Samstag, 10. August 2019

The last family


Lori Lightfoot, die neue Bürgermeisterin von Hamburgs Partnerstadt Chicago, ist richtig klasse.
Man muss sich solche Menschen bewußt vergegenwärtigen, wenn man sich so viel mit der Trump-Administration beschäftigt. Irgendwann glaubt man sonst alle US-Politiker wären solche widerlich-rassistischen und korrupten Idioten wie Moscow-Mitch, Lyin‘ Ted, Burr oder Pence.


Daß IQ45 Lightfoot, 57, hasst wie die Pest, versteht sich von selbst: Sie ist eine Frau, Demokratin, hochgebildet, Staranwältin, schwarz und lesbisch.
Wenn eine Metropole mit fast drei Millionen Einwohnern so Eine zur Bürgermeisterin wählt, ist das für die Trumps Grund genug die ganze Stadt zu verdammen.
Wer immer noch der irrigen Annahme anhängt, die Trump-Frauen wären einen Hauch moralischer als Donald, kennt Lara (Erics Frau, die perfide Lügen über Minderheiten ausposaunt), Melania (die von Anfang an die rassistische Birther-Lüge ihres Mannes öffentlich unterstützte) und Ivanka schlecht.
Auch Trumps korruptes Daughter-Wife poltert per Twitter gegen schwarze Gemeinden. Ganz wie ihr Vater will sie den Rassismus anstacheln. Auch sie weiß, daß GOPer in überwiegend schwarzen oder liberalen Städten wie New York, Chicago, Washington oder Baltimore nichts zu verlieren haben. Im Gegenteil, das groteske amerikanische Wahlrecht hilft den Republikanern sogar, wenn sie diese urbanen Zentren verlieren.

Lori Lightfoot weiß das natürlich auch und lässt sich gar nicht erst von den perfiden Twitter-Lügen Ivankas provozieren.


Nein, kein Demokrat leugnet die Probleme in den großen Städten mit armer Bevölkerung, aber sie arbeiten kontinuierlich und erfolgreich daran die Zustände zu verbessern.

Allerdings gibt es völlig amoralisch profitgierigen superreiche Weiße, die systematisch den hauptsächlich von People Of Color bewohnten Stadtteilen schaden.

[…..]  Schließlich ist da noch Jared Kushner, Berater und Schwiegersohn des    Präsidenten. Dieser besitzt eine erhebliche Zahl an Immobilien - unter anderem im Bereich Baltimore. Also genau dort, wo der Schwiegerpapa eine "Rattenverseuchung" wähnt. Und in vielen der angeblich 17 Wohnkomplexe der Kushner Cos. herrschen laut einem Bericht der "Washington Post" alles andere als blitzsaubere Zustände.
Im Jahr 2017, so die Zeitung, habe es in den Kushner-Immobilien mehr als 200 Verstöße gegen die Vorschriften gegeben. Eine Untersuchung von "New York Times" und ProPublica hat demnach ergeben, dass sich die Bewohner über Mäuseplagen, Schimmel und Madenbefall beschwert hätten. Christine Taylor, Sprecherin der Firma, als deren Chef Kushner bei seinem Wechsel ins Weiße Haus zurückgetreten war, erklärte, man habe sich stets an lokale Vorschriften und Gesetze gehalten.
Das dürften viele Bewohner der Kushner-Häuser anders sehen. Laut "Baltimore Sun" wollte eine Gruppe von ihnen eine Sammelklage wegen unzulässiger Mietverhältnisse gegen die Immobilienfirma einreichen. Ihr Ansinnen wurde von einem Gericht im Bundesstaat Maryland zurückgewiesen. […..]

Die gesamte Trump-Familie ist völlig verkommen.


Freitag, 9. August 2019

Die Rückkehr der Sedi-Ritter.


Der homoperve.., homosexuelle David Berger, hat inzwischen den finalen Schritt zum Full-Kreuznet-Content getan.
In schönster FSSPX-Tradition lässt er auf seinem Pipi-Blog gegen das zweite Vatikanische Konzil agitieren.
Man fühlt sich glatt zehn bis 15 Jahre zurückgebeamt, zumal Kreuznets Ikone der Sedivakantisten-Szene, der offenbar immer noch in Mamis Dachboden hausende selbsternannte „Pater“ Rolf Lingen ebenfalls wieder aufgetaucht ist. Diesmal auf Twitter. Auch auf seinem Youtube-Kanal (147 Abonnenten) postet er fleißig immer noch Ansprachen aus seinem Kinderzimmer.



