Samstag, 5. August 2017

Rabiater Regensburger



Wir Amis sind ja schwer beeindruckt von Alter und Geschichte, weil wir so wenig haben. Väter geben ihren Söhnen ihren eigenen Vornamen und hängen dann ein „II.“ dran; der Zweite.
Einer meiner Cousins trug diese Sitte schon in die nächste Generation; wir haben also schon einen „III.“ in der Familie; das verursacht durchaus schon monarchische Gefühle; zumal die in einem Haus aus den 1940ern leben, das man in Amerika ob des gewaltigen Alters als Antiquität betrachtet.

Amis in Europa sind dementsprechend fassungslos, wenn sie von 2000 Jahre alten Städten hören, viele Jahrhunderte alten Monarchien oder dem Papsttum, welches ungefähr bis zum Urknall zurückreicht.

Was so alt ist und sich so lange halten konnte, muß ja „gut“ sein.
Könnte man denken. Ist aber nicht so.

In dem wüsten Sammelsurium aus sich gegenseitig heftig widersprechenden Texten, welches Christen als „Heilige Schrift“ kennen, gibt es haufenweise historische Lügen, abstruse Übertreibungen, Brutales, aber auch nette Geschichten.
Vieles ist moralisch absolut nicht mehr haltbar. Sklaverei, Rechtlosigkeit von Frauen, brutale Züchtigung von Kindern entstammen eben der archaischen Sicht einer primitiven Hirtenkultur, die heute auf den Müllhaufen der Geschichte gehören.
Anderes, wie zum Beispiel die Speisenvorschriften war mal gut gemeint; sollte die Menschen vor Krankheit bewahren.
Meeresfrüchte und Schalentiere unter antiken Bedingungen in einer klimatisch sehr warmen Gegend zu verzehren ist natürlich ungesund. Botulismus kennt man als  schwerste Form der Fischvergiftung; es gibt aber auch diverse Toxine, sowie andere bakterielle oder virale Verunreinigungen bei Schalentieren.

Mit der Erfindung des Kühlschrankes und der Fähigkeit Eis in großen Mengen herzustellen, sind die biblischen Anweisungen natürlich obsolet.

Eine sinnvolle Sache an den uralten Institutionen ist das Arbeiten bis zum Tod.
So erspart man sich ein Rentensystem und die Mühe sich um die Gebrechlichen zu kümmern.

Aber auch das reißt ein.
Papst Benedikt XVI., 90, arbeitet schon seit vier Jahren nicht mehr richtig. Dennoch benötigt er ein ganzes Kloster für sich, knappst kostbare Gänsi-Zeit von Franziskus ab und nörgelt auch noch rum, wie zuletzt vor zwei Wochen geschehen bei der Meisi-Beerdigung. Gänswein verlas Ratzis Grußwort, welches sofort als bittere Kritik an Bergoglio gedeutet wurde.
Einmal mehr wurden die Ultrakonservativen in ihrer Meinung bestätigt, daß ein Papst gefälligst amtieren soll bis er den Löffel abgibt.

Kollegin Elisabeth II., 91, Königin seit 65 Jahren, ist nicht so eine Lusche und steht voller Tatkraft im Berufsleben. Allerdings fängt ihr Mann, Prinz Philip, mit gerade mal 96 Jahren das Faulenzen an. Nach lediglich 70 Jahren täglicher Pflicht und 22.219 öffentlichen Terminen, will er nun kürzer treten.
Hoffentlich reißt dieser Schlendrian nicht ein.

Papst Franz, 80, der jugendliche Kirchenerneuerer, sägte doch tatsächlich Kardinal Müller ab.

[….] Papst Franziskus hat sich überraschend von einem seiner ranghöchsten Mitarbeiter getrennt. Wie die Katholische Nachrichtenagentur am Freitagabend im Vatikan erfuhr, wird die Amtszeit von Kardinal Gerhard Ludwig Müller als Leiter der Römischen Glaubenskongregation nicht verlängert.
Müllers Amtszeit endet demnach nach fünf Jahren fristgerecht am 2. Juli. Über die Gründe für die Entscheidung von Papst Franziskus wurde zunächst nichts bekannt.
Müller verdankte seine Ernennung im Jahr 2012 dem damaligen Papst Benedikt XVI. Im Jahr 2014 erhob Franziskus ihn zum Kardinal. Zwischen Müller und Papst Franziskus hatte es in den vergangenen Jahren Meinungsverschiedenheiten in moraltheologischen Fragen gegeben. Zuletzt hatte Müller am 25. Mai in einem Fernseh-Interview die Tatsache kritisiert, dass Franziskus drei Mitarbeiter des Kardinals gegen dessen Willen entlassen hatte. [….]
(Domradio, 30.06.2017)

Das ist blöd.
In erster Linie ist es natürlich blöd für Atheisten wie mich, weil in der Person Müller so ziemlich alles Negative kulminierte, das man sich vorstellen kann. Er ist die Apotheose des Kirchenhorrors und somit die beste Werbung für Konfessionslosigkeit.

