Montag, 17. Mai 2021

Wenn die Täter auf den Tischen tanzen

Vorletzte Woche gab es einen großen Fahndungserfolg.

[…..] Ermittler haben eine der weltweit größten Kinderpornoplattformen im sogenannten Darknet gesprengt. Vier mutmaßlich Beteiligte sind in Haft. Ihnen wird bandenmäßige Verbreitung kinderpornografischer Inhalte vorgeworfen.     Wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte, hatte die Darknetplattform "Boystown" zuletzt weltweit mehr als 400.000 Mitglieder. Drei mutmaßliche Verantwortliche und Mitglieder der Plattform wurden in Deutschland festgenommen. Ein weiterer Deutscher wurde auf Grundlage eines internationalen Haftbefehls in Paraguay gefasst.  Ihnen wird bandenmäßige Verbreitung kinderpornografischer Inhalte vorgeworfen. Auf der Plattform wurden den Ermittlern zufolge auch Aufnahmen von schwerstem sexuellem Missbrauch von Kleinkindern geteilt. […..]

(Deutsche Welle, 03.05.2021)

Es dürfte von Links-Partei bis AfD eins der am wenigsten kontroversen Statements sein, wenn man die Zerschlagung dieser „Plattform“ begrüßt und den Betreibern eine längere Bekanntschaft mit Staatsanwälten, Richtern und Strafvollzugspersonal wünscht.

Wenn aber die Justizbehörden und politischen Parteien sagten, „Boystown“ wäre eine Nummer zu groß für sie, schließlich wären auch erhebliche finanzielle Interessen all der Kinderhändler, Internetprovider und Betreiber betroffen. Daher halte man sich lieber raus und übergebe es der Kinderporno-Branche selbst, die Hintergründe aufzuklären; es sei ihnen selbst überlassen, ob sie den misshandelten Kindern zuhören oder ihnen gar eine Wiedergutmachen zahlen möchten, wäre die Empörung vermutlich ebenso einhellig.

Bei der sehr viel größeren Kindesmissbrauchsorganisation RKK, die weltweit hunderttausende Opfer forderte und bis heute auf Strukturen beharrt, die systematisch potentielle Täter zu ihnen locken und deren Taten vertuschen, akzeptiert Deutschland diese perfide Form der Täterjustiz.

Der womöglich groteskeste Aspekt dieser Justiz-Pervertierung, in der die Täterorganisation Kirche selbst über sich zu Gericht sitzt und entscheidet, ob sie die Opfer überhaupt hören will, ist das Kirchenrecht, welches den sexuellen Missbrauch kleiner Jungs gar nicht als strafbar ansieht.    Deutschland übergibt die Aufklärung von massenhaften Kindersex-Verbrechen einem Verein, der Sex mit Kindern gar nicht als justiziables Verhalten ansieht.

(……) Viel zu viel Aufmerksamkeit wird auch den schweren Religioten geschenkt, die sich immer noch hartnäckig für die Kindermissbrauchs-Organisation RKK einsetzen.    Niemand bei klarem Verstand würde auf Einsicht der Männer wie Müller, Ratzinger, Woelki, Heße, Marx, die sich seit Jahrzehnten bemühen Kinderfic**r zu beschützen und ihr Tun weiter ermöglichen, setzen.   Sie stehen für eine Organisation, die sich bis heute nicht den deutschen Gesetzen unterwerfen will, sondern ausschließlich auf das Kirchenrecht setzt, welches bezeichnenderweise in der Vergewaltigung von Kindern gar keinen Straftatbestand erkennt. Nur der Verstoß gegen den Zölibat wird geahndet.

[…..] Dass Kleriker zu Missbrauchstätern wurden und werden, liegt vielleicht sogar in der inneren Logik der Kirche begründet. Um das zu verstehen, hilft ein Blick ins Kirchenrecht: Kirchenrechtlich wird sexueller Missbrauch bis heute rein vom Priester her gedacht. Kirchenrechtlich gesehen verstößt ein Priester, der sich an einem Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen vergeht, gegen das sechste Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen." Und weil der zölibatär lebende Priester mit der katholischen Kirche verheiratet ist, betrügt er lediglich die Kirche. Die Opfer kommen als Geschädigte nicht vor, sie sind gar nicht da.  Aus diesem Grund haben Betroffene von sexuellem Missbrauch in kirchenrechtlichen Verfahren gegen Täter bis heute keinerlei Rechte. Sie können keine Akten einsehen, sie können nicht als Nebenkläger auftreten, sie sind nur Zeugen. Die katholische Kirche könnte etwas dagegen tun, sagt zum Beispiel die Theologin Doris Reisinger: Sie könnte ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung in ihren Rechtsnormen verankern; im weltlichen Bereich ist dies etwas völlig Selbstverständliches. Doch wenn sie das täte, müsste sie den Gläubigen auch zugestehen, über ihr Schlafzimmer selbst zu entscheiden. Hier liegt der Knackpunkt: katholische Kirche und Selbstbestimmung des Menschen - das geht offenbar nicht zusammen. […..]

(Annette Zoch, 19.03.2021)

Politikern wie Annette Schavan, Wolfgang Thierse oder Winfried Kretschmann, die sich für so ein Kindermissbrauchssystem engagieren, indem sie sogar im Zentralrat der Katholiken sitzen, kann ich nicht vertrauen. (…….)

(Unsichtbare Vernunft, 25.04.2021)

Viele Jahrzehnte konnten die hochverehrten Päpste Ratzinger und der Heilige Woytila jede Aufklärung der sexuellen Übergriffe ihrer Priester verhindern und sogar gezielt die übelsten Sextäter fördern.

2001/2002 wurden die Fälle in den USA aber so zahlreich – in jedem Bundesstaat gab es hunderte Sexualverbrecher unter den Priestern – daß sie an die große Öffentlichkeit drangen.

Das Thema wurde weltpräsent und durch Opferorganisationen wie SNAP – (Survivors Network of those Abused by Priests) und der systematischen Veröffentlichung von Meldungen über Kinder-vergewaltigende Priester so unangenehm für die RKK, daß sie schließlich nicht mehr leugnen konnte.

Auch in Deutschland berichteten „ganz normale Medien“ wie DER SPIEGEL oder das Politmagazin PANORAMA immer wieder über den massenhaften Kindersex deutscher Kleriker. Dennoch verschlossen die Bischöfe weitere acht Jahre Augen und Ohren, um dann 2010 durch den „Fall Canisius“ ganz erschüttert zu erklären, also das habe man ja wirklich nicht ahnen können.

Es galt aber weiterhin die geweihten Täter zu schützen und den Opfern immer wieder in die Magengrube zu treten.

Der hochverehrte, von nahezu allen Politkern adorierte Kardinal Lehmann, langjähriger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hatte in seinem Bistum ebenfalls Sextäter erneut auf Kinder losgelassen und diese vor der Staatsanwaltschaft geschützt.   Er schämte sich noch nicht einmal für diese ungeheuerliche Strafvereitelung, die dazu führte, daß mehr Kinder vergewaltigt wurden.

Als der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann einmal gefragt wurde, warum denn vor 2010 so viele Bischöfe, die Kenntnis von kinderfi**ende Kaplanen hatten, nicht zur Staatsanwaltschaft gegangen wären, antwortete der Kirchenfürst ganz jovial, daß nicht alle Staatsanwaltschaften den Kirchen freundlich genug gesonnen wären. 

Seit wann dürfen eigentlich Kriminelle sich ihre Ankläger aussuchen, bzw entscheiden gar nicht erst zur Rechenschaft gezogen zu werden, weil der Richter nicht lieb genug ist?   Im Jahr 2007, also fünf Jahre nach den päpstlichen Leitlinien zum Kindesmissbrauch, die vorsahen pädophil übergriffige Priester zu melden, hatte der Mainzer Kardinal erklärt, wieso er sich nicht daran halten müsse – die Staatsanwaltschaften gefielen dem Herren im roten Kleid nicht.

O-Ton Karl Kardinal Lehmann:

„Die Staatsanwaltschaften in verschiedenen Städten sind auch recht verschieden. Soweit her mit der Objektivität allein ist es dann auch wieder nicht.“

Täterschutz kommt vor Opferhilfe.

Das ist der Kern der Religionen: Wir sind besser als die und dürfen das, was die noch lange nicht dürfen.

 (Das ist dreist, 15.08.2013)

Der Trierer Bischof Ackermann fiel seit seiner Ernennung zum Missbrauchsbeauftragten der DBK im Jahr 2010 ebenfalls schon damit auf, in seinem Bistum Kindersextäter zu schützen.

[….] Der Trierer Bischof Stephan Ackermann beschäftigt nach SPIEGEL-Informationen in seinem Bistum sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer. Einer von ihnen soll sexuelle Beziehungen zu einem Schüler gehabt haben, zwei weitere sind wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt. […..]

(SPIEGEL, 18.03.2012)

Ackermann ließ nur elf Jahre nach seiner Ernennung ein „Positionspapier“ erarbeiten, welches die DBK 2021 einstimmig verabschiedete.

