Sonntag, 21. Dezember 2014

Maue Medienschelte




 Gelegentlich rutscht mir auch der Begriff „Mainstreammedien“ in den Blog, obwohl ich das eigentlich vermeiden will, da es sich um ein weitgehend von Verschwörungstheoretikern okkupiertes Wort handelt.

Daß ich die üblichen „Leitmedien“ immer wieder scharf kritisiere, dürfte insbesondere durch meine Auseinandersetzung mit DER ZEIT, durch meine Position im Russland-Ukraine-Konflikt, durch meine Schelte der Merkeljubelpresse und natürlich durch die Anprangerung der Kirchenfreundlichkeit fast aller Zeitungen und TV-Sender klar sein.

Meines Erachtens ergibt sich aus dem schleichenden Vertrauensverlust in „die Medien“ nur eine Konsequenz: Noch mehr Medien konsumieren!

Ein paar Medienregeln sollte man immer im Kopf haben:

·        Ich muß meine Zeitungen gut kennen, so daß ich die einzelnen Redakteure einschätzen kann.

·        Ich darf mich nicht auf Redakteure/Blogger/Autoren verlassen, die immer meine Ansicht teilen.

·        Ich lerne einen gesunden kritischen Abstand gerade dann, wenn ein geschätzter Kolumnist wie Jakob Augstein oder Heribert Prantl auch mal mir diametral widersprechende Meinungen vertritt.

·        Ich erwarte immer eine genaue Quellenangabe und gebe niemals Geschichten wider, die bloß auf Behauptungen beruhen.

·        Ich habe medienökonomisches Grundwissen und weiß um die Besitzverhältnisse der Medien, die ich konsumiere.

·        Ich widerstehe der Verlockung Blogs, die keine redaktionelle Recherche betreiben und keine Dokumentationsabteilung bieten genauso ernst zu nehmen wie herkömmliche Zeitungsredaktionen.

·        Ich unterscheide stets scharf zwischen Meinungsartikeln und Berichten.

·        Ich ergoogele möglichst immer den Originalartikel und stütze mich nicht auf Sekundärmedien, die nur etwas zitieren und den Zusammenhang weglassen.

Grundsätzlich ist nicht zu bestreiten, daß uns durch das Internet viele Informationswege offen stehen.
Es kostet Mühe, aber es ist möglich recht gut informiert zu sein.
Zudem gibt es durchaus einzelne Zeitungen oder TV-Magazine, denen man wirklich sehr weitgehend vertrauen kann.
Zu nennen sind die NDR-Produktionen „Panorama“ und „ZAPP“, denen man sicher nicht vorwerfen kann ihr Fähnchen nach dem Wind zu drehen.

In der letzten Panorama-Ausgabe zeigte Anja Reschke einige O-Töne von Pegida-Demonstranten, die so offensichtlich vollkommen unsinnig waren, daß sie sich gar nicht erst die Mühe machte den Schwachsinn vor der Kamera zu widerlegen.
Auf der Panorama-Internetseite findet man aber alle Fakten und kann sich weit über eine Stunde lang Pedigree-O-Tone anhören.


Im Gegenteil, sie stellte die Frage wie es möglich sein kann, daß all die Informationen, die täglich über alle Kanäle die Pegida-Welt aushebeln offenbar nicht bei den dunklen Dresdnern ankommen.



Offensichtlich haben große Teile der Dunkeldeutschen ihr Vertrauen in die Medien verloren (teilweise nachvollziehbar) und ziehen daraus die Konsequenz einfach gar keine Informationen mehr zu beschaffen (überhaupt nicht nachvollziehbar), sondern geben sich ganz und gar ihren dumpfen Vorurteilen hin.

Den eklatanten Vertrauensverlust der Deutschen in ihre Medien ließ das NDR-Magazin ZAPP untersuchen; sehr interessant.





Zusammenfassend:

Ja, es gibt diesen großen Vertrauensverlust in die Medien und er ist auch partiell gerechtfertigt!

Für den Konsumenten bedeutet das, daß man sich Mühe geben muß, aufmerksam zu sein hat.

