Dienstag, 19. November 2013

Schein und Realität.



In der Postwahlphase der deutschen Politik kristallisieren sich tatsächlich einige kontroverse Meinungen heraus.
Frauenquote, Doppelpass, Verbot von Prostitution, echter Mindestlohn, „Homoadoption“ oder Autobahnmaut lauten die Themen, bei denen es hartnäckige Befürworter und verbissene Gegner gibt. Gar nicht so leicht für den mäandernden Hosenanzug von der Uckermark sich da durchzumogeln, ohne Farbe zu bekennen.

Es gibt aber auch Politpositionen, die penetrant positiv konnotiert sind. Da kann man eigentlich nichts falsch machen, wenn man sich dafür einsetzt.

Welcher Politiker ist nicht für mehr Klimaschutz, für Bildung, für die Förderung des Mittelstandes und für Kinder?
 
Das ist ähnlich wie mit der Werbung. Wenn sich ein Produkt schwer vermarkten läßt, lässt man niedliche Tiere oder kleine Kinder in den Spots auftreten und schon ist der Konsument verzückt und speichert unbewußt positive Gefühle zu dem beworbenen Gegenstand ab.

Wenn ich einen Großsprecher wie Westerwelle, Kauder oder Altmaier in einer TV-Runde sitzen sehe und Zeuge werde, wie er dummdreist versucht einen größtmöglichen Zuschaueranteil hinter sich zu versammeln, indem er diese Konsensthemen als die Seinen ausgibt, indem er also für Stabilität und Wachstum plädiert, überkommt mich Übelkeit.
Also ob so viele andere Politiker für Instabilität und Rezession plädierten.
Und wer würde schon dafür kämpfen das Volk zu verdummen, das Klima zu ruinieren und Kinder zu quälen?
Nun, genau das wurde zwar von der schwarz-gelben Bundesregierung hartnäckig betrieben, aber zugegeben wird das natürlich nicht, wenn hauptsächlich die Wünsche der Großindustrie und der Milliardäre auf Kosten der Kleinunternehmer erfüllt werden.
VW mit fast 200 Millionen Euro Konzernumsatz und 22 Milliarden Gewinn im Jahr 2012, oder Daimler-Benz (120 Milliarden Euro Umsatz, sieben Milliarden Gewinn) sind die Firmen, die Einlaß im Kanzleramt bekommen, die Staatsminister der Kanzlerin direkt für ihre Dienste einspannen können. Das wird „dem kleinen Mittelständler“ weniger gelingen.
Die Kanzlerin der Herzen richtet eben die private Geburtstagsfeier von Joseph Ackermann im Kanzleramt aus und keine Kindergeburtstage.
Sie hilft massiv den waffenproduzierenden Industriellen und den klimazerstörenden Kraftwerksbetreibern.

Natürlich sagt sie das nicht in den Wahlsendungen. Dort tritt sie für das Gute und Edle ein. Verbal.

Die Realität ist aber eine ganz andere. Beispiel „Klimakanzlerin“:

Was für ein Absturz: Ganze elf Plätze hat Deutschland im Klimaschutz-Index eingebüßt, dem Länder-Ranking, mit dem die Umweltorganisationen Germanwatch und Climate Action Network Europe (CAN) Jahr für Jahr aufzeigen, wie viel die 58 größten CO2-Emittenten der Welt gegen die Erderwärmung unternehmen – beziehungsweise wie wenig. Trotz Energiewende und selbsternannter Klimaschutz-Vorreiterschaft landet die Bundesrepublik zum ersten Mal nicht mehr unter den Top Ten und ist damit einer der größten Index-Verlierer. Schon im vergangenen Jahr war Deutschland zurückgefallen, allerdings nur um zwei Plätze, vom sechsten auf den achten Platz. Dass das Land auch diesmal wieder abrutschen würde, war zwar zu erwarten – so unambitioniert, wie die Klimapolitik der abgewählten schwarz-gelben Regierung zuletzt ausgesehen hatte. Doch dass es jetzt nur noch für den 19. Platz reicht, ist dann doch eine reichlich böse Überraschung.
"Der Hauptgrund", sagte Jan Burck heute in Warschau, "liegt im deutschen Auftreten in Brüssel." Burck ist bei Germanwatch für die Klimapolitik zuständig und Mitautor des Klimaschutz-Index. Bei der Reform des Emissionshandels, dem sogenannten Backloading, agierte Deutschland lange Zeit unentschieden, blockierte außerdem in Sachen Energieeffizienz, und bei den Grenzwerten für Pkw hebelte Berlin sogar einen bereits gefundenen Kompromiss aus, um die heimischen Premium-Autohersteller mit ihren spritschluckenden Edelfahrzeugen zu schonen.