[….] Rolf-Hermann Lingen (geb. 19. August 1967, Recklinghausen) ist ein deutscher erzkonservativer sedisvakantistischer Priester (Sedisvakantisten lehnen den aktuellen Papst ab). Lingen sieht sich als einer der wenigen einzig wahren Vertreter der katholischen Kirche. Im Internet kürzt er seinen Namen meistens mit PRHL ab. Das P steht für Pater. Er tritt "missionarisch" im Internet auf, beispielsweise als Autor auf der radikalen Seite Kreuz.net, auf der er behauptet, das Verbot der Holocaustleugnung sei menschenrechtswidrig. Er kritisiert ferner auf seiner Internetpräsenz die katholische Amtskirche, die er als V2-Sekte bezeichnet, scharf für ihren angeblichen Glaubensabfall und Liberalismus.


Lingen ist der Gründer einer Sekte namens Kirche zum Mitreden (KZM), die gegen die römisch-katholische Kirche, die Priesterbruderschaft St. Pius X. und gegen Pater Andreas Endl und die Herz-Jesu-Franziskaner[2] kämpft. Er ist der Meinung, Homosexualität sei eine heilbare Krankheit und fordert die Bestrafung von Homosexuellen, die ihre Neigung ausleben. Das Tagebuch der ermordeten Anne Frank bezeichnet er als "antichristliches Machwerk", für das er die Abkürzung "TAF" verwendet, und bezweifelt den Inhalt sowie die dokumentierte Entstehungsgeschichte. Eine private Ausgabe verbrannte er, wofür die Deutsche Nationalzeitung volles Verständnis äußerte. [….]



Kreuznet-Fans erkennen in PRHL immer noch den Eiferer mit den drei großen Themen: Holocaustleugnung, Homo-Hass und Hunger.
Immer wieder postete er manisch seine Diätpläne, mit denen er sich entweder selbst kasteite, gegen Klagen protestierte, oder aber die Welt von der Homosexualität zu retten versuchte.



Mit Inbrunst predigt er heute noch wider die „Homoperversion“, allerdings bei einer durchschnittlichen Klickzahl im zweistelligen Bereich eher mit bescheidenen Erfolgen.


Seine drei großen Themen von damals behielt PRHL bei, aber wie jeder ordentliche rechtsradikale Verschwörungstheoretiker hasst und bekämpft er mittlerweile auch leidenschaftlich Greta Thunberg und Flüchtlinge, bestreitet hartnäckig den Klimawandel und verdammt Impfungen.

Er mag zwar keine größere Anhängerschaft generieren, dafür hat er mit dem Internet-Blog Kreuznet II, vulgo Philosophie Perennis einen klickmächtigen geistigen Verbündeten.

Auch der Ex-AfD-Mann mit dem schlechten Gebiss hat ein manisches Verhältnis zu seinem Körper, stählt und trainiert sich.
Auch er ist so radikal verblödet, daß er nicht den Unterschied zwischen „Wetter“ und „Klima“ kennt, so daß er einen einzigen kühlen Tag aufgeregt als „Beweis“ gegen die „Lüge vom Klimawandel“ postet.



 
Kaum eine Verschwörungstheorie ist ihm zu blöd, aber am meisten hasst er natürlich Flüchtlinge und Greta.

Neuerdings ist er so weit auf Lingen-Kurs, daß er auf seiner Phimose-Plattform den radikalen AfD-Aktivisten Michael van Laack gegen die "linksgrünen Reichskirche" (römisch-katholische Kirche) hetzen lässt; „veröffentlicht von PP-Redaktion“.

[….] Während Christus dem Petrus erklärte, er könne ihm jetzt noch nicht folgen, fordern im Gegenteil die Auctores dieses Prozesses (DBK und ZdK) die Gläubigen auf, zu folgen, zu begleiten, ja gar – um im Bild zu bleiben – den Apostelnachfolgern vorauszugehen wie einst Christus. Die heute Vorausgehenden aber sind nicht „wahrer Gott und wahrer Mensch“, oft sind sie Feinde der Lehre, Feinde der Kirche, die sich durch die Institutionen geschlichen haben und nun – da sie Legion geworden sind – ihre Masken der Frömmigkeit und Tugendhaftigkeit fallen lassen.
[….] Seit mehr als 50 Jahren befindet sich die Kirche im Niedergang, sowohl quantitativ als auch qualitativ. [….] Von 1962-1965 hatte die Weltkirche ein Konzil abgehalten, hatte sich in den Dokumenten neu (aber multi-rezipierbar) zum Liberalismus, zur Religionsfreiheit, zur Liturgie usw. aufgestellt. [….] Innerhalb von vier Jahren (1965-69) sehen wir einen Niedergang der Ordensgemeinschaften (bis zu 25% Verlust), zahlreiche Priesterlaisierungen und einen Rückgang der Berufungen. [….] Wir sehen also eine Kirche, die von immer weniger Menschen gebraucht wird, so wie sie aktuell verfasst ist. Eine Kirche, die sich dem Staat andient, wie es seit den Tagen des Reichsbischof Müller während der Non-Vogelschiss-Periode nicht mehr gesehen wurde:
Linientreu plappert man die Forderungen der Kanzlerin und der EU-Kommission zu Migration, Klimawandel, Geldpolitik und „Kampf gegen Rechts“ nach…  [….]


