Montag, 28. September 2015

Der Minus-Mann – Teil VIII


Na, das war heute mal wieder ein grandioser Tag für den schlechtesten Minister Deutschlands.
Thomas de Maizière fällt gerade seine Amtszeit als Verteidigungsminister vom 3. März 2011 bis zu 17. Dezember 2013 auf die Füße.


Mit großem Pathos hatte der mannigfache Minusmann am Ende seiner Amtszeit Kundus übergeben und beteuert, Deutschland werde Afghanistan nicht im Stich lassen.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sind im Bundeswehr-Feldlager im nordafghanischen Kundus eingetroffen, um das Camp an die afghanischen Sicherheitskräfte zu übergeben. […]  De Maizière sagte, der Einsatz sei eine Zäsur für die Bundeswehr und die deutsche Gesellschaft gewesen. „Kundus, das ist für uns der Ort, an dem die Bundeswehr zum ersten Mal gekämpft hat, lernen musste, zu kämpfen“, äußerte er. „Auch wenn die Bundeswehr Kundus heute verlässt: Vergessen werden wir diesen Ort niemals.“


[…]   Nach der Übergabe des Camps an die Afghanen soll die Bundeswehr ein abgeriegeltes Areal behalten, das sie als Basis etwa bei Einsätzen zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte in der Region nutzen könnte. […]  


De Maizières Versprechen wurden allesamt gebrochen.
Afghanen, die der Bundeswehr geholfen hatten und nun um ihr Leben fürchten müssen, werden vom Innenminister de Maizière nicht in Deutschland willkommen geheißen.


Die Region Kundus wurde heute komplett von den Taliban erobert.
Toller Erfolg von 14 Jahren deutscher militärischer Abendteuer in Afghanistan!
Gut gemacht, Verteidigungsminister de Maizière, Jung, Guttenberg und von der Leyen!!!

Zwei Jahre nach dem Abzug der Bundeswehr aus Kundus haben die radikalislamischen Taliban die nordafghanische Provinzhauptstadt komplett erobert. Das räumte die Zentralregierung in Kabul ein.
Nach stundenlangen heftigen Angriffen auf die nordafghanische Provinzhauptstadt haben die Taliban Kundus komplett eingenommen. Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, sagte die Stadt sei in die Hände der Taliban gefallen.
[…]  Die Taliban erklärten, sie hätten den Sitz des Gouverneurs, das Gebäude des Provinzrats und eine Radiostation in Brand gesetzt. […]  


Inzwischen hat Merkels Murx-Minister bekanntlich andere Aufgaben, an denen er genauso grandios scheitert, wie an denen zuvor.

Thema Flüchtlinge. Daß enorme logistische Probleme auf uns zu kommen, ist seit Jahr und Tag bekannt. Derjenige, der dafür zuständig ist, beschäftigt sich intensiv mit aussitzen, ignorieren und abwarten.

Die Enttäuschung der SZ-Leser über die deutsche Politik in der Flüchtlingskrise ist groß, besonders aber über den Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der sich für viele als zu schwach erweist, die Probleme richtig anzugehen.

Ein Kuriosum ist in dieser Angelegenheit der Gleichklang von linken Menschenrechtsgruppen und rechten Konzernbossen.

 „Mehr als 800.000 Menschen in Deutschland aufzunehmen, die unsere Hilfe brauchen ist ohne Zweifel eine Herkulesaufgabe. Aber in diesem Fall kann es auch eine Grundlage für das nächste deutsche Wirtschaftswunder werden. Wer sein komplettes altes Leben zurücklässt ist hochmotiviert, hier zu lernen und zu arbeiten und sich bei uns ein neues Leben aufzubauen. Genau solche Menschen suchen wir bei Mercedes und überall in unserem Land.“

Beide wollen unbedingt viele Flüchtlinge fördern, integrieren und in Arbeit bringen.
Myriaden Artikel wurden geschrieben über die gut ausgebildeten und motivierten Syrer, die auf ein Deutschland mit einer Million nicht besetzten Stellen treffen.