Montag, 18. November 2013

Heute mal was ganz Privates.



Ja, ja, ja, natürlich möchte ich gerne die doppelte Staatsbürgerschaft haben und drücke insofern eifrig die Daumen dafür, daß Sigmar Gabriel die dicken Eier behält, die ihm am Wochenende gewachsen sind.

"In diesem Koalitionsvertrag muss klar sein, dass wir einen Mindestlohn von 8,50 Euro flächendeckend in Deutschland bekommen", sagte der SPD-Chef. "Ich werde der SPD keinen Koalitionsvertrag vorlegen, in dem die doppelte Staatsbürgerschaft nicht drin ist", fügte [Gabriel] hinzu.
(RP online 16.11.13)

Für Merkel dürfte dieses Anliegen ein Problem sein, denn einerseits gibt es keinen inhaltlichen Grund, der gegen den Doppelpass spräche, so daß sie in der Sache gar nicht mit der SPD diskutieren kann.
Andererseits ist die Ablehnung der der doppelten Staatsbürgerschaft eins der wenigen Alleinstellungsmerkmale der CDU. Da kann sie noch einmal so richtig schön ihrer Xenophobie frönen und sich einbilden als letzte Verteidigungslinie vor der Machtergreifung Erdogans in Deutschland zu stehen.
Wieso sich Rechte so viel auf ihre möglichst exklusive Staatsbürgerschaft einbilden, werde ich nie verstehen.
Interessanterweise kommen aber auch die dem nationalen Reinheitswahn Verfallenen ins Grübeln, wenn ich ihnen meine Geschichte erzähle.
Das ist eben der Unterschied: Der gemeine Konservative konnotiert „Amerika“ diametral anders als „Türkei“.
Amerikaner werden gemocht und niemand würde annehmen, daß Amis hier einfielen, um als Schmarotzer am deutschen Sozialstaat zu hängen
Rassismus und Islamophobie spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Würde sich das Gewähren der doppelten Staatsbürgerschaft auf hellhäutige Christen beschränken, hätten wir längst so ein Gesetz.

Der Unterschied zwischen den Deutschen und mir ist der, daß ich Amerikaner nicht mag.
Das Volk ist mir höchst unsympathisch.

Dazu sei an dieser Stelle bemerkt, daß ich mir darüber bewußt bin, wie absurd solche Pauschalisierungen sind. Wenn ich im Weitergang dieses Postings „DIE Amerikaner“ schreibe, möge man sich immer eine große Minderheit dazu denken, für die mein Urteil nicht gilt.

