Donnerstag, 2. Mai 2013

Schwerer Tag heute.



Man kann mir vieles vorwerfen, aber nicht, daß ich mich nicht für meine Partei einsetze!
 
Ich zahle seit 20 Jahren pünktlich meine Beiträge und lese den Vorwärts. Als Homo Politicus verfolge ich jede Wahl mit Argusaugen und bemühe mich die Menschen von einem Kreuz bei der SPD zu überzeugen. Gegen verbissene Agendahasser halte ich stand, verteidige im aussichtslosen Umfeld Schröder und Steinbrück.
Nie werde ich müde die vielen Argumente für die SPD aufzuzählen, stets zeige ich die Unterschiede zur rechten Alternative auf.
Schubladenweise horte ich SPD-Give-aways, die ich in großen Mengen beim SPD-Image-shop kaufe.
Ich benutze nur SPD-Lippenstifte (die übrigens wunderbar nach Vanille schmecken – viel besser als Labello und Co), trinke Café aus SPD-Tassen, verteile SPD-Taschentücher und benutze SPD-Kugelschreiber. An allen meinen Revers prangt ein Parteiabzeichen und sogar an meinem Autohinterteil klebt ein „I love SPD“-Aufkleber.
Ich besuche Wahlkampfveranstaltungen, lobe Spitzengenossen, verbreite Bundestagsreden von guten Sozis und lese Parteiprogramme.
Auf Facebook „like“ ich Sozialdemokraten und wenn Emnid anruft manipuliere ich die Meinungsumfrage, indem ich behaupte 2009 CDU gewählt zu haben und nun zur SPD umgeschwenkt sei.
Ich greife Schwarzgelb an, wann immer ich kann und nutze Wartezimmer und Kassenschlangen, um meinen Mitbürgern die Sozis schmackhaft zu machen.
Ich glaube, ich bin ein guter Sozialdemokrat.
Nachdem ich die Bundes-Parteivorsitzenden aus der Pfalz, Rudolf Scharping und Kurt Beck, überlebt habe fühle ich mich so gestählt, daß mich keine Personalie mehr erschüttern kann. 
Ich stehe hinter der SPD, stelle mich vor sie, verteidige sie und bin voller Überzeugung Mitglied.

Und dann das:

Stricken für den Wechsel!
Dazu gibt es tatsächlich eine Facebookgruppe, die von Andrea Nahles unterstützt wird.
Und ich dachte bisher das allerunterste Kellertiefgeschoß des Niveaus hätte Nahles mit ihrer Energiewendeerklärung bereits erreicht.


Aber ich will nicht undankbar sein. 
Die tiefgläubige Katholikin und Papstanhimmlerin Nahles, die leider viel zu unterbelichtet ist, um zu verstehen was Ratzinger im Bundestag gesagt hat, tritt freundlicherweise nicht in erster Linie als SPD-Vertreterin „nach außen“ auf. 
Damit würde sich massiv Wähler abschrecken. 
Stattdessen belästigt sie mit ihren unfassbaren Dümmlichkeiten hauptsächlich die eigene Parteibasis.
Von überzeugten Sozis darf man erwarten, daß sie derart umnachtete Aktionen auf dem Kindergarten-Niveau dezent verschweigen und niemanden außerhalb der Partei verraten, wie die eigene Generalsekretärin und oberste Wahlkämpferin sich zur Witzfigur macht.

Ganz läßt sich allerdings der Problemfall Nahles auch nicht vor der Öffentlichkeit verbergen.
So müssen wir SPD’ler beispielsweise mit dem grenzdebilen Wahlkampfmotto „Das WIR entscheidet“ leben, den Nahles zu allem Übel auch noch bei einer Zeitarbeitsfirma abgeschrieben hat.

Womit habe ich das verdient?

Könnte nicht irgendjemand anderes die SPD-Bundestagswahlkampagne leiten?
Jemand, der besser qualifiziert ist. 
Lothar Matthäus hätte doch sicher Zeit gehabt. 

