Donnerstag, 13. September 2018

Verständnis und Unverständnis.


Ab 2003 die großen Arbeitsmarktreformen einzuführen war mutig und richtig von Gerd Schröder, der SPD und den Grünen.
Schröder hat damit dem Land nachhaltig und selbstlos einen Dienst erwiesen.
Anders als Angela Merkel klebte er nicht an seinem Posten und lavierte sich den Weg des geringsten Widerstands entlang, sondern tat das was getan werden musste, um Deutschland zukunftsfähig zu machen.
Er tat das äußerst erfolgreich, wie man in der Mega-Bankenkrise 2008/2009 sehen konnte. Kein anderes Land in Europa war so gut gewappnet und so krisenfest.

Bundeskanzler Schröder hatte sich – das wird heute gern vergessen – auf eine mit vielen Gewerkschaftlern und Ökonomen und Sozialpolitikern besetzte Expertenkommission verlassen. Er hatte nicht etwa selbst die Agenda-Politik erdacht.

Angesichts der demographischen Entwicklung, die dazu führen wird, daß immer weniger Arbeiter immer mehr Rentner finanzieren, war es klug und auch Konsens eine „dritte Säule in der Rentenpolitik“ einzuführen. Private Vorsorge für alle – mit staatlichen Zuschüssen für die Kleinverdiener. Riester und Rürup wurden geboren.

Niemand konnte damit rechnen was für eine Dauer-Niedrigzinsperiode 15 Jahre später folgen würde. So etwas hat es in den letzten hundert Jahren nicht gegeben.
Bei dauerhaften 0%-Zinsen am Kapitalmarkt funktionieren Riester und Rürup nicht, wie wir heute alle wissen.
Die rotgrüne Agenda-Politik ist aber glücklicherweise keine dogmatische Schrift wie Bibel oder Koran, sondern ein gewaltiges Gesetzeskonglomerat, mit dem Neuland beschritten wurde. Es gab also logischerweise keine Erfahrungen und daher waren a priori Evaluierungen vorgesehen.
Mit der Agenda 2010 hörte Politik nicht auf zu existieren. Wir haben weiterhin gesetzgebende Parlamente und handelnde Regierungen.
Offensichtlich nicht funktionierende Teile der Hartz-Gesetzespakete müssen selbstverständlich kontinuierlich aussortiert/gestrichen/angepasst/verbessert werden.
Geringverdienern zu sagen „sorgt doch mit Riester selbst vor!“ ist schon seit Jahren offensichtlicher Unsinn.
Hier hätte die Bundesregierung längst handeln sollen – zumal die negativen Aspekte der Niedrigzinsen für private Kleinsparer für die Bundesregierung die Kehrseite von unerwarteten zehnstelligen Überschüssen haben, weil viel weniger Geld für den Schuldendienst gebraucht wird und die Anleger in deutsche Anleihen fliehen.
Es gibt aber auch andere Methoden die Rente zu stabilisieren. Man könnte wie in Westungarn viel mehr Menschen einzahlen lassen – zB Beamte, Unternehmer oder gar Bundestagsabgeordnete.

Wäre Gerd Schröder 2005 noch einmal Bundeskanzler geworden – was ihm ja fast gelungen wäre – hätte er mir seiner Tatkraft nach meiner festen Überzeugung längst gehandelt.
Es war richtig durch die Agenda-Gesetze Millionen Menschen in Arbeit zu bringen und schnell zu einer sehr viel höheren Beschäftigungsquote zu kommen. Es haben mehr Deutsche denn je sozialversicherungspflichtige Jobs.

Daß aber 15 Jahre nach Schröders Ankündigungen in einer Boom-Phase mit überquellenden öffentlichen Kassen immer noch zugesehen wird, wie eine Million Leiharbeiter schlechter bezahlt werden, als ihre Kollegen, die das Gleiche tun, ist unverzeihlich.

Es gibt keine Rechtfertigung, daß nach fünf Jahren SPD-Arbeitsministern (Nahles und Heil) der METRO-Konzern einfach aus dem Tarifverträgen aussteigt und seinen ohnehin schlecht bezahlten Kassiererinnen den Bruttolohn von 1.444,- auf 997,- kürzt.

[….] Gut 1.400 Euro brutto hat Renate jetzt. Damit kommt sie gerade so über die Runden. Über Altersvorsorge denkt sie gar nicht erst nach. Renate würde gerne mehr arbeiten. Aber mehr als 21 Stunden pro Woche bekommt sie nicht, damit man sie möglichst flexibel einsetzen kann. Ganz normal im Einzelhandel, auch bei real. Aber jetzt will die Warenhauskette auch noch den Lohn senken. Wenn Betriebsräte wie Isolde Droefke anfangen zu rechnen, schauen sie oft in ziemlich leere Augen.

