Montag, 3. Dezember 2012

Wehmut


Die Prohibition war eine tolle Sache.
Für Kanada, Mexiko und die Mafia.

Der 18. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten verbot von 1919 bis 1933 Herstellung, Transport und Genuß von Alkohol. In der Folge entstanden rund 100.000 sogenannte „Flüsterkneipen“ (Speakeasy-Clubs).
Die Kriminalität stieg rasant an und das Geschäftsmodell für organisierte Drogenbanden war geboren. Al Capone wurde sagenhaft reich und mächtig.

Das Verdammen, Verbieten und Verdrängen mag ein menschlicher Impuls sein, ist aber ein schlechter politischer Ratgeber.

Vor einigen Wochen wurden in Hamburg die obdachlosen Säufer vom Hauptbahnhof vertrieben (Schande über die SPD!)
Hauptbahnhof: Für Trinker ist kein Platz mehr!

[…] Die überdachten Bereiche vorm Hauptbahnhof werden privatisiert. Künftig hat der DB-Sicherheitsdienst hier das Sagen, genauso wie im Mönckebergtunnel. Dadurch sollen die „Sicherheit und Sauberkeit“ erhöht werden.

[…] Zuletzt gab es wiederholt Forderungen, Obdachlose, Trinker und Bettler zu vertreiben, damit Touristen und Reisende nicht gestört werden. Das ist künftig möglich. Bislang konnte die Polizei nur Personen des Platzes verweisen, die Passanten wirklich belästigten, aggressiv auftraten oder den Platz verschmutzten.

Was ist jetzt verboten? Künftig gilt: Sitzen, liegen, rauchen, betteln, laut Musik hören sind verboten. „Übermäßiges“ Trinken auch. Wie viel zu viel ist, entscheidet der Sicherheitsdienst.
Die SPD hat diese Maßnahme in ganz großer Runde (aus Senat, Bahn, Bezirk, Polizei und sozialen Trägern) beschlossen. 
So ein Vorgehen ist populär. Niemand will gerne mit Elend und Krankheit konfrontiert werden. 
Aus den Augen, aus dem Sinn.
Zu Gute halten will ich dem neuen Bezirkschef Andy Grote (dem Nachfolger des legendären Anti-Obdachlosen-Sheriffs Markus Schreiber), daß er etwas sehr Unpopuläres, aber gleichzeitig sehr RICHTIGES tun will.
Grote nimmt immerhin die Realität zur Kenntnis und weiß, daß es nun einmal Alkoholismus, Obdachlosigkeit und Prostitution gibt.
Das ist viel mehr Erkenntnis, als die meisten Konservativen haben. Sie meinen immer noch man könne mit Verboten alles regeln. 
So wie bei der Abtreibung. Man verbietet sie und schon kommen im schlichten Weltbild eines deutschen Katholiban oder eines GOPers keine ungewollten Schwangerschaften mehr vor.
 Einfach nur Obdachlose, Bettler und Säufer vom Hauptbahnhof zu vertreiben – damit ist Mittes Bezirkschef Andy Grote (SPD) nicht einverstanden. Er fordert einen Trinker-Raum direkt am Bahnhof, um den Betroffenen eine Anlaufstelle zu bieten. […] Der Trinker-Raum soll direkt am Ausgang Kirchenallee in nördlicher Richtung an das Bahnhofsgebäude gebaut werden, halb offen und mit Toiletten ausgestattet sein. Das zumindest wünscht sich Grote – nur fehlt ihm bislang die Unterstützung. „Wir werden auch weiterhin eine große Anzahl an Obdachlosen und Suchtkranken am Bahnhof haben. Für die brauchen wir solch einen Ort“, sagt Grote. Das verschärfte Vorgehen am Bahnhof gegen Säufer habe ja „nicht das Ziel, diese aus dem Stadtbild zu verdrängen“.
 Wer über ein bißchen mehr als drei Hirnzellen verfügt, muß einsehen, daß die Kriminalisierung von Drogen zu ungeheurem sozialen Elend, hoffnungslos überfüllten Gefängnissen, massenhafter Beschaffungskriminalität und dem Entstehen von Multimilliarden schweren Drogenkartellen geführt hat.
 
Seit über 20 Jahren gibt es auf der linken Seite des politischen Spektrums Menschen, die einsehen, daß die rund 50.000 schwerstabhängigen User harter Drogen eben nicht aufhören können und genauso wenig in der Lage sind auf legalem Wege täglich mehrere hundert Euro für Opiate aufzubringen.
Mit der Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Drogenpolitik erzwingt also die Politik Beschaffungskriminalität ungeheuren Ausmaßes.
Es dauerte sehr lange bis endlich auch vereinzelte CDU-Bürgermeister einsahen, daß nur die legale Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige ein Weg aus dem programmierten Elend bedeuten kann.