Mittwoch, 1. Mai 2013

Impudenz des Monats April 2013



Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.
Die Krone als größter Depp bekommt diesmal Eduard Kopp (geb. 1953).
Kopp? Kennt Ihr nicht? Macht nichts, erklär‘ ich euch.
Bei den Begriffen „Kopp“ und „Religion“ denkt man zuerst an den „Kopp-Verlag“, also diesen extrem abstrusen Fanatiker-Verlag, der einst Eva Herman, aka „Eva Braun“ unter Vertrag nahm, um dort die „Kopp-Nachrichten“ zu verlesen.
Der Kopp Verlag mit Sitz in Rottenburg am Neckar widmet sich Verschwörungstheorien, und Pseudowissenschaften, wie Prä-Astronautik, Ufologie, des Erfundenen Mittelalters, des Kreationismus, der Astrologie, der Geomantie sowie der Germanischen Mythologie, des Islamismus, der Freiwirtschaftslehre und „Enthüllungen“ wie zu sogenannten „linken Lebenslügen.“
In den eigenen Worten:
Das Ziel des Kopp Verlags ist es, auf unterdrückte Informationen, Entdeckungen und Erfindungen hinzuweisen. Die Ausweitung von Tabuthemen, Political Correctness und Zensur in unserer Gesellschaft und den Medien soll untersucht und mit enthüllenden Büchern und Artikeln auf die Unterdrückung bedeutender Fakten und Tatsachen hingewiesen werden.
(Kopp-verlag.de)
 Kopp Verlag ist quasi das evangelisch-esoterische Pendant zu Kreuznet.
Der Inhaber ist Jochen Kopp.
Ob er mit der Impudenz des Monats April 2013 Eduard Kopp verwandt oder verschwägert ist, konnte ich nicht herausfinden.
Eduard (59) beackert ein ähnliches Themenfeld wie Jochen (47).
Er ist Diplom-Theologe und fungiert als leitender theologischer Redakteur bei „chrismon“.
Chrismon ist meiner Ansicht nach noch schlimmer als der Kopp-Verlag, weil ich davon mehrfach zwangsbeglückt werde. Chrismon liegt unter anderem der ZEIT und der SZ bei, so daß ich eine Menge überflüssigen Dreck zum Altpapier schleppen muß.
Der Bizarr-Verlag erscheint wenigstens nicht in Papierform. 
Es werden keine Bäume gefällt, um ihn in mein Haus zu tragen und ich finanziere ihn auch nicht mit, wie ich es bei Chrismon über Umwege tue. Das Heft mit einer Auflage von einer Million Exemplaren wird kostenlos von einem Herausgeberquartett aus schweren Religioten herausgegeben:
Katrin Göring-Kirchentag, Bischof Johannes Friedrich, Bischöfin Margot Käßmann und Präses Nikolaus Schneider.
Der Senat finanziert großzügig mit und schiebt den Kirchen 7,5 Millionen Euro aus Steuermitteln rüber – neben weiteren Hilfen.
Der gleichzeitig in Hamburg stattfindende Humanistentag bekommt Null Euro Beihilfe – obwohl Konfessionslose an der Elbe die Mehrheit stellen.
Der Humanistentag findet auch in der Printpresse und im Fernsehen nicht statt, während mir das christliche Gejubel schon seit Tagen aus allen Hamburger Zeitungen entgegen plärrt.
Das Hamburger Abendblatt will sogar mit einer eignen Umfrage festgestellt haben, daß mehr als die Hälfte der Hamburger Christen sind.
Das Christentum ist in der Kirchentags-Metropole Hamburg weiter tief verwurzelt. Obwohl nur noch etwas mehr als ein Drittel der Hamburger einer evangelischen oder der katholischen Kirche angehört, fühlt sich jeder Zweite dem Christentum verbunden - unabhängig davon, ob er Kirchenmitglied ist oder nicht. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Harris interactive im Auftrag des Abendblatts, der Hapag-Lloyd-Stiftung und der Firma Budnikowsky aus Anlass des Evangelischen Kirchentags.
Die Dialektiker.
Tritt man aus der Körperschaft öffentlichen Rechts aus, weil man keine Kirchensteuer bezahlen will, ist man automatisch exkommuniziert und nach katholischer Ansicht kein Christ mehr.
Für diese Rechtsauffassung kämpfen die RKK mit allen Mitteln.
Aber da geht es auch um ihr Geld. Da versteht die Kirche keinen Spaß.
Wenn man aber in einem anderen Zusammenhang betonen will, wie viele Christen es gibt, benutzt man eben die gegenteilige Argumentation.