Isolde Droefke: „Du verdienst jetzt aktuell ein Brutto von 1.444 Euro. Würde man einen Anschlussarbeitsvertrag machen, dann hättest du nur noch ein Brutto von 997 Euro.“

Renate H.: „Ne.“

Isolde Droefke: „Doch, das haben die so entschieden. Das sind 400, knappe 50 Euro weniger.“

Renate H.: „Ja. Ich habe vorher zwei Jahre für gutes Geld gearbeitet und jetzt auf einmal soll ich, was war das, 450 oder wie viel war das weniger bekommen. Warum? Warum, das frage ich mich.“

Reporter: „Weil Sie zu teuer sind.“

Renate H.: „Ja, zu teuer, klar, wir sind alle zu teuer. Das kann es nicht sein …“ [….]

Eine Groko, die nicht von selbst auf die Idee kommt, daß so etwas schwere Frustrationen und Politikerverdrossenheit auslöst, wundert sich womöglich auch über ihre miesen Umfragewerte.
Immerhin handelt es sich um ein prosperierendes Land mit einer funktionierende Regierung, die über stabile Mehrheiten verfügt. (Insbesondere 2009-2013)
Arbeitsministerin Nahles hätte längst handeln müssen. Es wäre möglich gewesen.

[….] „Die Politik fürchtet sich davor, hier die die Situation zu verbessern. Sie könnten es über das Instrument der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Natürlich könnten sie es. Das geht aber nur mit einem schweren Konflikt mit der Arbeitgeberseite. Und offensichtlich wird dieser Konflikt gemieden auf Kosten einer zunehmenden Frustration von - wohlgemerkt Millionen - Beschäftigten, die da unten angehängt werden von der Lohnentwicklung und von Verbesserungsperspektiven ihrer persönlichen Situation.“ [….]

Nahles und Heil waren also entweder zu feige – dann wären sie aber als Minister ungeeignet. Oder sie wurden von der übermächtigen Union gehindert. Dann hätten sie aber jeden Tag dreimal laut sagen müssen, daß Merkel und Seehofer den Kassiererinnen die Lohnkürzung einbrocken.


Blickt man auf die Verhältnisse in Ostdeutschland mit der AfD als stärksten Partei, sollten alle Groko-Politiker gewarnt sein, endlich ihre Arbeit zu machen.

Es ist tatsächlich verständlich, daß Geringverdiener, wie die bei MONITOR Erwähnten an den Groko-Parteien verzweifeln, weil sie die Politik aufgrund ihrer eigenen finanziellen Not sehr eindimensional sehen.
Da kommen weitergehende weltpolitische Erwägungen zu kurz.

Eine verantwortungsvolle Bundeskanzlerin und eine fähige Sozialministerin hätten längst gegengesteuert und soziale Härten abgewendet. Wie schwer kann das sein, wenn die öffentlichen Kassen ohnehin überquellen?

Ich wundere mich angesichts solcher Lohnkürzungen und der Aussicht auf Altersarmut nicht über einfache Wähler, die sich frustriert von der SPD abwenden.

Leider ist das Verhalten kontraproduktiv, denn so wird die SPD immer schwächer und kann noch weniger in der Groko durchsetzen.
Besser wäre es natürlich, wenn die SPD wenigstens gut erklären könnte was sie tut und alle Wähler rational abwägten welches das kleinste Übel für sie ist, statt frustriert gar nicht zu wählen.
Leider sitzen an der Partei- und Fraktionsspitze aber strategisch völlig unfähige Deppen wie Klingbeil, Heil, Nahles und Schäfer-Gümbel, die es alle vier zusammen gerade mal auf so viel Charisma bringen, wie es Helmut Schmidt oder Gerd Schröder im kleinen Finger haben.

Umso mehr verstehe ich den Frust der Wähler.

Diese Erwägungen sind aber keinerlei Rechtfertigung den eigenen Frust auf die einzigen, die noch schwächer als sie selbst sind zu lenken: Die Flüchtlinge.
Groko-Frust ist kein Freifahrtschein, um AfD zu wählen, montags in Dresden Nazi-Parolen zu grölen oder sich ungeniert braunen Hetzmobs auf der Straße anzuschließen.

Wer selbst so xenophobe Ansichten wie Sahra Wagenknecht hat und beinahe täglich mit ausländerfeindlichen Stimmungen spielt, sich ostentativ an Pegioten und Höcke-Fans heranwanzt, kann kein Partner für die Sozialdemokratie sein.

Volksparteien sind dafür da das Leben der Menschen allgemein zu verbessern, das Land für die Zukunft zu rüsten.
Dazu gehört es natürlich  für anständige Löhne und Renten zu sorgen.
Dazu gehört es aber keineswegs sich selbst gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu bedienen, um demoskopisch zu profitieren.

Ja, ich verstehe Menschen, die sauer auf die Alte Tante SPD sind.
Nein, ich verstehe deswegen noch lange nicht, wie man Fackelzüge gegen Asylunterkünfte veranstaltet, NPD/AfD-Fakenews in den sozialen Medien verbreitet und beginnt die noch Schwächeren zu hassen.

Wer den Rassismus der AfD teilt, sich nicht an Hitlergrüßen, Hakenkreuzen und Geschichtsrevanchismus stört, wer „Absaufen! Absaufen!“ grölt; wer sich wünscht, daß noch mehr Heimatvertriebene im Mittelmeer krepieren, ist kein von seinen niedrigen Löhnen zu Recht frustrierter Protestwähler, sondern ein verdammtes Arschloch.