Hätte Pater Lingen sich nicht mit seinen Radikal-Diäten 35 Jahre lang radikal sämtliche satanische Fleischeslust ausgetrieben, würde er nun vor Glück ejakulieren.
Was muss das für ein Triumpf sein für Mamas Liebling aus Dorsten:
PP verdammt nicht nur die „V2-Sekte“ – immerhin bezeichnete der fanatische Katholik David Berger Papst Franziskus schon als einen, der auf „unerträglich egoistische Weise seine Macht“ ausübe,  allergisch gegen Katholizismus“ und „nicht zurechnungsfähig“ sei – sondern verdammt außer dem Vaticanum II auch ausdrücklich die liberale Linie gegenüber der „Homo-Ehe“, obwohl davon wirklich nicht die Rede sein  kann, wie osteuropäische und afrikanische Episkopate zeigen – insbesondere in Polen.


[….] Gibt es keine klaren Ansagen, hört und liest jeder das, was er will und zieht entsprechende Schlussfolgerungen. So geschah es auch nach dem Konzil. Im Westen fiel diese Entwicklung zeitlich mit dem Erstarken der außerkirchlichen neuen politischen und philosophischen Bewegungen zusammen. [….] Darüber hinaus debattiert man seit Jahrzehnten offen über Themen wie Zölibat, Priestertum der Frau, Ehe-Lehre, Homosexualität, Verhütung, Abtreibung, Euthanasie. [….] Die Treue zum Staat wurde und wird auch dadurch bezeugt, dass man gegen die „Ehe für alle“ keine Organklage einreichte, – dass man sich arrangiert mit der Fristenlösung, die jährlich 4.000 Schulklassen im Mutterleib zerstören lässt. [….]
Gender findet man mittlerweile irgendwie voll normal in Deutschland. 51 Geschlechter, Schwulenquote in Priesterseminaren. Alles, um dem Staat zu gefallen, alles um den „Gläubigen“ zu gefallen, die seit Jahrzehnten linksgrün indoktriniert werden von einer postchristlichen CDU, Ökofaschisten und eskortierenden Medien. [….]

Berger goes Weininger: Der überzeugte Katholik, der die Katholiken hasst, der Schwule, der gegen Schwulenrechte ätzt und der AfDler, der die eigene Partei bekämpft.

(….) Einen besonderen Twist gibt es dabei, da er sich als Schwulensprecher empfindet, aber wie einst Otto Weininger (* 1880; † 1903) als Schwuler hauptsächlich gegen Schwule agitiert.
Der Superhomosexuelle, der stolze Vielficker, strammschwänzige Muskelfetischist und Sneakerschnüffler, der Promiske und Pornophile mit dem gewaltigen Gemächt sieht seine engsten Alliierten in den bekanntesten klerikalen Homophoben Deutschlands.
Dazu braucht es schon besondere Schaltungen in den Synapsen seiner Großhirnrinde. (….)

Donnerstag, 8. August 2019

Helikopter-Generation



Natürlich ist es eine unentschuldbare Schande, wenn in Deutschland Kinder so hungrig oder so ermüdet zum Schulunterricht erscheinen, daß sie gar nicht mitmachen können.
Lehrer berichten immer wieder von solchen Fällen, es scheint also zu stimmen.
Eine andere Frage ist, ob das deutsche Sozialsystem so löcherig ist, daß blanke finanzielle Not die Eltern dazu zwingt ihre Kinder hungern zu lassen.
Vermutlich ist eher Unvermögen der Eltern verantwortlich; was natürlich für die Kinder noch schlimmer ist und die Frage aufwirft wieso Jugendämter in diesem steinreichen Staat personell immer noch so schlecht ausgestattet sind, daß sie nicht eingreifen, bevor solche Zustände ausbrechen.

