Donnerstag, 10. Januar 2013

Quot erat expectandum Teil III




Anschließend an die Kinderschändereien von gestern, will ich den deutschen Bischöfen ausdrücklich meinen Dank aussprechen.
Wieder einmal tun sie der atheistischen Agenda den Gefallen sich von ihrer schmutzigsten Seite zu zeigen. Sie offenbaren in einem Maße Selbstzufriedenheit, Mitleidslosigkeit und moralische Verkommenheit, daß man einen großen Boom der Kirchenaustrittszahlen erwarten kann.
Das Episkopat nimmt sich ein Beispiel am Frommsten der Frommen unter den deutschen Parteiführern.
Wie Fipsi, Vizekanzler und Noch-FDP-Chef, der 150%ige Katholik und Mitglied im Zentralrat der Katholiken in Deutschland (ZdK) ist, geben sich die Paedophoben große Mühe ihren Verein auf eine Zustimmungsrate von Null Prozent zu drücken.
Aber auch die Glaubwürdigkeit von deutschen Bischöfen dürfte irgendwo zwischen Fußpilz und analen Furunkeln liegen.
Die RKK in Deutschland erlebt ein PR-Desaster als hätten sie Bettina Wulff als Medienberaterin eingestellt.
Das ist ja mal schlechte Presse, die sich heute über die Eminenzen und Exzellenzen ergießt.
Sogar der stets so ecclesiophile Kirchenmann Matthias Drobinski wird in der morgigen SZ-Druckausgabe unzufrieden mit seinem Münchner Kardinal sein. 
Als die Taten an die Öffentlichkeit kamen, gab Kardinal Marx den großen Aufklärer - doch einer unabhängigen Analyse hat er sich in den Weg gestellt.

[…] Über Jahrzehnte hatte die Kirche das Thema sexuelle Gewalt verdrängt, die Täter geschützt, die Opfer alleine gelassen. Viele Akten über auffällig gewordene Priester waren verschwunden oder unvollständig geführt, einige lagerten beim ehemaligen Personalchef zu Hause.

Trotzdem fanden sich Hinweise auf sexuelle Übergriffe bei 159 Priestern und 96 Religionslehrern. Verurteilt wurde kaum einer von ihnen. Die Vertuschung und Verharmlosung hatte System, bis dahin, dass höherrangige Personen im Ordinariat erpresst wurden, weil sie schwul waren. […]

Was allerdings genau bei der Aktensichtung herausgekommen ist, wissen bis heute nur wenige, vielleicht sogar nur drei Personen: Kardinal Marx, sein Generalvikar Peter Beer und eben Marion Westpfahl. Denn das Ergebnis der Untersuchung steht in einem 250 Seiten dicken, rot eingebundenen Buch, es hat die Auflage von genau einem Exemplar und liegt im Tresor des Generalvikars. Es heißt, nicht einmal der käme alleine an das rote Buch, es bräuchte einen zweiten Schlüssel, um die Tresortür zu öffnen - so brisant ist, was in dem roten Buch geschrieben steht.
(SZ 11.01.13) 
Das war die größte Missbrauchs-Aufklärung, die je in einem deutschen Bistum stattfand. Kein anderer Bischof ist so weit gegangen.
Aber auch Marx gab ein „bis hierher und nicht weiter" als Parole aus.
Konsequenzen wurden keine gezogen, kein Sextäter mit Priesterkragen hatte Sanktionen zu befürchten, ihre Namen hielt der Kardinal streng geheim.

Typisch RKK.

Matthias Katsch, ehemaliger Schüler des Berliner Canisius-Kollegs und Beirat des Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten hatte nie etwas anderes erwartet. 
Mir und einem Kollegen von der Beratungsstelle Tauwetter war klar, dass die Kirche das Projekt nicht durchhalten würde, jedenfalls nicht so wie vereinbart.

[…] Es wäre, pardon, eine Offenbarung geworden, wenn man anhand der Personalakten herausgefunden hätte, wie viel sexuelle Gewalt es in der Kirche wirklich gibt. […]

Es muss eine unabhängige, von außen beauftragte Kommission geben, die die sexualisierte Gewalt in der Kirche aufklärt.

