Dienstag, 21. März 2017

Man staunt.

CNN, von Trump als linksextreme Fake-News eingeschätzt, hält sich eine ganze Rotte rechtsextremer Trump-Fans als „political analysts“.
Ich traute meinen Augen kaum, als der volldebile Tradi-Katholiban Ex-Senator Rick Santorum vor einigen Wochen auf einmal mit einer „CNN senior political commentator“-Einblendung versehen wurde.
Noch viel unglaublicher ist aber, daß der ultrarechte Homo- und Frauenhasser nicht mal der Irrste unter den politischen Experten bei CNN ist.

Es gibt da jetzt auch ein Axel Jones-Double, dem man zwar einen Ritalin-Tropf verpasst hat, damit er nicht tobsüchtig grölend um sich schlägt wie das Original, aber geistig ist Jason Miller ganz auf Jones-Linie.

Miller ist nach Corey Lewandowski schon der zweite Trump-campaign manager, den CNN bezahlt.
Während Lewandowski wirklich das pure Böse repräsentiert und mit einer sagenhaften Perfidie auch wohlmeinende Konservative abschreckt, ist Miller mit einer solchen Blödheit geschlagen, daß er unfreiwillig immer wieder für großes Gelächter sorgt.

Gestern bei „Anderson Cooper 360“ forderte der Trumpsche Polit-Mops ein Ende der „russian-ties“-Untersuchungen; schließlich wisse man, daß Trump keine connections zu Russland habe.
Auf die erstaunte Frage Coopers woher man das wisse, erklärte Miller mit fester Stimme „weil Trump das gesagt hat!“
Immerhin, das ganze Panel lachte herzlich.

Aber springen wir kurz zurück. Gestern passierte in Amerika etwas für meine Begriffe extrem Erstaunliches.
Ich kann mich jedenfalls nicht an einen solchen Aufreger erinnern und staune, daß die deutschen TV-Medien darüber so gut wie gar nicht berichten.

FBI-Direktor James Comey und NSA-Chef Mike Rogers wurden über Stunden von dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses unter Eid gegrillt.
Beide sagten außerordentlich klar, daß Trumps Beschuldigungen Obama habe ihn durch Mikrowellengeräte abhören lassen völliger Unsinn sind und bestätigten außerdem Untersuchungen des FBI gegen das Trump-Team aufgrund russischer Einflussnahme auf die Wahlen. Noch schlimmer; durch Trumps Beschuldigungen der britische GCHQ (Government Communications Headquarters) sei für diese Maßnahmen eingespannt worden, verärgerte das Weiße Haus den engste Verbündeten GB so massiv, daß der GCHQ sich öffentlich empört zu Wort meldete.


Nun sagen es FBI, NSA und Trumps eigenes Justizministerium öffentlich und unter Eid: Der Präsident ist ein Lügner.
Trump-Supporter Lord nennt es „americanese“, also lüge der Präsident auch nicht.


Noch während des Verhörs twitterte das Weiße Haus wahrheitswidrig, das FBI entlaste Trump. Trump is so gangster!
Sein Pressesprecher Sean Spicer erklärte anschließend, die FBI-Vorwürfe an Paul Manafort wären irrelevant, weil dieser kaum Verbindung zu Trump gehabt habe.
Angesichts der Tatsache, daß Manafort Trumps oberster Wahlkampfmanager war, ist das selbst für Spicer-Verhältnisse eine sehr dreiste Lüge.

Trump-Supporterin Palin weiß allerdings einen Ausweg.

Sarah Palin calls on Trump to dump James Comey over alleged Clinton ties.

Man könnte fast wieder an eine funktionierende Demokratie in den USA glauben, wenn man das vorbildliche und höchst beeindruckende Eingangsstatement des 56-Jährigen Adam Schiff aus Kalifornien anhört.
Er ist der oberste demokratische Abgeordnete des gestern tagenden Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses.

Ich empfehle dringend sich das Statement anzuhören.


Alternativ dazu gibt es noch eine neunminütige Zusammenfassung von CNN.