Mein Blick auf Amerika war zunächst einmal sehr persönlich. Meine Geschwister, mein Vater und ich leben schon lange in Deutschland. Als Kind erinnere ich mich vor allem daran, daß meine Mutter sich immer sehr nach Amerika sehnte. Sie liebte New York abgöttisch. Und außerdem kamen regelmäßig Pakete aus Amerika. Darin fand man die coolsten Spielsachen.
Irgendwann im Teeangeralter schlug alles um. Natürlich hatte ich auch diese rebellische emanzipatorische Phase, blieb sehr viel weg, engagierte mich politisch gegen die Nachrüstung und für die Friedensbewegung.
Meine Eltern hätten es gern gesehen, wenn ich zumindest mal für ein Jahr als Austauschschüler in die Staaten gegangen wäre. Meine deutschen Cousins und Cousinen hatten das alle getan und da ich nun schon mal den amerikanischen Pass hatte, sollte ich erst Recht diesen Schritt tun.
Als ich 16 wurde stand die Frage im Raum, ob ich die Staatsbürgerschaft wechseln sollte, da ich erstmalig zum Ausländeramt mußte, um eine Aufenthaltserlaubnis zu beantragen.
Gegen das staatsbürgerliche Eindeutschen sprach aber die damalige ernsthafte Angst vor einem Atomkrieg. Der kalte Krieg war nämlich schon ganz schön warm geworden und für den Fall, daß er noch heißer würde, wollten wir die Gewissheit haben uns in die USA in Sicherheit bringen zu dürfen, wenn das Mittelstreckenraketen-Atomarsenal in Europa aktiviert würde.
Klingt leicht bizarr, aber wie man heute weiß, gab es tatsächlich einige internationale Zwischenfälle, die beinahe einen Atomkrieg ausgelöst hätten. Und Nordamerika ist nach wie vor außer Reichweite der SS20.
Ich hatte aber KEINEN BOCK AUF AMERIKA! Die USA waren für mich Ronald Reagan, Rambo, illegale CIA-Tötungsoperationen und natürlich Pershings.
Und was meine Mutter wollte, tat ich schon aus Prinzip nicht.
In dem Alter interessierte ich mich für Drogen und Unzucht. Warum hätte ich da in  ein prüdes Land gehen sollen, in dem ich noch nicht mal Bier trinken durfte?
Der 40. US-Präsident war ein derartiger Alptraum für mich, daß selbst Kohl dagegen erträglich wirkte. Ein kriegslüsterner und religiotischer Ex-Schauspieler, der sich weigerte den Begriff „AIDS“ auch nur auszusprechen und seine Entscheidungen offenbar in Abhängigkeit von Astrologen fällte, die seine knitterige Nancy laufend befragte.
Eine schlimmere Fehlbesetzung in dem Amt konnte es gar nicht geben – so viel war sicher. (Auch das war ein Irrtum, wie man später schmerzlich erfahren mußte. Es ging noch deutlich schlimmer.)
Tatsächlich entwickelte ich einen politischen Antiamerikanismus, der umso schlimmer wurde je mehr ich mich mit Außenpolitik beschäftigte und nachforschte welche Rolle die CIA und die US-Armee in so vielen Ländern der Erde gespielt hatte.
Meine amerikanische Familie IN Amerika konterkarierte dieses Bild auf seltsame Weise.
Was sind das also für Typen, mit denen ich mir die Gene teile?
Ende des 19. Jahrhunderts wanderten meine Vorfahren aus Osteuropa nach Pennsylvania aus und krochen dort beim Kohleabbau unter Tage herum.
Mein Urgroßvater war der erste, der einen anderen Job hatte und stolz in einem sauberen Anzug herumlief.
Die Generation meines Vaters war dann die erste, die eine Universität von innen sah.
Das Kaff in Pennsylvania wurde nun von vielen verlassen. Meine Oma zog in den 1940er Jahren nach NY. Heute lebt ein Großteil meiner Familie im Großraum NY, einen Familienzweig hat es nach L.A. verschlagen und eine dritte Gruppe lebt wieder in Pennsylvania.
Während einer meiner deutschen Cousins ein Ferienhaus auf Hawaii besitzt, regelmäßig in Kalifornien arbeitet und eine deutsche Tante sich in Florida niedergelassen hat, sind wir echten Amerikaner in Deutschland ziemlich eingedeutscht. Keiner denkt daran „zurück“ zu gehen. Keiner vermisst Amerika.
Dabei ist der Kontakt zur New Yorker Familie recht eng. So lange ich mich zurückerinnere wurde wöchentlich telefoniert und seit es das Internet gibt, sind wir noch ein Stück näher gerückt. Völlig ironiefrei kann ich sagen, daß ich die NYer wirklich sehr gerne mag. Das sind nette liebe Menschen.
Aber es sind eben auch Amis. Sie gehen dauernd in die Kirche, lassen zu Weihnachten kitschige Familienbilder drucken, die als Karte mit immer den gleichen Worten an mindestens 200 Menschen verschickt werden. Sie gucken Super-Bowl, begehen Thanksgiving, Halloween und den 4. Juli. Einen Disput über die verschiedenen Methoden einen Feiertag zu zelebrieren, beschied mein Onkel Frank mit dem Satz „WE DO THINGS RIGHT!“
Das wurde als Totschlagsargument bei den Hamburgern zu geflügelten Wort.
Erst durch Facebook bekam ich einen genaueren Einblick in meine Kalifornische Familie und das Grüppchen in PA.
Donnerschlach. Die Höflichkeit verbietet es mir näheres über die „CCC“ auszuplaudern (Familieninternes Kürzel: Creepy Californian Cousins).
Dort findet man alle antiamerikanischen Vorurteile in Reinkultur: Sagenhafte Ignoranz, entwaffnende Arroganz und das Ganze gepaart mit der Amerika-typischen Hypervigilanz.

Dazu sei an dieser Stelle bemerkt, daß ich mir darüber bewußt bin, wie absurd solche Pauschalisierungen sind. Ich schreibe jetzt aber nicht bloß über Beobachtungen meiner Familie, sondern nenne Verhaltensweisen, die mir seit Jahren auf allen Kanälen aus Amerika übermittelt werden. Sie sind eben so, die Amis.

Immer öfter höre ich ein zischendes „We don’t talk politics“, wenn ich solchen Themen anspreche. Wenn ich einen Ani um seine Meinung zu Obamacare bitte, reagiert der so, als ob ich ihm gerade in den Schritt gefasst hätte. Nicht gut, jedenfalls.
Es wird als persönlicher Insult aufgefasst, wenn man aus dem Ausland (womöglich auch noch kritisch!) amerikanische Methoden hinterfragt.