[…..] Bischof Stephan Ackermann, der Beauftragte der deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, begrüßt nach eigenen Angaben das Anliegen, "eine vertiefte Debatte zum Verhältnis von sexueller Bildung und Präventionsarbeit anzuregen". Wörtlich sagte der Trierer Bischof in einer Mitteilung am heutigen Mittwoch:    "Seit über zehn Jahren engagiert sich die katholische Kirche in Deutschland intensiv in der Prävention gegen sexuelle Gewalt. Ich bin froh, dass die Präventionsbeauftragten der Bistümer mit diesem Papier auf die wichtige Verbindung von Präventionsarbeit und sexueller Bildung hinweisen und erhoffe mir von der weiteren Beschäftigung mit dem Thema wichtige Erkenntnisse." […..]

(CDA, 07.04.2021)

Das Positionspapier wurde - was sollte man auch anderes von der RKK erwarten? – maßgeblich von Pädophilen-Freunden miterarbeitet.   Wer sich, wie der „Elternverein NRW“ im Gegensatz zur Katholischen Kirche für die Opfer des sexuellen Missbrauchs interessiert und nicht in erster Linie die Täter schützen will, steht fassungslos vor diesem neuerlichen moralischen Tiefpunkt der Kindersexorganisation RKK.

[….] Tatsächlich sind wir nun erschüttert, dass dies Vorhaben im tatsächlichen Ergebnis nahezu ins Gegenteil verkehrt wurde, weil man stattdessen den Bock zum Gärtner gemacht hat.“, so Andrea Heck, Vorsitzende des Elternverein NRW. Als Vertreter der Elternschaft macht es uns nahezu fassungslos, dass das gesamte Papier, das nicht nur Missbrauch verhindern, sondern auch als Konzept zur „sexuellen Bildung“ dienen soll, von den Theorien des bekanntermaßen pädokriminellen Helmut Kentler geprägt ist. Explizit bezieht man sich darin etwa auf Prof. Uwe Sielert, der Kentler einen „väterlichen Freund“ nennt und seine Kollegen, die  z.B.  ausdrücklich  empfehlen  „möglichst  unzensierte  Intimkontakte  mit  anderen  Kindern aufzunehmen, wenn sie nicht auf die Eltern fixiert bleiben sollen“(Quellen siehe Brief) und dass Kinder schon im Alter von null bis vier Jahren die Masturbation erlernen sollten. Als weitere positive Quelle wird der französische Philosoph Michel Foucault als Referenz angeführt, gegen den aktuell schwere Vorwürfe wegen des Missbrauchs junger Kinder im Tunesien der 60er Jahre erhoben wurden und der sich 1977 in Frankreich lautstark gegen ein Gesetz zur Bestrafung von Sexualität mit Kindern unter 15 Jahren einsetzte, weil es seines Erachtens keinen Grund gäbe, warum sexuelle Beziehungen, in die Kinder einwilligen, nicht erlaubt sein sollten. Zitat Foucault: „Jedenfalls hat eine gesetzlich festgelegte Altersgrenze keinen Sinn. Noch einmal, man kann dem Kind zutrauen, selbst zu sagen, ob ihm Gewalt angetan worden ist oder nicht.“ Dass   die   Katholische   Kirche   solche   „Experten“   als   Referenzen   nennt,   macht   uns fassungslos! Als Vertreter der Elternschaft stehen wir ohne jedes Verständnis und zutiefst besorgt vor der Tatsache, dass dieses Papier, das Millionen von Kindern und Erwachsenen betrifft, auf dieser im Ansatz pädophilen „sexuellen Bildung“ aufbauen will. [….]   „Dies   Konzept   schützt   nicht   vor Missbrauch, es öffnet eher den Weg dazu“, so Heck. [….]

(Elternverein NRW, 16.05.2021)

Bischof Ackermann ist langsam genervt von diesen renitenten Opfern, die nur weil sie von Priestern vergewaltigt und gequält wurden, so aufmüpfig sind und dreist einfordern, die Geistliche der RKK sollten keine Messdiener mehr missbrauchen dürfen.

Ihm wäre es am liebsten, man überließe die gesamte „Aufklärung“ ganz den Tätern selbst und verurteile die Opfer zum Schweigen.

[….] Der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann sprach entlarvende Sätze beim Ökumenischen Kirchentag: Er sei skeptisch über die Arbeit von "Aktivisten" in Betroffenenbeiräten. Aktivisten seien aus seiner Sicht Menschen, die "kompromisslos Fehler aufdecken, immer den Finger in die Wunde legen", und dies auch "politisch öffentlich"?   Ja, was sollen Betroffene denn sonst tun? Brav mitarbeiten, still sein? [….] Es ist ein seltsames Verständnis jenen Menschen gegenüber, denen die Institution Kirche mit das Schlimmste angetan hat, was Menschen sich antun können. [….] Die Kirchen müssen die Aufarbeitung aus der Hand geben. Sie können es nicht alleine. Es ist Zeit für eine unabhängige Wahrheitskommission. [….]

(Annette Zoch, SZ, 16.05.2021)

Man versteht gar nicht wieso irgendjemand aus der Kirche austreten möchte.

Der fromme Bundespräsident Steinmeier, promovierter Jurist, ist entsetzt und steht fest an der Seite Ackermanns und Co.

Sonntag, 16. Mai 2021

Der fromme Frank

Natürlich war Frank-Walter Steinmeier der perfekte Bundespräsidentenkandidat für die SPD, weil er trotz seines Parteibuchs alle Bedingungen erfüllte, um auch von anderen Parteien Stimmen in der Bundesversammlung zu bekommen. Fromme Christen sind im Parlament extrem überrepräsentiert, Konfessionslose geradezu marginalisiert.

(…..)  Frank-Walter Steinmeier gilt als Idealbesetzung. Er war und ist beliebtester Politiker Deutschlands – so wie eigentlich alle Außenminister, wenn sie nicht durch extreme Unfähigkeit auffallen wie Guido Westerwelle.

Mehr Establishment als Steinmeier geht eigentlich gar nicht.    (…..)  Seit zwei Jahrzehnten sitzt er an entscheidenden Hebeln der Macht und führt das fort, was wir fast immer im Amt des Bundespräsidenten hatten:

1.   Alt

2.   Mann

3.   Weißhaarig

4.   Ausgesprochen fromm und christlich.

Ich hatte so sehr gehofft, daß mal kein klerikaler Geront ins Schloß Bellevue einzieht, der einmal mehr die Abgehobenheit des politischen Betriebs repräsentiert.

1.   Mit Steinmeier, der schon als nächster Präsident der Synode der Evangelischen Kirche gehandelt wurde, zieht schon wieder ein hardcore-Religiot ins höchste Amt der Bundesrepublik ein.

2.   Im Juli 2016  erhielt er den „Ökumenischen Preis der Katholischen Akademie Bayern“ für die "Kraft seiner christlicher Überzeugung."

3.   Steinmeier focht engagiert für die diskriminierende „Pro-Reli“-Initiative gegen seine eigene Berliner Partei.

4.   Steinmeier predigte am 12.November 2014 beim Eröffnungsgottesdienst der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.“

5.   Laudator und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm überreichte im September 2016 den Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing an Steinmeier.

6.   Frank-Walter Steinmeier gehört dem Präsidium des Kirchentages an.

7.   Steinmeier forderte beispielsweise 2012 vehement und verfassungswidrig die Einmischung der Kirchen in die Politik.

8.   Steinmeier eröffnete im November 2014 die Synode der Brandenburgischen Kirche.

Zu fromm für meinen Geschmack.    Ich halte es für nahezu ausgeschlossen, daß er eine Art von Aufbruchsstimmung generieren könnte, die auch bisher Politikferne für unsere Demokratie begeistern wird. (….)

(Establishment, 14.11.2016)

Ich sollte mit meinen Prognosen Recht behalten. Steinmeier ist ein Fortschritt gegenüber dem ungebildeten und selbstverliebten Pfarrer Gauck, der seine rechtsnationalen Ansichten immer weniger verbergen konnte. Steinmeier sieht auch nicht so ungepflegt aus wie sein Vorgänger. Er kann sich auf der internationalen Bühne bewegen und man muss nicht ständig befürchten, daß er auf Staatsbesuchen wie Gauck, Köhler, Wulff oder Lübke irgendetwas Hochnotpeinliches von sich gibt.

Es bleibt ein ewiges Faszinosum, daß intelligente, gebildete Menschen an dieser schweren Inselverarmung leiden können, die sie zu extremen Religioten macht.

Steinmeier ist so ein Fall.    Das zeigte sich jüngst, als dem als langjährigen deutschen Chefkatholiken Kardinal Marx, in dessen Erzdiözese besonders übel den Opfern des sexuellen Missbrauchs durch Priester mitgespielt wurde, dringend das Bundesverdienstkreuz umhängen wollte, um die gequälten und vergewaltigten Kinder metaphorisch auszulachen. Sogar der bayerische Bischof selbst begriff, daß Steinmeiers Klerikerliebe zu weit ging.

