Freitag, 19. Juli 2013

Der Christ des Tages Teil LXXVI



Ach, wie ich Kreuznet vermisse! 
Im Gegensatz zu anderen ultrarechten faschistoid daherredenden Fanatikern, hatte Kreuznet immer noch diese unfreiwillige Komik. 
PI, Junge Freiheit, Burschenschaftler, Vertriebenenverbände oder NPD sind dagegen nüchtern-humorlos.
Klar, die NPD’ler sind natürlich solche Deppen, daß man sie vorzüglich verarschen kann, aber von allein sind sie humorlos wie ein Fusselsieb nach hundert Trommeln Herrensocken.
Kreuznet hingegen kreierte Ausdrücke wie „Brechreiz-Turnübungen mit seinem Unzuchtspartner“ (=David Berger hat Sex) oder „Gummiisolatoren für das männliche Geschlechtsteil (=Kondom).
Besonderes Augenmerkt richtete das dunkelkatholische Hetzportal naturgemäß auf die verschiedenen Bischöfe. Wenn auch 90% der „Inhalte“ Homosexualität und dabei ganz besonders den Analsex zum Gegenstand hatten. Darin gleichen sich fundamentale Christen überall auf der Welt: Sie beschäftigen sich manisch mit rektalen Sexualpraktiken, welche eindeutig ihr größtes Faszinosum darstellen.
Die Bischöfe wurden entsprechend der Begeisterung für anale Penetration weitgehend anhand ihrer Einstellungen zur Homosexualität bewertet.
Ein konservativer Bischof, der wiederholt homophob auffällig wurde, bekam das Etikett „neokonservativ.“ 
Drifteten seine antischwulen Ausfälle nicht in den Bereich der Volksverhetzung ab, lief der Bischof unter „altliberal“.
Selbst ein ganz konservativer Knüppel wie Bischof Mixa wurden noch despektierlich als „Fluchtbischof“ bezeichnet. Und wenn einer wie der adelige Wiener Erzbischof Schönborn auch einmal Milde gegenüber „Gomorrhisten“ walten ließ, wurde er fürderhin als „Homoporn-Kardinal“ beschrieben.
Gnade vor den Augen Kreuznets bekam eigentlich nur der stets als „Heldenbischof“ titulierte FSSPX-Bischof Williamson, der seine üblichen reaktionären und homophoben Ansichten noch mit Holocaustleugnung und Nazi-Ansichten würzte. 
Einen jovial-umgänglichen konservativen Kirchenfürsten wie Kardinal Lehmann traf die ganze Wucht des Kreuznet-Hasses: „Kriechen trotz Übergewicht“ und daß der Fuldaer Bischof Algermissen anders als sein ultrakonservativer und schwulenhassende Vorgänger Erzbischof Dyba menschliches Verhalten zeigen konnte, brachte ihm das Urteil „Solariumsbischof“ ein.
Dabei war es eher der Kreuznet-Liebling Mixa, der durch Protz und Solarium auffiel:
Empfohlen hatte sich Mixa damals durch seine besondere Liebe zur Förderung junger Priester und durch die Disziplinierung eines Pfarrers, der beim Ökumenischen Kirchentag an einem evangelischen Abendmahl teilgenommen hatte - trotz großer Widerstände der Kirchenbasis. […]   Scheinheilig in einer vergoldeten Parallelwelt. Bischof Walter Mixa war für Benedikt XVI., alias Joseph Ratzinger, ein wichtiger Mann zur Durchsetzung seiner kirchenpolitischen Linie in Deutschland. Er bezeichnete sich selbst als "kultivierten Konservativen". Mixa verkörperte eine Kirche, wie sie der Papst will. Ein Fundamentalist, ein Hardliner, ein Rückwärtsgewandter - doch der papsttreue Stadtpfarrer von Schrobenhausen hat sich als Scheinheiliger enttarnt.   Je frommer und schriller seine Sprüche wurden, desto größer wurde die Kluft zu Mixas Parallelwelt, in der er lebte und sich dazu auch noch ganz komfortabel mit Wein, Solarium und Blattgold eingerichtet hatte. Bischöfe wie Mixa sind das Ergebnis einer negativen Auslese: Nicht seelsorgerliche oder theologische Qualifikationen entschieden über ihren Aufstieg, sondern Papsttreue und blindes Befolgen römischer Anweisungen.
