Donnerstag, 13. September 2012

Mitt, the twit Teil IV




Unter dem komödiantischen Aspekt könnte man sich fast wünschen, daß Mitt Romney nächster Präsident würde. 

Der Mensch ist so dämlich und so verlogen, daß schon jetzt das Internet vor Romney-Karikaturen überquillt. 


Die Moderatoren, Stand-Up-comediens, Talkshow-hosts und Politkommentatoren hätten auf Jahre ausgesorgt.

Es ist äußerst bemerkenswert wie es der frühere Mormonen-Bischof schafft beständig Fehlleistungen nachzulegen, wenn man bedenkt, daß er von einem riesigen Berater-Stab, der genau das verhindern soll, abgeschirmt ist.


Aber da scheinen alle Ermahnungen, jedes Rhetoriktraining und jedes Briefing zu versagen. Mitt, the twit haut eine Peinlichkeit nach der Nächsten raus.


Daß der GOP-Kandidat tatsächlich glaubt Gott lebe auf dem Mormonen-Planeten Kolob und seine „Magic Mormon Underwear“ schütze ihn vor den Versuchungen der Masturbation, scheint gar nicht mehr so abwegig.


Sind wir alle nur Statisten in einem überdimensionalen Witz?
Stimmt es, daß Romney in Wahrheit Rolf Rallenberger heißt und von der Extra-3-Redaktion als V-Mann mit einer Fake-Biographie eingeschleust wurde?

Oder steckt mal wieder Titanic-Chefredakteur Leo Fischer dahinter? Vorstellbar wäre es. Gerade erst haben sie den Papst in die Knie gezwungen; da ist der „mächtigste Mann der Welt“ das naheliegende neue Ziel.

Die amerikanischen Wähler sind verblödet genug, daß man ihnen so ziemlich alles andrehen kann.

 Eine neue Umfrage ergab, daß immerhin 15% der Republikaner in Ohio (Michigan und Ohio sind DIE Schlüsselstaaten für die Mehrheit der Wahlmänner) annehmen Mitt Romney hätte Osama bin Laden zur Strecke gebracht!

The result from one of the secondary questions puts a spotlight on just how misinformed or partisan, the Republican voter has become.
The question:   “Who do you think deserves more credit for the killing of Osama bin Laden: Barack Obama or Mitt Romney?”
A total of all respondents showed that 63 percent said President Obama, 6 percent said Mitt Romney and 31 percent said not sure.
But when the question was broken down in the crosstabs which breaks the question down by party, it showed that 15 percent of Republicans who said that they were “Very Conservative”, believe Romney deserves the credit for the killing of Osama bin Laden.
Several recent studies such as this one from Fairleigh Dickinson University shows that Fox News viewers are misinformed, and the same study showed that Fox viewers are more misinformed than those who did not watch any news at all.
[…] You be the judge, 15 percent of “Very Conservative” Republicans said that they think Mitt Romney gave the order to kill Osama bin Laden.

 Unglücklicherweise ist der Aufgabenbereich des US-Präsidenten aber etwas anders, als der des Vorturners einer eigenen Sendereihe auf “Comedy Central”.

Der Potus mag zwar de facto nur noch der zweitmächtigste Mann der Erde sein, aber es reicht noch locker dazu den Planeten zu ruinieren.
Ich erinnere mich noch gut, als im November 2000 Polit-Auguren flöteten es mache gar nichts aus, daß George W. Bush nichts von Außenpolitik und Wirtschaft verstehe.
 Amerika könne auch ganz gut ohne Präsidenten auskommen. Man solle ihn doch vier Jahre den Grüßaugust spielen lassen und es locker nehmen. 
Genauso sah es zunächst auch aus - nie zuvor hatte ein US-Präsident so viel Urlaub gemacht wie Bush Jr. in seinem ersten Jahr. Allerspätestens um 17 Uhr hörte er auf zu arbeiten und verbrachte schon mal sechs Wochen am Stück chillend auf seiner Ranch in Texas.
 Die Regierungsgeschäfte waren an die Administration abgegeben; die Lobbyisten griffen sich in aller Ruhe ihre Wahlgeschenke ab. 

Bekanntlich kann aber auch so ein Nicht-Präsident plötzlich eine Rolle spielen.
Da braute sich nämlich etwas zusammen, das man durchaus hätte verhindern können vorm 11.09.01.