Natürlich denke ich an die Schulerzählung meiner Elterngeneration, die kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geboren tatsächlich hungern musste. Aber selbst als alle staatlichen Strukturen zerstört waren, gab es für jeden Schüler täglich einen Löffel Lebertran von der Lehrerin, um den Fett- und Vitamin-Haushalt aufrecht zu erhalten. Mal abgesehen davon, daß das Zeug so grauenvoll schmeckt, daß meine Mutter noch viele Dekaden später würgen musste beim Gedanken daran, ist es offenbar möglich mit fast gar keinen finanziellen Mitteln Kinder staatlich zu ernähren.

Wieso müssen CSU-Werbefiguren wie die unsägliche Uschi Glas im steinreichen Bayern tatsächlich mit privaten Mittel dafür sorgen, daß durch ihr Projekt „Brotzeit für Kinder“ 7.500 bayerische Grundschüler nicht mit knurrenden Magen in der Schule sitzen?

In Deutschland gibt es aber inzwischen nicht nur solche klar zu definierenden Missstände, sondern auch gleichzeitig das diametrale Gegenteil als Problem.
Kinder und Jugendliche, die noch als Studenten von ihren überfürsorglichen Eltern zur Uni gebracht werden, die bis sie 30 sind zu Hause wohnen und denen ihre Mütter auch später noch den ganzen Haushalt führen.

Meine Friseurin, die wie alle Handwerksmeister verzweifelt nach Mitarbeitern sucht, lockte Anfang des Jahres eine neue Kraft aus einem Kaff nahe Hildesheim nach Hamburg.
Die Hildesheimerin, 22, seit zwei Jahren Friseurgesellin, war selbstverständlich nicht in der Lage allein eine Wohnung in Hamburg zu finden. Ihre Chefin musste alle Beziehungen spielen lassen, damit die Hildesheimerin hier in das gemachte Nest plumpste. Wunderschöne sonnige Wohnung mit neuem Bad und Küche, großer Balkon und Tiefgarage, die frisch renoviert nur auf ihren Einzug wartete.
Natürlich konnte sie nicht allein aus Hildesheim herkommen, weil sie keinen Führerschein hatte und die Bahn nicht nehmen wollte, da sie sich in Hamburg nichts auskannte. Mami brachte sie mit dem Auto.
In den ersten drei Monaten arbeitete sie insgesamt dreieinhalb Wochen. Den Rest der Zeit nahm sie sich frei, weil sie unter Heimweh litt und dieses ganze „Arbeiten“ ihr generell zu anstrengend war. Dann auch noch gleich viereinhalb Tage die Woche (Friseure sind in Hamburg Sonntag und Montag geschlossen).
Zudem musste sie auch noch mit dem Bus einige Stationen zur Arbeit fahren, während sie in Hildesheim doch genau über dem Laden gewohnt hätte.
Unzumutbar das Ganze. Eigenartigerweise war ihre Chefin auch nicht wirklich zufrieden mit einer Mitarbeiterin, die ca eine Woche pro Monat arbeitet.
Ihr Vermieter (ein Jahr Kündigungsfrist) ließ sie früher aus dem Vertrag, war bereit einen Nachfolger zu suchen. Das gestaltete sich aber schwierig, da Madame bereits wieder zu Hause bei Muttern in Hildesheim chillte und nicht einsehen wollte, daß sie einem Mietnachfolger auch mal Zugang zu der Wohnung gewähren müsste, wenn sie schon kulanterweise neun Monate eher aus dem Vertrag gelassen wurde.
Inzwischen sitzt der Vermieter auf drei Monaten unbezahlten Strom- und Wasserrechnungen. Die 22-Jährige Hildesheimerin wußte gar nicht, daß man sich bei Versorgern anmelden muss. Um sowas hätten sich immer ihre Eltern gekümmert.

In diese Sicht der Dinge passen auch die durch die Presse wabernden Schweinefleischgeschichten, die von der AfD hochgejazzt auf die Titelseiten der Zeitungen schwappen.
Da wagen es ein oder zwei private Kitas Schweinefleisch von der Speisekarte zu nehmen und sofort droht der Untergang Deutschland. Neoptismus-Günther ist damit sogar Ministerpräsident in Kiel geworden. Im Wahlkampf hatte seine Partei rechtspopulistisch für Schweinefleischpflicht in Kantinen plädiert.
(Ein interessanter Move für eine Christenpartei, die damit an islamophobe Gefühle appelliert, aber gleichzeitig auch antisemitisch agiert.)