Nur de Maizière begreift es einfach nicht und setzt bei Asylanten immer noch auf Abschreckung und Schikane.
Er läßt zur Freude der Bayern Grenzen kontrollieren. Eine reine PR-Maßnahme, die überhaupt keinen Effekt hat.

Deutschland hat seit Montag wieder Grenzkontrollen. München brach letztes Wochenende fast zusammen wegen der vielen Flüchtlinge. Also wollte man zeigen, dass man Herr der Lage ist. Vor allem Horst Seehofer war stolz über die Maßnahme:

O-Ton Horst Seehofer:
„Ich bin sehr froh, dass auf bayerische Initiative jetzt die Grenzkontrollen eingeführt worden sind. Und ich habe immer gesagt, wenn man das nicht tut, dann werden wir in der Praxis nichts anderes erleben, als die weltweiten Flüchtlingslager nach Deutschland zu verlegen.“

Das Signal: Man kann den Flüchtlingsstrom stoppen. Endlich wird etwas getan, soll man denken. Aber, was denn eigentlich genau? Wenn man nun mit Polizisten an der Grenze spricht, wird klar: Sie halten am Ende gar keine Flüchtlinge auf, denn das dürfen sie gar nicht. Dann aber ist doch die Grenzkontrolle nichts anderes als eine politische Nebelkerze.  Verstehen Sie mich nicht falsch. Natürlich frage auch ich mich, wie es wohl weitergeht. Aber vielleicht brauchen wir einfach mehr Ehrlichkeit. Und dazu gehört einfach auch einzusehen, dass man die Flüchtlinge, nicht wird stoppen können. Man sieht es ja, der Zaun in Ungarn führt dazu, dass sie jetzt eben über Kroatien laufen. Sie sind da und es kommen noch mehr.

Ein auch nur halbwegs fähiger Innenminister würde nun endlich mal anfangen Integrationshemmnisse abzubauen und zumindest das tun, was seit 10 Jahren jeden Tag gefordert wird: Sprachkurse anbieten und akademische Abschlüsse anerkennen.
De Maizière begreift es aber einfach nicht, tut das diametral Falsche; läßt weiter abschrecken.

Doch die Flüchtlinge und Helfer scheitern oft noch an den Strukturen in Deutschland, deren Motto scheint: "Abschrecken statt einbinden". Denn in deutschen Gesetzen und Verordnungen wimmelt es noch von Paragraphen, die eine Integration schwer machen, sagt etwa Prof. Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. "Wir haben lange versucht, Asylbewerber und Flüchtlinge abzuschrecken. Menschen, die man in ihre Heimatländer zurückschicken will, versucht man gerade nicht in den Arbeitsmarkt zu integrieren, versucht man nicht auszubilden, versucht man nicht sprachlich zu fördern. Das ist alles Gift für die Integration."

Es ist wie ein schlechter Witz. Auch wenn der phlegmatische Sachse es lange zu verheimlichen suchte: Es kommen dieses Jahr 800.000 bis 1.000.000 Heimatvertriebene nach Deutschland.
Hunderttausende sind lange da und im ganzen Jahr 2015 schafft es de Maizière gerade mal Deutschkurse für 1.500 Menschen zu organisieren.


98,5% werden vom Innenminister im Stich gelassen.
So bleiben auch die gut ausgebildeten Menschen, die Deutschland dringend braucht – Mathematiklehrer, Ingenieure, Bauleiter, Ärzte – ohne Chance und zur Untätigkeit verdammt.
Danke de Maizière!