[…..] Nach massiver Kritik von Missbrauchsopfern verzichtet der Münchner Kardinal Reinhard Marx auf das Bundesverdienstkreuz, das ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diesen Freitag überreichen sollte. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die auf der Homepage des Erzbistums München veröffentlicht wurde. Darin wird über einen Brief berichtet, den Marx an den Bundespräsidenten geschrieben habe. "Meine große Bitte an Sie ist, die Auszeichnung nicht vorzunehmen", schreibe Marx darin an den Bundespräsidenten.   In den vergangenen Tagen hatte es Kritik an der geplanten Auszeichnung des Kardinals gegeben. Der Orden dürfe nur vergeben werden, wenn eindeutig nachgewiesen sei, dass Marx sich nicht an der Vertuschung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche beteiligt oder deren Aufklärung behindert habe, hieß es von mehreren Opferverbänden.   "Diese Auszeichnung ist eine herausgehobene Ehre, für die das gesamte Wirken des zu Ehrenden in den Blick genommen werden sollte", sagte Hermann Schell, Sprecher des Vereins Missbit, der Missbrauchsopfer und Betroffene im Bistum Trier vertritt. Aus Sicht von Missbit entspricht das Verhalten des früheren Trierer Bischofs im Umgang mit sexuellem Missbrauch nicht dem mit der Ehrung verbundenen Vorbildcharakter. Schell forderte Marx daher auf, auf die Auszeichnung zu verzichten. [….]

(SZ, 27.04.2021)

Es ist ein klassischer Fall von Realitätsblindheit eines Religioten, wenn inmitten einer weltweiten Debatte um den Myriadenfachen Kindesmissbrauch durch die Katholische Kirche und insbesondere die schwere moralische Schuld der deutschen Katholischen Bischofskonferenz, der Bundespräsident auf die Idee verfällt, dem langjährigen DBK-Chef einen Orden umzuhängen, statt Medaillen und Lametta für diejenigen vorzusehen, die sich um die Opfer und Wiedergutmachung bemühen.

So ein bundespräsidiales Fehlverhalten kann angesichts seines wohlbekannten Kirchismus’ kaum überraschen.

Atheisten können mit ihren humanistischen Überzeugungen prinzipiell alle anderen demokratischen Menschen repräsentieren, weil Religionsfreiheit für sie umfassend gilt: Freiheit von Religion und auch die Freiheit, privat jeder Glaubensrichtung anzuhängen.

Schwere Religioten hingegen erscheinen aufgrund ihrer alleinseligmachenden, also grundsätzlich EXKLUDIERENDEN Ideologie, für hohe Staatsämter in Deutschland  insofern ungeeignet, als sie einen großen Teil der Menschen nicht nur nicht repräsentieren, sondern sie sogar abwerten.

Frank-Walter Steinmeier zeigte das auf dem ökumenischen Kirchentag in Frankfurt leider besonders deutlich.

 […..] Steinmeier ging in seiner Eröffnungsrede zum Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt auf die "schwierige Zeit" ein, in der sich die beiden großen Kirchen befänden. Dabei stellte er die "bange Frage", ob es "je wieder ein Zurück zur Normalität gibt". Wörtlich fuhr er fort: "Ob die Pandemie nicht auch hier als Brandbeschleuniger wirkt, dem Prozess der Säkularisierung zusätzlichen Schub verleiht, die Kirchen aus der Mitte der Gesellschaft drängt."  Offenkundig schätzt der Bundespräsident die Zunahme des religionsfreien Bevölkerungsanteils als bedrohlich ein, denn der Begriff "Brandbeschleuniger" wird fast ausschließlich für gefährliche Entwicklungen wie das Erstarken von Rechtspopulismus, Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit verwendet. Der Philosoph und Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) Michael Schmidt-Salomon erklärt dazu: "Wer im Zusammenhang mit der Säkularisierung von einem 'Brandbeschleuniger' spricht, gibt zu erkennen, dass er diesen 'Brand' löschen will. Ein 'Zurück zur Normalität' bedeutet für den Bundespräsidenten offenbar eine Wiederherstellung der christlichen Vormachtstellung in Politik und Gesellschaft. So etwas kann Frank-Walter Steinmeier natürlich als Privatperson denken, er darf es als Bundespräsident aber nicht öffentlich äußern. Denn als höchster Repräsentant des Staates sollte er sich weltanschaulich neutral verhalten. Die Verfassung verbietet es ihm, einseitig Partei für eine Religion zu ergreifen – auch nicht für das Christentum!"

Christen und Kirchen werden benötigt – andere nicht?

Nicht weniger als sieben Mal behauptete der Bundespräsident in seiner Rede: "Wir brauchen die Kirchen, wir brauchen engagierte Christinnen und Christen!" Darüber hinaus sprach er das Publikum als "Schwestern und Brüder" an. "Frank-Walter Steinmeier hat sich in dieser Rede nicht als 'Präsident aller Deutschen' gezeigt", sagt Schmidt-Salomon. "Immerhin sind 39 Prozent der Bevölkerung konfessionslos. Die vielen Millionen religionsfreien Menschen sind auch nicht bloß zu tolerieren, wie es die Rede des Bundespräsidenten nahelegt, sondern als gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger zu respektieren. Toleranz, sprich: die Erduldung einer Last, wäre eindeutig zu wenig – zumal offene Gesellschaften auf religionsfreie Menschen in besonderem Maße angewiesen sind. Denn es ist kein Zufall, dass die Menschenrechte im weitgehend säkularisierten Westeuropa stärker geachtet werden als beispielsweise in kirchlich geprägten Ländern wie Polen, in denen 'engagierte Christinnen und Christen' das Sagen haben. […..][…..]

(Michael Schmidt-Salomon, GBS, 15.05.2021)

Samstag, 15. Mai 2021

Abgründe unter Abgründigen

David Miles Hogg, 21, überlebte am 14. Februar 2018 das Massaker an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland (Florida), bei dem 14 seiner Mitschüler und drei Lehrer getötet wurden.

Jeder Mensch, der auch nur über einen winzigen Rest menschlichen Anstandes verfügt, empfindet Mitleid mit den „Parkland-Survivors“ und versteht, daß sie keine Waffenfreunde sind.

Marjorie Taylor Greene, 46, republikanische Kongressabgeordnete aus Georgia, gehört nicht dazu.   Die fanatische Christin ist zutiefst bösartig, stürzt sich höhnisch lachend auf Opfer, bei denen sich Schwäche wittert.

Daher verfolgte und belästigte sie 2019 das traumatisierte Opfer David Hogg erneut, versuchte ihn damit zu triggern, daß sie eine Waffe trage.

[……] Rep. Marjorie Taylor Greene, R-Ga., mocked a Florida school shooting survivor as an "idiot" who "only talks when he is scripted" in a 2019 interview with a Georgia gun group, according to a previously unreported video obtained by NBC News.   "He is very trained. He's like a dog. He's completely trained," Greene said of the survivor, David Hogg, now 20, in an interview with Georgia Gun Owners Inc. in April 2019, less than two years before she was elected to Congress.   Videos of Greene, a freshman Republican, berating Hogg in Washington surfaced last week after she was appointed to the House Education and Labor Committee. […..]

(02.02.2021)

Die Schäbigkeit und Brutalität der Retrumplicans lässt sich eigentlich nicht unterschätzen, aber Taylor Greene ist selbst für GOP eine besonders abstoßende Kreatur der Niedertracht.

Sie verhöhnt die Opfer, indem sie  School-shootings als „false flag operations“, also liberale Inszenierungen bezeichnet, um den Waffenbesitzern zu schaden. Demokratische Politiker solle man exekutieren. David Hogg beschimpfte sie als „Feigling“, nachdem dieser sich weigerte auf ihr aggressives Stalking zu reagieren.

Die frommen weißen Christen in Georgia waren von solchen Aktionen so begeistert, daß sie die QAnon-Verschwörerin 2020 in den US-Kongress wählten.

Der versuchte blutige Coup vom 06.01.2021 war ganz nach ihrem Geschmack. Schon bei anderthalb Jahre früher hatte sie als Besucherin des Kongresses demokratische Politiker wie Alexandria Ocasio-Cortez massiv bedroht und belästigt.

Ihre moralisch extrem abstoßenden Aktionen verbreitet sie selbst in den sozialen Medien. Es zeigt die ganze Dysfunktionalität der US-amerikanischen Gesellschaft, daß eine antisemitische und aggressive Hassfanatikerin unterstützt von Donald Trump 74,6 Prozent der Stimmen im sechsten Kongresswahlbezirk von Georgia bekam.

Diese wirklich zutiefst abscheuliche Person wird als Abgeordnete genauso wenig zivilisierter als Trump es im Amt wurde.

Die Trumplicans haben das politische System weitgehend verseucht. Die Parteiführung geht nicht gegen Parasiten wie Matt Gaetz, Jordan, Boebert oder Greene vor. Stattdessen werfen sie Liz Cheney aus der Führung.

Sie weigern sich politisch mitzuarbeiten, bedrohen stattdessen persönlich demokratische Abgeordnete. Der demokratischen Abgeordneten Gabrielle Giffords wurde 2011 in den Kopf geschossen, nachdem Sarah Palin ihr virtuell eine Zielscheibe auf denselben legte.

Die christlichen „Lebensschützer“ der GOP werden früher oder später Demokraten töten.

Freitag, 14. Mai 2021

Corona-Sport

Eine der ganz wenigen Sportarten, von denen ich rudimentär etwas mitbekomme, ist Wasserspringen.   Die Akrobatik ist beeindruckend und außerdem geht es schön schnell. Nach einer Sekunde ist so ein Sprung von der 10m-Plattform vorbei. Viel länger reicht meine Aufmerksamkeitsspanne bei Sport ohnehin nicht.    Vor ein paar Tagen sah ich in den social media das Bild einer britischen Turmspringerin beim Weltcup in Tokio inmitten ihrer Teamkollegen, überschrieben mit „my favorite bubble“.