(Peter Wensierski, 08.05.10)
Ach, wie ich Kreuznet vermisse! 
Was hätten sie wohl zu Ratzingers Flucht vor der Verantwortung geschrieben? Eine schöne Verschwörungsgeschichte wäre ihnen sicherlich eingefallen.
Wie würde Kreuznet auf Franzis mangelnde Homophobie reagiert haben? Es vergehen inzwischen mehrere Tage am Stück, in denen keine einzige Hassattacke gegen Schwule aus dem Vatikan kommt. Nur eben die üblichen Schwuchtelein.
Ein von Papst Franziskus in eine Schlüsselposition im Vatikan berufener Prälat hat einem Medienbericht zufolge mehrere homosexuelle Affären gehabt. Battista Ricca habe in seiner Zeit als Botschafter des Vatikans in Montevideo Affären mit Männern gehabt, berichtete am Freitag die italienische Wochenzeitschrift "L'Espresso". Der Kirchenmann sei in der Hauptstadt Uruguays auch einmal zusammengeschlagen worden, nachdem er mehrere Schwulen-Bars besucht habe.
Auch wenn die Homoattacken aus Rom derzeit seltener werden, weil Franzi offenbar weniger manisch auf Analsex fixiert ist als Joseph Ratzinger und sein Freund Georg Gänswein, so ist die RKK-Leitungsebene selbstverständlich nicht weniger homo-hysterisch.
Ausgerechnet der als „Solarium-Algermissen“ Gescholtene legte zuletzt nach.
Heinz Josef Algermissen, 70, seit 12 Jahren Bischof in Fulda, mag auch kein Homoperversen.
Das erklärte der Christ des Tages Nr 76 im legendären „Bonifatiusboten.“
In dem Kirchenblatt hatte sich schon der olle Dyba über Schwule ausgelassen:
Zum katholischen Priesteramt taugen nun aber nicht alle Hodenträger.
Naive Menschen könnten meinen, daß in einem Beruf, der ohnehin zum Zölibat verpflichtet Penisgröße, Potenz und sexuelle Orientierung irrelevant wären - aber weit gefehlt:
Es ist außerdem zwischen guten (=heterosexuellen) und schlechten (=homosexuellen) Enthaltsamen zu unterscheiden.
Letztere dürfen auf Anweisung des aktuellen Pontifex‘ gar nicht erst zum Priesterseminar zugelassen werden.
Aufklären kann hier der stets brillante Erzbischof Dyba, der zwar zur Zeit tot ist, aber ob seines frommen Adlerblicks in die erotischen Abgründe mit Sicherheit bereits einen Ehrenplatz auf Wolke 7 in Gottes Himmel ergattert hat.
Im Bonifatiusboten verkündete er schon 1997, daß nur derjenige katholischer Priester werden könne, „der das Zeug zu einem gesunden und guten Familienvater“ hätte. Homosexuellen fehle dagegen das „Opferbewusstsein“ für das Priesteramt. 
(Tammox 06.03.2011)
Homosexuelle können aber nicht nur NICHT Priester werden, sie sind auch gemeingefährlich – so Algermissen in eben jenem Bonifatiusboten:
 „Der ideologische Kulturkampf zur Relativierung der treuen und lebenslangen Ehe“ wurde „deutlich verschärft“ - Pervertierte Journalisten-Sprachregelung hat sogar den Begriff „Hetero-Ehe“ geprägt. […]