[….]  Deutsches Kind, das eine Woche kein Schweinefleisch gegessen hat, spricht plötzlich arabisch
Duisburg (dpo) - Sind das die ersten Folgen falsch verstandener Toleranz? Nachdem es durch ein tragisches Versehen eine Woche lang kein Schweinefleisch gegessen hatte, sprach ein vierjähriges deutsches Mädchen aus Duisburg heute plötzlich arabisch. Die Eltern des Kindes waren fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es in der Kita regelmäßig mit Schweinefleisch versorgt wird.
"Uns ist schon seit Tagen aufgefallen, dass ihr Deutsch immer schlechter wird, wussten aber nicht, woran es liegt", erzählt die Mutter der kleinen Mia (4), während sie sicherheitshalber eine Bifi isst. "Normalerweise bekommt sie bei uns ja auch regelmäßig Schweinefleisch, aber in den letzten sieben, acht Tagen war sie immer so satt vom Kita-Mittagessen und wir waren viel unterwegs."
Heute Morgen dann der Schock. Nach dem Aufstehen sagte das Kind plötzlich " ما الذي يحدث؟ لماذا أتحدث فجأة بشكل مختلف؟"
Für Ernährungswissenschaftler Horst Dreffler ist das kein Wunder: "Schweinefleisch ist tief im deutschen Genom verwurzelt. Führt man dem Organismus nicht regelmäßig ausreichende Mengen Schweinefleisch zu, verliert er sein Deutschsein." [….]  Auf ihre Tochter will sie künftig besonders achtgeben: "So ein Risiko gehe ich nicht noch einmal ein", erklärt sie. "Ab sofort gibt es zum Frühstück immer Schweinemedaillons statt Cornflakes." [….]

Abgesehen vom völligen Irrsinn der AfD sind diese abstrusen Überlegungen zur Fütterung von Kleinkindern auch willkommener Anlass, um an meine eigene Schulzeit zu denken.

Fundstück auf Facebook von heute
 Ein Blick auf die Homepage meines alten Gymnasiums offenbart Erstaunliches:

Cafeteria, Oberstufenmensa, Aufenthaltsräume, Computerräume, Kantine.
Es wirkt auf mich eher wie das Programm eines Kurbades.
Vor 40 Jahren in der Prä-Pillenknick-Ära, gab es so viele Klassen, daß nie Räume frei waren. Wir mussten bei jedem Wetter in den Pausen und Freistunden draußen stehen, wo man sich im Winter zitternd an seiner Zigarette festhielt. Als Oberstufenschüler hatte ich teilweise bis zu 15 Freistunden die Woche, weil wir Älteren unsere Kurse um die Jüngeren herumlegen mussten. Immer Nullte Stunde, dann zwischendurch einige Stunden verteilt und wieder 7., 8. und 9. Stunde.
Selbstverständlich gab es GAR NICHTS ZU ESSEN!
Gelegentlich haben einige Mütter organisiert, daß die Unterstufenschüler "Schulmilch" in der Pausenhalle holen konnte. Einen Becher Milch für die Jüngsten.
Alle anderen mussten, wenn sie denn Hunger hatten und nichts von zu Hause mitgebracht hatten, heimlich und verbotenerweise zu dem nächsten BOLLE-Supermarkt (ca 800 m weg) laufen. Die große Tüte Chips für 90 Pfennig. Gern legten wir für eine Flasche FABER-Sekt zusammen (3,99 DM); aber so viel Geld hatte man nicht immer und soff zur Not auch den fiesen Rosé-Verschnitt aus dem Brick für 1,99 DM.
Das war aber nicht ganz ungefährlich, weil die Lehrer kontrollierten, ob man das Schulgelände verließ. Durch das Schultor konnte man daher nicht, sondern musste abenteuerliche Schleichwege durch die Gebüsche nehmen und über Zäune klettern. Das konnte heftig Ärger geben.
Als Oberstufenschüler durfte man während der Freistunden weg. Wir fuhren mit dem Bus 15 Minuten zum nächsten Einkaufszentrum okkupierten das schäbige in dunkelbraunem Cord-Stoff gestaltete Kaufhof-Café. Leider herrschte Verzehrpflicht. Man musste aber etwas kaufen, sonst flog man raus. Das Billigste war Automatencafé für DM 1,10,-
Daran hielt man sich dann zwei, drei Stunden fest.
"Pausenbrot" war natürlich "uncool". Nur die größten Schuldeppen brachten sich was von zu Hause mit. Ein Mädchen hatte stets eine Tupperdose dabei, aus der sie geschälte Wurzeln und halbe frische Paprikas fischte. Der Gedanke an „gesundes Essen" ar aber noch nicht populär, also lachten wir sie als „Bauernmädel“ aus, hielten und an Chips und Billigfusel fest.
Gefrühstückt habe ich nie; das tue ich bis heute nicht.
Als generell unsportlicher Mensch muss ich aber auch dazu sagen, daß wir in Ermangelung von Computern, Smartphones und ähnlichen technischen Schnickschnacks, sowie Eltern, die nicht gewillt waren rund um die Uhr Chauffeur zu spielen, dahingehend verwildert waren, daß wir alle Wege zu Fuß oder per Fahrrad (ohne Helm!) absolvierten, generell sehr viel Zeit draußen verbrachten.
Daher war auch die Erfindung von Fitnessstudios noch nicht nötig. Es brauchte keine Spezialläden, um Muskeln für Bildschirm-affine Blagen zu generieren.
Ohnehin liefen ja alle ständig draußen rum.
Ich erinnere mich nicht an wirklich dicke Mitschüler.
Ich erinnere mich auch nicht an Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Allerdings waren die Begriffe „Gluten“ oder „Lactoseintoleranz“ ebenfalls noch nicht erfunden. Wir fraßen alles.