(…..) Die besten Helfer der Kirchenaustrittswelle sind natürlich die myridadenfachen Kinderfickereien, die zölibatäre Geistliche überall auf der Welt begehen und von ihren vorgesetzten Bischöfen gedeckt und vor der Polizei geschützt werden.
In besonders widerlichen Fällen, wie zum Beispiel in Regensburg unter dem damaligen Bischof Müller, werden sogar die Opfer unter Druck gesetzt und dafür dem Sextäter aktiv neue kleine Jungs zugeführt, die er dann wieder vergewaltigte. (….)

Pech haben aber auch Franz und die Regensburger, da Müller, geboren am 31. Dezember 1947, natürlich noch so ein junger Hüpfer ist, daß er jetzt nicht senil vor sich hinsabbernd die Klappe hält.

Er hat noch nicht aufgegeben, weiß daß er selbst als papabile gilt. Auch Ratzi war vom Posten des Chefinquisitors aus Papst geworden.
Das ist nicht so ungewöhnlich, da der oberste Glaubenshüter qua Amt mit allen Papst-wahlberechtigten Kardinälen in engem Kontakt steht und perfekt Netzwerke anlegen kann. Es gibt genügend Kardinäle, die Bergoglio für ein theologisches Leichtgewicht halten und wieder einen strengen Zuchtmeister an der Spitze wollen.
Müller ist elf Jahre jünger, an seinem radikalen Konservatismus besteht kein Zweifel und außerdem hat Bergoglio nur einen Lungenflügel.
Da geht noch was.
Fragt sich nur, wo man Müller so lange parkt, während der argentinische Zehenlutscher mit den schwarzen Klumpschuhen im Vatikan rumgeistert.
Wie sein enger Freund, mein Lieblingsbischof Tebartz-van Elst, flüchtet Müller offenbar erst mal nach Bayern.
TVE wartet mit den mächtigen Bayern Mixa, Gänsi, Müller und den Ratzi-Brothers auf ein Comeback.

[….] Kardinal Müller kehrt nach Regensburg zurück - und nicht jeder freut sich. [….] Der Kardinal schaut von oben herab. Der Altar steht auf einer Empore, sechs Stufen ist Gerhard Ludwig Müller, 69, hinaufgestiegen. Der Dekan tritt ans Pult, nennt Kardinal Müller "einen überzeugenden Hirten". Oben der Hirte, unten die Schafe. Oben roter Teppich, unten harte Bierbänke. Es müllert wieder im Bistum Regensburg. [….]
"Dabei werden wir auf ein segensreiches Jahrzehnt zurückblicken, in dem Kardinal Müller als Bischof der Diözese Regensburg diente", kündigt das Bistum an.
[….] Segensreiches Jahrzehnt? Das Bistum Regensburg reicht von Wunsiedel in Oberfranken bis Landshut in Niederbayern, von Deggendorf bis Amberg. Man kann nicht messen, wie viel verbrannte Erde Müller auf diesen 15 000 Quadratkilometern hinterlassen hat. Ein Flächenbrand war es schon, als er 2005 das Laiengremium des Bistums abschaffte und durch ein Diözesankomitee ersetzte. Am Dom trafen sich damals Hunderte Katholiken zum Protest, sie fühlten sich regelrecht kastriert in ihrer Mitsprache. Autoritär, abgehoben, arrogant, das sagten die Demonstranten über ihren Bischof. Für diese Leute war Müller nicht Diener, sondern Diktator. Sie waren heilfroh, als Papst Benedikt ihn nach Rom holte.
Die Bistumsspitze dagegen hofiert Müller bis heute. Auch unter dem derzeitigen Bischof Rudolf Voderholzer, heißt es, herrsche Müllers Geist. Nun also lässt das Bistum den Geist auch leibhaftig wieder aus der Flasche. Ausgerechnet jetzt.  Jetzt, da dokumentiert ist, dass mehr als 500 Chorknaben der Regensburger Domspatzen jahrzehntelang misshandelt oder missbraucht wurden. Da dokumentiert ist, dass Müller Verantwortung trägt für die "Schwächen der Aufarbeitung" des Domspatzen-Skandals. So steht es im Schlussbericht, den der unabhängige Aufklärer Ulrich Weber präsentiert hat. Das Bistum holt Müller trotzdem auf die Altarbühne nach Sulzbach-Rosenberg - und stellt ihn auf den roten Teppich. [….]  
Für Voderholzer, das ist bekannt, war Müller ein Mentor. Inhaltlich liegen die beiden nah beieinander, beide Dogmatiker, "Ratzingerianer", erzkonservativ. Beide "halten an einer Theologie fest, die in der Jetzt-Zeit problematisch ist", sagt Sigrid Grabmeier von der katholischen Reformbewegung "Wir sind Kirche". Auch der Führungsstil habe sich unter Voderholzer nicht geändert: "Es herrscht immer noch die Idee, dass der Bischof als Person eine Autorität ist." [….] Vielleicht kein Zufall, dass der hochmütige Franz-Peter Tebartz-van Elst nach Regensburg zog, als er wegen seiner Prunksucht aus dem Bistum Limburg rausgeflogen war. Auch die Kritik an Tebartz-van Elst bezeichnete Müller damals als Kampagne gegen die Kirche.  [….]

