Die Hamburger
Morgenpost erscheint heute unter der Überschrift „Hamburg schämt sich fremd“ mit
einem ganzseitigen Nacktbild von Ronald
Schill, der in der RTL-Kuppelshow „Adam such Eva“ seine Nudel in die Kamera
hält und 30 Jahre jüngere Frauen befummelt.
Für
Menschen, die eine RTL-Reality-Show mit Nackten sehen, ist das Auftreten Ronald
Schills keine Überraschung; er hatte schon zuvor stolz seine Penis in
Reality-Shows vorgezeigt.
Noch vor dem ersten
Kontakt zu den anderen Bewohnern haut Schill dann auch schon einen raus: „Die
Merkmale einer Traumfrau – es sind nur vier. Erstens: Sie hat immer Lust auf
Sex. Zweitens: Sie liebt Fellatio. Drittens: Sie kann ein Stöhnen/Schreien beim
Sex nicht unterdrücken. Und viertens: Sie gibt dem Mann das Gefühl, dass sie
gerade auf ihn besonders abfährt.“
[….]
Die Mopo
spricht über den „gnadenlos peinlichen Auftritt“ des früheren Hamburger
Bürgermeisters, als ob es eine totale Überraschung wäre; fühlt mit seinen
früheren Wählern mit.
Mit baumelnder
Skandalnudel schreitet er den Strand entlang, hochbeinig, die Schultern straff
zurückgezogen, den Kopf seltsam vorgereckt. Das Gesicht scheint immer
echsenartiger zu werden.
Was haben die Damen
der Hamburger High Society für ihn geschwärmt, 2001, als der Richter so
schneidig ins Rathaus einzog. Ob die jetzt in ihrer Blankeneser Villa sitzen
und zugucken? Heimlich, damit der Gatte nicht meckert ("Du hast damals
gesagt, dass wir dem spenden sollen! Das war deine Idee!"). [….]
Ronald Schill
war schon vor 2001 genauso schrill, genauso unwählbar und politisch sogar noch
schlimmer, weil er damals rechtsextrem plapperte, während er heute nur ein erbärmlicher Sexist ist.
Wer sich
schämen sollte, sind die 19,1%-Schill-Wähler von 2001, die SPRINGER-Presse, die
ihn auf den Schild hob und insbesondere Ole von Beust, der aus purer
Machtgeilheit so eine grauenvolle Flitzpiepe zum Bürgermeister der ehrwürdigen
alten Hansestadt Hamburg machte.
Ich
schäme mich auch nicht mit für das
neue Sextape Donald Trumps, der 2005 darüber fabulierte, wie
er Frauen sexuell belästigt.
Schämen
müssen sich in diesem Fall die Republikanische Partei, die Trump zu ihrem
Kandidaten gemacht haben und die Medien, die ihn mit einer nie dagewesenen
kostenlosen Aufmerksamkeitskampagne beinahe bis ins Weiße Haus geschoben haben.
Jetzt
ist es ihnen auf einmal peinlich, jetzt, gerade mal einen Monat vor der Wahl
sprechen sie sich alle für Hillary Clinton aus.
Too litte, too late.
Und noch
immer lassen die TV-Anstalten Trumps Bewunderer rund um die Uhr auftreten und
für ihn werben.
Trump,
der nicht nur so über Frauen redet, sondern sie auch so behandelt, ist für
seine Surrogates immer noch der ideale Präsident, wegen….. weil…. Äh, wegen….,
ach ja: BENGHAZI!
Scottie Nell Hughes tried to spin to blaming Hillary Clinton for
Benghazi instead of talking about Trump’s words and the way he has historically
treated women.
Es
bleibt an den wenigen ohnehin Trump-kritischen Republikanern wie Ana Navarro, massiv
zu fordern, daß er sofort aus dem Rennen aussteigen sollte, weil es eben keine
neue Erkenntnis ist, wie Trump 2005 redete, sondern weil er immer so redet.
Nein, es
ist nicht die Zeit für Scham; es ist Zeit für alle auch nur halbwegs
zurechnungsfähigen Köpfe Amerikas ihre Mitbürger zur Raison zu bringen und den
irren Trump, wenn schon nicht aus dem Rennen zu nehmen, so doch wenigstens
nicht zu wählen.
Heute
entspann sich in meinem Zeitungskiosk ein kleiner Disput über die Wahlen in
Amerika.
