Donnerstag, 3. September 2026

Kreative Katholiban

Diese extrem schrägen ultrarechten verschwörungstheoretischen Katholiban sind für mich ,wie die sprichwörtliche tote Qualle am Strand.

Man weiß, daß sie irgendwie ekelig und glibberig sind, wie sie aussehen. Aber dennoch latscht man hin, um sie sich genau anzugucken.

So geht es mir beispielsweise mit den Covidioten David Berger, Gloria Thurn-Taxis und Bernhard Freienstein. Es gibt natürlich noch mehr von ihnen, Matthias Matussek, Martin Lohmann, Trixi Storch etc.

 

Ich weiß, daß ich bei ihnen nur widerliche Hetze gegen Minderheiten, antisemitische Codes, Homophobie und AfD-Propaganda übelster Weise finde.

Aber dennoch klicke ich die Irren an, weil eine schauderhafte Faszination damit einhergeht, zu verfolgen, wie quer zur Realität ihre Hirne arbeiten.

Die „Argumentationen“ sind immer wieder derartig schräg, daß ich mir bis heute nicht sicher bin, ob sie mit der hervorgerufenen Empörung gezielt Aufmerksamkeit erringen wollen, oder ob sie den totalen Schwachsinn, den sie absondern, womöglich selbst glauben.

Jedes reale oder auch bloß empfundene Übel, wird Linken, Grünen, Atheisten, „Altparteien“ und natürlich den üblichen „dunklen Mächten im Hinterzimmer“, an die Verschwörungstheoretiker glauben, in die Schuhe geschoben.

Abhilfe und Besserung gibt es nach Ansicht aller drei Maximal-Spinner nur, indem man streng den Lehren der katholischen Kirche folgt und AfD wählt.

In ihre debilen Braun-Blase sind Katholizismus und völkischer AfD-Faschismus nahezu synonym.

Man soll sich der AfD ergeben, so wie man sich auch nach der RKK zu richten hat. Jede Abweichung vom katholischen Katechismus führt ins Chaos. Deswegen darf man die Kirche nicht kritisieren und hat sich devot Gottes Willen zu fügen.

Lustigerweise wenden sich immer wieder real existierende katholische Bischöfe und offizielle RKK-Gremien gegen die AfD.

[…] Vor der Landtagswahl im deutschen Sachsen-Anhalt am Sonntag haben mehrere römisch-katholische Bischöfe zum wiederholten Mal ablehnende Haltung ihrer Kirche gegenüber der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) betont.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, sagte, die rechtspopulistische Partei attackiere die Grundwerte und hintergehe den demokratischen Staat. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch betonte, dass völkischer Nationalismus nicht mit der Position der Kirche vereinbar sei. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) sagte Wilmer, dass Christinnen und Christen für Nächstenliebe und Menschenwürde stünden, insbesondere für die Schwächsten der Gesellschaft.

„Dazu gibt es keine Alternative, weder in Deutschland noch anderswo“, betonte der Münsteraner Bischof. Die im Parteinamen formulierte Alternative für Deutschland sei „eine Gesellschaft, in der Freiheit, Menschenwürde und Demokratie eingeschränkt werden“, so DBK-Vorsitzender und Bischof von Münster Wilmer.  [….]

(ORF, 03.09.2026)

Was also tun, wenn man wie David, Gloria und Bernhard glühender katholischer AfD-Fan ist und sich gleichzeitig immer wieder gegen Kirchenkritik, Apostaten, Ketzer, Pharisäer ausspricht? Wenn man immer wieder verlangt, niemand dürfe sich gegen die RKK stellen?

Ganz einfach. In dem Fall greifen sie zur größtmöglichen Inkonsequenz und fallen selbst über Kirche, Bischöfe und Papst her. Die befänden sich alle auf Irrwegen, hätten keine Ahnung, und wären dem Liberalismus anheimgefallen.

Den wahren Glauben, den reinen Katholizismus, kennen sie nämlich immer nur ganz exklusiv selbst. Dann irren eben alle anderen.

Ich mach‘ mir die Welt, wididiwitt, wie sie mir gefällt.

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