Donnerstag, 4. Januar 2018

Die Size-Queen

Das waren noch Zeiten, als Trump mit 16 anderen GOPern auf öffentlichen Bühnen rumpolterte.
Das könne ja nicht mehr lange dauern bis er aufgeben müsse.
Aber er rückte bloß immer mehr in die Bühnenmitte. Während links und rechts die Typen mit den kleinsten Portemonnaies und Umfragewerten herausgeschleudert wurden.
Ich wurde erst allmählich nervös, weil ich mir so sicher war, daß Trump nicht nominiert werden könne. Und selbst wenn; das wäre umso besser, denn bei der general election hätte er natürlich keine Chance gegen Sanders oder Clinton, würde die GOP also an den Boden blamiert zurücklassen.
Fast schon wünschte ich mir eine Trump-Nominierung, da Marco Rubio oder gar der gruselig-rechtsextreme Fanatiker Ted Cruz womöglich eine kleine, aber reale Chance gehabt hätten gegen Clinton zu gewinnen.

 Aber dann brach im März 2016 der legendäre Penis-Streit auf offener Bühne los. Nur notdürftig die Handgrößen-Metapher nutzend, duellierten sich der US-Senator aus Florida und der Hobbygolfer mit der orangenen Perücke um ihre Schwanzgröße, unterstellten sich wechselseitig untenrum zu kurz gekommen zu sein.
Da warf ich mich das erste Mal erschöpft auf den Boden, konnte es nicht fassen wie tief die angeblich konservativ-christlichen Republikaner gesunken waren.
Das niedrigste Niveau war erreicht, obwohl schon die Verwendung der Vokabel „Niveau“ völlig absurd war.
Unter dem hysterischen Jubelkreischen seiner aufgegeilten Fans prahlte Donald nun mit der Größe seiner Hände, also seiner Hosennudel.


Nun gab es nur noch zwei Möglichkeiten.
Entweder Trump zöge sich beschämt für immer aus der Öffentlichkeit zurück, oder das RNC müsste die Notbremse ziehen, also Rubio und Trump aus dem Rennen nehmen.
Was käme sonst als nächstes? Ließen die GOPer nun öffentlich ihre Hosen runter und hielten ihre republikanischen Phalli in die Kameras?
Bekanntlich kam es anders und 62 Millionen amerikanische Wähler stimmten am Ende für den Noodle-bragger.


Das ewige Faszinosum Penislänge werde ich nie verstehen.
In vielen archaischen Kulturen gelten riesige Phalli als Fruchtbarkeitssymbole.
OK, aber erstens ist die menschliche Fruchtbarkeit ein Fluch und zweitens hängt die tatsächliche Fruchtbarkeit eines Mannes in keiner Weise mit der Schwanzgröße zusammen.

Mit etwas Phantasie kann ich mir ausmalen wieso sexuell aktive Schwule sich für die Nudelgröße ihrer Partner interessieren.
Aber wieso ist das eigentlich auch für heterosexuelle Männer so ungeheuer wichtig, daß sie immer wieder öffentlich mit ihren Maßen angeben?
Wie kann man überhaupt für die Größe eines Körperteils Stolz empfinden, wenn man diese doch ohnehin nicht beeinflussen kann?
Im Gegensatz zu einem Bizeps oder Pectorialis kann man den Penis nicht durch Training in der Muckibude vergrößern und im Gegensatz zu weiblichen Brüsten läßt sich auch chirurgisch so gut wie nichts erreichen.
Warum also der Stolz auf eine Größe, die man gar nicht beeinflussen kann?
Noch unverständlicher wird die Angelegenheit, wenn man bedenkt, daß aufgrund unserer westlichen Kleidung die Penisgröße ohnehin fast nie zu sehen ist.
Da haben es Frauen viel schwerer, die erheblich mehr Mühe aufwenden müssen, wenn sie durch Oberbekleidung die Dimensionen ihrer Busen kaschieren wollen.

 So wie Trumps evangelikale Anhänger interessieren sich die meisten Religionen geradezu manisch für Penisse.
Schon der liebe Gott äußert sich in der Genesis dazu und verlangt von seinen Fans ihren neugeborenen Söhnen erst mal ein Stück vom Penis abzuschneiden
Juden und Muslime machen bis heute ein riesiges Theater, wenn es jemand wagt den Gedanken der körperlichen Unversehrtheit aller Kinder ins Spiel zu bringen.
Katholischen Lustgreisen im Kleid erscheint das männliche Genital aber ebenso als stetes Zentrum ihrer Gedanken.
Was darf man damit machen? Darf man eine Latexhaut drüber ziehen? Funktioniert die Erektion vorschriftsgemäß? Ist der Dödel auch groß genug?

(…..) Das weiß doch jedes Kind, daß Penis und Hoden zum Denken unerlässlich sind - Frauen sind schließlich geistig minderwertig und daher ist es unbedingt notwendig insbesondere bei geistigen Führern sicher zu gehen, daß auch wirklich ein Penis da ist.

Um sich diesbezüglich keines Risikos auszusetzen, führten die Katholiken bei der Papstwahl ein ausgefeiltes Penisprüfverfahren ein; den Kotstuhl!