Ich kann mich jedenfalls am heutigen Ersten Mai selbst beglückwünschen.
Nachdem gerade erst vor drei Tagen zur „igs“-Eröffnung Bundespräsidentenpastor Gauck in Hamburg war, trudelt Deutschlands höchster Bundespfarrer Gauck schon wieder bei mir ein und eröffnet den Kirchentag.
Mit einer maritimen Begrüßung ist der 34. Deutsche Evangelischen Kirchentag in Hamburg eröffnet worden. Pünktlich um 17 Uhr erklangen am Mittwoch im Hafen die Schiffshörner mit einer Fanfare: Es war das Startsignal für die vier Eröffnungsgottesdienste, die parallel unter freiem Himmel stattfanden - in der Hafencity, am Rathausmarkt, auf der Reeperbahn und auf dem Fischmarkt. […] In der Hafencity predigte Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs. Sie erläuterte den Tausenden Besuchern das Kirchentagsmotto "Soviel Du brauchst" in einfachen Worten: "Das, was Du wirklich brauchst, gibt Gott täglich neu", sagte Fehrs. "Es geht um Güte, um Freundlichkeit, um Sinn und Segen." Das Motto stammt aus dem 2. Buch Mose. Es bezieht sich auf die Geschichte vom "Manna", das vom Himmel fällt, als die Israeliten durch die Wüste ziehen. Fehrs band in ihre Rede das Kirchentagsmaskottchen "Dundu" mit ein. Sie umarmte die übermannsgroße Drahtgeflecht-Puppe, die von mehreren Helfern bewegt wurde. Musikalisch begleitet wurde die Feier in der Hafencity von 1.000 Bläsern und von Bands und Chören.

[…] Anschließend hielt Bundespräsident Joachim Gauck eine Begrüßungsansprache. Er betonte, dass Religion auch eine gesellschaftliche und politische Bedeutung habe. "Was wir brauchen, wissen wir nicht sofort", sagte Gauck mit Blick auf das Kirchentagsmotto. Anschließend überbrachte der Hamburger Erzbischof Werner Thissen Grüße und Wünsche der Katholiken.
Das ließe sich lange ausführen wie sich christliche Publizisten derzeit in Szene setzen.

Den Vogel abgeschossen in Punkto „sinnloses Gelaber“ hat aber Eduard Kopp, der im Chrismon den Ungläubigen erklärte wieso es NICHT naiv ist in Gott zu vertrauen. 

Und natürlich, daß wegen des mangelnden Gottvertrauens auch die Elbphilharmonie noch nicht fertig ist.

Ist Gottvertrauen einfach nur naiv? „Soviel du brauchst“ heißt das Motto des Kirchentags: Was du zum Leben und Überleben benötigst, wirst du bekommen! [...]
Der Auszug aus Ägypten (Exodus) sowie die Lebensrettung durch Gott sind Urdaten der Geschichte Israels. Blindes, kopfloses Gottvertrauen? Oder doch eine tiefe Zuversicht, dass auch dieses gefährliche Wagnis gut ausgehen wird?  Das Wort Gottvertrauen ist für viele Menschen zum Fremdwort geworden. Gottvertrauen erscheint ihnen als naiv, unaufgeklärt, verantwortungslos. Alles kontrollieren, planen, absichern: Das liegt ihnen näher. Es gibt Versicherungen für und gegen alles, Schutzkleider und Schutzräume, Berge von Paragrafen, es gibt Notfallkoffer, Notverpflegung, Notaggregate. Es ist das Gegenteil von Selbst und Gottvertrauen und auch das Gegenteil der Einstellung, dass Gott gibt, „soviel du brauchst“ – so das Motto des Deutschen Evangelischen Kirchentags, 1. bis 5. Mai in Hamburg. Mit Gottvertrauen haben Menschen im Mittelalter Kirchen und Hospize zu bauen begonnen – Finanzierung ungewiss. Sie vertrauten fest darauf, dass ihr Werk gelingt. Heutige Großprojekte wie die Hamburger Elbphilharmonie oder der Berliner Flughafen BER sind im Gegensatz dazu wohl eher das Ergebnis von Selbstüberschätzungen und geschönten Kostenprognosen. Das Maß wird überrissen, Kosten und Nutzen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zueinander. Was ist naiv, was vernünftig? Gottvertrauen ist jedenfalls nicht das Gegenteil  von Vernunft. […] Wo ist die Grenze für das Gottvertrauen? Es gibt sie nicht.   Ein Bergsteiger, der eine Wand schon sehr weit bezwungen hat, verliert plötzlich seinen Halt und stürzt in die Tiefe. An einem aus der Felswand ragenden Baum verfängt er sich und kann sich nur mit einiger Not festhalten. Verzweifelt beginnt er zu beten. Er verspricht Gott das Blaue  vom Himmel, wenn er ihn rette. Das hört Gott und er fragt den Bergsteiger, wie er ihm denn überhaupt helfen könne, da er doch gar nicht an ihn glaube. Und ob er ihm überhaupt zutraue, dass er ihn retten könne. Da verspricht der Bergsteiger, dass  er ab sofort für immer Gott vertrauen und  an ihn glauben werde. Da sagt Gott zu ihm:  „Nun denn! Dann lass jetzt los!“

