wir wissen immerhin, was nicht nur nicht funktioniert, sondern ganz im Gegenteil, die Nazis immer stärker macht: Die Anbiederung und Umarmung durch Friedrich Merz.

Es ist nach einer Dekade AfD nicht mehr lustig, wenn Lindner und die C-Politiker eifrig die braunen Wähler in Schutz nehmen und darauf pochen, die Nazis „inhaltlich zu stellen“. Wenn das auch nur ansatzweise möglich wäre, fragt man sich, wieso die entsprechenden Parteien, dieses tolle Rezept noch nie verwendet haben und lieber tumb zusehen, wie die Weidelianer immer mehr zulegen.

Natürlich kann und muss man in Politmagazinen, seriösen Zeitungen, Talks die AfD-Lügen sezieren; ihre Heuchelei und Menschenfeindlichkeit entlarven, nachweisen wie dreist sie bei der NSDAP klauen.  Aber zu glauben, im Lichte dieser Erkenntnis, würde der gemeine HAUT-AB-Brüll-Sachse denken „Oh Schreck, die sind rechtsextrem? Also dann wähle ich nicht mehr AfD, sondern schwenke zur CDU um“, war schon zur Bundestagswahl 2017 sträflich naiv. Heute wissen wir sicher, daß so ein Einsichts-Prozess nicht existiert. Indem die AfD-Themen hysterisch von allen anderen Parteien hyperventiliert werden und die C-Chefs dem braunen Urnenpöbel bestätigen, berechtigte Anliegen zu haben, verfestigt sich das faschistoide Wählerpotential.

[….] Die AfD hat die simulierte Zweiteilung der politischen Landschaft schon sehr früh mit zwei Begriffen markiert: »Altparteien« und »linksgrün«. Das heißt: wir gegen die. Daran, dass die Phrase »linksgrün« längst auch aus FDP und CDU/CSU gelegentlich zu hören ist, kann man den Erfolg dieser populistischen Vereinfachung ablesen. Teile von Union und FDP glauben nach wie vor an die Existenz eines »bürgerlichen Lagers«, zu dem sie selbst sich zählen.

Doch wer soll diesem »bürgerlichen Lager« gegenüberstehen? Die Arbeiterklasse? Und zu welchem Lager gehören die Wählerinnen und Wähler der AfD? Auch die tatsächliche Zusammensetzung der Wählerschaft von Grünen, SPD und Linken führt diese Zweiteilung ad absurdum: All diese Parteien haben selbstverständlich viele »bürgerliche« Wählerinnen und Wähler. Einfache Dichotomien sind in einer komplexen Welt immer falsch.

Maßnahme eins zur Verkleinerung der AfD lautet daher: Alle demokratischen Parteien müssen sich irreführenden Vereinfachungen und Zweiteilungen konsequent widersetzen. […..] Setzten sich die Rechtsextremen mit ihren rassistischen und völkischen Ideen durch, bräche dieses Land zusammen. Rassismus ist keine begründbare Position, er ist emotional und irrational. Ein »arisches« Deutschland gab es nie, kann und wird es nie geben.

Maßnahme zwei lautet daher: Alle demokratischen Parteien müssen rassistische, also irrationale Positionen und Argumente stets als solche brandmarken und sie selbst meiden.

Es gibt in der Union in dieser Hinsicht eine düstere Tradition (»Kinder statt Inder«, Roland Kochs Kampagnen gegen Jugendliche mit Migrationshintergrund). Und heute? Man denke an Friedrich Merz’ Gerede von den »kleinen Paschas«; von Flüchtlingen, die Deutschen angeblich die Zahnarzttermine wegnehmen; an Markus Söders Gerede vom »Asyltourismus«. Es war in dieser Kolumne schon mehrere Male zu lesen, aber es ist zu wichtig, um es hier wegzulassen: Es ist empirisch vielfach nachgewiesen , dass die Übernahme populistischer Positionen nur den Populisten nützt: Anpassungsstrategien verringern die Unterstützung für Rechtsradikale nicht .