Schon lange vor 9/11 lieferte der Geheimdienst ausführliche Informationen über die Anschlagspläne von al-Qaida. Und US-Präsident George W. Bush unternahm: nichts. […] Die Hinweise auf einen kurz bevorstehenden Anschlag waren schon im Frühsommer 2001 so deutlich, die Indizienkette so lang, dass die Bush-Administration in irgendeiner Form hätte reagieren müssen. Die Regierung jedoch ignorierte das vom US-Geheimdienst CIA zusammengestellte umfangreiche Informationsmaterial zu den Plänen von al-Qaida beinahe vollständig - oder tat es schlicht als "Getöse" ab.

Und als das Ereignis eintrat, das Bush aus Dummheit und Faulheit hatte sehenden Auges geschehen lassen, verschlimmerte er die Situation in noch nie dagewesener Weise:

Zwei Kriege, möglicherweise 2 Millionen Tote, nie dagewesener US-Ansehensverlust, mehrere Trillionen Dollar zusätzliche Schulden, größte Weltwirtschaftskrise seit den 1929.

Vielleicht muß man seine Ansprüche gewaltig runter schrauben. 
Es stimmt schon, daß Obama nur einen Bruchteil der Vorhaben umsetzte, die man sich gewünscht hatte. Aber wenn man seine Machtfülle bedenkt und sich vergegenwärtigt, welch absolutes Desaster Obamas Vorgänger damit anrichten konnte, sollte man froh sein für jedes Jahr, das nicht durch amerikanische Blödheit im dritten Weltkrieg mündet.

Die Zeichen dafür stehen ja so schlecht nicht.
 Mit aller Macht versucht die Israelische Regierung die USA in einen Krieg zu zerren.
 Ein Wunsch, den die radikalen Israel-Förderer von den Republikanern nur zu gern erfüllen würden.

Netanjahu erklärte just vorgestern in Amerika, daß er nicht mehr bereit sei mit einem Militärschlag gegen den Iran zu warten, die Hinhaltetaktik der US-Regierung zu tolerieren.

Joe Klein, einer der bekanntesten Politjournalisten der USA (Ich empfehle übrigens sein Buch „Das Naturtalent“ über Bill Clinton! Sehr spannend.) kann es nicht fassen:

"I don’t think I’ve ever, in the 40 years I’ve been doing this, have heard of another example of an American ally trying to push us into war as blatantly and trying to influence an American election as blatantly as Bibi Netanyahu and the Likud party in Israel is doing right now," Klein said during Morning Joe Wednesday. "I think it’s absolutely outrageous and disgusting. It’s not a way that friends treat each other. It’s cynical and brazen."
While the United States and Israel continue to argue over what diplomatic steps are necessary prior to any military action, Klein called war with the country, "a fool’s errand." "It would be a ridiculous war," he said.

Die Situation in Nordafrika und der gesamten arabischen Welt ist mehr als explosiv. 
Zu verdanken haben wir es mal wieder den Fanatikern der drei Abrahamitischen Religionen, die sich gegenseitig bis auf’s Blut reizen. Judentum, Christentum und Islam - das ist der Weg in den Krieg.
 Typen wie Floridas antimuslimischer Deppenpastor Terry Jones, die mit den Flammenwerfer jedem Pulverfass hinterherlaufen, haben es vermocht die Zeichen wieder auf „Apokalypse“ zu stellen.