„Der nach unten hin offene Sedes stercoraria. Auf dem Möbel mit dem irreführenden Namen mußten die neugewählten Päpste Platz nehmen und sich dann vom jüngsten Mitglied des Kardinal-Kollegiums unter die Soutane greifen lassen - um sicherzustellen, daß es sich bei dem zukünftigen Pontifex wirklich um einen Mann handelte. Fand der Gottesmann, wonach er suchte, sprach er die Worte: „Habet testes“ (er hat Hoden).Worauf die Kardinäle antworteten: „Deo gratias“ (dem Herrn sei Dank).
Dabei wäre der skurrile Greiftest - den die katholische Kirche wider besseres Wissen und alle Beweise heute leugnet - bei den meisten Päpsten überflüssig gewesen. Denn fast alle hatten schon vor ihrer Wahl bewiesen, daß sie Testes-Träger waren.“

(Der Spiegel 11/97)

"Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."
(Kirchenvater Augustinus, hl., 354-430)

Anderen Sekten, wie zum Beispiel den orthodoxen Christen, reicht noch nicht einmal die Tatsache überhaupt über männliche Genitalien zu verfügen - nein, sie müssen auch noch ausreichend groß sein - sonst ist’s Essig mit der Priesterlaufbahn.
Es kann dazu führen, daß armen kleinpimmeligen Menschen a priori der Weg zum Theologiestudium verwehrt bleibt.
So geschehen im Juli 1996 in Bukarest, als mehreren Männern das Kirchenstudium verwehrt blieb. Die Schule begründete die Ablehnung wie folgt:
Die Penisse der Kandidaten wären einfach zu klein und „in einer Pfarrersfamilie darf es nicht zu Scheidungen oder sonstigen Unannehmlichkeiten kommen“.

Klar - was könnte auch sonst ausschlaggebend sein für das Funktionieren einer Ehe außer der Penisgröße des Ehemannes!
Recht haben sie, die Rumänen!

Unter einer gewissen Mindestpenisgröße dürfte überhaupt nicht erlaubt sein zu heiraten.

Außerdem ist auf eine volle Funktionstüchtigkeit zu achten.

Als vorbildlich kann in dieser Hinsicht Bischof Lorenzo Chiarinelli in Viterbo angesehen werden:
Daß ein Paar sich liebt, zusammen leben möchte ohne laufend GV zu praktizieren, ist für Bischof Lorenzo Chiarinelli in Viterbo nicht nur NICHT vorstellbar, sondern sogar verwerflich.
Einem standesamtlich verheirateten Paar verweigerte der Bischof den kirchlichen Segen, da der Ehemann durch einen Unfall gelähmt und zeugungsunfähig geworden war:

"Kein Bischof, kein Priester kann eine Hochzeit zelebrieren,
wenn er weiß, dass eine Impotenz vorliegt".

Kirchliche Trauung nur mit Erektion!

Das Hauptaugenmerk der Oberkatholen in den bunten Kleidchen liegt dabei mal wieder auf dem Penis, von dem sie geradezu besessen sind. (…..)
(Vorstehende Probleme der EKD-Ratsvorsitzenden, 14.11.2009)

Penisse werden also nicht nur als Körperteil rein zufälliger Größe mit definierten Funktionen bei Sexualität und Ausscheidungsvorgängen betrachtet, sondern immer wieder symbolisch aufgeladen, so daß die Dimensionierung des Dödels als Metapher für so ziemlich jedes Problem herhält.
Kaum ein Journalist, der bei Trumps und Uns Prahlerei über ihre (zugegebenermaßen tatsächlich Phallus-förmigen) Atomraketen auf eine psychologische Schwanzvergleich-Deutung verzichtet.

Eine psychologische Störung beim US-Präsidenten zu vermuten ist allerdings mehr als gerechtfertigt; schon allein, weil hunderte renommierte Psychiater ebenfalls zu dem Schluss kommen.

(….) Das ist in der Tat außerordentlich beunruhigend was die 27 Experten über Trump zusammentragen.

[….] Das Ver­hal­ten des Tä­ters zei­ge cha­rak­te­ris­ti­sche Merk­ma­le ei­nes So­zi­o­pa­then, ur­teilt der Gut­ach­ter und Psych­ia­ter Lan­ce Do­des. Es hand­le sich da­bei um „eine der schwer­wie­gends­ten al­ler see­li­schen Stö­run­gen“. So­zi­o­pa­then lit­ten un­ter ei­nem „De­fekt in der grund­le­gen­den Na­tur ih­res Mensch­seins“. Ihre ty­pi­schen Ei­gen­schaf­ten: „Sa­dis­tisch, mit­leid­los, grau­sam, ab­wer­tend, un­mo­ra­lisch, pri­mi­tiv, kalt­schnäu­zig, räu­be­risch, schi­ka­nie­rend, ent­mensch­li­chend.“
Do­des lässt kei­nen Zwei­fel dar­an, dass er von ei­nem ge­fähr­li­chen Mons­trum spricht. Doch ge­meint ist nicht etwa der At­ten­tä­ter von Las Ve­gas. Nein, die Rede ist vom am­tie­ren­den Prä­si­den­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten.
Do­des' Ex­per­ti­se ist Teil ei­nes Buchs, in dem 27 Fach­leu­te – teils sehr nam­haf­te Psych­ia­ter und Psy­cho­lo­gen – ihr Ur­teil über Do­nald Trump ab­ge­ben(*). Der Band ist aus ei­ner Kon­fe­renz her­vor­ge­gan­gen, die un­ter dem Mot­to „Duty to Warn“ (Pflicht zu war­nen) an der Uni Yale statt­fand.
Ent­stan­den ist ein un­heim­li­ches See­len­pan­ora­ma. Trump wer­den ein „hy­per­ma­ni­sches Tem­pe­ra­ment“, eine „wahn­haf­te Los­lö­sung von der Wirk­lich­keit“ und „pa­ra­no­ide Hy­per­emp­find­lich­keit“ at­tes­tiert. Die Au­to­ren un­ter­stel­len ihm nicht nur „Ge­dan­ken­lo­sig­keit“, „Leicht­sinn“ und „Selbst­ver­herr­li­chung“, son­dern auch „Frau­en­hass“, „Bos­haf­tig­keit“ und „Be­wun­de­rung für Ge­walt­herr­scher“. So­gar vor Ver­glei­chen mit Adolf Hit­ler schre­cken die Fach­leu­te nicht zu­rück.
Den Le­ser hin­ter­lässt das Buch fas­sungs­los: Wird das mäch­tigs­te Land der Welt wirk­lich von ei­nem Ver­rück­ten re­giert? Ei­nem Grö­ßen­wahn­sin­ni­gen, der nicht recht weiß, was er tut? [….]
(DER SPIEGEL, 21.10.2017, s.112)

Die Diagnosen decken sich zum Teil mit denen, die ich letzte Woche zusammentrug.

