Mittwoch, 18. Juni 2014

Nachtreten


Als sich die FDP-Bundestagsfraktion endlich auflöste, war die Häme groß.

Die taz titelte ganz in schwarz mit einem Rösler- und Brüderle-Bild. Überschrift „Die neue APO!“
Während sich die ehemaligen FDP-Minister in Windeseile absetzten, auf sehr lukrative neue Posten wechselten und damit einmal mehr zeigten, daß sie gelebte Solidarität regelrecht verachten, trauten die schlagartig arbeitslosen Fraktionsmitarbeiter ihren Augen nicht mehr. So viel Häme war selten.


Die soziale Kälte, die so vehement von den fünf FDP-Ministern bekämpft wurde, trifft allerdings nur noch einen von ihnen; Dirk Niebel.
Er verkündet, er befinde sich noch in seiner 'Abkühlphase.'

Die anderen vier Sozialarbeiter müssen glücklicherweise nicht mehr allzu schlimm darben.
Der Ex-Vizekanzler und Wirtschaftsminister Rösler ist Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Weltwirtschaftsforums in Cologny in der Schweiz.


Guido Westerwelle ist guter Dinge. […]  Der Ex-Außenminister hat schnell Tritt gefasst. Jüngst war er über zwei Wochen in den USA, sprach an den Universitäten in Harvard und Princeton, hatte einen Auftritt bei der FDP-nahen Naumann-Stiftung in Washington.
Westerwelles Terminkalender ist voll. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Bereits vor seinem Ausscheiden aus dem Amt im Dezember hatte er vorgesorgt - und zusammen mit dem Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth seine "Westerwelle Foundation" gegründet, die in einem schicken Altbau am Kurfürstendamm in Berlin residiert. […] Daniel Bahr ist seit Februar in der US-Denkfabrik "Center for American Progress", die die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama beratend begleitet. Auch ist er an der Universität von Michigan als Gastdozent für Gesundheitsökonomie tätig. […] Gut getroffen hat es Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, früher Justizministerin. Sie will Generalsekretärin des Europarats werden, ein Posten, der im Juni von der dortigen Parlamentarischen Versammlung neu zu wählen ist. Für den Job in Straßburg hat die Ex-Ministerin die Unterstützung der Bundesregierung. "Mit Gesprächen im Rahmen meiner Kandidatur für den Europarat war ich die letzten Wochen in 20 europäischen Hauptstädten und viel in Straßburg unterwegs", sagt sie.

Offensichtlich hatten selbst die Mitglieder der ehemaligen FDP-Bundestagsfraktion keinen blassen Schimmer davon für was für eine Partei und Politik sie standen.


Daß man ihr Schicksal nicht mit großem Mitgefühl rezipierte, verstanden sie nicht. Mit ihrem Selbstmitleid verschlimmbesserten sie ihre Situation noch einmal, weil sie nun von SPIEGEL, SZ und Co wieder an die großsprecherischen Aussagen der FDP-Minister Westerwelle (HartzIV’ler praktizierten spätrömische Dekadenz) und Rösler (die Schleckerfrauen sollten sich selbst um eine Anschlußverwendung bemühen) erinnert wurden.


Häme und auf am Boden Liegende zu treten, ist kein schöner Charakterzug.
Aber solche Reaktionen sind erwartungsgemäß.
Die FDP sollte sich also nicht beklagen.

Ich tue mich grundsätzlich schwer damit jemanden eine Strafe oder ein Unglück zu „gönnen“. Mir tun eigentlich alle Leid.
Aber ich bin auch der Meinung, daß die FDP nach wie vor aus den falschen Gründen verachtet wird.
Ja, Guidos und Fipsis Sprüche waren höchst verächtlich.
Aber sie entlarvten eben auch; sie bewiesen die ganze Ahnungslosigkeit der FDP-Minister. Besser hätten sie sich die eigene Disqualifikation nicht aussprechen können. Zudem war beispielsweise der Satz mit der „spätrömischen Dekadenz“ nicht nur taktlos und metaphorisch misslungen, sondern zeigte auch noch die katastrophale Bildung des Bürgerlichen Westerwelle. Denn im alten Rom waren sicher nicht die vielen Arbeiter und Armen „dekadent“.  Nur die FDP-affinen Patrizier und Großgrundbesitzer konnten sich Dekadenz leisten.
Römische Geschichte ungenügend, Guido.