Selbstverständlich ist die gegenwärtige Gaga-Bundesregierung nicht in der Lage diese geistige Erkenntnis nachzuvollziehen und treibt die Drogenkranken weiterhin aktiv in die Kriminalität und Gefängnisse.
In Amerika sieht es noch übler aus. „The war on drugs“ ist komplett gescheitert, aber Nordamerikas ideologisierte Politlandschaft ist nicht in der Lage vernünftige Schlüsse zu ziehen.
Eher schon das Volk oder aber südamerikanische Staaten.
 Die Drogenpolitik der USA ist eine irrwitzige Forsetzung der Prohibition. Lateinamerikanische Länder liefern den Stoff und die Toten - die USA die Waffen und das Geld. Einen Ausweg gibt es nur, wenn diese Waffen und dieses Geld besser kontrolliert werden - durch legale statt illegale Geschäfte. Eine Legalisierung von zunächst Marihuana ist überfällig.
Vor vier Jahrzehnten begannen die USA ihren Krieg gegen die Drogen, das Ergebnis füllt Konten und Friedhöfe. In Kolumbien, Afghanistan und anderen Produktionsländern starben Zehntausende am Kampf um Kokain, Marihuana oder Heroin. An der Schlacht beteiligen sich Armee, Paramilitärs, Guerilleros, Taliban.

Allein in Mexiko wurden je nach Statistik 60.000 bis 100.000 Morde gezählt, seit der nun scheidende Präsident Felipe Calderón 2006 die Streitkräfte ins Gefecht schickte. Die Leichen werden immer mehr - Rauschgift und Profit ebenfalls. Der Konsum sank nie. Calderóns Nachfolger Enrique Peña Nieto, jetzt vereidigt, und US-Kollege Barack Obama täten gut daran, nach einer Alternative zu suchen.
 Legalisierung und Akzeptanz haben immer auch den Vorteil, daß man an die Konsumenten, die in Not (hauptsächlich gesundheitlicher Art) sind, überhaupt rankommt.

Als 2001 in Hamburg der CDU-Mann Ole von Beust mit seinen lumpigen 26,2% Arm in Arm mit dem semikriminellen Rechtspopulisten Ronald Schill (19,4%) der SPD (36, 5%) die Regierungsmacht entriss, ließ der neue Bürgermeister mit seinem Stellvertreter mit massivem Polizeiaufgebot die „Drogenszene“ am Hauptbahnhof zerschlagen. 
Immer und immer wieder jagten große Polizeiaufgebote durch das Bahnhofsgelände, nahmen ausgemergelte Drogensüchtige fest und setzten sie irgendwo in den Randgebieten der Stadt wieder aus.
Irgendwann verschwanden auch die Dealer, die natürlich ein gutes Gespür dafür haben, wo ihre Abnehmer sitzen, bzw NICHT sitzen.
Darauf waren Schill, CDU und FDP sehr stolz! Hamburg war auf einmal drogenfrei.

Was sie nicht bedacht hatten, war allerdings die verblüffende Tatsache, daß sich die Tausenden Konsumenten nicht schlagartig in Luft aufgelöst hatten, sondern weiterhin ihren Stoff benötigten.

Aus den Augen, aus dem Sinn - aber nicht aus der Welt.

Es gab weiter die Sucht, es gab die Dealer und es gab die Beschaffungskriminalität.
  Nur konnte man sie nicht mehr wie bisher konzentriert am Hauptbahnhof beobachten. 
Die Szene war zerfleddert und bildete in der ganzen Stadt viele neue kleine Treffpunkte.
Da dämmerte es auch der Polizei, daß sie einen Bock geschossen hatte. Ihr wurde die Arbeit massiv erschwert, weil die Beobachtung der Szene extrem viel aufwändiger wurde. Es wimmelte nur so von Klagen der neuen Anwohner und Opfer der Beschaffungskriminalität.

Die CDU-FDP-Schill-Politik war dumm, menschenverachtend und pervers.
Aber auch populär - die CDU sollte zehn Jahre an der Macht bleiben. Die letzten beiden Jahre davon in einer Koalition mit entmoralisierten Grünen, die Abschiebungen, Brechmitteleinsatz, Europas größtes Kohlekraftwerk Moorburg und jede erdenkliche andere Schweinerei brav abnickten.

Wenn man heute zwei Straßen südlich des Hauptbahnhofs den Besenbinderhof entlang fährt, sieht man große Menschtrauben friedlich beim „Drob Inn“ stehen.
 Das Jugendhilfeprojekt mit Drogenkonsumraum hat Frieden geschaffen.

Die Suchtkranken können sich dort unter hygienischen Bedingungen einen Schuß setzen, duschen, essen und betreut werden.

Das Drob Inn ist eine niedrigschwellige und akzeptierend arbeitende Kontakt- und Beratungsstelle mit integrierten Drogenkonsumräumen. Die Beratungseinrichtung ist für erwachsene Drogenabhängige gedacht und staatlich anerkannt. Das Konzept und die Angebote sind auf die offene Drogenszene in Hamburg - St. Georg ausgerichtet. Das Drob Inn steht als zentrale Einrichtung gleichwohl allen in Hamburg lebenden Drogenkonsumentinnen und Drogenkonsumenten offen.

Konsumentinnen und Konsumenten illegaler Drogen erhalten konkrete Hilfen zum Überleben, zur sozialen Stabilisierung und zum Ausstieg aus der Sucht. Angebote der Überlebenshilfe sind die Voraussetzung dafür, den Kontakt zur Klientel zu finden und zu halten sowie Bedingungen herzustellen, um mit ihnen weiterführend arbeiten zu können. Durch die Kontaktarbeit im offenen Café entsteht ein vertrauensvoller Bezug der Klientinnen und Klienten zur Einrichtung und erleichtert es ihnen, weitere angebotene Hilfen zu nutzen. Die Kombination von Beratung, Ausstiegshilfen und niedrigschwelligem Zugang ermöglicht das Angebot sofortiger konkreter Hilfen in fast allen relevanten sozialen Bereichen.

