Freitag, 1. März 2013

Impudenz des Monats Februar 2013.


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Heute ist die Entscheidung leicht. Angesichts der politisch-journalistischen Gleichschaltung zum Papst-Rücktritt.
Hiermit erkläre ich die Journaille und die Parlamentarier zu Idioten des Monats Februar 2013, weil 95% von ihnen vollkommen versagt haben.
Natürlich erwarte ich keinesfalls, daß jeder so papstkritisch wie ich ist, aber kann man nicht auch von den Papaphilen verlangen wenigstens nicht ganz grob die Unwahrheit zu schreiben?
Es ist unverzeihlich, daß geistig abgeschaltete Parlamentarier wie Frank-Walter Steinmeier pawlowsch sabbernd um das Wort „Respekt“ kreisen, den Ratzinger verdiene.
Bundespräsident Joachim Gauck hat sichtlich bewegt auf die Ankündigung von Papst Benedikt XVI. reagiert, sein Pontifikat am 28. Februar zu beenden. Für die historisch höchst seltene Entscheidung „sind großer Mut und Selbstreflexion nötig. Beides findet meinen außerordentlichen Respekt“, sagte Gauck am Montag in Berlin. […]    Der CDU-Bundesvize Volker Bouffier nennt den angekündigten Rücktritt Papst Benedikts. XVI. eine „historische Entscheidung, die nicht nur katholische Christen zutiefst berührt“. Er habe großen Respekt vor der Lebensleistung des Papstes.
[…] Rainer Brüderle, nahm die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. mit Respekt auf. […] Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier hat großen Respekt vor der Rücktrittsentscheidung von Papst Benedikt XVI. geäußert. „Papst Benedikt hat sein Amt in einer durch vielfältige Umbrüche gekennzeichneten Zeit angetreten und seiner Kirche mit seiner großen geistlichen und intellektuellen Autorität Orientierung gegeben und Maßstäbe gesetzt“, sagte Steinmeier.
RESPEKT??????????????????

WOFÜR DENN BITTE???

Für seine antihumanistische Homohetze?
Für seine islamophoben Vorträge?
Für seine Reaktivierung von Holocaustleugnern?
Für seine sofortige Einladung nach seinem Amtsantritt an Pius-Chef Felley ins Castelgandolfo?
Für seine Förderung des faschistoiden Opus Dei?
Für seine Frauenfeindlichkeit?
Für seine Ratschläge in HIV-Hochburgen KEINE Kondome zu benutzen?
Für seine Vertuschung Myriaden-fachen Kindermissbrauchs?
Für seine mafiöse Personalpolitik bei dem IOR?
Für seine achtjährige Dauerverschleierung der Vatikanbankgeschäfte?
Für seine Absage an die Ökumene?
Für seine brutale Sicht auf Geschiedene und Gemischtkonfessionelle?
Für seine Entscheidung gleich mehrere Hundert faschistische Franco-Anhänger selig zu sprechen?
Für seine Fortführung der Pädophilen-anlockenden Priesterseminarstrukturen?
Für seine seit Jahrhunderten nicht mehr gesehene persönliche Prunkentfaltung?
Für seine ultrareaktionäre Personalpolitik, die aus dem Konklave eine Vereinigung von homophoben Rechten gemacht hat?
Für seine bösartige Hetze gegen Atheisten?

