Montag, 8. Mai 2017

Im Hühnerhaufenmodus


Eigentlich muß man die SPD für ihre herrliche Un-Professionalität und über 150 Jahre erhaltene Naivität lieben.
Das sind echte Amateure geblieben, bei denen Emotionen bestimmen und persönliche Animositäten ausgelebt werden.

Bei der gestrigen Landtagswahl in Schleswig-Holstein verlor die SPD exakt 3.413 Stimmen gegenüber 2012 und sogleich sind alle zu Tode betrübt, verfällt das gesamte Willy-Brandt-Haus in Agonie.

Die Stimmung ist die übliche "Ach, das wird doch schon wieder nix"-Dauerdepression vor Bundestagswahlen, so Peter Dausend in der ZEIT.

Da ist sie wieder, die herrlich naive SPD. Sie tauscht nach der Gabriel-Baisse den Vorsitzenden gegen einen Opa aus der Provinz aus und ist so froh darüber den eigenen Chef losgeworden zu sein, daß die pure Euphorie erst auf die Presse abfärbt und dann die Demoskopen durchdrehen lässt. Nach gefühlten 100 Jahren liegen die Sozis mal wieder in einer Umfrage vor der CDU und schon träumt man von der Machtübernahme. An der Politik und Programmatik wird nicht ein Wort verändert, aber gute Stimmung, Autosuggestion und die Glücksmetapher „Würselen“ werden Merkel schon wegfegen. So soll im Jahr 2017 Politik funktionieren?

Als Berufspessimist und offensichtlich eins der wenigen SPD-Mitglieder, das kein Schulz-Fan ist, wundere ich mich doch, daß die Genossen nun kollektiv in den Hühnerhaufenmodus verfallen und hysterisch werden.

Ja, das war natürlich so erfreulich wie eine Wurzelbehandlung was gestern passiert ist.

Aber dramatische Veränderungen gab es gar nicht.
Wieso nennt Reuters das „eine krachende Niederlage der SPD im Norden der Bundesrepublik“?

 Von den drei Parteien der „Küstenkoalition“ haben SSW und Grüne ihre Sitzanzahl genau gehalten und die SPD verlor einen Sitz.
Das waren 3,1 Prozentpunkte weniger als 2012.
Der Blick auf die absoluten Stimmen zeigt, daß Albig fast keine Wähler verlor:
2012 bekam die SPD 404.048 Zweitstimmen und gestern waren es 400.635.
Ich kann darin keinen „krachende Niederlage“ erkennen.

Ministerpräsident Albig leistete sich ein paar selten blöde Fehler.
Einen eigenen Kanzlerkandidaten brauche die SPD doch gar, Merkel wäre doch prima, befand der Glatzenträger im Juli 2015.
Und kurz vor der Wahl, am 20.04.2017, noch das unfassbar peinliche Interview in der BUNTEN, in dem er über seine Frauengeschichten plauderte.

Homestorys in Klatschblätter passen zu Hollywood-Superpromis und Königsfamilien. Wenn mäßig erfolgreiche Provinzpolitiker die Methode kopieren geht es immer schief; so hat schon ein Hamburger Bürgermeister sein Amt verloren. Auch für Scharping und Brüderle bedeuteten die Versuche sich via BUNTE zu inszenieren letztlich das politische Aus. Anton Hofreiter malte für die "Bunte" Aquarelle und ist immer noch Urnengift.

 Das bessere Rezept ist es nicht durch Glamour punkten zu wollen, auf alberne FILA-Inszenierungen in der Bunten (Beust Kurzzeit-Nachfolger Ahlhaus) zu verzichten, (…..)  sondern gute Arbeit abzuliefern. (….)