Dienstag, 30. April 2013

Geistige Giganten des Konservatismus – Teil II


Geistig zurückgebliebene Radikalinskis wie Palin und Bachmann, sowie bösartige ultrarechte Demagogen und Lügner wie Rubio und Ryan sind für die Wähler aus der Mitte einfach zu extrem.

Andererseits vertreiben die wenigen verbliebenen Republikaner, die noch halbwegs zurechnungsfähig sind – wie zum Beispiel der neue Verteidigungsminister Chuck Hagel oder der einstige Hoffnungsträger Chris Christie - die fanatisierten Teebeutler von den Urnen.

Schwer vorstellbar, daß sich demnächst eine republikanische Führungsfigur finden läßt, die wie einst Ronald Reagan das ganze GOP-Spektrum abdeckt.
Das Spektrum ist nämlich breiter und bunter geworden.

Langfristig wird eine zerfasernde GOP die Mehrheitsfähigkeit verlieren und den Demokraten wieder Mehrheiten in beiden Kongresskammern ermöglichen.
Sie könnten sich dann auch wieder ein bißchen nach links orientieren – so wie es sich die Basis wünscht.

Dann könnte es wieder voran gehen in Amerika.
Insofern bin ich froh über jeden rechtsextrem-religiösen Spinner im GOP-Lager, der sich und seine Partei mehr ins Aus schießt.

Der zweite geistige Gigant des Konservatismus (GGK), den ich in dieser neuen Reihe vorstellen möchte bringt alles mit, das man sich von einem amerikanischen Fundi wünscht:
GOPer, Texaner, High School in Waco, streng gläubig, Teebeutler.
Er heißt Joe Barton, ist 63 Jahre alt und sitzt im US-Kongress.
Joe Linus Barton (born September 15, 1949) is a Republican politician, representing Texas's 6th congressional district in the U.S. House of Representatives since 1985, and a member of the Tea Party Caucus.
Der GGK-II ist nach der Papierform ein gebildeter Mann. Er hält einen „Master of Science“.
“He attended Texas A&M University in College Station on a Gifford-Hill Opportunity Award scholarship and received a B.S. in industrial engineering in 1972. An M.Sc. in industrial administration from Purdue University followed in 1973.”
(Wikipedia)
Als Parade-GOPer ist Barton klar auf der Seite der Großkonzerne verortet.
Umwelt, arme Leute, soziale Anliegen sind seine Sache nicht.
Selbst innerhalb der Republikaner gilt der 12 mal in Folge wiedergewählte Barton als Hardliner.
International bekannt wurde er im Jahr 2010, als die Welt von der BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko geschockt war. Nach der Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon am 20. April 2010 waren rund 800 Millionen Liter Rohöl in den Golf gelangt.
Die Obama-Administration hatte daraufhin die BP, also einen der reichsten Konzerne der Erde, mit einer Entschädigungszahlung in Milliardenhöhe belegt.
Im Juni 2010 wurde BP-Chef Tony Hayward, der nach der Megakatastrophe erst einmal einen Segeltörn auf seiner Privatyacht antrat, zu einer Anhörung vor dem Kongress geladen.
 Barton buckelte sofort und entschuldigte sich bei Hayward dafür, daß die US-Regierung den Konzern zu einer 4,5 Milliarden Dollar-Entschädigung verpflichtet hatte.
Aber Barton mag nun mal Energiekonzerne. 
Hilfreich mögen da auch die 292.500 US-Dollar von BP-Partner Anadarko Petroleum gewesen sein, die Barton zwischen 1989 und 2010 als Wahlkampfspende erhielt.
Daß sie der Umwelt schaden könnten glaubt er genauso wenig, wie die Tatsache, daß der Klimawandel von Menschen verursacht ist.
Für Barton ist der die Erderwärmung einzig und allein ein Resultat der Strafe Gottes.
Das Klima dreht durch, weil Gott zornig ist. Das zumindest meint Joe Barton, amerikanischer Kongressabgeordneter und Freund der Ölindustrie. […]

