Dienstag, 4. September 2012

Uuuund action!




Alle gegen Gertrud Höhler lautet das Motto der Stunde. 

Mit ihrem Buch „die Patin“ zeichnet die CDU-Vordenkerin ein Psychogramm der Kanzlerin, das offenbar niemanden gefällt. Die Literaturprofessorin nennt den Kanzlerinnen-Führungsstil „System M“ und besonders wenig schmeichelhaft ist die Darstellung für die Geführten, welche sich allesamt enteiern lassen hätten und mit erschlafften Eigenwillen ihrer Chefin hinterherliefen. Ähnlich unkritisch und paralysiert schlurfe die Presse hinter der Kanzlerin her. Wer hört sowas schon gerne?
Jahrelang habe sich die Presse mit der Frage beschäftigt, ob sie besonders gut oder eher schlecht oder vielleicht gar nicht führe. „In Wahrheit hat Merkel ein autokratisches System entwickelt, das von den Vorurteilen der Beobachter profitiert: Autoritäres Schweigen ist in diesen Vorurteilen nicht verzeichnet“, so die Buchautorin.
Statt die Botschaft auf Richtigkeit zu überprüfen, beschäftigt man sich lieber damit die Botin zu diskreditieren. 
Wer ist denn diese Höhler? Offensichtlich eine Frustrierte, die es trotz immer wiederkehrender Gerüchte nie schaffte Ministerin zu werden. Kanzlerberaterin, der die politische Macht versagt blieb. 71-Jährige Gelangweilte, die sich nicht damit abfinden könne Pensionärin zu sein. Und überhaupt. Einen richtigen Mann hätte sie ja auch nicht abbekommen und mußte ausgerechnet als besonders Konservative ihr Kind allein großziehen.
Fertig ist in den CDU-Konglomerat, welches die Bissigkeit gegenüber der ersten, einzigartigen, einzigen und erstklassigen Kanzlerin der Herzen erklärt.

Wie effektiv doch Merkels „autoritäres Schweigen“ ist. 

Sie sagt nicht was sie denkt oder wo die Reise hingehen soll. 
Indem sie Frau Höhlers gedruckte Bombe zwischen zwei Buchdeckeln aggressiv anschweigt, bekommen all ihre Parteiepigonen Pawlowsche Beißreflexe.

Wie auch immer man sich bei den Höhler-Merkel-Kabalen positioniert; die Methode „ich sag gar nichts mehr“, das regierungsamtliche autoritäre Schweigen scheint schwer in Mode zu sein.

Schweigen ist das neue Kommunizieren. 

Wer das noch nicht begriffen hat und auf altmodische Weise kommunizieren will, indem er sich verbal oder schriftlich äußert, wird in Rekordzeit in den Polit-Beliebtheitsrankings nach unten durchgereicht.
Plappermaul Westerwelle und sein Nachfolger Fipsi, den es auch immer wieder treibt etwas irgendwo zu irgendwas zu sagen, haben es vorgemacht. Sie mutierten zu Politparia, für die nur noch eine Überlegung gilt: Wie kann man sie möglichst bald ganz abschießen?

Beliebt sind Minister wie Thomas de Maizière, der gar nicht in Erscheinung tritt. 
Afghanistan? Deutsche Marina am Horn von Afrika? Ausrüstungsmängel? Perspektiven rund um Kundus? Abzug wann und wie? Bundeswehrreform? Hilfe für die psychisch versehrten Bundeswehr-Veteranen? Der Verteidigungsminister sagt NICHTS. 
Ergebnis: Zweitbeliebtester Politiker Deutschlands.

Nur einmal wachte er kurz aus seinem Politkoma auf, als es um eine wirklich wichtige Angelegenheit ging, nämlich das Privatleben einer blonden ostdeutschen Ruderin, die bei irgendeinem Sport-Event in London abreiste, weil irgendwelchen anderen die politischen Ansichten ihres langjährigen Stechers nicht gefielen. 

Da mußte sich Sport- und Moralexperte Thomas de Maizière zu Wort melden.
Daß die Bootfahrerin seit fünf Jahren mit einem rechtsradikalen Straßenschläger zusammenlebt, der zuletzt noch gegen eine Gedenkveranstaltung für die von der NSU ermordeten Migranten eine Straßenschlacht anzettelte, findet der Verteidigungsminister nicht weiter störend. Sie könnte Deutschland repräsentieren und solle möglicherweise in der Bundeswehr gefördert werden.