Sonntag, 27. September 2015

Der Wert der Ehe an sich


In Hamburg werden 50% der Wohnungen von Singles okkupiert.
So ein typischer Häuserblock, wie der in dem ich hause – zentral gelegen, aber die Wohnungen haben maximal drei Zimmer -  beinhaltet sogar ausschließlich Singles. Wer sich paart und/oder vermehrt zieht üblicherweise weiter an den Rand von Hamburg, wo man sich mehr Quadratmeter und/oder Gärten dazu leisten kann. Diejenigen, die trotz beschränktester finanzieller Mittel Leibesfrüchte produzieren, können es sich ohnehin nicht leisten so zentral zu wohnen. Dafür gibt es die Problemstadtteile Neuwiedenthal, Steilshoop, Billstedt und so weiter.
Ich denke, die Verhältnisse sind in den anderen deutschen Großstädten entsprechend.
Untersuchungen zeigen, daß der Wohnraum jetzt nicht nur deswegen so knapp ist, weil zu wenige Sozialwohnungen gebaut wurden, sondern weil wir so wohlhabend sind, daß wir pro Person sehr viel mehr Quadratmeter beanspruchen.

Laut Statistischem Bundesamt verfügten die Deutschen 2010 im Durchschnitt über 42,8 Quadratmeter und 2,2 Wohnräume. Unterversorgung herrscht dort, wo weniger als ein Zimmer pro Kopf zur Verfügung steht. Dies ist nur noch in 3,5 Prozent der Haushalte der Fall, oft bei Paaren mit Kindern bis 16 Jahren.
Seit 1965 hat sich die Wohnfläche pro Kopf verdoppelt. Dabei verfügen ältere Menschen über mehr Raum als junge (abgesehen von Altersheim-Bewohnern mit oft kleinen Zimmern), Eigenheimbesitzer und Landbewohner dagegen über mehr als Großstädter. Die durchschnittliche Wohnfläche für einen Hamburger lag 2010 laut Statistikamt Nord bei 37 Quadratmetern, laut Statistischem Bundesamt bei 36,2 Quadratmetern. [...]  Den wenigsten Platz pro Kopf hat man in Billbrook (25,2 m²) und auf der Veddel (25,4 m²), am anderen Ende der Messlatte liegen die HafenCity (80,9 m²) und Wohldorf-Ohlstedt (57,4 m²).

Offensichtlich strebt der Mensch des 20. und 21. Jahrhunderts danach sich auszubreiten und unabhängig zu machen.

Eine Menge Ratgeberbücher unterscheiden sorgfältig zwischen „Alleinsein“ (=gut) und „Einsamkeit“ (=schlecht).

Diesen Trend bestätigen auch Spanien, die USA und Griechenland, wo aufgrund der gewaltigen Wirtschaftskrise viele Menschen dazu gezwungen werden ihre zu teuer gewordenen Häuser/Wohnungen aufzugeben und zurück zu den Eltern zu ziehen:
Solange es ihnen finanziell möglich war, bevorzugten sie offenbar eine räumliche Trennung. Erst durch Armut gezwungen, bilden sich wieder die alten Familienverbände.
Ähnlich wie Religiosität, korrelieren Kinder und Ehe mit Bildung und Wohlstand.
Je gebildeter die Menschen, desto kirchenferner. Je besser die Karriere läuft, desto weniger Kinder.
Ursula von der Leyen ist mir ihren sieben Kindern nur scheinbar eine Ausnahme. Sie gehört zu den Frauen, die sich mehrere Kinder UND Promotion leisten können, weil sie von Haus aus schwerreich ist.
Mit genügend Personal – von der Putzfrau über Gärtner, das Kindermädchen bis zum Therapeuten – kann man auch überdurchschnittlich viele Kinder „bewältigen“.
Aber um in dem Bild zu bleiben: Wenn man wie von der Leyens Kommilitonen „nur“ das Medizinstudium hat und (zumindest anfangs) von einem sehr mäßigen Assistenzarztgehalt im Krankenhaus leben muß, kann man damit natürlich nicht sieben Kinder durchbringen. Dafür bietet Deutschland keine Strukturen.
Die Folge ist, daß wir in Deutschland zwar nicht unbedingt zu wenig Kinder haben, daß aber ökonomisch betrachtet die falschen Leute Kinder bekommen.
Die erfolgreichen Akademikerinnen über 40 Jahre, die Kindern perfekte Voraussetzungen bieten könnten, sind zu über 50% kinderlos, während in prekären Stadtteilen mit hoher Arbeitslosigkeit und HartzIV als Haupteinnahmequelle fast alle Frauen mit 40 mindestens ein Kind haben.