[….] Donald Trump ist ein Meister des "Gaslighting". Er lügt, um jedes Gefühl für die Wahrheit zu zerstören. Er führt in die Irre, um einem den Orientierungssinn zu vernebeln. Es sind die klassischen Manipulationstricks von Autokraten, die einen in den politischen Wahnsinn treiben oder zumindest so viel Chaos säen sollen, dass nur noch ein Wort zählt - das der Manipulatoren.
[….] Im Herbst noch hatten Trumps Trolle die Demokratin Hillary Clinton als unwählbar beschimpft, weil sie wegen ihrer E-Mail-Affäre ins Fadenkreuz der FBI-Fahnder geraten war. "Das allein sollte sie disqualifizieren", tönte der Top-Republikaner Reince Priebus damals. Jetzt, als Trumps Stabschef, hat er plötzlich eine ganz andere Meinung zu solchen FBI-Ermittlungen.
[….] Schamlos instrumentalisierte Trump schon seine rassistische "Birther"-Lüge, mit der er Obamas US-Geburt und damit dessen Legitimität als Präsident in Zweifel zog. Oder die doppelte Lüge, er habe im November einen Erdrutschsieg hingelegt, trotz millionenfachen Wahlbetrugs zu seinen Lasten. Oder die Lüge, seine Amtseinführung habe die größte Menschenmasse aller Zeiten angezogen.
[….] Dabei ist völlig egal, wie durchsichtig diese Lügen sind, ob Trump sie selbst glaubt oder ob er sie kalkuliert einsetzt. Hauptsache, er wiederholt sie so oft, bis sich genug Fetzen festgesetzt haben im Bewusstsein seiner Anhänger, die ihre Informationen nur von Trumps Twitter-Konten und dem konservativen US-Sender Fox News bekommen. Ist das Ziel erreicht, lässt er die Lügen genauso schnell wieder fallen.
Auf der Strecke bleibt nicht nur die Glaubwürdigkeit Trumps. Auf der Strecke bleibt vor allem die Glaubwürdigkeit der USA. [….]

Wie soll man es noch in Worte fassen?


Es ist wirklich Schilda hoch zehn was wir in Washington vorgeführt bekommen.
Natürlich ist es schlimmer als Watergate.
Der Unterschied zur damaligen Mega-Affäre, die 1974 zum Rücktritt des US-Präsidenten Nixon führte, ist aber, daß es damals republikanische Abgeordnete gab, die selbst nicht durch und durch verlogene Fanatiker waren. Sie stellten sich gegen den eigenen Präsidenten, als dieser der Lügen und kriminellen Machenschaften überführt wurde.

Das ist heute ganz anders. Eine absolut erbärmliche Linken-hassende Lügenbande sitzt für die GOP im Parlament. Sie sind von der Lobby hochbezahlte Verschwörungstheoretiker, die sich hart gegen die Realität wenden.
Trump hat sie an die Macht gebracht. Niemals werden sie irgendetwas tun, das am Ende womöglich den Demokraten und dem amerikanischen Volk zu Gute käme, nur weil es Wahrheit und Anstand verlangen.

Bis auf ganz wenige Ausnahmen gibt es unter aktiven republikanischen Politikern keine ehrlichen oder gar intelligenten Menschen mehr.
Wäre dem so, hätten sie nach diesen 60 Tagen schon längst ein Amtsenthebungsverfahren gegen diesen parasitären kriminellen Lügner in Gang gesetzt.

Es braucht schon Menschen außerhalb der Partei, um etwas Realitätssinn zu generieren.
So geschah es gestern als der CIA-Counterterrorist analyst Philip Mudd zu den Entwicklungen im Weißen Haus gefragt wurde und sich kaum noch beherrschen konnte.

Montag, 20. März 2017

Anal-Soldaten.



Was ist das bloß mit diesen männerbündnerischen Clubs, daß die alle früher oder später pseudohomosexuelle Praktiken anfangen, um sich gegenseitig zu quälen?

Knastschwul zu sein, kann man mit einiger Phantasie noch verstehen. Immerhin handelt es sich da um ein völlig frauenfreies Biotop, in dem auch noch überdurchschnittliche viele Menschen Gewalt nicht abgeneigt sind.

