Montag, 10. September 2018

Kübelböcks großer Sprung

Als ich gestern von Küblböcks Selbstmord hörte, rief ich als erstes einen meiner engsten Freunde an, der Kapitän ist. Vor knapp zehn Jahren hatte ich schon mal einen Brief von ihm veröffentlicht.
Daniel Küblböck hat Deine Idee geklaut, sagte ich ihm in gespielter Empörung.

Wie alle vernünftigen Menschen haben wir beide schon oft darüber gesprochen, wie man sich sicher, human, schnell und rücksichtsvoll selbst aus dem Leben nehmen kann.
Schließlich ist eins sicher: Wir werden alle sterben und bei den wenigstens Menschen geschieht das auf eine ideale Weise.
 Der medizinische Fortschritt bringt es mit sich, daß wir eben nicht mehr so leicht sterben. Krebs, Herzinfarkte, Lungenentzündungen, Embolien – all diese Methoden, die sich der liebe Gott ausdachte, um uns bis vor wenigen Jahrzehnten unkompliziert ins Jenseits abzuberufen funktionieren nur noch bedingt. Oft überlebt man, unterzieht sich ausgeklügelten Therapien und muss sich womöglich noch Jahrzehnte quälen nach einem Krankheitsereignis, das einen vor 100 Jahren locker erledigt hätte.
Theologen, strenggläubige und sonstige irre Fromme wie der gestern bei Anne Will debakulierende Ex-EKD-Chef Lügen-Bischof Huber finden Gefallen am endlosen Leiden, möchten das Leben möglichst in die Länge ziehen und Jahre in Krankenhäusern an Schläuchen angeschlossen leben.
Wer kein fanatischer Religiot ist, handelt vernünftig und rational, wenn er sich frühzeitig Alternativen ausdenkt um selbstbestimmt sein Leben zu beenden, bevor es ganz unerträglich wird.

Eine Schwierigkeit ist offenbar der richtige Zeitpunkt. Man darf nicht so lange warten, bis man sich nicht mehr selbst helfen kann, weil man schon zu wirr, zu schwach oder zu abhängig geworden ist.
Man muss zur Tat schreiten bevor es zu spät ist und da liegt der Hase im Pfeffer; die wenigstens mögen sich selbst umbringen, wenn es ihnen noch gut geht.
Aber nehmen wir mal an, man wäre entschlossen genug, um so ein Vorhaben umzusetzen.
Nur wie? Ganz einfach ist das nicht, weil die sicheren Methoden verrückterweise vom Staat kriminalisiert werden. Mitleid und Hilfe aus der Politik gibt es nicht; im Gegenteil, eine ganz große Allparteienkoalition verhindert humane und eigenverantwortliche Lösungen. Jens Spahn setzt sich sogar über höchstrichterliche Entscheidungen hinweg und verweigert Menschen in absoluter und brutaler Not das rettende Pentobarbital.
Spahn handelt in diesen Fällen extrem grausam und ich schreibe lieber nicht auf, was ich ihm dafür wünsche.
Was kann Otto Normal Suizider also tun? Die Menschen greifen zu dem was sie haben. Apotheker greifen zu Medikamenten. Soldaten töten sich vorzugsweise mit ihren eigenen Waffen. Allein 20 Selbstmorde gibt es jeden Tag unter ehemaligen US-Soldaten.
Ich habe aber weder Waffen noch tödliche Medikamente.
So viele sichere Methode gibt es nicht zu sterben. Schon gar nicht, wenn man wie ich rücksichtsvoll veranlagt ist und daran denkt niemanden zuzumuten die Schweinerei weg zu machen, wenn man beispielsweise vom Hochhaus springt, oder vor die U-Bahn hüpft.

Schiffsfahrt Nordatlantik, möglichst im Winter und dann nachts über Bord hat hingegen sehr viele Vorteile.
Bei den Wassertemperaturen lebt man nur noch wenige Minuten, wird vermutlich schnell betäubt. Und selbst die wenigen Minuten bleiben einem womöglich beim Aufprall auf die Wasseroberfläche erspart.
Vielleicht gelingt es einem sogar sich in Richtung der Azipods des Schiffs zu werfen; die zerhacken einen Körper in Sekunden.
Idealerweise springt man nachts ab, wenn niemand zusieht und hinterlässt einen eindeutigen Brief in der Kabine, damit nicht erst lange gesucht werden muss.
Anderenfalls muss der Kapitän das Williamson-Manöver befehlen.