[….] Leo­nard Glass hofft, der Be­geis­te­rung der Trump-An­hän­ger mit sei­ner Ex­per­ti­se et­was ent­ge­gen­set­zen zu kön­nen: „Die Leu­te glau­ben, Do­nald Trump sei ein rich­ti­ger Kerl“, sagt er. „Sie den­ken: Der hat Mumm, der hat Geld, der lässt sich von nie­man­dem was sa­gen.“ Des­halb sei es wich­tig, den Men­schen zu er­klä­ren, dass all das auf­ge­bla­se­ne Ge­prah­le ver­mut­lich nur Aus­druck ei­ner Ich-Schwä­che sei. Wer es nö­tig habe, sich selbst so maß­los zu prei­sen, dem mang­le es an Selbst­wert­ge­fühl. [….]
(DER SPIEGEL, 21.10.2017, s.114f.)

Das ist wenig überraschend, da Trump durch seine stark eingeschränkte Intelligenz und mangelnde Bildung gar nicht in der Lage ist seine gravierenden Charakterdefizite zu verbergen.

Neben vielen Persönlichkeitsstörungen ist Trump also auch noch mit einem schweren Minderwertigkeitskomplex und radikaler Egomanie geschlagen.
Er erträgt es nicht kritisiert zu werden, will immer im Mittelpunkt stehen und kann, auch bedingt durch seine sehr eingeschränkte Intelligenz und Aufmerksamkeitsspanne, nicht abstrahiert denken.
Alles beurteilt er nur durch die „wie komme ich dabei weg?“ und „heimse ich dabei genügend Lobpreisungen ein?“-Brille.
Es geht nur um ihn und dabei ist natürlich sein Penis die perfekte Metapher für ihn und seinen Reichtum.
Für beides kann er nichts, beides ist dem Zufall geschuldet, also quasi geerbt und taugt somit nicht dazu sich damit über andere zu erheben.
Aber seine Borderline-Perspektive stellt ihn außerhalb der Realität.
Das „Bragging About Himself“ ist zum ultimativen Trump-Charakteristikum geworden.
Wann immer der Fokus auf irgendetwas anderem liegt, bedeutet das für Trump einen unwiderstehlichen Trigger, um sein „ich bin besser, größer, reicher!“ rauszuhauen. In der Regel gerät er dabei in solche Prahl-Rauschzustände, daß er nur noch Superlative benutzt.
Er ist der Allerbeste von allen, nie war jemand besser.


Trump ist völlig unfähig zu erkennen wie lächerlich er sich macht, wenn er durch die Welt poltert und jedem erklärt, er habe den längsten Penis aller Männer.

Ihm ist ganz offensichtlich überhaupt nicht bewußt, daß der Wahrheitsgehalt seine Penis-Metaphorik an all den anderen Aussagen über seine Bildung, seinen Wortschatz und seinen IQ gemessen wird. Alles Dinge, die ganz offensichtlich bei Trump unterdurchschnittlich klein ausgeprägt sind.

Trump begreift selbstverständlich auch internationale Politik nicht, hat keine Ahnung, daß sogenannte „Schurkenstaaten“ Atomwaffen als Lebensversicherung verwenden und das sogar höchst rationalen Überlegungen entspringt.
Die USA führten nämlich Regimechanges immer nur bei den Nationen durch (Iran, Afghanistan, Irak), die keine Massenvernichtungswaffen hatten.
Nachdem der Iran im August 1953 erlebte, wie der amerikanische CIA Premierminister Mohammad Mossadegh stürzen wollte, um Fazlollah Zahedi als neuer Premierminister einzusetzen und die USA 2001 und 2003 bei beiden großen Nachbarländern des Irans ebenfalls das Regime stürzten, um ein US-Freundliches zu installieren, ist es aus Sicht der herrschenden Mullahs nur folgerichtig sich möglichst schnell Atomwaffen anzuschaffen und nicht auf die Rufe diese abzuschaffen einzugehen.
Der Psychopath im Weißen Haus erkennt diese Hintergründe nicht, wenn Kim Jong Un auf seine Atomwaffen verweist, sondern hält alles nur für eine oberflächliche Penisgrößenshow – so wie Trump nämlich Politik macht.





Nicht nur schätzt Trump also die Situation völlig falsch ein, sondern er verfällt sofort in sein primitives „ich habe den Größten“-Muster.


 
Intellektuelle schlagen die Hände über dem Kopf zusammen.

“Throw the whole presidency away. Just throw the whole thing away.” Donald Trump is wearing us out with his compulsive tweeting. Man, no one wants to think about the size of your “button.” #Dangerous #Deranged #Delusional

Aber auch diese Kritik erreicht Trump nicht.
Man, no one wants to think about the size of your “button” ist ein Gedanke außerhalb seiner Vorstellungskraft.
Er glaubt, ganz im Gegenteil, daß überhaupt nur die Größe seines Geräts interessant wäre.
Trump ist tatsächlich so primitiv.
So einen kann man nur mit primitiven Repliken ärgern.

His button is so big because his hands are so tiny. Time to lead him out of the White House in handcuffs.


Gegenwärtig gerät Trump sogar für seine Verhältnisse außergewöhnlich aus dem Ruder, weil ihn das Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House", verfasst vom kontroversen Autor Michael Wolff vielfach klein erscheinen lässt.