Insofern ärgere ich mich kaum über dumme Sprüche von dummen Politikern.

Das Schlimme an den vier Jahren FDP-Herrschaft in Berlin ist eine katastrophale Politik, die massive wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeiten produzierte, der Kultur in Deutschland höchst abträglich war und außenpolitisch verheerend wirkte.

Wenn man gegenwärtig die Berichte über die in Syrien und dem Irak vorrückende ISIS ("Islamischer Staat im Irak und Syrien") liest, staunt man über die aberwitzige Brutalität und Effizienz der Männer des Abu Bakr al-Baghdadi.
Just kämpft die ISIS in Baidschi etwa 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad um die Kontrolle über die größte Ölraffinerie des Landes.
Warum ist die ISIS so stark?
Da gibt es einige Gründe, die natürlich in der katastrophal gescheiterten US-Irakpolitik liegen.
Aber auch die völlig verfehlte Syrienpolitik, bei der Herr Westerwelle so eindrucksvoll debakulierte, spielt eine Rolle.
Insbesondere aber sind die von sunnitischen Großklans und Baathisten assistierten ISIS-Truppen reich und extrem gut bewaffnet, weil ihre Unterstützer in Katar und Riad ihnen all die deutschen Waffen weiterreichen, die ihnen der moralisch verkommene Katholik Philipp Rösler zukommen ließ.
Das ist nicht nur eine dumme und schlechte Politik der FDP, sondern eine MÖRDERISCHE, der jetzt täglich Menschen zum Opfer fallen.

Deswegen, so Leid es mir tut, schließe ich mich der Häme über die parteipolitische Leiche FDP an.
Diese Abschaumpartei hat kein Mitgefühl verdient.

Ich lache über ihre finanziellen Schwierigkeiten!

Ha!

Die frühere FDP-Bundestagsfraktion versteigert ihren Hausstand - und jeder kann bei diesem Bundestags-Ebay mitbieten.
[…]  Seit Oktober 2013 befindet sich die FDP-Bundestagsfraktion in Liquidation, sie löst sich auf und ist damit zum ersten Mal in ihrer Geschichte nicht mehr im Bundestag. […] Zur Versteigerung: Bis 13 Uhr an diesem Dienstag können Interessierte noch mitbieten.
[…] Die Bundesregierung hat in den 50er-Jahren für solche Fälle sogar eine eigene Institution eingerichtet: die Vebeg - das Verwertungsunternehmen des Bundes. Man könnte es auch Bundes-Ebay nennen. Es gibt dort Münzschrott, alte Uniformen, Fahrzeuge und Flugzeuge, Schreibtischlampen und was sonst noch so ausgedient hat in den Betrieben des Bundes.
[…] Mitbieten kann nämlich jeder, der sich online auf www.vebeg.de registriert hat. […]



Dienstag, 17. Juni 2014

Kulturunterschiede

Wie in vielen Schulen gab es auch in meiner ein Schüleraustauschprogramm. Das ist eine der wirklich sinnigen Erfindungen. Bei uns kamen zunächst in der achten Klasse die Franzosen, weil das nicht so weit weg war, und in der zehnten Klasse folgten die Amis.
Nach meinem damaligen Eindruck verhielten sich die Franzosen, die in unserer Klasse waren, ziemlich genau wie wir.
Der Unterschied war nur ihre eigenartige Sprache und das bessere Aussehen. Insbesondere der Akzent der französischen Jungs sorgte dafür, daß die deutschen Mädchen ihnen schlagartig verfielen.

Die Amerikaner hingegen kamen ziemlich offensichtlich von einem anderen Kontinent. Die wunderten sich über das wenig prüde Verhalten der deutschen Teenager und waren schon aus 50m Entfernung als Amis auszumachen, weil sie IMMER betrunken waren und ständig die Busse vollkotzten.