„Wer heute den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon ein Witwer“, hat vor Jahren bereits der große Theologe Hans Urs von Balthasar festgestellt.

Wer jedem Trend hinterherläuft und auf jeder neuen Welle mitschwimmt, wird notgedrungen oberflächlich, dessen Handlungskriterien werden schnell beliebig.

[…]  Daneben wurde der ideologische Kulturkampf zur Relativierung der treuen und lebenslangen Ehe in den letzten Jahren deutlich verschärft. Die rechtliche Anerkennung eingetragener Lebenspartnerschaften als Resultat eines „Emanzipationsprozesses“ war die Bresche, um den Konsens über die Besonderheit und Bedeutung der Ehe als Verantwortungsgemeinschaft für Fruchtbarkeit, Generationensolidarität und gesellschaftliches wie staatliches Wohl sozusagen amtlich endgültig zu zerbrechen.

Das geht schon so weit, dass eine pervertierte Sprachregelung unter Journalisten den Begriff „Hetero-Ehe“ geprägt hat, um damit das zu bezeichnen, was vor einigen Jahren fraglos das Normale und Gesunde war. Andererseits schienen sogar führende CDU-Politiker vom Etikettenschwindel der „Homo-Ehe“ befallen zu sein.

Ist uns eigentlich nicht mehr bewusst, dass derartige Begriffe in kurzer Zeit Wahrheit verändern und stabile Haltungen zerstören? Über die Folgen werden wir uns noch wundern.

Mit den Irrungen und Wirrungen über das Wesen der Ehe hat der Artikel 6 sein geistiges Fundament verloren, das den Vätern des Grundgesetzes noch plausibel war.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Wenn die Gutmenschen kommen.



Das war schon lustig, daß der Typ, den sich die SCHWARZGRÜNE Landesregierung von Hamburg holte, um die IGS (Internationale Gartenschau) zu planen, ausgerechnet Herr „Baumgarten“ hieß.
Als die Grünen im November 2010 die K.O.alition platzen ließen, waren es noch zweieinhalb Jahre hin bis zur Eröffnung der igs auf der Hamburger Insel Wilhelmsburg.
Das Ziel der Schau wurde enthusiastisch von der Planungsgruppe beschrieben:
100 Hektar Fläche umfasst das zukünftige Gelände der internationalen gartenschau hamburg 2013 und somit auch der neue Park für Wilhelmsburg. ….Ein beeindruckender alter Baumstand und gepflegte Kleingartenparzellen prägen schon heute den Charakter des Parks. Auf dem Rundweg durch das Gartenschaugelände werden die Besucher sieben thematisch gestaltete Passagen erkunden. Diese bilden die intensiven Ausstellungsflächen der igs 2013.
Das klingt doch erst mal ganz gut.
Den Satzbeginn vom „beeindruckenden alten Baumstand“ interpretierte man Anfang 2010 unter grüner Landesregierung auf spezielle  Art.
Bäume erschienen irgendwie störend, so groß und grün, wie sie sind.
Und was haben Bäume eigentlich in einem großen Garten zu suchen?
Die Grün-Schwarz regierte Vorzeige-Umweltstadt Hamburg setzte Zeichen und ließ für die IGS Weiden, Pappeln, Erlen und Ahorne abholzen.
Bis zur Eröffnung ließ die „igs Hamburg 2013 GmbH“, eine 100%-Tochtergesellschaft der Stadt, knapp 3000 der lästigen Holz-Großpflanzen auf dem Gartenschaugelände weggerockern. 

2011 gab es bekanntlich einen Regierungswechsel in Hamburg. Nun müssen die Sozis unter Olaf Scholz die von Schwarz und Grün angefangenen Desaster irgendwie handhaben.
Aber auch die igs plante die Vorgängerregierung nach ihrem bewährten Motto „wir vergeigen alles!“
Der Standort Wilhelmsburg ist natürlich absurd. Niemand fährt extra dahin und keiner hat Lust die von den Grünen gerodete Fläche zum Eintrittspreis von 21 Euro (ohne jegliche Nachlässe für Rentner oder Familien!) anzuglotzen.
Trauerspiel Gartenschau.

Die Besucherzahlen sind ernüchternd, die Preise viel zu hoch und die Stimmung passt sich dem miesen Wetter an. […]    Schon am Haupteingang wird am Donnerstagmittag deutlich: Hier stimmt etwas nicht. Von den zahlreichen Kassen sind nur zwei Schalter besetzt, selbst dort herrscht gähnende Leere. „Hier ist nichts los“, sagt der Security-Mann. […] Tatsächlich: Besuchermassen sucht man auf dem riesigen Gelände vergeblich. Die Schwebebahn fährt fast leer im Kreis. Drei Jungs drehen in der Skate-Anlage ihre Runden, eine Rentner-Truppe bestaunt einen Rhododendron und ein Ehepaar liest die Infotafel vor der leeren Wasserball-Anlage.

Selbst im riesigen Essens-Pavillon präsentiert sich uns ein trauriges Bild. Kein Mensch isst hier ein Franzbrötchen für 3 Euro oder eine Frikadelle mit Kartoffelsalat für deftige 7,50 Euro. Immerhin keine langen Schlangen, könnte man es sich schönreden.