Thirty-somethings halten die Berufswelt für zu fordernd und komplex, um sich Partner und Kinder überhaupt zeitlich leisten zu können.
Man optimiere sich kontinuierlich selbst, meint der Autor und Blogger Michael Nast, da passten stetigere Lebensentwürfe nicht dazu.
   
[…..]  Man muss dazu sagen, was der Begriff „Job“ heutzutage eigentlich bedeutet. Die Generation unserer Eltern hatte einen Beruf UND ein Leben. Es gab eine Trennung. Nach der Arbeit pflegten sie ihr Privatleben. Heute ist das verschmolzen. Ein Job ist heutzutage mehr als nur ein Job, ein Beruf hat den Anspruch einer Berufung.
[…..] Arbeit gilt als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, der eigenen Wünsche und Träume. Man trennt nicht mehr zwischen Arbeit und Leben. Wenn man seine Träume verwirklicht, empfindet man seine Arbeit nicht als Arbeit, sondern als Leidenschaft. Man unterscheidet nicht mehr zwischen Arbeit und Privatleben, sie sind miteinander verwoben. Die Grenze löst sich auf, auch durch unsere ständige Erreichbarkeit. Mit unseren Smartphones haben wir das Büro ja praktisch immer dabei. Der Mittelpunkt des Lebens sich hat auf den beruflichen Erfolg verlagert, ganz unbemerkt.
[…..] Die Beziehungs- und Bindungsunfähigkeit, von der heutzutage so viel geredet wird, ist nichts anderes als das Streben nach universeller Selbstverwirklichung, nach vermeintlicher Perfektion. Man weiß einfach, dass es irgendwo noch jemanden gibt, der besser zu einem passt, der das eigene Leben sinnvoller ergänzt. […..]

Das ist jetzt der Zeitpunkt, an dem Kulturpessimisten anfangen zu weinen.

Deutschland stirbt aus.
Die Menschen werden immer bindungsloser.
Niemand will mehr Verantwortung übernehmen.
Viel zu viele Ehen scheitern.

Geradezu zwanghaft käuen Politiker altbackene Begriffe aus dem Familienverständnis der 1950er Jahre wieder.

Man merkt es auch beim Thema gleichgeschlechtliche Ehe, das wieder einmal hochkocht.

Der Bundesrat will die Ehe für alle. Die rot-grün dominierte Länderkammer hat für eine völlige Gleichstellung der Homo-Partnerschaften gestimmt. Jetzt ist der Bundestag am Zug - doch die Union sträubt sich.
Weite Teile von CDU und CSU wehren sich noch gegen eine Öffnung der Homo-Ehe - jetzt hat der Bundesrat den Druck auf die Union erhöht. Die rot-grün dominierte Länderkammer beschloss am Freitag einen Gesetzesentwurf, nachdem künftig mit gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften dieselben Rechte wie in der traditionellen Ehe verbunden sein sollen. Neun der 16 Bundesländer hatten den Antrag eingebracht. Nun muss sich der Bundestag damit befassen.
Die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt (Grüne) sagte, die Länderkammer gebe dem Bundestag damit eine "gute Chance, die rechtliche Diskriminierung zu beenden". Gleichgeschlechtliche Paare empfänden es als "Schikane", dass sie nach wie vor kein Kind adoptieren könnten, sagte Alt. CDU und CSU lehnen besonders das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ab und halten an der Institution Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau fest.

Ich habe eine gewisse Sympathie für Unions-Politiker wie Geis, Steinbach, Uhl, Singhammer oder Reiche, die immerhin so ehrlich sind auszusprechen, daß sie strikt dagegen sind, weil sie Lesben und Schwule für minderwertig erachten und diese daher auch keine Kinder erziehen könnten.
Da weiß man wenigstens woher der Wind weht.