[….] Wolff beschreibt Trumps Tochter Ivanka ("dumm wie Stroh", so Bannon) und ihren Gatten Jared Kushner als eiskalte Karrieristen, die Trump nur für ihre persönlichen Zwecke ausnutzten.
 Ivanka, die sogar selbst mit einer Präsidentschaftskandidatur liebäugele, mache sich über die gequälte Frisur ihres Vaters lustig, plump gefärbt mit dem Billighaarprodukt "Just for Men".
Niemand hatte Wolff zufolge Gutes über Trump zu sagen. "Er las nicht. Er überflog nicht mal. Einige hielten ihn für nicht mehr als halbgebildet." Einer Extra-Lehrstunde über die US-Verfassung habe Trump nicht folgen können.
Beraterin Katie Walsh habe geklagt, der Umgang mit Trump sei, "als wolle man herausfinden, was ein Kind will". Medienmogul Rupert Murdoch, dessen Sender Fox News zu Trumps lautesten Cheerleadern gehört, habe Trump einen "fucking idiot" genannt.
Ähnliche Worte werden Finanzminister Steve Mnuchin, Sicherheitsberater H.R. McMaster und Ex-Stabschef Reince Priebus zugeschrieben. Wirtschaftsberater Gary Cohn halte Trump für "strunzdumm".
Trump ängstige sich im Weißen Haus und ziehe sich oft in sein Schlafzimmer zurück, wo er ohne die First Lady nächtige. Dort habe er über den vorhandenen Fernseher hinaus zwei weitere installieren lassen. Das Personal dürfe nichts anfassen, "vor allem nicht seine Zahnbürste". Aus Angst vor Vergiftung esse Trump am liebsten Fastfood von McDonald's. [….]

Von Cortisol geflutet setzte der Penis-Paniker letzte Nacht gleich 16 hochgradig psychotische Tweets ab.
Selbst die hartgesottenen US-Talk-Hosts verlieren die Fassung.


Und immer noch gibt es genügend Trump-Fans, die öffentlich erklären, ihr Idol habe den größten Penis der Welt.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Das gehört verboten

Natürlich ärgert es mich als Liberalen (nicht im FDP-Sinne!), wenn rechte Parteien tragische Vorkommnisse ausnutzen, um sich als tatkräftig zu inszenieren, indem sie höhere Strafen und schärfere Gesetze fordern.
Das ist so billig und durchschaubar.
Das tut man wenn das Kind im Brunnen ist.
Schärfere Gesetze kosten nichts und lenken davon ab, daß die aktiven Politiker offensichtlich bei der Prävention versagt haben.
Ganz ohne Strafgesetzbuch und Jugendknäste geht es leider nicht.
Aber ich erwarte, daß Politiker nicht wie 2001 CDU und Schillpartei in Hamburg dafür gewählt werden mehr Jugendliche einzusperren, sondern wünsche mir Bildungs-, Sozial- und Justizpolitik, die verhindert, daß Jugendliche überhaupt auf die schiefe Bahn geraten.
Nach „schärferen Gesetzen“ zu krakeelen, ist ein Armutszeugnis und zu allem Übel wird das auch noch vom Wähler belohnt.

Mein persönlicher Liberalismus gebietet es Freiheiten nur dort einzuschränken, wo sie Dritte gefährden.
Waffen müssen für den Privatgebrauch verboten sein, weil man mit Waffen andere verletzt. Man darf nicht mit drei Promille Autofahren, weil man sich damit nicht nur selbst umbringt, sondern andere gefährdet.

Irrigerweise gibt es aber auch zahlreiche Verbote, die aus reiner (oft religiotisch beeinflussten) Borniertheit entstanden.
Eins, das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe wurde gerade erst abgeschafft.
Intersexuelle dürfen aber immer noch nicht heiraten.
Man darf auch nicht zu dritt heiraten. Die Ehe zwischen Geschwistern ist nach wie vor verboten, obwohl das Inzest-Tabu absurd und anachronistisch ist.


Nehmen wir an eine bestimmte Droge sei höchst ungesund.
 (Was bei vielen heute verbotenen Drogen fraglich ist). Nehmen wir an, die Substanz sei so gefährlich, daß sie binnen kurzer Zeit zu totaler Abhängigkeit und unentrinnbarem Organversagen führen würde.
Ich neige dazu auch solche Substanzen erlauben zu wollen.

Wenn ein erwachsener Mensch im Vollbegriff seiner geistigen Kräfte gerne ein Pfund Arsen essen möchte – warum nicht?

Wer ist der Staat ihm das zu verbieten?

Andere Ansatzpunkte für die moralische Keule sind Inzest und Vielweiberei, bzw Vielmännerei.
Wenn Bruder und Schwester ein Kind zeugen, ist das womöglich genetisch ungünstig für den Nachwuchs.
Ich sehe das Problem.
Aber es gibt auch andere Konstellationen, in denen Kinder größere Risiken haben behindert zu sein – zum Beispiel Schwangerschaften über 40-Jähriger.
Wo kämen wir dahin, wenn wir das alles verbieten würden?
Darf dann auch keiner mehr ein Kind bekommen, in dessen Familie überdurchschnittlich viel Brustkrebs oder viele Herzinfarkte vorkommen?

Außerdem gibt es bekanntlich Verhütungsmethoden.
Bruder und Schwester können auch einfach so zum Vergnügen Sex miteinander haben!
Ich finde es absurd, daß dies verboten ist. Zumal Sex zwischen zwei Brüdern oder Sex zwischen zwei Schwestern erlaubt ist.