Dennoch bleiben Pegida- und Montagsdemonstranten verblödete Idioten!
Sie tauschen aus Enttäuschung über die ihrer Ansicht nach unseriösen Mainstreammedien ihre Informationsquelle gegen noch sehr viel unseriösere Portale und geben sich Verschwörungstheorien von Kopp-Verlag, Elsässer-Compac, RT-Deutschland, Deutsche Wirtschaftsnachrichten oder PI hin.
Gratulation!
Etwas Mangelhaftes durch etwas viel Schlimmeres zu ersetzen, kann auch nur Dunkeldeutschen einfallen.


Samstag, 20. Dezember 2014

Pfui Dunkeldeutschland



 Am 16.12.2014 starben in einer Peschawarer Schule 140 Kinder unter anderem deswegen, weil sie einer PR-Kampagne fanatisierter Religioten dienten.
Anfang der 2000er Jahre gab es einen unumstrittenen islamistischen Oberterroristen; Osama bin Laden mit seiner Al Kaida.
9/11 samt der amerikanischen Reaktion (Abu Ghraib, Guntanamo, Baghram…) darauf wurden zu größten Werbekampagne für eine Terrororganisation aller Zeiten. Spätestens seit der Friedensnobelpreisträger im Weißen Haus aber völkerrechtswidrig bin Laden töten ließ, franst die Terrorszene immer mehr auf.
Die Nusra-Front, al-Qaida im Irak (AQI), „Kalif“ Abu Bakr al-Baghdadis IS, die Taliban und Boko Haram müssen inzwischen um Aufmerksamkeit kämpfen, wenn sie Geld und neue Mitglieder anlocken wollen.
Da muß man sich was ausdenken, um die Welt noch mehr zu schocken als die Konkurrenz-Terroristen.

Das ist für Medien weltweit eigentlich ein Dilemma.
Jeder Bericht über das Supermassaker in Peschawar ist gleichzeitig Werbung für die Taliban, deren Schlagkraft damit gewissermaßen verifiziert wird.
Möglicherweise würde man Taliban und IS effektiver bekämpfen, indem sie weltweit von der Presse ignoriert würde.
Erführe man in Westeuropa und Amerika gar nichts von ihren Taten, würden auch nicht tausende begeisterte neue Rekruten die Terrorislamisten verstärken; Geldzuwendungen blieben aus.
In der Praxis ist das allerdings wohl kaum machbar angesichts der Millionen vertriebenen und Myriaden gekillten Opfer.
Ihr Leid verdient Aufmerksamkeit und nur durch die Weltöffentlichkeit kann ihnen Hilfe zukommen.

Was aber, wenn es (noch) keine Todesopfer gibt?
Wenn Arschloch-Organisationen aus ihrem Erfolg immer mehr Erfolg generieren? Wenn sie durch die hysterische Presseaufmerksamkeit immer mehr Zuspruch der Skrupellosen und Doofen bekommen?

Pro-NRW, AfD, Pegida, NPD, Pro Köln, Hogesa und wie das rechte Pack sonst noch heißen mag, konkurrieren ebenfalls um Anhänger.
Sofern sie kriminell sind/werden, haben sich Staatsanwaltschaft, Staatsschutz und Polizei um sie zu kümmern. Das funktioniert leider mehr schlecht als recht wie man an Beate Zschäpes mörderischen Treiben über ein Jahrzehnt sieht.
Und dann sind da eine Exekutive und Judikative in Sachsen, die auf Länderebene offenbar sehr viel intensiver Antifaschisten und Demonstranten gegen rechts verfolgt, als die Nazis und Neonazis selbst.



Es ist mir aber nicht einsichtig weswegen solche Untermenschen wie Lutz Bachmann mit ausufernder Gratis-PR beschenkt werden, so daß ihr enthirnter Braunmob jede Woche mehr anschwillt.


Und richtig widerlich wird es, wenn die Konservativen dieser Republik in den zuletzt 15.000 Doofen in Dresden nur potentielle Wählerstimmen sehen und sich anbiedern.


Keine Gratis-PR für Pro-NRW, AfD, Pegida, Bogida, Dügida, Legida, NPD, Pro Köln und Hogesa!