Da wurde ich aufmerksam.

Wieso reisen die eigentlich schon wieder durch die Welt und können sich mit einem Dutzend jungen Sportlern Arm in Arm ohne Maske für Selfis aufstellen?

Es liegt offenbar daran, daß etwas vollständig Sinnloses wie Sport aufgrund der nationalistischen Gefühlsaufwallungen, die damit verbunden sind, höchste politische Priorität genießt.  Menschen befestigen dann gern kleine Nationalflaggen an ihren Autos, um coram publico zu demonstrieren, wie vollständig verblödet sie sind. Um solche Kleinwagenpatrioten kümmert man sich schon eher, als um Angehörige, die ihre sterbenden Eltern im Krankenhaus besuchen wollen.

[…..] SZ: Herr Mascolo, Sie haben das politische Handeln in der Pandemie intensiv aus der Nähe beobachtet. Ist Ihr Respekt vor Politikern dabei gewachsen oder geschrumpft?

Mascolo: […..] Es gibt aber Momente, die einen fassungslos zurücklassen. Die Frage der Impfstoffbeschaffung spielte in den Runden von Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin lange keine Rolle. Dafür wurde endlos darüber gestritten, wie es mit der Bundesliga weitergehen soll, und zwar nicht nur mit der ersten, sondern auch der zweiten und dritten. […..]

(SZ-Gespräch, 08.05.2021)

Auch das Hopsen von einem Dreimeterbrett, um nach den ein oder anderen Salti oder Schrauben ins Wasser zu tauchen, wird als international so ungeheuer relevant angesehen, daß man die jungen Hüpfer von allen Reiseverboten freistellt und sie zu einem Weltcup nach Tokio schickt.   Und wenn man schon mal unterwegs ist, wird auf dem Rückweg noch für ein paar Tage in Budapest zur Wasserspring-EM gestoppt.

Reisen in Zeiten von Corona ist kurios. So viel erfährt man von den Sportlern, die im Internetzeitalter natürlich alle gleichzeitig Vlogger sind.    London-Heathrow, mit üblicherweise 80 Millionen Fluggästen im Jahr, Europas größter Flughafen, ist nun eine Geisterstadt.  Leere Hallen, leere Gates, aber immerhin ein paar britische Wasserspringer, die gefühlt alle zehn Minuten einen Corona-Test absolvieren müssen.

In der Olympiastadt Tokio angekommen, wurden die Bestimmungen noch einmal drastisch verschärft. Alle Sportler kamen in Quarantäne, wurden während ihrer gesamten Zeit in Japan so streng isoliert, daß sie noch nicht einmal ihre Hotelzimmer verlassen konnten. Sogar der Gang in die Lobby oder den Frühstücksraum war absolutes Tabu. Kein Kontakt zum Personal, kein Kontakt zu anderen Sportlern und schon gar kein Kontakt zur Bevölkerung.

 […..] Keine drei Monate sind es mehr, bis am 23. Juli die Sommerspiele beginnen sollen. Das Coronavirus gibt keine Ruhe. Japans Regierung hat am Freitag verkündet, den Notstand für Tokio und drei weitere Präfekturen zu verlängern. […..] Viel hat man in Tokio nicht mitbekommen vom Weltcup. Wie ein finsteres Ufo lag das Aquatics Center im Tatsumi-no-Mori Beach Park von Tokios Ost-Bezirk Koto, während in dem mächtigen Gebäude die Abendveranstaltungen stattfanden. Zuschauer waren nicht erlaubt, die Zugänge versperrt. Fast verstohlen brachte der Bus die Athletinnen und Athleten zum Wettkampf. Eilig schlüpften sie aus dem Gefährt in die Halle. Und die Hygieneregeln waren wohl ein Vorgeschmack auf die Spiele, bei denen die Olympia-Teilnehmenden keinen Kontakt zu den Einheimischen haben sollen.   Sich die Beine vertreten? Frische Luft schnappen? Nicht erlaubt. Im Hotel mussten alle auf ihrer Etage bleiben, die Deutschen also im zehnten Stock. Die Fenster konnte man nicht öffnen, die Klimaanlage sollte man klein halten. Das Essen kam drei Mal am Tag aufs Zimmer. Flugzeugkost. Für Obst und Säfte musste man sich eigens einsetzen. Und mit dem Aufzug runterfahren für eine Entspannungsrunde auf dem Parkplatz - verboten. "Ich habe mich noch nie so eingeschränkt gefühlt", sagt Buschkow, "dieser Wunsch nach frischer Luft ..."    Trotzdem stellt er nichts infrage. Japans Regierung, das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Verbände - alle sagen, die Spiele finden statt. Danach richtet er sich. […..] Und in Japan wird der Widerstand immer deutlicher. Die Zeitung Mainichi hat diese Woche eine Umfrage unter den 47 Präfekturen gemacht. Neun waren für Absage oder Verlegung, darunter auch die Spiele-Standorte Saitama (Basketball, Golf, Fußball, Schießen) und Shizuoka (Radsport). […..]

(Thomas Hahn, 07.05.2021)

Noch nicht einmal japanisch atmen durfen die Sportler, weil die Hotelzimmer hermetisch verschlossen waren.

Absurder geht es kaum. Da rechtfertigen Sportfunktionäre rund um den Globus die aberwitzigen Multimilliarden-Ausgaben für eine prinzipiell nicht notwendige Veranstaltung mit Völkerverständigung, dem „olympischen Gedanken“, daß sich Sportler aller Nationen kennenlernen können und genau das wird strikt verboten.

Wozu also das Spektakel, an dem noch nicht mal interessierte Zuschauer teilhaben dürfen? Für Geisterveranstaltungen in leeren Hallen ohne Stimmung mit streng nach Nationen isolierten Kadern, so daß ausschließlich die Funktionäre  reicher werden?
Für das Geld könnte man den Hunger besiegen oder alle Menschen in den Entwicklungsländern gegen Corona impfen.   Solche Meisterschaften, Weltcups, Olympischen Spiele sind nicht nur grotesk überdimensioniert, sondern auch noch extrem unbeliebt.   In europäischen und nordamerikanischen Städten sind Olympische Spiele inzwischen undurchführbar, weil sich die Bevölkerung erfolgreich dagegen wehrt.

Als Austragungsorte bleiben nur noch undemokratische Autokratien. Putin und Xi müssen keine Volksbegehren gegen die Spiele von Sochi oder Peking fürchten.   Die einzigen Alternativen sind die ultrareichen Golfmonarchien, aber die Fußball-WM 2022 in Katar zeigt, daß man dafür nicht nur bei den Menschenrechten alle Augen zudrücken muss – mehrere Tausend de facto-Zwangsarbeiter kamen beim Aufbau der Stadien ums Leben – sondern auch unter abstrusen Hitzebedingungen „spielen“ muss.

Auf Tokio 2020 ruhte eine der letzten Hoffnungen. Japan ist demokratisch, reich und technisch so up to date, um die Spiele durchzuführen. Die Bevölkerung ist extrem diszipliniert und wehrt sich nicht wie die garstigen Hamburger, Garmischer oder Osloer gegen den Olympia-Wahnsinn.

Dachte man zumindest. Dann kam Corona, die Absage der Spiele von 2020 und der Aufschub um ein Jahr.   Aber selbst die so obrigkeitshörigen fleißigen Japaner haben keine Lust mehr.

[…..] In Japan steigen die Infektionszahlen, der Notstand wird ausgeweitet. Derweil werden die Rufe immer lauter, die Olympischen Spiele in Tokio abzusagen. Hierfür wurde nun sogar eine Petition überreicht.   Namhafte Epidemiologen und der Chef des Tokioter Ärzteverbandes haben es schon vor langer Zeit gesagt: Die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio auszurichten, sei den Bürgern gegenüber unverantwortlich.

Nun hat die japanische Ärztegewerkschaft nachgelegt. Sie vertritt die Interessen der angestellten Ärzte. "Tokio darf kein Coronavirus-Hotspot werden. Wir meinen, die Olympischen Spiele sollten jetzt nicht stattfinden", sagt Gewerkschaftsvertreter Naoto Ueyama auf einer Pressekonferenz.   Die Ärzte arbeiteten vielerorts seit Monaten am Anschlag. Wenn jetzt mehrere Tausend Menschen aus dem Ausland zu den Olympischen Spielen ins Land kämen, berge dies große Gefahren. […..] Doch die Regierung hält unbeirrt an ihren Plänen fest. Das "Tokyo2020"-Organisationskomitee hat gerade eine Pressemitteilung über die aus ihrer Sicht erfolgreichen jüngsten Testwettkämpfe veröffentlicht. Dass sich mancher Sportler dabei wie eingesperrt vorkam, wird freilich nicht erwähnt. Wie gering das Vertrauen in das bisherige Sicherheitskonzept der Olympiamacher ist, wurde erst in dieser Woche deutlich. Die USA und einige andere Länder sagten Trainingslager in Japan ab. […..]  Die Mehrheit der Japaner lehnt die Spiele nach wie vor ab. […..]