 Solange es keine Drogenlegalisierung in Deutschland gibt, sind Drobinns und Trinkerhallen die besten Möglichkeiten, um den Kranken zu helfen.

Die Beust-Schill’sche Zerschlagung und Verteilung der Drogenszene von 2001 erinnert mich unangenehmerweise ein wenig an die aufgezwungene Abschaltung von Kreuznet. 
Ich weiß; der Vergleich hinkt.
Aber bisher konnte der www-Mensch an dieser einen Stelle alle rechtsradikalen Fundis auf einem Haufen finden.
Nun fehlt ihnen der virtuelle Treffpunkt.
Dadurch haben die Hetzer aber weder aufgehört zu existieren, noch ist ihre Ideologie verschwunden.
Man fragt sich, wo sich der Abschaum nun versammelt, wie viele andere Portale jetzt von dem antihumanistischen Gedankenmüll infiziert werden.

Hoffentlich sind wir nicht vom Regen in die Traufe gekommen.

Fast vermisse ich Hakenkreuznet. 
Das war früher immer so schön einfach; ein Klick und man hatte die konzentrierte Kacke auf dem Präsentierteller ausgebreitet.


Sonntag, 2. Dezember 2012

Zurück zur Tagesordnung.




Das ging jetzt doch schneller als erwartet. 

Kreuznet ist seit gestern Nachmittag offline und sämtliche Online-Medien berichten auch von dem Kreuznet-Aus.
Das katholische Hetzportal kreuz.net ist über Nacht aus dem Internet verschwunden und nicht mehr erreichbar. Der Druck auf die Urheber wurde offenbar zu groß. Endgültig abgeschaltet dürfte die Seite jedoch nicht sein.
Links oben auf der Seite, wo immer der gekreuzigte Christus prangte, steht jetzt: Error. The requested URL could not be retrieved. Die aufgerufene Internet-Seite konnte nicht aufgerufen werden. Weiter unten ist zu lesen, der Domain-Name existiere nicht. Die Seite www.kreuz.net gibt es nicht mehr!
[…] Alles deutet darauf hin, dass es die Urheber eines der bösartigsten deutschsprachigen Hetzportale mit der Angst zu tun bekommen haben. Die Staatsanwaltschaften in Berlin und Wien ermitteln wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Und obwohl sie trotz zahlreicher Hinweise noch keinen Verdächtigen mit richterlichen Durchsuchungsbeschlüssen behelligten, zogen die Betreiber erst mal den Stecker heraus. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Ermittler auf die richtigen Fährten gesetzt waren.
[…] Alles andere als Ruhm erntete beim Aufspüren der Hintermänner von kreuz.net die Deutsche Bischofskonferenz. […] Nicht durch die Bekundungen der Bischöfe sei Bewegung in die Ermittlungen geraten, sagt David Berger, sondern durch Hinweise, die bei der Initiative "Stoppt kreuz.net!" eingingen, und durch davon ausgegangene Recherche. Die Bischofskonferenz weigert sich, die Initiative zu unterstützen.
 Ich würde zu gerne mal Mäuschen spielen bei der DBK und hören, ob die Herren in den roten Kleidern jetzt froh sind, oder sich nicht doch über diese neuerliche taktische Pleite ärgern, daß sie "STOPPT KREUZNET" nicht unterstützt haben! Hätten sie es getan, stünden sie jetzt nach so kurzer Zeit als großer Gewinner da.
Nun aber sind sie wieder die ewig-gestrigen Verhinderer.

Ich frage mich allerdings auch, ob das nicht ein Riesenglück für die DBK ist, daß Berger und der Bruno-Gmünder-Verlag so überraschend schnell Erfolg hatten und Kreuznet (vorläufig) erledigten. Es könnten jetzt die Fragen wie tief RKK-Priester verstrickt waren, eingemottet werden, wenn KN nicht mehr alltäglich nervt.

Falls nun erst einmal Kreuznet aus dem Focus der Medien verschwinden sollte, kann sich die RKK allerdings keineswegs zurück lehnen.
 Ihre Probleme pressieren jeden Tag stärker.
 Verwaiste Gemeinden, kein Priesternachwuchs, Sex-Affären und aufmüpfige Geistliche, die nach Frauenordinierung, Toleranz gegenüber Schwulen und Kommunion für Geschiedene verlangen.

Im Rom sieht es noch mieser aus.
 Ein Geront auf dem Throne Petris hat längst die Übersicht verloren und begnügt sich damit durch seine Personalentscheidungen weltweit einen ultrakonservativen Kurs zu festigen. 
Währenddessen tanzt ihm die halbe Kurie auf der Nase rum. Vatileaks spült Insider-Infos an die Presse und das IOR steht im Visier der Steuerfahnder.

Wie soll es nur weitergehen mit dem Katholizismus?

Das Problem-Trio Zölibat, sexueller Missbrauch und mangelnde Attraktivität der Kirche könnte man aber elegant lösen.

Da heute Sonntag ist, will ich so freundlich sein und einen Tipp geben.

Die RKK sollte es wie Mao Sugiyama machen und bei der Priesterweihe feierlich Hoden und Penis amputieren lassen und diese statt Hostien als Körper Christi den Gläubigen in der knienden Mundkommunion überreichen.

Das hätte sehr viele Vorteile. 