Freitag, 4. August 2017

Christgrünokratische Union

Das war ja lustig.
Letzte Nacht habe ich eine Aufklärungsschrift gelesen, die ich zwischen den Büchern meiner Mutter fand.

„Unser Liebesleben – Offene Worte über sexuelle Fragen“ von Dr. med. Veit Brabetz (1950).

Da lernt man wie es zu so scheußlichen Umtrieben wie Prostitution oder Homosexualität kommt.




Klingt wie eine Mischung aus Comedy und Dunkelkatholiban.


Klingt so, als ob wir es Jahrhunderte hinter uns haben.

So ganz richtig ist das aber nicht.

Die CDU ist im Jahr 2017 auch noch pikiert wenn es um Prostitution geht. Das ist für sie immer noch bähbäh und gehört überwacht.
Man liebäugelt sogar noch mit einem totalen Verbot.

[…..] Ginge es nach Dorothee Bär, der familienpolitischen Sprecherin der Unions-Fraktion im Bundestag, würde in Sachen Prostitution jede Menge verboten: Werbung für unwürdige Sexpraktiken zum Beispiel. Weg sollten auch die Sex-Flatrates, also Sex ohne Ende für eine feste Geldsumme. Am liebsten würde Bär auch das Mindestalter im Bereich der Sexarbeit auf 21 Jahre anheben.
Aber es geht nicht allein nach der katholischen CSU-Politikerin aus Bamberg. Selbst die weiß, dass es „naiv wäre“, Prostitution gänzlich verbieten zu wollen. Trotzdem will die große Koalition beim Geschäft mit käuflichem Sex künftig zahlreiche Restriktionen schaffen. [….]

Noch am 30. Juni 2017 stimmte die verehrte Frau Bundeskanzlerin im Bundestag mit der Mehrheit ihrer Fraktion gegen die Ehe für alle.
Gleiche Rechte für Schwule- NEIN, nicht mit Merkel.

Die CDU ist gesellschaftlich aber in vieler Hinsicht vollkommen auf dem Holzweg.
Sie kämpft vehement für die Beibehaltung der Zweiklassenmedizin, beharrt auf dem widersinnigen Ehegattensplitting, möchte Herdprämien zahlen, um das Familienbild der 1950er zu wahren.
Mit der CDU gibt es kein selbstbestimmtes Sterben, keine harten Patientenverfügungen, keine Drogenfreigabe und noch nicht mal an eine Cannabislegalisierung ist zu denken.

Wer will eigentlich mit dieser dröge-diskriminierenden Altherrenpartei zusammenarbeiten, koalieren, sie wählen oder womöglich Mitglied sein?

Nun, da gibt es so einige – unter den Grünen.

Vera Lengsfeld und Oswald Metzger sind schon vor Jahren von den Grünen in die CDU übergetreten.

Die spannenden Redner der Bundestagsfraktion verstreuten sich in alle Winde.

Inzwischen sammeln sich bei den Olivgrünen fromme Christen mit Faible für die CDU.

(……)   Mehr und mehr strenggläubige Christen enterten die Partei.
Waren früher die fromme Christa Nickels und die Theologin Antje Vollmer noch Ausnahmen, strebten mit Kathrin Göring-Kirchentag immer mehr schwere Religioten in die grünen Fraktionen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Christen ist heute mächtig. Diejenigen, die wie Trittin und Fischer noch ohne Gottesformel den Amtseid leisteten und für eine Trennung von Staat und Kirche plädierten, sind in die Minderheit gedrängt worden.

Es gibt Fälle, in denen christlicher Glaube ein klares Nein erfordert – z. B. bei Kriegsvorbereitungen oder Präimplantationsmedizin (PID) – oder ein ebenso klares Ja zu lebens- und entwicklungsfördernden Perspektiven. In Jesu Hinwendung zu den Armen und seinem gleichwertigen Verhalten zu Frau und Mann; in seinem Ausbrechen aus den Kreisläufen von Gewalt und Gegengewalt, von Hass und Missgunst, auch in der Einstellung '"Gott mehr zu gehorchen als den Menschen" finden wir Motive für ein Handeln in Nächstenliebe und dem Streben nach Gerechtigkeit.
Da die Religion wichtiger Bestandteil des öffentlichen Diskurses ist, diskutieren wir in der Partei der Grünen die religiös fundierten Werte unserer Kultur im Rahmen einer postsäkularen, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft und entwickeln sie im Hinblick auf die neuen gesellschaftlichen Bedürfnisse weiter. Dies gilt umso mehr, als die tradierten christlichen und humanistischen Grundwerte den Grundpfeilern grüner Politik sehr nahe stehen: ökologisches, basisdemokratisches, soziales und des gewaltfreies Handeln als ethischer Imperativ, zusammengehalten durch das Prinzip der Wahrung der Menschenwürde. – Christliche Ethik als Leitlinie alltäglichen, verantwortlichen Handelns gebietet es geradezu, sich an den Maximen grüner Politik zu orientieren.