"Wir sind hier nicht in einem Ermittlungsverfahren", sagte de Maizière. […] Müssen wir von Sportlerinnen und Sportlern verlangen, dass sie offenbaren, mit wem sie befreundet sind, was die denken?", fragte der Minister. […]   De Maizière schloss nicht aus, dass die Bundeswehr die 23-Jährige in ihre Sportförderung aufnehmen könnte. Derzeit gebe es von ihr keinen Antrag. Wenn es ihn gäbe, würde er "in Ruhe" geprüft.

Sprachs. Und nun schweigt der Herr Minister schon wieder seit einem Monat.

In der Koalition der Tatenlosen und Aussitzer fällte eine Ministerin durch extremes Phlegma auf: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist so arbeitsscheu, daß sie sogar die Bildungsministerin, die direkt nach ihrer Vereidigung ins Koma fiel noch unterbietet.

Zu allen politisch-rechtlichen Fragen, die auf der Agenda stehen, hat die Justizministerin dezidiert keine Meinung. 

Aber nun macht auch sie, die ewig Untergetauchte, eine Ausnahme. Ganz wie de Maizière. 
Es geht allerdings auch um das Kernklientel der FDP: Kriminelle Millionäre, die den Staat ausbeuten und ihn um die Steuer betrügen. 

Solche Typen will die Justizministerin unbedingt vor Strafverfolgung schützen, indem sie den Steuerfahndern verbietet Datenmaterial aus der Schweiz anzukaufen. 

Besonders der umtriebige NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans, der erfolgreich tausende Steuerkriminelle aufspürte, ist der FDP-Frau ein Dorn im Auge. 
Die NRW’ler schafften nämlich etwas, das in der Bundesregierung noch nie vorgekommen ist. Sie sind erfolgreich im Kampf gegen die Steuerhinterzieher und verschaffen dem Staat Milliardeneinnahmen. Tausenden Kriminellen schlottern die Knie und so zeigen sie sich selbst an.

Kriminelle in Angst? 
Das mag die FDP-Frau im Kabinett nicht hinnehmen.
Datendiebstahl soll nach dem Willen von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) künftig strafbar sein. Sie will damit verhindern, dass weitere CDs mit Informationen über Steuersünder aus der Schweiz angekauft und verwertet werden. "Ich unterstütze meinen hessischen Kollegen Jörg-Uwe Hahn, der eine Gesetzesinitiative gegen Datenhehlerei auf den Weg bringen will", sagte die Ministerin der "Rheinischen Post". Hahn plädiert für eine Strafbarkeit des Ankaufs und Erwerbs illegal erhobener Daten.
Die steinreichen Steuerbetrüger, die aus der Solidargemeinschaft fliehen, die nur nehmen und nicht geben wollen, dürften vor Freude Luftsprünge machen und umso freigiebiger Spendenschecks an die FDP ausstellen.