Bei
solchen Gelegenheiten haue ich meine Ansichten immer gern möglichst zugespitzt
auf den Tisch, weil ich es hochinteressant finde wie „normale Menschen“ über
die politische Welt denken.
Eigentlich
weiß man eher wie seine Freunde und Bekannten denken und das ist natürlich nicht
repräsentativ, weil glühende Seehofer-Fans oder AfD-Wähler auch nicht meine
Freunde werden.
Meine
heutige Beobachtung unter einer zufälligen Ansammlung von Hamburgern: Obama ist
immer noch über alle Maßen beliebt und offenbar wünschen sich alle eine
US-Präsidentin Clinton.
US-Präsidentschaftswahlen:
Klare Präferenzen und Erwartungen der Deutschen
Weiterhin sehr
einhellig wünschen sich 87 Prozent aller Befragten Hillary Clinton als nächste
US-Präsidentin, Donald Trump wollen nur 5 Prozent. Einen Wahlsieg Clintons
erwarten 72 Prozent, 17 Prozent setzen da auf Trump.
Bemerkenswert
war aber, daß die Leute hier Hillary Clinton scheinbar richtig mögen, sie für
kompetent und fähig halten.
Es wird
positiv argumentiert.
Das ist
der große Unterschied zur Stimmung in Amerika, wo Hillary Clinton von der
Hälfte der Bevölkerung leidenschaftlich gehasst wird, von 2/3 als zutiefst
unehrlich angesehen wird.
Warum
eigentlich?
Was hat
sie eigentlich verbrochen?
Wurde
sie dabei erwischt silberne Löffel im Weißen Haus mitgehen zu lassen?
Hat sie
die Botenjungen im Außenministerium zum Cunnilingus gezwungen?
In
Amerika argumentieren die Wohlmeinenden negativ:
Vergiss
Hillary; die muß man eben für vier Jahre im Oval Office ertragen, wenn man
Schlimmeres verhindern will.
Und
darum kreißt doch alles: Donald Trump ist das Allerschlimmste.
Da hätte
man lieber einen netten Serienmörder oder Bankräuber als US-Präsident.
Das ist
Hillary Clintons Glück; sie hat das Totschlagargument „Trump“ auf ihrer Seite.
Die
Rolle als ultimativer Buhman spielt er allerdings bemerkenswert gut.
Offener
Rassismus, manisches Dauerlügen, schwerste Beleidigung von Frauen, öffentliches
Lustigmachen über Behinderte und immer wieder beeindruckende Beweise seiner radikalen
Inkompetenz und seines sagenhaften Unwissens.
Clinton sei nicht
fähig, schlechte Handelsabkommen zu bekämpfen oder dem russischen Präsidenten
Wladimir Putin Paroli zu bieten, denn "sie kann nicht mal die 15 Fuß (gut
4,50 Meter) zu ihrem Auto schaffen", sagte Trump am Samstag vor Tausenden
Zuschauern in Manheim (US-Staat Pennsylvania).
Er imitierte dann
Clinton, indem er zu schwanken begann und seine Arme bewegte, als wäre er
dabei, sein Gleichgewicht zu verlieren. Er bewegte sich sogar scheinbar
unsicher auf den Beinen vom Mikrofon weg und sagte: "Leute, wir brauchen
Stehvermögen. Wir brauchen Energie."
In seiner Rede schrieb
er sich nach Angaben der "Washington Post" auch ein "gewinnendes
Temperament" zu, während Clintons "schlecht sei. Trump fügte dann
hinzu: "Sie könnte verrückt sein. Sie könnte wirklich verrückt sein." [….]
Man muß
schon extrem tief gesunken sein, um sich so über jemand mit Lungenentzündung
lustig zu machen.
Äußerst
beeindruckend auch, was das angebliche Finanzgenie Trump mit einer Casino-Lizenz
erreichte; üblicherweise ist das die Erlaubnis Geld zu drucken. Mit einer
Casino-Lizenz wird auch ein Schimpanse Multimillionär.
Trump
hingegen schaffte es damit fast eine Milliarde Dollar zu verlieren und in Folge
dessen fast 20 Jahre keinen einzigen Cent Steuern mehr zu bezahlen.
Donald J. Trump declared a $916 million loss on his 1995 income tax
returns, a tax deduction so substantial it could have allowed him to legally
avoid paying any federal income taxes for up to 18 years, records obtained by
The New York Times show. [….]