Erbärmlich. Grüne unterwerfen sich freiwillig einer konservativen, partiell menschenfeindlichen Ideologie.
Kein Wunder, daß Koalitionen mit der CDU immer häufiger werden.

Sven Giegold, Volker Beck, Bettina Jarasch, Sigrid Beer, Josef Winkler, Winfried Kretschmann, Silvia Löhrmann oder eben Katrin Göring-Eckardt heißen die strenggläubigen Grünen.

Mit ihnen ist die rechtlich, moralisch und sozial gebotene Trennung zwischen Kirche und Staat nicht zu machen.
Grüne stehen nun wieder hinter dem kirchlichen Arbeitsrecht, das Schwulen oder Juden den Mittelfinger zeigt.

Erbärmlich.

Der heute in Stuttgart endende evangelische Kirchentag ist kaum noch von einem Grünen-Parteitag zu unterscheiden. (….)
(Grün, Olivgrün, Lilagrün, 10.06.2015)

Der grüne Oberbürgermeister Boris Palmer ist so xenophob, daß er inhaltlich kaum noch von der AfD zu unterscheiden wäre.

Inzwischen hat er sich mit dem braunen Flügel der Union, mit Burka-Klöckner zusammengetan.

[….] Boris Palmer - Seit' an Seit' mit der CDU
Tübingens grüner Oberbürgermeister Palmer stellt in Berlin sein Buch "Wir können nicht allen helfen" über Deutschland und die Flüchtlinge vor.
Der Titel passt zu Palmers Image als "grüner Sarrazin" und Kritiker von Kanzlerin Merkel.   Zur Seite steht ihm bei der Buchvorstellung CDU-Politikerin Julia Klöckner, die sagt: "Dieses Buch taugt nicht zum Skandal." [….]

Özdemir und Göring-Kirchentag wollen mit der CDU, Kretschmann steckt tief im Hintern der Daimler-Bosse.

[….] Der Automobilverband wird von einem ehemaligen Bundesverkehrsminister geleitet. Und sein Nachfolger im Amt, der CSU-Politiker Dobrindt, verhält sich ganz so, als strebe auch er später eine glänzende Karriere in der Industrie an.
Wo die Politik versagt, ist die Justiz die letzte Verteidigungslinie. Am vergangenen Freitag urteilte das Verwaltungsgericht in Stuttgart, dass der örtliche Plan zur Luftreinhaltung unzureichend sei und dass die Landesregierung Fahrverbote erlassen müsse. Und dabei sind Stadt und Land fest in der Hand der Grünen. Noch mal zum Mitschreiben: Ein Gericht muss die Grünen dazu zwingen, die Gesetze zum Schutz des Menschen und der Umwelt einzuhalten.
[….] Kretschmann ist geradezu ein Sinnbild dafür, was schief läuft im deutschen Korporatismus. Er [….] ist schon so lange an der Macht - und die Dreckwolke über Stuttgart bewegt sich kein Stück.
Warum? Weil Kretschmann sich zum grünen Idioten der Autoindustrie hat machen lassen. […..]

Und heute dann der Großknaller – eine um ihre Bezüge bangende Grüne Hinterbänklerin in Niedersachsen tritt bei einer Einstimmenmehrheit für die rotgrüne Weil-Koalition aus ihrer Partei aus, unterschreibt bei der CDU und nimmt ihr Mandat mit.
In der Folge ist das Ende Rotgrüns in einem großen 6-Stimmen-Bundesland besiegelt. Es sieht sehr nach einem 0:4 für Martin Schulz aus.

[…..] All das schafft das kleine Licht der bisher grünen Abgeordneten Elke Twesten. Man tritt der Frau nicht zu nahe, wenn man ihr unterstellt, dass sie austritt, weil die Mitglieder ihrer bisherigen Partei sie nicht mehr als Direktkandidatin im Wahlkreis nominiert haben. Deshalb sieht sie jetzt ihre "politische Zukunft in der CDU".
Sie wird sich täuschen; diese Zukunft wird nicht lange währen. In der Politik liebt man den Verrat, aber nicht den Verräter. Der Satz stammt von Julius Caesar; aber er gilt noch heute. Der Fraktionswechsel der Abgeordneten ist selbstsüchtig, unredlich und schäbig - wer mag solche Leute schon? [….]

Die CDU kann ihr Glück nicht fassen.
Wer braucht bei solchen schwachen Roten und Grünen schon ein Wahlprogramm oder Konzepte?
Man braucht nur abzuwarten, wie sich R2G selbst erledigt.
Merkel kann beruhigt weiter im Urlaub bleiben, während ihre ohnehin glänzenden Wiederwahlchancen stündlich besser werden.

Der arme SPD-Ministerpräsident hatte alles richtig gemacht, solide und skandalfrei regiert, fast fünf Jahre funktionierte alles glänzend.
Aber gegen solche Partei-Twister ist man machtlos.