Null Toleranz für Pegida
[…] In ganz Deutschland wächst der Protest. Medien und Politik reagieren: Sie wollen "verstehen" und "erklären". Das ist ein Fehler. Erstens ist Rassismus kein Problem der Erkenntnis, sondern eines der Moral. Und zweitens geht es weder um die Zuwanderer noch um den Islam. Es geht um den schwindenden Konsens und die zunehmende soziale Kälte in einem ungerechten Land.
Der frühere Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Wolfgang Thierse, hat gesagt, die Politik müsse besser erklären, "warum wir Einwanderung brauchen". Sigmar Gabriel, Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, sagt, die Politik müsse zugehen auf all jene, "die verunsichert sind und mitlaufen". Thierse und Gabriel sind aufrechte Demokraten. Aber sie irren. Die Politik sollte den Teufel tun und die Debatte mit Idioten und Rassisten suchen. Denn ein Idiot oder ein Rassist ist jeder, der an einer Demonstration gegen die "Islamisierung des Abendlandes" teilnimmt.
[…] Muslimen die Schuld am Anti-Islamismus in die Schuhe zu schieben, ist ebenso perfide, wie die Juden für den Antisemitismus verantwortlich zu machen. Die verfehlte Siedlungspolitik Israels hat mit dem Antisemitismus ebenso wenig zu tun wie die Verbrechen des "Islamischen Staates" mit dem Anti-Islamismus. Das Ressentiment sucht sich seinen Weg allein. Für ihren Hass auf Muslime brauchen deutsche Spießer die Abweichungen des Islam ebenso wenig wie die Antisemiten für ihren Hass gegen die Juden irgendwelche Neuigkeiten aus Israel. Was Adorno das "Gerücht über die Juden" nannte, nährt sich selbst. Und so nährt sich heute auch das "Gerücht über die Muslime" selbst. […]

Wie ein Deutschland nach deren Vorstellungen aussähe, beschreibt heute Sibylle Berg in ihrer Kolumne und ich kann nur sagen:
Deutschland, mir graut es vor dir.




Freitag, 19. Dezember 2014

Franzis Kröten



 Theologische Laien assoziieren mit dem Papst-Namen „Franziskus“ selbstverständlich den „Bettelmönch“ Franziskus von Assisi (1181/1182 bis 1226).
Daß sich Kardinal Bergoglio nach ihm benannte war Programm, sogar ein Kontrastprogramm zu dem Prunk- und Gold-verliebten Ratzinger, dem es gar nicht prächtig genug zugehen konnte.
Der historische Franzi gründete den von Papst Innozenz III. bestätigten Orden der Minderen Brüder  um 1210.
Der neue Bettelorden wurde schnell bekannt und begann im gesamten Mittelmeerraum „Heiden“ zu missionieren.
Franziskaner mischten auch fleißig bei den verbrecherischen Untersuchungen und Verurteilungen von Häretikern im Rahmen der Inquisition mit.
Das mit der strengen Armut fand man auf die Dauer aber nicht so doll. Schon kurz nach Franzis Tod ließen Papst und Ordensführung die gewaltige Basilika- und Klosteranlage Sacro Convento in Umbrien errichten. In der Krypta der Basilika liegen die Gebeine des Heiligen Franz von Assisi in einem prächtigen Altar.
Heute sind die Franziskaner verzweigt und in verschiedenen „Unterorden“ mit verschieden strengen Armutsregeln verteilt.
Die Minoriten im schwarzen Habit haben gemeinschaftlichen Besitz, die
Observanten oder Franziskaner (in braun) sind strenger als ihre ebenfalls braunen Kapuziner.

Nun zeigt Gott der Kirche seine Liebe bekanntlich durch schwere Prüfungen.
Und wie könnte man eine Kirche, der so viel an Armut liegt schwerer „prüfen“, als ihnen immer wieder Geldberge in Millionengröße zuzuschieben?
Auch der Papst Franziskus mußte das gerade erleben.

Der Vatikan lässt derzeit seine Finanzen durchleuchten. Dabei haben die Reformer nach eigenen Angaben Hunderte Millionen Euro entdeckt, die bisher nicht in den Bilanzen aufgetaucht sind.
"Es ist wichtig, zu betonen, dass der Vatikan nicht pleite ist", schrieb der Vorsitzende der Finanzbehörde des Vatikans, George Pell, in der englischsprachigen katholischen Wochenzeitung "Catholic Herald". "Vielmehr haben wir entdeckt, dass die Situation viel besser ist, als es schien, weil einige Hundert Millionen Euro auf bestimmten Konten versteckt waren und nicht in der Bilanz auftauchten", berichtet der Finanzprüfer.