1.   Ruder hart über (bei Mann über Bord zum Opfer hin)
2.   nach 60° Kursänderung: Ruder hart über auf Gegenseite
3.   20° vor Gegenkurs: Ruder mitschiffs.

Aber bei einem großen Schiff dauert es eine halbe Stunde bis man wieder an dem Punkt ist, an dem gekübelböckt wurde. Also ist derjenige längst tot und kann auch nicht mehr gefunden werden.

Das ist doch eine sehr soziale und rücksichtsvolle Methode. Niemand muss aufräumen, keiner muss Blutlachen wegwischen und den Angehörigen werden teure Beerdigungskosten. Einäscherungen und ähnliches erspart.
Hygienisch, sicher, sauber.

Unverständlich ist mir das Gejammere in den sozialen Netzwerken.
Wie oft ich in den letzten 24 Stunden das Wort „tragisch“ gelesen habe!
Dabei ist der Tod die natürlichste Sache der Welt und jeder, der es geschafft hat, sollte beglückwünscht werden. Der hat es hinter! Und dann auch noch selbstbestimmt zum selbst gewählten Zeitpunkt.



Die Übervorsicht, mit der das Thema Promi-Suizid in den normalen Medien behandelt wird, ist ausgesprochen lächerlich. Es wird einfach vorausgesetzt, daß ein Suizid – davon gibt s immerhin rund 10.000 jedes Jahr in Deutschland (plus hohe Dunkelziffer)  - viel schlimmer als andere Todesarten wären. Tragisch, traurig.
Warum? Als ob man es verhindern könnte zu sterben. Und wenn man es schon nicht verhindern kann, ist es doch klar besser sich das eigene Ende selbst auszusuchen.

Küblböck, der im Gegensatz zu vielen ehemaligen Trash-Sternchen aufgrund einer frühen Investition in Ökostrom sehr wohlhabend war, starb bevor er alt und gebrechlich wurde.
Eine eher gute Sache für ihn. Ich kann die Tragik darin nicht erkennen, die ihm jetzt in Portraits über sein Trash-Leben entgegen gebracht wird.

[….] Als Daniel an der achten Staffel von „Let's Dance“ teilnahm und Platz 6 belegte, strahlte sein Partner ihn aus dem Publikum heraus an. Da waren sie bereits seit einem Jahr ein Paar, ließen sich sogar ein gemeinsames Snoopytattoo auf die Knöchel stechen. Die Beziehung endete laut Gasser vor einiger Zeit. Er schrieb gestern auf seinem Profil: „Auch nach mit Kummer gefüllten Stunden, erscheint es mir noch surreal. Heute ist eine Welt zusammengebrochen. {…} Daniel, bitte lass uns aus diesem schlimmen Traum aufwachen! Sei Stark, hab‘ Kraft und komm zurück... Wir brauchen dich!“ [….]

Myriaden unbekannte Menschen in Pflegeheimen, die niemand kennt, die kein Geld haben, um sich adäquat pflegen zu lassen, die den Zeitpunkt verpassten selbst zu handeln, oder die nicht den Mut und die Entschlossenheit hatten und daher an Maschinen angeschlossen in ihren Exkrementen liegen, sind es, die ich bedauere, deren Schicksal ich für tragisch halte.
Tragisch ist es, nicht Selbstmord begehen zu können.

Aber während Talkshows, Boulevardmedien und Zeitungen keinerlei Hemmungen haben mit ununterbrochener AfD-Beschäftigung Hass auf Flüchtlinge zu triggern und zu Anschlägen beizutragen, werden sie hypersensibel bei Suiziden, um bloß nicht in die Enke-Falle zu gehen. Damals wurde der Selbstmord eines Fußballers von Bischöfin Käßmann und Co mit riesigem Trara „begangen“ – was natürlich viele Nachahmer zu Folge hatte.
Nicht schön, aber immerhin besser als die Tausenden rechtsradikalen Anschläge auf Unschuldige und Unbeteiligte, die nach der ausführlichen Präsentation von HöckeStorchGaulandSeehoferWeidelScheuerPetryDobrindtBosbach geschehen.

Und was soll dieses Theater der Todesart Ertrinken eine besondere Tragik zuzuschreiben?
Das halte ich aus den oben genannten Gründen für absurd; umgekehrt wird ein Schuh draus: Eiswasser im Nordatlantik ist eine eher humane Version den Löffel abzugeben.

Richtig fies ist hingegen warmes Mittelmeerwasser  und zwar insbesondere dann, wenn man gar nicht sterben wollte, sondern mit aller Kraft dagegen ankämpft.