Es gibt keinen Grund Alkohol- und Tabakkonsum für Jugendliche zu idealisieren. Ich wünschte, ich wäre damals schlau genug gewesen auf die Idee zu kommen, daß meine Deutschlehrerin tatsächlich Recht haben könnte, wenn sie stets mit erhobenen Zeigefinger „Sargnägel, das sind alles Sargnägel“ skandierte, als sie uns rauchen sah.
Aufklärung über gesunde Ernährung ist natürlich richtig.
Aber hyperprotektives Verhalten der Eltern, die ihre Brut vor absolut jeder Gefahr bewahren wollen und jedes einzelne in Kitas servierte Nahrungsmittelmolekül persönlich kennenlernen wollen, generieren damit lebensunfähige Kinder.
Als Antinatalist habe ich leicht reden; ich muss mich ja nicht um eigene Blagen sorgen, aber ich freunde mich immer mehr mit den alten konservativen Sprüchen an, daß Kinder eben auch mal in den Dreck fallen müssen. Nicht immer ist der bequemste Weg der Beste.

Mittwoch, 7. August 2019

Blindi Lindi


Der arme Christian Lindner.
Da rauschen die beiden „großen“ Parteien der Groko auf nie dagewesene Rekordtiefstwerte, setzen damit viele Millionen heimatlose Wähler frei, die schließlich irgendwo ihr Kreuz machen wollen und dann profitieren ausgerechnet die FDP-Intimfeinde von der grünen „Verbotspartei“, während die Lindners Gang bei schlaffen acht Prozent hängt, also noch mal deutlich unter dem Bundestagswahlergebnis von 2017.

Außerdem rächt sich nun auch die Strategie des Reservehauptmanns, Porschefahrers und Jägers alle anderen FDPler weggebissen zu haben; denn wem könnte man nun die Schuld für das Umfragedesaster zuschieben, wenn nicht Lindner selbst?
Welchem Durchschnittbundesbürger fällt überhaupt ein zweiter aktiver FDP-Politiker außer Lindner ein? Da muss man schon lange überlegen.
Die ehemaligen „Liberalen“ 2017 in eine „Liste Christian Lindner“ zu transformieren, hatte sich bei der Bundestagswahl ausgezahlt, weil man das inhaltliche Vakuum hinter rabiaten Gauland-Sprüchen und sexy Schwarzweiß-Bildern des frisch haartransplantierten Chefs mit Dackelblick verstecken konnte.









Nach zwei Jahren gibt es allerdings starke Ermüdungserscheinungen beim Publikum.
Lindner-Memes sind nun sogar noch häufiger als Spahn-Memes und kein bißchen schmeichelhafter.
Lindners „lieber gar nicht, als falsch regieren“-Diktum erweist sich immer mehr als Generalfehler.
Denn selbst in einer sehr unpopulären Regierung kann man sich profilieren. Das ist der Unterscheid zwischen Lindner und seinem Freund und Vermieter Jens Spahn: Letzterer hat ein Ministeramt und kann damit immer wieder Duftmarken setzen. Linder hat gar nichts außer seinem Hundeblick.
Außer dreistem Lobbyismus für die Superreichen hat die Partei der Besserverdienenden nichts anzubieten.