Mein Lieblingsonkel und seine Frau, beide 80 Jahre alt, leben auf Long Island in so einer typischen gated community, in die niemand unter 65 reingelassen wird.
Das Nachbarschaftsklima ist so, wie man es aus Fernsehserien kennt. Niemand braucht abzuschließen und wenn einer mal krank ist, kommen automatisch die Nachbarn angerast, mähen den Rasen und bringen etwas zu Essen vorbei.
In Ermangelung eines funktionierenden Sozialsystems wird die Nachbarschaftshilfe und die Kirchengemeinde extrem groß geschrieben.
Unglücklicherweise sind die Nachbarn meines Onkels alle Republikaner, während er eingefleischter liberaler Demokrat ist.
Die Angst, seine Vorliebe könnt entdeckt werden, ist gar groß.
Dann wäre es vorbei mit dem entspannten Rentnerdasein; sie würden nur noch gedizzed werden.

Das ganze Land ist tatsächlich, genau wie es so viele Auslandskorrespondenten beschreiben, total gespalten. Man hasst entweder die Liberals oder die Teabagger. Die Risse gehen quer durch die Familien und sind nur durch strenges Ausklammern aller politischen Themen vor der endgültigen Zerstörung zu retten.

Dieses Verhalten, sich gegen die anderen zusammen zu rotten, beobachte ich überall in Amerika.

Als Illustration dieser amerikatypischen Hypervigilanz, also des Zustandes der extrem überhöhten Aufmerksamkeit und des Empörungswillen über noch so leise geäußerte Kritik, zitiere ich einige Sätze aus der 1300-Mann-starken Facebook-Diskussionsgruppe „Germany versus America“
Eigentlich sollte es dabei um einen vorsichtigen Blick auf die kulturellen Unterschiede der beiden Nationen gehen.
Aber sobald es nur im Entferntesten von deutscher Seite zu einer Äußerung kommt, die in Zweifel zieht, daß Amerika die größte und großartigste Nation der Erde ist, sehen die Amis rot. Sie fangen entweder an zu weinen, beginnen zu schimpfen oder entziehen einem in CCC-Manier das Recht überhaupt etwas zu sagen – wahlweise wegen der Nazivergangenheit, wegen der zu großen Entfernung oder des grundsätzlich falschen Bildes, welches man in Europa habe.
Die Verunsicherung darüber nun eine „Nation in decline“ zu sein, nachdem die Amerikaner über viele Jahrzehnte gewöhnt waren, immer die Besten, Reichsten und Mächtigsten zu sein, muß bitter an ihnen nagen.

Hans C.:
Viele Deutsche/Europäer legen doch öfter mal ein besserwisserisches, belehrendes oder herabschauendes Verhalten an den Tag wenn es um die USA oder die Amerikaner geht. Auch ich fühle mich dadurch häufig auf der persönlichen Ebene angegriffen. Und ich bin der Meinung dass insbesondere Deutsche eigentlich keine Veranlassung haben dürften, Amerikaner zu kritisieren oder schlecht dastehen zu lassen. Weil sie eigentlich ihr Leben lang nur vom Einfluss der USA profitiert haben und sich in vielen Punkten die sie kritisieren eigentlich genau gleich verhalten (z.B. Fast Food) oder sich zumindest so verhalten würden wenn nicht Dinge wie z.B. der eigene Geldbeutel dazwischen stehen würden (z.B. große Autos fahren). Ich finde ein solches Verhalten oft heuchlerisch, selbstgerecht und völlig unangebracht.

Dennis J:
After seeing the pro gay social agenda earlier in another post I felt like leaving this group and concentrating on my own group called Kultur und Politik. to me this group is supposed to be a bit light hearted considering I found it through the You Tube videos highlighting the differences between Germany and the USA in a friendly competitive way. What do I mean by pro gay agenda? An earlier post made a point about so called 'enlightenment". It gave me the impression that there was to be only one view here that was acceptable. And if that is the case be it gays, or any other topic that only one view is to be acceptable, then you might not be that far from another Germany.
That of the DDR.