Die Ehe zu dritt, also die Lieblingsdrohkulisse der Religioten im Kampf gegen die Homoehe („Wo kämen wir da hin….“), ist das Paradebeispiel falscher Moral. Dabei wird niemand geschädigt und niemand wird dazu gezwungen.
Wenn aber zwei Männer und eine Frau sich heiraten möchten – warum zum Teufel nicht?
Das ist moralisch nicht vom Staat zu bewerten, sondern deren Angelegenheit.
Ich halte das für wesentlich unproblematischer als beispielsweise meinen Nachbarn, der gerne abends seine volle stinkende Mülltüte vor der Wohnungstür stehen läßt, weil er keinen Bock mehr hat runter zur Mülltonne zu gehen.
DAS belästigt mich! Das stinkt, das steht im Weg, das ist eine Beleidigung für die Augen aller, die durch das Treppenhaus gehen müssen, das wertet die ganze Immobilie ab (Broken Windows Theorie!).
Das sollte verboten sein, weil es andere tangiert.
Sollte mein Nachbar hingegen den dringenden Wunsch verspüren seine drei Brüder und eine Cousine zu heiraten – bitte; ich habe nichts dagegen. Das geht nur ihn was an. (….)

PID, §218, Leihmutterschaft oder Stammzellenforschung sind weitere Punkte, bei denen es in Deutschland völlig absurde strenge Verbote gibt.
Das sollte gefälligst alles legal sein; schließlich ist niemand gezwungen das mitzumachen.

Es ist weiterhin absurd in Deutschland immer noch Marihuana zu kriminalisieren, obwohl längst auch die Polizei Straffreiheit fordert.
Unglaublich, aber wahr; hier ist Trumps Amerika viel weiter als Deutschland.

Natürlich gehören auch die von frommen Christolitikern durchgepaukten Gesetze, die es verbieten, daß man selbst über seinen Tod bestimmen darf, abgeschafft.
Unverzeihlich, daß SPD-Frauen wie Griese und Nahles mir dieses Recht aus ihrer persönlichen religiotischen Verblendung genommen haben.
Es sollte nicht nur Cannabis legalisiert werden, sondern der Staat sollte die Möglichkeit schaffen, daß ein Sterbewilliger legal eine Dosis Pentobarbital erhalten kann.

Der Verbotsdrang des deutschen Staates ist allerdings nicht allumfassend.

Sobald ökonomische Partikularinteressen im Spiel sind, erfasst den deutschen Gesetzgeber eine enorme Hasenfüßigkeit.
Deutschland ist so ziemlich das einzige Land ohne ein allgemeines Tempolimit. Hier heißt es auf Autobahnen rasen bis der Leichenwagen kommt.
Tausende Unschuldige werden dadurch getötet und verletzt, die Umwelt wird ruiniert.
Aber die politische Klasse ist so sehr mit der High-PS-Lobby verquickt, daß sich niemand an ein Tempolimit traut.


Dringend erforderlich ist auch gegen die verblödeten Impfgegner mit einem Verbot zu reagieren. Es muss ihnen verboten werden anderen Menschen mit ihren ungeimpften Kindern zu gefährden. Eine Impfpflicht muss also her, um die Chemtrailgläubigen zur Raison zu bringen.

Frankreich ist da viel weiter.

[….] Kinder in Frankreich müssen künftig gegen elf Krankheiten geimpft werden. Zuvor waren es drei. In den vergangenen Jahren sind in Frankreich zehn Menschen an Masern gestorben.
[….] Wenn Kinder in Frankreich in die Kita oder in die Schule kommen, müssen die Eltern Impfnachweise vorlegen. [….] Befürworter der Pflichtimpfungen verweisen darauf, dass nur 78 Prozent der Zweijährigen in Frankreich gegen Masern geimpft seien - die Impfrate müsse aber bei 95 Prozent liegen, um Masernviren effektiv aufzuhalten.
Ab dieser Quote ist davon auszugehen, dass sich das Virus im Fall einer Einzelinfektion nicht weiter ausbreiten kann - man spricht dann von Herdenimmunität. [….] In Frankreich erkrankten laut "Le Figaro" zwischen 2008 und 2016 insgesamt 24.000 Menschen an den Masern, zehn starben infolge der Krankheit. [….] In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, auch wenn sie von einigen Experten gefordert wird. [….] Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt für Kinder und Jugendliche Standardimpfungen gegen 14 Krankheiten. [….]

Zu Silvester gab es wieder hunderte verletzte in den Notaufnahmen; teilweise unbeteiligte Kinder.
In Brandenburg töteten sich unabhängig voneinander gleich zwei Ronnys versehentlich selbst mit ihren Böller-Konstruktionen.
In Singapur gibt es grundsätzlich keinen Böllerverkauf an Privatpersonen und falls doch jemand privat böllert, setzt es Stockhiebe (Hallo Skydaddy! Danke für die Info heute Morgen!)
Warum wird das nicht endlich in Deutschland verboten? Man denke nur an die Feinstaubbelastung.

Die liberalen Niederlande können das auch.

Niederländische Städte verbieten private Silvester-Feuerwerke

Dort sind auch prinzipiell Waffenexporte in Krisengebiete verboten, während Merkel und Gabriel stets vor der deutschen Waffenlobby einknicken und die schlimmsten Übeltäter (Saudi Arabien!) beliefern lassen.

Und selbst die extrem unternehmerfreundlichen Staaten Großbritannien und China greifen gegen umweltschädliche CO2-Schleudern durch, setzen Fristen, ab wann nur noch Elektromotoren zugelassen werden.