Tausende ersaufen jedes Jahr. Das findet die xenophobe deutsche Mehrheit aber nicht tragisch.

(….) Auch durch das jahrelange Nachplappern der immer extremer werdenden AfD-Positionen, sind Teile der CSU gedanklich inzwischen mit tatsächlich rechtsradikalem Gedankengut infiziert.
Dieser Abschaum arbeitet intensiv daraufhin, daß mehr unschuldige Frauen und Kinder im Mittelmeer krepieren.

[…..] Angesichts der Blockade von Seenotrettern im Mittelmeer sind binnen weniger Tage bei mehreren Unglücken etwa 220 Menschen ertrunken. "Das ist eine konservative Schätzung", sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). [….]

Für Orban, Kurz und Söder, deren Politik mitursächlich für die Fluchtgründe sind, ist das offensichtlich eine erfreuliche Meldung. Je mehr elendig ersaufen, desto besser stehen sie bei ihrer xenophoben Wählerschaft da und desto größer wird der Abschreckungseffekt.

Tod an Europas Grenzen nach UNHCR-Zahlen:
5.286 Menschen starben 2014 weltweit auf der Flucht.
6.305 Menschen waren es 2015.
8.057 Menschen kamen 2016 bei Fluchtbewegungen auf der ganzen Welt ums Leben.
6.142 Menschen sind 2017 beim Versuch zu fliehen, gestorben.

Das ist der moralische Standard von drei Politikern, die sich als ausgesprochen christlich inszenieren, den Papst umgarnen und in allen Amtstuben Kruzifixe aufhängen lassen.

[…..] Kommt es irgendwo auf der Welt zu einem Erdbeben mit tausenden Toten, ist die Anteilnahme auch bei uns (zurecht!) sehr hoch. Sondersendungen laufen, Spendenaktionen werden gestartet. Damit, dass sich vor der Haustür Europas eine dauerhafte Katastrophe abspielt, die Jahr für Jahr Tausenden das Leben kostet, haben wir uns jedoch offenbar arrangiert.
Über 25.000 Menschen starben in den vergangenen vier Jahren weltweit auf der Flucht – mehr als die Hälfte von ihnen beim Versuch, nach Europa zu gelangen. Sie ertrinken im Mittelmeer oder verdursten auf dem Weg dorthin in der Wüste. Und selbst die Internationale Organisation für Migration (IOM), die diese Statistiken bereitstellt, sagt: Die Zahlen zeigen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Todesfälle.
Vor allem auf den Fluchtrouten durch Afrika in Richtung Mittelmeer sterben wohl weit mehr Menschen, als bekannt wird. Für 2017 tauchen in den Statistiken nur 690 Todesfälle dort auf, die Experten vermuten aber ähnlich viele Opfer wie im Mittelmeer (3.193) Auch 2018 geht das Sterben unvermindert weiter. Bereits 651 tote Flüchtlinge weltweit protokolliert IOM, davon 414 im Mittelmeer. Die Zahlen des UNHCR lauten ähnlich: 398 Tote bei bislang nur rund 10.000 Ankünften in Italien, Griechenland – und vermehrt auch wieder in Spanien. Jahrelang waren die Flüchtlingszahlen dort gering, seitdem sowohl die Grenzzäune in den Exklaven Ceuta und Melilla hochgerüstet wurden, als auch spanische Polizisten in Abfahrtsländern wie Mauretanien patrouillieren. Die Entwicklungen in Libyen sorgen aber offenbar für eine erneute Verlagerung der Routen. [….]

Man erinnert sich auch an die Britin, die 10 Stunden im Mittelmeer verlorenging und dann lebend gefunden wurde.
Das war eine lange ausführliche Geschichte, die von allen Medien ausgewalzt wurde.


Sonntag, 9. September 2018

Hypothetische Historie und Gegenwart


Was ich vor zehn Jahren noch für Sorgen hatte:

(….) Vom Sinn kontrafaktischer Geschichte lautet einer der Buchtitel zu einem vollkommen sinnlosen Thema.
Auch der Kieler Historiker Michael Salewski schrieb schon zu dem virtuellen Thema. Michael Salewski (Hg.): Was Wäre Wenn. Alternativ- und Parallelgeschichte: Brücken zwischen Phantasie und Wirklichkeit. Stuttgart 1999.
Der englische Begriff dafür heißt: Might-have-been-history.
Von dem Berliner Althistoriker Alexander Demandt erschien 1984 das Traktat Ungeschehene Geschichte, das zeigen soll, dass Überlegungen zu Un­geschehenem statthaft, begründbar und überdies unverzichtbar sind.
Ein Grund, um immer noch jeden Tag in die Schreibtischplatte zu beißen, ist nach wie vor der höchst umstrittene Wahlsieg George Bushs im Jahr 2000.
Wie viel besser könnte die Welt aussehen, wie viele Menschen könnten noch leben, wenn am 11.September 2001 statt diesem größtmöglichen Hohlkopf und Kriegstreiber der Friedensnobelpreisträger Al Gore amerikanischer Präsident gewesen wäre! (….)