Der Grund liegt auf der Hand. Für Amerikaner unter 21 ist es sehr schwer an Alkohol heranzukommen, während wir alle schon in der zehnten Klasse mit großer Selbstverständlichkeit in irgendwelche Kneipen gingen und dort soffen.
Der Jugendtreff schlechthin in der Umgebung meiner Schule war eine kleine Kneipe namens „Aladin“ direkt am großen Busbahnhof und der S-Bahnstation. Dort gab es Baguettes zu essen und als Spezialität des Hauses original bayerisches dunkles Andechs-Bier, das in 0,5-Liter-Pullen verkauft wurde. (Erstaunlich billig, wenn ich mich recht erinnere.) Wenn man genügend Geld hatte, bestellte man dazu noch einige „Kurze“ mit „Küstennebel“ (norddeutscher Sternanisschnaps).
Andechs hat einige Umdrehungen mehr als normales Bier. Da das Aladin chronisch überfüllt war, stand man niemals von einem Sitzplatz auf – sofern man einen ergattert hatte. Man ging erst aufs Klo, wenn man unmittelbar Gefahr lief durch eine geplatzte Blase peinlich aufzufallen. Bis es soweit war, konnten schon so einige Andechs vergangen sein und jeder Schüler kannte das eigenartige Gefühl, daß man sich noch fit fühlte solange man saß und sich plötzlich beim Aufstehen schlagartig der Promille bewußt wurde.
Ein bißchen Übung erforderte das Kampftrinken mit Andechs und Küstennebel schon, wenn man am nächsten morgen ohne Schlagseite in der Schule sitzen wollte.

Den armen Amerikanern kann man vielleicht gar nichts vorwerfen. Völlig ungeübt im Umgang mit Alkohol und zudem noch an das dünne amerikanische Bier denkend, welches man in gewaltigen Humpen ohne Kohlensäure bekommt, rasten sie ob ihrer neu gewonnenen Freiheit schnurstracks ins Aladin und bestellten Andechs.
Für jemanden, der noch nie Bier getrunken hat, ist das zunächst einmal ein guter Beginn, weil das Zeug ein bißchen süßlich, ähnlich wie Malzbier schmeckt.
Der weitere Verlauf ist allerdings leicht suboptimal, weil die Wirkung völlig unterschätzt wird. Nach einem Andechs waren die frischen, 16-Jährigen Amis meistens schon nicht mehr in der Lage allein zu gehen und mußten mit vereinten Kräften in die Busse geschoben werden. Man setzte sie auf die hintersten Bänke – möglichst weit weg vom Fahrer; wohlwissend, daß sie sich spätestens nach der langen Kurve um den Bahnhof herum das Andechs noch mal durch den Kopfgehen lassen würden.

Die arme Austauschkoordinatorin Frau Müller hatte da einiges glattzubügeln, wenn die Nachrichten gen USA durchdrangen, daß ihre Kinder im sittenlosen Deutschland als göbelnde Alkoholleichen in den Vorgärten herumlagen.
Glücklicherweise gab es damals noch kein Facebook oder Photohandys. Informationen gelangten nur mittels der sehr teuren Ferngespräche über den Atlantik und so ließen sich die Exzesse der Amis besser geheim halten.

Legal Alkohol trinken mit 16? Das war der erschreckendste Aspekt des Schüleraustauschs aus US-Sicht.

Umgekehrt beneideten wir natürlich die Amis und die deutschen US-Rückkehrer um ihre Führerscheine, die wir erst mit 18 machen durften. Dafür hätte ich nur zu gerne mein Recht eingetauscht schon als Teenager Lotterielose kaufen zu dürfen! Und bis heute benötige ich nicht die Freiheit Gewaltdarstellungen konsumieren zu dürfen.

Das Problem bei starren Altersgrenzen ist natürlich der individuell unterschiedliche Entwicklungsstand der Jugendlichen. Ich denke, das gilt für Sex, Drogen, Wahlrecht und Alkohol gleichermaßen. Der eine ist mit 14 reif genug dafür, der andere ist mit 21 noch ein totaler Kindskopf.

Wenn ich mir ansehe, daß in Ostdeutschland 20% der Jugendlichen ganz selbstverständlich rechtsextreme Parteien bevorzugen, kommt mir das kommunale Wahlrecht für 16-Jährige wie eine ganz schlechte Idee vor.