Tammox:
I don’t think it is possible to separate political and cultural stuff, because American culture is the reason for the political system and vv.
The huge skepticism towards American culture has its roots in the deep mistrust in the foreign policy of the White House.
I guess there are round about 17.000 Americans living in Hamburg and I never met one of them who were not ashamed of the GWB-administration. You simply cannot live in Europe with all the information you get besides FOX and agree with GOP-politics.
For me, as an American citizen living abroad, I recognize Americans at home becoming more and more sensitive.
My relatives in the states react quite aggressive nowadays, when it comes to politics.
I guess the reason is Americans had become more and more insecure, because they feel for the first time in history the whole nation is in decline.
America isn’t the world’s role-model any longer. America owes China two trillion dollar, cannot pay its own bills and is losing wars.
It is easier to laugh about critical voices, when you are fully convinced of what you are doing.
But now, having a ridiculous congress, which is unable to do its work, Americans have all reasons to be ashamed of their country.
 I remember when I was young playing in our garden. Once I left an American flag-towel, crumpled up on the grass.
My father became really angry.
“This is not the way you can treat our flag!”
He was proud on his nation and felt very comfortable being an American in Europe.
Today, when people ask him where he comes from, because he has an accent, he tells them he comes from Canada or Netherlands, because he doesn’t want to responsible for his country.

Olaf D:
I'm a very political person. But the reason for me to be in this group is and was the cultural exchange. Sometimes you can't avoid politics in such an exchange, but it
shouldn't take over the whole group.

Syl V:
Yes, I agree, even if the general atmosphere is becoming darker and more frustrating, we have to relize that most of our American friends are not at all happy about the NSA stuff or what the government decides.

Sam:
 I guess there is nothing "wrong" about criticizing America, but when many of the posts are negative jabs at the States and sometimes Americans themselves it gets annoying.

TAMMOX:
Während man in Deutschland bei jeder Gelegenheit seinen politischen Unmut rauslässt und beim Friseur über Merkel lästert, ist das in Amerika oft ein "I Gitt-Thema", das man besser nur innerhalb der Familie erörtert.
Das kann durchaus als very rude empfunden werden, wenn man von sich aus anfängt politische Fragen zu stellen, oder womöglich - DAS IST DAS ALLERSCHLIMMSTE: öffentlich in Frage stellt, daß Amerika die großartigste Nation der Erde ist.

Amerikaner, die länger in Europa gelebt haben, merken diesen Unterschied natürlich noch viel deutlicher und ecken dann umso mehr an, wenn sie mit anderen Amis sprechen, weil ihnen diese Selbstbeschränkung auffällt und missfällt.

Susie:
This is not a political group and what the NSA did is not the fault of the American people. We should try to seperate politics and people.  I agree this group should be about culture and not about politics!

Greta:
That's exactly the kind of political stuff I was talking about...

Olaf:
I agree, Greta... It's a strange way of making fun tbh. And just because you are an American doesn't mean that you constantly spam anti-american stuff here. Excuse my language, but it pisses me off. I'm getting closer and closer to leave the group.
No need to start personal insults, whatever your name is.
And if you really can't see that the mood in this group has changed drastically (and in my opinion to the worse) then it's not my problem.

Sonntag, 17. November 2013

Faktenresistenz.



Vor ein paar Tagen stolperte ich über ein YouTube-Video, in dem sich Stefan Raab über meinen Lieblingsbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst lustig machte.

Stefan Raab sehe ich sehr selten, aber wenn es mal der Fall ist, bin ich immer wieder schwer beeindruckt, wie er extreme Dummheit, abstoßende Physionomie, völlige Ahnungslosigkeit und konsequente Witz-Abstinenz miteinander verbindet.
Gegenstand eines ausführlichen TVE-Beitrags war seine (angeblich) 15.000 Euro teure Luxusbadewanne.
Welch ein gefundenes Fressen für Gagschreiber.
Raab aber gestaltete den Beitrag weniger amüsant als eine Stunde Vorlesen aus dem Telefonbuch von Castrop-Rauxel.
Unfassbarerweise wies er sogar daraufhin, es wären nur die Kirchenmitglieder, die Kirchensteuer bezahlten, betroffen.
Kann man das glauben? Nachdem nun monatelang in allen Medien ausführlich über die verschiedenen schwarzen Kassen der Katholischen Kirche, also den Bischöflichen Stühlen, den Vermögen der Domkapitel, den Vermögenshaushalten des Bistums, sowie den Unterschieden zwischen kirchlichen Mitgliedbeiträgen, für die der Staat als Inkasso-Unternehmen auftritt (vulgo „Kirchensteuer“, knapp zehn Milliarden Euro jährlich), dem „Kirchgeld“, sowie den weiteren staatlichen Kompensationsleistungen in Höhe von gut 500 Millionen  Euro, mit denen beispielsweise die fünfstelligen Monatsgehälter der Bischöfe bezahlt werden, ist bei Raab und in der Pro7-Redaktion noch nichts angekommen!
Da wird immer noch ganz im Sinne der Kirchen gelogen, sie bezahlten ihre Extravaganzen aus ihren eigenen Mitteln, nämlich den Kirchensteuern.
Shame on you, Raab.