In dieser Woche nun trug er bei einer Anhörung des Energie-Ausschusses seinen Kollegen ein völlig neues Argument vor, warum unbedingt die neue, 3.400 Kilometer lange Keystone-Pipeline quer durch die USA gebaut werden müsse, um Öl aus kanadischen Teersanden in Texas raffinieren zu können, für das zuvor ganze Landstriche umgepflügt wurden. Um es kurz zu machen: wegen der Sintflut.

„Wenn man an die Bibel glaubt, muss man sagen, dass die Sintflut ein Beispiel für einen Klimawandel ist, der sicherlich nicht deshalb stattfand, weil die Menschheit zu viel fossile Energieträger verbraucht hat“, trug er vor. Bartons Beweiskette zufolge gibt es einen Haufen natürliche Ursachen für ein wärmeres Klima, etwa den Zorn Gottes. Wenn der Mensch also nichts dafür kann, dann kann man auch die neue Pipeline bauen.
Der GGK-II kann aufgrund seiner fundierten Ausbildung mit vielen wissenschaftlich brillanten Erkenntnissen aufwarten. Da ist es wenig verwunderlich, daß ihm die Texaner so sehr vertrauen, daß sie ihn seit 26 Jahren immer wieder wählen!
When talking about climate change on C-Span in March 2007, Barton attempts to discount climate-change studies by explaining that temperature is determined by cloud shape. But his discussion of the various shapes — "tall clouds or skinny clouds, short clouds, fat clouds, high clouds, low clouds" — comes off as more Sesame Street than science.

As a freshman representative in the mid-1980s, Barton took a hard Texan line against spies. In the wake of Navy officer John A. Walker, Jr. being accused of leading a spy network, he said all spies should be given the death penalty as "retribution" to fellow citizens. "Where I come from what we'd do about it would be take 'em out and string 'em up," he told reporters, to some laughter. "We wouldn't go through the legalities that we have to because of our due process."
Am meisten hast sBarton aber Windmühlen!
Gott benutzt nämlich den Wind, um die Temperatur auf der Erde zu regulieren.
Wenn der Menschen mit diesen üblen „windmills“ aber den Wind, den GOTT zum Kühlen einsetzt, einfach aberntet, ist es die logische Konsequenz, daß sich der Planet aufheizt! Schließlich sei Gottes Wind eine endliche Ressource, die man nicht einfach wegnehmen dürfe.
"Wind is God's way of balancing heat. Wind is the way you shift heat from areas where it's hotter to areas where it's cooler. That's what wind is. Wouldn't it be ironic if in the interest of global warming we mandated massive switches to energy, which is a finite resource, which slows the winds down, which causes the temperature to go up? Now, I'm not saying that's going to happen, Mr. Chairman, but that is definitely something on the massive scale. I mean, it does make some sense. You stop something, you can't transfer that heat, and the heat goes up. It's just something to think about." 

Der von den Texanern stoisch immer wiedergewählte GGK-II hat allerdings nicht nur fans in Amerika. Auf Facebook finden sich auch andere Ansichten.
R.K.: Every time a Southern Republican speaks I am embarrassed for his state.

C.W.: Rep Joe Barton is drunk-Orangutan stupid. In a weird way he kind of proves evolution by being a throwback of some type.

V.H.: Oh my God and this is the kind of assholes we have in our government. This is very scary we have these stupid people voted in office. Wake up people. What the hell are you thinking to vote him in office? They say the poor and uneducated vote democrat. I don't understand where they came up with that. Just look at the Republicans that were voted into office. Plus the southern republicans are the uneducated

B.M.: He also wants a manned mission to the sun...but only at night when it's much safer.

S.O.: Oh God this is always what happens when the Republicans try to think

Montag, 29. April 2013

Piepsis und ihre Killer.



Das ist das Gute am Kindsein – das Hirn ist noch so aufnahmefähig.
In der fünften Klasse mußte ich in meiner neuen Schule vor 36 anderen Kindern ein Gedicht aufsagen. Aufstehen und vor Fremden laut etwas deklamieren fand ich damals schon genauso beschissen wie heute.
Mit Grausen erinnere ich mich an meinen ersten Tag in der Uni, als uns die Tutoren zu „gruppendynamischen Spielen“ zwangen und ich ähnlich unglücklich vor einer Gruppe stand und irgendwas über mich erzählen sollte.
Allerdings war ich da schon 18 und habe vergessen, was ich damals sagte. Das Gedicht von einem Jahrzehnt davor kann ich heute noch aufsagen.