Andere sind weniger begeistert.
"Die Idee, Steuerbetrüger per Gesetz zu schützen, entsetzt mich", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann. "Die Justizministerin ergreift Partei auf der falschen Seite." Statt die Steuerhinterziehung zu bekämpfen, gehe die Ministerin gegen Steuerfahnder vor. Dabei verfolgten diese im Interesse der Allgemeinheit Steuerbetrüger. "Das ist klassische FDP-Klientelpolitik für kriminelle Reiche, die auf Kosten der Allgemeinheit ihr Geld ins Ausland schaffen", so Oppermann.   Ähnlich heftig attackierte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß die Ministerin: "Leutheusser-Schnarrenberger und ihre FDP müssen schon große Angst haben um ihre steuerhinterziehende Klientel", fügte der SPD-Politiker hinzu. Die Justizministerin solle bedenken, ob sie die rechtmäßige Arbeit von Steuerfahndern per Gesetz behindern wolle. "Dem ehrlichen Steuerzahler stehen die Haare zu Berge beim offensichtlichen FDP-Motto: 'Der Staat schützt seine Betrüger'."
Die Düsseldorfer Regierung - seit 2010 endlich FDP-befreit und somit kein Schutzraum für kriminelle Millionäre mehr - ätzt ebenfalls gegen die kurzfristig aufgetauchte Bundesministerin.
[Norbert Walter-Borjans] hatte in der Vergangenheit wiederholt Daten-CDs gekauft und das geplante Steuerabkommen mit der Schweiz als unzureichend kritisiert. Leutheusser-Schnarrenberger gehe es "offenbar nicht um den Schutz der Interessen der Steuerzahler, sondern darum, vermögenden Steuerbetrügern weiterhin Schutz vor der Strafverfolgung zu gewähren", so der NRW-Finanzminister. Nach der Hotelsteuer werde hier ein weiteres Mal eine Klientel der Partei bedient.   Walter-Borjans hält der FDP-Politikerin vor, mit ihrer Position auch innerhalb der Bundesregierung isoliert zu stehen. In einer rechtlichen Bewertung kam das Bundesfinanzministerium unter Führung von Wolfgang Schäuble (CDU) im Juni 2010 zu der Einschätzung, der Ankauf der CDs sei rechtmäßig. Das Bundesverfassungsgericht war in seiner Entscheidung vom 9. November 2011 zu dem Ergebnis gekommen, dass eine strafrechtliche Verwertung der Daten zulässig sei. Dies sei auch dann der Fall, wenn die Daten rechtswidrig erworben würden.   Auch Sylvia Löhrmann, Vize-Ministerpräsidentin des Landes NRW (Grüne), kritisierte den Vorstoß von Leutheusser-Schnarrenberger. "Es ist eine falsche Idee der Freiheit, der die FDP wieder einmal anhängt", erklärte Löhrmann. "Wenn es um die Freiheit von Steuerhinterziehern geht zulasten des Sozialstaates und des Gemeinwohls, dann steht die FDP immer wieder auf der falschen Seite, der Seite der Betrüger", fügte die Spitzenpolitikerin der Grünen hinzu. Norbert Römer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, betonte, die Pläne der Liberalen seien "ein Schlag ins Gesicht der vielen Millionen ehrlichen Steuerzahler in Deutschland". Zu einem gesunden Staat gehöre auch, dass kriminelle Betrüger wissen müssten, dass es keine Chance gegen staatliche Ermittlung, Verfolgung und Verurteilung gebe.   Nach dem Ankauf der Steuer-CDs war die Zahl der Selbstanzeigen in NRW sprunghaft angestiegen.
Obwohl das Vorgehen gegen Steuerfahnder selbst in der FDP nicht durchweg populär ist, greifen insbesondere die drei aktuellen FDP-Stars Brüderle, Kubicki und Lindner der Bayerischen Wuchtbrumme auf dem Justizministersessel unter die Arme. 
Sie alle drei möchten weiterhin ihre schützende Hand über die Kriminellen halten und sind empört, daß Rösler an der Strategie zweifelt.
„Es erscheint mir [...] sinnvoll, dass die Bundesjustizministerin die Strafbarkeit des Datenhandels prüfen will", sagte Brüderle der in Mainz erscheinenden "Allgemeinen Zeitung". Der FDP-Landeschef und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner, sagte SPIEGEL ONLINE: "Rainer Brüderle hat recht."     Aus dem Umfeld Röslers hieß es am Dienstagabend, der Parteichef sei von der scharfen öffentlichen Distanzierung seines Generalsekretärs sehr überrascht gewesen.  Rösler versucht nun, den Konflikt abzumildern. "Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat Recht, wenn sie auf die Doppelmoral der Sozialdemokraten hinweist", erklärte er laut einer Vorabmeldung der "Stuttgarter Zeitung".
[…]
SPIEGEL ONLINE: Herr Kubicki, das FDP-Präsidium hat sich von der Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger in Sachen CD-Ankauf distanziert. Geht man so mit einer Ministerin um?
Kubicki: Nein. Das ist ein unerhörter Vorgang. Man kann in der Sache durchaus differenziert argumentieren. Allerdings teile ich die Auffassung der Justizministerin, dass der Staat nicht zu kriminellen Taten verleiten darf. Recht ist keine Frage der Opportunität.


Was gilt denn nun? 
Schützt der Staat die Kriminellen oder die Steuerfahnder? 
Man wüßte es gern. Aber dazu müßte Merkel sich äußern und die schweigt bekanntlich autoritär.