Wer kennt das nicht von sich selbst?
Da gibt man sich alle Mühe sein Geld loszuwerden und ständig liegen wieder ein paar Millionen in irgendeiner Ecke rum.
Auch das Kloster Neresheim wurde just so geprüft; dauernd tauchten neue Geheim-Millionen auf.

Die Strömung, die heute am radikalsten „Armut lebt“, also die größte Gruppe, nämlich die „Franziskaner“ im braunen Habit kommen im Jahr 2014 dem Ideal ihres Ordensgründers unfreiwillig ziemlich nahe. Es erforderte allerdings viel Kreativität den eigenen Reichtum loszuwerden.
Die zweitgrößte Bruderschaft der Welt hat nämlich ihre Millionen bei ultradubiosen Investitionen verzockt.

Der Franziskaner-Orden steht nach eigenen Angaben wegen dubioser Finanzgeschäfte vor der Pleite. Der Orden "hat schwere, ich unterstreiche schwere finanzielle Probleme mit einem beträchtlichen Betrag an Schulden", schrieb Generalminister Michael Anthony Perry in einem offenen Brief an seine katholischen Ordensbrüder. […]
Nach Angaben der italienischen Zeitung Corriere della Sera geht es unter anderem um millionenschwere Investitionen in das Hotel "Il Cantico" im Zentrum von Rom mit Blick auf den Petersdom. Dabei sei Geld versenkt worden.
Weiteren Medienberichten zufolge seien in der Schweiz Konten beschlagnahmt worden. Über diese Konten soll auch Geld in Gesellschaften investiert worden sein, gegen die wegen Drogen- und Waffenhandels ermittelt wird, wie das italienische Magazin Panorama ohne Angaben von Quellen schrieb. […] Nach Skandalen bei der Vatikanbank kämpft der Papst seit seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren für mehr Transparenz bei Finanzgeschäften der katholischen Kirche.

 Grandios, wie die Franziskaner hier eine Menge Kröten schluckten.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Witze - Teil II



Haha, Angela Merkel, nun im zehnten Jahr konservative Kanzlerin und von 76% der unter 30-Jährigen bewundert, sorgte dafür, daß in beispielloser Weise von unten nach oben umverteilt wurde.
Nie sind die Einkommen der reichsten zehn Prozent so rasant gestiegen wie in den Merkel-Jahren.
Es gibt bewußt offen gelassene Steuerschlupflöcher, daß die Erbschaftssteuern zu einer reinen „Dummensteuer“ wurde, die Kleinerben bezahlen.
Über 40 Milliarden vererbtes Vermögen wurden im Jahr 2013 durch gereicht, ohne daß ein Finanzamt zugriff. Karl Albrecht konnte mit einem simplen Doppelstiftungsmodell dafür sorgen, daß Wolfgang Schäuble keinen Cent seiner 20 Milliarden bekommt, während bei Krankenschwestern und Straßenbauarbeitern die Steuer schon automatisch abgezogen wird, bevor irgendwas auf dem eigenen Konto landet.
Kapitalerträge werden nur halb so hoch besteuert wie Arbeitseinkommen.
Nichtstun und Erben sind im Merkel-Deutschland deutlich besser gestellt als für sein Geld zu arbeiten.

Haha, Jean-Claude Juncker, in 20 Jahren als Finanzminister und 18 Jahren als konservativer Premierminister von Luxemburg sorgte er dafür, daß einige der reichsten Männer des Planeten im Gegensatz zu Kanalarbeitern oder Kindergärtnerinnen ebenfalls gar keine Steuern zahlen müssen.
Ingvar Kamprad (IKEA) und Jeff Bezos (Amazon) nutzen die von den armen Durchschnittssteuerzahlern finanzierte deutsche Infrastruktur aus, um ihrerseits unversteuerte Milliarden zu verdienen.

Haha, Angela Merkel sorgt maßgeblich dafür, daß eben dieser Jean-Claude Juncker (''Wenn es ernst wird, muss man lügen'') zum mächtigsten Mann der EU aufsteigt.