[….] Elke Twesten, 54, seit 2008 grüne Landtagsabgeordnete für den Kreis Rotenburg/Wümme, gehörte seit den Landtagswahlen 2013 zu jenen hochdisziplinierten Koalitionären, die jede Abstimmung im Parlament zum Erfolg führten. Die Opposition verzweifelte fast daran, dass die 49 SPD- und 20 Grünen-Abgeordneten nach ausführlichen internen Verhandlungen ein Gesetzesvorhaben nach dem anderen durchbrachten. Die Frauenpolitikerin Twesten trug dazu zuverlässig bei. Und bis Freitagmorgen musste auch kaum einer annehmen, dass sich daran etwas ändern würde - bis Elke Twesten ihre Partei darüber informierte, dass sie sich zum sofortigen Wechsel zu den Schwarzen entschlossen habe. "Ich sehe meine Zukunft bei der CDU", sagte sie. [….]

Und ja, natürlich darf Twesten das machen.
Es ist klar verfassungsgemäß und allein ihre Entscheidung.
Nur eben auch sehr schäbig.
Und womöglich der endgültige Sargnagel für Martin Schulz.

[…..]  Ein wenig viel "Ich" angesichts der Auswirkungen dieser solitären Entscheidung von Elke Twesten: Die rot-grüne Landesregierung verliert ihre Ein-Stimmen-Mehrheit. Twesten hätte erklärtermaßen gerne eine schwarz-grüne Koalition nach der nächsten Landtagswahl, die hat sie mit ihrem Affront gegen die ehemaligen Parteifreunde wohl eher verhindert als befördert. Ihr Übertritt macht zudem einmal mehr die tiefe Identitätskrise der Grünen offensichtlich. Sieben Wochen vor der Bundestagswahl wirkt die Partei wie eine kopflose Ansammlung politischer Konkurrenten, in der alle eine Vision haben, nur leider keine gemeinsame. [….]

Ich bin wahrlich kein Schulz-Fan, aber jetzt tut er mir Leid.
Das muß schon nerven, wenn man bei der CDU immer nur blanke Untätigkeit sieht und dazu das Knallen von Sektkorken hört.


Donnerstag, 3. August 2017

Schätze für Trump.



OK, nicht daß ich völlig überrascht wäre, aber Trump hat es schon wieder geschafft neben seiner Perfidie und Verlogenheit noch einmal klar zu beweisen, wie unfassbar dumm er ist.

 Seit 2001 gibt es Krieg am Hindukusch mit amerikanischer Beteiligung (der freilich schon vorher auf Warlord-Ebene tobte), vor vierzehn Jahren griff GWB (völkerrechtlich illegal) den Irak an.

Damals mußte man nur willkürlich irgendeinen deutschen Fernsehsender anstellen, um zu erfahren, daß der US-Angriff in einem Desaster enden würde.
Keiner zweifelte an der US-airforce, die natürlich den Irak zu Klump bomben könnte. Aber anschließend bräche das Chaos aus. So viel war jedem klar, weil es hier nicht nur um territoriale Grenzen, sondern auch um Ethnien, Religionen, extreme soziale Spannungen und um eine seit Jahrtausenden vergiftete Geschichte ging.
Man mußte für die Erkenntnis nicht in eine Glaskugel gucken; es hatte schließlich gerade erst zwei Golfkriege gegeben; in den 1980ern zwischen Iran und dem Irak und Anfang der 1990er mit einer US-geführten Koalition gegen den Irak und Jordanien.
Einzig die GWB-Administration tappte im Dunkeln, brach diesen sinnlosen Krieg vom Zaun und erntete damit weltweiten Terror, globalen Hass auf den Westen, mehrere zerstörte Länder, 10 Millionen Vertriebene und wohl über 600.000 Tote.

Aber selbst der völlig debile GWB mit seinen bellizistischen Einflüsterern Wolfowitz, Rumsfeld und Co begriff nach ein paar Jahren, daß „mission accomplished“ keineswegs accomplished war.
Man bestellte mehr und mehr Truppen, änderte Strategien, versuchte Nationbuilding.
Obama, ab Januar 2009 im Amt, hatte wenigstens schon 2003 erkannt wie bekloppt es war im Nahen Osten einen Krieg zu entfesseln. Acht Jahre lang versuchte er Afghanistan, Syrien und den Irak wenigstens irgendwie auch nur halbwegs genug zu befrieden, daß sich die Amerikaner zurückziehen können.

Von den ursprünglichen Kriegszielen sprach ohnehin niemand mehr: Demokratischer Domino-Effekt im Nahen Osten, der lauter US-freundliche demokratischer Regierungen hervorbringen würde mit einer Bevölkerung, die den Amerikanern Blumen zuwirft und so prosperierenden Ökonomien, daß die der USA entstandenen Kriegskosten aus den Öleinnahmen erstattet würden.
Selbst Hardcore-Bellizisten im Pentagon hatten begriffen, daß multiethnische, religiöse asymmetrische Auseinandersetzungen inmitten von Zivilisten im Zeitalter von Handycams und Internet militärisch nicht zu gewinnen sind.
Schon in Vietnam hatten die Amerikaner verloren und damals gab es noch eine übersichtliche bipolare Weltordnung, keine Skrupel beim Waffeneinsatz und auch kein Facebook.