Sollen Wagenknecht und Lafontaine denen nachlaufen.

Von der SPD erwarte ich hingegen ihre Arbeit zu machen.
Maas, Scholz und Barley machen das auch sehr gut. Giffey vermutlich auch.
Frau Schulze habe ich immer noch nicht bemerkt. Und Heil; siehe oben.

Mittwoch, 12. September 2018

Spitze des Eisbergs.


An den heutigen Nachrichten ist das Interessanteste, was man nicht hört.

Keine Empörung.
Keine Reue.
Keine Scham.
Kein mea Culpa.
Keine Rücktritte.
Keine Austritte.
Keine Konsequenzen.
Keine Strafen.
Keine Ermittlungen.
Keine Vorladungen.
Keine zugedrehten Geldhähne.

Die katholische Kirche in Deutschland ließ systematisch Tausende kleine Jungs vergewaltigen und misshandeln, schützt die Täter bis auf den heutigen Tag.

[….] Die von der Deutschen Bischofskonferenz bestellte, streng vertrauliche Studie soll am 25. September von Kardinal Reinhard Marx in Fulda vorgestellt werden. Dem SPIEGEL liegt die Zusammenfassung der Ergebnisse vor.
Demnach wurden mehr als 38.000 Personal- und Handakten aus 27 deutschen Diözesen untersucht und ausgewertet. Für den Zeitraum von 1946 bis 2014 zählt die Studie 3677 überwiegend männliche Minderjährige als Opfer sexueller Vergehen. 1670 Kleriker werden der Taten beschuldigt.
Mehr als die Hälfte der Opfer waren zum Tatzeitpunkt maximal 13 Jahre alt. In etwa jedem sechsten Fall kam es zu unterschiedlichen Formen der Vergewaltigung. Drei Viertel aller Betroffenen standen mit den Beschuldigten in einer kirchlichen oder seelsorgerischen Beziehung.
Die vorliegenden Zahlen werden als konservative Annahme bezeichnet. "Erkenntnisse über das Dunkelfeld wurden nicht erlangt", schreiben die Autoren der Studie: "Damit unterschätzen alle Häufigkeitsangaben die tatsächlichen Verhältnisse".
Die Hälfte aller Fälle wäre ohne Antrag auf Entschädigung durch die Betroffenen nicht einmal entdeckt worden, da die Personalakten der Beschuldigten keine Hinweise enthielten. In vielen Fällen seien sie "vernichtet oder manipuliert" worden. Daraus ergebe sich ein "Hinweis auf das Ausmaß des anzunehmenden Dunkelfelds", schreiben die Autoren der Studie. […..]

Der frommen Bundesregierung ist das Schicksal Myriaden Opfer kirchlicher Gewalt offensichtlich völlig egal. Anders als in Australien, Irland oder Holland fühlten sich keine Minister veranlasst selbst dieses ungeheuerliche Massenverbrechen zu untersuchen. Man richtete lediglich einen mit Katholiken besetzten „Runden Tisch“ ein, an dem katholische Ministerinnen und Täter-Vertreter saßen. Die Opfer wollte man erst gar nicht hören.
Die missbrauchen Kinder müssen heute wie die in Norbert Denefs NetzwerkB Organisierten ohne Einladung zu Katholikentagen gehen und wie unliebsame Störer darum betteln auch mal gehört zu werden.
Zahlen wie die über den Massenkindesmissbrauch durch die katholische Kirche in Deutschland von heute überraschen natürlich tatsächlich nicht, weil sie sich nahtlos in das Bild einer zutiefst moralisch verkommenen Kinderfickerorganisation passen, wie wir es aus vielen anderen Ländern der Welt auch kennen.
Myriaden Opfer in den USA, erst vor einer Woche wurden mindestens 266 Kinder-Vergewaltigungen durch katholische Priester in die Chile bekannt.

Der besondere Sadismus gegenüber Adoleszenten hat sich zum Alleinstellungsmerkmal der Katholiken entwickelt.
Was erst über Jahrhunderte recht offen gelebt wurde – schließlich wird in der Bibel Gewalt gegen Kinder ausdrücklich von Gott verlangt – wurde in der sexuellen Variante im 19. Und 20. Jahrhundert hinter verschlossenen Türen praktiziert, jedoch ab dem 21. Jahrhundert nahezu weltweit durch Journalisten und die Betroffenen selbst veröffentlicht.
Die RKK selbst bemüht sich bis heute den Opfern noch einmal ein Messer in den Rücken zu jagen, indem beispielsweise die RKK der USA mit Millionen Dollar gegen Gesetzesvorhaben lobbyiert, die Verjährungsfristen von Kindersextätern verlängern wollen.