„Der Stand lohnt sich überhaupt nicht“, sagt eine Verkäuferin aus dem Alten Land. Würde sie nicht selbst hier stehen, wären die Lohnkosten untragbar. Ein Bauer soll, so erzählt sie, seinen Stand deshalb schon aufgegeben haben. […]    Nach knapp drei Stunden haben wir genug – sind uns einig: 21 Euro Eintritt pro Person hätten wir nicht ausgegeben. Dann lieber ins Kino. Da ist die Stimmung besser. Und es regnet nicht.
Das Projekt igs ist aber nicht nur ein totaler Flop, weil dort gähnende Leere herrscht; es ist vor allem auch wieder einmal ein finanzieller Keulenschlag auf den Steuerzahler, den CDU und Grüne verursacht haben. Rund 30 Millionen Miese wird das Projekt der GAL-Senatorin Hajduk dem Steuerzahler hinterlassen.
Die Sonne lacht, die Blumen blühen nur für die Internationale Gartenschau (igs) in Wilhelmsburg ziehen dicke Wolken am Horizont auf. Der Veranstaltung droht ein Verlust von 25,95 Millionen Euro. Diese Zahl hat der Bund der Steuerzahler ermittelt für den Fall, dass bis zum Ende der Gartenschau am 13. Oktober weiter so hinter den erwarteten Besucherzahlen zurück bleibt. Wie abendblatt.de berichtet hat, kommen zurzeit täglich nur etwa 7219 Besucher, 15.000 müssten es sein, damit die Schau sich rechnet. Selbst bei einer Steigerung der Besucherzahlen auf drei Viertel der prognostizierten Besucherzahl, bliebe laut Steuerzahlerbund ein Defizit von 11,44 Millionen Euro. Und das müsste die Stadt, also der Steuerzahler ausgleichen.
(HH Abla 18.07.13)
Mit Bäumen haben die Konservativen oft ihre Probleme und lassen gerne alles abhacken.
Das ist wohl ihre Auslegung der biblischen Maxime „Macht euch die Erde untertan“.
300 Jahre alter Regenwald wegen Papstbesuch gefällt.

In Brasilien gehen die Wogen hoch, nachdem bekannt geworden ist, dass für den Papstbesuch in diesem Monat Teile eines dreihundert Jahre alten Regenwaldes abgeholzt wurden. Die Verantwortlichen der katholischen Kirche rechtfertigen sich mit der Begründung, Platz für die vielen Pilger zu benötigen, doch nicht nur die Behörden des Landes bezeichneten die Aktion als "kriminell".

[…] 334 Bäume am Rande des Nationalparks Serra da Tiririca, einer Gegend im Besitz der Kirche, seien der Aktion zum Opfer gefallen, berichtete der Vizebürgermeister Niterois, Axel Grael, gegenüber der Zeitung "O Globo". Um Erlaubnis habe die katholische Kirche dabei aber nicht gefragt. "Der Vorfall ist bedauernswert", so Grael. "Eine Veranstaltung für die Jugend sollte pädagogisch wertvoll sein und eine Verantwortung gegenüber der Umwelt und der Zukunft demonstrieren. Diese Abholzung ist ein krimineller Akt."

[…] Es ist bereits der zweite Streit dieser Art rund um den Papstbesuch: Erst vor Kurzem sollten in Rio de Janeiro elf Kokosnusspalmen wegen einer Messe von Papst Franziskus gefällt werden. Nach einem öffentlichen Aufschrei wurde die Erlaubnis hierfür allerdings rückgängig gemacht.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Trostpflaster



CDU und CSU sind offensichtlich immun gegen Realität und moralische Ansprüche.
Für mich ist das natürlich extrem frustrierend. Zeigt sich doch an den Wahlabsichten der Deutschen, daß Aufdeckung und Entlarvung der Machenschaften des rechten politischen Lagers nutzlose Unterfangen sind.

Glücklicherweise funktioniert Aufklärung auf einem anderen Schauplatz deutlich besser.
Nämlich bei den Religiösen.
Ihre Führer sind genauso doppelmoralisch wie die CDU-Führer, aber den Kirchen nimmt man es durchaus noch übel, wenn sie beim Mauscheln mit Geldern oder dem Vertuschen von Kinderfickerfällen ertappt werden.