(Tagesschau, 14.05.2021)

In der Pandemie eisern an den Spielen von Tokio festzuhalten, mit einer unwilligen Bevölkerung, ohne Zuschauer, streng voneinander isolierten Teilnehmern und hochkorrupten Funktionären ist immerhin eine schöne Apotheose für die Schwachsinnigkeit der Gattung Homo Sapiens.

No Hope For The Human Race.

Donnerstag, 13. Mai 2021

Wenn die Wirklichkeit irrelevant wird.

Man hat sich daran gewöhnt, ist kaum noch zu überraschen, aber man sollte durchaus schockiert sein, wenn eine Lügen-Ideologie wie der Trumpismus so deutlich von der Realität widerlegt wird und dennoch von Millionen Anhängern gefeiert wird.

Ob die Propheten des Trumpismus bewußt lügen, oder den hanebüchenen Unsinn, den sie behaupten selbst glauben, ist kaum zu unterscheiden und für den Erfolg der Ideologie irrelevant.

Die Kollisionen mit der Wirklichkeit können noch so brutal entlarvt werden, ohne daß die Jünger zu zweifeln beginnen.

Nahezu alle Kernaussagen der Bibel wurden inzwischen widerlegt. All das wofür die Kirche über viele Jahrhunderte Menschen tötete, stellte sich aus Unsinn heraus. Die Erde ist rund, die Sonne steht im Zentrum des Sonnensystems, Sklaverei und Antisemitismus sind falsch, Frauen sind gleichberechtigt, Linkshänder sind nicht vom Teufel besessen, man schlägt keine Kinder, das Dezimalsystem mit seiner Null ist nicht der Untergang der Welt, Männer dürfen Männer heiraten, der Eintritt ins Himmelreich lässt sich nicht erkaufen.


Gläubige Christen stören sich aber nicht daran einer Lügenideologie anzugehören.

 In meiner Jugend ging ich gegen Atomkraftwerke auf die Straße. Eine Partei, die womöglich die nächste Bundeskanzlerin stellt, entstand aus der Anti-AKW-Bewegung. Zwei Generationen von Politikern und Wirtschaftsbossen hatten uns „Kernkraft ist sicher!“ weißmachen wollen. Ich hab das nie geglaubt, weil ich ein naturwissenschaftliches Studium hinter mir habe und viel zu lange in Nuklearchemie-Seminaren und Atomphysikvorlesungen saß.  Aber auch ohne derartiges Fachwissen, stellte sich die Behauptung von der sicheren Atomkraft völlig klar als Lüge heraus.

1957 brennt der britische Kernreaktor in Windscale; radioaktive Wolken werden bis auf das europäische Festland geweht. Anschließend wird der Ort in „Sellafield“ umbenannt.

1979 kommt es im Atomkraftwerk Three Mile Island im US-Bundesstaat Pennsylvania zu einer teilweisen Kernschmelze. 140.000 Menschen werden evakuiert.

1979 werden durch eine geheime Atomanlage im US-Bundesstaat Tennessee mehr als 1000 Menschen mit Uran verstrahlt.

1981 tritt viermal Radioaktivität aus dem Japanischen Atomkraftwerk Tsuruga aus und verstrahlt 278 Menschen.

1986 der Super-GAU von Tschernobyl verstrahlt Hunderttausende Menschen, macht weite Teile der Ukraine, Weißrusslands und Russlands unbewohnbar.

1993 explodiert die geheime Wiederaufbereitungsanlage Tomsk-7 in Westsibirien.

1995 schwerer Unfall beim Abbau von Brennmaterialien in Tschernobyl.

1997 Brand und Explosion japanischen Aufbereitungsanlage Tokaimura bei Tokio

1997 erneuter Super-GAU in Tokaimura durch viel zu viel Uran im Fülltank. 320.000 Menschen müssen evakuiert werden. Hunderte werden verstrahlt.

2004 werden vier Arbeiter in der Atomanlage in Mihama westlich von Tokio durch eine Wasserdampfverpuffung eines Reaktors getötet, sieben weitere erleiden schwerste Verletzungen.

2011 löste ein Tsunami mehrere Kernschmelzen im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi eine Naturkatastrophe aus.  

2021 arbeiten Atomfans an einem AKW-Revival.

[…..] Es gibt nur ein deutsches Tabu: die Nutzung der Kernenergie, um das Klima zu retten.   […..] Bei allem Respekt vor der politischen Befriedung des Atomstreits: Das ist »Cancel Culture« at its best.  Zu konstatieren ist eine polit-gesellschaftliche Verscheuklappung, die alle Logik blockiert, die Regeln von Kosten-Nutzen-Analysen ignoriert und am Ende auch das Wesen von Politik selbst. […..] Aber warum ist die Atomkraft nicht einmal ansatzweise Gegenstand einer solchen Abwägung? Für die Grünen, aber nicht nur für sie, ist sie eine »Risikotechnologie«, und so kann man das natürlich sehen. Ich fürchte nur, dass die Rettung des Planeten, das Jahrhundertprojekt der Menschheit, nicht mehr ganz ohne Risiko zu haben sein wird. […..] Längere Laufzeiten könnten den noch einmal wachsenden Kostendruck beim Übergang zu rein erneuerbaren Energien mildern. […..] Wer heute mit jährlich Hunderttausenden Klimatoten oder Millionen Klimaflüchtlingen argumentiert, der muss einen zweiten Blick auf die tödlichen Risiken der Atomkraft wagen – und wie oft (oder selten) sie bislang Realität wurden. [….]

(Nikolaus Blome, SPIEGEL, 10.05.2021)

Herr Blome ist auch FDP-Fan. Dabei handelt es sich um die Partei, die nicht nur die simpelste Programmatik vertritt – Steuersenkungen, Deregulierung, weniger Staat, alle Freiheiten den Unternehmern – sondern auch noch um die Truppe, deren Ideologie nach dem Weltfinanz-Zusammenbruch von 2008/2009 nun durch die Corona-Pandemie von 2020/21 erneut total ad absurdum geführt wird.

Ein „schlanker Staat“ ist höchstgefährlich; wieder einmal braucht es den starken Staat und viele Regelungen, um die debakulierenden Unternehmer zu retten.

Die schwarze Null ist genauso unsinnig wie der Neoliberalismus.   Die USA verschulden sich mit mehreren Trillionen Dollar für ein gewaltiges Sozial- und Sozialprogramm; erleben dadurch enorme Fortschritte bei der Pandemiebekämpfung und der Wiederankurbelung der Wirtschaft.  Hubertus Heil hat durch staatliche und sehr teure Kurzarbeiterregelungen mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze in Deutschland gerettet.

[…..] Wirtschaftsliberale Politiker versprachen unter dem Slogan "schlanker Staat" einst Wohlstand für alle zu geringeren Kosten. Nur funktioniert hat es nicht, im Gegenteil: Corona hat die Mängel dieser Philosophie schonungslos aufgedeckt. […..] Der schlanke Staat, das war ein Gebilde, das keiner Erläuterung bedurfte, das sein Versprechen von freien Märkten, niedrigen Steuern und den Segnungen des Finanzkapitalismus schon im Namen trug. Der Staat löse keine Probleme, er sei das Problem, erklärte US-Präsident Ronald Reagan, einer der Urheber des Konzepts. […..] Zweieinhalb Jahrzehnte, eine Bankenkrise und eine Pandemie später ist big government zurück. Überall auf der Welt nehmen die Regierungen Milliarden in die Hand, um Impfkampagnen zu finanzieren und Arbeitsplätze zu sichern - nicht, weil sich der Zeitgeist erneut gedreht hätte, sondern weil die Umstände den Paradigmenwechsel erzwingen: Niemand anderes als der Staat erweist sich in der Krise als handlungsfähig, niemand sonst verfügt über die finanziellen Ressourcen und die nötige Risikobereitschaft, nicht die Unternehmen, nicht die Banken und schon gar nicht die Finanzmärkte, die fernab jeder gesellschaftlichen Verantwortung weiter ihr wundersames Spiel treiben. […..] Dabei geht die Kehrtwende mit großen Schmerzen einher, die zeigen, wie sehr sich der "schlanke Staat" vielerorts zum schlappen Staat entwickelt hatte. Zum tönernen Riesen, der es zu Beginn der Pandemie nicht einmal schaffte, die Bürger mit Vliesmasken und Ärzte mit Schutzkleidung auszustatten, weil man auch bei der Produktion strategisch wichtiger Güter dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage vertraut hatte. […..]

(Claus Hulverscheidt, SZ, 13.05.2021)

Und wie steht FDP-Chef Christian Lindner nun da, nachdem seine gesamte Ideologie zweifach von der schnöden Realität als gewaltiger Unsinn entlarvt wurde. Geht er nun in Sack und Asche, schämt sich, schwört seinen sozialdarwinistischen Lehren ab?

Nein, im Gegenteil. Er ist genau wie die Trumpisten, Religioten und Atomfans immun gegenüber der Wirklichkeit, predigt weiter seine falschen Thesen.   Zu allem Übel ist er damit erfolgreicher, denn je.   Die FDP, die lange an der 5%-Grenze knabberte, steht in allen Umfragen rund um die 12% und kann vor Kraft kaum laufen.

Es ist wie bei Homöopathie-Fans, Impfgegner, Flatearthern oder Chemtrail-Gläubigen; man kann ihre noch so gründlich mit Fakten und Wissenschaft widerlegen, sie bleiben auf ihrem Kurs in die Irre.