Das ist nicht zu vergleichen mit dem Vatikan oder katholischen Priesterseminaren. Da ist die wahrscheinlich deutlich über 50%ige Schwulenquote freiwillig. Wenn in St. Pölten die „Bubenspielchen“ mit Knutschereien unter den Alumnen begannen, so war das keine Notlösung, der dem Mangel an Frauen geschuldet war, sondern die zukünftigen Priester haben sich aktiv um ein Umfeld bemüht, in dem sie keinesfalls heterosexuellen Sex haben können.

In Afrika sind Männer-Vergewaltigungen durch Armee-Angehörige offenbar an der Tagesordnung.

[….] Im Gegensatz zu den Medienkampagnen über die Vergewaltigungen von Frauen in Kriegsgebieten wird die sexuelle Gewalt an Männern durch Soldatinnen und Soldaten explizit verschwiegen, obwohl das quantitative Ausmaß seriösen Schätzungen zufol­ge um ein Vielfaches höher ist. Während bei Frauen auch eindeutige Begriffe wie „Vergewaltigung“ verwendet werden, wird die sexuelle Gewalt gegen Männer durch Begriffe wie „Kulturelle Destabilisierung“ kaschiert und damit der bewußten Wahrneh­mung entzogen. Dabei sind Männer in kriegerischen Auseinandersetzungen immer schon bevorzugt an den Genitalien gefoltert, durch Verstümmelungen gedemütigt oder durch Vergewaltigung und sexuellen Mißbrauch beschämt und traumatisiert worden. Männer und die Integrität männlicher Sexualität scheint allerdings – wie immer – nicht einmal ansatzweise schützenswert zu sein.
Sexuelle Gewalt gegen Männer wird weltweit als Kriegswaffe eingesetzt – doch kaum jemand spricht über die grausamen Taten. Gerade den Opfern fällt es schwer, das Tabu zu brechen und ihre Erlebnisse in Worte zu fassen: Ein Mann, er heißt Job, hält seinen Kopf zwischen den Händen und blickt beschämt auf den Boden, als er leise und traurig zu sprechen beginnt: „Ich wurde von Soldaten festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Dort fesselten zwei Soldaten meine Hände und Beine und vergewaltigten mich, einer nach dem anderen.“ [….]

Sexuelle Gewalt gegen Männer durch US-Soldaten kennen wir natürlich auch aus Abu Ghuraib, Bagram und Guantanamo.

Homo-Vergewaltigungen werden auch immer wieder aus der russischen Armee berichtet. Dort führt das berüchtigte und ultra-brutale Großvater-System unter den Wehrpflichtigen zu mehren Suiziden jeden Tag.

[Um] Andrej Sytschow […..das] Leben zu retten, mussten die Ärzte beide Beine und seine Genitalien amputierten.
Gewalt unter Kameraden gehört zur russischen Armee wie Gleichschritt und Schießübungen. Erpressung, Prügel, Folter und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung. Die Soldaten sind sich selbst die größten Feinde.
Der Volksmund nennt die Misshandlungen von Rekruten durch ältere Soldaten "Djedowschtschina", "Herrschaft der Großväter". Wer Erniedrigung und Schmerz im ersten Dienstjahr übersteht, gibt diese Grausamkeiten an nachfolgende Rekruten weiter. [….] Das Komitee der Soldatenmütter, eine Menschenrechtsorganisation, die gegen die Missstände kämpft, registriert jedes Jahr etwa 2000 Todesfälle in der Armee - in Friedenszeiten. Ein großer Teil lasse sich auf Misshandlungen zurückführen. Im vergangenen Jahr haben nach Angaben der Militärstaatsanwaltschaft 341 Soldaten ihrem Leben freiwillig ein Ende gesetzt.
Auslöser soll nach Expertenmeinung auch hier in den meisten Fällen die brutale Quälerei gewesen sein. Die Dunkelziffer der Gewaltfälle dürfte noch weit höher liegen. [….]

In Deutschland gibt es "Djedowschtschina" vermutlich nicht in dieser extremen Form und in Amerika bringen sich die Soldaten statt während der Grundausbildung, überwiegend erst nach den Militäreinsätzen selbst um.