Aber vorher kurz zum Procedere:
Am 31. März 2012 ließ sich der Japaner Mao Sugiyama seinen Penis wie auch seine Hoden operativ entfernen. […] Die Urethra, die Harnröhre, sowie der Harnausgang wurden kosmetisch angeglichen, alles andere weggeschnitten. […]
Am Abend des 13. Mai 2012 servierte Sugiyama, als Koch gekleidet, in einem gemieteten Kellerraum im Tokioter Stadtteil Suginami seine Geschlechtsteile als Abendessen. Der Rahmen war der eines Kunst-Events, geschlossene Gesellschaft. Sugiyama hatte das Fleisch aufgetaut, briet es an, servierte fünf Portionen, mit Champignons, Petersilie, Majoran, Basilikum, Rosmarin.  Jeder der fünf Beköstigten hatte 20 000 Yen dafür gezahlt, knapp 200 Euro. Außer diesen Gästen, es waren zwei Frauen und drei Männer, waren noch rund 70 Begleiter gekommen, die von der Veranstaltung gehört hatten.
(DER SPIEGEL48/2012, s.66)
The people who ate his genitalia were a 30-year-old couple, a 22-year-old women, a 32-year-old man and Shigenobu Matsuzawa, 29, an event planner.
He Tweeted before the event: ‘It’s a once in a lifetime chance, so I decided on the spur of the moment to do it.’
He posted pictures of the event on his blog, but later removed them and said his decision to take them down was due to ‘privacy considerations’.
Sugiyama made guests sign a waiver so he was not responsible if they became ill after eating his genitalia. They were removed in early April shortly after his 22nd birthday.
Die Vorteile für die RKK liegen auf der Hand.
  1. Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit. Ein entgenitalisierter Priester nimmt den Zölibat ernst.
  2. Vertrauen in die Ungefährlichkeit der Priester bezüglich dem Umgangs mit Messdienern.
  3. Glaubwürdiges Zeichen der Sühne für die sexuellen Übergriffe der letzten Dekaden.
  4. Einsparung von Millionen Hostien.
  5. Einsparung von künftigen Alimenten-Zahlungen.
  6. Abschreckung von Schwulen, die in die Priesterseminare drängen, obwohl Ratzinger ihnen ausdrücklich verboten hat Priester zu werden.
  7. Erschließung neuer Glaubensinteressierten - unter anderem würde die Kirche endlich auch für RTL-II-Zuschauer und Okkultisten interessant.
  8. Generierung von PR-Aufmerksamkeit weltweit.
  9. Beitrag zur Bekämpfung des Hungers - bei den gegenwärtig weltweit rund 400.000 katholischen Geistlichen, einem durchschnittlichen Penis-Gewicht von 30 Gramm (Schätzung) und Hoden-Gewicht von 18 Gramm pro Stück würden 26,4 Tonnen proteinreiche Nahrung gewonnen werden.
  10. Einsparungen von teuren urogential-bedingten Krankheitskosten alternder Mönche.
  11. Deutliches Unterscheidbarkeit von den verweltlichten Protestanten-Geistlichen, die ohnehin nicht bereit sind Opfer für ihren Glauben zu bringen.
  12. Vermeidung von peinlichen Erektionspannen, die unter der Soutane immer so unschön bei der Sonntagsmesse auffallen.
Es besteht also noch Hoffnung für die RKK, wenn die Bischöfe und der Papst sich zu diesem mutigen Schritt entschließen könnten.

Samstag, 1. Dezember 2012

Impudenz des Monats November 2012.



Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Nach dem unglaublichen kirchlichen PR-Debakel in der Causa „Kreuznet“ bekommt stellvertretend für die Öffentlichkeitsarbeit der DBK heute Matze Kopp den Zuschlag als Impudenz des Monats.

Kopp, 44, Theologe, Hardcore-Katholik, hatte schon 1993 eine Anstellung bei Radio Vatikan und später bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK).
Seit 1999 sitzt der fromme Mann im Vorstand der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP)
Bekannt wurde der Mann aus Velbert spätestens als er am 01. September 2007 Sprecher von Ministerpräsident Rüttgers wurde. 
Als neuer Leiter der Pres­sestelle und Spre­cher der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen war Kopp dann für all die Schweinereien (Oppositions-Bespitzelung, Vermietung von Rüttgers-Gesprächszeiten, xenophobe Vergleiche,..) zuständig, die dem CDU-Mann die Wiederwahl kosteten. Die Ratte verließ aber rechtzeitig das sinkende Schiff.
 Ist Jürgen Rüttgers als Chef unausstehlich? Das mutmaßt zumindest die Opposition, weil der Ministerpräsident mit Matthias Kopp (40) nun bereits seinen dritten Sprecher seit 2005 verliert.
 Welt am Sonntag:
Herr Kopp, warum kehren Sie Jürgen Rüttgers eigentlich den Rücken? Ist er als Chef so schlimm?
Matthias Kopp:
Überhaupt nicht! Auch wenn es nach Abschiedslyrik klingt: Er wird mir als Chef fehlen. Ministerpräsident Rüttgers hat mir vom ersten Tag an so viel Vertrauen geschenkt, wie ich es selten zuvor erlebt habe. Ganz ehrlich: Ich habe von ihm in den drei Jahren viel, sehr viel gelernt.
Seit 2009 ist die Impudenz des Monats November 2012 Pressesprecher der DBK und damit der Mund des Episkopats.
Die Öffentlichkeitsarbeit der deutschen Bischöfe der letzten drei Jahre als „Katastrophe“ zu bezeichnen, wäre der reinste Euphemismus.
Durch Homophobie, Mixas Prügelaffären, flächendeckende Missbrauchsaffären und geleugnete Verbindungen zum tief braunschwarzen Tradi-Sumpf sank das Ansehen der Katholischen Kirche ins Bodenlose. 
Hunderttausende verließen fluchtartig den Lügner-Verein.