[…] Der Frosch legt den Teich nicht trocken, in dem er lebt. Mit anderen Worten: Es brauchen jene Menschen in der Institution, die aufklären wollen, unbedingt auch Hilfe von außen. […] Wir Betroffenen von sexueller Gewalt waren zu Recht immer skeptisch…..[..] Weil es für uns gar nicht auszuhalten ist, dass sich die Täterorganisation selbst den Persilschein ausstellt. Wir haben doch erlebt, oft über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg, wie man uns hinhält, vertröstet und notfalls auch einfach niedermacht, wenn wir von unserem Leid erzählen wollen.
Es ist die handlungsunfähige, ecclesiophile und Opfer-ignorierende Bunderegierung, die es erst möglich macht, daß die Täter selbst darüber bestimmen dürfen, ob sie Konsequenzen zu befürchten haben.
In anderen Ländern waren die Regierungen moralisch nicht so degeneriert Myriaden Opfern extremer psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt die kalte Schulter zu zeigen.
Die Regierung hätte längst aktiv werden können und eine Untersuchungskommission einrichten können. Sie hätte einen Bevollmächtigten oder Ermittler benennen können oder eine Enquetekommission des Bundestags einrichten können.
Andere Länder haben genau das getan. 
Dort handelten die Regierungen und ließen ermitteln - egal, ob es den Herren Bischöfen genehm war oder nicht.

Beispiel Holland:
[…] Der Report, veröffentlicht von einer unabhängigen Kommission unter Leitung des ehemaligen Bildungsministers Wim Deetman, kommt zu dem Ergebnis, dass von 1945 bis 1985 zwischen 10.000 und 20.000 Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs wurden. Diese Fälle ereigneten sich in katholischen Internaten und Schulen, Kinder- und Waisenhäusern. Bei einigen tausend dieser Kinder soll es sich um schweren Missbrauch gehandelt haben.

Die Kirchenleitung hätte diese Problematik wissentlich verschwiegen. Interne Maßnahmen seien nicht ergriffen worden, um mögliche Skandale zu verhindern. Zudem habe es für die Betroffenen keine angemessene Hilfe gegeben. Trotz entsprechender Hinweise hatten Kirchenvertreter in den Niederlanden wiederholt beteuert, sie seien über diese Vorfälle nicht unterrichtet gewesen. Kardinal Ad Simonis, ehemaliger Erzbischof von Utrecht, erklärte letztes Jahr in einer TV- Sendung, er habe "von nichts gewusst". Später stellte sich heraus, dass er in seiner Amtszeit einen als pädophil bekannten Priester einstellen ließ. […]
Beispiel Belgien: 
Zahlreiche neue Missbrauchsfälle in der Kirche kamen ans Licht - zumeist schon lange verjährt. Die belgische Justiz ermittelte mit teils brachialen Methoden, ob es seitens der kirchlich Verantwortlichen Vertuschung gegeben habe. Ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss arbeitete monatelang die Vorgänge auf; erst vor wenigen Wochen legte er seinen Abschlussbericht vor.

Verhalten übten Bischöfe Kritik am Vatikan, der sich lange Zeit ließ, um Konsequenzen aus dem Missbrauchsfall Vangheluwe zu ziehen. Antwerpens Bischof Johan Bonny ließ öffentlich wissen, er vermisse in der Mitteilung zu den ersten gegen den Ex-Bischof ergriffenen Maßnahmen ein Wort zur Schwere der Tat und eine Entschuldigung an die Opfer. Bischof Guy Harpigny von Tournai äußerte jetzt die Hoffnung, der Vatikan werde reagieren, "wie es sich gehört".
Beispiel Irland:
Die katholische Kirche in Irland vertuschte jahrzehntelang Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen Priester. Zu diesem Ergebnis kommt der Untersuchungsbericht einer Regierungskommission, der am Donnerstag in Dublin veröffentlicht wurde.

Vier frühere Erzbischöfe von Dublin schützten demnach routinemäßig katholische Geistliche, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hatten. Die irische Regierung entschuldigte sich bei den Opfern.

In dem in dreijähriger Arbeit zusammengestellten Bericht geht es konkret um den mutmaßlichen sexuellen Missbrauch Hunderter Kinder in Dublin, der größten Erzdiözese des Landes. Die Kommission um die Juristin Yvonne Murphy förderte unter anderem zutage, dass die vier früheren Erzbischöfe mindestens bis in die neunziger Jahre Priester schützten und diese nicht der Polizei meldeten.