Ich halte Albigs BUNTE-Blamage nicht für einen Skandal, aber so ostentativ seine Eitelkeit zu zeigen, hilft natürlich auch nicht und dürfte schon ein paar Stimmen gekostet haben in einem wenig glamourösen Flächenland, wenn der Herausforderer als brave, fromme, katholisch-konservative Christian-Wulff-Kopie mit Spießigkeit punktet.
Die SPD verlor 24.000 Stimmen an die CDU und 15.000 an die FDP. Die SPD kompensierte diese Abwanderungen zwar mit ehemaligen Piraten- und Nichtwählern (8.000 und 30.000 Stimmen), konnte aber von den anderen Landtagsparteien überhaupt nichts gewinnen.

Die CDU gewann gerade mal 1,2 Prozentpunkte hinzu.
2012 war der Wahlausgang in Kiel extrem knapp und die minimale Verschiebung der Anzahl der Sitze; SPD 22->21, CDU 22->25, ist in dem Fall entscheidend.
Sozis haben gestern mit minimalen Veränderungen eine maximale Klatsche bekommen.

Welche Tranquilizer im Willy-Brandt-Haus ins Wasser eingeleitet werden, weiß ich natürlich auch nicht. Es ist schließlich keine große Überraschung, daß  dieses Jahr auch drei Landtagswahlen stattfinden.
Da könnte man schon mal ein paar Pläne vorlegen.
Die Berliner Parteispitze ist nicht in der Lage Debatten zu bestimmen. Schulz ist seit Wochen quasi untergetaucht und wenn Lügenminister de Maizière seine unsäglichen Leid-Kultur-Thesen verbreitet, schlägt einem Ratlosigkeit von den Sozis entgegen, statt mutig wie Macron proeuropäisch zu agieren.


Das darf man nicht lethargisch den Satirikern überlassen, sondern muß als SPD vorangehen:

Schluß mit Waffenexporten in den Nahen Osten.

Wir reißen keine Familien auseinander und bringen damit unerträgliches zusätzliches Leid über Heimatvertriebene.

Gemeinsame EU-Finanzpolitik; Schluß mit den Austeritätswahn.

Und wie koordiniert die SPD-Zentrale eigentlich Termine?
Die Grundsatzrede von Martin Schulz bei der Berliner Industrie- und Handelskammer läßt man einen Tag nach der Schleswig-Holstein-Wahl stattfinden und auch Sigmar Gabriels Buchvorstellung am Wochenende läßt man ganz untergehen.

Das stimmt mich dann doch wieder pessimistisch. Wenn wir schon gegen einen Nobody wie Günther, der bisher nur mit einer Schweinefleischpflicht in Kantinen auffiel, versagen und uns beginnen aufzulösen, macht das wenig Hoffnung auf die Bundestagswahl.

Zumal in Kiel mit Habeck und Heinold zwei richtig gute Typen für ein enormes Grünen-Ergebnis gesorgt haben.
Die CDU-affinen Schlaftabletten Özdemir und Göring-Kirchentag werden kaum im Bund 13% holen.
Und in NRW ist der Frust über Löhrmanns Schulpolitik und Steffens Homöopathie-Unsinn natürlich auch gewaltig.
Da muß die SPD schon selbst für gute Zahlen sorgen. 27% wie in Kiel reichen nicht in Düsseldorf oder Berlin.

Ich wünsche mir aus dem Willy-Brandt-Haus mehr Stegner.

Da sollte sofort CONTRA kommen, wenn de Maizière Leitkultur einfordert oder Merkel Rüstungsgeschäfte in Nahen Osten anschiebt oder von der Leyen rechtsradikale Umtriebe in ihrem Verein duldet.

Sonntag, 7. Mai 2017

Wahltaktik – Teil II


Ja, natürlich bin ich auch froh über den neuen französischen Präsidenten Macron.
Das ist angesichts der Alternative in der Stichwahl keine kräftige Aussage.
Marine Le Pens Fans außerhalb Frankreichs heißen Donald Trump, David Berger und Bernd Höcke. Man muß schon bösartig, ein Idiot oder beides sein, um Le Pen zu unterstützen.
In diesem Sinne ist es auch sehr erbärmlich, daß sich der Sozialist Jean-Luc Mélenchon (La France insoumise) nicht zu einer Macron-Wahlempfehlung durchringen konnte. Selbst der stockkonservative François Fillon zögerte keine Sekunde sich für Macron auszusprechen, um den Einzug des Faschismus‘ zu verhindern.
Linke wie Mélenchon oder Jill Stein haben jeden Funken Seriosität verspielt, wenn sie nicht ihre vorhandene Macht einsetzen, um Trump/Le Pen zu verhindern.