Oder, um zurück auf Amerika zu kommen: Waffen zu legalisieren, halte ich für grundsätzlich hochproblematisch. Waffenscheine sollten auf spezielle Berufsgruppen wie Polizisten beschränkt sein.

Andere Verbote, die sich jetzt teilweise tatsächlich lockern – Homoehe und Cannabiskonsum beispielsweise – sind meiner Ansicht nach überhaupt nicht gerechtfertigt.

Die althergebrachte Moral hat in den Freiheits-einschränkenden Gesetzen nichts zu suchen.
Erwachsene Menschen sollten das Recht haben mit ihrem Bruder zu schlafen oder Kokain zu schnupfen.
Hier soll sich der Staat raushalten, weil man als Erwachsener irgendwann fähig sein muß die persönlichen Konsequenzen seines Verhaltens selbst abzuschätzen.
Man kann nicht persönliche Risiken verbieten.
Sonst müßte ab sofort auch Bergsteigen, Formel1-Sport und Vielseitigkeitsreiten verboten werden.

Und die ohnehin nicht das körperliche Wohl beeinträchtigenden Dinge in den eigenen vier Wänden haben den Staat nicht zu interessieren. Wenn sich vier Frauen gegenseitig heiraten möchten – why not?

Gefährden Verhaltensweise allerdings die Allgemeinheit, so hat das verboten zu sein: Daher Schluß mit Kampfhundhaltung und privaten Waffenbesitz. Meinetwegen können bei der Gelegenheit auch Wohnzimmer-Terrarien mit Giftschlangen und das widerliche Grillen verboten werden.
Es ist ja auch verboten zu Hause Semtex zu horten oder Ricin herzustellen.

Die Amerikaner haben eine besonders verquere Verbotskultur. Man kann das feststellen, wenn man beispielsweise die heute so populären „Youtuber“ (=Vloger) ansieht. Die Amerikaner erkennt man immer an den ständigen Piepsgeräuschen, weil sie ein hysterisches Verhältnis zu Sex haben.
Man erinnere sich an den landesweiten Megaskandal mit Janet Jacksons für Mikrosekunden entblößter Brustwarze.
Amerikaner flippen vollkommen aus, wenn sie Nippel sehen.
Die werden landesweit zensiert und retuchiert.
Die amerikanische Öffentlichkeit hat nippelfrei zu sein.
Ballern ist dafür in jedem Alter OK.
Brutalste Splatterszenen sind nach US-Ansicht in jedem Fall einem Frauennippel vorzuziehen.
Wenn ich es richtig beobachte, entwickelt sich gerade der sogenannte „Speedo“ zur maskulinen Entsprechung des Nippels.
Männer in engen Badehosen, die einen NICHT ganz fürchterlich beim Schwimmen stören, können an US-Stränden nicht mehr geduldet werden. Man könnte ja schemenhafte Umrisse der Geschlechtsorgane erahnen. Himmel hilf! Dieses „Bulging“ ist das amerikanische NoGo des 21. Jahrhunderts und ungefähr so verpönt wie weibliche Achselhaare.

Arme Irre.

Vollkommen wahnsinnig erscheint mir die Geschichte, die ich vom rechtesten ZEIT-Redakteur, nämlich Josef Joffe, erfuhr.

Universitäten beginnen jetzt ihre Bücher mit FSK-Warnhinweisen zu versehen.
Die Prüderie scheint sich im Teebeutel-Humus so auszuwachsen, daß selbst erwachsenen Menschen in HOCHschulen nicht mehr zugemutet werden kann alle Topics der Weltliteratur zu lesen. Im GOPer-geprägten Amerika will man nun Menschen davor bewahren ihr Hirn zu benutzen!! Vor zu viel Denken müssen die Studenten geschützt werden.