In dem Bericht heißt es, der Erzdiözese sei es beim Umgang mit den Fällen um Geheimhaltung gegangen und darum, einen Skandal zu verhindern und den Ruf der Kirche zu schützen. "Alle anderen Erwägungen, darunter das Wohl von Kindern und Gerechtigkeit für Opfer, wurden diesen Prioritäten untergeordnet." Wenn sich Kinder beklagten, hätten Kirchenvertreter die Taten oft geleugnet und vertuscht.

Für viele wurde das letzte Stückchen Vertrauen in die Kirche zerstört, als im Juli jener Untersuchungsbericht erschien, den das Justizministerium über die ländliche Diözese Cloyne im Süden der Insel erstellen ließ. Fast zwei Jahre lang hatte eine staatliche Kommission überprüft, ob diese Diözese, wie sie immerzu beteuerte, ausreichend Maßnahmen ergriff, um Kinder vor pädophilen Priestern zu schützen.

Das Ergebnis: Bis ins Jahr 2008 taten die Kirchenoberen "wenig bis nichts". Bischof John Magee ließ zu, dass verdächtige Priester weiterhin Kontakt mit Heranwachsenden hatten, 9 von 15 Beschwerden leitete die Diözese nicht weiter an die Polizei.

Der Bericht stellte zudem fest, dass der Vatikan nicht willens war, bei der Aufarbeitung der Geschehnisse mitzuwirken - so wenig wie bei den drei großen früheren staatlichen Untersuchungen.

Geradezu explosiv aber war, was die Ermittler über die Geheimkorrespondenz des Vatikans zutage förderten. Der Nuntius, Roms Vertreter in Dublin, hatte die Richtlinien der irischen Kirche zum Schutz von Kindern gegenüber den Bischöfen als "nicht bindenden Entwurf" bezeichnet - er stehe im Widerspruch zum Kirchenrecht. Damit gab er ihnen freie Hand, alles zu ignorieren, was von der eigenen Kirche beschlossen worden war.

[…] Auch Premierminister Enda Kenny, 60, verdammt den Vatikan inzwischen in Grund und Boden. Das will viel heißen auf der gottgefälligen Insel, auf der sich Politiker früher vor allem als Katholiken und erst danach als Iren verstanden. Jahrzehntelang gehörte es zum politischen Alltag, dass Bischöfe das Parlament zurechtwiesen, wenn ihnen ein Gesetzentwurf nicht gefiel.

In ebendiesem Parlament geißelte Kenny nun "die kaputte, weltfremde, elitäre Kultur" des Vatikans. Die Kirchenzentrale schwelge im "Narzissmus", sie spiele "die Vergewaltigung und Folter von Kindern" herunter und sei in all ihrem Tun einzig bemüht, den schönen Schein aufrechtzuerhalten. Die Mehrheit der Iren bejubelte ihren Premier für diese Worte. Und der Vatikan zog erschrocken seinen Nuntius ab - wohl auch, um einer formellen Ausweisung zu entgehen.

Justizminister Alan Shatter arbeitet bereits an einem Gesetz, das den Schutz von Kindern "über interne Regeln von religiösen Gruppierungen" stellen soll: Wer von Kindesmissbrauch erfährt, muss die Polizei einschalten. Tut er das nicht, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Die Kirche läuft Sturm gegen dieses Projekt, denn dieses Gesetz würde auch das Beichtgeheimnis beschneiden.
In Deutschland kriechen die Minister immer noch vor der Kirche und lassen die Pädophilen gewähren.

Die Grenzen zwischen Satire und Realität verschwimmen wieder einmal.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ist vorerst gescheitert, da sich die katholische Kirche missbraucht fühlte. Anfangs habe der Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN), Christian Pfeiffer, die Bischofskonferenz damit gelockt, dass die Erstellung einer solchen Studie etwas ganz Natürliches sei und überhaupt nicht weh täte – ein folgenschwerer Irrtum.
(Postillon 10.01.13)
Die Opfer werden im Stich gelassen, die Bundesregierung trampelt damit noch einmal auf ihren Seelen herum. 
Wenn die deutschen Justizminister ein wenig Mumm in den Knochen hätten, dann würden sie jetzt ihre Ermittlungsbeamten losschicken. Sie würden in den Kirchenämtern der Republik die Personalakten jener Pfarrer konfiszieren, die sexuelle Gewalt gegen Kinder begangen haben.