In Libyen stirbt der US-Botschafter durch eine Islamisten-Clique, die ohne amerikanische Waffen wohl gar nicht entstanden wäre. Nun folgen Attacken auf die US-Vertretung in Jemen. Washington reagiert auf die prekäre Situation mit einem unklugen Schritt, der die Massen noch weiter radikalisieren könnte.
Manchmal ist es niederschmetternd, welch dürftige Kulturerzeugnisse Massen in Bewegung bringen. Die Mohammed-Karikaturen vor einigen Jahren waren böse gezeichnet und böse gemeint. Der obskure Hetzfilm über Mohammed als vermeintlichen Schwulen und Kinderschänder hätte als Publikum nur die eigenen Macher verdient. Nun aber explodiert seinetwegen die Gewalt gegen US-Vertretungen in Ägypten und Libyen, Tunesien und Jemen, Iran und Irak.
[…] Amerika hat kaum noch Einfluss in der Region und sieht sich mit antiamerikanischen Ressentiments konfrontiert, die kein Diktator mehr kontrolliert. [Vielen Dank dafür GWB - T.] Inzwischen drängen Kräfte nach vorne, die Amerika gleichzeitig benutzen und verachten. In Libyen hatte Amerika geholfen, Gaddafi zu stürzen. Und es liegt eine bittere Ironie darin, dass die Islamisten-Clique, die nun den idealistischen US-Botschafter Chris Stevens auf dem Gewissen hat, ohne amerikanische Waffen wohl gar nicht entstanden wäre.
[…] Amerikanische Nahostpolitik ist keine dankbare Aufgabe.
Gerade deshalb - und trotz des Wahlkampfs - wäre es unklug für die Amerikaner, Öl ins Feuer zu gießen. Dass Präsident Barack Obama nun Zerstörer und Marines nach Libyen schickt, vielleicht sogar bald Drohnen folgen lässt, ist kein gutes Zeichen.

 Gut ist das nicht was Obama tut. 
Aber rasselte er nicht mit dem Säbel, könnte er sich die Wiederwahl abschminken und dann käme ein viel schlimmerer Kriegstreiber ins Weiße Haus. 


Evidently, Mitt Romney decided that a tragic international crisis would be the perfect time to inject himself into the national conversation and accuse President Obama of sympathizing  with the psychos who killed his own Ambassador. The reasoning behind this outrageous claim? At the beginning of the protests in Egypt, the U.S. embassy in Cairo released a statement condemning the movie in an attempt to head off the violence. In Mitt Romney's eyes, an American embassy's efforts to quell a coming riot by criticizing a religiously insensitive YouTube video was somehow an example of the Obama administration "apologizing for our values." At the end of the press conference, he grinned. 
  Ein Mann, der auch diese Gelegenheit nicht ausließ, um sich total zu blamieren und zu zeigen, daß er es nicht kann.



Der Präsident hege Sympathie für Terroristen und zeige Führungsschwäche: Mit heftiger Kritik an Obama will Romney im Wahlkampf punkten. Auf Fakten nimmt der Außenpolitik-Novize keine Rücksicht. Obama lästert und manch ein Konservativer fühlt sich an Sarah Palin erinnert.
[….] "Es ist eine Schande, dass die erste Reaktion der Obama-Regierung nicht darin bestand, die Attacken auf unsere diplomatischen Vertretungen zu verurteilen, sondern Sympathie für die Angreifer zu zeigen", steht in der von Mitt Romney persönlich gebilligten Erklärung, die am 11. September gegen 22:09 Uhr verschickt wird. [….]
Der Republikaner sucht die Auseinandersetzung auf dem für ihn unbekannten und  heiklen Gebiet der Außenpolitik - und wiederholt die im konservativen Amerika so beliebte Behauptung, Obama entschuldige sich zu oft und schwäche so die USA.
[….]  Der Politberater Matthew Dowd, einst in Diensten von George W. Bush, ätzt: "Es fühlt sich fast an, als würde er von Sarah Palin beraten."
Angesichts des Todes von vier US-Diplomaten und -Botschaftsmitarbeitern hat sich der Republikaner für die Washington Post mit seinen "geschmacklosen politischen Attacken" als Präsidentschaftsbewerber diskreditiert und in der New York Times gibt Romneys Parteifreund Peter King, Chef des Ausschusses für innere Sicherheit im Repräsentantenhaus, zu Protokoll: "Ich hätte zwölf oder 24 Stunden gewartet und ein umfassenderes Statement abgegeben".
Am Morgen des 12. September ist klar, dass Romney eine Grundregel der Diplomatie ignoriert hat: Er hat über etwas gesprochen, ohne alle Fakten zu kennen. [….] Umso erstaunlicher ist dann die Rede von Mitt Romney in Jacksonville, wo er eigentlich Wahlkampf machen wollte: Anstatt den Fehler zu korrigieren und angesichts der Tatsache, dass erstmals seit 1988 ein US-Botschafter während der Ausübung seiner Pflichten ums Leben kam, vor allem zu nationaler Einheit und Trauer aufzurufen, verwendet er das Kairoer Statement nach der simplen Logik "Botschaft = Regierung = Obama" wieder gegen den Demokraten.
[….] Wie Romney souverän und zugleich politisch klug hätte reagieren können, schildert Fred Kaplan im Online-Magazin Slate: Er hätte Obama anrufen und seine Hilfe in dieser für Amerika schweren Stunde anbieten können. Beide hätten eine gemeinsame Pressekonferenz geben können, um zu zeigen, dass der politische Kleinkrieg pausiert, wenn das Leben von Amerikanern in Gefahr ist. "All dies hätte Romney vornehm erscheinen lassen - und Obama wäre kleinlich rübergekommen, wenn er das Angebot ausgeschlagen hätte", schreibt Kaplan.
[….] Ungeteiltes Lob erhält Mitt Romney, dessen außenpolitische Überzeugungen acht Wochen vor der Wahl ebenso vage sind wie seine Pläne in der Steuerpolitik, allerdings von seinen einstigen Widersachern Rick Santorum und Newt Gingrich sowie von Sarah Palin.
(Matthias Kolb 13.09.12)