Das allerdings tut der FDP-Vorsitzende konsequent. Sobald im politischen Berlin eine Idee ventiliert wird, die den superreichen FDP-Spendern missfallen könnte, weil sie möglicherweise für Gerechtigkeit sorgt, wirft sich das blonde Fallbeil mannhaft dazwischen. Rolex-Träger und SUV-Fahrer wissen was sie an Lindner haben.
Dabei haben es diese Menschen gerade ausgesprochen schwer, da die böse Greta zusammen mit der Verbotspartei das Klimathema nicht loslassen, obwohl sich Mr. FDP das bereits mit dem Hinweis, man möge die Klimapolitik gefälligst den Profis (also ihm) überlassen, verbitten ließ.

[…..] Umweltbundesamt: Fahren von SUV teurer machen
Man sitzt höher, hat mehr Übersicht und fühlt sich sicherer: sportliche Geländewagen (SUV) sind ein Verkaufsschlager. Ihre Umweltbilanz ist jedoch sehr schlecht.
Angesichts des SUV-Booms hat sich das Umweltbundesamt dafür ausgesprochen, Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß zu verteuern. "Wir müssen Maßnahmen finden, um klimafreundliche Mobilität zu fördern", sagte die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger.
Ein Vorschlag sei ein aufkommensneutrales Bonus-Malus-System für Neufahrzeuge. Für Autos mit hohem CO2-Emissionen soll die Kfz-Steuer mehrere Jahre erhöht werden. Beim Neukauf von Autos mit geringem CO2-Ausstoß soll es Boni geben. […..]

SUV-Anschaffung teurer machen? Als Lindi das hörte fiel ihm vor Schreck das Kaviarhäppchen in den Champagner.
Im schönen Einklang mit den Toplobbyisten der Luxusautos hielt er sofort dagegen.


[…..] FDP-Chef Christian Lindner lehnt höhere Steuern für PS-starke Fahrzeuge wie SUV ab. „Klimaschutz sollte sich am tatsächlichen CO2-Ausstoß orientieren“, sagte Lindner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
FDP-Chef Lindner hält CO2-Bilanz für entscheidend
„Nicht die Art oder der Antrieb eines Autos ist entscheidend, sondern die CO2-Bilanz“, erklärte der FDP-Chef weiter. Laut Lindner spielt dabei das Nutzungsverhalten der Autobesitzer eine wesentliche Rolle.
„Ein Diesel-SUV, das nur wenige Kilometer genutzt wird, ist umweltfreundlicher als der Kleinwagen mit hoher Fahrleistung. Die Steuerung sollte also über den Kraftstoffpreis erfolgen“, sagte der FDP-Vorsitzende. [….]

In der Öffentlichkeit wird nur noch wahrgenommen, wie sich Lindi schützend vor die Reichen schmeißt und da er anders als noch 2017 inzwischen nur noch so beliebt ist wie Fußpilz, folgen sofort Meme-Ströme.





Man nimmt den FPD-König einfach nicht mehr ernst.
Soweit hat er sich in die Sackgasse manövriert. Er ist nur noch eine Witzfigur.
Die Pointe dieses Witzes ist allerdings, daß er in einem klassischen Blindes-Huhn-Manöver diesmal aus Versehen etwas völlig Richtiges gesagt hat.

Ja, die Kosten für den Individualverkehr sollten im Angesicht der Klimakatastrophe dem tatsächlichen Benzinverbrauch, also CO2-Ausstoß entsprechen.
Die deutsche Politik betreibt hingegen eine abstruse Lenkungspolitik, indem sie mit zahlreichen Maßnahmen Verbrennungsmotoren gleichzeitig fördert und blockiert.
Es gibt Abwrackprämien, Dienstwagenprivilegien, Abschreibungsmöglichkeiten und Kilometerpauschalen, Interessenvertretung der KfZ-Hersteller in Brüssel, um den Gebrauch von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren für den Verbraucher billiger zu machen.
Gleichzeitig gibt es aber zahlreiche Maßnahmen, um den Gebrauch von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren für den Verbraucher teurer oder umständlicher zu machen: Benzinsteuer, KfZ-Steuer, Haftpflicht, Maut, Vignetten, Fahrverboten, Innenstadtplaketten, Tempolimits, Grenzwerte, Blitzanlagen, Parkgebühren.

Ich bin sicher viele Maßnahmen vergessen zu haben, aber klar ist, daß Bund und Länder dem Autofahrer gleichzeitig Stopp UND Go sagen.