Die Justiz müsste das tun, um die Strafvereitelung zu unterbinden, welche die Täterorganisation Kirche gerade im großen Stil plant. Denn die Bischöfe haben bei diesem drängenden Thema erneut auf stur geschaltet – wiewohl sie umfassende Kooperation zur Aufklärung der Macht-Missbräuche an Kindern und Schutzbefohlenen in ihren Reihen versprochen hatten. Ja, sie hatten es sogar vertraglich vereinbart mit einem Forscher. Aus, vorbei, die Kirche macht, was sie will.
Es ist allerdings nicht sicher, ob die Katholo-Fanatiker in Parlamenten und Regierungen - Thierse, Nahles, Schavan, Rösler, Lammert, Maria Böhmer, Maria Flachsbarth, Julia Klöckner, Ministerpräsident Reiner Haseloff, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsident Winfried Kretschmann den kinderbefummelnden Klerikern überhaupt einen Gefallen tun, indem sie ihnen jegliche Strafverfolgung ersparen und den Opfern täglich weiter in den Hintern treten.

Die RKK bekommt dadurch die Gelegenheit sich jeden Tag mehr in den Abgrund zu reiten.
Sie sitzt zwar schon im tiefsten Loch, gräbt aber unablässig weiter.
Offensichtlich sind die Demokratie-, Rechtsstaat- und Menschenrechts-antagonistischen Katholiken nicht lernfähig.
 Man denke an die Peinlichkeit der Papst-Klage gegen die Titanic.
In ähnlicher Weise zerren die deutschen Bischöfe nun den Kriminologen Prof Christian Pfeiffer vor Gericht, um ihn zum Schweigen zu bringen.
Zu BLÖD, daß es keine Scheiterhaufen mehr gibt. Früher war alles besser. 
Nachdem die wissenschaftliche Aufarbeitung des Missbrauchsskandals vorerst gescheitert ist, geht die katholische Kirche nun juristisch gegen den Kriminologen Christian Pfeiffer vor. Er habe von der Kirche eine Unterlassungserklärung erhalten, sagte der Direktor des ursprünglich mit der Studie beauftragten Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover.
(TS 10.01.13)

Mittwoch, 9. Januar 2013

Quot erat expectandum Teil II


Manchmal weiß man vorher schon sehr genau was rauskommt.
Zum Beispiel wenn Angela Merkel Personalentscheidungen fällt. 
Immer. Das einzige Einstellungskriterium ist, daß man der Chefin nicht widerspricht. So wird man Bundesminister, Parteigeneralsekretär oder Berater.
Bitte kein eigenständiges Denken.
Diesem Untertanen-Fetischismus der Kanzlerin verdankt Europa auch die ergrauten Politmarionetten Herman Van Rompuy und Catherine Baroness Ashton.
Von diesen Unterwürflingen muß Merkel keine politischen Aktivitäten fürchten.
Notwendig wäre natürlich genau das andere Extrem. 
Als Europaaußenminister und Europa-Präsident müßten selbstbewußte Macher mit Weitblick fungieren. Ein Churchill, oder wenigstens ein Joschka Fischer, der sich nicht stumm vor Merkel in den Staub schmeißt, sondern lautstark verkündet wohin es gehen soll.

Genau wie Merkel halten es auch Papst und Katholische Kirche:

Bloß keinen Widerspruch, keine neuen Ideen, keine Abweichungen vom einmal eingeschlagenen (Irr-)Weg.
Wer auch nur ein kleines bißchen den Kopf vorstreckt, wird gnadenlos ausgemerzt. 
Karriere machen die 150% Papsttreuen. Die wenigen Sympathischen werden geschasst.
Päpste sind generell unfehlbar, aber ganz besonders der Aktuelle denkt gar nicht daran, daß er sich einmal irren könnte. 
Selbst wenn etwas so total schief geht, wie das myriadenfache weltweite Kinderficken durch katholische Geistliche, sieht der Vatikan die Schuld bei Medien und Säkularen. 