Mittwoch, 12. September 2012

Am rechten Rand rumpelt es.




 Wenn schon der rechte Bodensatz die Promille-Masse überschreitet, kann man sich manchmal wenigstens damit trösten, daß sie doof genug sind sich gegenseitig schachmatt zu setzen.

1993 schrammten wir Hamburger mit dieser Methode bei der Bürgerschaftswahl an einer Peinlichkeit vorbei. Mit Republikanern (4,8%), FDP (4,2%) und DVU (2,8%) splitteten sich gleich 12% der Wähler so auf, daß sie keinen einzigen Sitz im Parlament errangen. Acht Jahre später hatten wir weniger Glück - da kamen Schill und FDP auf genügend Sitze, um die CDU an die Macht zu bringen.

Immer schön, wenn Rechte sich als Sektierer betätigen.

Bedenklich wird die Angelegenheit, wenn Extremisten über ihren eigenen Schatten springen und anfangen zusammen zu arbeiten.
Als Gemeinsamkeit mausert sich immer mehr das rechte Wochenblatt „Junge Freiheit.“
 Vor einem Vierteljahrhundert als Schülerzeitung gestartet, hat es das national-religiös-konservative Schundblatt inzwischen zu einer Auflage von über 20.000 Exemplaren gemausert und wurde in den Verteiler des Deutschen Bundestages aufgenommen.
 Der JF gelingt das „Kunststück“ einerseits immer wieder prominente Autoren zu gewinnen, die  selbstverständlich in den großen Talkshows auftreten und andererseits gute Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen wie der NPD, Altermedia, PI, Kreuznet, den Republikanern und anderen zu unterhalten.

Als JF-Schreiberlinge betätigen sich Carl Gustaf Ströhm und Günter Zehm (Ex-Welt), Klaus Peter Krause, Karl Feldmeyer und Günther Gillessen (Ex-FAZ), Peter Scholl-Latour, Franz Alt, Hans-Olaf Henkel und Henryk M. Broder.  
 Aus dem ultra-homophoben und radikal-katholischen Umfeld stammen die JF-Autoren Wolfgang Ockenfels und die irre Gabriele Kuby.

 Geschichtsrevisionismus, misogyne Attacken, Rassismus, Holocaustleugnung, sowie scharfe Islamfeindlichkeit führen dazu, daß sogar die Extremisten von Hakenkreuznet regelmäßig die Junge Freiheit als angeblich „einziges oppositionelles Blatt“ der Bundesrepublik loben. Alle anderen Zeitungen gehören für die braunen Katholiban zu den „homosexuellen Systemmedien“, welche der „Holocaust-Religion“ frönten.

Dabei ist schon die katholische Tradi-Szene relativ diversifiziert seitdem Petrusbrüder, Marienkinder, Aktion „Herz-Jesu-Apostolat“, Gustav-Siewerth-Akademie, Aktion „Wundertätige Medaille“, „Aktion SOS Leben“, Piusbrüder, kreuz.net, Kath.net, Theologisches, „Kinder in Gefahr“, kath.news, Opus Dei, TFP („Gesellschaft von Tradition, Familie und Privateigentum), Institut St. Philipp Neri, Ritterorden von Jasna Gora, Gloria TV und viele andere mehr einen Unterstützer namens Joseph Ratzinger im Vatikan sitzen haben.