An dieser Stelle kann ich  mir etwas Presseschelte nicht ersparen.
Was war das für eine erbärmlich oberflächliche Berichterstattung in den letzten Wochen.
In jedem Artikel erfuhr ich auf’s Neue die Geschichte vom Altersunterschied des Ehepaars Macron, Gerüchte er könnte schwul sein, einen raunenden Hinweis auf seine frühere Tätigkeit beim Bankhaus Rothschild und schließlich eine großes Staunen, daß er „aus dem Nichts“ gekommen wäre.

Das ist alles entweder irrelevant oder unwahr.
Der Altersunterschied zwischen Melania und Donald Trump beträgt ebenfalls 24 Jahre. Darauf wurde aber nie geschlossen Melania wäre lesbisch.

Absurd auch das mit antisemitischen Untertönen Raunen der Linken über Macrons Herkunft und frühere Jobs.
Seine Eltern sind Ärzte und keine Milliardenerben.
Als Absolvent der ENA (Verwaltungshochschule École nationale d’administration) schnell gutbezahlte Jobs zu bekommen, ist ebenfalls ganz normal in Frankreich.
Macron gehörte zu den Besten der ENA, trat in die sozialistische Partei ein und arbeitete einige Jahre als Investmentbanker bei Rothschild & Cie. So what?
Ich kann in Kompetenz, Intelligenz und Bildung keinen Hinderungsgrund sehen, um eine Regierung zu führen.
Macron ist Meritokrat, während Trump sein Geld erbte und bis heute mit sagenhafter Unbildung, sowie Desinteresse, das fassungslos macht, auffällt.
Ich habe lieber einen wissbegierigen und engagierten Präsidenten.

Abwegig ist auch die Darstellung, Macron wäre urplötzlich aus dem Nichts aufgetaucht.
Der zukünftige Präsident arbeitete schon seit 2012 an prominenter Stelle im Élysée-Palast; nämlich als Hollandes Berater für Wirtschafts- und Finanzpolitik, sowie als stellvertretender Generalsekretär des Präsidentenamtes.
2014 wechselte Macron als Minister für Wirtschaft, Industrie und Digitales ins Kabinett.

„Frankreich verliebt sich gerade in diesen Mann“ schrieb Julia Amalia Heyer vor über einem Jahr im SPIEGEL über den Mann, den auf einmal niemand kennen will.

[….] Frankreich verliebt sich gerade in diesen Mann
[….] Es gibt nicht viel, was er nicht kann. Emmanuel Macron , das muss man ihm lassen, kann sehr vieles sehr gut. Klavierspielen zum Beispiel. [….]  Und wie aus einer anderen Welt scheinen auch seine stets steigenden Beliebtheitswerte - eine krasse Ausnahme in Zeiten nationalen Unmuts.
Mittlerweile glauben 38 Prozent der Franzosen (laut einer Umfrage von Vivavoice vom 21. April, durchgeführt für die Zeitung Libération), dass Macron einen guten Staatschef abgeben würde; François Hollande hingegen liegt bei nie dagewesenen 11 Prozent. [….]  Macron dagegen liegt deutlich vor ihr und auch vor Ex-Präsident Nicolas Sarkozy .
[….] Zwar ist Macron der beliebteste Minister in der Regierung von Premier Manuel Valls,  aber dem linken Flügel der Sozialisten ist er verhasst. Schuld daran sind seine präzise gesetzten Spitzen gegen den Regierungsstil von Hollande und Premierminister Manuel Valls. [….]