Zu den heute nicht vernommen Äußerungen gehören:

„Ich schäme mich dafür als Politikerin dafür zu sorgen, daß eine Kinderfickerschutzorganisation wie die RKK mit Milliarden aus der Staatskasse gepampert wird“
(SPD-Vorsitzende Andrea Nahles)

„Ich kann es mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren für eine Kirche die weltweit massenhaft Kinder quält und vergewaltigt als Botschafterin zu dienen und trete daher von meinem Posten im Vatikan zurück“
(Vatikanbotschafterin Annette Schavan)

„Als Vater dreier Kinder und als Landesvater will ich mit meinem Rückzug aus dem Zentralrat der Katholiken dazu beitragen, daß eine Religion, die den Schwächsten unserer Gesellschaft so viel Gewalt angetan hat, nicht mehr unterstützt wird.“
(Ministerpräsident Winfried Kretschmann)

„Indem auch ich das ZdK verlasse möchte ich ein Zeichen gegen Kindesmissbrauch und die fortgesetzte Vertuschung desselben durch die Kirche setzen.“
(Vizekanzler a.D. Philip Rösler)

„Als Sozialdemokrat bin ich der Solidarität verpflichtet und kann keine extrem obrigkeitshörige Organisation wie die katholische Kirche unterstützen, die strukturell so verkommen ist, daß sie zum Schutze ihrer Kleriker Pädophile, Perverse und Päderasten in aller Welt fördert.“
(Bundestagspräsident a.D. Wolfgang Thierse)

„Selbst ein grundsätzlich so amoralischer Mann wie ich kennt Grenzen und daher ziehe ich meine Unterstützung für die Kirche, die Abertausende kleine Jungs mitleidslos anal penetrieren ließ hiermit zurück!“
(Bundesminister a.D. Alexander Dobrindt)
„Als Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslandes mit dem zweitreichsten Erzbistum der Erde werde ich meine Mitgliedschaft im Zentralrat der Katholiken ruhen lassen bis die kirchlichen Milliardenschätze den Opfern ekelhaften Kindervergewaltigungen zugekommen sind.“
(Ministerpräsident Armin Laschet.)

Nach Trump, der AfD oder auch den Sachsen im Allgemeinen bin ich eigentlich nicht mehr so leicht zu erschüttern, aber erstaunlicherweise erstaunt es mich immer noch zu sehen, wie locker und selbstverständlich es die Fans und Herolde der RKK es hinnehmen immer wieder schwarz auf weiß präsentiert zu bekommen, daß sie den weltweit größten Kinderfickerbund unterstützen.

(….) Eigentlich sind alle Politiker, die sich im Zentralrat der deutschen Katholiken und anderen katholischen Vereinen engagieren und als solche wie der ud öffentlich bekunden „Ich bin katholisch – und das ist auch gut so“ richtig cool:

Alois Glück (CSU), Philipp Rösler (FDP), Bernd Posselt (CSU), Horst Seehofer (CSU), Alexander Dobrindt (CSU), Wolfgang Thierse (SPD), Maria Böhmer (CDU), Armin Laschet (CDU) und Josef Winkler (Bündnis 90/Die Grünen), Dieter Althaus (CDU), Erwin Teufel (CDU), Norbert Geis (CSU) und Bernhard Vogel (CDU).

Die Crème de la Crème der Polithipster!

Aber es sind natürlich nicht nur Politiker coole Katholiken. Ach die anderen berühmten katholischen Bekenner beweisen Bergers These vom Stolz und Überdurchschnittlichkeit:
Matthias Matussek, Martin Mosebach, Robert Spaemann, Andreas Englisch, Gabriele Kuby, Paul Badde, Martin Lohmann, Alexanders Kissler, Matthias Drobinski. (….)

Sicher, Gauland und Trump beweisen, daß es ein Leben jenseits jeden Schamgefühls gibt, aber auch wenn mir diese Tatsache bewusst ist, fasse ich die Chuzpe, mit der Chefsozialdemokratin Nahles für die RKK wirbt, immer noch nicht.

Man sollte meinen, daß ein vergewaltigtes Kind „ausreicht“, um mit massivem staatsanwaltlichen Druck zu ermitteln, welche staatlich bezahlten Hintermänner den Täter systematisch vor Strafverfolgung schützten.

Aber auch 3677 missbrauchte Kinder triggern bei Thierse, Nahles und Schavan keine Schamgefühle. Die äußern sich gar nicht.

Diese 3677 zerstörten Kinderleben sind dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die Spitze des Eisbergs. Das besonders betroffene Bistum Regensburg mit seinen berühmten Domspatzen, bei denen Papstbruder Georg Ratzinger über 30 Jahre so exzessiv auf Kinder im Grundschulalter eindrosch, daß ihm beim Prügeln der kleinsten vor Eifer das Gebiss aus dem Mund flog, hatte sich der Aufklärung ganz verweigert. Bischof Müller versetzte einen überführten Kinderficker in eine andere Pfarre, um ihm neue Opfer zuzuführen, die er prompt wieder vergewaltigte. Müller sorgte dafür, daß Georg Ratzinger nicht strafrechtlich belangt wurde und wurde kurze Zeit später – so ein Zufall – vom anderen Ratzinger zum Chefinquisitor der RKK und damit zur Nummer drei in der kirchlichen Hierarchie ernannt, sowie von Bergoglio zum Kardinal erhoben.

Anschließend versuchte der berühmte Kriminologe Prof Christian Pfeifer den katholischen Missbrauch zu dokumentieren, wurde aber von den Bischöfen daran gehindert selbst die Akten einzusehen.