Man erinnert sich an Ostern 2010 im Vatikan.

In einem vom Kirchenprotokoll abweichenden Schritt stellte sich der Dekan des Kardinalskollegiums, Angelo Sodano, ausdrücklich hinter den Papst, der wegen des Skandals mehrfach persönlich angegriffen worden war. "Heiliger Vater, das Volk Gottes ist mit dir und wird sich nicht von dem unbedeutenden Geschwätz dieser Tage beeinflussen lassen", sagte der Kardinal dem Papst.

Sodano lobte Benedikt als "unfehlbaren Felsen der Heiligen christlichen Kirche" und wünschte dem müde wirkenden Kirchenoberhaupt fröhliche Ostern.
(Spon 04.04.2010)
Derjenige, der TATSÄCHLICH verantwortlich war, nämlich jener Mann, der ein Vierteljahrhundert als oberster Glaubenswächter wirkte, aktiv alle Kinderfickerfälle an sich zog, strengstes Schweigen befahl und die Bischöfe anwies die Päderasten in ihren Reihen gewähren zu lassen, zweifelt kein bißchen an seiner Rolle. 
Aus Gründen absoluter Geheimhaltung zog in der Tat die verschwiegene vatikanische Glaubenskongregation alle wichtigen Fälle von Sexualvergehen von Klerikern an sich und so kamen die Fälle in den Jahren 1981 bis 2005 auf den Tisch ihres Präfekten Kardinal Ratzinger. Dieser sandte noch am 18. Mai 2001 ein feierliches Schreiben über die schweren Vergehen ("Epistula de delictis gravioribus") an alle Bischöfe der Welt, in welchem die Missbrauchsfälle unter die "päpstliche Geheimhaltung" ("secretum Pontificium") gestellt wurden, deren Verletzung unter Kirchenstrafe steht.
(Küng)
Reue Fehlanzeige.
Bei Benedikt geht es […] um Folgendes: Er war verantwortlich als Chef der Glaubenskongregation für die Fälle von Missbrauch in der Kirche. Also, er war für deren Aufklärung, beziehungsweise eben für deren Vertuschung.
Und wenn man sagt, man will jemandem vergeben, dann muss man sagen, nach der katholischen Lehre muss da sein: A, Schuldeingeständnis, B, echte Reue, dann kann C, Vergebung folgen. Aber der Papst selbst, obwohl er sich mit Missbrauchsopfern trifft, obwohl er hier und da Dinge sagt, wie schrecklich das alles sei - er hat nicht seine eigene Schuld eingestanden.
Er zeigt keine Reue, im Gegenteil, er sagt, man sieht ja, wie diese schlimme weltliche Gesellschaft, diese schlimme sexuelle Enthemmung auch die Kirche affiziert, und darum muss sich erst recht mein Kampf gegen die - wie er es nennt - Antikultur des Todes fortsetzen. Das heißt, er zieht genau die falschen Schlussfolgerungen. Er sieht so zusagen - er guckt weiterhin auf den Span in unserem Auge, statt den Balken im eigenen zu erkennen.
(Alan Posener 19.09.2011) 
Schuld am Missbrauchsskandal sind laut der unfehlbaren Ansicht des Vizegotts die Plaudertaschen, die sich nicht an die Omerta gehalten haben. 
Der Leiter des Berliner Canisius-Kollegs, der das Schweigen gebrochen hatte, wurde bald von seinem Orden strafversetzt und schmort jetzt im Schwarzwälder Abklingbecken. 
Es ist noch heute eine spannende Frage, warum erst die Mail des Jesuitenpaters Klaus Mertes den bundesweiten Skandal auslöste - und nicht die vielen Missbrauchsfälle