Umso besser. 
Dann sollen andere die Deutungshoheit übernehmen.

Die FDP-Ministerin Leutheusser-Schnarrenberger hält Steuerbetrug offenbar für ein Kavaliersdelikt und ermuntert kriminelle Reiche, Steuern zu hinterziehen. Die entzogenen Millionenbeträge fehlen im deutschen Staatshaushalt. FDP-Justizpolitik geht zulasten des Sozialstaates und des Gemeinwohls.   Auf den Beschluss der Justizministerkonferenz kann sich die Bundesministerin jedenfalls nicht berufen. Die Landesjustizministerinnen und -minister haben im Juni 2012 beschlossen, Strafbarkeitslücken beim Handel mit rechtswidrig erlangten Daten zu schließen, etwa durch einen Straftatbestand der Datenhehlerei. Es geht dabei um den Verkauf gestohlener digitaler Identitätsdaten, wie Facebook-Zugangsdaten, E-Mail-Konten oder Kreditkartendaten. Ausdrücklich klargestellt haben die Ministerinnen und Minister in dem Beschluss, dass der Straftatbestand nicht den Erwerb von Daten erfassen soll, „der ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger dienstlicher oder beruflicher Pflichten dient (zum Beispiel Ankauf von Steuerdaten).“    Mit dem Beschluss knüpfen die Landesjustizministerinnen und -minister an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts an. Das Gericht hatte im November 2010 entschieden, dass der deutsche Staat angekaufte Daten über Steuersünder für Ermittlungsmaßnahmen nutzen darf und zwar selbst dann, wenn diese Informationen rechtswidrig erlangt wurden.   Die Bundesjustizministerin versteht nichts von Steuerrecht und Strafgesetz, wenn sie jetzt gerichtlich zugelassene Fahndungsinstrumente gegen Steuerbetrug kriminalisiert.

„Die FDP ist nichts anderes als eine Steuerhinterzieherbeschützerpartei“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Ulrich Maurer, zum Vorhaben der Bundesjustizministerin, den Ankauf von Steuer-CD gesetzlich zu verbieten. „Erst Millionenspenden von Vermögensverwaltern kassieren und dann Steuerflüchtlinge vor der Verfolgung schützen – wie beim Mövenpick-Steuernachlass erweist sich die FDP einmal mehr als käuflich.“ Maurer weiter:
„Bei aller rechtsstaatlichen Problematik, die mit dem Ankauf von Steuer-CDs verbunden ist, haben sie sich unter den derzeitigen höchst unvollkommenen Möglichkeiten, Steuerflucht zu verhindern bzw. zu verfolgen, als wirksames Mittel erwiesen, wenigstens ein Mindestmaß an Steuergerechtigkeit herzustellen. Dass die FDP dies gesetzlich verbieten will, ohne auch nur eine einzige ernsthafte Alternative zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung anzubieten, kommt einer Beihilfe zur Steuerflucht gleich. Der Verweis auf das Steuerabkommen mit der Schweiz ist lächerlich. Dieses Steuerfluchtbelohnungsabkommen ist das Papier nicht wert, auf dem es ausgehandelt wurde.“
(PM vom 01.09.12)

Montag, 3. September 2012

Der Christ des Tages - Teil LXVI





When I was a kid, I prayed nightly for a new bike, 
but then I realized God doesn’t work that way, 
so I stole one and prayed for forgiveness.


Wie Gott funktioniert und wie seine Lehre zur Nächstenliebe zu verstehen ist, wissen wir religiöse Laien eigentlich gar nicht.

Damit wir nicht tumb und irregeleitet vor uns hin stolpern und dabei die Welt in ein amoralisches Chaos stürzen, hat der liebe Gott uns seine Hirten und Oberhirten geschickt. 
Christliche Geistliche erklären uns was Gott mag und was er nicht leiden kann. Daher wissen wir dann auch was richtig und was falsch ist.
Das ist wichtig. Denn sonst könnten womöglich „objektiv ungeordnete Verhältnisse“ eintreten, bei denen sich Menschen gegenseitig Liebe und Zuneigung zukommen lassen, die zwischen ihnen nichts, aber auch gar nichts zu suchen hat!