Die Versuche eine offizielle katholische Stimme im Web zu etablieren, sind ebenfalls ein einziger Flop. Kopps „Katholisch.de“ ist langsam, öde, veraltet und ungelesen.
Kreuz.net steht im Alexa-Ranking der populärsten Webseiten Deutschlands inzwischen auf Rang 2660. Das ist nicht gerade Top 10, aber höchst beachtlich, wenn man die eigentliche, kirchliche "Konkurrenz" betrachtet: Kath.net rangiert auf Platz 4695 und ist damit noch deutlich populärer als Katholisch.de, die offizielle Webseite der katholischen Kirche in Deutschland. Die liegt auf dem beschämenden Rang 14.552 und konkurriert da mit regionalen Reifenhändlern und Hobby-Bloggern. Da spielt Kreuz.net in einer ganz anderen Liga.
 In diesem Zusammenhang muß an Dirk Bachs Tod und den dadurch hochgekochten Ärger über Kreuznet verwiesen werden.

Das war schon eine sehr peinliche Nummer für die DBK - jahrelang hatte man sich ausgeschwiegen und der rechtsradikalen, menschenverachtenden Hetze der Katholofreaks nur entgegnet, damit nichts zu tun zu haben.
 Die Macher hätten nichts mit der Kirche zu tun und es gäbe auch keine Möglichkeit ihre Identitäten zu ermitteln.
 Sagte die viele hundert Milliarden Euro schwere Katholische Kirche in Deutschland. 
Jene Kirche, die über einen 2000 Jahre alten Geheimdienst und das effektivste Spitzelnetzwerk der Geschichte verfügt.
 Jenseits eines möglichen juristischen Vorgehens gegen die Seite stellt DBK-Pressesprecher Matthias Kopp fest: "Die Seite hat mit der katholischen Kirche in Deutschland nichts zu tun."
Peinlich, peinlich und dann kommt ein einzelner Laie daher, dem eben noch von Kardinal Meisner die Missio Canonica, also die Lehrbefugnis entzogen wurde und entlarvt mal eben in drei Wochen die ersten Kreuznet-Autoren.

Dr. David Berger heißt der Mann und er benötigte für diese Erfolg gerade mal die lächerlich kleine Summe von €15.000 (also gut einem Bischofsmonatsgehalt), die er zur Belohnung aussetzte.
 Das Ganze auch noch finanziert vom Nischen-Verlag Bruno Gmünder, der mit seinen 40 Mitarbeitern (Vergl. Kirchliche Angestellte: 1,3 Millionen) offenbar über genug publizistische Power verfügte David Berger zu unterstützen.

Ganz im Gegenteil.
Taz: Pater Hans Langendörfer, Sekretär der Bischofs-Konferenz, geht davon aus, dass niemand im kirchlichen Dienst für kreuz.net tätig sei – obwohl Gegenteiliges bekannt ist.

David Berger: Spätestens seit Montag wissen wir endgültig, dass es nicht stimmt, was Langendörfer gesagt hat. Seine Methode ist die gleiche, wie bei dem Missbrauchsskandal vor einigen Jahren. Erst vertuschen. Sobald etwas auftaucht, unter den Teppich kehren, dann abwehren, schließlich in Salamitaktik einräumen und wenn es nicht mehr zu leugnen ist, die entsprechenden Personen aus der Öffentlichkeit wegnehmen.

Taz: Nach ihren Recherchen musste der katholische Pfarrer Hendrick Jolie einräumen, im kreuz.net-Forum Kommentare und Texte geschrieben zu haben. Jetzt hat er sein Amt als Sprecher des ultrakonservativen Netzwerks katholischer Priester niedergelegt.

David Berger: Jolie hat aber nicht seine Positionen geändert, sondern wird so weitermachen wie bisher und neue Strategien entwickeln. Letztlich wird es auch mit den anderen Mitgliedern des Priesternetzwerkes so sein, wenn Vertuschungen und Werbetätigkeit für kreuz.net noch öffentlicher werden. […]

Taz: Die katholische Kirche scheint hilflos gegen dieses Portal – ist dem wirklich so?