Zum Beispiel im Bistum Augsburg, Mixas ehemaliger Großdiözese.
Im Juni 2013 hatte Bischof Konrad Zdarsa still und heimlich Pfarrer Thomas Schilling von der Pfarreiengemeinschaft Unterthürheim auf dessen Wunsch „beurlaubt.“
Daß Schilling sich an Messdienerchen vergriffen haben soll, führt mal wieder zu Solidarisierungen mit ihm. Wie immer steht die Kirchenleitung voller Empathie zu dem Täter; hat aber für die Opfer kein Wort des Bedauerns übrig.
Der Pfarrgemeinderatsvorsitzender von Maria Hilf (Unterthürheim), Karl-Heinz Deisenhofer, will dem beurlaubten Pfarrer Unterstützung anbieten, damit der Geistliche „nicht alleine dastehe“. Mit der Sache sei er nicht glücklich. „Ein Mensch, der einem solchen Vorwurf ausgesetzt ist, ist schnell abgestempelt.“

Für Anna Cordes, Pfarrgemeinderatsvorsitzende in Oberthürheim, ist die Situation „extrem überraschend“. „Wir, in Oberthürheim, können nur sagen, dass wir uns diesen Vorwurf nicht in Verbindung mit der Persönlichkeit unseres Pfarrers vorstellen können“, erklärt sie. „Es passt unserer Meinung nach einfach nicht zu ihm.“
Für den Bischof offenbart sich aber mit jedem abgängigen Pfaff die Schwäche seiner Kirche. Sowohl Kirchgänger, als auch Pastoren sind absolute Mangelware. Selbst im frommen Bayern haben mehr und mehr Bürger die Nase voll von den organisierten Religioten.
Es werden systematisch eigenständige Kirchengemeinden geschlossen und zu großen Bet-Konglomeraten zusammengefasst, welche dann mit einem Mietpfaff aus Osteuropa, Asien oder Afrika besetzt werden.
Ab September legt das Bistum Augsburg die beiden [Pfarreiengemeinschaften Unterthürheim und Buttenwiesen…] zusammen. Sie firmieren fortan unter der Bezeichnung Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen. Sie beinhaltet dann die Pfarreien Buttenwiesen, Frauenstetten mit Vorder- und Hinterried, Lauterbach, Wortelstetten mit Neuweiler, Ober- und Unterthürheim sowie Pfaffenhofen. Bischof Konrad Zdarsa reagiert mit der Pastoralen Raumordnung auf den bestehenden Priestermangel, den Glaubensschwund und den vermehrten Kirchenaustritt der Gläubigen. […]   Der Wegfall des Wortgottesdienstes am Sonntag und an Feiertagen wird dort heftig moniert. Er sei ein wichtiges und identitätsstiftendes Element vor allem der Kirchen auf dem Land. Die Hoffnung, dass sich auch ältere und gebrechliche Menschen problemlos an einen zentralen Ort zur Eucharistiefeier begeben, widerspreche eindeutig die bisherige Erfahrung, so das Urteil der Hinterfrager der Diözese. […] Pater Soni Abraham Plathottam setzt, wie zu hören ist, auf Gemeinsamkeit und Teamgeist. Der Karmelitenpater ist für die neugeordnete Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen ab 1. September zuständig. Der aus Indien stammende Geistliche kam 1999 nach Deutschland, leitete ab 2004 in Kenia eine Pfarrei und kehrte 2008 wieder in unser Land zurück. […]
Die Pfarreien Ober- und Unterthürheim haben in diesem Kontext bereits Konsequenzen gezogen. Sie verzichten heuer auf ihre Pfarrfeste. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in Oberthürheim, Anna Cordes, meinte gegenüber unserer Zeitung, dass zum Feiern derzeit die Motivation fehle.
In Berlin, wo die frommen Merkel, Nahles, Thierse und Schavan wirken, schreckt ihre Religiosität massiv ab.
Den Glaubensgemeinschaften in Berlin laufen offenbar massenhaft die Schäfchen davon.

In diesem Jahr sind allein in den ersten drei Monaten 4046 Berliner aus der Kirche ausgetreten. 2012 waren es laut Senat 12.206. Experten rechnen damit, dass 2013 so viele Berliner wie nie ihrer Religionsgemeinschaft den Rücken kehren.