Kirchen möchten immer die Öffentlichkeit glauben lassen, sie wären bettelarm und würden all ihre Mittel für soziale Zwecke ausgeben.
Die Unehrlichkeit der organisierten Christen könnte nicht größer sein. Während die Bistümer auf gigantischen Vermögen in Milliardenhöhe hocken, beträgt der Anteil der Kirchenmittel an kirchlichen Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Pflegeheimen zwischen 0 und 5 %.
Daß die riesigen Summen, auf denen die Kirchen sitzen – Frerk spricht von Vermögenswerten von insgesamt rund 700 Milliarden Euro – immer weiter anwachsen, ist wenig verwunderlich, wenn man sieht wie der willfährige Parteienstaat seinen Verfassungsauftrag seit 94 Jahren ignoriert und den Geldsäcken der EKD und RKK weiter jede Ausgabe abnimmt und ihnen Steuerzahlermillionen zuschanzt.
Es gibt beispielsweise in den öffentlichen und kommerziellen Fernsehsendern jede Woche eine ganze Reihe kirchlicher Verkündigungssendungen.
Dazu gehören die kirchliche Talk-Sendung „Tacheles“, die diversen wöchentlichen TV-Gottesdienstübertragungen, oder das Wort zum Sonntag.
Wieso die verschiedenen Sender überhaupt große Kirchenredaktionen betreiben, obwohl die Kirchlichen Verkündigungssendungen allesamt nur homöopathische Einschaltquoten haben, kann man nur mit dem Totalversagen der politischen Klasse erklären.
Der kirchliche Anteil an der Finanzierung der Kirchenwerbesendungen liegt bei exakt NULL PROZENT!
100 % wuppt der Gebührenzahler.
Falls also Stefan Raab gerade zuhört:
Nein, hier werden eben nicht Kirchensteuermittel verwendet, sondern die relative Mehrheit der atheistischen Steuerzahler muß dafür ins Portemonnaie greifen.



Genaueres kann man in einem Frerk-Interview mit einer völlig abwesenden Moderatorin (Inka Schneider?) lernen.




Samstag, 16. November 2013

Der Christ des Tages Teil LXXVII


In den Augen der katholischen Kirche gibt es verzeihliche und unverzeihliche Sünden.

Wenn zum Beispiel ein Priester wie Pater Murphy mehrere Hundert Kinder vergewaltigt, wird das vom obersten Glaubenshüter der 1,2 Milliarden Katholiken als verzeihlich eingeschätzt. Murphy wird nicht etwa seines Amtes enthoben und darf in allen Ehren in seinem Pfaffenoutfit beerdigt werden.
Bei einem Paar, welches sich scheiden läßt, liegt hingegen eine sehr viel schwerere Sünde vor. Das kann die RKK nicht verzeihen und schließt beide für immer von der Kommunion aus.

Mit dem Hinweis auf die Dogmatik können Kirchisten erklären, weswegen Frauen niemals Priester werden dürfen, weswegen praktizierende Schwule in die Hölle kommen und warum Geschiedene Todsünder sind, die keine Kommunion mehr erhalten dürfen.
Wegen der unabänderlichen Werte Jesu verdammt die Kirche auch Zinsen und Banken, die sie erheben.

Die Apotheose der Dogmen sind gewissermaßen die sieben Sakramente (Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe), also katholische Riten, bei denen Jesus direkt anwesend ist.
Wenn Gott einen Vertrag besiegelt, darf man logischerweise nicht irgendwann sagen „ist mir doch egal. Scheiß drauf“. Sakramente sind heilig und unauflösbar. Enttaufungen, Plaudereien aus dem Beichtstuhl oder Ehescheidungen kennt die RKK nicht. Wer geschieden ist, wird als Angestellter des Diakonischen Werkes gefeuert, weil man eine derartige Sittenlosigkeit als kirchlicher Arbeitgeber nicht dulden kann.

In den Sakramenten wirkt Jesus Christus selbst und handelt durch seine Kirche, so dass das Zweite Vatikanische Konzil auch die Kirche als Ganzes in analoger Weise als „das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ bezeichnet hat. Das Verständnis der Sakramente setzt den Glauben voraus, die Sakramente fördern und stärken aber zugleich auch den Glauben.

Die Kirche kann also Mord und Kinderficken ohne Probleme verzeihen, aber Ehebruch eben nicht. Die Ehe ist nämlich ein heiliges Sakrament. Sie zu brechen ist eine Sünde, von der man sich nicht reinwaschen kann.