David Berger: Diese Hilflosigkeit ist natürlich vorgeschoben, um nichts tun zu müssen. Die Seite wird ja nicht von Außerirdischen gemacht, sondern von Katholiken. Die deutsche Bischofskonferenz hat auf unser Angebot einer Zusammenarbeit nicht reagiert, ihre Kollegen aus der Schweiz haben uns ausdrücklich gebeten, ihnen einen Brief zu schicken um eine Zusammenarbeit zu beraten. Die deutsche Bischofskonferenz will gar nicht so genau wissen, wer hinter kreuz.net steckt, weil sie Angst haben, was dabei herauskommt.
Kopps DBK arbeitet nicht nur nicht mit der „Stoppt Kreuznet“-Aktion zusammen, sondern behindert auch noch durch ihre massiven Lügen die Aufklärung.
Schutzbehauptung der Deutschen Bischofskonferenz falsch:
Hinter kreuz.net stehen Mitarbeiter aus höchsten Kirchenkreisen
Der Aktion STOPPT KREUZ.NET des Bruno Gmünder Verlages liegen Informationen vor, aus denen hervorgeht, dass hinter kreuz.net Personen aus dem kirchlichen Dienst stehen. Die anders lautende Aussage der Deutschen Bischofskonferenz ist falsch und behindert das Vorgehen gegen kreuz.net. Zudem wächst der Eindruck, dass es ein stilles Einverständnis der katholischen Kirche mit der extremen Homophobie und verbalen Gewalt von kreuz.net gibt.
[…] Ein Brief des Bruno Gmünder Verlags an die Deutsche Bischofskonferenz vom 10. Oktober 2012, in dem diese von den Kampagnenmachern zu einer solidarischen Zusammenarbeit eingeladen wird, ist unbeantwortet geblieben.
Das ist besonders bedauerlich, weil die jüngst veröffentlichte Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz, dass „niemand im kirchlichen Dienst für kreuz.net tätig“ sei, wohl nicht der Wahrheit entspricht. Der Aktion STOPPT KREUZ.NET liegen Informationen vor, die starke Hinweise darauf enthalten, dass kreuz.net tatsächlich von Personen aus dem kirchlichen Dienst betrieben werden soll. Darunter sogar auch solche aus höchsten Kirchenkreisen. Noch höher soll die Zahl von angeblich für die Kirche arbeitenden anderweitigen Personen sein, die an kreuz.net Informationen liefern, für die Seite Artikel schreiben bzw. deren Veröffentlichung auf der Hetzseite bereitwillig oder unwidersprochen zulassen.  Vor diesem Hintergrund entsteht der Verdacht, dass man sich bewusst auf beschwichtigende Lippenbekenntnisse beschränkt. Dadurch wird ein erfolgversprechendes Vorgehen gegen die Hass-Seite torpediert.

Nun ist der PR-Supergau eingetreten. 
Die RKK hatte ohnehin schon mit ihrem über Dekaden erprobten Schutz für die Täter und Hetze gegen die Opfer bei den Myriaden Missbrauchsfällen ihre moralische Verkommenheit bewiesen. 
Nun zeigt sie, daß sie nicht lernfähig ist und wieder die Hetzer und Kriminellen unterstützt, während sie die Beschimpften und Bedrohten im Stich läßt.

Kann man noch tiefer sinken, Herr Kopp?

Nun steht die DBK wie ein begossener Pudel da, der offensichtlich nicht gewillt war wenigstens einmal auf der richtigen Seite zu stehen.

Aber man kennt das ja von den Katholen, die noch nach Hitlers Tod ein feierliches Requiem für den „geliebten Führer“ abhalten ließen, dann erhebliche Anstrengungen auf sich nahmen, um die ehemaligen SS-Schergen und KZ-Wächter vor der Justiz über die „Rattenlinie“ nach Südamerika zu bringen und in der Folgezeit über Jahrzehnte Hunderttausende Kinder in Deutschland systematisch folterten, sexuell missbrauchten und Sklavenarbeit verrichten ließen.

Wer auf die Katholischen setzt, hat moralisch schon verloren. 
Kopps Abwiegeln bezüglich Kreuznet passt da nur zu gut ins Bild. 

Dabei setzen ihm „die Medien“ seit Wochen zu; es gab xTV-Berichte und dennoch hieß es nur „Wir wissen von nichts.“
In der Katholischen Kirche ist die reaktionäre Seite schon länger bekannt. Auch sie musste reagieren.
Matthias Kopp von der Deutschen Bischofskonferenz: "Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich bereits 2009 in aller Form von 'Kreuz.net' distanziert. Wir haben in diesem Jahr, bereits im Frühjahr mehrere juristische Maßnahmen eingeleitet. Über deren genaue Hintergründe gebe ich derzeit keine Informationen."
Leider keine Informationen! Doch nun hat neben der Staatsanwaltschaft in Köln und Frankfurt auch Berlin Ermittlungen aufgenommen.
[…] Matthias Kopp, Deutsche Bischofskonferenz: "Namen von kirchlichen Mitarbeitern die dort auftauchten, konnten identifiziert werden als illegal verwendete Artikel von Leuten die gar nicht wussten, dass dort ihre Artikel veröffentlicht werden. Es sind möglicherweise kirchliche Mitarbeiter aus anderen Nationen auf der Seite. Hier können wir als Deutsche Bischofskonferenz aber nur so weit handeln, wie wir unsere Juristik in Deutschland geltend machen können."
[…] Der konservative Pfarrer Jolie dementierte lange seine aktive Autorenschaft. Obwohl noch viele seiner Artikel auf "Kreuz.net" zu lesen sind. Zuletzt räumte er einen "leichtfertigen Umgang" mit der Seite ein.


 Und auch das war wieder eine Lüge. 

Und als auch als die Wahrheit an Licht kam, wurde Jolie nicht nur nicht von seinem obersten Dienstherren Kardinal Lehmann gefeuert, sondern bekam für sein Wochenlanges Verschwiegen, Vertuschen und Verleugnen auch noch ein Lob für seine „Ehrlichkeit“.

Das ist eben die Moral à la RKK.