Besonders hervorgetan als Leuchtboje der moralischen Orientierung hat sich der Erzbischof von St. Paul and Minneapolis John Clayton Nienstedt.

Ihn möchte ich daher auch als Christen des Tages Nr. 66 ehren.

Nienstedt, 65, stammt aus Detroit und wurde dort 1996 Weibischof. Seine theologische Ausbildung machte ihn zum „Experten für das Leben“
Nienstedt holds a Bachelor of Arts from Sacred Heart Major Seminary; a Bachelor of Sacred Theology from the Pontifical Gregorian University; and a Licentiate and Doctorate in Sacred Theology from the Pontifical Institute of Saint Alphonsus, Rome. His doctoral topic was “Human Life in a Test-tube; the Moral Dimension of In Vitro Fertilization and Embryo Transfer.”
 2001 erhielt er in New Ulm sein eigenes Bistum. Ein eher bescheidenes Bistümchen in Minnesota mit weniger als 70.000 Katholiken.
Es ist dem Metropolitanbistum St. Paul and Minneapolis unterstellt und genau zu diesem Bistum schickte ihn der Ratzinger-Jupp im Jahr 2007 als Koadjutor, also als päpstlichen Aufpasser.

Das ist eine Aufgabe, die zu Höheren prädestiniert. 
Nur konservativen Klerikern, die voll auf Papst-Kurs sind, überträgt Rom das Vertrauen anderen, vermeidlich zu laschen Bischöfen auf die Finger zu klopfen. 
Es sollte auch nur ein Jahr dauern, bis Nienstedt selbst Erzbischof von St. Paul and Minneapolis wurde und nun den Oberbefehl über 850.000 Katholiken erhielt.
 Er residiert nun in der prächtigen Cathedral of Saint Paul, ist Herr über 800 Priester und Dekane, sowie 2.000 Nonnen. 
Außerdem gebietet der Christ des Tages Nr. 66 über sage und schreibe neun Suffraganbistümer: Bistum Bismarck, Bistum Crookston, Bistum Duluth, Bistum Fargo, Bistum New Ulm, Bistum Rapid City, Bistum Saint Cloud, Bistum Sioux Falls und das Bistum Winona.

Zeit sich bei Rom erkenntlich zu zeigen. 
Und wie könnte man das besser, als durch rechte, extrem homophobe Sprüche, wie Ratzinger sie liebt?
Die nächste Wahl mit einer gesonderten Homo-Volksabstimmung bot sich an.
 Nienstedt überwies eine Million Dollar in die Wahlkampfkasse der Homo-Hasser.
Im Bundesstaat Minnesota wird Anfang November über ein Verbot der Homo-Ehe in der Verfassung abgestimmt. Zwar ist bereits jetzt die gleichgeschlechtliche Eheschließung per Gesetz verboten, allerdings argumentieren die Befürworter des Verfassungszusatzes, dass ein Gesetz zu leicht von Richtern ausgehebelt werden könnte. Das Referendum wurde nach dem Wahlsieg der von der Tea Party dominierten republikanischen Partei im Parlament beschlossen.
Schwule sind schlimm und ihnen zu erlauben zu heiraten, sei genauso schlimm wie MORD - erklärt der Erzbischof seinen Schafen.
„But the reality is that marriage is not ours to redefine,
 just as another human life is not ours to take.”
Eine Nummer kleiner hatte er es nicht.
In two months, the people of the state of Minnesota will have an opportunity to exercise their right as citizens of this great state in voting for a constitutional amendment to protect marriage as a union between one man and one woman.
 […]  What God has revealed to us for all time cannot be changed unilaterally by human beings. This is the heart of the matter for us as Catholics. […]
I believe that we must act with integrity in order to find the courage to speak the truth in love.
[…] As archbishop, it is my solemn responsibility and duty to teach the truths of the faith. It is, as they say, my job. In fact, I cannot do anything other than pass on to the faithful these timeless truths — truths that have been revealed to us by Christ in Sacred Scripture, sacred tradition, and teachings of the Church for two millennia.
[…] I urge us all to stand up for the truth, always with love. I ask that you consider and pray about the following:
[…] the reality is that marriage is not ours to redefine, just as another human life is not ours to take. God is both the author of life and the author of marriage. It is this most fundamental understanding of the natural order that animates who we are as Catholics. It is why we fight so ardently to defend every human life, from conception to natural death. […]  It is also why we fight to defend God’s plan for marriage, because his providence is as clear for what marriage is as it is for the dignity of each human life.
When society says that the unborn, the weak and poor don’t matter, we as Catholics stand up for the truth. We cannot do any different for God’s timeless plan for marriage.
[…] The common good is truly achieved when defined by God’s laws and precepts, not by one’s personal desires. We know all too well that human desires, untethered from God’s moral law, often lead to great harm to ourselves and society, even if unintended. […]
The effort to respect God’s plan for marriage is about promoting true love, not preventing it. As God’s creatures, we are so much more than our sexual desires, and we should never let them define who we are. God is love, and Jesus Christ is love incarnate.
[…] I urge all Catholic faithful to stand up for the truth —always with love — especially when it may be difficult. 
God bless you!
(Archbishop John C. Nienstedt 30.08.12)