Was dagegen hilft, ist ein »cordon sanitaire« , wie das in der Fachliteratur öfter zu lesen ist, was in etwa dem deutschen Begriff der »Brandmauer« entspricht. Friedrich Merz, Markus Söder und andere, die in der Union (und Teilen der FDP) im Moment das Wort führen, wollen das augenscheinlich nicht wahrhaben. Merz behauptete diese Woche, die Ampelkoalition führe eine »Kampagne« gegen Bauern, Rechtsradikale hätten an den Traktorprotesten gar nicht teilgenommen. Das ist nachweislich  falsch, und das muss Merz auch klar sein. Das ist der Sound und der Stil der AfD. […..]

(Prof Christian Stöcker, 21.01.2024)

Es ist zum Verzweifeln, wenn man die stoische Erkenntnis-Unfähigkeit der Söderisten und Merzianer mitansieht. Mit geradezu Trumpscher Borniertheit, trommeln sie eifrig weiter für das Falsche, setzen ihre ganze Energie dafür ein, die Demokraten zu schwächen und die Faschisten zu stärken.



Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Merz bewußt die AfD stärkt, weil er genauso rechtsradikal denkt, oder ob er einfach zu dumm ist, zu begreifen, wie er fortwährend die Nazis bewirbt. Beides sind keine schönen Szenarien.

Einige unverbesserliche Optimisten des linksliberalen Lagers, schöpfen aus den weit über einer Million Demonstranten gegen Rechts in den letzten Tagen, die Hoffnung auf eine Umkehr bei den AfDophilen C-Parteien.

Heute scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Söder und sein antisemitischer Vize-MP, präsentieren soeben den Plan, rassistische AfD-Mitglieder zu bayerischen Verfassungsrichtern zu machen. So agiert die bayerische Staatsregierung kaum 24 Stunden nachdem 350.000 Münchner gegen Rechts aufstanden.

Antisemit Aiwanger mag die Demokraten ohnehin nicht.

[….] Während sich Söder klar gegen die AfD-Politik positioniert, lässt es Aiwanger an einem solchen Bekenntnis fehlen. [….] Wegen seiner Haltung zu den deutschlandweiten Demonstrationen gegen die AfD muss Vizeministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) teils heftige Kritik einstecken. "Ich halte das für unmöglich, wie er sich positioniert", sagte der frühere CSU-Parteichef Theo Waigel am Montag der Süddeutschen Zeitung. Der Hintergrund: Aiwanger hatte sich wiederholt vom breiten gesellschaftlichen Protest distanziert - und gesagt, dass dieser "vielfach von Linksextremisten unterwandert" sei. Für Waigel ist das "ziemlich übel". Er ist der Meinung, dass Aiwanger "den dunklen Kräften geradezu Auftrieb gibt, indem er die Wirklichkeit leugnet und zu den Dingen, die im Moment in der AfD stattfinden, keine klaren Worte bezieht".[….] [….] Neben Söder gibt es aber weitere hochrangige CSU-Mitglieder, die allzu konkrete Äußerungen über Aiwanger scheuen. Erst kürzlich hatte ein Kabinettsmitglied zahlreiche Aussagen - und mehrere Fragen - zu Aiwanger nachträglich aus einem Interview mit der SZ gestrichen. [….]

(Andreas Glas, 22.01.2024)

Die moralische Fehlprägung Söders, der wieder einmal nicht die Kraft, oder den Willen findet, dem rechtsradikalen Antisemiten an seinem Kabinettstisch Einhalt zu gebieten, wirkt nach dem enormen Statement seiner Bevölkerung gegen den Faschismus noch erbärmlicher.

[….]  Die Demos am Wochenende boten ein beeindruckendes Bild, Vertreter aller demokratischen Parteien lobten das Engagement. Nur FW-Chef Aiwanger spottet und vermeidet eine Abgrenzung nach rechts außen. Wer ihn gewähren lässt, gefährdet seine eigene Glaubwürdigkeit. [….]