Sie feuerten Pfeifer, hielten weiterhin ihre Akten verschlossen – mit der freundlichen Rückendeckung der Bundesregierung war das möglich in Deutschland – und ließen ein gefälligeres Gutachten erstellen. Diesmal wurde den von ihnen bezahlten Gutachtern nur das das Material ausgehändigt, das die Generalvikare ihnen aussuchten.

Eine unabhängige Untersuchung mit direktem Aktenzugang ist bisher nicht geplant. Keiner der politischen Top-Katholiken fordert das.

[….] Viereinhalb Jahre lang haben sieben deutsche Forscher untersucht was ihnen von der Deutschen Bischofskonferenz erlaubt wurde. Eine unabhängige Untersuchung wurde erfolgreich verhindert.
Solange Verbrechen wie das am 5. Dezember 2005 vom Spiegel in „Verirrte Hirten“ veröffentlichte über einen Fall im Bistum Magdeburg nicht aufgearbeitet werden, sind die 350 Seiten der sieben deutschen Forscher nichts weiter als ein Papiertiger. Diese Gefälligkeitsstudie wurde von der Deutschen Bischofskonferenz mit rund 1,1 Millionen Euro finanziert. [….]

Dienstag, 11. September 2018

Amüsement auf Kosten Geisteskranker.

Wenn ich keine Lust mehr habe mich mit dem Irrsinn dieser Welt zu beschäftigen, beschäftige ich mich mit den dermaßen Irrsinnigen, daß sich die Frage, ob man lachen oder weinen soll, gar nicht erst stellt.

Beispiel Pat Robertson.
Der 88-Jährige Prediger, Politiker, Gründer der Christian Coalition of America, Gründer und Präsident der evangelikalen Regent University, Teebeutelikone, Gründer und Präsident des ultraevangelikalen American Center for Law and Justice, republikanische Präsidentschaftskandidat von 1988, radikale Zionist, Träger der Friends of the State of Israel-Auszeichnung, Moderator der Fernsehsendung The 700 Club und LGBTI-Hasser ist einer der reichsten und einflussreichsten Männer der konservativen Szene der USA.

Robertson ist natürlich eine große Gefahr, weil er so mächtig ist Millionen Menschen mit seinen kruden extremistischen Gewaltphantasien beeinflussen zu können.
Möglicherweise gäbe es in den USA weniger Amokläufe und keine Präsidentschaft Donald Trumps, wenn Robertson nicht seit Jahrzehnten mit seinen Netzwerk aus mittlerweile 170 Radio- und Fernsehstationen einen großen Teil der amerikanischen Wähler in die totale Verblödung gesendet hätte.
Eine enorme Verblödung, wie die Tatsache zeigt, daß dieser Irre frei rumläuft und nicht mit Benzodiazipinen und Zwangsjacke in einer hübschen Gummizelle weggesperrt ist. Sein Wahnsinn ist Legende.

[…..] Robertson vertritt die Ansicht, dass Gebete unmittelbare physische Wirkung (etwa gegen Naturkatastrophen und Krankheiten) entfalten können. […..] In einem Spendenaufruf zur Bekämpfung des Equal Rights Amendment in Iowa bezeichnete er Feminismus und Emanzipation als „eine sozialistische, antifamiliäre Bewegung, die Frauen dazu veranlasst, ihre Männer zu verlassen, ihre Kinder zu töten, Hexerei zu praktizieren, den Kapitalismus zu zerstören und Lesben zu werden.“ Die Terroranschläge am 11. September 2001 bezeichnete er kurz darauf als Strafe für Abtreibung, Homosexualität und Gottlosigkeit in der amerikanischen Bevölkerung, […..][Er] bezeichnete […..] den katastrophalen Hurrikan Katrina 2005 als gerechte Strafe Gottes für die Sünden der Einwohner von New Orleans.
 Nach dem schweren Erdbeben von Haiti 2010 machte er die Bevölkerung Haitis für dieses Beben verantwortlich. Seiner Ansicht nach habe Haiti „vor langer Zeit“ (a long time ago, gemeint ist das ausgehende 18. Jahrhundert) „einen Pakt mit dem Teufel geschlossen“ (swore a pact to the devil), um sich der französischen Kolonialherrschaft zu entledigen, und sei daher seitdem (ever since) verflucht (cursed). [….] Als millenaristischer Christ ist Robertson davon überzeugt, dass die Menschheitsgeschichte bereits die Endzeit erreicht habe und die Wiederkunft Jesu Christi kurz bevorstehe. Etliche Male behauptete er, Gott selbst habe mit ihm gesprochen, und machte mehrmals Prophezeiungen: Ende 1976 sagte er den Tag des Jüngsten Gerichts für 1982 voraus. Demnach hätte die Erde zwischen Oktober und November 1982 untergehen müssen.
Am 2. Januar 2007 teilte Robertson mit, dass Gott ihm offenbart habe, dass die USA noch 2007 von einem schweren Terroranschlag, vermutlich mit nuklearen Waffen, betroffen sein würden. […..]