[…] Mertes [ist] mit 58 Jahren im besten Alter, Führungsaufgaben zu übernehmen, nun weit weg ist vom Politik- und Medienbetrieb. Jenseits des Schwarzwalds tritt er nur noch selten auf und erklärt mit intellektueller Schärfe, warum das Problem sexueller Gewalt in der katholischen Kirche auch ein Problem der Institution, des Systems ist. […] Für konservative Katholiken ist er  […] der Mann, der die Kirche in den Dreck gestoßen hat. Als im September 2011 Papst Benedikt XVI. Deutschland besuchte und Mertes beim Abschlussgottesdienst in Freiburg in der Menge stand, erkannte ihn einer der Umstehenden, spuckte vor ihm aus und ging.
Die Mertes-Antipode saß seinerzeit in Regensburg.
Der dortige Abschaum-Bischof Müller hat höchstpersönlich den Kinderficker-Pfarrer Peter K., der 1999 in Viechtach den 12-Jährigen Benedikt Treimer sexuell missbrauchte, nach seiner Verurteilung (12 Monate Haft auf Bewährung) nach Riekofen geschickt, wo er gleich wieder kleine Jungs anbummerte.

Müller schützte den Päderasten-Priester K. und setzte stattdessen die Opferfamilie Treimer schwer unter Druck, hetzte ihnen Anwälte auf den Hals, die absolutes Schweigen verlangten.

Als 2010 Pater Mertes erneut dem Kinderficker-Thema einen Spin gab, war es wieder Bischof Müller, dessen Bistum sich als einziges von 27 jeglicher Aufklärung komplett verweigerte. Regensburg ließ keinerlei Akteneinsicht zu. Stattdessen verleumdete der Oberhirte die gbs, Michael Schmidt-Salomon und hetzte gegen den Presse.
Der Bischof lässt das Lügen nicht.
Müllers Lügen über MSS waren derartig abartig, daß er schlußendlich vom Verwaltungsgericht gezwungen wurde seine Tiraden zu unterlassen.
Das Bundesverwaltungsgericht stellte in einem heute zugestellten Urteil (BVerwG 7 B 41.11) fest, dass "die religiöse Äußerungsfreiheit, auch soweit es um eine Predigt geht, keinen absoluten Vorrang vor den Belangen des Persönlichkeits- und Ehrenschutzes" genießt. Damit hat die dreijährige gerichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, und dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller ein Ende gefunden.
Eben diesen kinderfeindlichen Aufklärungsfeind erkor Papst Benedikt XVI zum obersten Glaubenswächter der 1,2 Milliarden Katholiken weltweit.
 Eine Beförderung um viele Stufen auf einmal. Als neuer Kurienerzbischof und Präfekt der Glaubenskongregation ist Müller jetzt Chef der Inquisition und die Nummer drei in der Vatikan-Hierarchie nach Ratzinger und Bertone.

Wenn das kein Wink mit dem Zaunpfeiler war!
Der UNBEREUTE Papst zeigte dem deutschen Episkopat mehr als deutlich was er von dem Vorhaben hielt Transparenz walten zu lassen und öffentlich zu machen wie viele Priester in Deutschland Kinder missbraucht haben: Nämlich GAR NICHTS!

Die Zielsetzung des Aufklärungsprojektes, welches die deutschen Bischöfe mitProfessor Pfeiffer, dem renommierten Kriminologen und ehemaligen Justizministers in Niedersachen planten, klang durchaus sinnvoll.
Die Bischofskonferenz wollte durch die Untersuchung drei Fragen beantworten: Unter welchen Umständen ist es zu den Taten gekommen? Wie ist die Kirche mit den Taten umgegangen? Welche Schlüsse lassen sich ziehen, um Taten künftig zu verhindern? Das Forschungsprojekt war auf drei Jahre angesetzt, es sollte auch zum Thema haben, wie sich Täterprofile in den vergangenen Jahren verändert haben.

Das Projekt war für die katholische Kirche von enormer Bedeutung. Der Vertrauensverlust nach dem Missbrauchsskandal war enorm. Umso markiger waren die Worte des Missbrauchsbeauftragten der Bischofskonferenz, des Trierer Bischofs Stephan Ackermann, 2011: "Wir wollen auch der Wahrheit, die möglicherweise noch unentdeckt in Akten vergangener Jahrzehnte liegt, auf die Spur kommen."
Ackermann, der Trierer Gänswein beschwor die „ganze Wahrheit“ nach Bischofsart:
Das Bistum Regensburg machte nicht mit, die übrigen 26 Bistümer sollten nur Akten der letzten zehn Jahre zugänglich machen und lediglich neun Bistümer noch ältere Archive öffnen. 
Keinesfalls sollten aber die Mitarbeiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) allein die Akten einsehen: Sie durften lediglich anwesend sein, wenn von den Bistümern benannte „neutrale“ Experten Akteneinsicht nahmen. 
Dabei sollten die Materialien aber nie aus den Lagern der Bischöfe entnommen werden.