Sonntag, 2. September 2012

Schick ist schick





Als ich kürzlich die Artikel zum Thema „Ein Jahr Woelki in Berlin“ las, fiel mir mehrfach der Name „Ludwig Schick“ auf. 
Diesen „liberaleren“ Bischof aus Bamberg hätten sich die Berliner nämlich als zukünftigen Kardinal der deutschen Hauptstadt gewünscht. Er wäre weniger verstockt und Großstadt-kompatibler, als ein Opus-Dei-Gewächs aus dem Treibhaus des bestgehassten Kardinals Meisner.

Wie man sich täuschen kann.

Nun wird Woelki tagein, tagaus von Kreuznet als vermeidlicher Homo-Tolerator geschmäht, während Schick offensichtlich erkannt hat, wie man es schafft im Vatikanischen Klima des B-16 Karriere zu machen.

Er nahm seine ganze Puste zusammen und blies sich zum Beschützer Gottes vor den bösen Lästerern auf. Der Blasphemie-Paragraph müsse dringend verschärft werden, da sonst der arme kleine Gott deprimiert wäre.
 Die Handschrift seines einstigen Lehrmeisters, des ultra-konservativen Militärbischofs Johannes Dyba aus Fulda, kommt immer mal wieder durch.

Hätten Gott, Allah und Jahwe tatsächlich überzeugte Anhänger, wüßten diese, daß Gott nicht weniger allmächtig wird, nur weil ein Atheist dies behauptet.
Indem sie aber Gott zur potentiellen beleidigten Leberwurst herabstufen, demonstrieren sie, wie wenig sie glauben. 
Sie sind alle kleine Ratzingers, die sich lieber hinter Panzerglas verstecken und kleine Pfarrer, die lieber einen Blitzableiter gegen Gottes Blitze auf dem Kirchendach installieren.
Der Bamberger Bischof prescht vor.


Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick setzt sich für ein Gesetz gegen Blasphemie ein. "Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletzt, der muss in die Schranken gewiesen und gegebenenfalls auch bestraft werden", erklärte Schick am Mittwoch in Bamberg. […] Gegen "heilige Personen, heilige Schriften, Gottesdienste und Gebete sowie heilige Gegenstände und Geräte aller Religionen" dürfe kein Spott und Hohn zugelassen werden.
Satire über religiöse Einstellungen und Gefühle stelle eine Verletzung der im Grundgesetz garantierten Menschenwürde dar, betonte der Erzbischof. Eine Gesellschaft, die das, was religiösen Menschen hoch und heilig sei, nicht schütze, schade sich selbst. Sie dränge einen Teil ihrer Bürger an den Rand oder sogar in den Untergrund, mahnte Schick. Christen müssten deshalb fordern, dass die "Person Jesu Christi, Gott der Vater, Maria, die Heiligen, die Hostie des Altarsakraments, die sakralen Gegenstände wie Kelche und Monstranzen, auch die Kirchengebäude und Prozessionen von unserem Staat geschützt werden".
Zugleich rief Schick die Gläubigen auf, auch selbst das Heilige heilig zu halten. Christen sollten deutlich machen, dass sie Verunglimpfungen ihrer Überzeugungen und Werte in Medien und öffentlichen Organen nicht hinzunehmen bereit seien.


 Lästern verboten. Zurück ins Mittelalter.