Macron ist für mich also bisher nicht nur das kleinere Übel als Le Pen, sondern ich sehe mit einer verhalten optimistischen Sympathie auf ihn. Mal sehen, was er im Amt bewegen kann.

Leicht optimistisch stimmt mich außerdem die offensichtliche Einsicht in Teilen der deutschen Regierung, daß man Merkels und Schäubles Austeritätskurs nicht mehr so weiterführen kann, weil das zu wirtschaftlicher Stagnation, Deutschenfeindlichkeit und extremer EU-Skepsis mit dem bekannten Aufblühen der Rechtsradikalen führt.

Macron hat ja völlig Recht, daß die EU eine gemeinsame Wirtschaftspolitik und einen EU-Finanzminister braucht.
 Grüne und SPD hat er dabei auf seiner Seite. Blockierer dieser Idee sind Merkel und Schäuble.
Schäuble muß dringend aus dem Amt gejagt werden und Schulz sollte Kanzler werden – anderenfalls sehe ich schwarz für die EU.

[…..] Deutschland muss Macron helfen
Wenn Emmanuel Macron der nächste französische Präsident wird, braucht er Wirtschaftswachstum für den Erfolg. Dafür muss auch Deutschland endlich über seinen Schatten springen.
[….] Vor allem die EU-Kommission in Brüssel und die deutsche Bundesregierung müssen ein großes Interesse daran haben, dass seine Präsidentschaft ein Erfolg wird, und Frankreich aus seiner über Jahre hinweg anhaltenden Wirtschafts- und Identitätskrise herausfindet. Ein schwaches, wirtschaftlich stagnierendes, sich seiner selbst nicht mehr gewisses Frankreich ist eine akute Gefahr für das gesamte europäische Projekt, wie die derzeitige Situation und die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen. Das Land würde dadurch innenpolitisch dem Nationalismus anheimfallen und so in der Konsequenz Europa scheitern lassen. Man kann zwar Europa bauen ohne Großbritannien (leider), aber nicht ohne Frankreich und Deutschland. Diese Grundregel des europäischen Einigungsprojekts galt schon bei dessen Anfängen, sie gilt auch heute noch unverändert. Im Umkehrschluss heißt das, dass für die Zukunft der EU eine starkes, selbstbewusstes Frankreich unverzichtbar ist.
[….] Um erfolgreich zu sein, wird der nächste französische Präsident, werden sein Land, ebenso wie die gesamte Euro-Zone, vor allem eines brauchen: Wirtschaftswachstum. Berlin wird nach der nächsten Bundestagswahl im Herbst deshalb endlich über seinen Schatten springen müssen. Oder will man den Nationalisten und den Zerstörern der EU sehenden Auges das Feld überlassen?
[….] Allerdings wird dies auch bedeuten, dass die Bundesregierung - endlich - entscheidende Schritte auf die französische Seite zugeht und endgültig von der Illusion Abschied nimmt, die EU habe unter alleiniger deutscher Führung eine Zukunft. Nur gemeinsam in einem starken deutsch-französischen Tandem lässt sich dieses komplizierte Europa gemeinsam und zusammen mit weiteren Mitgliedstaaten führen und fortentwickeln. Auch das ist eine der wichtigen und bleibenden Lektionen dieser Wahl. [….]

Erfreulicherweise stimmte Vizekanzler und Außenminister Gabriel heute Abend im „ARD-Brennpunkt“ ausdrücklich Macron und den Fischer-Thesen zu, stellte sich damit gegen Schäuble.