Schlimmer finde ich die aufgeschlossenere Gruppe der CDU’ler, die mit aus 1950 entsprungenen adretten Schwulenpärchen zusammensitzen und demonstrieren, daß diese auch ganz ordentlich und gutangezogen und spießig sind.
Wenn sie sich nur möglichst stark an das altbackene CDU-Familienideal anpassen – Kirche, Küche, Kind, Reihenhaus und natürlich strikte Monogamie und Treue – dann könnte man ihnen doch womöglich doch Rechte zugestehen, denn sie lebten doch konservative Werte, indem sie Verantwortung für einander übernähmen.

Der Spießer der frühen 21. Jahrhunderts fürchtet sich offenbar nicht mehr so sehr vor Analverkehr und Fellatio im Schlafzimmer des Nachbarn, sondern zittert davor, daß sein eigenes simples Lebensmodell durch etwas Besseres oder Aufregenderes in Frage gestellt wird.
Dieses vermeidliche Wilde, das Unstete, das Promiske wird folgerichtig als „verantwortungslos“ oder eben als im wahrsten Sinne des Wortes „wert-los“ diffamiert.

Das ist aber Bullshit.
Singles können sehr viel verantwortungsvoller agieren als Menschen, die zufälligerweise in einer Beziehung gefangen sind.
Ich sehe jeden Tag Mütter, die intensiv auf ihr Smartphone tippend ihre Blagen im Kinderwagen umherschieben.
In Krankenhäusern und Pflegeheimen habe ich über Jahrzehnte völlig vereinsamte Menschen erlebt, die sehr wohl Kinder hatten, die sich aber nie sehen ließen.
Glücklich sind diejenigen, die echte Freunde haben. Freunde, die sich gerne um jemand kümmern. Die dies nicht nur widerwillig tun, weil sie durch wie auch immer geartete Familienbande dazu gezwungen sind.
Möglicherweise schaffen sich Singles gesündere und gefestigtere Strukturen als diejenigen, die sich ihre sozialen Partner nicht selbst aussuchen, sondern lediglich durch genetischen Zufall an sie gebunden sind.

Was semimoderne CDU-Politiker wie Frau Klöckner meinen, wenn sie „Homosexuelle“ loben, die „Verantwortung übernähmen“ und „Werte lebten“ ist ein Code für „die poppen auch gar nicht sooo viel wie man immer befürchtet!“.
Da wird es völlig absurd. Denn die Frequenz des Geschlechtsverkehrs hat rein gar nichts mit „Verantwortung“ zu tun.
Das ist eine rein persönliche Entscheidung, die sich der Bewertung durch andere entzieht.
Ich finde, daß Zölibatäre, Monogame oder Menschen mit gelegentlich bis dauernd wechselnden Sexualpartnern prinzipiell gleich verantwortungsvoll und moralisch sind – und zwar gilt das für Heteros, Bis und Homos gleichermaßen.
VerantwortungsLOS ist man nur dann, wenn man andere damit verletzt und oder gewissen Konsequenzen nicht vorbeugt.
Da man aber sehr leicht ungewollte Schwangerschaften und Sexualkrankheiten verhindern kann, ist eine Frau, die dies alles bedenkt und wöchentlich mit 20 Männern schläft, moralischer als ein beispielsweise ein Mann, der in 20 Jahren einmal ein Kinder zeugt und sich nicht um dieses kümmert.

Ein Paar in einer monogamen oder offenen glücklichen Beziehung, die nur drei Monate hält, lebt meiner Ansicht nach moralischer als ein das Vorzeigeehepaar am Tage seiner goldenen Hochzeit, wenn die Frau möglicherweise zur Heirat gezwungen wurde.
Die Ehe an sich hat gar keinen Wert – auch wenn Politiker aller Parteien, das Grundgesetz und unser Steuersystem uns das glauben machen wollen.