 [….]  China ergreift drastische Maßnahmen gegen Spritschlucker.[….]
Die internationale Autoindustrie bekommt erneut die harte Hand der chinesischen Regierung beim Thema Umweltschutz zu spüren: Peking hat mit dem Jahreswechsel den Bau von 553 verschiedenen Automodellen untersagt. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Demzufolge schlucken die Fahrzeuge zu viel Sprit und erfüllen somit nicht die staatlichen Verbrauchsvorgaben.
Betroffen sind auch Joint-Ventures, an denen deutsche Hersteller beteiligt sind. So darf laut Liste Volkswagen nicht mehr einen Audi und Daimler eine Mercedes-Limousine herstellen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. [….] China hat Klimawandel und Smog offiziell den Kampf angekündigt und dabei bereits erste Erfolge erzielt. Zudem möchte die Volksrepublik durch einen umfassenden Umstieg auf Elektroautos die heimische Fahrzeugindustrie stärken. [….] Im vergangenen Jahr gab Peking zudem bekannt, nach einem Ausstiegsdatum für den Verbrennungsmotor zu suchen. Diesen Schritt sind zahlreiche andere Länder bereits gegangen. [….]

Bravo, China!
Die Welt steht Kopf – China treibt den Klimaschutz mächtig voran, während die einstige Klimakanzlerin in Deutschland im Mastdarm der KFZ-Lobby hockt und den hiesigen CO2-Ausstoß sogar vergrößert.





Dienstag, 2. Januar 2018

Auf Horst Mahlers Spuren.

Einige Zitate sind so nett, daß man kaum noch den eigentlichen Ursprung feststellen kann, weil sie so oft prominent zitiert werden.

»Wer mit 19 kein Revolutionär ist, hat kein Herz.  Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat keinen Verstand.«
(Theodor Fontane)

»Wer in seiner Jugend kein Kommunist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand.«
(B.Russell)

»Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz – wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand.«
(Winston Churchill)

Tatsächlich sind durchschnittliche Menschen oft in ihrer Jugend revolutionärer eingestellt und passen sich in den nächsten 20 Jahren erstaunlich an.
Ich selbst bin zwar parteipolitisch nie irgendwohin gerutscht, aber ich stelle durchaus fest, daß mir Probleme inzwischen oft vielschichtiger und komplizierter erscheinen, als vor 35 Jahren.

Sich über ein paar Dekaden hinweg von sehr idealistisch-links zu etwas realistischer Mitte-Links zu orientieren, ist also üblich und dem täglichen Hinzulernen geschuldet.
Vermutlich neigt man auch zu mehr Spießertum, wenn man seiner eigenen Jungendzeit entwächst, weil man Gefahren und Risiken besser erfassen kann.
Ich ertappe mich gelegentlich dabei beim Lesen über Jugendliche zu denken, daß sie alles zu früh machen. Zu früh Sex, zu früh Autofahren, Wählen bevor sie Politik verstehen, zu leichtsinnig mit Drogen und zu unreif bei der Entscheidung über ihre berufliche Zukunft vorgehen.
Teenager sollten noch nicht heiraten, sich fest binden und Kinder bekommen – denke ich heute.
Hätte man mir so etwas erklärt, als ich selbst 15 oder 16 oder 17 war, wäre ich natürlich empört gewesen und hätte voller Überzeugung gesagt, daß ich durchaus in der Lage bin über diese Angelegenheiten selbstverantwortlich zu entscheiden.
Die Perspektive verändert sich selbstverständlich im Laufe des Lebens und daher kann man auch seine parteipolitische Sicht auf die Dinge ein wenig ändern.
Gelegentlich ändern sich auch die Parteien.
So war die FDP der 1970er Jahre wirklich eine beeindruckende linksliberale Kraft, die mit Personen wie Ingrid Matthäus-Maier für gesellschaftlichen Fortschritt und Säkularismus stand.
Diese Partei existiert aber nicht mehr.
Alle Linksliberalen sind längst ausgetreten. Die FDP ist nun die Partei mit dem zweithöchsten Prozentsatz Kirchenmitglieder und macht ungeniert xenophobe Stimmung.
1972 hätte ich gern FDP gewählt, um Brandt zum Kanzler zu machen.
2017 erscheint die Lindner-FDP wie die AfD-Bruderpartei aus dem Westen.

Einige Menschen werden im Alter auch deutlich liberaler als in ihrer Jugend, weil sie viel dazu gelernt haben.
Sebastian Haffner oder Gustav Heinemann zum Beispiel.

Viel häufiger ist aber der Weg nach stramm rechts.
Dafür stehen beispielsweise Alexander Gauland oder Arnulf Baring.
Oskar Lafontaine rutscht auch nach rechts; freilich von einem anderen Startpunkt aus, als Gauland.
 Den ganz großen Bogen, einmal quer durch alle Parteien schlug Oswald Metzger. In seinem Fall dürften allerdings eher Posten statt Positionen entschieden haben

Trippel-Parteihopper Oswald Metzger war nach seinen erratischen Eruptionen wider die Hartz-IV-Empfänger bei Grünen, Linken und SPD nicht mehr so ultrabeliebt.
Metzger hat behauptet, Hartz IV mache manche Arbeitslose «träge und antriebsarm» und steht wegen seiner Äußerung in der Kritik, viele Sozialhilfe- Empfänger sähen «ihren Lebenssinn darin, Kohlehydrate oder Alkohol in sich hineinzustopfen, vor dem Fernseher zu sitzen und das Gleiche den eigenen Kindern angedeihen zu lassen».
Aber mit Hilfe der CDU dachte Großsprecher Metzger wieder in den Bundestag zu kommen; der Wahlkreis Biberach sollte für den Christenunionsfrischling das neue Sprungbrett zu den Pfründen sein. (……)
Der STERN schreibt:

Metzger hat sich früher in großer ordoliberaler Pose gegen das Branntweinmonopol gefallen, das den kleinen Brennern am Bodensee überhaupt ihr wirtschaftliches Überleben auf ihren Streuobstwiesen erlaubt. Wären die EU-Subventionen gestrichen worden, wie von Metzger gefordert und von ihm als volkswirtschaftlich unsinnige Ausgabe bezeichnet, wären die Kleinbrenner am Ende gewesen. Jetzt plötzlich hat sich Metzger in seinem Wahlkampf für die Erhaltung der Subventionen eingesetzt. Der Eindruck ist eindeutig: Der Mann wechselt seine Überzeugungen so schnell wie seine Hemden und Parteien. Metzger war inzwischen in der FDP, bei den Grünen und ist jetzt in der CDU. Glaubwürdigkeit hat der Selbstdarsteller, dessen wichtigstes Programm "Metzger" heißt, auf Dauer nirgendwo erworben.