Nur wer sich vorher von der Sünde gereinigt hat, darf die hohe Päpstliche Ehre der Kommunion empfangen.
Dabei wird nicht etwa nur eine Oblate in den Mund gestopft, sondern es handelt sich um einen extrem wichtigen Ritus, bei dem gemäß der Vatikanischen Transsubstantationslehre eine zuvor geweihte Hostie mit den Worten „HOC EST CORPUS MEUM“ (dt: das ist mein Leib, vulgo: Hokuspokus) das Fleisch von Jesus in eine Oblate umgewandelt wird, die man dann verspeisen soll.
Da man buchstäblich Jesus isst, kann natürlich nicht irgendein Sünder an einer Päpstlichen Kommunion teilnehmen.
Daher wurde am 22.September 2011 der deutsche Bundespräsident Christian Wulff, der so böse war sein Ehegelübde zu brechen vom Papst ausgeschlossen.
Er erhielt in der Hauptstadt Berlin keine Kommunion und Thierse fand es auch gut so.
Ratzinger muß da klar unterscheiden und gibt deswegen nur Staatschefs, die ihm nicht als so üble Sünder wie Wulff erscheinen, die Hostie.

Wulff hatte sich immerhin in eine andere Frau verliebt und das noch nicht mal heimlich, sondern er steht auch noch öffentlich zu der Kebse.

Moralisch nicht zu beanstanden ist für den Papst hingegen ein anderer Staatschef, nämlich der Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, dem er am 01. Mai 2011 in Rom die Kommunion gewährte.
Mugabe, 87, Ministerpräsident 1980-1987 und seit 1987 Präsident des Landes ist natürlich nicht so sündig wie Christian Wulff.
Nun mögen die nörgelnden Gutmenschen darauf hinweisen, daß Mugabe ein grausamer Diktator ist, der so abartige Menschenrechtsverbrechen beging, daß sein Land aus dem Commonwealth ausgeschlossen wurde und ihm die Einreise in die EU verboten wurde.
Naja, er frönt einer gewissen Mordlust und hat Zehntausende Regierungsgegner umbringen lassen.
OK, er hat das Land völlig verelenden lassen, während er selbst in unfassbaren Luxus schwelgt.

Aber das ist doch Pipifax, denn für den Papst zählen die echten moralischen Werte und die sprechen eindeutig FÜR Mugabe und GEGEN Wulff.

Mugabe ist strenger Katholik, Jesuitenzögling und steht treu zu seiner Frau Grace, die schon mal an einem Tag 500.000 Dollar für Kaviar und Champagner ausgibt.

Nicht zu vergessen Mugabes Vatikan-gemäßer Umgang mit den Schwulen.
Würde Wulff je so klar handeln?

1991 eröffnete er eine Kampagne gegen Homosexualität, die „unnatürlich“ und „unafrikanisch“ sei. Homosexuelle – für Mugabe „minderwertiger als Schweine“ – können seitdem mit 10 Jahren Gefängnis bestraft werden. Mugabe begründete sein Vorgehen u. a. mit der Absicht, gegen Aids vorzugehen. Mugabes Vorgänger im Amt des Präsidenten Canaan Banana wurde wegen Homosexualität verurteilt und floh nach Südafrika, weil er um sein Leben fürchtete.
(Wikipedia)

Daher also ganz klar Kommunion für Mugabe JA, für Wulff NEIN.

Der Christ des Tages, Pfarrer Werner Kraus, weiß auch zwischen kleinen und großen Sünden zu unterscheiden.
Pfarrer Kraus aus Zirndorf war übergangsweise Katholischer Fürther Dekan und ist dort nun Stellvertreter von Dekan André Hermany, Pfarrer von Cadolzburg, den der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick 2011 in dieses Amt einsetzte.
Kraus, bzw nun Hermany ist damit oberster Repräsentant von mehr als 55000 Katholiken des Erzbistums.
Zum Dekanat Fürth gehören 14 Pfarreien und die des Christen des Tages Nr. 77, St. Josef der Arbeiter, Zirndorf, ist mit einer aktiven Katholikenzahl von 6180 die Zweitgrößte.


Kraus, der kürzlich sein 25-Jähriges Dienstjubiläum feierte ist in der Gemeinde sehr aktiv – insbesondere beim Geldeintreiben. Die Kirchensteuer erscheint ihm deutlich zu niedrig und so fordert er auf der Internetseite seiner Pfarrei ein zusätzliches „Kirchgeld“  von jedem Gläubigen.