All diese Gruppen sind extrem aktiv und das fällt ihnen leicht, da sie natürlicherweise unter Adrenalin stehen.
Sie haben allesamt eine extrem niedrige Toleranzschwelle und gehen permanent in die Luft.

Die sogenannte „journalistische Arbeit“ von erzkatholischen Journalisten und ihren fanatischen Helfershelfern Felizitas Küble, Eva Herman, Gabriele Kuby, Alma von Stockhausen, Paul Badde und Co erinnern mich immer an hyperventilierende Kleinnager, die man aus netten BBC-Tierdokumentationen kennt: Extrem aufgeregte nachtaktive Kerlchen mit rasend schnellem Stoffwechsel, die hektisch schnüffelnd durch ihre Umgebung rasen und in alles ihre Zähne schlagen, das sich bewegt. Aber die Junge Freiheit mögen sie alle!

 Die Scharnierfunktion der JF wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt wie durchaus volksverhetzende Inhalte gemeinsam mit Interviews oder Namensartikeln von Politikern der Regierungsfraktionen des Bundestages auftauchen.
„Mitte der 1990er Jahre veranlassten rechtsextreme Tendenzen in einigen JF-Leserkreisen und die Nähe einiger Redakteure zur Partei Die Republikaner die Verfassungsschutzbehörden der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, die Zeitung zu beobachten. Der Landesverfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalens erwähnte die JF erstmals 1994, da „tatsächliche Anhaltspunkte für den Verdacht rechtsextremistischer Bestrebungen“ existierten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz erwähnte sie erstmals in seinem Bericht für 1995. Verfassungsschutzberichte Baden-Württembergs erwähnten sie seit 1997, erklärten sie aber erst 2000 offiziell zum Beobachtungsobjekt.
Die Berichte Nordrhein-Westfalens und Baden-Württembergs ordneten die Zeitung bis 2005 als „Scharnier“ zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus ein und begründeten dies mit Beispielen für rechtsextreme Argumentationsmuster bei Redaktion und Stammautoren. Die JF sei ein wichtiges Sprachrohr für die Bemühungen von Neuen Rechten und Rechtsextremisten, im konservativen Lager und unter Intellektuellen Fuß zu fassen. Sie benutze Beiträge und Interviews von Personen aus dem demokratischen Spektrum als Beiwerk und Tarnung, um ihr Image zu verbessern und damit Werbung für sich zu machen.“
(Wikipedia)
 Der langjährige rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, CSU-MdB Norbert Geis ist seit 2006 regelmäßiger JF-Kolumnist.
Merkel stützt sich also auf Parlamentarier, die ungeniert und dauerhaft mit einem Fuß im ganz braunen Sumpf stecken.

Aber wen wundert es, wenn man täglich neue Berichte über eklatantes Versagen der vielen deutschen Verfassungsschutzämter liest, die sogar die allerextremsten und mordlustigsten Rechtsextremen gewähren ließen und/oder sogar finanziell unterstützten, während ihre Ressourcen dafür benutzt werden Abgeordnete der Grünen und der Linken zu überwachen.

Aber wir haben ja auch den CSU-Urmel Hans-Peter Friedrich als Bundes-Innenminister. 
Von regulärer oder gar „anständiger“ Politik kann da natürlich keine Rede mehr sein.

Bei den Kreuznetfreunden von der JF fühlte sich auch die Brandenburgische CDU-Landes- und Fraktions-Vorsitzende Saskia Ludwig, 44, so wohl, daß sie eben dort exklusiv in zwei Essays ihre CDU-Zukunftsversionen ausbreitete.

Die seit 2009 amtierende CDU-Chefin war auf knallharten konservativen Kampfkurs gegangen und führte ihre Partei bei den letzten Landtagswahlen auf nur noch 19,8% und somit Platz 3 hinter SPD und Linken.
 An ihrer Vision die Ultrakonservativen an die CDU zu binden, hielt sie fest.
Die promovierte Politologin (!) hatte - ganz im Sinne der Kreuznetten Verschwörungstheoretiker - unter anderem geschrieben, es habe während der Amtszeit des CDU-Landesinnenministers Jörg Schönbohm eine „gelenkte Berichterstattung“ stattgefunden, bei der ein Teil der Brandenburger Medien „mit Order aus der SPD-Staatskanzlei“ eine „Meinungsmanipulationsmaschine“ bedienen musste.