[….] Das strategische Ziel der FDP ist es, eine schwarz-grüne oder grün-rot-rote Mehrheit zu verhindern - um dann für eine Jamaika-Koalition oder gar eine Ampel-Konstellation mit Grünen und SPD gefragt zu sein. Das klingt selbstbewusst, wird aber durchaus gestützt durch die Umfragen. Die FDP hat sich oberhalb der Zehn-Prozent-Marke stabilisiert, mit Tendenz nach oben. […..] Auf den ersten Blick ist die Ausgangslage von Parteichef Christian Lindner also komfortabel. Wurde die FDP noch vor wenig mehr als einem Jahr von Selbstzweifeln geplagt, ist die vorherrschende Stimmung mittlerweile gut gelaunter Optimismus. Mit ihrer zumindest bei potenziellen Wählern erfolgreichen regierungskritischen Linie in der Corona-Pandemie ist es der FDP gelungen, fast alles vergessen zu machen, was sich vorher zu einer bedrohlichen Krise summiert hatte: der Ärger eines Teils der Wähler über das Jamaika-Aus, die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich mit Stimmen der AfD zum Thüringer Ministerpräsidenten und ein Parteichef, der mitunter Schwierigkeiten zu haben schien, den richtigen Ton zu treffen. [….]

(Daniel Brössler, 13.05.2021)

Würde die Demokratie ideal funktionieren, gäbe es nur interessierte, informierte und rational entscheidende Wähler.

Dann käme die FDP aber niemals über 5%.

Mittwoch, 12. Mai 2021

Kein Mitleid.

Durch die 97 liberalen politischen Informationsseiten, die in ich den verschiedenen sozialen Medien abonniert habe, schwappt gerade eine Solidaritätswelle mit der republikanischen Kongressabgeordneten Liz Cheney.

In unzähligen Memes wird ihr Antlitz zusammen mit ihrem Widersacher Kevin McCarthy gezeigt, während man auf gefordert wird zu „liken“.


I stand with her; do you?

Raise your hands for Liz.

Please support her.

 Was ist da los?  Nun, Liz Cheney, 54, ultrakonservative GOPerin aus dem ultrakonservativen Wyoming und Tochter der ultrakonservativen Parteiikone Ex-Vizepräsident Dick Cheney war formal als Republican Conference Chairwoman (Vorsitzende der Republikanischen Konferenz) im Repräsentantenhaus in der Rangordnung ihrer Fraktion die drittmächtigste Republikanerin nach Fraktionschef Kevin McCarthy und dem republikanischen Whip Steve Scalise.

Die Juristin und ehemalige FOX-Newskommentatorin kann man nach den vor 2017 geltenden Maßstäben selbst für US-Verhältnisse als extrem rechts bezeichnen. Sie kämpft trotz ihrer lesbischen Schwester Mary verbissen gegen die Ehe für alle, lehnt Sozialleisten ebenso wie eine allgemeine Krankenversicherung, Cannabisfreigabe oder Einschränkungen beim Waffenrecht kategorisch ab. Sie ist eine lobbyhörige Kämpferin für Kirchen und Superreiche. Cheney schreckt auch vor Verschwörungstheorien nicht zurück und trat schon bei Frank Gaffneys „Center for Security Policy“ (SPLC) als Rednerin auf. Das SPLC ist eine rechtsextremistische Hategroup, die Barack Obamas Staatsbürgerschaft in Frage stellt, sowie gegen Schwule und Muslime hetzt.

Wieso soll man diese Frau auf einmal mögen und unterstützen?    Das ist ganz einfach; seit 2017 wurde die GOP von einer extrem konservativen Lobbypartei in einen verschwörungstheoretischen Trump-Kult transformiert, in dem es strikt untersagt ist jemals die Wahrheit zu sagen oder irgendeine konstruktive Politik zu betreiben.

Einziger Daseinszweck der GOP ist im Jahr 2021 dem debilen Soziopathen Mar A Lago mit der orangen Schminke den Hintern zu küssen.    Wer sich weigert alles seine Überzeugungen über Bord zu werfen, jede Selbstachtung, Ehre und Verfassungstreue zu zertreten, wird gnadenlos weggemobbt.  Immerhin legen auch die meisten GOPer von heute beachtliche Speichelleckerqualitäten an den Tag.


So hatte Trump Ted Cruz‘ Frau Heidi als „ugly“ bezeichnet, seinen Vater Rafael bezichtigt am Kennedy-Mord beteiligt zu sein und nannte Ted Jahrelang nur „Lügen-Ted“. Der so Angesprochene schluckt es tapger wie die kleine Lindsey Graham und pilgert regelmäßig zum ausführlichen Arschlecken nach Florida.





Und hier liegt das Problem der (ehemaligen) Republican Conference Chairwoman; Liz ist zwar rechts genug für jede Ungerechtigkeit, aber sie schafft es einfach nicht so wie Lindsey und Ted vor Trump zu kriechen. Schlimmer noch, sie weigert sich regelrecht über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl von 2020 zu lügen und nennt daher auch den blutigen versuchten Coup vom 06.01.2021, der zum zweiten Trump-Impeachment führte, „illegal“.   Ihr Selbstbewußtsein speist sich offenbar noch so stark aus ihrer Familie, daß sie unfähig ist ihr Rückgrat durch ein flexibles Gummiband zu ersetzen.

Im Trump-Todeskult wird ihr ein solches Verhalten natürlich als Ketzerei ausgelegt.

Man erinnert sich an Giordano Bruno, der vor vierhundert Jahren weigerte anzuerkennen, daß die Sonne sich um die Erde dreht und dafür vom Heiligen Offizium unter Clemens VIII. verurteilt wurde. Alle seine Werke und Schriften wurden verboten, zerrissen und verbrannt. Bruno selbst, der schlicht und ergreifend die Wahrheit gesagt hatte wurde vor dem Vatikan am 17. Februar 1600 auf dem Campo de’ Fiori auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.

Der Vergleich ist nicht so weit hergeholt, denn auch Trump-Kritiker müssen durchaus um ihr Leben fürchten. Trumps Capitol-Mob forderte mehrere Todesopfer; darunter zwei Polizisten. Diesen Mordmob zu kritisieren fällt aber unter die republikanische Omertà. Cheney verstößt dagegen und wurde heute dafür aus ihrem Amt entfernt. Trump hatte seine Daumen gesenkt und sofort exekutierten seine Jünger im Kongress den Befehl.

[…..] Ihren Chefposten ist die Abgeordnete nun also los […..] Direkt im Anschluss an die Fraktionssitzung trat Cheney vor die Medien, um ihre Kritik an Trump zu wiederholen. "Wir können uns nicht gleichzeitig zur großen Lüge und zu der Verfassung bekennen", sagte sie in Anspielung auf Trumps Mär vom Wahlbetrug. Sie kündigte an, "alles zu tun, was ich kann", um zu verhindern, dass Trump je wieder ins Weiße Haus einziehe. […..]  Nach dem Verlust ihres Amts in der Führung der Fraktion droht ihr im kommenden Jahr nämlich auch der Rauswurf aus dem Repräsentantenhaus. Bereits bringen sich in ihrem Bundesstaat Wyoming, in dem Trump sehr beliebt ist, eine Reihe von Herausforderern in Stellung, die Cheney in der republikanischen Vorwahl schlagen wollen.  Unterstützt werden sie dabei von Trump und seinem Umfeld. Der abgewählte Präsident meldete sich im Anschluss an die Absetzung Cheneys mit einer Medienmitteilung aus seinem Exil in Florida zu Wort, in der er Cheney "als verbitterten, schrecklichen Menschen" bezeichnete. Die Abgeordnete sei schlecht für die Republikanische Partei. An der Basis sehen das viele ähnlich. Laut einer vom Webmagazin Politico veröffentlichten Umfrage halten 50 Prozent der republikanischen Anhänger Cheneys Absetzung für richtig, nur 18 Prozent sind dagegen. […..]

(Alan Cassidy, 12.05.2021)

Lügen und Kriminalität sind nun offiziell Bedingungen für ein politisches Amt in der GOP.

Sie lassen Staatsstreiche und Angriffe also nicht nur achselzuckend geschehen, sondern haben aktiv daran teil.

 

[…..] Eine der beiden großen Parteien, die diese Demokratie eigentlich tragen sollten, ist gefangen in einer Parallelwelt aus Lügen, politischer Niedertracht und Selbstbetrug. Liz Cheney hat es gewagt, diese Lügen beim Namen zu nennen. Sie hat ihre eigene Partei dafür kritisiert, dass sie weiterhin Trumps Illusion folgt, die US-Präsidentenwahl sei »gestohlen« worden. Deshalb muss sie gehen.   Es ist wie in George Orwells Jahrhundertwerk »1984«: Die Wahrheit wird von Trump und den Republikanern auf den Kopf gestellt. »Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Ignoranz ist Stärke«, heißt es bei Orwell. Im Fall Liz Cheney könnte man sagen: Die Gauner erklären sich selbst für unschuldig und die Unschuldige wird zur Gaunerin abgestempelt.  Donald Trump, der machthungrige, rachsüchtige alte Mann, zieht bei diesem makabren Stück hinter den Kulissen die Fäden. Seine Gefolgsleute im Kongress sind aber nur zum Teil willenlose Marionetten. Viele von ihnen wissen genau, dass sie einer Lüge folgen. Sie tun dies allein, um ihre eigenen Karrieren zu retten. [….]