Acht Jahre ging das so. Obama verstärkte zwischenzeitlich die US-Truppen enorm, verhandelte, setzte auf Drohenangriffe, wechselte Generäle und Strategien. Immer mit der erbärmlich reduzierten Zielsetzung wenigstens irgendwie rauszukommen aus dem Sumpf.

Auch das klappte nicht.


Und nun kommt Trump.
Der Depp ist so dermaßen auf den Kopf gefallen, daß er noch nicht mal die simpelsten Zusammenhänge begreift.
Er denkt immer noch, bei militärischen Auseinandersetzungen gäbe es einen sauberen Sieger, einen klaren Verlierer und anschließend ist alles gut.

[….] President Donald Trump's doubts about the war in Afghanistan has led to a delay in completing a new U.S. strategy in South Asia, skepticism that included a suggestion that the U.S. military commander in the region be fired, U.S. officials said on Wednesday.
During a July 19 meeting in the White House Situation Room, Trump demanded that his top national security aides provide more information on what one official called "the end-state" in a country that the United States has spent 16 years fighting against the Taliban with no end in sight.
[….] The meeting grew stormy when Trump said Defense Secretary James Mattis and Joint Chiefs of Staff Chairman Joseph Dunford, a Marine general, should consider firing Army General John Nicholson, commander of U.S. forces in Afghanistan, for not winning the war. "We aren't winning," he told them, according to the officials, who spoke on condition of anonymity.     In addition, once the meeting concluded, Trump's chief strategist, Steve Bannon, got into what one official called "a shouting match" with White House national security adviser H.R. McMaster over the direction of U.S. policy.   Some officials left the meeting "stunned" by the president's vehement complaints that the military was allowing the United States to lose the war. [….]

Er glaubt nicht nur, daß man überhaupt solche Kriege gewinnen könne, sondern meint, das wäre mit einer Bauchentscheidung des Präsidenten mal eben so zu bewerkstelligen. Den Chef-General feuern und dann klappt es schon.
Und, man glaubt es kaum, er holt die Neocon-Idee aus der Mottenkiste, daß die angegriffenen Länder, die schließlich nicht um US-Truppen gebeten haben, anschließend so prosperierten, daß sie Amerika auch noch die Auslagen in Form von Bodenschätzen zurück geben.

[…..] "Wir gewinnen nicht", soll Trump bei einem Treffen am 19. Juli im Situation Room des Weißen Hauses frustriert festgestellt haben. Der Präsident soll sich vehement beschwert haben, wie die Armee es zulassen könne, dass die USA einen Krieg verlieren. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Insider. Trump soll seinem Verteidigungsminister James Mattis und Generalstabschef Joseph Dunford nahegelegt haben, den US-Oberkommandierenden in Afghanistan, General John Nicholson, zu entlassen. Dann verlangte der Präsident nähere Informationen zum "End-Zustand" in dem Land am Hindukusch.
Wie Reuters schreibt, soll das Treffen "stürmisch" gewesen sein. Einige der Berater hätten es "fassungslos" verlassen. Im Anschluss hätten sich Trumps Chefstratege Steve Bannon und der Nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster ein regelrechtes Schreiduell über den Kurs der US-Außen- und Sicherheitspolitik geliefert. […..] Wie Reuters weiter berichtet, knüpft Trump seine künftige Afghanistanstrategie an wirtschaftliche Interessen. So soll er bei dem Treffen Mitte Juli angeregt haben, dass die USA von der afghanischen Regierung einen Teil der Einnahmen aus der lokalen Ausbeutung der Bodenschätze verlangen sollten. Berater widersprachen vorsichtig und versuchten dem Präsidenten klarzumachen, dass eine solche Vermarktung international erst dann möglich sei, wenn das ganze Land gesichert sei.[…..]

Man kann sich das nicht ausdenken, aber offensichtlich ist es genauso geschehen im Situation Room des Weißen Hauses.
Es war wie immer, wenn sich Trump in Politik einmischte – es folgen Schreiduelle und fassungsloses Kopfschütteln der Fachleute über so viel konzentrierte Dummheit.