Nah dran waren wir immerhin; Gore hatten 500.000 Wählerstimmen mehr als GWB und bekam trotzdem nichts.

Ich erinnere mich noch an ein Telefonat so um 2002 mit einem Freund meiner Eltern, der als Rentner in New Jersey lebte; Jerry. Ein belesener Mann, der tatsächlich anfing zu weinen, als er über #43 sprach: What is this man doing to our country? Er beglückwünschte meinen Vater, den er schon aus der Uni kannte, dazu in Europa zu leben und bedauerte schon zu alt dafür zu sein ebenfalls auszuwandern. Meine Mutter fand, er solle sich das genau überlegen und versprach ihm alle Hilfe in Hamburg bei der Wohnungssuche und Eingewöhnung.

Zu ihrem Glück waren alle drei im November 2016 bereits endgültig abgereist, so daß ihnen erspart blieb, was wir Zurückgebliebenen täglich mit #45 erleben.

Gestern nahm sich #44 seinen Nachfolger vor; Pence schäumt vor Wut.



A posteriori wirkt Barack Obama in der Tat wie eine Lichtgestalt. Wie ein geradezu übermächtiger Wort-Titan, wie eine Ikone der Anständigkeit.
Es braucht keine parteipolitische Brille, um #44 verglichen mit #45 als hochgebildetes Genie anzusehen.

Hätte ich das 2009, 2010, 2011 geahnt. Damals hielt ich Obama für schwach und übervorsichtig. Es war mir völlig unverständlich wieso er die in beiden Parlamentskammern vorhandene demokratische Mehrheit der ersten beiden Amtsjahre nicht konsequent nutzte und immer wieder auf die Republikaner zuging, Kompromisse suchte.
Er baute auf die Vernunft der GOPer, band sie möglichst in seine Entscheidungen ein, als ob er ihnen im Sinne der Einheit aller Amerikaner vermitteln wollte „guckt mal, so schlimm bin ich gar nicht, obwohl ich schwarz aussehe und als links gelte!“
Daß Republikaner Kompromissbereitschaft und Gesprächsangebote als Schwäche auslegen und ihn nur umso härter bekämpfen würden, verstand Obama erst richtig, als er im November 2010 bei den Midterms eine Megaklatsche erhielt, weil er die einst enthusiastischen und nun enttäuschten Wähler seiner Basis verloren hatte und nun den Kongress gegen sich hatte.

Richtig mutig wurde Obama erst im letzten Amtsjahr, als er nichts mehr zu verlieren hatte und seine präsidentielle Macht voll ausschöpfte.

Kontrafaktisch historisch betrachtet, wünsche ich mir, daß Obama die demokratischen Vorwahlen 2008 knapp gegen Hillary Clinton verloren hätte und sie Präsidentin geworden wäre.
Das hätte viele Vorteile gehabt.
Die amerikanische Misogynie ist nicht so tiefsitzend wie der Rassismus. Hillary hätte nicht ganz so viel Teebeutelwiderstand ausgelöst.
Außerdem verfügte sie übergenügend eigene Erfahrungen mit den Republikanern aus ihrer Arbeit am Gesundheitssystem und der Obstruktion Newt Gingrichs.
Die Clinton vom Januar 2009 war gewiss härter und skrupelloser als der Obama.
Sie hätte besser als er erkannt wie günstig die Gelegenheit für erhebliche Reformen nach dem GWB-Frust ist und die demokratische Mehrheit in House und Senat gnadenlos ausgenutzt.
Außerdem hätte sie Barack Obama als kommenden Partei-Star in ihrer Administration einbauen und Erfahrungen sammeln lassen können.
Die demokratische Partei wäre womöglich deutlich progressiver angesichts der mutigen Taten.
Vielleicht wäre das Feld für ihn 2016 besser bereitet gewesen, um als erfahrener Minister oder VP Präsident #45 zu werden, statt wie jetzt auf dem Altenteil zu hocken.