Hendrick Jolie dementierte lange, Texte an das Hetzportal kreuz.net geliefert zu haben, nun hat sich der katholische Priester dazu bekannt. Er kassierte einen Rüffel vom Bistum. Mehr hat er nicht zu befürchten: Bischof Lehmann dankte ihm für die Selbstkritik.
Der Skandal um die Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen war auch deshalb so groß, weil Kirchenvertreter es immer wieder verpassten, Transparenz herzustellen, eine aufklärerische Absicht glaubhaft zu machen, Verantwortliche nicht zu schützen, sondern zu nennen. Die Entwicklungen um das Hetzportal kreuz.net zeigen: Die Geschichte wiederholt sich.
Es wird zugegeben, was nicht mehr geleugnet werden kann. Aus sich selbst heraus für Aufklärung zu sorgen, dafür scheinen manche in der Kirche weiterhin nicht bereit zu sein.
[…] Jolie erklärte am 15. November erneut: "Weder war noch bin ich ein ausgewiesener Autor von kreuz.net." Allerdings räumte er nun ein, "leichtfertig" mit dem Portal umgegangen zu sein. Er habe zu spät gegen die Veröffentlichung seiner Texte protestiert und sich im Kommentarbereich an Diskussionen beteiligt. Eben das, was längst nicht mehr zu leugnen war.
Das Bistum Mainz bestellte Jolie daraufhin zum Gespräch ein. Gegenüber dem Generalvikar, dem Justiziar des Bistums und dem Personaldezernenten erklärte Jolie nun, dass er "entgegen früheren Darstellungen auch Texte lieferte".

Und Kopp steht als blamierter Hetzer-Schützer da.

Einigen der Kreuznet-Opfer gefällt es nicht, daß wieder einmal die Täter geschützt werden. 
Sie beschweren sich beim alten Kardinal, der so lange die DBK geleitet hatte.
Das Bistum ist empört und mahnt den Ton zu mäßigen.

"Bitte um Rückkehr zur Sachlichkeit!
Aus gegebenem Anlass fordern wir alle Kommentatoren der derzeit sehr emotional geführten Debatte auf unserer Facebookseite dringend auf, ihre Postings in Formulierung und Inhalt zu prüfen, auch darauf, ob sie einer öffentlichen Sichtbarkeit und in der Sache angemessen sind.
[…]
Stellungnahmen zur Sache selbst gibt ausschließlich die Pressestelle, was auch hier jeweils öffentlich gepostet wurde. Darüber hinaus kommentieren wir dies hier nicht. Besonders im Sinn der zahlreichen Nutzer, die unsere Facebookseite auch wegen der anderen Inhalte und Möglichkeiten schätzen, bitten wir dies zu beachten und rufen zur Mäßigung und Besonnenheit in Ton und Inhalt auf.

(von Bistum Mainz, Donnerstag, 29. November 2012 um 11:30)

Freitag, 30. November 2012

New York im Glück



Es ist doch irgendwie hoffnungslos mit dieser Welt.

Wollten wir unseren Planeten einigermaßen biologisch intakt halten und dabei auch noch einen modus vivendi austüfteln, so daß sich die 7 Milliarden homo Sapiens nicht permanent die Köpfe einschlagen, wüßte man schon was zu tun wäre.
Weltweit haben sich Stiftungen, Institute, Universitäten und Non-Government-Organisationen dazu Konzepte ausgedacht.
Kein Wunder. 
Denn so wie es jetzt läuft, kann es nicht mehr lange weitergehen:
Fossile Brennstoffe in die Luft jagen, für Billionen Dollar Mordwerkzeug und Hightechwaffen aller Art in die Krisengebiete der Erde schaffen, täglich Dutzende Tier- und Pflanzenarte ausrotten, Tiere fressen, Trinkwasser verseuchen, eine Milliarde Menschen hungern lassen und täglich zigtausende Kinder an Unterernährung krepieren lassen.
Die Katastrophe kommt nicht überfallartig über uns, sondern sie steht schon viele Jahre am Horizont, während wir unbeirrt und sehenden Auges, schnurstracks auf sie zusteuern.
Das faszinierende an der Spezies Mensch ist seine Fähigkeit zur Erkenntnis und dann doch das diametrale Gegenteil des Richtigen zu tun.