 Von den Vollblutreligioten, die eigentlich automatisch anfangen zu lügen, wenn sie über den Papst reden, will ich nur Nervensäge Nahles erwähnen.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sprach von einem „herausragenden Wirken“ Papst Benedikts. „Aus tiefster christlicher Überzeugung heraus setzt er sich für die weltweite Achtung der Menschenrechte ein“, betonte die gläubige Katholikin. „Er suchte die Brücken zwischen Religionen und Weltanschauungen und zwischen säkularer und christlicher Welt.“
Noch mehr als dieser diametral der Wahrheit widersprechende Unsinn, den Nahles von sich gibt, ärgert mich allerdings das denkerisch schlichte Argumentationsmuster der Mainstreamjournalisten, die zwar das Unübersehbare einräumen – nämlich Ratzingers rückwärtsgewandte Politik, die deutsche Katholiken zutiefst enttäuschte, dafür aber reflexhaft die Mär vom Supertheologen Ratzinger aufsagten.
OK, Benedikt habe nicht ganz das menschfischerische Charisma Woytilas, aber dafür sei er eben der „Gelehrte auf dem Papstthron“. Ratzinger, der ungeheuer gebildete Philosoph und Theologe, dem wissenschaftlich niemand das Wasser reichen könne.
Aber auch das ist mutmaßlich nur eine Schutzbehauptung, die ein Journalist ungeprüft vom anderen abschreibt.
Wer hört denn schon so genau hin was Ratzinger sagt? 
Wer liest seine theologischen Schriften?
 Ja sicher, das Jesus-Buch ist immer ganz oben auf der Bestsellerliste, aber das bedeutet noch lange nicht, daß es auch gelesen wird.
Ein Extrembeispiel war sicher Ratzinger Bundestagsrede, die das gesamte Auditorium zu Standing Ovations veranlasste und klar zeigte, daß offensichtlich keiner hingehört und verstanden hatte. 
Wer das tat, fasste sich an den Kopf und konnte die Doofheit der Parlamentarier nicht fassen.
Dr. theol. habil. David Berger, früher Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“ mit einer Professur an der Päpstlichen Akademie des Heiligen Thomas von Aquin, kommentiert die Rede des Papstes im Deutschen Bundestag: „Die Rede Papst Benedikts XVI. im Bundestag hat quer durch fast alle Parteien und Medien sehr schnell großen Zuspruch gefunden. Man zeigte sich erleichtert, dass der Papst nicht durch antisemitische, homophobe oder frauenfeindliche Thesen aufgefallen und ganz im akademisch-ruhigen Ton theoretischer Erwägungen geblieben ist. Auf der Basis dieser Erleichterung blieb eine kritische Sicht auf die vom Papst in den Mittelpunkt gestellte klassische Naturrechtslehre weithin aus oder sie wurde gar völlig falsch als Plädoyer für die ökologische Bewegung interpretiert. Die Rede war alles andere als das. Sie war eine große Apologie für das klassische, vormoderne Naturrecht, das die Basis aller politischen Entscheidungen sein muss – und zwar jenseits aller demokratischen Meinungsfindung. Dabei wurde bewusst mit dem sehr weiten Begriff des Naturrechts gespielt, der – wie der Begriff “Natur” auch – äußerst dehnbar ist. So ist allbekannt, dass etwa das antike Naturrecht, das der Papst hoch leben lässt, die Sklaverei als im Naturrecht verankert sieht. Dass diese mittelalterlich-frühneuzeitliche Naturrechtslehre, die heute kein ernst zu nehmender Wissenschaftler mehr vertritt, für Benedikt die wichtigste Argumentationsbasis in fast allen heiß umstrittenen Fragen ist, hat offensichtlich keiner bemerkt: die Minderbewertung der Frau in der Kirche, die Ächtung der Homosexuellen, die Verteufelung der künstlichen Verhütungsmittel usw. So wird besonders im Bereich der Homosexualität vom Papst und anderen kirchlichen Dokumenten immer wieder deren Widernatürlichkeit unterstrichen. Die Berufung auf das Naturrecht bildet sogar die Basis nicht mehr nur praktizierte Homosexualität, sondern sogar die Veranlagung strikt abzulehnen: Schon die homosexuelle Veranlagung ist für den Papst etwas, was gegen die von Gott ursprünglich gewollte Natur steht (Licht der Welt, 180). Dass diese in staatlichen Zusammenhängen nicht mit der Bibel, sondern mit dem Naturrecht begründet wird, macht die Sache umso gefährlicher. Denn dieses vom Papst postulierte Naturrecht ist nicht demokratischen Abstimmungen anheim gegeben und völlig unabhängig von religiösen Bekenntnissen. Es bindet alle Menschen und Völker aller Zeiten vor jeder demokratischen Abstimmung. Wo ein Staat sich nicht an diese von Benedikt favorisierte Rechtsbasis hält und z.B. gleiche Recht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften einführt, wird er zur “Räuberbande” (Benedikt zitiert hier Augustinus). Das Naturrecht bildet die ideologische Basis für den Vatikan, auf der er auf völkerrechtlichen Konferenzen mit Staaten wie Saudi-Arabien und dem Iran eng zusammen arbeitet, um dort einen Abbau von Frauen, Religionskritiker und Homosexuelle diskriminierenden Gesetzen zu verhindern. Wenn man diese Zusammenhänge bedenkt, die sich eindeutig aus dem gesamten Denken Benedikts und den Interventionen des Vatikans in den letzten Jahren in gesellschaftlichen Fragen ergeben, ist man sehr verwundert, wie positiv diese Rede auch von jenen aufgenommen wurde, die seit vielen Jahren eben jene menschenverachtenden Aktionen des “Heiligen Stuhls” hart kritisieren.“[...]
Auffällig ist jedenfalls, daß die wenigen Journalisten und Theologen, die sich tatsächlich mit der Theologie Ratzingers und seinen Schriften als Wissenschaftler beschäftigen zu ganz anderen Urteilen kommen.
Da macht sich dann ganz schnell Ernüchterung über ein unterkomplexes Weltbild mit wissenschaftlich nicht einwandfreien Techniken breit.

Man erinnert sich auch wieder an Ratzingers Kommilitonin Uta Ranke-Heinemann, die ihm klar überlegen war und ihm Nachhilfe in Latein und Griechisch geben mußte.

Neue Gedanken entwickelte Ratzinger aber wohl eher nicht, sondern drehte sich philosophisch im Kreis. 