Die meisten Austritte zählt die evangelische Kirche (2382) vor der römisch-katholischen (1617). Vor allem in den Amtsgerichten Tempelhof-Kreuzberg (738), Mitte (617) und Schöneberg (588) gehen Anträge ein. Für den Anstieg bei den Kirchenaustritten machen Gerichtsmitarbeiter die geplanten Gebühren für Kirchenaustritte verantwortlich.

Künftig sind 30 Euro fällig. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt im Abgeordnetenhaus.
In Finnland jagt eine ultrafundamentalistische Ministerin die Gläubigen aus der Kirche.
Hardcore-Protestanten in Finnland.

Päivi Räsänen zieht wieder gegen Homos, Abtreibungen und „lustbetonten“ Lebensstil zu Felde. […] Päivi Räsänen dürfte das teuerste Mitglied der finnischen protestantischen Kirche sein. Die 53-jährige Innenministerin, zuständig auch für Kirchenfragen, hat in der vergangenen Woche für eine neue Welle von Kirchenaustritten gesorgt. Und damit jährliche Kirchensteuerverluste für die evangelisch-lutherische Kirche in Höhe von mehreren hunderttausend Euro verursacht.

Schon vor drei Jahren führten Räsänens Äußerungen in einer Talkshow dazu, dass binnen zehn Tagen so viel FinnInnen ihren Kirchenaustritt erklärten wie sonst in einem ganzen Jahr: 34.000. Der Verlust der Kirchensteuereinnahmen pro Jahr beläuft sich auf 8 Millionen Euro. Räsänen hatte damals Homosexualität als Sünde und gleichgeschlechtliche Paare als „schlechtere Eltern“ bezeichnet; jetzt proklamierte sie, die Lehren der Bibel stünden über der weltlichen Gesetzgebung.
 (R. Wolff, taz, 14.07.13)
Viele finnische Kirchenmitglieder traten aus der Kirche aus. Allein am vergangenen Donnerstag waren es rund 2.500 Personen. Laut der Internetseite eroakirkosta.fi treten im Juli normalerweise täglich rund 70 Mitglieder aus.

[…] Räsänen sagte, sie werde aber zur ihrem Wort stehen, und weiterhin die Ministerverantwortungen für Kirchenfragen behalten, für die sie als Innenministerin zuständig ist. […]  Die Kirche selbst distanzierte sich von Räsänens Äußerungen. […] Die Bischöfin in Helsinki, Irja Askola, sei „traurig und etwas verärgert“: „Es ist uns nicht gelungen, die Botschaft rüber zubringen, dass die Kirche etwas anderes ist als diese einzelnen Aussagen.“
(pro 16.07.13)

Dienstag, 16. Juli 2013

Tiefer graben, wenn man schon im Loch sitzt.


Gerhard Stoltenberg war vor gut 20 Jahren einer der CDU-Bundesminister, der besonders frech auf eine No-Win-Verteidigung setzte, als er in einem Affärenstrudel unterzugehen drohte.
Erst waren unter seiner Aufsicht ehemalige NVA-Panzer nach Israel geliefert worden und nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestages ausdrücklich die Weitergabe von Bundesswehrpanzern an die Türkei verboten hatte, wurde im März 1992 genau das bekannt.
15 Panzer hatten Stoltenbergs Leute heimlich nach Ankara bringen lassen.
Der empörten Opposition erklärte der Minister dann, er wäre keineswegs politisch verantwortlich, denn er habe von den Vorgängen rein gar nichts gewußt.
Damit hatte er für jeden klar zu verstehen gegeben, daß er entweder gerade das Parlament anlügt, oder aber als Minister vollkommen versagt hat, weil er die wichtigsten Vorgänge seines eigenen Ministeriums nicht kennt.
Selbst unter dem Schwarzgeld- und Mauschel-König Kohl blieb so eine Dummdreistheit nicht ungestraft. Der Kabinettskollege einer jungen Ministerin namens Angela Merkel, flog im hohen Bogen.

Stoltenbergs Nachnachfolger de Maizière sitzt in einer noch größeren Patsche. Gleich bei mehreren Rüstungsprojekten versuchte er es mit der Stoltenberg’schen No-Win-Verteidigung.
 Es ist allerdings noch schlimmer; denn es ist anders als 1992 ein gigantischer finanzieller Schaden für den Steuerzahler entstanden (rund 600 Millionen Euro wurden für die fluguntauglichen Superdrohnen verplempert) und zudem werden täglich neue Belege dafür bekannt, daß de Maizière gelogen hat und in Wahrheit viel früher über das Drohnendesaster informiert war.