[….] Der Sieg des pro-europäischen Kandidaten sei „auch Auftrag an uns in Deutschland“, erklärte Gabriel am Sonntagabend. „Denn Emmanuel Macron muss Erfolg haben – wenn er scheitert, wird Frau Le Pen in fünf Jahren Präsidentin und das europäische Projekt ginge vor die Hunde“, warnte der Minister mit Blick auf Macrons Stichwahlgegnerin Marine Le Pen.
Die Bundesregierung dürfe den politischen Spielraum des reformorientierten Macron nicht durch das Beharren auf eine strikte Sparpolitik einengen, warnte Gabriel. „Deshalb müssen wir jetzt unsere finanzpolitische Orthodoxie aufgeben.“ Wer Reformen anpacke, dürfe „nicht zeitgleich zu einem strikten Sparkurs gezwungen werden“.
Ein solcher Kurs mache Investitionen in Wachstum unmöglich und schaffe keine neuen Arbeitsplätze. „Wir sollten als Deutsche jetzt gemeinsam mit den Franzosen an einem deutsch-französischen Investitionsfonds arbeiten“, schlug der SPD-Politiker vor. „Es ist in unserem politischen, aber auch in unserem wirtschaftlichen Interesse, Frankreich diese Unterstützung zu geben.“ [….]
(Epoch Times, 07.05.17)

Vollkommen richtig, Herr Gabriel.

Ob Martin Schulz allerdings im Herbst Kanzler wird?
Nach der Saarlandwahl holte er sich heute die zweite schwere Klatsche ab, weil die Schleswig-Holsteiner ebenfalls Mélenchon/Stein-Verhalten zeigten; damit 5% der Stimmen verschenkten (an Piraten und Linke) und somit Christian Wulff 2.0 zum Sieger der heutigen Wahl in Kiel machten.
Der fromme Katholik Günther holte mit Ausweisungen nach Afghanistan und Schweinefleischfresspflicht sechs Prozentpunkte mehr als SPD-MP Albig.

Wenn sich die Wähler auf der linken Seite doch bloß nicht immer selbst sabotieren würden mit ihrer Aufsplitterei.

Theresa May und Boris Johnson, die sich schon alle Mühe gaben die EU und damit auch ihr eigenes Land kaputt zu machen, mit abstrusen Fehlkalkulationen operieren, wollen sich nun die Macht sichern, indem sie schnell neu wählen lassen, während sich Labour gerade zerlegt.
Bis zum Juni 2017 wird es dem in seiner eigenen Fraktion extrem verhassten Parteichef Jeremy Corbyn kaum gelingen sich als Alternative zu präsentieren.
Bei den Umfragen liegen die Konservativen derzeit bei rund 45%, Labour bei ~ 30%, die Liberal Democrats bei gut 10% und die UKIP um die 5%.
Aufgrund des britischen Mehrheitswahlrechtes sieht es also nach einem Durchmarsch Mays aus.

Es wäre so schön, wenn alle Europafreunde eine Liste bildeten.
LibDems, Grüne, SNP, Labour und auch die Hälfte der Tories wären zusammen so stark, um den rechten Johnson-Flügel der Tories und die UKIP zu pulverisieren.
Die Europafreunde hätten womöglich eine 2/3-Mehrheit im Unterhaus und könnten die Parlamentswahl als Rechtfertigung nutzen, das elende Brexit-Referendum, für das es ohnehin keine Mehrheit mehr in England gäbe, zu kippen.

Leider sind Wähler und Parteien aber zu doof, zu verbissen, zu ideologisch und zu inkompetent dazu.
Also werden die Europafeinde eine dicke Mehrheit bekommen und England in den Abgrund führen.

Samstag, 6. Mai 2017

Die Menschenpest.



Lange war mir das ein bißchen peinlich; inzwischen gebe ich es aber offen zu; ich sehe mir gern Endzeit-Filme/Serien an. Postapokalyptische Szenarien faszinieren mich, auch wenn sie abstrus dargestellt sind.
Aber sie reduzieren den Menschen auf seine grundlegenden Triebe.
Die Zivilisation, die Homo Sapiens davon abhält alle anderen Homo Sapiens umzubringen, scheint nur ein sehr dünner Firnis zu sein.
Schält man sie aus dem persönlichen Luxus und der Sicherheit, zeigt sich gleich die Bestie.
Psychologische Experimente weisen nach wie leicht Homo Sapiens bereit ist zu foltern und zu töten.