Wenn ich den Aussagen der diversen Sicherheitsanalysten und Militärs vertrauen kann, dürfte ein Krieg in Nordkorea schon gar nicht zu gewinnen sein.
Nicht nur hätte man dort 24 Millionen Menschen gegen sich, die seit Generationen gegen die USA braingewashed wurden, sondern das Regime ist bis an die Zähne bewaffnet und seit Jahrzehnten geradezu ausschließlich auch einen US-Angriff vorbereitet.
Kims Atom- und Raketen-Anlagen sind so dezentral und mobil oder auch tief in Gebirgsmassiven versteckt, daß keine Armee der Welt sie zerstören könnte.
Im Gegensatz zum Irak und Afghanistan verfügt Nordkorea über sehr intakte zentrale militärische Strukturen und auch über alle Arten von Massenvernichtungswaffen.
Man kann offenbar Nordkorea nicht mit Luftschlägen so treffen, daß alle Raketen und Atomsprengköpfe zerstört werden. Das ist auch in sich logisch, denn genau das ist Kims Lebensversicherung: Man kann mir nicht so doll auf den Kopf hauen, daß ich nicht noch mehrere anderen Länder zerstören könnte.
Das ist eigentlich Konsens.

Nur Trump ist auch dafür zu blöd und ausgerechnet Senator Graham, kein Trump-Freund, kündigte Übles an.

[….] Nach den Worten eines republikanischen US-Senators ist Präsident Donald Trump bereit zum Krieg mit Nordkorea. Der als Hardliner geltende Abgeordnete Lindsey Graham sagte am Dienstag dem Fernsehsender NBC, Trump habe ihm versichert, dass er vor einer militärischen Antwort auf die jüngsten Raketentests durch Pjöngjang nicht zurückschrecke.
"Es wird einen Krieg mit Nordkorea wegen des Raketenprogramms geben, wenn sie weiterhin versuchen, Amerika mit einer Interkontinentalrakete zu treffen", sagte Graham nach Gesprächen mit Trump. "Er hat es mir gesagt und ich glaube ihm. Wenn ich China wäre, würde ich ihm auch glauben und etwas unternehmen. Nordkorea muss gestoppt werden, militärisch oder diplomatisch."
Am Wochenende hatte Trumps Regierung die internationalen Gespräche mit Nordkorea für beendet erklärt. [….]
                                    
Vielleicht heißt es also früher als gedacht „Tschüß Homo Sapiens“!


Mittwoch, 2. August 2017

Impudenz des Monats Juli 2017 – Nachtrag



Nach den finanziellen und personellen Verstrickungen von Autoindustrie und C-Parteien, die ich gestern darlegte, konnte niemand erwarten, daß die von CSU-Dobrindt geführte Politiker-Phalanx sich ernsthaft für Klima, Verbraucher, Gesundheit der Kinder entscheiden würde.
Und natürlich passierte das auch nicht.


Der politische Reflex sich bei Anwesenheit von Autobossen sofort zu Boden zu werfen und devot das entblößte Hinterteil zur Penetration anzubieten war bei Bundesministern und Ministerpräsidenten noch voll intakt.

Das kriminelle Verhalten der Konzernbosse wird weiterhin achselzuckend hingenommen. VW, BMW und Daimler müssen keine Strafen zahlen und schon gar nicht müssen sie  - wie in den USA – Entschädigungen an die Verbraucher zahlen. Die Konzerne brauchen keine Hardware-Veränderungen vorzunehmen (das wäre nämlich teuer) und schon gar nicht will die deutsche Politik den Beispielen anderer Länder folgen und einen Abschied vom Verbrennungsmotor postulieren.

Es war wie immer: Die Konzernbosse fordert und die Groko sagt mitsamt der angereisten Ministerpräsidenten brav „Ja und Amen!“.

 [….]  „Es hilft den Menschen in Städten überhaupt nichts, wenn ein vielfach überhöhter Schadstoffausstoß bei Diesel-Pkw um ein Viertel gesenkt wird und die Gesundheitsgefährdung um null Prozent abnimmt. Wieder einmal haben sich die Automobilhersteller durchgesetzt. Sie bekommen eine Billigvariante, um schmutzige Diesel weiter verkaufen zu können. Die Gesundheit der Menschen wird weiterhin geschädigt[….] Die Automobilindustrie muss verpflichtet werden, auf ihre Kosten die lange schon vorhandenen teuren, aber wirksamen Abgasreinigungsverfahren in Diesel-Pkw einzubauen. Die Profitpolster sind dick genug, um das finanzieren zu können. Zwischen 2010 und 2016 verdienten allein Daimler, VW und BMW 152 Milliarden Euro.  […..]
Bei den lumpigen 152 Milliarden Euro Gewinn, also gerade mal 152.000 Millionen in sechs Jahren, blutet der Bundesregierung das Herz.
Damit VW und Co nicht so darben müssen, zahlt sie auf Steuerzahlerkosten ordentlich drauf.

 [….]  In den vergangenen zehn Jahren hat die Autoindustrie in Deutschland insgesamt rund 1,15 Milliarden Euro an Subventionen vom Bund erhalten, den Großteil für Forschung und Entwicklung, aber auch für Investitionen. So schreibt es die Bundesregierung in der Antwort auf eine "Kleine Anfrage", die die Fraktion Die Linke im Mai gestellt hat.
Wie daraus hervorgeht, hat der Bund zudem seit 2012 für fast 800 Millionen Euro bei den großen Herstellern Fahrzeuge eingekauft - allen voran bei Daimler und Volkswagen.
In Kontext der Elektromobilität investiert der Bund zudem in die Ladeinfrastruktur. Rund 300 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Außerdem soll der Anteil von Elektrofahrzeugen am bundeseigenen Fuhrpark steigen: auf zukünftig ein Fünftel. Dazu stellt die Bundesregierung weitere 100 Millionen Euro bereit. […..]