Hören Sie unsere Bitte!
Sie haben folgende Möglichkeiten, das Kirchgeld zu bezahlen:
    Überweisung auf das Konto der Kirchenstiftung Kto. 27656 bei der Sparkasse Fürth, BLZ 76250000
    Barzahlung im Pfarrbüro
    Umschlag mit Ihrem Namen und Ihrer Anschrift und dem Vermerk Kirchgeld im Kollektenkörbchen legen. [….]
Ich danke schon im Voraus für jede Gabe.
Werner Kraus, Pfarrer
(st-josef-zirndorf.de)

Daß St. Joseph etwas teurer ist, sollte die Schäfchen nicht stören. Dafür genießen sie auch einen Pfarrer mit einem festen moralischen Kompass.
Als er einst einen Messdiener dabei erwischte, wie dieser eine „BRAVO“ las, gab Kraus sofort den Mixa und schlug zu.

Der Geistliche ohrfeigte im Schwimmbad, in aller Öffentlichkeit also, einen minderjährigen Schüler, weil der in der (sündigen?) „Bravo“ geblättert hatte. Nicht nur in Zirndorf brach ein Sturm der Entrüstung aus.

Wenn es nicht um Großsünden wie kleine lesende Jungs geht, ist Pfarrer Kraus durchaus gnädig.
Insbesondere seinem frommen Glaubensvorbild, dem bescheidenen Bischof Tebartz-van-Elst, begegnet er nur mit Wohlwollen.
Da ist der Christ des Tages Nummer LXXVII keine Ausnahme; die konservativen Hirten scharen sich um Deutschlands besten Oberhirten.
Nur weil einer lügt, betrügt, diffamiert und prasst, haben die einfachen Gläubigen, die das bezahlen müssen, noch lange kein Recht das Maul aufzumachen!

Die Finanzaffäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat beim Landeskomitee der Katholiken in Bayern einen heftigen Streit ausgelöst. Der Vorsitzende Albert Schmid musste sich am Samstag bei der Herbstvollversammlung des Komitees in Neumarkt dafür verantworten, dass er den umstrittenen Bischof stets verteidigt hat. [….] Schmid [hatte] gesagt, sein Beistand für Tebartz-van Elst sei von ihm als Privatperson ausgegangen. „Ich bin ein Mensch, der gerne hilft, wenn er darum gebeten wird.“ Er sei auch als Experte für Kirchenrecht gefragt gewesen. Mehrfach hatte sich Schmid mit dem Bischof in Regensburg getroffen. Die Diskussion um den Fall Limburg hatte er als völlig unangemessen bezeichnet und von einer Vorverurteilung gesprochen.
[….] Der Limburger Bischof verbringt seine vom Vatikan verordnete Auszeit derzeit in der Benediktinerabtei im niederbayerischen Metten. „Es ist eine massive Belastung für den Bischof“, sagte Schmid, der Tebartz-van Elst in den vergangenen Tagen in Regensburg getroffen hatte.

Auch Kraus setzte sich in seiner Predigt für den armen, bescheidenen TVE ein.
Allerdings wagten es zwei mindere Weibsbilder im Publikum zu widersprechen. So ein undankbares Pack.
Der Christ des Tages brach daraufhin den Gottesdienst ab.
Wo kämen wir dahin, wenn Gläubige auf einmal eine eigene Meinung haben und nicht mehr still und gehorsam „Ja und Amen“ sagen?

In der katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Zirndorf (Kreis Fürth) fliegen seit Jahren die Fetzen. Pfarrer Werner Kraus ist es, der mit für einen Geistlichen eher unüblichen Vorgehensweisen und sehr direkter Wortwahl immer wieder für Aufregung unter den Gläubigen sorgt. Zur Zeit ist die Tuschel-Frequenz an den Wirtshaustischen wieder besonders hoch.
Der geistliche Würdenträger hat einen Gottesdienst kurzerhand abgebrochen, weil Gottesdienstbesucher seine Predigt mit Zwischenrufen gestört haben. Die Frage, die in Zirndorf jetzt heftig diskutiert wird: War diese Reaktion des Pfarrers angemessen?
„Ich war innerlich so aufgewühlt, dass ich den Gottesdienst nicht mehr fortführen konnte“, beschreibt Pfarrer Kraus seinen Gemütszustand, als es zu dem Eklat kam.
Gerade eben hatte er mit seiner Predigt zum Thema „Vergebung“ begonnen und in diesem Zusammenhang gleich den Namen des Limburger „Skandal“-Bischofs Tebartz-van Elst erwähnt. Die Reaktion darauf war nach den Schilderungen des Geistlichen zunächst der lautstarke Zwischenruf („Unmöglich!“) einer Gottesdienstbesucherin, dann hätte sich auch noch eine zweite Frau eingeschaltet.
Um die bereits ausgebrochene Debatte in der Kirche zu unterbinden, habe er den Gottesdienst kurzerhand abgebrochen, erklärte Kraus.