Unter Trump blüht der rabiate Greis noch einmal richtig auf.
#45 ist so richtig nach seinem Geschmack.

Nachdem Trump sich zwei Jahre lang ununterbrochen selbst über den grünen Klee lobte…..


……lud Robertson Trumps Wahlkampfmanagerin und engste Beraterin Kellyanne Conway in seine Show  "The 700 Club" und fragte sie nach Trumps wichtigster Eigenschaft, woraufhin sie mit „humility“ antwortete. Trumps Bescheidenheit charakterisiere ihn am meisten.


[…..] Presidential counselor Kellyanne Conway tells CBN that President Donald Trump exemplifies humility.
As an adviser to the president, Conway has worked extensively with Trump since his campaign.
Conway appeared on CBN's "The 700 Club" Tuesday where Pat Robertson asked which of Donald Trump's characteristics stood out to her.
"It's one that most of the media never associate with him and I would say humility. The president understands the awesomeness of this job, he understands what a dangerous world in which we live," she said.
Conway added that Trump's humility is seen in practical ways through current events.
"Look at the devastation that many people are facing here in Texas, and God-forbid perhaps Louisiana next, and you have a president who understands that there are people in need, people who are suffering, and people who are relying on him to keep our country safe and prosperous. There's a great deal of humility that attaches to that." [….]

Darüber nicht in schallendes Gelächter ausgebrochen zu sein, halte ich für eine historische Leistung Conways und Robertsons.

Im Moment bewegt sich wieder einmal ein gewaltiger Hurrikan auf die amerikanische Ostküste zu. Die berühmten Outer Banks vor North Carolina werden vor FLORENCE komplett geräumt.

Hohe Holzhäuser ohne Fundament direkt an der Atlantik-Küste sind nicht gerade ideal, wenn 800 km breite Hurrikans mit Windgeschwindigkeiten über 250 km/h anrücken.

Möglich machen es die warmen Wassertemperaturen. Der Atlantik erwärmt sich aber immer öfter und immer mehr, weil das Klima sich verändert und heißer wird.
Robertson und Trump und Conway halten das allerdings für eine Hoax.

Da ist es nur konsequent, daß der geniale und bescheidene Trump endlich mehr schädliche Klimagase in die Atmosphäre leiten lässt.

[…..] Trump lockert Auflagen für Öl- und Gasgiganten
Die US-Regierung fährt den Umweltschutz zurück. Nun erlaubt sie laut "New York Times" den Energie-Unternehmen, mehr Methan auszustoßen - eins der klimaschädlichsten Gase. [….]

Gegen Hurricans kann man besser vorgehen, indem man mit Gebeten einen Schutzschirm errichtet.
Danke Pat Robertson!


Montag, 10. September 2018

Kübelböcks großer Sprung

Als ich gestern von Küblböcks Selbstmord hörte, rief ich als erstes einen meiner engsten Freunde an, der Kapitän ist. Vor knapp zehn Jahren hatte ich schon mal einen Brief von ihm veröffentlicht.
Daniel Küblböck hat Deine Idee geklaut, sagte ich ihm in gespielter Empörung.

Wie alle vernünftigen Menschen haben wir beide schon oft darüber gesprochen, wie man sich sicher, human, schnell und rücksichtsvoll selbst aus dem Leben nehmen kann.
Schließlich ist eins sicher: Wir werden alle sterben und bei den wenigstens Menschen geschieht das auf eine ideale Weise.
 Der medizinische Fortschritt bringt es mit sich, daß wir eben nicht mehr so leicht sterben. Krebs, Herzinfarkte, Lungenentzündungen, Embolien – all diese Methoden, die sich der liebe Gott ausdachte, um uns bis vor wenigen Jahrzehnten unkompliziert ins Jenseits abzuberufen funktionieren nur noch bedingt. Oft überlebt man, unterzieht sich ausgeklügelten Therapien und muss sich womöglich noch Jahrzehnte quälen nach einem Krankheitsereignis, das einen vor 100 Jahren locker erledigt hätte.
Theologen, strenggläubige und sonstige irre Fromme wie der gestern bei Anne Will debakulierende Ex-EKD-Chef Lügen-Bischof Huber finden Gefallen am endlosen Leiden, möchten das Leben möglichst in die Länge ziehen und Jahre in Krankenhäusern an Schläuchen angeschlossen leben.
Wer kein fanatischer Religiot ist, handelt vernünftig und rational, wenn er sich frühzeitig Alternativen ausdenkt um selbstbestimmt sein Leben zu beenden, bevor es ganz unerträglich wird.