Wenn ein Ministerrücktritt fällig ist, dann der von Merkels aktuellem Verteidigungsminister. Daß das nicht geschieht, liegt an Merkels systematischer ethisch-moralischen Desensibilisierung.
Ihre Minister dürfen sich bestechen lassen, das Volk anlügen oder auch die Arbeit komplett verweigern.
Sie stört es nicht.

Selbst für Merkels Kabinett ist das Ausmaß des Totalversagens des Innenministers Friedrich allerdings rekordverdächtig. 

Vermutlich würde sie ihn auch ganz gerne à la Röttgen über die Klinge springen lassen, aber es sprechen drei gewichtige Gründe gegen eine Friedrich-Entlassung. 1.) Er ist in der CSU. 2.) Er war ohnehin nur dritte Wahl für den Job und kam nur ins Amt. Weil sich partout niemand anderer bereits erklärte das zu machen. 3.) Wir sind zehn Wochen vor der Bundestagswahl.
Sei’s drum. So bleibt uns der debakulierende Innenminister noch als Witzfigur erhalten.
Bankrotterklärung des Innenministers.

Als Konsequenz aus der Spähaffäre hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Bürger zum Verschlüsseln ihrer Onlinekommunikation aufgerufen. „Wir werden dafür sorgen, dass noch mehr Menschen in Deutschland ihre eigene Kommunikation noch sicherer machen“, sagte Friedrich nach einer Sondersitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Überwachung der Geheimdienste (PKGr). […]

Die Opposition warf der Regierung nach der vierten geheimen Sondersitzung des PKGr zur Spähaffäre der USA vor, die entscheidenden Fragen nicht geklärt zu haben. Friedrich sei „mit leeren Händen“ aus den USA zurückgekommen, sagte der SPD-Innenpolitiker Thomas Oppermann. Merkel müsse die Angelegenheit deshalb nun zur Chefsache machen: „Die Bundeskanzlerin muss sich selbst vor die Bürgerinnen und Bürger stellen und ihre Grundrechte schützen“, sagte Oppermann.
(Astrid Geisler 16.07.13)
Den rumänophoben Hobbypolitiker Friedrich als „der Depp vom Dienst“ (taz) zu bezeichnen, halte ich noch für vergleichsweise mild.
Pressesplitter:
Es war eines der Argumente, das Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) von seiner USA-Reise mitgebracht hatte: Durch die großangelegte Internet-Überwachung um Prism seien 45 Terroranschläge vereitelt worden, davon allein fünf in Deutschland, sagte er. Auf der Regierungspressekonferenz am Montag schien nun durch, dass offenbar nicht ausschließlich konkrete Anschläge verhindert, sondern teilweise auch nur "Überlegungen" dazu durchkreuzt wurden.

Innenminister Friedrich erklärt sich für ahnungslos.

Innenminister Friedrich hat zugegeben, das US-Spähprogramm "Prism" nicht zu kennen. Über den Umfang wisse man bis heute nicht Bescheid.
 (Die Welt 16.07.13)

Der Tanzbär.

Hans-Peter Friedrich tapst auch nach fast zweieinhalb Jahren noch staunend durch die Welt der Polizei und Geheimdienste. Die Ministeriumsbeamten lassen den Politiker nach ihrer Pfeife tanzen. […] Hans-Peter Friedrich ist der am meisten überforderte Ressortchef im Kabinett von Angela Merkel.

Das zeigt sich einmal mehr durch sein Agieren in der Abhöraffäre, die der frühere NSA-Techniker Edward Snowden ausgelöst hatte. Am Anfang schimpfte Friedrich nicht etwa auf die US-Lauschbehörde NSA, sondern auf deren Kritiker, denen er „Antiamerikanismus gepaart mit Naivität“ vorwarf. Dann, als die Lauschoperationen gegen die EU und europäische Botschaften bekannt wurden, reagierte der CSU-Politiker schon kleinlauter: Das gehe natürlich nicht, sagte er und forderte eine Entschuldigung aus Washington, wenn denn die Vorwürfe zuträfen. Im Übrigen würden deutsche Geheimdienste so etwas wie die NSA nicht tun.