Die Spezies Mensch besticht aber nicht nur durch eine enorme Grausamkeit gegen sich selbst, sondern durch ihren einzigartig destruktiven Einfluss auf alle anderen Geschöpfe der Fauna und Flora.
Sie raubt anderen den Lebensraum und buchstäblich die Luft zum Atmen.
Jeden Tag sterben Dutzende andere Arten aus – wegen uns.
Die meisten kennen wir gar nicht und so kümmert es uns nicht.
Nur wenn es sich um Tiere/Pflanzen handelt, die zufällig unser aktuelles ästhetisches Empfinden ansprechen, zucken wir kurz – unternehmen aber auch nichts, um sie zu retten.

[…..] In den Agrargebieten geht die Zahl der Vögel drastisch zurück. Der Bestand mancher Arten ist in den vergangenen Jahren um 80 Prozent geschrumpft.
[….] Sowohl die Zahl der Nachtigallen als auch die der früher überall im Frühling über den Äckern aufsteigenden Feldlerchen nimmt drastisch ab. Und ihnen geht es nicht mal am schlechtesten, wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen zur Zahl der Vögel in unserer Agrarlandschaft zeigt.
Demnach ist in der EU die Zahl der Brutpaare in landwirtschaftlichen Gebieten zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen Tiere zurückgegangen, das ist ein Minus von 57 Prozent. In Deutschland nahm der Bestand der Feldlerche zwischen 1990 und 2013 um 35 Prozent ab, das ist noch wenig im Vergleich zum Kiebitz, dessen Zahl um 80 Prozent einbrach, oder zu den Rebhühnern, die um 84 Prozent zurückgingen. "Die Situation der Vögel ist dramatisch", warnte die Grünen-Politikerin Steffi Lemke und warf der Regierung Versäumnisse in der Agrarpolitik vor. [….]

„Man“ könnte natürlich Politiker wählen, die eine andere Agrarpolitik wollen und die Umwelt bewahren, aber womöglich kosten dann eines Tages die Eier oder der Liter Milch ein paar Cent mehr – und das ist Homo Sapiens nicht bereit zu investieren.

Es fehlt Gottes Ebenbildern grundsätzlich an Empathie für seine Mitgeschöpfe.
„Macht euch die Erde untertan“ lautet der widerliche Auftrag der weltgrößten Religion.
Da ist kein Platz über die Grausamkeit der industriellen Fleischproduktion, des Todfischens der Ozeane oder der Plastikverseuchung der Meere nachzudenken.





In Amerika schützen Millionen Cyanidbomben die Stadtbewohner davor, daß ihnen zufällig Tiere über den Weg laufen könnten.

Schnüffelt ein Luchs oder Kojote in der Nähe eins bewohnten Gebietes am Boden, ist es gut möglich, daß er dabei eine Sprengkapsel auslöst und in einer Giftwolke verendet.

[….] Bei Berührung versprühen sie tödliches Gift. »Ich verdanke es Gott, dass ich noch am Leben bin,« sagt Canyon Mansfield, 14. [Der Depp.] Dabei wollte er doch nur mit seinem Hund spazieren gehen, dem Labrador Casey, und das auch nur ganz in der Nähe seines Elternhauses bei Pocatello in Idaho. Auf dem Boden entdeckte er etwas, das er für einen alten Rasensprinkler hielt. Er klopfte leicht dagegen. Plötzlich explodierte das Ding und sprühte orangefarbenes Gas über ihn und seinen Hund. [….][….]  Wie viele dieser Natriumcyanid-Fallen wurden in Amerika ausgelegt? In welchen Bundesstaaten werden sie benutzt? Wie viele unbeabsichtigte Opfer wurden dabei verletzt oder getötet? Auf diese grundlegenden Fragen gibt das Landwirtschaftsministerium keine Auskunft. Klar ist nur, dass es zigtausende Fallen sein müssen, denn das Ministerium feiert die Fallen als Erfolg und die einzigen Zahlen, die es dazu veröffentlicht, sind enorm: Allein im letzten Jahr wurden laut Regierung 12511 Koyoten damit getötet, dazu 688 Füchse und 10 streunende Hunde. Das Ministerium gibt zu, in den letzten zehn Jahren damit auch fast 4000 andere Tiere versehentlich getötet zu haben, darunter auch geschützte wie Waschbären, Wölfe, Adler, Schwarzbären und eben Haustiere, aber Umweltschutzorganisationen gehen davon aus, dass diese Unfallzahlen zu niedrig sind. »Diese Zahlen sind lächerlich«, meint Brooks Fahy, der Direktor der Umweltschutzorganisation Predator Defense in Oregon. […..]