Ein sagenhafter Unsinn.
Eine jährlich zu bezahlenden Vignette trifft denjenigen, der einmal im Jahr 70 km in den Nachbarort zu seinem Cousin fährt, genau wie den, der täglich zwischen Hamburg und Berlin pendelt.
Und ja, auch wenn ein SUV unverantwortlicherweise pro 100 Km sehr viel mehr Abgase auspustet, als ein Citroen C1, hat Lindner dennoch Recht, wenn er den (unwahrscheinlichen) Fall konstruiert, daß der SUV-Besitzer seinen Wagen womöglich hauptsächlich in der Garage parkt und nur alle drei Monate einmal nebenan zum Tante Emma-Laden fährt, während der C1-Besitzer womöglich rund um die Uhr am Steuer sitzt.

Und ja, ich gebe zu; ich spreche als Betroffener.
Mein Auto ist uralt und verbeult. 2012 habe ich ihn zuletzt schätzen lassen und erfuhr das harsche Urteil „wertlos“.
Wenn ich das Auto aber nicht in Zahlung geben kann, habe ich keinen Anreiz einen Neuen zu kaufen.
Mein  Reifen-Typ zuckte damals mit den Schultern und sagte „fahr‘ ihn doch zu Ende.“ Ich fand das despektierlich, beherzigte aber den Rat. Inzwischen hat er also weitere sieben Jahre auf dem Buckel, kam immer anstandslos durch den TÜV. Er fährt zuverlässig (schnell auf Holz klopfen) und die Beulen sind mir egal.
Der enorme Benzinverbrauch von über 10 Litern ist mir ein Dorn im Auge.
Natürlich wäre ein Neuer deutlich sparsamer.
Aber ich habe eine gute Ausrede: In annähernd 20 Jahren habe ich noch nicht mal 30.000 km auf dem Tacho, weil ich nie mit dem Auto verreise oder lange Strecken fahre. Es ist nur ein Lastesel, wenn ich etwas transportiere.
Trotz des hohen Verbrauchs/100km, dürfte ich also auf ein Jahr gerechnet weit weniger CO2 emittieren als die meisten anderen Autobesitzer.
Ich glaube, in so einer überalterten reichen Single-Stadt wie Hamburg ist mein Fahrverhalten gar nicht so selten. In den extrem teuren Wohngegenden leben viele Senioren, die natürlich ein Auto haben, weil sie alle drei Wochen damit einmal zum Friseur oder zu EDEKA gurken, die aber längst aus dem Alter raus sind Autobahn zu fahren.
Wieviel diese alten Karren pro 100 km verbrauchen, ist also relativ irrelevant.

Man könnte jeden einzelnen Bundesbürger nach seinem individuellen Fahrverhalten befragen und erhielte Millionen verschiedene Antworten.

Es ist absurd anzunehmen, mit der Vielzahl der bestehenden Maßnahmen ….

Abwrackprämien, Dienstwagenprivilegien, Abschreibungsmöglichkeiten und Kilometerpauschalen, Interessenvertretung der KfZ-Hersteller in Brüssel,
Benzinsteuer, KfZ-Steuer, Haftpflicht, Maut, Vignetten, Fahrverboten, Innenstadtplaketten, Tempolimits, Grenzwerte, Blitzanlagen, Parkgebühren.

…. eine einheitliche ökologische Lenkungswirkung zu erzielen.
Wirklich allen gerecht wird man nur über den Benzinpreis.

Daher schlage ich vor alle genannten Maßnahmen komplett abzuschaffen und alle Kosten auf die Benzinsteuer zu addieren.
Wenn der Liter fünf, sieben oder neun Euro kostet, werden es sich die Menschen schon überlegen, ob sie nicht auf andere Verkehrsmittel ausweichen.
Gleichzeitig hätte man es der Hand sich ein Auto anzuschaffen oder zu sharen, weil die Grundkosten (KfZ-Steuer zB) wegfielen.

Idealerweise würde dieses Konzept europaweit eingeführt, so daß die Menschen in Grenznähe nicht schummeln können.

Pendler bekämen natürlich ein gewaltiges Problem, aber das würde letztlich bei den Arbeitgebern landen, die schließlich auf ihre Mitarbeiter angewiesen sind.
Sie müssten ihren Beitrag zahlen, indem sie Wohnraum in der Nähe ihrer Betriebe schaffen, sich für alternative Verkehrsmittel engagieren oder aber die Fahrtkosten direkt übernehmen.
Damit wären Arbeitgeber belastet und gezwungen ökologisch vorzusorgen.
Das wäre Lindner konsequent zu Ende gedacht.
Huhn, Korn, Christian.
Er selbst wird allerdings nicht so weit gedacht haben.