Haha, Jean-Claude Juncker, als Chef einer 500-Mio-Einwohner-Organisation, in der viele Millionen in bitterer Not leben, weil es teilweise 50% Jugendarbeitslosigkeit gibt, will unbedingt noch mehr EU-Milliarden in die Ukraine verschieben. Die Bundesregierung unterstützt das.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte am Mittwoch im Europäischen Parlament, die Ukraine werde die EU wohl um weitere zwei Milliarden Euro bitten. Um das Geld aufzubringen, müssten allerdings die Mitgliedstaaten einspringen, da das Budget der EU-Kommission nicht ausreiche. […]  Regierungssprecher Steffen Seibert verwies darauf, dass die EU-Kommission im kommenden Jahr eine Geberkonferenz für die Ukraine organisieren wolle. „Generell besteht – nicht in Europa und auch nicht Berlin – kein Zweifel daran, dass die EU die Ukraine weiter unterstützen wird bei ihren Bemühungen, sich wirtschaftlich zu stabilisieren.“ Deutschland sei schon jetzt einer der größten Geber für das Land. […]

Haha, und wer bekommt die Milliarden?
Offensichtlich landen sie weitgehend in den Taschen hochkorrupter Oligarchen wie dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko.
Aber egal, Hauptsache wir wischen den Russen eins aus.

[…] Die Ukraine hätte neue Finanzhilfen aus dem Westen "schon gestern" gebraucht, sagte Premierminister Arseni Jazenjuk dieser Tage. In der EU aber wachsen die Zweifel daran, ob die bereits gezahlten Hilfen überhaupt dort ankommen, wo sie hingehören.
[…] Eine begründete Furcht, sagt die Kiewer Politologin Viktoria Podgornaja: "Der Westen sieht, dass sich bei uns nichts ändert. Unsere Gesellschaft sieht die Dinge auch kritisch. Wir haben ein sehr spezifisches ökonomisch-politisches System hier. Der Begriff ist allgemein bekannt: Kleptokratie. Früher nannte man Staaten wie Nigeria oder Kongo so, heute unser Land. Das ist sehr traurig – weil es stimmt."
Das Ausmaß an Korruption und Vetternwirtschaft lässt sich naturgemäß schwer abschätzen, aber es gibt starke Indizien, dass beide nicht aus der Ukraine verschwunden sind. Einige spektakuläre Fälle, etwa die vermutliche Unterschlagung eigentlich fürs Militär bestimmter Gelder, machten ukrainische Journalisten publik; fragwürdige Karrieren, Günstlinge aus dem persönlichen Umfeld der neuen Machthaber, sind ebenfalls wieder erkennbar.
[…]Politologin Podgornaja glaubt, nur jeder zehnte Abgeordnete sei wirklich ausschließlich seinem Gewissen verpflichtet. Und: "Auch unser Präsident gehört zur oligarchischen Klasse. Diese Leute wollen keine Änderungen." Auch westliche Experten kommen zu interessanten Schlussfolgerungen. Dass nämlich echte Reformen gerade dort nicht stattfinden, wo sie die Oligarchen betreffen. Im Bereich Energie, bei den Steuern - die großen Konzerne zahlen keine.  Überall da, wo die Großaktionäre bereit stehen, die Oligarchen, finden Änderungen nicht statt. Auf Staatspräsident und Milliardär Poroschenko wird derweil die Gründung des neuen Informationsministeriums zurückgeführt, das angeblich gegen russische Propaganda vorgehen soll, selbst von Wohlmeinenden hingegen als potenzielle Zensurbehörde kritisiert wird. Dabei kontrollieren Poroschenko und seine Oligarchen-Kollegen schon jetzt alle wesentlichen ukrainischen Medienkanäle, was auch dazu führt, dass eine kritische Diskussion der hier beschriebenen Zustände im Land selbst kaum noch stattfindet.

So werden die wirklich Reichen immer reicher und alle sind zufrieden.