Kleine Anmerkung an den STERN:
Mit den Parteien habt Ihr ein bißchen was durcheinander bekommen: Von 1974 bis 1979 gehörte Metzger der SPD an, dann ab 1987 den Grünen und ab 2008 der CDU. Ein FDP-Parteibuch hatte er nie.
Aber versuchen sollte er es vielleicht bei Westerwelles Truppen - da spielen Inhalte doch ohnehin keine Rolle (…..)


Von Grün zur CDU kommt gelegentlich vor, wenn Politiker wie Elke Twesten befürchten bei den Grünen kein sicheres Mandat mehr zu bekommen.
Von der CDU zu den Grünen zu gehen erlebt man außer unter den speziellen Mappus-Kretschmann-Gegebenheiten auf BW-Landesebene nie.

(….) Beim Weg von links nach rechts sind meistens persönlichere Verwirrungen, Animositäten oder Karrierestreben die Antriebsfedern.

Vera Lengsfels, Oswald Metzger, Angelika Barbe, Günter Nooke, Ehrhart Neubert, Arnold Vaatz wechselten aus PDS-Hass (außer Metzger) zur  CDU, die vorher mit zwei DDR-Blockparteien fusioniert war.
Logisch ist anders.

Außerhalb der reinen Parteipolitik haben auf dem Weg von links nach rechts Arnulf Baring und Horst Mahler die längsten Strecken zurückgelegt. 
Mahler schmort hoffentlich gerade im Knast. 
Baring schmort auf den Talkshowbänken von Maischberger und Will. Dort darf er den Wiedergänger der Comic-Figur Cholerix geben und seine angebräunten Sätze absondern. (….)

Mahler vom linksextremen RAF-Terrorist zum rechtsextremen NPD-Volksverhetzer dürfte einer der ganz wenigen sein, der sowohl für linksextreme wie auch für rechtsextreme schwere Straftaten im Knast schmorte.

David Berger erschien nach seinem Outing als liberales Aushängeschild der RKK, so daß man sich entsetzt abwendete, als er mit seinem braunen PP-Blog immer rechter, reaktionärer und hasserfüllter wurde. In Wahrheit hatte er nur einen kurzen Ausflug in die liberalere Öffentlichkeit getan, ist jetzt aber lediglich wieder so rechtsreaktionär, wie er es vor seinem Outing als FSSPX-Mann schon einmal war.

(….) Horst Mahler ist insofern ein Extremfall, weil er von ganz ganz links bis ganz ganz rechts, also einmal die längste mögliche politische Strecke durchschritt.

Horst Mahler, 80, heute Neonazi, war als Student in der SPD, flog aus ihr raus als er in den linken Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) eintrat.
Er war Mitgründer der Rote Armee Fraktion (RAF), wurde zum Terroristen und saß von 1970 bis 1984 im Knast.
Im Knast las er die von Otto Schily mitgebrachten Werke Hegels, sagte sich von der RAF los und wurde kontinuierlich konservativer. Ende der 1980er praktizierte er wieder als Anwalt. In den 1990ern kam er über Hans Filbingers braunen CDU-Flügel in Kontakt zu Rechtsextremen und Alt-Nazis.
 Er verteidigte NDP-Mitglieder, sowie die NPD selbst im Verbotsverfahren gegen sie. 2000 trat er in die NPD ein und wurde weiterhin kontinuierlich krimineller und rechtsextremer.
Die NPD wurde ihm allerdings zu lasch, weil sie „eine am Parlamentarismus ausgerichtete Partei“ sei. Er verließ sie also 2003 und wandte sich noch weiter nach rechts. Er wurde Verteidiger der Holcaustleugner, gründete den Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten, der fünf Jahre später verboten wurde.
Mahler gründete weitere rechtsterroristische Zirkel und verherrlicht heute offen und engagiert Adolf Hitler.
Seit 2009 saß er beinahe kontinuierlich wegen Volksverhetzung und anderer Delikte im Knast. Eine zehnjährige Haftstrafe ist noch offen, aber nachdem ihm 2015 sein halbes Bein abfaulte, wurde er mit knapp 80 aufgrund des miserablen Gesundheitszustandes von der Haft beurlaubt.

So weit wie Mahler lotete Dr. Berger nie die extremistischen Grenzen aus, aber dafür durchmaß er das Spektrum gleich zwei Mal.

Erst von ganz rechts nach ganz links und nun wieder zurück nach ganz rechts.
Einen besonderen Twist gibt es dabei, da er sich als Schwulensprecher empfindet, aber wie einst Otto Weininger (* 1880; † 1903) als Schwuler hauptsächlich gegen Schwule agitiert.
Der Superhomosexuelle, der stolze Vielficker, strammschwänzige Muskelfetischist und Sneakerschnüffler, der Promiske und Pornophile mit dem gewaltigen Gemächt sieht seine engsten Alliierten in den bekanntesten klerikalen Homophoben Deutschlands.
Dazu braucht es schon besondere Schaltungen in den Synapsen seiner Großhirnrinde.