Ich glaube an Gott. Ich glaube außerdem vernünftig zu sein. Also ist Glauben vernünftig.
Wenn Wissenschaftler zu dem Schluß kommen die Erde könne ohne Zutun von Gott entstanden sein, überschreiten sie ihre Kompetenz und sind unvernünftig, weil sie sonst an Gott glauben müßten. Ein Zirkelschluss ohne Überzeugungskraft.
Auch seine Augsburger Rede zum Islam 2006 war kein intellektueller Wurf, sondern vor allem eine Beleidigung durch die Blume.   Und so faszinierend es war, dass sich ein Papst ohne Anspruch auf Unfehlbarkeit mit theologischen Büchern auf dem Markt zu behaupten wagte, so ernüchternd war meist die Lektüre etwa seines Jesus-Buches: Der Glaube an den Auferstandenen erschloss sich da in einem Zirkelschluss nur dem Glaubenden, nicht dem Glaubensfernen, der Rationalistin. Auch hier: Unnahbarkeit.    Die große Missbrauchskrise der Katholischen Kirche mag Benedikt XVI. persönlich betroffen gemacht und zu relativ scharfen Worten geführt haben – aber er blieb dabei stets ein Mann des Apparates, der in dem Skandal mehr an die Kirche dachte als an ihre Opfer. Mal davon abgesehen, dass er als Chef der Glaubenskongregation viel früher als die meisten von den Missbräuchen wusste. Die Einsicht in die Sprengkraft dieser Krise blieb ihm fern. 
Das Enfant Terrible der WELT-Gruppe, Alain Posener, bemühte ich bereits zum fünfjährigen Papstjubiläum Ratzingers:
Ein weiteres Beispiel sind die just zum fünfjährigen Pontifikatsjubiläum myriadenfach aufgewärmten Lobeshymnen darüber, daß Ratzinger „ein Theologe auf dem Heiligen Stuhl“ sei.
Donnerschlach! Was wir als Nächstes enthüllt? Daß der Papst womöglich auch noch Katholik ist?
Welcher Papst oder Kardinal der letzten hundert Jahre war denn NICHT Theologieprofessor?
Machen üblicherweise habilitierte Mathematiker oder Ägyptologen im Vatikan Karriere?

Letzte Woche bei „West.art am Sonntag“ (Ist die katholische Kirche noch zu retten?) sang Ansgar Wucherpfennig (Jesuit Professor für Exegese des Neuen Testaments an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen) mal wieder dieses Lied.
Der Papst könne sich sogar auf Augenhöhe mit Küng und Habermas unterhalten.
Erstaunlich; ein Papst, der etwas von Kirche versteht!
Daß Ratzinger ein wissenschaftliches Großhirn sei, wird munter weiterverbreitet, ohne daß mal jemand genauer hinsieht.
Alan Posener hat das dann doch mal getan bei seinen Recherchen für das Buch „Benedikts Kreuzzug. Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft“ (Ullstein 2009, Preis: 18 Euro).
Das Ergebnis war erschreckend.
Ratzinger ist alles anderes als wissenschaftlich korrekt, er fälscht Zitate und presst sich bei seinem großen Thema „Vernunft und Glaube“ Immanuel Kant auch mal so hin, wie es ihm gerade passt.
Offenbar kommt aber kaum einer der bei Papst-Vorträgen andächtig Lauschenden überhaupt auf die Idee mal Zitate nachzuschlagen und auf Korrektheit zu überprüfen.
 Posener schreibt drei Jahre später wieder über den Bayern mit der Tiara.
Der große Gegner Papst Benedikts XVI. war der Rationalismus des Westens. Beim Versuch, diesen zu überwinden, kam es zu erheblichen Absurditäten.

[…] Nicht zufällig wurde er als Professor in Regensburg und als Erzbischof in München zum Förderer einer radikalen katholischen Psychosekte, der "Integrierten Gemeinde", die wüst gegen die "Konkordatskirche" polemisierte und eine Art urchristlichen Fundamentalismus predigte. Die Eiferer der "Integrierten Gemeinde" und anderer "charismatischer" Organisationen wurden auch von Papst Benedikt XVI. protegiert.

[…] [Den westlich-positivistischen Rationalismus] zu überwinden war das Ziel jener "benedittinischen Wende", die seine Anhänger nach der Wahl ihres Mannes zum Papst verkündeten.[…] An Absurditäten hat es beim Versuch, den westlichen Rationalismus zu überwinden, nicht gefehlt. Da wurde der eben erst von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. rehabilitierte Galilei Galileo kritisiert, weil er "die Büchse der Pandora geöffnet" und "Verhängnissen" wie der Atombombe den Weg gebahnt habe. Da wurde der "Evolutionismus" Charles Darwins kritisiert und ausgerechnet der von fundamentalistischen Protestanten entwickelten Pseudotheorie des "Intelligent Design" das Wort geredet.  Da stellte sich der Vatikan im Streit um die Mohammed-Karikaturen auf die Seite beleidigter und randalierender Muslime und forderte zusammen mit sunnitischen Autoritäten ein Verbot der "Verspottung religiöser Symbole". Da wurde mit Vertretern des schiitischen Mullah-Regimes in Teheran eine "gemeinsame theologische Erklärung" verabschiedet, in der behauptet wird, der Glaube könne zwar der Vernunft gar nicht widersprechen, stehe aber im Konfliktfall denn doch "über der Vernunft".

[…] Auch Benedikts Jesus-Bücher, gemeinhin – meistens von Leuten, die sie nicht gelesen haben – als Werke eines Gelehrten betrachtet, der sich zur Erholung in die Studierstube zurückgezogen haben, sind im Gegenteil Kampfschriften. […]   Für den deutschen Papst musste der Besuch in Auschwitz eine theologische und politische Probe Bewährungsprobe darstellen. Benedikt XVI. bestand sie nicht. Politisch stellte er sich als Sohn eines Volkes vor, "über das eine Schar von Verbrechern … Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte".

Dass diese "Schar" 1933 die stärkste politische Kraft in Deutschland war; dass ihr von den herrschenden Klassen die Macht in die Hände gelegt wurde; dass auch die katholische Zentrumspartei für das Ermächtigungsgesetz stimmte, das Hitler die diktatorische Gewalt übertrug: Dazu sagte Joseph Ratzinger kein einziges Wort.