Eine Schwierigkeit ist offenbar der richtige Zeitpunkt. Man darf nicht so lange warten, bis man sich nicht mehr selbst helfen kann, weil man schon zu wirr, zu schwach oder zu abhängig geworden ist.
Man muss zur Tat schreiten bevor es zu spät ist und da liegt der Hase im Pfeffer; die wenigstens mögen sich selbst umbringen, wenn es ihnen noch gut geht.
Aber nehmen wir mal an, man wäre entschlossen genug, um so ein Vorhaben umzusetzen.
Nur wie? Ganz einfach ist das nicht, weil die sicheren Methoden verrückterweise vom Staat kriminalisiert werden. Mitleid und Hilfe aus der Politik gibt es nicht; im Gegenteil, eine ganz große Allparteienkoalition verhindert humane und eigenverantwortliche Lösungen. Jens Spahn setzt sich sogar über höchstrichterliche Entscheidungen hinweg und verweigert Menschen in absoluter und brutaler Not das rettende Pentobarbital.
Spahn handelt in diesen Fällen extrem grausam und ich schreibe lieber nicht auf, was ich ihm dafür wünsche.
Was kann Otto Normal Suizider also tun? Die Menschen greifen zu dem was sie haben. Apotheker greifen zu Medikamenten. Soldaten töten sich vorzugsweise mit ihren eigenen Waffen. Allein 20 Selbstmorde gibt es jeden Tag unter ehemaligen US-Soldaten.
Ich habe aber weder Waffen noch tödliche Medikamente.
So viele sichere Methode gibt es nicht zu sterben. Schon gar nicht, wenn man wie ich rücksichtsvoll veranlagt ist und daran denkt niemanden zuzumuten die Schweinerei weg zu machen, wenn man beispielsweise vom Hochhaus springt, oder vor die U-Bahn hüpft.

Schiffsfahrt Nordatlantik, möglichst im Winter und dann nachts über Bord hat hingegen sehr viele Vorteile.
Bei den Wassertemperaturen lebt man nur noch wenige Minuten, wird vermutlich schnell betäubt. Und selbst die wenigen Minuten bleiben einem womöglich beim Aufprall auf die Wasseroberfläche erspart.
Vielleicht gelingt es einem sogar sich in Richtung der Azipods des Schiffs zu werfen; die zerhacken einen Körper in Sekunden.
Idealerweise springt man nachts ab, wenn niemand zusieht und hinterlässt einen eindeutigen Brief in der Kabine, damit nicht erst lange gesucht werden muss.
Anderenfalls muss der Kapitän das Williamson-Manöver befehlen.

1.   Ruder hart über (bei Mann über Bord zum Opfer hin)
2.   nach 60° Kursänderung: Ruder hart über auf Gegenseite
3.   20° vor Gegenkurs: Ruder mitschiffs.

Aber bei einem großen Schiff dauert es eine halbe Stunde bis man wieder an dem Punkt ist, an dem gekübelböckt wurde. Also ist derjenige längst tot und kann auch nicht mehr gefunden werden.

Das ist doch eine sehr soziale und rücksichtsvolle Methode. Niemand muss aufräumen, keiner muss Blutlachen wegwischen und den Angehörigen werden teure Beerdigungskosten. Einäscherungen und ähnliches erspart.
Hygienisch, sicher, sauber.

Unverständlich ist mir das Gejammere in den sozialen Netzwerken.
Wie oft ich in den letzten 24 Stunden das Wort „tragisch“ gelesen habe!
Dabei ist der Tod die natürlichste Sache der Welt und jeder, der es geschafft hat, sollte beglückwünscht werden. Der hat es hinter! Und dann auch noch selbstbestimmt zum selbst gewählten Zeitpunkt.



Die Übervorsicht, mit der das Thema Promi-Suizid in den normalen Medien behandelt wird, ist ausgesprochen lächerlich. Es wird einfach vorausgesetzt, daß ein Suizid – davon gibt s immerhin rund 10.000 jedes Jahr in Deutschland (plus hohe Dunkelziffer)  - viel schlimmer als andere Todesarten wären. Tragisch, traurig.
Warum? Als ob man es verhindern könnte zu sterben. Und wenn man es schon nicht verhindern kann, ist es doch klar besser sich das eigene Ende selbst auszusuchen.

Küblböck, der im Gegensatz zu vielen ehemaligen Trash-Sternchen aufgrund einer frühen Investition in Ökostrom sehr wohlhabend war, starb bevor er alt und gebrechlich wurde.
Eine eher gute Sache für ihn. Ich kann die Tragik darin nicht erkennen, die ihm jetzt in Portraits über sein Trash-Leben entgegen gebracht wird.

[….] Als Daniel an der achten Staffel von „Let's Dance“ teilnahm und Platz 6 belegte, strahlte sein Partner ihn aus dem Publikum heraus an. Da waren sie bereits seit einem Jahr ein Paar, ließen sich sogar ein gemeinsames Snoopytattoo auf die Knöchel stechen. Die Beziehung endete laut Gasser vor einiger Zeit. Er schrieb gestern auf seinem Profil: „Auch nach mit Kummer gefüllten Stunden, erscheint es mir noch surreal. Heute ist eine Welt zusammengebrochen. {…} Daniel, bitte lass uns aus diesem schlimmen Traum aufwachen! Sei Stark, hab‘ Kraft und komm zurück... Wir brauchen dich!“ [….]

Myriaden unbekannte Menschen in Pflegeheimen, die niemand kennt, die kein Geld haben, um sich adäquat pflegen zu lassen, die den Zeitpunkt verpassten selbst zu handeln, oder die nicht den Mut und die Entschlossenheit hatten und daher an Maschinen angeschlossen in ihren Exkrementen liegen, sind es, die ich bedauere, deren Schicksal ich für tragisch halte.
Tragisch ist es, nicht Selbstmord begehen zu können.