Heute wird von rechts bis links, quer durch alle Schichten die Scheidungsrate beklagt. Eine geschiedene Ehe gilt als "gescheitert" und wenn irgendein Politiker, Talkshowgast oder zufälliger Passant einer Straßenumfrage erzählt, er wäre „schon“ 30 oder 40 Jahre verheiratet, hagelt es anerkennenden Applaus.

Dabei wird doch umgekehrt ein Schuh draus.
Es ist GUT, daß es Scheidungen gibt, weil dadurch Beziehungen nicht unter Zwang fortgeführt werden müssen.
Wenn eine Ehe/Partnerschaft nach 2 oder 7 oder 15 Jahren endet, ist sie deswegen ja nicht gescheitert, sondern es können tolle 2 oder 7 oder 15 Jahre gewesen sein.
Eine 50-Jährige Ehe kann andererseits die reine Hölle sein – für die Frau, für den Mann oder die Kinder.

Die „gute alte Zeit“, als es noch kaum Scheidungen gab, war die Zeit, als Frauen in der Ehe vergewaltigt, geschlagen und dominiert wurden, in der sie gar keine finanzielle Alternative gehabt haben, weil sie anderenfalls geächtet worden wären oder hätten hungern müssen.
Oder sie waren lesbisch, oder der Mann war schwul – Ehe mußte trotzdem sein.

Das ist doch alles Dreck, dieses Konzept der Verherrlichung der heterosexuellen Zweierpartnerschaft, deren „Erfolg“ sich an der Zahl der ausgebrüteten Uterus-Produkte misst.
Man kann es überall in der Weltliteratur finden was es für Frauen in den letzten Jahrhunderten bedeutete in totaler Abhängigkeit ihres Mannes zu leben.
Das waren sklavenartige Familienstrukturen mit Sexpflicht und Prügelstrafe, aus denen die Frauen eigentlich nur durch ihren Tod erlöst wurden.
Noch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in Deutschland geschiedene Frauen stigmatisiert.
Sie galten als „gefallen“ und Hunderttausende ihrer Kinder wurden ihnen einfach weggenommen und in christliche Heime gesteckt, in denen Prügel, Zwangsarbeit und sexueller Missbrauch an der Tagesordnung waren.
Daß es diese grauenhaften Verhältnisse nicht mehr in der Form gibt, zeigt den Segen der modernen Scheidungskultur.
Scheidungen und gleichgeschlechtliche Partnerschaften bedeuten Wahlfreiheit – und alles wovon Frau Steinbach und Frau Klöckner träumen ist letztendlich Zwang und widernatürlich.

Ich bewerte dabei Kinderwunsch und Form der Partnerschaft gar nicht.
Jeder wie er möchte.
Aber die Tatsache an sich, daß man also ein Kind hat oder 70 Jahre monogam verheiratet ist, verdient ebenso viel Respekt wie jede andere Lebensentscheidung.

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der alles sein kann und nichts muß.
Binationale, multireligiöse, asexuelle, polygame, patchworkige, polyamouröse, heterogame Beziehungen – all das hat nur dann einen Wert, wenn es die anderen Formen daneben gleichberechtigt und gleichakzeptiert gibt.

Samstag, 26. September 2015

16:1



Das war jetzt aber echt überfällig.
Ausgerechnet die gewohnheitsmäßige Lügnerin von der Leyen, die niemals ehrlich ist, soll bei ihren akademischen Weihen sorgfältig und ohne Schummeleien vorgegangen sein?
Immerhin ist sie eine Konservative.

In allen Bundestagsparteien gibt es echte Idioten, bei deren Auftritten heftiges Mitschämen einsetzt.

Grundsätzlich muß man aber feststellen, daß die kriminelle Energie (Untreue, Vorteilsannahme, Falschaussagen, Verstöße gegen das Parteispendengesetz und ähnliches) bei den sogenannten Bürgerlichen deutlich ausgeprägter ist.