Soweit Benedikts politisches Versagen in Auschwitz. Sein theologisches Versagen war gravierender. Verstieg sich doch der Papst zur Anklage gegen Gott: "Warum hast du geschwiegen?" Als ob es nicht laut und vernehmlich von Sinai hinab hieß und heißt: Du sollst nicht morden! Gott schwieg nicht; anders als Papst Pius XII. Weil er aber Pius schützen wollte, klagte Benedikt Gott an.
Der beste Artikel zu Ratzingers mehr als fragwürdiger Philosophie und seiner Angst vor den Naturwissenschaften stammt von Markus C. Schulte von Drach und ist glücklicherweise online.

Ich empfehle seinen Text dringend zur Lektüre und zitiere deswegen wenige Sätze.
[…] Auf der Grundlage seiner Glaubensgewissheit fühlte sich Ratzinger als Benedikt XVI. sogar frei, weitere Behauptungen aufzustellen: "Nicht die Elemente des Kosmos, die Gesetze der Materie und der Evolution herrschen letztlich über die Welt und den Menschen, sondern ein persönlicher Gott herrscht über das All; nicht die Gesetze der Materie und der Evolution sind die letzte Instanz, sondern Wille, Verstand, Liebe - eine Person. Und wenn wir diese Person kennen, sie uns kennt", erklärte der Papst in seiner Enzyklika Spe salvi 2007, "dann ist wirklich die unerbittliche Macht der materiellen Ordnungen nicht mehr das Letzte, dann sind wir nicht Sklaven des Alls und seiner Gesetze, dann sind wir frei."

[…]  Einen weiteren Hinweis auf die Existenz Gottes, der nicht mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zusammenpasst, betonte Benedikt XVI. im September 2011 bei seiner Rede im deutschen Bundestag: Auch die moralischen und ethischen Normen gingen ihm zufolge auf den Schöpfergott zurück. Hinweise auf Gottes Einfluss, so erklärte Benedikt XVI., hatte schon Paulus erkannt. Denn, so schrieb der Apostel, auch Heiden, die das jüdische Gesetz nicht kannten, taten manchmal von Natur aus, was im Gesetz gefordert ist. Nach Paulus zeigten sie so, dass ihnen die Forderung des Gesetzes von Gott ins Herz geschrieben ist.

Nun kommen Naturwissenschaftlicher, die das Sozialverhalten des Menschen untersuchen, ebenfalls zu dem Schluss, dass Verhaltensweisen, die über verschiedene Kulturkreise hinweg zu beobachten sind, mit der menschlichen Natur selbst zu tun haben dürften. Diese allerdings gilt ihnen als Produkt der Evolution, als Folge einer Reihe von Anpassungen an die Umwelt inklusive des sozialen Umfelds. Auch Verhaltensweisen, die "moralische" Fragen betreffen, gehören offenbar dazu.

Dieses "positivistische Verständnis" von Vernunft lehnt Ratzinger jedoch grundsätzlich ab. […]  "Die Natur könnte folglich Normen nur enthalten, wenn ein Wille diese Normen in sie hineingelegt hat. Dies wiederum würde einen Schöpfergott voraussetzen, dessen Wille in die Natur miteingegangen ist."  Und von hier war es für den Papst naheliegend, eine Lobrede auf das von Gott kommende Naturrecht zu halten. Dem Naturrecht im Sinne des Vatikans zufolge entstammen allerdings auch Normen wie jene, dass homosexuelle Handlungen als Verstoß gegen das 'natürliche Sittengesetz' - also als widernatürlich - abgelehnt werden.
Ein Lob auf Berger, Posener, Torck und Markus C. Schulte von Drach. 
Aber sie waren die ganz großen Ausnahmen. 
95% der Journaille hielten es nicht für notwendig das Gehirn anzuschalten und brachen in infantile Lobeshymnen aus.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Ungerecht!



Das nervt mich, nervt mich, nervt mich.
Die Unionsparteien sind dagegen weiter im Aufwind. Sie gewinnen einen Prozentpunkt dazu und stehen nun bei 41 Prozent.
Angie und ihre Stümperbande können versagen, so viel sie wollen. Der Wähler findet sie einfach super.
„Fröhlich von Fettnapf zu Fettnapf“, kommentiert Thorsten Denkler das Wirken der schlechtesten deutschen Regierung seit 70 Jahren in der Endphase der Legislatur.
Homo-Ehe, NPD-Verbot, Fracking: Wenn das Chaos nicht von außen kommt, dann produziert es die Koalition eben selbst. Erstaunlich, mit welcher Konsequenz sie es so schafft, sogar Erfolge zu einem Desaster werden zu lassen. […]

Noch ist es ruhig an diesem grauen Februar-Tag im politischen Berlin. Keine neuen Ungereimtheiten, kein neues Herumeiern, keine neuen Baustellen. Das grenzt an ein Wunder, denn Baustellen hat diese Bundesregierung innerhalb weniger Tage zahlreiche aufgemacht. Völlig ohne Not zeigt sie sich mal wieder von ihrer desolaten Seite. Wer nach klaren Linien sucht, der sollte dieser Tage besser keinen genauen Blick auf die Koalition wagen…..[...].Minister und Fraktionsführungen scheinen sich nur auf dem Dienstweg miteinander zu unterhalten. Das Misstrauen wird von Tag zu Tag größer, je näher der Wahltermin rückt - da ist sich jeder selbst der Nächste. […] Einen Trost jedoch gibt es für die Koalition. Wirklich neu scheint der Zustand, in dem sie sich präsentiert, für den Wähler nicht zu sein.
Der Kanzlerin und der CDU nimmt es aber offenbar keiner übel, daß sie ihre ureigene Aufgaben nämlich das Regieren bewiesenermaßen NICHT können.
Der deutsche Außenminister stößt die Verbündeten so sehr vor den Kopf, daß nach der UN-Sicherheitsratsabstimmung über den Libyen-Einsatz sämtliche NATO-Partner stocksauer sind, die Kanzlerin und Schäuble ramponieren Deutschlands Ansehen in der EU und Merkels Fraktionschef erklärt noch dazu, in Brüssel werde jetzt deutsch gesprochen.
Alles kein Problem. 70% der Deutschen finden, Merkel glänze außenpolitisch.