(Katja Auer, 22.01.2024)

Der bayerische Ministerpräsident schweigt zu Hubsis rechtem Raunen. Es passt schließlich so gut zu den CSUlern, die pawlowsch gegen das Volk pöbeln, wenn es liberale Tendenzen zeigt. Söders CSU-Justizminister Eisenreich kann angesichts der Bilder von den Großdemonstrationen in Bayerns Städten nicht an sich halten und muss gleich den Faschisten zu Hilfe eilen.

[….] Zugleich kritisierte Münchens CSU-Chef, der bayerische Justizminister Georg Eisenreich, die Organisatoren - vor allem die Klimabewegung Fridays for Future. Mehr als 200 Organisationen und Gruppen hatten zu der Demonstration gegen die AfD am Sonntag aufgerufen. [….] Zugleich kritisiert Eisenreich das Motto der Demonstration: "Gemeinsam gegen Rechts". Dieses halte er "in seiner kalkulierten Unbestimmtheit für falsch". [….] Während er, so Eisenreich, beim Kampf gegen Demokratiefeinde einen "Konsens der Demokraten" erkenne, gebe es diesen nicht in der Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik. Er hoffe, dass die Rednerinnen und Redner auf der Demo "der Versuchung widerstehen, den Konsens beim Kampf gegen Rechtsextremismus für die Forderung nach einer linken Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik zu nutzen".

Explizit kritisierte Eisenreich die Klimabewegung Fridays für Future. Er frage sich, ob diese "ein legitimer Organisator einer solchen Demonstration gegen Extremismus" sei. Seine Haltung begründet der Münchner CSU-Chef damit, dass sich der deutsche Zweig der Bewegung nur "halbherzig" von "unsäglichen Äußerungen" Greta Thunbergs zu Israel distanziert habe. [….] (SZ, 22.01.2024)

So bekommen wir die AfD selbstverständlich nicht geschrumpft, wenn sich ihre christdemokratisch/sozialen Freunde im Zweifelsfall immer auf die Seite der Faschisten und gegen die Demokratie stellen.

 [….] Äußerungen von Georg Eisenreich zur Demo [sind] irritierend und unklug. Die AfD dürfte sich freuen, dass Eisenreich jene zu spalten versucht, die sich gegen die Rechtsaußenpartei engagieren.

Wo all die Gruppen und Vereine zuletzt waren, fragt Eisenreich, als es darum ging, Solidarität mit Israel auszudrücken. Dass vergleichsweise wenige Menschen in München für Jüdinnen und Juden auf die Straße gehen, ist traurig. Dies aber just den Gruppen zum Vorwurf zu machen, die jetzt gegen die Menschenfeindlichkeit der AfD mobilisieren, ist befremdlich. Wo waren und sind denn all die der CSU nahestehenden Menschen beim Protest gegen Antisemitismus? Ginge nur ein kleiner Teil von ihnen auf die Straße, es wäre ein leuchtendes Zeichen.

Ebenso fragwürdig ist Eisenreichs Verbalattacke auf Fridays for Future. Er spricht der Münchner Gruppe der Klimabewegung die Legitimation ab, die Demo gegen die AfD zu organisieren. Ja, Greta Thunbergs Äußerungen zum Nahost-Konflikt sind zu kritisieren, und ja, man darf aufgrund der deutschen Geschichte vom hiesigen Fridays-for-Future-Zweig Distanzierung verlangen. Allein, genau das ist geschehen.

Wenn Eisenreich bei den Klimaaktivisten eine angeblich "halbherzige" Distanzierung von Antisemitismus problematisiert, muss man unweigerlich an Hubert Aiwanger denken. Wie war das mit dessen verharmlosendem Umgang mit dem in seiner Schultasche gefundenen menschenverachtenden Flugblatt? Die CSU hat sich davon abgegrenzt. Ist diese Distanzierung in Eisenreichs Logik auch "halbherzig"? Seine Partei koaliert weiter mit den Freien Wählern, deren Chef Aiwanger ist weiter Minister.

Der Justizminister und Münchner CSU-Chef sollte nicht mit zweierlei Maß messen. Und er sollte nicht eine maßgebliche Gruppe der demokratisch engagierten Münchner Jugend in die Nähe von Antisemitismus schieben.

 […]

(Bernd Kastner, 22.01.2024)