Innerhalb der US-Armee gibt es jährlich rund 20.000 Vergewaltigungen. Da allerdings auch Frauen „dienen“, stellen sie 90% der Opfer.

Von den aktiven US-Soldaten begeht durchschnittlich einer pro Tag Suizid. Nach der Dienstzeit steigt die Selbstmordrate um das 20-fache.

[….] Roughly 20 veterans a day commit suicide nationwide, according to new data from the Department of Veterans Affairs — a figure that dispels the often quoted, but problematic, “22 a day” estimate yet solidifies the disturbing mental health crisis the number implied.
In 2014, the latest year available, more than 7,400 veterans took their own lives, accounting for 18 percent of all suicides in America. Veterans make up less than 9 percent of the U.S. population. [….]

Ganz offensichtlich haben Soldaten untereinander eine sehr fragwürdige Art miteinander umzugehen.

Bei Ron Leshem habe ich von einem ganz anderen Umgangston unter Israelischen Soldaten gelesen. Die Hierarchie wird weniger zelebriert und so können einfache Soldaten mit hohen Offizieren locker kommunizieren.
Ich erinnere mich an rührende Szenen, als im Libanonkrieg die in „Wenn es ein Paradies gibt“ beschriebene Einheit kontinuierlich von den Golanhöhen aus beschossen wird und sich junge Rekruten so sehr fürchten, daß sie in den Armen ihres Vorgesetzten einschliefen.
Ob das repräsentativ ist, weiß ich nicht.

Von der deutschen Bundeswehr liest man hingegen jedes Jahr neue Quäl-Geschichten, in denen mit Vorliebe anale Methoden angewendet werden.

[….] Fallschirmjäger: Obst in den Po und Paddel drauf!
In einer Zweibrücken Kaserne ist es äußerst unappetitlich zugegangen: Fallschirmjäger sollen sich auf einer Feier Obst in den Hintern geschoben und mit einem Paddel drauf gehauen haben. Wegen dieser Vorfälle wird die Kompanie nun von ihrem Kongo-Einsatz entbunden. […..]

[…..]  Das Amtsgericht Zweibrücken hat im Prozess zur "Dörrobst-Affäre" um obszöne Aufnahmerituale in einer Kaserne den angeklagten Hauptmann zu einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro verurteilt.
Der Richter sah es als erwiesen an, dass der ehemalige Kompaniechef das "entwürdigende Verhalten" seiner Untergebenen auf einer Feier geduldet habe. […..] 

[…..] Schon wieder schockiert ein Skandal die Bundeswehr: Bei den Gebirgsjägern im oberbayerischen Mittenwald sind junge Soldaten mit entwürdigenden Mutproben und Aufnahmeritualen schikaniert worden. Sie mussten bis zum Erbrechen Alkohol trinken und rohe Schweinsleber essen, um in der internen Hierarchie aufsteigen zu können. [….]

 [….] Nach SPIEGEL-Informationen bestätigten interne und bisher geheim gehaltene Ermittlungen, dass bei der Ausbildung von Sanitätern, im Militärjargon "Combat First Responder" genannt, offenbar sexuell-sadistische Praktiken an der Tagesordnung waren. [….] Demnach fesselten sich die Soldaten gegenseitig an Stühle, mussten stundenlang so verharren und wurden mit Wasserschläuchen abgespritzt. [….] Statt einer professionellen Armee, die für junge Menschen eine interessante Karriere bietet, erhält die Bundeswehr durch die Vorgänge in der Staufer-Kaserne wieder das hässliche Image einer männergeprägten Chauvinisten-Truppe, in der Rituale wie Erniedrigung bis hin zu den sexuell-sadistischen Ausbildungsmethoden weiterhin Platz haben und von den Vorgesetzten nicht geahndet werden. [….]