Aber wenn Steinbrück einmal einen Clown einen Clown nennt, wird gleich der SPD insgesamt die Regierungsfähigkeit abgesprochen.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat mit seiner "Clown"-Äußerung über den Ausgang der Wahlen in Italien Union und FDP gegen sich aufgebracht und zudem einen diplomatischen Eklat ausgelöst, der am Mittwochabend bereits wieder geglättet schien. Italiens Präsident Giorgio Napolitano hatte zuvor kurzfristig ein für den Abend in Berlin geplantes Abendessen mit Steinbrück im Hotel Adlon abgesagt. Er begründete dies mit den Äußerungen des Kanzlerkandidaten vom Dienstag. Darin hatte Steinbrück den früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und den Protestpolitiker Beppe Grillo als Clowns verspottet.
Tatsächlich perlen Skandale, wie die im Kanzleramt für den Oberspekulanten Joseph Ackermann abgehaltene Geburtstagssause auf Kosten des Steuerzahlers an Merkel ab.
Dabei war die Party mit dem Deutsche-Bank-Chef nur die Spitze des Eisbergs.
Aber Konservative dürfen Geldvernichten wie sie wollen.

Spezialdemokraten und Geld ist ein ganz anderes Thema.
Da wird immer die ganze kräftige Morallupe verwendet.
Was war da los als Ulla Schmidt – LEGAL – ihren Dienstwagen nach Spanien beorderte (offenbar in der Absicht ihrem Fahrer einen Gefallen zu tun, der nämlich seine Kinder im Wagen mitnahm) und dadurch Kosten von 2000 – 3000 Euro entstanden.
Bundesweit zürnte der Urnenpöbel. Nie wieder SPD!

Daß hingegen die aktuelle Bundesregierung mal eben 3,5 Millionen Euro sinnlose Kosten durch Leerflüge der Regierungsmaschinen von Bonn nach Berlin verursacht hat, stört niemanden. Die Meldung ist schon wieder untergegangen.
Jets der Flugbereitschaft pendeln regelmäßig zwischen Bonn und Berlin - ohne Passagiere an Bord. […] Im vergangenen Jahr gab es 465 dieser Leerflüge, berichtet die "Bild am Sonntag" mit Verweis auf eine Statistik des Bundesverteidigungsministeriums. […]

Bei besonders wichtigen Terminen starten sogar zwei Regierungsmaschinen nach Berlin, eine als Ersatz. Wird diese nicht benötigt, kehrt sie ungenutzt zum Militärflughafen zurück. Die Zahl dieser Flüge stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 25 Prozent auf 76 Einsätze, wie die Zeitung weiter berichtet.  Insgesamt wurden im vergangenen Jahr durch die Leerflüge nach Angaben des Blattes 1604 Tonnen Kerosin verbraucht. Die Maschinen legten 2012 etwa 223.000 Kilometer ohne Passagiere zurück. Die Kosten für die Flugstunden betrugen demnach rund 3,5 Millionen Euro.
Dabei sind das nur Peanuts gegen die Milliarden, die Schwarzgelb auf Kosten der Steuerzahler sinnlos aus dem Fenster wirft. 
Man denke nur an die Hotelier-Steuerermäßigung oder die Herdprämie.
 
Während sich Rot und Grün in Stuttgart, und zwar in der Landes- und Stadtregierung mit den aberwitzigen Kosten des Bahnhofbaus rumärgern müssen, sieht der Urnenpöbel großzügig darüber hinweg, wem eigentlich die Bahn gehört – nämlich Frau Merkel.
Merkels Staatssekretäre sitzen seit Jahr und Tag in den Aufsichtsräten und nicken jede neue Milliarde ab – die Kanzlerin will den Bahnhof.
Was jeder zweite Stuttgarter schon seit Jahren ahnt, wird vom Kanzleramt devot abgenickt: Kostenexplosionen, die schon lange eine einseitige Vertragskündigung gerechtfertigt hätten. („Im März 2009 unterschrieben Stadt, Land und Bahn ein Finanzierungsabkommen über insgesamt 4,5 Milliarden Euro. Bei Überschreiten dieser Kosten hatte damals jeder Partner das Recht, den Vertrag zu kündigen.“)
 Aber die Bundesregierung macht sich einen schlanken Fuß und der Urnenpöbel bringt die heißgeliebte Kanzlerin gar nicht  in Verbindung zum Desasterprojekt Stuttgart 21.
Was könnte  man sich für 6,8 Milliarden Euro leisten? Zum Beispiel den kompletten Jahresetat des Entwicklungshilfe-Ministeriums. Oder die Sanierung von rund 10.000 Schulgebäuden. Oder einen Bahnhof in Stuttgart. Hoch und heilig hatten die Manager der Deutschen Bahn versprochen, dass Stuttgart 21 im Kostenrahmen bleibt. Und jetzt das: knapp zweieinhalb Milliarden Euro soll das Projekt teurer werden - und alle Beteiligten tun so, als hätten sie zuvor nichts geahnt. Was eigentlich haben die Vertreter der Bundesregierung im Aufsichtsrat der Bahn über all die Jahre lang getan? Geschwiegen? Weggeschaut? Durchgewunken? Die Bahn gehört zu 100 % der Bundesrepublik Deutschland. Und es ist die Kanzlerin, die das Projekt vehement vorangetrieben hat.
Angela Merkel, CDU, Bundeskanzlerin: „Die Landtagswahl im nächsten Jahr, die wird genau die Befragung der Bürger über die Zukunft Baden-Württembergs sein, über Stuttgart 21 und viele andere Projekte mehr, die für die Zukunft dieses Landes gelten.“