Die SPD-Umweltministerin Barbara Hendricks ist zwar ausgesprochen wütend, weil die Autobosse keinerlei Demut zeigten und auch nichts ändern wollen, aber die CDU/CSU-Front gegen die Umwelt stand. Die üppigen Parteispenden zeigten wieder einmal Wirkung. Scheiß auf kleine Kinder, die genau in Höhe der Auspuffrohre leben und massenhaft Asthma und Neurodermitis entwickeln. Die Blagen sind Merkel, Dobrindt, Kretschmann und Seehofer sowas von egal, wenn es um das Wohl der heiligen Konzerne geht.

[….] Die Autohersteller dürften zufrieden sein: Vor dem Diesel-Gipfel in Berlin betonten sie wieder und wieder, dass Software-Updates ausreichten, um schmutzige Dieselautos deutlich sauberer zu machen. Nach zähem Ringen zwischen Bund, Ländern, Autoherstellern und Verbänden steht nun das Ergebnis des Gipfels fest: Mehr als fünf Millionen Dieselautos, so verkauft es zumindest der Verband der Automobilindustrie (VDA), sollen künftig weniger Schadstoffe ausstoßen - dank neuer Software. Ein Viertel bis ein Drittel weniger giftiges Stickoxid sollen die Autos anschließend in die Umwelt pusten, teilte der VDA schon vor dem offiziellen Ende des Gipfels mit.
In einer anschließenden Presseerklärung zeigte sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) über das Vorpreschen der Autolobbyisten ausgesprochen verärgert und bemängelte fehlende Demut und Einsicht. […..]

Vielleicht also ein Viertel weniger Stickoxide. Das aber nur bei den neuen Modellen.
Und nur wenn es warm ist. Bei unter 10°C wird die Software wieder abgestellt.
Wenn diese Maßnahme wie von der Industrie versprochen wirkt – was man nach den bisherigen Erfahrungen mehr als bezweifeln muss – wird der zulässige NOX-Grenzwert auch nur noch um 400% überschritten. Hellelujah.

[…..] Die Autoindustrie ist mit einem Minimal-Angebot zum Diesel-Gipfel gegangen - und konnte sich damit durchsetzen, meint Werner Eckert von der SWR-Umweltredaktion. Durch die beschlossenen Software-Updates könnte die Luft in den Städten bestenfalls rein rechnerisch um wenige Prozent besser werden, wenn die Industrie die Anforderungen überhaupt erfülle, sagte er im nachtmagazin.
Probat wären Änderungen an der Hardware, meint Eckert. "Durch solche Maßnahmen kann man jeden Diesel sauber machen." Das würde den Schadstoffausstoß tatsächlich reduzieren, wäre aber sehr schwierig und würde einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Die Autobauer hätten sich beim Gipfel mit der Ansicht durchgesetzt, dass dies unter wirtschaftlich vertretbaren Umständen nicht zu leisten sei.
Dass die nun angestrebten Software-Updates  keine Auswirkungen auf Verbrauch, Lebensdauer und Leistung haben werden, glaubt Eckert nicht. Andernfalls stelle sich die Frage, warum die Hersteller die Motoren nicht von Anfang an so programmiert haben, wenn es tatsächlich möglich wäre, den Schadstoffausstoß ohne schädliche Effekte senken zu können. [….]

[…..] "Nun rächt sich der jahrelange Kuschelkurs zwischen Autoindustrie und Bundesregierung. Das heutige Ergebnis ist viel zu wenig", so Grünen-Chef Cem Özdemir. [Gut gebrüllt, Cem, aber hast Du das auch Winfried gesagt?] Für saubere Luft reichten Software-Updates alleine nicht. Auch der ADAC warf der Bundesregierung vor, durch ihren Verzicht auf eine verpflichtende Hardware-Nachrüstung vor den Konzernen eingeknickt zu sein. Linkspartei-Chef Bernd Riexinger nannte den Gipfel eine "Farce".
[…..] Ein entsprechender Fonds mit dem Titel "Nachhaltige Mobilität für die Stadt" soll aufgelegt und mit 500 Millionen Euro ausgestattet werden. Daimler, BMW und Volkswagen beteiligen sich daran und übernehmen die Hälfte der Summe. [Mehr war bei lediglich lumpigen 152 Milliarden Euro Gewinn, also gerade mal 152.000 Millionen in sechs Jahren auch wirklich nicht von der Industrie abzuknapsen. Da soll lieber der Steuerzahler die Hälfte übernehmen]
Außerdem will der Bund 250 Millionen Euro zusätzlich in die Hand nehmen, um etwa den Ausbau der Elektromobilität zu unterstützen, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen und öffentliche Fuhrparks zu modernisieren. [….]