Das
freut die Bluecollar-Worker sicherlich, daß nur sie so doof waren Steuern zu
zahlen und nun für einen Multimilliardär stimmen sollen, der seit zwei Jahrzehnten
keine Steuern zahlt und nun dazu aufruft die Steuern für Multimillionäre
radikal zu senken und dafür den einfachen Leuten die Krankenversicherung zu
streichen.
Es ist
schwierig genaueres über Trumps Steuermachenschaften zu erfahren, da er so ein
pathologischer Lügner ist, daß selbst seine eigenen Anwälte das Sechsaugenprinzip
einführen mußten.
Trump’s own bankruptcy lawyers say he lies so much they could only meet
with him in pairs
[….] Donald Trump’s own bankruptcy lawyers
testified that they had a policy of not meeting with the real estate mogul
alone because he had a “problem” of constantly lying. [….] In one document, bankruptcy attorney George
Miller reveals that when meeting with Trump, “it’s always been our practice to
make sure that two people are present, and we don’t have a problem with people
lying.”
[….] “We tried to [meet in pairs] with Donald
always if we could because Donald says certain things and then has a lack of
memory,” he says in the deposition. [….]
Trump
ist auch noch stolz drauf und verkündet bei der Gelegenheit auch noch, er
glaube nicht, daß Hillary ihm Mann treu sei – and
why should she be?
Beeindruckend,
daß ein alter Lustmolch, der selbst das dritte Mal verheiratet ist, und immer
wieder Andeutungen darüber macht wie sexy er seine eigene Tochter findet, sich
über den angeblichen Ehebruchs Clintons amüsiert.
"Playboy Video
Centerfold: Playmate 2000 Bernaola Twins" heißt der Film, der seit seiner
Produktion vor rund 16 Jahren auch in der weltgrößten Bewegtbild-Datenbank von
IMDB zu finden ist. Dass der Softporno den umtriebigen Multimilliardär im
US-Präsidentschaftswahlkampf in Schwierigkeiten bringen wird, ist
unwahrscheinlich - dazu hat sich Trump schon ganz andere Dinge geleistet, die
ihm auch nicht geschadet haben.
[….]
Das ist
also der Kandidat auf den die stramm religiösen Moralinsauren Amerikas setzen.
Nicht
daß Mitwirkung in Softpornos etwas über die präsentiellen Fähigkeiten aussagt,
aber es zeigt schon ein erstaunliches Maß an Doppelmoral, daß sich die
religiösen Rechten hinter den mehrfach geschiedenen Pornomann stellen, statt
die Frau mit der erfolgreichen Ehe zu unterstützen.
Er
bestach Richter und Staatsanwälte, wenn sie gegen ihn ermittelten. Offenbar mit
Erfolg.
Wie das "Wall
Street Journal" (WSJ) berichtet, soll der republikanische
Präsidentschaftsanwärter in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach Spenden an
Generalstaatsanwälte gezahlt haben. Das ist insofern besonders brisant, da laut
der Zeitung gehäuft dann politische Spenden Trumps geflossen sein sollen, wenn
sich die Justizvertreter mit Entscheidungen befassten, die seine Unternehmen
direkt betrafen.
In den USA werden
Generalstaatsanwälte anders als hierzulande nicht ernannt, sondern in ihr Amt
gewählt. Das heißt: Auch sie führen Wahlkampf und brauchen dafür Spenden. Die
Aufzeichnungen des WSJ sollen nun zeigen, dass Trump selbst sowie Mitglieder
seiner Familie und seines engen Umfelds immer wieder Staatsanwälte aus
Kalifornien, Florida und vor allem New York finanziell unterstützt haben. Zu
Teilen bezieht sich das Blatt dabei auf Vorgänge aus den 80er Jahren, doch auch
aktuelle Fälle sorgen für Aufsehen.
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Erst vor kurzem war
bekannt geworden, dass Trump Floridas Staatsanwältin Pam Bondi in ihrem
Wahlkampf 2013 über seine Stiftung mit 25.000 Dollar unterstützt hatte. Ob es
Zufall war, dass sich Bondi damals entscheiden musste, ob sich der Bundesstaat
Florida an den Ermittlungen wegen Betrugs gegen die Trump-Universität
beteiligte? Sie entschied sich jedenfalls letztlich dagegen. [….]
(NTV
06.101.2016)
Die hier
geschilderten Dinge betreffen nur eine Woche Trump.
Der Mann
disqualifiziert sich jeden Tag dramatischer.
Welche
Rolle spielen da die Fähigkeiten und der Charakter der Gegenkandidatin?