Sexuelle Übergriffe bei Gebirgsjägern
 [….] Nach den Vorfällen in der Bundeswehr-Kaserne in Pfullendorf wird ein weiterer Fall bekannt, in dem Soldaten einem Kameraden gegenüber übergriffig geworden sind. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll ein Soldat bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall unter anderem durch Vorgesetzte sexuell belästigt und diskriminiert worden sein.
[….] Laut Ministerium handelte es sich dabei um eine Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 in Bad Reichenhall. "Dort sei er zwischen November 2015 und September 2016 durch Mannschaftssoldaten und einige Vorgesetzte (Ausbilder) seines Zuges mehrmals diskriminiert sowie verbal und tätlich sexuell belästigt und genötigt worden" [….] Laut Ministerium laufen derzeit Ermittlungen gegen 14 Beschuldigte, davon zwei Feldwebel, zwei weitere Unteroffiziere und zehn Mannschaftssoldaten. [….] Ein Sprecher des Ministeriums betonte auf Anfrage, es handele sich um einen von zahlreichen Einzelfällen aus der Vergangenheit. [….]

Ich möchte hier noch einmal klarstellen, daß ich moralisch keinerlei Einwände gegen analen Sex habe. Es ist völlig in Ordnung, wenn die Geistlichen im Vatikan es sich mit Freude gegenseitig besorgen.
Wenn es sich dabei aber um ein Demütigungsritual unter Zwang handelt, ist es kein Sex, sondern Gewalt.
Dafür gibt es erstens keinerlei Rechtfertigung, aber zweitens stellt sich die Frage wieso so viele Uniformierte darauf abfahren.

Sonntag, 19. März 2017

Trumpologiefolgenabschätzung – Teil VI

Inzwischen sitzt der umnachtete Soziopath zwei Monate im Oval Office.
Welche Folgen das haben wird, lässt sich abschätzen.
Der amerikanische Präsident ist definitiv ein Desaster für die Welt.

Seine grandiosen Ankündigungen aus dem Wahlkampf sind selbstverständlich genau die Luftnummern, die man erwarten konnte.
Er hat keine Ahnung durch was man Obamacare verbessern oder erneuern kann. Selbstverständlich besiegte er nicht den IS und schon gar nicht konnte er das amerikanische Volk wieder einen.
Seine Ratings sind im Keller, aber die republikanische Macht ist zementiert. Trump sitzt fest im Sattel und tut genau das, was er immer tat:
Er verhält sich dem amerikanischen Volk gegenüber wie ein Parasit und nutzt sein Amt ungeniert aus, um seine Familie zu bereichern.

Kein auch nur halbwegs denkender Mensch kann heute noch bestreiten, daß Trump ein pathologischer Lügner ist, der eben nicht nur zu bestimmten Zwecken lügt, sondern auch anlasslos und völlig unnötig lügt.
Er lügt auch, wenn er sich selbst dramatisch widerspricht und wenn es völlig offensichtlich ist, daß nicht sein kann, was er behauptet.
Ihm ist das Lügen zu seiner ersten Natur geworden. Er kann scheinbar gar nicht anders.

Diese grotesken Trump-Lügen werden natürlich alle dokumentiert und so kann man immerhin wenigstens außerhalb der GOP-Info-Blasen herzlich über ihn lachen.
Zum Beispiel, wenn man sich den Clip aus dem Wahlkampf ansieht, in dem Trump verspricht das Weiße Haus kaum zu verlassen und keinen zu Urlaub nehmen.



In Wahrheit befindet sich Trump auf seinem sechsten Urlaubswochenende in der achten Amtswoche.
Der Mann ist nicht nur ein verlogener Parasit, sondern auch noch stinkend faul.

Die Blagen, die unerklärlicherweise immer noch mit am Tisch sitzen im Weißen Haus, jetteten inzwischen auf Steuerzahlerkosten nach Aspen zum Skilaufen.

Natürlich eignet sich dieser Präsident wie keiner zuvor, um sich über ihn lustig zu machen. Mahers Standups werden immer besser angesichts der täglich neuen Hypocracy-Rekorde aus dem Weißen Haus.

Trump auszulachen birgt aber eine große Gefahr.
Man nimmt ihn weniger ernst und gewöhnt sich daran.
Dabei sind die Schäden, die jetzt schon eingetreten sind, enorm.
Es ist eine Sache, wenn das Weiße Haus offensichtlichen Unsinn verbreitet. Daß Obama sie durch Mikrowellengeräte belausche, daß Trumps Wahlsieg der Größte aller Zeiten gewesen wäre oder daß in Schweden die islamistische Anarchie ausgebrochen wäre.