Auch das Lügen ist eine Spezialität der Konservativen – kaum ein CDU- oder CSU-Minister, der noch nicht durch aberwitzige Lügen und Falschaussagen aufgefallen wäre.
Aber warum auch nicht?
Mit penetranter Ehrlichkeit macht man sich das politische Leben schwer. Honoriert wird es schon gar nicht. Die größten Lügner wie Schäuble oder von der Leyen sind die beliebtesten Minister überhaupt.

Eine echte Konservativen-Domäne ist aber das Erschleichen von Titeln. 

Als ich das letzte Mal zusammenfasste, kam ich auf 14, bzw 12 Namen:
Siegfried Haller (SPD) (?) Leiter des Leipziger Amtes für Jugend, Familie und Bildung
Uwe Brinkmann (SPD) ehemaliger Juso-Chef Hamburgs
Karl-Theodor von und zu Guttenberg (CSU) ehemaliger Polit-Gott
Veronica Saß (Parteilos?) Edmund Stoibers (CSU) Tochter
Silvana Koch-Mehrin (FDP) Europaabgeordnete
Jorgo Chatzimarkakis (FDP) Europaabgeordneter
Margarita Mathiopoulos (FDP), Westerwelle-Beraterin
Bijan Djir-Sarai (FDP) Bundestagsabgeordneter
Kai Schürholt (CDU) Bürgermeisterkandidat Landau
Matthias Pröfrock (CDU) Landtagsabgeordneter BW
Andreas Kasper (CDU), viele regionale Parteiämter in NRW
Bernd Althusmann (CDU), ehemaliger Niedersächsischer Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK)
Roland Wöller (CDU) Sachsens Kultusminister
Johannes Hahn (ÖVP) EU-Kommissar für Regionalpolitik
A posteriori aus der Liste herausnehmen werde ich hiermit Siegfried Haller (kein Politiker) und Veronica Saß (kein politisches Amt; sie kann ja nichts dafür wer ihr Vater ist).

(Nicht mitgezählt sind bisher die nicht unbedingt selbstgeschriebenen Promotionen:
Für die bürgerliche Aura der größeren Kompetenz wird einiges getan. So schmücken sich ungleich mehr Konservative mit Dr.-Titeln.
Natürlich sind fast alles sogenannte „Klasse 2-Promotionen“, wie die von Ministerin Kristina Schröder (Hilfe von ihrem Bundestagsmitarbeitern) , Staatssekretär Ole Schröder (Kristinas Ehemann, promovierte an einer dubiosen Fern-Uni in Südafrika in Jura) und Guido Westerwelle (Fern-Uni Hagen, möglicherweise mit größerer Hilfe seines Vaters), bei denen zum einen nicht sicher ist wer alles daran mitgewirkt hat und bei denen zum anderen niemals auch nur in Erwägung gezogen wurde eine akademische Laufbahn damit zu begründen.)
Damit steht es nun offiziell 11:1 beim Dr.-Fälschen für Schwarzgelb. 

Rot hat lediglich einen Fall (und auch das ist ein sehr unbekanntes Parteimitglied).

2011 hatte die ZEIT berichtet, Althusmann habe in seiner Doktorarbeit vielfach fremdes geistiges Eigentum verwendet, ohne dies in der notwendigen Weise kenntlich zu machen. Die ZEIT berief sich dabei auf ein Gutachten, das sie nach einem Anfangsverdacht in Auftrag gegeben hatte. Seitdem läuft die Diskussion, ob es sich bei Althusmanns Zitationsweise nur um Pfusch oder bereits um Betrug handelt.
(ZEIT, 27.07.11)

Kultusminister Wöller, 41, wird zur Last gelegt, in seiner im Jahr 2002 abgeschlossenen Doktorarbeit längere Passagen aus der Magisterarbeit eines Studenten übernommen zu haben, ohne diese stets als Zitate zu kennzeichnen. Der Christdemokrat, der zurzeit Urlaub macht, reagierte mit einer schriftlichen Stellungnahme auf die Verdächtigungen. Der zufolge gab es bereits in 2008 Plagiatsvorwürfe gegen Wöller.
(SZ 28.07.11)

Erschreckend ist aber, daß die beiden neuesten Fälle, die beiden Kultusminister Althusmann und Wöller, nach all den Monaten der Promotionsdiskussion nach wie vor REIN GAR NICHTS gelernt haben und unter Erzeugung maximaler Politikerverdrossenheit geradezu Adolf-Sauerland-artig an ihren Posten kleben.
Salamitaktik, Dementieren, Vertuschen.