Was für ein elendes Drama hingegen die Realität abgibt. Nun sind nicht nur Clinton und Obama beide weg, sondern sie bekam auch noch einen besonders perfiden Arschtritt der Geschichte, indem sie wie Kollege Al Gore deutlich die meisten Stimmen holte. Sie gewann mit fast drei Millionen Stimmen Vorsprung vor Donald Trump. Drei Millionen Stimmen, die im amerikanischen Wahlsystem so viel wert sind wie ein trockener Furz in der hohlen Hand. Clinton ist Rentnerin, die Demokraten demoralisiert und überall regieren die GOPer mit absoluter Mehrheit.

Hypothetische Geschichte ist sinnlos. Kontrafaktische Gegenwart hingegen erfreut sich großer Beliebtheit in der Trump-Administration.

[…..] Kellyanne Conway about why the White House on Saturday had sent Spicer to the briefing podium for the first time to claim that "this was the largest audience to ever witness an inauguration, period."
"You're saying it's a falsehood. And they're giving -- Sean Spicer, our press secretary -- gave alternative facts," she said.
Todd responded: "Alternative facts aren't facts, they are falsehoods." [….]


Im September 2018, 20 Monate später, ist Trump immer noch geradezu besessen von seiner “crowd-size” und erzählt auch ausländischen Staatsgästen tagein, tagaus wie gewaltig sein Sieg war.
Als „Beweis“ hat er im Weißen Haus Crowd-Size-Bilder aufgehängt.
Die Realität, die nicht zu seinen Behauptungen passt, wurde passend gemacht.

[….] "Stick with us. Don't believe the crap you see from these people, the fake news. ... What you're seeing and what you're reading is not what's happening." [….]

Trump beklagte sich über „a lot of empty areas“ und ließ sie Inauguration-Bilder fälschen. Der frisch gebackene Präsident selbst rief am zweiten Amtstag den Direktor des National Park Service an, um die Bilder manipulieren zu lassen



[….] Ein vom Weißen Haus beauftragter Fotograf hat zugegeben, die offiziellen Bilder von der Zuschauermenge bei der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump bearbeitet zu haben. [….]

Was nicht passt, wird passend gemacht.
Trump muss immer den Größten haben und will stets umjubelt werden. Lügen und Wahnsinn pur – damit beschäftigt sich also der mächtigste Mann der Welt.

Bei seiner letzten Rally in Montana, als Trump wieder einmal im Jubel der Massen auftankte, gab es einen „Zwischenfall“ wie im Januar 2017. Genau hinter ihm, wo sonst stets begeisterte Männer mit Erektionen und Frauen beim Eisprung vor Glück applaudieren, stand ein junger Mann im Karo-Hemd, der weder einen MAGA-Hut trug, noch angemessen enthusiastisch seinen religiösen Führer feierte. Der sogar, wie entsetzte konservative Medien feststellten einen Democratic Socialists of America sticker trug! Warum ist so einer noch nicht im Arbeitslager?
Der „#Plaid shirt guy“ wunderte sich eher über Trump, schnitt erstaunte Grimassen.
Normale Amerikaner in der Nähe des #45, die nicht vor Glück jauchzen und jubilieren?
Das darf nicht sein in Trumps Welt und so wurde der Mann schnell aus der Sichtachse entfernt. Zwei neben ihm stehende Freunde, die immerhin MAGA-Kappen trugen, aber nicht begeistert genug applaudierten, wurden von Trumps Team ebenfalls während der Rede schnell rausgeschafft und durch freudig erregt klatschende junge Trump-Fangirls ersetzt.


[….] He’s a 17-year-old high school senior at Billings West High School. Though he identifies as a social democrat, he said he didn’t want to miss the chance to see a speech by the president of the United States. So he and some friends signed up to attend Mr. Trump’s rally on Thursday.
That morning, Mr. Linfesty said, he got an email saying that he had been selected for V.I.P. status, which meant that he would get to meet the president and have access to premier seating. He said that he did not apply for the status and that he believed he was chosen by chance.
[….] Mr. Linfesty said organizers instructed the crowd to clap and cheer, but he said he could not bring himself to applaud for things that he did not agree with. He said he did not know he was so visible until friends texted him in the middle of the speech.
“That was not me trying to protest,” Mr. Linfesty said. “That was just my honest reactions to the things that he was saying.”
[….] Finally, a woman slid into the aisle and whispered something to him. He walked off and she replaced him in the crowd: a new face, now smiling pleasantly in the background.
[….] Backstage, Mr. Linfesty said he was pulled aside while police officers and Secret Service officials checked his identification. After about 10 minutes, he said, “they respectfully told me to just leave and not come back.” [….]