(Roland Nelles, 12.05.2021)

Die Sorge um die US-Demokratie wirkt nun noch akuter.

Aber wir wußten schon lange um die Dysfunktionalität des Wahlsystems und die andauernden Attacken der rechtsextremen Republikaner auf demokratische Regeln. Sie werden nicht nur jeden schmutzigen Trick, sondern auch jede illegale Methode verwenden, um demokratische Wahlergebnisse auszuhebeln.   Auf Bundesstaatenebene arbeiten Republikaner eifrig daran Minderheiten, Armen und People of Color das Wahlrecht zu entziehen.   Jede noch so kleine Hoffnung auf rudimentäre Funken des Anstands in der GOP ist verloren.

Die Demokraten werden die „Midterms“, als die Kongresswahlen von 2022 nicht gewinnen, indem sie einfach die Mehrheit der Stimmen bekommen. Sie haben durch das Wahlsystem ohnehin einen 10%-Nachteil und müssen die Republikaner deutlich schlagen um zu gewinnen. Umgekehrt genügt Republikanern eine Stimmenminderheit, um zu siegen - siehe GWB 2000 und Trump 2016.

Der verbitterte Kampf der GOPer gegen Bidens Wahlsieg trotz sieben Millionen Stimmen Vorsprung, zeigt daß die Demokraten 2022 nur mit einem Erdrutschsieg auch im Parlament eine Mehrheit bekommen.

Ich weigere mich aber meine Hände zum Applaus für Cheney zu heben, sie als Heldin zu feiern.  Auch sie hat vier Jahre Trump im Kongress unterstützt und eine bürgerfeindliche Politik durchgedrückt. Nur weil sie einmal die Wahrheit sagt, muss ich sie nicht sofort unterstützen.   Auch mit Liz Cheney entwickelte sich die GOP zu dieser dysfunktionalen, destruktiven, debilen Kraft.  Daß ihre Nachfolgerin als Vorsitzende der Republikanischen Konferenz nun stramme Trumpistin ist, die fest in seinem Mastdarm hockend niemals ein kritische Wort über den Gott der GOP fallen lassen wird, ist meiner Ansicht nach eher ein weiterer Sargnagel für die Partei.

Das könnte die letzten konservativen Wähler, die in der Realität leben von der Wahlurne treiben.

[…..] Geht es einem weiteren Veteranen der Republikaner wegen Ex-Präsident Donald Trump nun an den Kragen? Es scheint so, denn die Republikaner von Weber County haben sich auf einem Parteitag (Weber County Republican Convention) klar gegen ihn und pro Trump positioniert. Das scheint vor allem den früheren Präsidenten über alles Maßen zu freuen, in einem Statement bejubelte der ehemalige US-Präsident die Entscheidung.  Im Fokus steht der langjährige Parteianhänger und Utah-Senator Mitt Romney. […..] Für einige Republikaner hat Mitt Romney nahezu Königsverrat begangen, als er sich auf die Seite derer stellte, die für ein Impeachment von Donald Trump stimmten. Dafür bekam er nun öffentlich eine Rüge vonseiten der Weber County Republican Convention. […..] In einem Statement feierte Trump die Strafe für seinen sein Widersacher Romney mit den Worten: „Nachdem Mitt Romney laut auf dem Parteikongress der Republikaner von Utah ausgebuht worden war, hat Utahs Weber County den RINO (Nur dem Namen nach ein Republikaner, Anm. d. Red.) Mitt Romney nun auf die schwerwiegendste Art und Weise gerügt.“ Und fügte auf seine unverwechselbare Art hinzu: Romney sei „BAD NEWS“ für die USA. […..]

(Sophia Lother, FR, 11.05.2021)


 

 

Ich habe keinerlei Veranlassung der GOP Glück zu wünschen und mir ihren Erhalt zu erhoffen.

Möge sie also durch möglichst debile Extremisten noch etwas schneller untergehen.

Dienstag, 11. Mai 2021

Seehofers Selbst-Qualifikation

Neulich sprach ich einen alten Mitschüler.

Er arbeitet seit vier Jahren in einer Behörde, nachdem er vorher 20 Jahre in einem Privatunternehmen Karriere gemacht hatte, sehr viel Geld verdiente. Aber 12-Stunden-Tage und dauernde Geschäftsreisen waren ihm irgendwann so lästig, daß es das viele Geld nicht mehr wert schien. Im Alter von 50 meldete er sich „beim Amt“, um sich für einen Job zu bewerben.

Der Chef fiel aus allen Wolken, weil er auf dem Posten noch nie eine derart überqualifizierte Person hatte. Es war in etwa so, als hätte sich ein Chefarzt für eine Halbtagsstelle als Schulkrankenschwester beworben.

Natürlich gab es sehr viel weniger Geld, aber dafür Jobsicherheit und die Aussicht eine ruhige Nine-to-five-Kugel zu schieben, um auch mal Freizeit zu haben und den Hobbies zu frönen.

Wer hätte gedacht, daß der Aspekt „Jobsicherheit“ durch eine Pandemie so bald eine große Rolle spielen würde?

‚Fühlst du dich denn nun entspannter und glücklicher‘, fragte ich und hörte ein Zähneknirschen durch die Telefonleitung.

Finanziell wäre es eine schwierigere Umstellung als erwartet gewesen; ihm sei gar nicht bewußt gewesen, wieviel Geld er früher ausgegeben hätte.

Und so gemütlich ist es im Amt auch nicht, weil alle Kollegen Beamte sind und jedes Klischee erfüllen. Immer nur Dienst nach Vorschrift, um 17.00 Uhr wird der Kugelschreiber fallen gelassen; egal welche Katastrophe sich anbahnt.

Bei jeder Schwierigkeit wird achselzuckend erklärt, weswegen man dafür nicht zuständig wäre.

Es bleibt also alles an meinem Freund hängen, der es gewöhnt ist Probleme zu lösen und die Tatenlosigkeit nicht erträgt.

Außerdem ist es auf Dauer schwer zu ertragen, wenn die Vorgesetzten vergleichsweise ahnungslos sind. Sein direkter Chef ist 60 Jahre alt und lehnt Computer ab. Es muss alles in Papierform geschehen; mit Emails will er nichts zu tun haben.

‚Wieso ist denn ausgerechnet so ein Depp der Chef da und verdient doppelt so viel wie du?‘

-      Weil streng nach Dienstjahren und nicht nach Qualifikation befördert und das Gehalt erhöht wird.

‚Aber der wird doch bald mal in Rente gehen; kannst du dann wenigstens den Chefposten bekommen?‘

-      Nein, denn das ist „gehobener Dienst“ und so eine Gehaltsstufe erreicht man dort nur mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium.

‚Du hast doch damals eins der beste Abis unserer Stufe gemacht und sogar zwei Uni-Abschlüsse mit Auszeichnung!‘
- Das zählt nicht, weil beide Diplome von Fachhochschulen stammen. Das wird in Behörden nicht anerkannt.

 

Der einzige in dem Büro, der den Job wirklich versteht und 20 Jahre Berufserfahrung hat, kann also prinzipiell keine Leitungsfunktion übernehmen und niemals so gut wie die Beamten bezahlt werden.

Deswegen sind es offenbar auch getrennte Arbeitswelten. Man wechselt eher nicht von einer „Karriere in der Wirtschaft“ hinüber in die Politik oder Beamtenwelt.

Anders sieht es an der absoluten Spitze der Beamtenpyramide aus. Die Top-Stellen werden nach Parteizugehörigkeit und Mauschelei vergeben. Qualifikation und Bildungsabschlüsse spielen keine Rolle. So ähnlich wie bei Klerikern, die auch ganz oben in der Besoldungstabelle einsteigen und sich nicht wie mein armer Schulfreund mit schnöden A-Gehaltsstufen begnügen müssen.

(….) Katholischer Bischof zu sein ist eine feine Sache.  Man kann immer bequeme Klamotten tragen, reist durch die Welt, steigt nur in Luxushotels ab, wird von allen Menschen ehrfürchtig „Eminenz“ oder „Exzellenz“ genannt, von Regierenden hofiert, wohnt in prächtigen Villen, fliegt Erster Klasse, ist weltweit vernetzt, hat Zugang zu allen Talkshows oder Zeitungen, wenn man mal seinen Senf dazu geben will, ist privat versichert, hat immer ein kleines Heer willfähriger Diener um sich herum, muss nie selbst kochen oder putzen, hat bis ins allerhöchste Alter weitere Aufstiegschancen, ist nahezu immun vor Gericht und kommt nach dem Tod garantiert in den Himmel.

Es ist aber nicht alles nur positiv.

Trotz ihres quasi göttlichen Standes müssen sie sich nach der schnöden Beamtenbesoldungstabelle B (für höhere Beamte); B1-B11 (7.000 bis 15.000 Euro monatlich) bezahlen lassen. Sie steigen aber erst ab B8 ein in die schnöde weltliche Gesellschaft.   B8 bekommen etwa die Bürgermeister von Bremen oder Magdeburg.