Haha, aber der russischen Wirtschaft haben wir es gezeigt. Wenn es 120 Millionen Russen richtig schlecht geht, klopfen sich Merkel und Juncker gegenseitig auf die Schulter, weil ihre Sanktionen „wirken“. Außerhalb „des Westens“ können sich die größten Nationen nicht dieser Sichtweise anschließen - beispielsweise in Indien, Südafrika, China und Brasilien:

[…] Doppelte Standards
"Das Argument, Russland habe völkerrechtliche Grenzen in Europa verändert", werde in Indien "vor dem Hintergrund z.B. des Jugoslawien-Konflikts kritisch gesehen", schreibt die Adenauer-Stiftung, die indische Kritik an den doppelten Standards des Westens, der die Grenzen Jugoslawiens bekanntlich per Angriffskrieg verschob, höflich umschreibend.
Darüber hinaus könne man in Indien nicht begreifen, berichtet die Adenauer-Stiftung, weshalb die EU ihre "Östliche Partnerschaft" nicht mit Russland koordiniert habe, dessen Interessen ganz offensichtlich stark betroffen gewesen seien. Dies sei "aus indischer Sicht ein strategischer Fehler" gewesen, zumal Russlands Präsident schon seit 2007 "wiederholt" die "Nichtberücksichtigung der Interessen" seines Landes moniert habe, "ohne dass davon im Westen ernsthaft Notiz genommen worden sei". […] Ähnlich kritische Positionen gegenüber dem Westen sind bereits im Sommer in einem Überblick über die Ukraine-Debatte in Südafrika vermerkt worden. […] Allerdings habe Pretoria in den vergangenen Jahren westliche Interventionen, etwa im Irak und in Libyen, scharf angeprangert und sich stets gegen US- und EU-Einmischung zwecks "regime change" unter dem Deckmantel von "Demokratieförderung" gewandt; es habe daher keine Veranlassung gesehen, den Westen nun bei seinem Vorgehen gegen Russland zu unterstützen. Wie es in dem Bericht weiter hieß, wiesen zivilgesellschaftliche Organisationen in Südafrika immer wieder darauf hin, dass der Westen das Prinzip der Nichteinmischung mit seiner Unterstützung für die Majdan-Proteste zuerst gebrochen habe.
[…] Vergleichbares ist auch aus Brasilien berichtet worden. Dort erinnere man sich deutlich "an die hochgradig selektive Unterstützung des Westens für Demonstrationen und Staatsstreiche in anderen Ländern", […]  Verwiesen werde zum Beispiel darauf, dass der Westen - "trotz seiner prinzipientreuen Rhetorik" - illegitime Putschregime in Venezuela (2002), Honduras (2009) und Ägypten (2013) rasch anerkannt und zudem "repressive Regierungen aktiv unterstützt habe, wenn sie Gewalt gegen Protestbewegungen anwandten, beispielsweise in Bahrain". Brasilianische Beobachter fragten, weshalb nach dem völkerrechtswidrigen Überfall auf den Irak niemand verlangt habe, die USA von den G8-Treffen auszuschließen; weshalb Iran als "internationaler Paria" behandelt werde, während Indien oder Israel umstandslos als Nuklearmächte toleriert würden; und weshalb systematische Menschenrechtsverletzungen oder Demokratiedefizite "in Ländern akzeptiert würden, die die USA unterstützen, aber nicht in anderen". […]

Haha, und wenn sich bedeutende Intellektuelle, Staatsmänner und Politiker aller Parteien in einem gemeinsamen gewichtigen Appell gegen die aggressive Antirussland-Politik und für Frieden in der EU aussprechen, sind es in vorderster Front die Grünen, die für Faschisten und Oligarchen in der Ukraine sprechen, die in Bausch und Bogen Kreml, Putin, Russland, 145 Millionen Russen verdammen.

[…] Zu den Unterzeichnern zählen etwa der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog (CDU), der einstige Bundeskanzler Gerhard Schröder und der frühere Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel (beide SPD) sowie die Ex-Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Burkhard Hirsch (FDP) und Antje Vollmer (Bündnis 90/Die Grünen). Initiiert haben den Aufruf neben Vollmer der frühere Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Walther Stützle (SPD) und insbesondere der einstige Außenpolitik-Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, Horst Teltschik (CDU). […] Sie halte "den Aufruf für eine politisch-intellektuelle Zumutung", wird die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, zitiert. Die Unterzeichner seien "offenkundig noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen", erklärt die Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck (Bündnis 90/Die Grünen); "das haben sie mit dem russischen Präsidenten gemein […]

Haha. Es kann sich nur um einen überdimensionalen kosmischen Witz oder einen Alptraum handeln.