Grau mit viel Braun und wenig weißen Federn,
Das Männchen auf der Brust mit schwarzem Fleck,
Sie leben unter Palmen, Fichten, Zedern
Und auch in jedem Straßendreck.
In Ingolstadt und in der City Boston,
Am Hoek van Holland und am Goldnen Horn
Ist überall der Spatz auf seinem Posten
Und fürchtet nicht des Schöpfers Zorn.
Inmitten schwarzer Dschungeln von Fabriken
Und todgeladner Drähte Kreuz und Quer
Sieht man die Spatzen flattern, nisten, brüten, mausern, picken,
Als ob die Welt ein Schutzpark wär!
Es stört sie nicht der Lärm der Transmissionen
Und keineswegs das Tempo unserer Zeit -
Sie leben (schnell und langsam) seit Äonen,
Wo sie der Himmel hingeschneit.
Als Jesus über Gräser, Zweige, Blumen
Einritt, und alle Hosianna schrien,
Da pickt‘ ein Spatz gemächlich gelbe Krumen
Aus dem noch warmen Mist der weißen Eselin.
Herr, gib uns Kraft und Mut wie Deinen Spatzen,
Mach unser Leben ihrem Rinnstein gleich.
Dann mag wer will von edleren Tauben schwatzen,
Denn unser ist Dein gutes Erdenreich.
Carl Zuckmayer, 1926



Die christliche Durchwirkung ist mir damals gar nicht bewußt geworden.
Jesus, Hosianna und des Schöpfers Zorn hatten für mich noch keinerlei Konnotationskanon zur Folge.
Ich weiß auch nicht mehr, ob ich als Kind eine besondere Meinung zu Spatzen hatte. 
Es gab eine Menge von denen in unserem Garten und an dem Zuckmayer-Text gefiel mir, daß die Piepsis so cool waren und sich von nichts stören und aufhalten ließen.
Die haben ihr Leben gelebt, komme was da wolle, egal was der Menschen um sie herum anstellt.



Carl Zuckmayer hat sich vermutlich auch nicht vorgestellt, daß Sperlinge 90 Jahre später zu einer Seltenheit in Deutschland werden würden.
Sie gehören leider zu den kleinen Vögeln, die gar nicht so anpassungsfähig sind, wie man denkt. Amseln, Meisen oder Tauben integrieren sich bekanntlich hervorragend in die Stadt. 
Sie stellen ihre Ernährungsgewohnheiten um, singen lauter als ihre Artgenossen auf dem Land, um den Verkehr zu übertönen und nehmen auch menschliche Bauten begeistert als Nistplätze an.
Kaum ein Städter mit Balkon, der nicht im Winter Vogelfutter streut und im Frühjahr Vogelhäuschen aufstellt.
 Die fetten Jahre sind vorbei
Heutzutage sind Spatzen nirgends mehr so zahlreich, dass ihr Appetit ins Gewicht fallen könnte. Die moderne Landwirtschaft hat ihnen das Leben schwergemacht. Vor allem deshalb, weil die Felder nur noch kurzzeitig Futter im Überfluss bieten. Mit großen Mähdreschern lässt sich reifes Getreide schnell ernten, und die Ernte wird dann außer Reichweite gelagert. Rar geworden sind vielerorts auch Insekten und andere kleine Krabbeltiere, mit denen die Spatzen ihren Nachwuchs füttern. Die fetten Jahre sind also eindeutig vorbei.
Zuckmayers Vision von den allgegenwärtigen Spatzen ist längst vorbei, er der Haussperling ist in die Vorwarnliste bedrohter Arten aufgenommen worden. 
In den letzten zehn Jahren ist der deutsche Spatzenbestand von rund fünf Millionen Paaren um 25% zurückgegangen.
Ältere Leute erinnern sich oft an große Spatzenschwärme, die man auf Feldern sehen konnte. Jugendliche von heute kennen das Bild nicht mehr.
Hauptgründe für die schleichende Ausrottung der kleinen grauen Finkenvögel sind erstens die Versiegelung der Flächen und zweitens Predation.