Ludwigs „Gastbeitrag“ in der JUNGEN FREIHEIT zu Schönborns 75. Geburtstag vom 31.08.2012 befindet sich unter anderem auf ihrer CDU-Website.

Darin formuliert sie:
Sein Eintreten gegen den politisch korrekten Gleichmachungs- und Gleichschaltungswahn, der unsere Freiheit, Individualität und Tradition zerstören möchte, hat ihm Zeit seines politischen Lebens viel Kraft gekostet. […]
Während die gefährlichen Propagandainstrumente aus der SED-Diktatur von überregionalen Journalisten verurteilt wurden, verschwieg ein Teil der Berichterstatter aus der Mark geflissentlich, welche Meinungsmanipulationsmaschine sie täglich angeworfen und z.T. mit Order aus der SPD-Staatskanzlei bedienen mussten, um Schönbohms Integrität systematisch zu beschädigen. Rhetorisch ausgeklügelte PR-Slogans, sorgfältig abgestimmte Propagandaberichte und Polemikstrategien haben jedoch ihr Ziel verfehlt. Jörg Schönbohm [….] ist nicht eingeknickt als der Linksruck und das damit verbundene Lossagen von allen klassischen konservativen Werten, viele der gesellschaftlichen Entscheider befallen hatte. Unser „General“ ist auch nicht abgetaucht, wenn es um die Verteidigung von Werten, Kultur und Traditionen ging, die vom linken Mainstream versucht wurden, aus dem Bewusstsein der Bürger herauszuschneiden. Die hart erkämpften Freiheitsmechanismen wie Wahrheit und Unabhängigkeit waren für ihn stets das höchste Gut. Und so gehört für Jörg Schönbohm die Bibel selbstverständlich zu den substantiellen Widerstandskräften gegen die Reduzierung des menschlichen Lebens auf seinen Gebrauchswert und auf die Gegenwart. [….] Mit Konsequenz hat Jörg Schönbohm die Haltung all derer verabscheut, die wider besseres Wissen schweigen, wenn das konservative Erbe von linken Ideologen beschädigt wurde. Seine Kritik richtete sich dabei v.a. an all jene Feierabend- und Sonntagskonservativen. Ihnen müsste es noch heute die Schamesröte ins Gesicht treiben, wenn sie rückblickend auf die Vielzahl an Gelegenheiten schauen, in denen sie Jörg Schönbohm alleine gegen Kommunisten, Sozialisten und Extremisten haben kämpfen lassen. [….] Das katastrophale Scheitern des letzten linken Gesellschaftsexperiments unter Matthias Platzeck in Brandenburg, bestätigt ihn in seinen Prophezeiungen.
 Diese verschwörungstheoretische Hybris wurde nun sogar vielen ihrer Parteifreunde zu absurd. Man möchte sie loswerden.
Die Fraktions- und Parteichefin hatte schon mehrfach Beiträge für die "Junge Freiheit" verfasst, dieses Mal ging sie aber offenbar zu weit. Schon seit Tagen rumorte es heftig in der Fraktion. Laut "Bild" haben auch vier Landräte der CDU der Parteivorsitzenden das Vertrauen entzogen.
Der jüngste Artikel Ludwigs sollte am Montag auch im Hauptausschuss des Landtags thematisiert werden. Auf Antrag der SPD-Fraktion sollte die 44-Jährige dort ihre Vorwürfe gegenüber den Medien untermauern oder zurückziehen.
 Die SPD-Kritik an ihrer Zusammenarbeit mit dem Nazi-freundlichen Blatt erachtet Ludwig als so abwegig, daß sie sich scharf dagegen verwahrt. Sie hat den Schuß offenbar nicht gehört.
Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
Dieses Recht sichert die Grundfesten jeder Demokratie. Genau darum ist es immer wieder notwendig, die Meinungsfreiheit stets aufs Neue zu verteidigen.
Auch in Brandenburg gilt nach wie vor die Rede- und Meinungsfreiheit.
Meinungsfreiheit schon, Frau Ludwig, aber auch die Landes-CDU hat das Recht sich nicht von einer Braunen führen lassen zu wollen. 