Aber während Talkshows, Boulevardmedien und Zeitungen keinerlei Hemmungen haben mit ununterbrochener AfD-Beschäftigung Hass auf Flüchtlinge zu triggern und zu Anschlägen beizutragen, werden sie hypersensibel bei Suiziden, um bloß nicht in die Enke-Falle zu gehen. Damals wurde der Selbstmord eines Fußballers von Bischöfin Käßmann und Co mit riesigem Trara „begangen“ – was natürlich viele Nachahmer zu Folge hatte.
Nicht schön, aber immerhin besser als die Tausenden rechtsradikalen Anschläge auf Unschuldige und Unbeteiligte, die nach der ausführlichen Präsentation von HöckeStorchGaulandSeehoferWeidelScheuerPetryDobrindtBosbach geschehen.

Und was soll dieses Theater der Todesart Ertrinken eine besondere Tragik zuzuschreiben?
Das halte ich aus den oben genannten Gründen für absurd; umgekehrt wird ein Schuh draus: Eiswasser im Nordatlantik ist eine eher humane Version den Löffel abzugeben.

Richtig fies ist hingegen warmes Mittelmeerwasser  und zwar insbesondere dann, wenn man gar nicht sterben wollte, sondern mit aller Kraft dagegen ankämpft.

Tausende ersaufen jedes Jahr. Das findet die xenophobe deutsche Mehrheit aber nicht tragisch.

(….) Auch durch das jahrelange Nachplappern der immer extremer werdenden AfD-Positionen, sind Teile der CSU gedanklich inzwischen mit tatsächlich rechtsradikalem Gedankengut infiziert.
Dieser Abschaum arbeitet intensiv daraufhin, daß mehr unschuldige Frauen und Kinder im Mittelmeer krepieren.

[…..] Angesichts der Blockade von Seenotrettern im Mittelmeer sind binnen weniger Tage bei mehreren Unglücken etwa 220 Menschen ertrunken. "Das ist eine konservative Schätzung", sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). [….]

Für Orban, Kurz und Söder, deren Politik mitursächlich für die Fluchtgründe sind, ist das offensichtlich eine erfreuliche Meldung. Je mehr elendig ersaufen, desto besser stehen sie bei ihrer xenophoben Wählerschaft da und desto größer wird der Abschreckungseffekt.

Tod an Europas Grenzen nach UNHCR-Zahlen:
5.286 Menschen starben 2014 weltweit auf der Flucht.
6.305 Menschen waren es 2015.
8.057 Menschen kamen 2016 bei Fluchtbewegungen auf der ganzen Welt ums Leben.
6.142 Menschen sind 2017 beim Versuch zu fliehen, gestorben.

Das ist der moralische Standard von drei Politikern, die sich als ausgesprochen christlich inszenieren, den Papst umgarnen und in allen Amtstuben Kruzifixe aufhängen lassen.

[…..] Kommt es irgendwo auf der Welt zu einem Erdbeben mit tausenden Toten, ist die Anteilnahme auch bei uns (zurecht!) sehr hoch. Sondersendungen laufen, Spendenaktionen werden gestartet. Damit, dass sich vor der Haustür Europas eine dauerhafte Katastrophe abspielt, die Jahr für Jahr Tausenden das Leben kostet, haben wir uns jedoch offenbar arrangiert.
Über 25.000 Menschen starben in den vergangenen vier Jahren weltweit auf der Flucht – mehr als die Hälfte von ihnen beim Versuch, nach Europa zu gelangen. Sie ertrinken im Mittelmeer oder verdursten auf dem Weg dorthin in der Wüste. Und selbst die Internationale Organisation für Migration (IOM), die diese Statistiken bereitstellt, sagt: Die Zahlen zeigen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Todesfälle.
Vor allem auf den Fluchtrouten durch Afrika in Richtung Mittelmeer sterben wohl weit mehr Menschen, als bekannt wird. Für 2017 tauchen in den Statistiken nur 690 Todesfälle dort auf, die Experten vermuten aber ähnlich viele Opfer wie im Mittelmeer (3.193) Auch 2018 geht das Sterben unvermindert weiter. Bereits 651 tote Flüchtlinge weltweit protokolliert IOM, davon 414 im Mittelmeer. Die Zahlen des UNHCR lauten ähnlich: 398 Tote bei bislang nur rund 10.000 Ankünften in Italien, Griechenland – und vermehrt auch wieder in Spanien. Jahrelang waren die Flüchtlingszahlen dort gering, seitdem sowohl die Grenzzäune in den Exklaven Ceuta und Melilla hochgerüstet wurden, als auch spanische Polizisten in Abfahrtsländern wie Mauretanien patrouillieren. Die Entwicklungen in Libyen sorgen aber offenbar für eine erneute Verlagerung der Routen. [….]

Man erinnert sich auch an die Britin, die 10 Stunden im Mittelmeer verlorenging und dann lebend gefunden wurde.
Das war eine lange ausführliche Geschichte, die von allen Medien ausgewalzt wurde.