David Berger, einst ganz stramm Tradi-katholisch, zwischen Piusbruderschaft und Kreuznet mäandernd, später zum Star der linken antiklerikalen Szene avanciert, der Kreuznet zu Fall brachte, sich dann aber mit seinem schwulen Verlag anlegte und seitdem konsequent immer weiter nach rechts rückte, sich an die fanatisch-katholischen Homohass-Frauen Beverfoerde, Kuby und Kelle heranrobbte, bis er sich für Akif Pirinçci einsetzte, hat inzwischen eine neue Freundin. (….)

Allerdings gibt es beim PP-Mann Berger auch eine neue „Qualität“.
So bemühte er sich als Herausgeber von „Theologisches“ und Schwulen-Chefredakteur noch um so etwas wie Seriosität.

Inzwischen verlinkt Berger aber vollkommen absurde rechtsradikale Verschwörungstheoretiker, lügt wie gedruckt, preist die Identitären, Reichsbürger und verweist heute auf die Kopp-Infos, also die absurden Stories des Eva Braunschen Kopp-Verlages, der Bücher über Ufologie, Chemtrails und Reptiloiden publiziert.

Wenig verblüffend, daß Berger heute auch die ehemalige Bündnis90-Frau Vera Wollenberger verlinkt.
Wollenberger nahm nach ihrem Wechsel zur CDU den Namen Lengsfeld an, schäumte vor Wut aus persönlicher Enttäuschung über ihren Mann Knud, der sie bei der Stasi verpfiffen hatte; machte alles, das nach „links“ oder „PDS“ roch, gnadenlos nieder.
Ihr persönlicher Hass überdeckte ihre politische Urteilsfähigkeit völlig.
In ihrer neuen Heimat CDU wollte sie unbedingt anerkannt werden, machte sich mit ihrer ostentativen Merkel-Verehrung lächerlich.


Auch Lengsfelds Sohn Philipp war von 2013 bis 2017 Bundestagsabgeordneter der CDU. Sie selbst erlangte aber nach 2005 allerdings kein Mandat mehr und rutschte aus Verärgerung immer mehr in Richtung rechtsextrem.

Mit Klaus Peter Krause und Beatrix von Storch sitzt sie im Vorstand des ultrakonservativen Bürgerkonvents. Lengsfeld tritt mit Frauke Petry auf, schreibt für die AfD-affine Internetzeitung Die Freie Welt, die rechtsverschwörerische Monatszeitschrift eigentümlich frei, sowie die Preußische Allgemeine Zeitung und den Bayernkurier.

Sie gehört außerdem zum berüchtigten Broder-Kollektiv.

Die Liste dieser schwarzen Provokateure deckt sich in weiten Teilen mit Broders-Blog-Kollektiv „Achgut“, welches ein erlesenes Konglomerat rechten Gedankenguts zusammenbringt:

Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Wolf Biermann, Gideon Böss, Claudio Casula, Jan Fleischhauer, Dr. Josef Joffe, Matthias Horx, Prof. Dr. Walter Krämer, Vera Lengsfeld, Matthias Matussek, Dr. Patrick Moore, Chaim Noll, Christian Ortner, Dr. Benny Peiser, Karl Pfeifer, Udo Pollmer, Lutz Rathenow, Hannes Stein, Hans-Hermann Tiedje, Arnold Vaatz, Dr. Wolfram Weimer, Benjamin Weinthal, Prof. Dr. Michael Wolffsohn, Gil Yaron

Klassischerweise reagieren diese Autoren hochallergisch auf alles, das irgendwie als „politisch korrekt“, "gutmenschenartig“ oder „multikulti“ bezeichnet werden könnte.

 Das größte Ärgernis ist ihnen aber Komplexität oder Tiefgründigkeit, wie sie beispielsweise der Aktivist, Kabarettist und Aufklärer Georg Schramm vermittelt.

Inzwischen sympathisiert Lengsfeld auch mit dem Antisemitismus des Martin Hohmann und schreibt auf ihrem Blog pure rechte Verschwörungstheorien.

 [….] Neujahrsansprache einer Bürgerin an ihre Kanzlerin
[….] ich bin keine Mitbürgerin, wie Sie mich zu titulieren belieben, sondern eine Bürgerin. Dieses Wort nehmen Sie seit Jahren nicht mehr in den Mund, weil Ihnen selbstständig denkende und handelnde Individuen so suspekt sind, dass sie nicht einmal erwähnt werden sollen. Für Sie sind wir „Menschen“, wie Sie den Souverän allenfalls bezeichnen, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Als solche sind wir entweder Ausbeutungsobjekte, die man mit der zweithöchsten Steuerquote Europas und zahlreichen mehr oder weniger versteckten Abgaben, wie die für die verkorkste „Energiewende“ oder die Zwangsgebühr für den Staatsrundfunk abzockt. [….] Die Folgen der von Ihnen selbstherrlich ausgelösten chaotischen Einwanderung von überwiegend jungen Männern aus frauenfeindlichen Kulturen. Bis heute wissen wir nicht genau, wer diese „Neubürger“(sic!) sind, woher sie wirklich kommen, noch welches Alter sie haben.
[….] Statt dessen „steuern“ Sie und ihre willigen Helfer die nächste chaotische Zuwanderungswelle auf die Bürger unseres Landes zu. Es werden nicht nur entsprechend verschiedener, der Öffentlichkeit nicht bekannter, Abmachungen immer neue „Schutzsuchende“ per Flugzeug ins Land geholt, die Politik bereitet den so genannten „Familiennachzug“ vor, der nach Schätzungen mindestens 1.200. 000 „Neubürger“ ins Land holen wird. [….] Über die mindestens vier Frauen, die allein im Dezember von „Schutzsuchenden“ umgebracht wurden, verlieren Sie kein Wort. [….]  Also, treten Sie endlich zurück, bevor Sie vom Souverän dazu gezwungen werden! [….]

Schon lustig, wie die ehemalige Merkel-Epigonin nun gegen ihre Parteichefin wütet.