Was sagt das eigentlich über die Moral der Spezies Homo Sapiens aus, daß sei achselzuckend alles tötet, das auch nur in die Nähe kommt?
Astrophysiker Stephen Hawking sieht das Ende nahen, gibt die Menschheit aber noch nicht auf.

 […..] Klimawandel, Epidemien, Überbevölkerung: Der weltberühmte Wissenschaftler Stephen Hawking glaubt, dass die Erde schon in 100 Jahren nicht mehr bewohnbar ist. Für die Menschheit gebe es aber einen Ausweg.
[….] Dem Astrophysiker Stephen Hawking zufolge müssen die Menschen sehr bald schon fremde Himmelskörper besiedeln. In 100 Jahren könnte die Menschheit sonst in ihrer Existenz bedroht sein, warnt Hawking der BBC zufolge. […..]

Und der Ausweg soll die Besiedelung anderer Planeten oder Monde sein?
Damit Homo Demens noch weitere Welten zerstört?
Wenn es in 100 Jahren zu Ende geht mit den Menschen, besorgt mich eher, daß es noch so lange dauert, bis es endlich so weit ist.
Ich weine dieser lächerlichen auf Klugtelefone glotzenden Kreatur nicht nach.

Freitag, 5. Mai 2017

Der christliche Kandidat



Amerikas Christen im Glück; endlich residiert wieder einer der ihren im Weißen Haus – nach all den Jahren mit dem schwulen Musel-Atheisten.

[…..] The religious right boosted the thrice-married, porn-loving, pussy-grabbing Donald Trump into the White House and now it appears they are going to get paid. Politico has reported that on Thursday, which is the National Day of Prayer, Trump will likely sign a “religious liberty” executive order intended to grant broad rights to religious conservatives to discriminate against LGBT people and women perceived to be sexually immoral. […..]

Der Vielficker und Mösengrabscher mit der grundsätzlichen Wahrheits-Aversion ist ein Kandidat nach dem Geschmack der Evangelikalen.
Mit einer neuen Order garantiert Trump den Kirchen sich weiterhin stark für konservative Politiker einzusetzen, ohne ihre Steuerbefreiung zu riskieren und ermöglicht ihn nach Herzenslust gegen Schwule, Masturbatoren und sonstige Satanisten zu hetzen.

[….] President Donald Trump on Thursday made good on a promise to allow religious organizations greater freedom in political speech.

"Faith is deeply embedded into the history of our country, the spirit of our founding and the soul of our nation," Trump said in the Rose Garden at a National Day of Prayer event with religious leaders and White House staff. "We will not allow people of faith to be targeted, bullied or silenced anymore."
The president declared his administration would be "leading by example" on religious liberty in the United States.
Religious leaders prayed in the garden just before Trump signed the executive order. […..]

Nach 100 Tagen Holperei läuft es endlich rund.
Sich selbst und anderen Milliardären schanzt Trump milliardenschwere Steuerentlastungen zu und dafür wird bis zu 25 Millionen ärmeren Amerikaner die Krankenversicherung gestrichen.

Republican bill generates unity—patients hate it, docs hate it, hospitals hate it, insurers hate it. [….]
 