Bisher kapitulierte  lediglich Uwe Brinkmann (der von allen Erwischen am wenigstens plagiierte) ohne Umschweife und gab den Dr.-Titel schuldbewußt ab.

Inzwischen folgten auf die peinliche Liste der Dr.-Betrüger noch der CSU-Bezirksrat Dominic Stoiber, der Sohn des berühmten Edmunds, sowie der spektakuläre Fall der plagiierten Direktpromotion der Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

Im März 2013 gesellte sich der CSU-Landrat Jakob Kreidl* aus Miesbach zu den anderen CDU/CSU/FDP-Titelbetrügern.




Die inzwischen legendäre Plattform „Vroniplag“ hat so viel Material zusammen, daß von der Leyens Uni Hannover offiziell ein Verfahren begann.
Gut daß ihr Doktorvater Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Mahmoud Mesrogli inzwischen eine gynäkologische Praxis in Husum betreibt.
Es ist ja immer peinlich für bekannte Wissenschaftler, wenn sie von steinreichen adeligen CDU-Sprösslingen verarscht wurden.
Guttenbergs Doktorvater, der international renommierte Professor Peter Häberle zerbrach fast an der Schmach, daß ihm dieser Blender durchgerutscht ist.

[….] Die Mitglieder des Netzwerks VroniPlag [….] berichten, sie hätten die 62 Textseiten der insgesamt 70 Seiten langen Dissertation gesichtet. "Im üblichen Vier-Augen-Sichtungsprozess" habe man dabei "37 Textpassagen festgestellt, die gegen wissenschaftlich anerkannte und auch in der damals maßgeblichen Promotionsordnung geregelte Zitierregeln verstoßen", teilte Gerhard Dannemann, Professor an der HU Berlin, auf Anfrage des SPIEGEL mit.
Insgesamt habe man Plagiate auf 43,5 Prozent der bisher untersuchten Seiten gefunden, heißt es bei VroniPlag. Die Plagiatsjäger rügen die wortgleiche Übernahme fremder Textpassagen und Verstöße gegen wissenschaftliche Zitierregeln. Drei Seiten bestünden mehr als zur Hälfte aus Plagiatstext, auf fünf Seiten machten die problematischen Stellen 75 Prozent des Textes aus.
[….] Problematischer findet der Plagiatsjäger, dass von der Leyens Arbeit "23 Fehlverweise" enthalte, also Hinweise auf Quellen, in denen der zitierte Inhalt gar nicht zu finden sei. "Das ist im medizinischen Bereich besonders gefährlich", sagt Dannemann. [….]

Positiv für von der Leyen ist allerdings, daß die gehäuften Titel-Fälschungen in ihrer Partei das moralische Niveau derart heruntergeschraubt haben, daß Merkel deswegen niemand entlässt.
Dr. Andreas Scheuer hat Maßstabe gesetzt, indem ausgerechnet er den Spruch „Wer betrügt, fliegt“ kreierte und nach seiner Überführung als Betrüger völlig ungeniert im Amt blieb.
Wer zudem wie von der Leyen schon dermaßen viel gelogen hat, wird kaum noch durch weiteres Geschummel ihrer Klasse-2-Promotion aus der Bahn geworfen.
Ihre Facharztausbildung hatte von der Leyen ohnehin abgebrochen und finanziell hat sie auch ohne ihre politische Karriere durch Erbe und Ehe längst ausgesorgt.