Aber schon das war den aufklärungsunwilligen Pädo-Beschützern viel zu viel Transparenz.
Den Papst haben sie dabei auf ihrer Seite.
Scheiß auf die Opfer. 
Die durften schon aus gutem Grunde nicht mit am sogenannten Runden Tisch der Bundesregierung sitzen.
Ob und was man bei Thema Missbrauch an Kindern aufklärt, wollen die Täter lieber unter sich entscheiden. 
Das groß angelegte Forschungsprojekt, das Fälle sexueller Übergriffe durch Priester und weitere Kirchenangehörige seit dem Jahr 1945 untersuchen sollte, ist gescheitert.

[…KFN-] Direktor Christian Pfeiffer erhob schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche. Das Projekt sei "an den Zensur- und Kontrollwünschen der Kirche gescheitert", sagte er der SZ. Entgegen der ursprünglichen Vereinbarung habe die Kirche darauf beharrt, über die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse sowie über die Auswahl der beteiligten Wissenschaftler bestimmen zu dürfen. […]

Nach einem Vertragsentwurf des [Verbandes der Diözesen Deutschlands] VDD vom Mai vergangenen Jahres hätte die Kirche tatsächlich letztlich darüber bestimmen können, ob die Ergebnisse veröffentlicht werden oder nie bekannt werden. Davon wären auch Doktor- und Habilitationsarbeiten betroffen gewesen, die generell publiziert werden müssen, um den Titel zu erlangen.

Ein weiterer Entwurf vom Juni 2012 sah vor, dass die Kirche ein Veto einlegen kann gegen die Anstellung neuer Forscher für das Projekt, wenn auch nur "aus wichtigem Grund". Pfeiffer kritisierte, dies sei "unvereinbar mit der Freiheit wissenschaftlicher Forschung". Zudem liegen Pfeiffer laut einem Brief an die Bischöfe Hinweise aus der Kirche vor, dass in mehreren Diözesen Missbrauchsakten vernichtet worden seien.
Einen Heuchel-Orden hat sich in diesem Zusammenhang wieder die Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger verdient:

Seit Jahren läßt sie die Opfer im Stich, verlängert NICHT die Verjährungsfristen, ignoriert die 700.000 in kirchlichen Kinderheimen geschundenen, missbrauchten, gequälten heute noch psychisch geschädigten Menschen und macht der Kirche keinen Druck.

Nicht auszudenken was IRGENDEINEM anderen Verein, der über Jahrzehnte sexuellen Missbrauch an Kindern vertuscht hätte, inzwischen passiert wäre.

Die FDP-Frau beläßt es bei den zölibatären alten Männern in den bunten Kleidchen aber bei wohlfeilen Ermahnungen ohne irgendwelche Konsequenzen. 
Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger sendet nach der gescheiterten Untersuchung sexueller Übergriffe in der katholischen Kirche einen Appell an die Bischöfe. […]

"Der Vorwurf, Zensur und Kontrollwünsche behinderten eine unabhängige Aufarbeitung, sollten durch den Vorsitzenden der Bischofskonferenz schnell aus der Welt geschafft werden", sagte sie.

[…] Leutheusser-Schnarrenberger appellierte an die Kirche, die Missbrauchsfälle extern aufarbeiten zu lassen. "Es ist ein notwendiger und überfälliger Schritt, dass sich die katholische Kirche öffnet und erstmals kirchenfremden Fachleuten Zugang zu den Kirchenarchiven ermöglicht."
Heißt übersetzt:
Ich habe euch die letzte drei Jahre auch blockieren und vertuschen lassen. Von mir habt ihr außer heißer Luft auch weiterhin nichts zu befürchten. Die Generalstaatsanwaltschaft wird nicht eingeschaltet, ich ziehe kein Verfahren in das Justizministerium, ich höre selbst auch keine Opfer an, ich lasse euch alle Privilegien und Pfründe. Immer weiter so.
Eure Sabine.