Es ist eine Sache Trumps Pressesprecherin Melissa McCarthy bei ihren hilflosen Versuchen zu beobachten, wie sie den kapitalen Unsinn ihres Chefs vor der Presse zu rechtfertigen sucht.

Aber was ist eigentlich, wenn um etwas Dramatisches wie 9/11, einen militärischen Angriff oder eine gewaltige internationale ökonomische Konfrontation ginge?
Trump träte vor sie Presse, um seinen Volk die Lage zu erklären und jeder müßte sich fragen, ob er sich den Unsinn wieder einmal zusammenlügt, oder ob es diesmal wahr sein könnte.

Schon jetzt hat Trump durch seine pathologische Unaufrichtigkeit die engsten Alliierten massiv verärgert.


Die US-Presse gewöhnt sich schon an die Lügerei und zieht den Schwanz ein.
Man ist es Leid immer wieder zu widersprechen.
Im Pressecorps des Weißen Hauses hält man lieber die Klappe.
Verhältnisse wie in der Türkei oder Russland stellen sich ein. Man wiederspricht lieber nicht mehr, weil man sonst rausgeworfen wird.
Jeff Mason, der sonore und seriöse Vorsitzende der „White House Correspondents‘ Association“ windet sich, wie die meisten seiner seriösen Kollegen.