B9 stehen Staatssekretären in den Bundesministerien, dem Verfassungsschutzpräsidenten, Botschaftern, Gerichtspräsidenten, Direktoren der Bundesbank, dem BKA- und BND-Chef, allen Generalleutnants, Vizeadmiralen, Generaloberstabsärzten und Admiraloberstabsärzten der Bundeswehr und dem Chef des Bundesrechnungshofes zu.

B10 erhalten Ministerialdirektoren, der Chef der Rentenversicherung sowie Generäle und Admiräle der Bundeswehr, sowie die meisten Behördenchefs (BAMF, Bundeswehrbeschaffungsamt, Bundesversicherungsamt, etc)

Ein Bischof bekommt B8, ein Erzbischof oder Kardinal erhält mindestens B9

Nach der aktuellen Besoldungstabelle sind das monatlich für

B8 11.373,67 EUR, B9 12.051,37 EUR, B10 14.197,53 und B11 14.749,49 EUR     Ein Domdekan muss von B2 (8.176,63 EUR) leben, ein Generalvikar darbt mit B3 (8.658,13 EUR).

Bei den Bischöfen, Erzbischöfen und Kardinälen kommen aber Zuschläge aus Rom hinzu, so daß Letztere leicht auf 15.000,00 EURO monatlich kommen.

Brutto oder netto muss man in diesem Fall nicht fragen, da die Gottesmänner fast völlig von Steuern und Abgaben befreit sind. (…..)

(Bischofsleid, 08.03.2020)

Horst Seehofer, der schon Bundestagsabgeordneter, Parteichef, Bundesminister, Ministerpräsident und Bundessuperminister war, besitzt gar keine akademische Qualifikation.

Er hat noch nicht mal Abitur gemacht, sondern begann nach seinem Realschulabschluss eine Lehre zum „Amtsboten“ und stieg in der bayerischen Kommunalverwaltung bis zum Verwaltungsinspektor auf.

Ohne einen Hauch von medizinischer Kenntnis war er von 1992 bis 1998 Gesundheitsminister unter Helmut Kohl. Ebenfalls ohne die geringste Fachkenntnis war er von 2005 bis 2008 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wechselte dann in das Amt als bayerischer Ministerpräsident und ist seit 2018 nun als erster Laie und Nicht-Jurist Verfassungsminister.

Seehofer ficht das aus mehreren Gründen nicht an.    Erstens war er für die früheren Ministerien auch nicht qualifiziert, zweitens nennt er sich frech „einen Erfahrungsjuristen“, der schon so viele Anwälte kennengelernt habe, daß er sich selbst als Anwalt fühle und drittens ist Seehofer so notorisch arbeitsscheu, daß er ohnehin kaum im Ministerium ist.

Das immerhin ist ein Argument. So sehr man sich auch anstrengt, es fällt einem keine politische Handlung ein, für die er als Minister jemals gestanden hat.

(…..) Lockdown, Grenzschließungen, rechtsradikaler Terror, Flüchtlingskatastrophen an Europas Süd- und Ost-Grenzen, Koordination Bundesländer-Coronamaßnahmen, Logistik für die Verteilung von Hygienematerialien, Information der Bevölkerung über Ausgangssperren.    All das ist das ureigentliche Spielfeld eines Superministers für Heimat, Bau, Integration, Inneres, Verfassung etc.   [….] Unglücklicherweise heißt der Bundesminister Horst Seehofer, der seit 2018 allenfalls durch strikte Arbeitsverweigerung auffällt. (…..)

(Die Schande Bayerns und Deutschlands, 29.12.2020)

Insbesondere während der Pandemie, in der so viel Koordinierungsbedarf für einen Bundesinnenminister bestanden hätte und in der so viele verwaltungsrechtliche Fragen auftauchen, ist der Amtsinhaber konsequent abwesend.

Crazy Horst hat ganz offensichtlich keine Lust mehr und ist nur noch durch ostentatives Schwänzen und Abwesenheit aus dem Kabinett bekannt.

Während Scheuer und Müller regelmäßig in den Medien auftauchen – wenn auch im Falle Scheuers fast ausschließlich als Witzfigur, taucht Seehofer komplett ab.  Horst Seehofers Faulheit ist so ausgeprägt, daß sie regelrechter Arbeitsverweigerung gleichkommt.

(….) Seehofer ist nicht mit rationale Maßstäben zu bewerten, sondern eher neroesk-Trumpisch.

Ihm gelingt nichts. Er sät nur Zwietracht.  All seine CSU-Herzensprojekte wie die Herdprämie oder die Antiausländermaut sind verfassungswidrig und/oder gescheitert, seine CSU-Minister können einfachste Rechtsstaatsprinzipien nicht einhalten, mit Grausen werfen prominente Parteimitglieder ihre Parteibücher weg, er konnte nicht verhindern, daß der von ihm zutiefst gehasste Söder sein Nachfolger wird, er konnte KTG nicht zurückbringen und insbesondere ist er nicht in der Lage sein Amt in Berlin auszufüllen. Er ist so überfordert, daß er seit Wochen alle wichtigen Termine schwänzt. Seehofer erschien nicht zum Integrationsgipfel und stellte fürderhin seine Arbeit ein.

[….] In den vergangenen Tagen hat sich Seehofer nicht gerade konstruktiv verhalten. In der CDU ist man genervt von seinen ständigen Absenzen. Dass er die Unionsfraktionssitzung am Dienstag geschwänzt hat, habe nicht zur Befriedung beigetragen, sagt einer aus der Fraktionsspitze. Zur Aktuellen Stunde über das Flüchtlingsschiff Lifeline am Mittwoch habe er herbeizitiert werden müssen. Und bei der Regierungserklärung der Kanzlerin am Donnerstag habe er wieder gefehlt. Auch in der CDU-Zentrale haben sie keine Erklärung. Was treibt den CSU-Chef wirklich? [….]

(SZ, 29.06.2018)

Seehofer hat scheinbar noch nicht mal begriffen, daß er nun Bundesminister unter Merkels Anleitung ist und in Berlin arbeitet.

[…..] Horst Seehofer ist Bundesminister mit Dienstsitz in Berlin. Laut "Bild"-Zeitung ist er dennoch über das Gespräch mit Kanzlerin in der Hauptstadt unglücklich: „Ich fahre extra nach Berlin, und die Kanzlerin bewegt sich null Komma null“, zitiert ihn die Zeitung. [….]

(SPON, 01. Juli 2018)

Der arme Irre hält sich offenbar immer noch für den König von Bayern und glaubt Merkel müsse devot zu ihm kommen. (….)

(Impudenz des Monats Juni 2018)

Seit Januar 2019 hat Seehofer jede einzelne CSU-Vorstandssitzung geschwänzt.

Faulheit ist schon allein keine gute Voraussetzung für einen Ministerjob.  Verblüffend ist aber, daß der Mann aus Nichtstun öffentlich ableitet, besonders qualifiziert zu sein.

Er ist nicht nur selbsternannter „Erfahrungsjurist“, obwohl er weder akademische noch praktische Erfahrungen in dem Job hat.

Nein, da er Gesundheitsminister war, meint er auch, sich besser mit medizinischen und epidemiologischen Angelegenheiten als der habilitierte Mediziner und Epidemiologe Prof. Dr. med. Karl Lauterbach auszukennen.

Lauterbach, der sich selbst ebenso wie Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler und Regierungssprecher Steffen Seibert mit Astra Zeneca impfen ließ und den Vektorimpfstoff als sehr gutes und wirksames Vakzin dringend empfiehlt, konnte aber nicht zu dem „Erfahrungsmediziner Seehofer“ durchdringen.

[…..] Anfang April hatte die Bild-Zeitung berichtet, Seehofer habe einen Appell von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) an die älteren Kabinettskollegen, sich mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen zu lassen, zurückgewiesen. „Ich lasse mich nicht bevormunden“, sagte er demnach zu Bild.   In sozialen Medien hatte es Kritik an dieser Entscheidung gegeben – auch weil andere ältere Mitglieder des Kabinetts sich für eine Impfung mit Astrazeneca entschieden. Seehofer erklärte seine Haltung so: „Es kann jeder zu jedem Impfstoff seine persönliche Ansicht haben. Ich habe seit meiner Zeit als Gesundheitsminister zu Sicherheit bei Arzneimitteln eine bestimmte Einstellung, und die habe ich bis zum heutigen Tage.“ [….]

(Aerzteblatt, 11.05.2021)

Horst Seehofer war also nicht nur egoistisch und besserwisserisch; nein, er talibanisierte auch noch seine eigene Bundesregierung, indem er die Bemühungen gegen das schlechte AstraZeneca-Image anzugehen, hintertrieb.

Damit verlangsamt der Innen-, Heimat-, Integrations-, Sport-, Bau- und Verfassungsminister den Weg zur Herdenimmunität.

Seehofers medizinisches Wissen konnte ihn allerdings nicht vor dem Sars-CoV-2 bewahren.

Der Superminister ist, wie heute gemeldet wurde, mit Corona infiziert. Vier Wochen nach seiner Erstimpfung erwischte es ihn.   War da vielleicht jemand zu faul, um immer Masken aufzusetzen und sich die Hände zu desinfizieren?

Nun sitzt er in heimischer Quarantäne und kann nicht in Berlin arbeiten.

Also alles wie immer.