Inzwischen hat der Unfehlbare in Rom seinen großen Irrtum bezüglich der Titanic bemerkt. 

Des Papstes peinliche Posse um ein Blättchen mit gerade mal 70.000 pro Monat verkaufen Exemplaren verbieten zu lassen, erbrachte das, was jeder Menschen mit mehr als drei Gehirnzellen sich schon vorher vorstellen konnte: Einen gigantischen PR-Boost für die Kleinstredaktion und eine Verdoppelung der Auflage auf über 140.000 Hefte.

Gratulation Ratzi - Du hast es geschafft das Bild, das Du mit aller Macht aus der Öffentlichkeit verweisen wolltest, richtig populär zu machen. 
Dank des dummerhaften Eingreifens des Vatikans kennt nun jeder das Pipi-Bild und lacht über Dich.


(Ich sage ja schon lange: Danke Darwin für diesen Papst! Möge Ratzi über 100 Jahre alt werden! Er ist der beste Helfer der atheistischen Sache!)

Der Vatikan hat hier wieder einmal vorgeführt, wie man es NICHT macht. Sich als tumber Goliath über Schwächere hermachen!

Zeit für Bischof, Verzeihung: ERZ-Bischof Schick, den schönen Fehler zur Sicherheit gleich noch einmal zu machen. 


SZ: Der Papst hat im Streit mit dem Satire-Magazin "Titanic" nachgegeben, das ihn mit gelb befleckter Soutane zeigte. Geschah der Verzicht auf juristische Schritte aus Klugheit? Aus Furcht?
Schick: Ich bin in das juristische Verfahren im Einzelnen nicht eingebunden und kann daher zu den Details nichts sagen. Menschen und Dinge, die unseren Nächsten heilig sind, sollen andere nicht in den Schmutz ziehen und verspotten dürfen. Für uns Katholiken ist der Papst der Stellvertreter Christi auf Erden. Wenn er und unser Glaube verhöhnt werden, verletzt das unsere Seele und damit unsere Menschenwürde.


Einmal in Wallung schwingt sich der schicke Bamberger auch noch zum Hüter der Barbaren-Praxis der Genitalverstümmelung auf. 
(Dieser Link ist nur für Menschen mit robusten Mägen) 
Daß allein in den USA jedes Jahr dabei 100 Babys ums Leben kommen und eine noch höhere Zahl den Penis ganz verliert, kümmert den Oberhirten aus Bamberg nicht im Geringsten.


Schick: Wenn es Wege gibt, die Beschneidung schmerzfrei zu machen, ist das ein Fortschritt. Aber die Praxis selbst kann nicht infrage gestellt werden. Seit Tausenden Jahren gehört die Beschneidung für Juden zum Wesen ihrer Religion, bei den Muslimen ist das ähnlich. Das kann man nicht einfach verbieten.


Wie zu erwarten setzt sich Schick auch für die von nahezu allen Experten unisono scharf abgelehnten Bildungsfernhalteprämie ein. Katholik eben. 
Von allen Alternativen sucht er sich die Menschenfeindlichste und Dümmste heraus und wirbt dafür. So auch im Fall der Herdprämie.


Schick: Man sollte es besser Kinderförderungsgeld nennen, auch wenn das ein Wortungetüm ist.


Herr Bischof, Verzeihung Erzbischof; da sie gerade so einen Unsinns-Redefluß haben, wie wäre es mit einem Wort zu den Schwulen; also dem Thema, das die Kirche am meisten begeistert, weil sie sich so schön über Sexualpraktiken, statt um menschliche Gefühle auslassen kann.


Schick: Familie ist aus katholischer Sicht dort, wo Mann und Frau sich das Jawort geben und miteinander Kinder haben. So definiert auch das Grundgesetz die Ehe, die unter dem besonderen Schutz des Staates steht. […]  Gott liebt jedes Kind, jedes Kind ist auch ein Geschenk für die Gesellschaft. […] Allerdings bezweifle ich, dass ein Kind mit zwei homosexuellen "Vätern" oder "Müttern"  […] nicht anders aufwächst als in einer herkömmlichen Familie mit Vater und Mutter.


Immer weiter so. 

Ich freue mich über jede Hilfe beim Dezimieren der Zahl der Kirchensteuerzahler.