Verglichen
mit dem GOPer wären auch Verona Pooth oder Lothar Matthäus brillante
US-Präsidenten.
In
meinem Bekanntenkreis gibt es zwei exzessive Reiser, die quasi andauernd durch
die Welt fliegen.
Die kennen
sich nicht, sind unterschiedlich alt und dennoch schwören beide, der Jemen sei
mit Abstand das interessanteste
Reiseland weltweit.
Angesichts
des Alters der Kultur glaube ich das auch sofort.
Minäer
und Sabäer errichteten schon vor 4.000 Jahren eine Hochkultur auf dem Gebiet
des heutigen Jemen; etablierten die weltweit wichtigsten Handelsrouten.
Die über
Jahrtausende begehrtesten Güter wie Edelsteine, Gewürze, Weihrauch und Myrrhe
stammten aus dem Jemen oder wurden dort gehandelt. Vor 3.000 Jahren wurden dort
Bewässerungssysteme errichtet, die effektiver waren als alles was wir dort heute
kennen.
„Die
Königin von Saba“ ging auch in unseren abendländischen kulturellen Horizont
ein.
Die
Römer bewunderten das jemenitische Himyar-Reich, versuchten immer wieder deren
unermessliche Reichtümer zu erobern, scheiterten aber an den genialen
Technikern im „glücklichen Arabien“.
Unfassbar,
aber im heutigen Jemen existierten schon 2.500 Jahre Hochkultur, bevor der
Islam erfunden wurde. In Deutschland saßen die tumben Germanen damals
buchstäblich noch auf den Bäumen, lebten von Dreck und Aas, schlugen sich
gegenseitig Keulen auf den Kopf.
Seit
zwei Jahren empfiehlt es sich allerdings nicht mehr in den Jemen zu reisen,
weil unser geliebter Handelspartner Saudi-Arabien das Land mit den von uns
gelieferten Waffen zu Klump schießt.
[….] Ein Jahr lang zerbomben modernste Kampfjets
von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nun schon das arme
Land Jemen an der Südspitze der Arabischen Halbinsel – ein Krieg, der ein
humanitäres, militärisches und strategisches Desaster angerichtet hat. [….]
Allein in der Hauptstadt Sanaa wurden
250.000 Menschen ausgebombt. Denn die saudische Luftaufklärung ist schwach und
ungenau, die Kampfpiloten unerfahren und skrupellos. Aus Angst vor
Abwehrraketen fliegen sie extrem hoch, so dass sie ihre militärischen Ziele
meist verfehlen und stattdessen Krankenhäuser und Schulen, Moscheen und
Flughäfen, Fabriken und Marktplätze sowie Hochzeitsgesellschaften und
Privathäuser in die Luft jagen. [….]
Blöd an den
Kriegen sind für das Riader Königshaus weniger der internationale Ansehensverlust
oder gar die Myriaden Toten und Verletzten.
Insgesamt versuchen sich nach UNHCR-Angaben rund 2,4
Millionen Flüchtlinge innerhalb der Landesgrenzen vor den Kriegswirren in
Sicherheit zu bringen. Über 8000 Menschen sind durch den Krieg bereits gestorben.
Wenn man
über den Jemen als Reiseland spricht, ist schnell die Rede von der Todesstrafe
für Homosexualität.
Dabei
handelt es sich um eine sehr neue Entwicklung.
Über Jahrtausende
gab es keine Probleme mit Schwulen im Jemen und auch in den islamischen
Kalifaten herrschte die längste Zeit Toleranz – während in Europa das finstere
Mittelalter willkürlich Menschen schon bei leisen Verdächtigungen auf den
Scheiterhaufen beförderte.
Zum Glück gibt's den
Islam
[…] Das echte "finstere Mittelalter"
Europas lag etwa zwischen dem vierten und dem achten Jahrhundert nach Christus.
Damals hatte das Christentum sich in weiten Teilen Europas verbreitet, und
seine Verfechter und Verteidiger begannen mit etwas, das man heute eher mit den
Taliban assoziieren würde als mit dem christlichen Abendland: der systematischen
Vernichtung von Kulturgütern.