Die Bundesregierung wollte Stuttgart 21 unbedingt - und das waren ihre Vertreter im Aufsichtsrat der Bahn. Klaus-Dieter Scheurle vom Verkehrsministerium, Bernhard Beus vom Finanzministerium und Bernhard Heitzer vom Wirtschaftsministerium. Haben sie vor dem Kostendesaster jahrelang die Augen verschlossen? […]

Anton Hofreiter, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Vorsitzender Verkehrsausschuss: „Das ist ein absoluter Skandal. Nämlich damit wurden sowohl die Projektpartner als auch die Öffentlichkeit getäuscht. Ein weiterer Skandal ist, dass der Aufsichtsrat sehenden Auges dies mitgemacht hat.“
Derzeit geht man also von 6,8 Milliarden Euro aus, statt der absolut maximalen 4,5 Milliarden, die das Projekt allerallerhöchstens kosten durfte. 
Macht ja nichts, daß Merkel verschleiert und verschläft welche Unsummen dem Bürger da aufgetischt werden.
 Ihr nimmt man gar nichts übel.
 Ich vermute, daß 99% der Bundesbürger noch nicht mal wissen, daß FDP-General Döring im DB-Aufsichtsrat sitzt und sehenden Auges die anrollende Kostenlawine stoisch hinnahm. 
Sind ja nur Steuergelder. Tja, der Döring aus Niedersachen, wo die FDP just zehn Prozent der Stimmen holte. Und die FDP ist bundesweit wieder bei 5%.
Wer die Mehrkosten in Milliardenhöhe für das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 zahlen soll, ist immer noch unklar. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer betont trotzdem: Ich stehe nach wie vor dazu

[…] Die Bahn hatte im Dezember mitgeteilt, dass der Bahnhof statt den bislang prognostizierten 4,5 Milliarden womöglich 6,8 Milliarden Euro kosten könnte. Die Mehrkosten - von denen allerdings noch offen ist, ob sie tatsächlich in der Höhe anfallen - sind noch nicht finanziert. Um trotzdem weiterbauen zu können, braucht der Bahn-Vorstand daher nun die Erlaubnis des Aufsichtsrats. Dieses Gremium, in dem auch drei Staatssekretäre der Bundesregierung sitzen, soll am 5. März entscheiden, ob der Bau trotz der ungewissen Finanzierung fortgesetzt werden soll. Geht es nach dem Willen des Bahn-Vorstands, so baut man erst mal weiter - und klagt eventuelle Forderungen anschließend bei den Projektpartnern ein. […]

Die SPD forderte den Verkehrsminister auf, dafür zu sorgen, dass der Aufsichtsrat am 5. März noch keine Entscheidung über den Weiterbau trifft. 'Erst muss man mit der Stadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg klären, wer die Mehrkosten trägt', sagte der verkehrspolitische Sprecher Sören Bartol. Andernfalls gebe man ohne Not ein Druckmittel aus der Hand. 'Sollte Ramsauer das nicht verhindern, trägt er die Verantwortung dafür, dass die Bahn das größte Risiko ihrer Geschichte eingeht.' […]

Vertreter von Union und FDP sprachen sich für den Weiterbau aus. Es spreche 'alles gegen einen Abbruch', sagte der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer. […]  FDP-Generalsekretär Patrick Döring, der auch im Aufsichtsrat der Bahn sitzt, hält ebenfalls an dem Projekt fest.
(Daniela Kuhr, SZ vom 28.02.2013)

Mittwoch, 27. Februar 2013

Der Christ des Tages LXXV



 Das war ein hartes Brot heute Vormittag. 
Da es seine letzte große Show war habe ich mir Ratzis Generalaudienz im Vatikan angesehen.
50.000 Leute, Seehofer, Bayerische Blasmusik, Bayerische Gebirgsjägergruppen, jede Menge Männer im Kleid und dazu die üblichen sinnfreien Sprüche über Gottes Liebe, die der alte Mann im Prunkpalast so sehr in sich spürt, während jeden Tag 30.000 Kinder auf diesem Planeten elend verhungern.
Gänsi, der immer rechts hinter Ratzi rumlungerte, war sichtlich stolz auf sein neues Erzbischofskostümchen und trug begeistert sein Pink zur Schau.
Ratzi murmelte wie immer klinisch Charisma-frei und monoton seine Worte vom Blatt, ohne auch nur einmal aufzusehen.
Die Menge jubelte natürlich trotzdem. 
Aber so ist das immer im menschlichen Massenwahn. Rottet man derartig viele Menschen in einem Stadion zusammen, beginnen sie eigentlich immer hemmungslos zu kreischen und zu applaudieren – ob nun Mario Barth, ein Fußballspiel, ein Tokio Hotel-Konzert oder ein Dieter-Bohlen-Casting den Anlass gibt, ist irrelevant.