Zum ersten Punkt:
Spatzen finden keine Sandkuhlen, keine Büsche, keine Nistmöglichkeiten mehr, weil in den Städten als betoniert und asphaltiert wird. Sie sind aber auf Staubbäder zur Gefiederpflege angewiesen (daher der Begriff „Drecksspatz“) und gelten als empfindlich gegenüber Brutstörungen. Sie geben ihr Nest lieber auf, wenn man ihnen zu nahe kommt. Ohne Wiesen oder Stadtbrachen mit Wildstauden verhungern sie.

Der zweite Punkt ist quantitativ noch bedeutender: Neben den natürlichen Feinden wie Falken, Bussarden und Eulen fallen sie Katzen zum Opfer.
Allein zwei Millionen Katzen streunen in Deutschland wild umher und noch mehr Hauskatzen haben freien Auslauf.
Was diese vom Menschen in die Natur eingebrachten Killer der heimischen Fauna antun, wollen Katzenliebhaber natürlich nicht wahrhaben.

Katzen töten jedes Jahr rund 50 Millionen Singvögel in Deutschland!
 FÜNFZIG MILLIONEN!

Ein probates Mittel wäre ein drastische Katzensteuer, aber das gehört zu der Liste der vernünftigen Dinge wie Tempolimit oder Extragebühren für den Polizeiaufwand bei Fußballspielen – kein Politiker würde sich trauen sich dem unweigerlichen Shitstorm auszusetzen, den so eine Forderung mit sich brächte.

Da ich aber nicht gewählt werden muß, spreche ich mich für eine saftige Katzensteuer von 100 Euro im Monat aus. 

Das sollte uns die Erhaltung der Vogelwelt in Deutschland wert sein!
Der langjährige Leiter der Vogelwarte am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell (Kreis Konstanz) [fordert] eine "ökologische Ausgleichssteuer" für Katzenhalter. Er hat damit eine kontroverse Debatte unter Natur- und Tierschützern angestoßen.

"Die Eingriffe von Katzen in die Tierwelt sind substanziell", sagt der 74-Jährige. Er verweist auf eine US-Studie, wonach eine Katze im Jahr mindestens 40 Vögel erbeute, dazu 200 kleine Säugetiere sowie "große Mengen an Eidechsen, Schlangen, Amphibien und Insekten wie etwa Schmetterlinge". Katzen seien in der Lage, beträchtliche Populationen ohne Weiteres auszurotten. "Für das Aussterben von bisher 33 Vogelarten weltweit sind wesentlich Katzen verantwortlich", sagt Berthold.

Rund acht Millionen der domestizierten Raubtiere leben laut Berthold in Deutschland. "Davon sind zwei Millionen verwilderte Katzen, die sich auch selbst ernähren müssen." Jährlich brächten die samtpfotigen Fleischfresser in Deutschland allein 50 Millionen Vögel zur Strecke.

[…]  Der Diplom-Biologe Holger Kurz, Leiter des Hamburger Büros für biologische Bestandsaufnahme, befürwortet die Einführung einer Katzensteuer, allerdings unter der Bedingung , dass man das Geld zu Vogelschutzzwecken einsetzen würde.
(HHAbla 26.04.13)
Mistviecher.

Katzenhalter und -freunde mögen nun genervt aufstöhnen und sagen, dass ein Großteil der Jung- und Altvögel von anderen Jägern erbeutet wird, was schließlich allgemein bekannt ist. Dem ist jedoch bedauerlicherweise nicht so. Ein großer Teil der Verluste in der heimischen Vogelwelt dürfte auf das Konto streunender, freilaufender sowie verwilderter Hauskatzen gehen, da sie zahlenmäßig die stärkste Gruppe innerhalb der Gemeinschaft der Jäger darstellen.

Warum ist das so? Und warum wollen die meisten Katzenhalter davon nichts wissen? Ganz einfach: Weil ein Großteil der Besitzer einer Hauskatze nicht einmal ahnt, was der vermeintlich sanfte Stubentiger draußen in freier Natur alles anstellt. Erst seit wenigen Jahren wird von der Wissenschaft erforscht, welche Verhaltensweisen Hauskatzen zum Beispiel nachts während eines Freigangs zeigen. Bedauerlicherweise haben sich die Ergebnisse dieser Studien noch nicht ausreichend unter Katzenhaltern herumgesprochen, um alarmierend zu wirken.