Christliche Herrscher
und Kirchenführer sorgten beispielsweise dafür, dass in West- und Osteuropa
massenweise Bücher verbrannt wurden, ganze Bibliotheken opferte man der höheren
Ehre Gottes. Alles Wissen jenseits der Bibel und theologischer Abhandlungen
galt als gefährlich, weil es den Glauben hätte in Frage stellen können. Viele
Schriften griechischer Philosophen und Dramatiker, natur- und
geisteswissenschaftliche Abhandlungen konnten nur überleben, weil Gelehrte in
den Osten flohen, Wissen und Bücher mitnahmen. "Über diese verschlungenen
Pfade sollten also Araber Aristoteles und all die Schätze der griechischen
Wissenschaft erben", schreibt Peter Watson in seiner grandiosen Welt-Kulturgeschichte
"Ideen".
Aristoteles' Dialektik
etwa sei im christlichen Denken geächtet worden, "weil ein Dialog mit Gott
schlicht als unvorstellbar empfunden wurde". So kam es, "dass
Aristoteles' Werke - mit Ausnahme von zwei seiner Abhandlungen über die Logik -
aus dem Abendland verschwanden und uns nur erhalten blieben, weil sie von
arabischen Übersetzern gehortet wurden". Andere Werke verschwanden
vollständig. Sophokles etwa hat wohl mindestens 123 Dramen geschrieben - ganz
erhalten sind gerade einmal sieben davon, ebenso wenige von Aischylos.
Die christlichen
Kulturvernichter leisteten ganze Arbeit, auch später noch einmal, als im Zuge
des byzantinischen Bilderstreits im achten und neunten Jahrhundert massenweise
Kunstwerke zerstört wurden, weil die aktuelle religiöse Doktrin sie als
Götzenbilder verdammte. […]
Hätten Araber und Perser nicht viele
antike Schriften gerettet, noch weit mehr von der Geistesgeschichte des
Abendlandes wäre verlorengegangen. Zu unserem Glück flossen die Ideen und das
Wissen schließlich aus dem arabisch-persischen Raum zurück nach Europa. […]
Anders als im christlichen Abendland
herrschte in der arabischen Welt damals nämlich vergleichsweise weitgehende
religiöse Toleranz. […]
Nichtmuslime standen
sogar unter dem Schutz der jeweiligen Herrscher, solange sie sich an bestimmte
Regeln hielten. […]
Abgesehen
davon, daß es mir in Arabien viel zu warm ist, daß ich nicht auf Abenteuer-Urlaub
stehe, bei dem man Bomben und Raketen ausweichen muß, daß ich ohnehin Reisen
für eine ökologische Katastrophe halte, daß ich überhaupt Misanthrop bin und ohnehin
am liebsten meinem Troglodyten-Dasein fröne, könnte ich durchaus in ein Land
mit Homotodesstrafe reisen, da ich auch in Deutschland üblicherweise keinen Sex
mit Männern habe.
Es ist
für mich eher eine grundsätzliche moralische Frage, ob ich Volkswirtschaften
mit solchen Gesetzgebungen finanziell unterstützen möchte.
Homohass kommt
von uns christlichen Europäern.
Wir trugen ihn
insbesondere auch in die afrikanischen Kolonien.
So befinden
sich die brutalsten antischwulen Gesetze in Afrika. Homosexualität wird in
Afrika schwer bestraft.
Unter den zehn
Nationen, die tatsächlich heute noch, bzw wieder die Todesstrafe für schwule
Liebe vorsehen, sind vier Afrikanische.
• Jemen – Nach dem Strafrecht aus dem Jahr 1994 können
verheiratete Männer gesteinigt werden wegen Homosexualität. Unverheiratete
Männer werden ausgepeitscht oder müssen für ein Jahr ins Gefängnis. Frauen
müssen sieben Jahre lang ins Gefängnis.
• Iran – Nach Schariarecht Todesstrafe und Männer
können z.B für Küssen ausgepeitscht werden, ebenso wie Frauen.
• Irak – Strafrecht verbietet Homosexualität nicht
ausdrücklich, aber die Menschen werden von Milizen getötet oder von Richtern
unter Bezug auf Schariarecht verurteilt
• Mauretanien – Homosexuelle Männer können gesteinigt
werden, nach einem Gesetz von 1984, Frauen kommen ins Gefängnis.
• Nigeria – Homosexualität ist ein Haftgrund, aber in
einigen Gegenden gibt es Schariarecht, dort wird die Todesstrafe umgesetzt. Homosexuelle
dürfen auch keine Treffen abhalten oder Vereine gründen.
• Saudi Arabien – Homosexuelle werden nach
Schariarecht gesteinigt. Jeder Sex außerhalb der Ehe ist illegal.