Das House stimmte gestern zu, obwohl kein einziger Abgeordneter die Gelegenheit bekam das Gesetz zu lesen, für das er stimmte.
Ein wichtiges Detail bei der Streichorgie für chronisch Kranke und Behinderte wurde allerdings herausgehoben: Die Kongressabgeordneten selbst sind von allen Leistungs-Streichungen in der Gesundheitsversorgung ausgenommen.
Deswegen feiern sie jetzt ihren Erfolg. Trump grinst über alle vier Backen.

[…..] It is a rare unifying moment. Hospitals, doctors, health insurers and some consumer groups, with few exceptions, are speaking with one voice and urging significant changes to the Republican health care legislation that passed the House on Thursday.
The bill’s impact is wide-ranging, potentially affecting not only the millions who could lose coverage through deep cuts in Medicaid or no longer be able to afford to buy coverage in the state marketplaces. [….]

Ja, so mag es Jesus. Arme und Kranke  bekommen einen kräftigen Tritt in den Arsch, müssen nun wieder mehr leiden und früher sterben, um den Multimilliardären mehr Milliarden zuzuschieben.

Trump ist für US-Evangelikale der „Traumpräsident“
Eine Umfrage Ende April hatte ergeben, dass 73 Prozent der weißen Evangelikalen zufrieden sind mit seiner Arbeit als Präsident; in der Gesamtbevölkerung sind es nur halb so viele. [….]

Bigotterie, Buckeln vor der Geldelite und dafür den Armen und Kranken massiv schaden. Das freut das Christenherz.

Nicht nur Trump und das House erfreuen die frommen Amerikaner, auch der Senat drosch kräftig auf die Normalverdiener ein, ging ihnen an die Pensionen.

[….] Yesterday, Congressional Republicans took another jab at the working class Americans they claim represent. Their latest target: retirement security.
In a 50-49 vote in the Senate, Republicans rolled back rules issued by the Department of Labor under President Obama that would have expanded access to retirement plans in California, Oregon, and six other states.
[……] It's another example of Republicans betraying their voters to serve powerful corporate interests -- altering the rules of the economy to enrich the Big Banks, even if that means 55 million Americans have no way to save for retirement. […..]

Das Schönste aber sind die Bilder aus dem Weißen Haus, das endlich wirklich wieder „weiß“ wirkt.
Keine „Neger“ weit und breit. Die Mächtigen sind jetzt wieder ausschließlich weiß, alt, männlich und steinreich, so wie es Jesus mag.



[….] You'll likely notice -- as the Internet did very quickly -- that there are only white men visible in that picture. Which is not a great image to be sending to the country following the passage of a controversial healthcare law and while fighting back against the stereotype that your party is largely populated by, wait for it, white men. [….]

Nur die Kack-New Yorker tanzen aus der Reihe. Das multikuturelle Gesindel.
Alles voll mit Atheisten, Schwarzköppen und Homoperversen da. 

[….] Today, Trump returned to New York City for the first time since he took office. Instead of a warm welcome he was met with furious protest. As he arrived in the city to give a speech in front of the decommissioned aircraft carrier the USS Intrepid,  the crowd chanted:
“New York hates you.” […..]

Kein Wunder, daß sich Trump für Altright, KKK und Bannon begeistert.
Make America white again.


Die republikanische Partei geht mutig voran. Raus mit den Dunklen, raus mit den schwanzlosen Ungeheuern.

[……] Of the 238 members of the House Republican conference, just 21 of them are women, according to statistics provided by the indispensable Center for American Women and Politics at Rutgers University. That means that less than 9% of House Republicans are women. [……] On race, House Republicans fare even worse. They currently have only two black members -- Reps. Mia Love of Utah and Will Hurd of Texas. That duo accounts for 0.8% of the total Republican conference in the House. [….]

Nun fehlt nur noch ein Atomkrieg mit Nordkorea und Trump wird zum Gott erhoben.
Aber jetzt ist er schon fast perfekt.


Trump: My first 100 days are 'just about the most successful' in US history [….]

Sean Hannity And Lou Dobbs Agree: Donald Trump ‘Pretty Close To Perfect’
“This guy, he’s worked his tail off.” […..]