[…..] Wo sich heu­te der Brie­fing Room be­fin­det, war frü­her der Swim­ming­pool von Prä­si­dent Fran­klin D. Roo­se­velt. Dass die Me­di­en schließ­lich Teil des Wei­ßen Hau­ses wur­den, ist ein Sym­bol aus ei­ner Zeit, in der die USA welt­weit als Vor­bild für Pres­se­frei­heit, Ge­wal­ten­tei­lung und De­mo­kra­tie gal­ten.
„Dass wir überhaupt darüber reden müssen, ob wir hier blei­ben dür­fen, hät­te ich nie­mals ge­dacht“, sagt Ma­son. Als Nächs­tes muss­te er da­für kämp­fen, dass Re­por­ter auch künf­tig an Bord der Air Force One mit­rei­sen dür­fen. Auch die­se Tra­di­ti­on woll­ten Trump oder Leu­te in sei­nem Um­feld ab­schaf­fen.
[…..] Ist die Pres­se­frei­heit in den USA tat­säch­lich in Ge­fahr? Ist der Prä­si­dent eine Ge­fahr für die De­mo­kra­tie? „Da sag ich bes­ser nichts“, sagt Ma­son, der Di­plo­mat, und blickt zum Ein­gang des West Wing, als woll­te er si­cher­stel­len, dass kei­ner der Mäch­ti­gen zu­hört. „Ich kämp­fe je­den­falls da­für, dass es de­mo­kra­tisch bleibt.“ […..]
(DER SPIEGEL, 12/2017 – s.78) 
Anders als in der deutschen Presselandschaft, gibt es in den USA keine Solidarität mehr unter Journalisten, weil zu viele Nicht-Journalisten mit ultraradikalen Ansichten nicht nur bereit stehen, um für die Etablierten einzuspringen, sondern weil diese Typen massiv von der Regierung gefördert werden.
[…..] Zu den Ge­win­nern des neu­en Zeit­al­ters zählt Jen­ni­fer Wis­hon. Sie […..] arbei­tet für den Sen­der Chris­ti­an Broad­cas­ting Net­work, der vor allem von Evange­li­ka­len ge­schaut wird – je­nen erz­kon­ser­va­ti­ven Chris­ten, die zu Trumps größ­ten Un­ter­stüt­zern zäh­len. […..] Vie­le Jah­re lang saß Jen­ni­fer Wis­hon un­ter Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma in der letz­ten Rei­he des Brie­fing Room und durf­te fast nie eine Fra­ge stel­len. Seit Trump im Amt ist, kommt sie fast täg­lich dran. Bei Sean Spi­cers ers­tem Press Brie­fing durf­te sie die zwei­te Fra­ge stel­len, bei Trumps Pres­se­kon­fe­renz mit Benjamin Net­anya­hu be­kam ihr Kol­le­ge eine von zwei Fra­gen. Und dann gab der Prä­si­dent dem Sen­der noch ei­nes von zwei exklusi­ven In­ter­views. „Es gibt ge­ra­de vie­le ers­te Male“, sagt Wis­hon. „Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Für uns ist es groß­ar­tig.“
[…..] Es be­rei­tet [Sean Spicer] die­bi­sche Freu­de, die Platz­hir­sche von den etablier­ten Me­di­en zu über­se­hen und jene neu­en Me­di­en auf­zu­ru­fen, von de­nen bis vor Kur­zem noch nie­mand ge­hört hat und die jene Fra­gen stel­len, die im Fußball Tor­vor­la­ge hei­ßen wür­den.
Bei Trumps ers­ter Pres­se­kon­fe­renz nahm er ei­nen 19-jäh­ri­gen Be­wun­de­rer dran, der erst vor Kur­zem ei­nen ei­ge­nen In­ter­net­ka­nal ge­grün­det hat­te. Sei­ne Fra­ge galt der First Lady Me­la­nia: „Sie leis­tet groß­ar­ti­ge Ar­beit für die­ses Land. Kön­nen Sie uns noch mehr dar­über er­zäh­len, was Me­la­nia Trump so al­les tut für die­ses Land?“
[…..] Der 23-jäh­ri­ge Trey Yingst vom One Ame­ri­ca News Net­work ist ei­ner der em­sigs­ten Stre­ber im Brie­fing Room. Er nickt oft, wäh­rend Spi­cer re­det, und er ist der Ers­te, der die Hand hebt, wenn Spi­cers Aus­füh­run­gen sich dem Ende nei­gen. Sein Sen­der wur­de vor drei Jah­ren als noch rech­te­re Al­ter­na­ti­ve zum rech­ten Sen­der Fox News ge­grün­det.
[…..] Neu­rech­te Me­di­en wie One Ame­ri­ca, News­max, The Dai­ly Cal­ler oder Li­fe­Zet­te ge­nie­ßen die vol­le Un­ter­stüt­zung der neu­en Re­gie­rung. Sie sol­len die al­ten Me­di­en ver­un­si­chern, ih­nen Fra­ge­zeit neh­men, die ge­wohn­ten Ab­läu­fe stö­ren, das alte Sys­tem her­aus­for­dern. Es gilt, die Glaub­wür­dig­keit der ge­stan­de­nen, unab­hän­gi­gen, re­cherchein­ten­si­ven Ver­la­ge und Sen­der in­fra­ge zu stel­len und ihnen die Le­gi­ti­ma­ti­on ab­zu­spre­chen.
Das Leit­me­di­um der neu­en Rech­ten ist Breit­bart News, de­ren ehe­ma­li­ger Chef Ste­phen Ban­non nun als Chef­be­ra­ter im Oval Of­fice sitzt. […..] 
Gateway Pun­dit ist be­rüch­tigt für sei­ne kru­den Ver­schwö­rungs­theo­ri­en und Schlag­zei­len wie: „Zahn­ex­per­te: Hil­la­ry Clin­ton lei­det an erns­ter Zahn­flei­schent­zün­dung und Im­mun­schwä­che“. Das Blog wur­de erst von Trumps Leu­ten akkredi­tiert, sein Kor­re­spon­dent Win­trich hat­te nie zu­vor als Jour­na­list gearbeitet.
Decker ruft in den Raum, dass mit Wintrich nun der Reporter eines Mediums vor Ort sei, das „Schwar­ze, Ju­den und La­ti­nos hasst“. Er ist fas­sungs­los, dass Trumps Wei­ßes Haus den Jour­na­lis­ten­dar­stel­ler tat­säch­lich reinge­las­sen hat. […..]
(Markus Feldenkirchen, DER SPIEGEL, 12/2017 – s.79f)

Das ist die eigentliche Gefahr der gegenwärtigen Präsidentschaft.
Trump macht seine Gegner und die Presse mürbe.
Man gewöhnt sich an ihn.
 Er kommt mit seiner Methode durch.