• Somalia – Strafrecht fordert Gefängnis, aber in
einigen Gegenden gibt es Schariarecht, dort gilt die Todesstrafe
• Sudan – Nach dreimaligem Verstoß Todesstrafe, beim
ersten und zweiten Mal auspeitschen und Gefängnis. Im Süden des Landes wurden
etwas gelockerte Gesetze erlassen.
• Vereinigte Arabische Emirate – Uneinigkeit ob das
Gesetz Todesstrafe vorschreibt für einvernehmlichen homosexuellen Sex oder nur
bei Vergewaltigung. Nach AI keine Todesstrafen, aber alle sexuellen Akte
außerhalb der Ehe sind verboten.
Die mehrheitlich
von US-amerikanischen Evangelikalen aufgehetzten stramm christlichen
Schwulenhasser sind inzwischen Legende, weil sie
so unfreiwillig komisch agieren – natürlich kann man das nur
aus sicherer Entfernung „komisch“ finden.
Vermutlich
reisen durchaus auch Schwule in die zehn genannten Länder. Man wird es dann
nicht gerade an die große Glocke hängen und auf offener Straße beginnen mit
anderen Männern zu kopulieren.
Schlecht
verbergen könnte ich allerdings durch meine öffentlichen Äußerungen und meine
Blogs was ich über Religionen denke.
Nennen
wir das Kind beim Namen: Ich bin nicht gerade der Bilderbuch-Gläubige.
Und was
noch schlimmer ist, ich bin bekennender Atheist, rufe sogar andere dazu auf
sich ebenfalls von ihren Religionen zu lösen.
Ich mag
nur ein winziges Licht sein, aber doch bin ich ein „atheistischer Blogger“. Und
die haben es bekanntlich in vielen Ländern nicht gerade einfach.
Atheisten,
die dies auch noch öffentlich zugeben, sich „dazu bekennen“, wie zu einer
schweren Sünde, leben in vielen Ländern extrem gefährlich.
Zum
Beispiel in Bangladesh.
Für Atheisten ist die Lage in Bangladesch
sehr beängstigend. In den letzten vier Jahren wurden dreizehn säkulare
Aktivisten in Bangladesch ermordet. Nazimuddin Samad ist das jüngste Opfer.
Neulich habe ich erfahren, dass eine
Aktivist und Blogger mit seinen beiden Kindern von Hotel zu Hotel zieht, um
sich zu verstecken. Er bekam Todesdrohungen und Drohungen, dass seine Kinder
entführt würden. Faisal Arefin Dipan, der säkulare Bücher verlegte, wurde am 2.
November erstochen. Am selben Tag stürmten Angreifer einen weiteren Verlag und
bedrohten zwei Männer mit ihren Waffen, während andere den Verleger Ahmed Rahim
Tutul und die Autoren Ranadeep Basu und Tareque Rahim attackierten.
Ein weiterer, 73 Jahre alter Verleger wurde
am 16. Februar wegen "des Verletzens religiöser Gefühle" verhaftet,
weil er ein Buch veröffentlicht hatte, das Islamisten für beleidigend hielten
und deshalb mit gewaltsamen Gegenreaktionen drohten. Ich denke Sie verstehen:
für Atheisten und Freidenker sind nicht nur die Islamisten eine Bedrohung,
sondern auch die Regierung.
[….]
Peter
Scholl-Latour schrieb immer wieder über seine blendenden Kontakte in die
muslimische Welt, daß er dort als Christ wesentlich besser akzeptiert werde,
als jemand der gar nicht glaubt.
Ungläubige
sind der absolute Abschaum, die man aus Sicht vieler Religiöser nicht nur
totschlagen kann, sondern auch soll.
Als
atheistischer Blogger ist die Liste der „No-Go-Reiseländer“ länger als die für
Schwule.
[….] In thirteen countries, you can be sentenced
to death for not having a faith:
1. Afghanistan
2. Iran
3. Malaysia
4. Maldives
5. Mauritania
6. Nigeria
7. Pakistan
8. Qatar
9. Saudi Arabia
10. Somalia
11. Sudan
12. United Arab Emirates
13. Yemen
In a number of other countries, the death penalty is not a formal
punishment on statute books but atheists and humanists have been murdered by
religious extremists on account of their beliefs.
In countries including India and Bangladesh, police have been accused of
condoning these murders by failing to investigate them properly. At least three
atheist bloggers have been hacked to death in Bangladesh after penning posts
advocating that scientific proof should inform opinion above religious beliefs.
[….]