Da hat vor einem Monat Supersturm Sandy in New York und New Jersey Schäden in Höhe von 50 Milliarden Dollar angerichtet, was sogar den Ex-Republikaner Michael Bloomberg dazu veranlasste die Wahl Obamas zu empfehlen, da nur er etwas gegen den Klimawandel unternehme.
Und im selben Monat ist es eben jener Obama, der beim Umweltgipfel von Doha (United Nations Climate Change Conference, 26.Nov. bis 07. Dez 2012) gleich mal auf die Bremse tritt.
 Bloß nicht zu viel Klima-Schutz!
The international community wants an indication that the US will not sabotage the climate talks, and that it will allow progress towards a legally-binding agreement by 2015. This was the one real victory over the US stalling strategy in Durban.
[…] We see that this wealthy country, which is responsible for more climate pollution in the atmosphere than any other, has no intention of investing more than a pittance to save even itself from a rapidly warming planet and very expensive climate impacts.
To the contrary, yesterday we saw President Obama signal that his priority at the moment is to avoid US climate responsibility. He actually signed a bill that bans Americans from complying with the climate policy of the EU. The most egregious case of illicit US climate exceptionalism was when President Bush “unsigned” the Kyoto Protocol, which Obama took for granted when he was inaugurated in 2009. Yesterday, President Obama signed a law that bans US-owned airlines from complying with EU climate pollution law.
By signing the anti-climate airlines bill (S.1956), President Obama accomplished nothing but a signal of obstinacy against serious climate pollution reduction efforts during Doha.
 Ganz grandios auch die Reaktion der Israelischen Regierung auf die Aufwertung der Palästinenser zu einem "beobachtenden Nicht-Mitgliedstaat"  - von den 193 UN-Mitgliedstaaten in NEW YORK hatten 138 Staaten dafür gestimmt.
Wenn man darüber nachdenkt welche von all den bekannten Nahost-Komplikationen das allergrößte Friedenshindernis ist, kommt man recht schnell zu dem Konsens, daß es die verrückte Siedlungspolitik ist. Sie steht allen Einigungsbemühungen im Weg. Die Siedlungen verhindern einen friedlichen modus vivendi, weil ihr ganzer Zweck ist, einen Palästinensischen Staat unmöglich zu machen.
Die fanatisierten Siedler schaffen Tatsachen, die noch nicht einmal eine starke wollende Israelische Regierung wegschaffen kann. Man denke nur an die unglaublichen Schwierigkeiten, die Ariel Sharon mit den gerade mal dreieinhalb Siedlern im winzigen Gaza-Streifen hatte.
Im Westjordanland aber ist die Lage aussichtslos.
Also, was könnte Bibi tun, um die Siedlungen wieder los zu werden?
Eine erste Reaktion Israels fällt harsch aus: Einen Tag nach der Entscheidung der Vereinten Nationen genehmigt die Netanjahu-Regierung den Bau Tausender neuer Wohnungen in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland.
Israel wird 3000 neue Wohnungen in den jüdischen Siedlungsgebieten in Ost-Jerusalem und im Westjordanland bauen. Das teilte ein israelischer Verantwortlicher in Jerusalem mit. Damit forderte die konservative und siedlerfreundliche Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Weltgemeinschaft heraus.

 Wir wissen auch eigentlich wie man mit sinnvoller mit Migrationsbestrebungen und Drogenkonsum umgehen könnte.
Stattdessen setzt fast die gesamte Weltgemeinschaft auf das so eindeutig gescheiterte Konzept der massiven Kriminalisierung.
 Die Menschen investieren massiv in Sicherheitstechnik, Gefängnisbauten und Wachpersonal. 
Der sinnigere Weg, nämlich die vielen Milliarden lieber in Bildung und Sozialarbeit zu stecken, Drogen zu legalisieren, damit den kriminellen Kartellen die Existenzgrundlage zu nehmen und unglaubliche Ressourcenverschwendung bei Justiz und Polizei zu beenden, wird konsequent ignoriert.

 Kein anderes Land sperrt so viele Menschen ein wie Amerika. Nicht Russland, nicht Saudi-Arabien, nicht China. Die USA stellen nur fünf Prozent der Weltbevölkerung, aber 25 Prozent der globalen Gefängnispopulation. 2,3 Millionen Menschen sitzen hinter Gittern. Die Ausgaben der Bundesstaaten für den Strafvollzug sind in den vergangenen 20 Jahren sechsmal so schnell gestiegen wie ihre Hochschulinvestitionen. 70 Milliarden Dollar lassen sich die USA den Gefängnisbetrieb jährlich kosten. Kein Wunder, dass Privatunternehmen davon profitieren wollen.  [….]
Wer die Geschäftslogik der Knast AGs verstehen will, muss in Jahresberichten der Corrections Corporation nachschlagen. Als Warnhinweis an Investoren hieß es dort vor ein paar Jahren: 'Gesetzesänderungen im Drogen- und im Einwanderungsrecht könnten die Zahl der Personen reduzieren, die festgenommen, verurteilt und eingesperrt werden.' Selbst Bertolt Brecht hätte sich so etwas kaum ausdenken können, schreibt der New Yorker: 'Ein kapitalistischer Betrieb, der auf der Grundlage menschlichen Elends gedeiht und alles dafür unternimmt, dass nichts getan wird, um dieses Elend zu lindern.' […]
Die Gefängnisindustrie ist zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Ganze Gemeinden sind von ihr abhängig. Zum Beispiel Florence, ein Wüstenkaff zwischen Phoenix und Tucson. Wachscheinwerfer hüllen Florence nachts in orangefarbenes Licht. Die Kleinstadt zählt 8000 Einwohner und 17000 Häftlinge, verteilt auf neun Vollzugsanstalten, staatliche und private. […]
Jahrzehntelang profitierte die Branche vom Krieg gegen die Drogen. Gesetze, die Abhängige und Kleindealer wie Schwerverbrecher behandelten, versprachen einen ständigen Zufluss neuer Gefangener.
(Moritz Koch, Süddeutsche Zeitung, 22. November 2012)

 Und zum dritten mal heute eine Meldung aus NEW YORK. 
Dort war dieser Montag ein ganz mieser Tag für die Gefängnisindustrie.

New York erlebt einen Tag ohne jedes Gewaltverbrechen - zum ersten Mal in der Polizeigeschichte. […] Am Montag soll das bisher Undenkbare nun eingetreten sein: mehr als 24 Stunden lang niemand erschossen, niemand erstochen, niemand aufgeschlitzt, jedenfalls nach Aktenlage der Polizei. Paul Browne, dem Sprecher des New York Police Department, war dieser Umstand ein eigenes Presse-Statement wert.