Ludwigs Kopf rollte gestern. 14 der 19 CDU-Landtagsabgeordneten entzogen ihr das Vertrauen und drohten sie abwählen zu lassen. Damit ist die CDU-Karriere erst mal zu Ende und sie trat von sich aus zurück. Ihre Parteiämter ist sie los.

Am meisten bedauert das natürlich die JF, der ein wichtiges missing link zu den Etablierten verloren geht.
Die CDU präsentiert sich gerne als Partei der Familie, der die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf am Herzen liegt. Die Arbeit einer Mutter, auch für die Gesellschaft, könne nicht hoch genug wertgeschätzt werden, betonen die Christdemokraten regelmäßig. „Kinder zu haben, darf nicht zu Benachteiligung führen“, hieß es 2009 im Wahlprogramm der Union.
 In der brandenburgischen CDU sieht man das offenbar anders: Dort nutzten einige Funktionäre die Babypause der Fraktions- und Landesvorsitzenden Saskia Ludwig, um kurzerhand einen Putsch gegen die zweifache Mutter anzuzetteln.
Mit Erfolg: Nur eine Woche, nachdem die märkische CDU-Chefin auf die politische Bühne zurückgekehrt war, mußte sie ihre Ämter niederlegen. Der Anlaß, ein Beitrag Ludwigs zum 75. Geburtstag von Jörg Schönbohm in dieser Zeitung, diente ihren Kontrahenten dabei als willkommener Vorwand.
Die Lehre aus dem Vorgang kann nur lauten: Wer als Frau in der Politik eine Führungsposition bekleiden und auch behalten will, sollte sich nicht für Kinder entscheiden. Daß sich darüber unter den sonst stets empörten Frauenbeauftragten und Quotenverfechtern in Politik und Medien kein Protest regt, verwundert dennoch nicht. Schließlich ist Ludwig in erster Linie eine „Rechte“ – und erst dann Frau und Mutter.
(Felix Krautkrämer JF 11.09.12)
 Die Schnarchnasen von Hakenkreuznet haben den Abgang ihrer CDU-Freundin noch nicht bemerkt.
Ich nehme aber an, daß ein entsprechendes Geschrei noch folgen wird. Schließlich hatte die CDU-Parteichefin bereits ganz im Sinne Kreuznets die angeblich viel zu schwulentoleranten Umtriebe in Deutschland kritisiert.

Vor zwei Jahren legte sie - ebenfalls in der JF - gegen die Bundeszentrale für politische Bildung los, die für die Gleichberechtigung der Geschlechter warb - oder wie es in Saskia Ludwigs Worten heißt: „Sozialutopische Träumereien über eine geschlechterlose Gesellschaft“
Der Druck auf den Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB), Thomas Krüger, wegen seiner Rede zum Thema Gender Mainstreaming wächst weiter. […] Krügers jüngste Äußerungen seien „sozialutopische Träumereien“, kritisierte Ludwig gegenüber der JUNGEN FREIHEIT. „Daß der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung die sozialistische Geschlechterpolitik lobt und über linke Feministinnen philosophiert, ist fragwürdig. Diese unkritische und einseitige Sichtweise wird der Bedeutung dieses wichtigen Amtes nicht gerecht“, sagte die Fraktionschefin der CDU im Landtag von Brandenburg.
(JF 19.11.2010)



PS:   Siehe dazu auch:

CDU-Politiker Thomas Schneider:
Homosexualität bis in alleEwigkeit "sündhaft"


Nachtrag am 13.09.12:



Wie ich schon prophezeit hatte, springt heute KREUZNET der rechten CDU-Frau Ludwig bei und stellt fest:

Deutschland braucht eine Opposition: Wer in der Blockpartei CDU den linken Weg in den Abgrund in Frage stellt, hat dort keine politische Zukunft.

 Da ich nicht mehr direkt auf Kreuznet verlinke, möge man bei Interesse selbst auf die Website gehen und dort nach „Saskia Ludwig“ suchen.
Bzw direkt die Überschrift googeln:

„Die links-linkische CDU: Besonnene Stimmen haben in der CDU keinen Platz“