Schwer zu ertragen waren allerdings die Komödianten, die für den BR die begleitende Moderation gestalteten. Natürlich waren kritische Stimmen a priori ausgeschlossen.
Das konservative CSU-Mitglied Sigmund Gottlieb stellte Fragen an die beiden 1000%-Papstbewunderer Gudrun Sailer und Peter Seewald. 
Sailer, seit 2003 bei Radio Vatikan, hardcore-Katholikin stammt aus St. Pölten und verblüffte mit der Feststellung schon als Kardinal habe Ratzinger besonders intensiv an der Aufklärung der Missbrauchsfälle in der RKK gearbeitet.
 Der Papst-Biograph Seewald erklärte der Welt, in Ratzingers Pontifikat sei die Katholische Kirche überproportional gewachsen und auch in Deutschland habe man die Evangelen überholt.

Des Weiteren überbetonten sie geradezu manisch wie bescheiden Benedikt XVI. wäre. 
Der Mann also, der eine seit hundert Jahren nicht mehr gekannte Prunksucht auslebte und als Rentner auf die bescheidene Anrede „Eure Heiligkeit“ bestehen will.

Es sei außerdem vollkommen sicher, daß sich Rentner Ratzinger sich nicht in die Politik seines Nachfolgers einmischen werde - eben aufgrund seiner Bescheidenheit.

Genau. Deswegen hat Ratzi seinem Nachfolger auch noch einen ultrakonservativen Präfekten der Glaubenskongregation und einen ultrakonservativen Präfekten des Päpstlichen Hauses vor die Nase gesetzt und wird in unmittelbarer Nähe zum Petersdom seinen Alterswohnsitz nehmen.

À propos ultrakonservativer Präfekt der Glaubenskongregation, immerhin einmal sagte Seewald nicht die Unwahrheit, als er auf Gottliebs verblödete Frage wann denn die Diskussionen der Kardinäle um Ratzingers Nachfolge begännen, antwortete, diese wären längst im Gang.
Wenn eins offensichtlich ist für alle am Katholizismus Interessierten – und damit spreche ich auch für die ganz Konservativen – dann die Tatsache, daß Ratzinger die Kurie nicht mehr im Griff hat, daß man ihm auf der Nase rumtanzt.
Und dies geschieht natürlich dann, wenn die Herren in den roten Kleidchen meinen das Pontifikat nähere sich dem Ende und dementsprechend Truppen für die Nachfolge sammeln.


Die mächtigen Nordamerikaner, die zwar relativ gesehen wenige Gläubige stellen, dafür aber der reichste Kirche vorstehen, entwickeln bereits hektische Flecken, weil so viele der Ihren in Pädosex-Vertuschungen verwickelt sind.
Sie hatten bereits Milliarden Dollar an Schweigegeldern für all die von ihren Pfarrern durchgefickten Kinder gezahlt. Ratzinger selbst hatte bei seinem USA-Besuch zu seinem 81. Geburtstag die Zahl von 50.000 Kindersexfällen amerikanischer Geistlicher akzeptiert.
Schwer da einen Kardinal zu finden, der noch seine Hände in Unschuld waschen kann.
Die großen Fälle, wie der des abartigen Pater Murphys, machten weltweit Schlagzeilen


Pater Murphy, der trotz seines bei Ratzinger in Rom wohlbekannten Fehlverhaltens in allen Ehren in seiner Soutane begraben wurde, hatte 200 gehörlose Jungs in ihren Schlafsälen vergewaltigt.
Ein ideales Betätigungsfeld für Priester Murphy, da ihre Schmerzensschreie von niemand gehört werden konnten.
Insgesamt vier Bischöfe hatten in der Causa Murphy nach Rom geschrieben, so offensichtlich wurde über die Jahre was der notorische Kinderficker trieb.
Zum Beispiel ist da Rembert G. Weakland, Erzbischofs von Milwaukee, der 1996 mehrfach an "His Eminence", den "Prefect, The Sacred Congregation for the Doctrine of the Faith" Kardinal Ratzinger schrieb und die Vorgänge detailliert schilderte.

Kardinal Tarcisio Bertone aus der vatikanischen Glaubenskongregation antwortete nach über einem halben Jahr und ließ Weakland ein geheimes kirchenrechtliches Verfahren gegen Murphy eröffnen.

Der Beschuldigte war not amused und wandte sich ebenfalls an Ratzinger.
Der heutige Papst tat das was ihm das Kirchenrecht vorschrieb:
Er ignorierte das Leid der Opfer, verweigerte ihnen die Gerechtigkeit und sorgte dafür daß das Erzbistum von Milwaukee das Verfahren stoppte.

Murphy, der inzwischen den Löffel abgegeben hat, konnte unbehelligt und unverurteilt bleiben - Ratzi sei Dank.