Jetzt, nachdem der Spiegel über die Abhörkumpanei zwischen NSA und BND berichtet hat, ist Friedrich ganz verstummt. Dafür fliegt er in dieser Woche nach Washington […] ,

Die Amerikaner werden sich auf die Schenkel klopfen. Sie wissen, gut informierte Unterabteilungsleiter sind weit unangenehmere Gesprächspartner als ein Minister, der auch nach fast zweieinhalb Jahren im Amt noch mit staunenden Augen durch die Welt der Geheimdienste und Polizeibehörden tapst. […] Der CSU-Politiker, der sich als Abgeordneter jahrelang mit Wirtschafts- und Verkehrspolitik befasste, hatte nie einen Plan, ein Konzept für sein Ressort. Es scheint so, als wolle der 56-Jährige nur sein Amt überstehen. Schließlich habe er ja kein Innenminister werden wollen, wie er selbst einräumt.

[…] Nach dem Auffliegen der rechten Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ und dem offenbar gewordenen Versagen der Sicherheitsbehörden hätte es ein starker Minister nicht bei personellen Bauernopfern belassen, sondern strukturelle Konsequenzen gezogen. Friedrich aber kapitulierte vor dem Widerstand aus den Ländern und gab sich statt der 2012 noch vollmundig angekündigten Reform des Verfassungsschutzes mit kosmetischen Korrekturen weniger Arbeitsabläufe zufrieden.

[…] Wie sehr der Minister in seinem Amt ein Getriebener ist, machen auch seine Volten im Fall des NPD-Verbotsantrags deutlich. Im vergangenen Dezember redete er noch den 16 Landesinnenministern ins Gewissen und versuchte, sie von seinen Zweifeln an einem erfolgreichen Verfahren in Karlsruhe zu überzeugen. Vergeblich, die Minister votierten einstimmig für einen Verbotsantrag des Bundesrats.

Drei Monate später verblüffte der CSU-Politiker im Bundestag mit der Aussage, nun müssten auch Bundesregierung und Bundestag den Antrag der Länder unterstützen. Kanzlerin Merkel war not amused über den plötzlichen Sinneswandel ihres Ministers, hatte sie sich doch von ihm Rückhalt in ihrer skeptischen Haltung zum NPD-Verbot versprochen. Friedrich bekam eine Privataudienz bei Merkel und ruderte prompt zurück. Jetzt war auch er wieder gegen den Verbotsantrag.

[…] Ungeschickt und unsensibel agiert er auch in der Deutschen Islamkonferenz.

Nach dem US-Besuch von Innenminister Hans-Peter Friedrich durchforsten mehrere NSA-Mitarbeiter die Datenbanken und Archive des Geheimdienstes, um zu überprüfen, ob der CSU-Politiker auf der Gehaltsliste der NSA steht. Immerhin wäre dies die einzige plausible Erklärung dafür, warum sich der deutsche Innenminister seit Wochen so verhält, als sei er der offizielle Pressesprecher der NSA.

"Bis vor Kurzem dachten wir, dieser Friedrich wäre ein ganz normaler deutscher Politiker, der nichts mit uns zu tun hat", so NSA-Rekrutierungsoffizier Jeff Haberly gegenüber dem Postillon. "Doch seit seinem Besuch sind wir überzeugt, dass er einer unserer Geheimagenten oder eine Art V-Mann in unseren Diensten sein muss. Kein Politiker eines fremden Landes würde jemals ein Abhörprogramm wie das unsere freiwillig verteidigen."

Und was denkt der Wähler über eine Partei, die solche Minister stellt? UngeAignert, die Landwirtschaftslobbyerfüllungsgehilfin, Ramsauer, der konzeptionslose Killer der deutschen Infrastruktur und eben Friedrich?
CSU stärker als alle anderen Parteien zusammen.

Die CSU wäre nach einer neuen Umfrage derzeit bei einer Landtagswahl stärker als alle anderen Landtagsfraktionen zusammen - einschließlich der FDP. Die CSU würde demnach auf 47 Prozent kommen, ein eventuelles Bündnis von SPD, Grünen und Freien Wählern dagegen nur 39 Prozent holen. Die FDP liegt bei fünf Prozent.
Analtauchen zahlt sich aus.