Sextäter in der RKK - da werden alle Augen zugedrückt:
Im Jahr 1993 schickt Rembert G. Weakland, der Erzbischof der Diözese Milwaukee, Murphy zu einem Sozialpädagogen. Der legt dort ein umfangreiches Geständnis ab und räumt ein, dass die Vorwürfe gegen ihn der Wahrheit entsprechen. Weitere drei Jahre vergehen, bis der Bischof sich dazu durchringt, Konsequenzen für den Triebtäter in Erwägung zu ziehen. In dem Brief heißt es: "Eine Person hat unter Eid ausgesagt, dass Pfarrer Murphy die Beichte genutzt hat, um zu sündhaften Handlungen gegen das sechste Gebot aufzufordern". Offen gesteht Weakland in dem Brief, weniger an der nötigen Gerechtigkeit interessiert zu sein, als an einer "heilenden Antwort" der Kirche auf den Ärger der Gehörlosen. Immerhin lässt der Bischof in seinem Schreiben keinen Zweifel daran, dass der Priester massiv und über viele Jahre hinweg Schutzbefohlene missbraucht hat. Doch eine Reaktion Ratzingers bleibt aus. (SZ)
Wenn sich Kleriker an den Schwächsten vergreifen, sorgt der Vatikan dafür, daß die Opfer im Stich gelassen werden.
Kinder sind sowieso schwach.

Gehörlose konnten erst Recht auf keine Gnade bei Ratzinger setzen.
Neben des zweifellos strafrechtlich relevanten Aspekts und des Lichts, das dieser Fall auf die Arbeit des obersten Inquisitors Ratzinger wirft, fasziniert mich an dieser Geschichte am meisten, daß sich Pater Murphy bis zum Schluß gar nicht darüber bewußt war irgendwas Unrichtiges getan zu haben.

Im Gegenteil. Seine bizarre Selbstsicht als Geistlicher, also als Geweihter Gottes, ermöglichte es ihm sich einzubilden, er habe nur in bester Absicht gehandelt, indem er, Murphy, die Sünde von den Kindern nahm, die sonst nämlich irgendwann masturbiert hätten (=TODSÜNDE!).
Dies habe er selbstlos verhindert und die Vergewaltigung hunderter behinderter Jungs anschließend gleich seinem Gott gebeichtet, der ihm verziehen habe.

Wie man Pater Murphy zu bewerten hat - ob er pervers, krank oder schlicht kriminell ist - will ich hier nicht diskutieren. Stimmt es, daß er sich nicht im Klaren darüber war Unrecht zu tun? War er tatsächlich nicht schuldfähig?

Das wird man nie genau beantworten können.

Eine Antwort aber kann man klipp und klar geben.
In der Sekunde, als seine Vorgesetzten davon erfuhren, hatten sie die verdammte Pflicht den Mann sofort zu stoppen!
Statt auf irgendwelche antiquierten kirchrechtlichen Begriffe zu beharren und die von Ratzinger in Rom angeordnete Geheimhaltung zu gewähren, hätte die erste und einzige Sorge den Opfern gelten müssen.
Ein Bischof oder sonstiger Kirchenchef, der von solchen Taten erfährt und nicht auf der Stelle dafür sorgt, daß so ein Pädophiler konsequent von Kindern ferngehalten wird, ist der größte moralische Ausfall.
Es erstaunt dann doch mit welcher umwerfenden Dreistigkeit bis heute von den Bischofsstühlen erklärt wird, man habe eben damals nicht genau gewußt wie schlimm Kindesmissbrauch ist; es sei „früher“ gar nicht so klar gewesen, daß pädophile Übergriffe Straftaten wären.

Die obersten Moralhüter des Vatikans, also die Spitzen der Glaubenskongregation denken aber genauso.
Es ist kein Zufall, daß Ratzinger ausgerechnet den Bischof, der sich von allen Deutschen am stärksten gegen die Aufklärung der Missbrauchsfälle wehrte und von „Pogromstimmung“ gegen die Kirche spricht, nämlich Abschaumbischof Müller zum aktuellen Präfekten machte.
Er folgt den amoralischen Vorgängern Ratzinger, Levada und Bertone.


Levada, Müllers unmittelbaren Vorgänger, ernenne ich hiermit zum Christen des Tages Nr. 75.
Der Ratzinger-Nachfolger als Kinderfickerfreund stammt ebenfalls aus der Skandal-Diözese Los Angeles, sprach sich für den Täter Mahony aus und griff stattdessen die Opfer der priesterlichen Penetrierer an.
Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, hat sich hinter den durch einen Missbrauchsskandal belasteten Kardinal Roger Mahony gestellt. "Es gibt ein paar Opfergruppen, denen genug nie genug ist", sagte Levada laut amerikanischen Medien am Montag (Ortszeit) im kalifornischen Menlo Park. Mahony habe sich für "Fehlentscheidungen, die gemacht wurden", entschuldigt. "Ich meine, er sollte am Konklave teilnehmen", so Levada.
So sieht es wohl aus am Ende des Ratzinger-Pontifikats. 
Die Opfer sollen die Klappe halten, in Deutschland wurde das Aufklärungsprojekt von Prof. Christian Pfeiffer gleich ganz angesagt, Entschädigungen verweigert.
Aber die, die den Kinderfickern erst den Boden bereiteten, indem sie ihnen die Staatsanwaltschaften vom Leib hielten und ihnen immer neue Opfer zuführten (so wie Kurienerzbischof Müller) haben Oberwasser.

Sie machen Karriere, hetzten gegen die Vergewaltigten Kinder und finden sich selbst ganz fabelhaft geeignet dafür einen neuen Papst unter sich auszumachen.