An renommierten US-Hochschulen zirkulieren neuerdings Petitionen und Satzungsentwürfe, die "Achtung, schädlich!"-Etiketten im Lehrplan fordern. Die Studenten sollen wissen: Diese Bücher und Bilder können den Betrachter aufregen, gar "posttraumatischen Stress" erzeugen. […] Die Top-Unis wie Rutgers, Michigan und George Washington erreicht hat. Die "Theorie": Wir dürfen den zarten Seelen nichts zumuten, was sie aufregen oder schocken könnte.
[…] Das neue Bilderverbot, dozieren die Befürworter, entspringe freilich der fürsorglichen Nächstenliebe. Deshalb will die Studentenvertretung am Oberlin College alles kennzeichnen, was "das Lernen stören" und "Traumata auslösen" könnte. Gefährlich seien Texte, die Transsexuellen oder Rollstuhlfahrern Minderwertigkeit unterstellen. Ein populärer Roman über die Kolonialgeschichte Nigerias sei zwar okay, könne aber trotzdem "Leser traumatisieren, die Rassismus, Kolonialismus, Verfolgung, Selbstmord usw." erlebt haben.
Hier käme eine erkleckliche Liste zusammen. Anna Karenina wäre out, weil die Heldin sich selber tötet. Dito der Kaufmann von Venedig – Antisemitismus! Huckleberry Finn gehört auf den Index, weil in diesem Klassiker andauernd ein "Nigger" Jim auftaucht, der auch noch in die Hände von Sklavenhändlern fällt. Nabucco handelt ebenfalls von Versklavung, und Othello ist Rassismus vom Gemeinsten. Unter Verschluss gehören alle Werke, die vom Holocaust oder stalinistischen Terror handeln. Die Bibel sowieso, wird in der doch ausgiebig von Brudermord, Krieg und Menschheitsvernichtung (Sintflut) erzählt.
[…]


Montag, 16. Juni 2014

Ich bin alt und konservativ – Teil III



Zum Glück bin ich jetzt in einem Alter, in dem meine weiblichen Schulfreunde langsam die biologische Fruchtbarkeitsgrenze erreichen und meine anderen Freunde sind eher älter.
Das bedeutet, daß die Kinderkriegerei in meinem Umfeld erst mal vorbei sein dürfte.
Ohnehin trennen sich ja die Sphären von Eltern und Vernünftigen ziemlich vollständig, weil 90% der Menschen, die Kinder bekommen ganz ganz seltsam werden. Monothematisch und ermüdend.
Wer hat noch nicht diesen Alptraum erlebt, wenn man Besuch von einer alten Freundin, bzw einem alten Freund bekommt, der es für eine gute Idee hielt sind kleines Balg mitzubringen.
Den Abend kann man dann getrost vergessen, weil das Gör 99,5% der Aufmerksam absorbiert und man keine Chance mehr auf eine richtiges Gespräch hat.
Nachdem ich die ersten Male schwer von diesen monothematisch auf ihr Blag fixierten Eltern genervt wurde, fragte ich natürlich meine Mutter, wie sie das damals mit mir gemacht hat.
Es gibt ja Photos von mir, die beweisen, daß ich auch zu anderen Menschen mitgeschleppt wurde.
Aber meine beiden Eltern schworen; und zwar unabhängig voneinander; daß es das Problem damals nicht gab, weil ich ein angenehmes Kind war.
Ich quengelte nicht in der Öffentlichkeit rum und verlangte nicht ununterbrochen nach Aufmerksamkeit.
Ich konnte mich schon immer wunderbar allein beschäftigen; gewissermaßen die Inkarnation der Kontemplation.
Es gibt davon viele Geschichten; auch solche, die später meine Mutter erschaudern ließen.
So besuchten wir zu unserer New Yorker Zeit sehr oft am Wochenende die besten Freunde meiner Eltern. Ein schwules Paar in Clinton, New Jersey.
Da gibt es die Geschichte, wie Tammox Nüsse isst.
In Jacks Arbeitszimmer stand eine große Schale Wal- und Paranüsse. Ich konnte gerade laufen, taperte alle fünf Minuten in sein Zimmer und holte genau eine Nuss.
So ging es den ganzen Tag, bis ich wohlgesättigt war.
Meine Eltern, die draußen saßen, nahmen natürlich an, daß Jack die Nüsse für mich öffnete. Das tat er aber nicht wie sich später herausstellte und man wunderte sich wie ich das wohl stattdessen angestellt hatte. Also spionierte mein Vater mir nach und sah mich mit jeweils einer Nuss durchs ganze Haus bis in die Küche laufen, wo der große Bernhardiner von Jacks Mann rumlag. Dem Köter stopfte ich immer eine Nuss ins Maul, ließ ihn zubeißen und dann teilten wir uns die Krümel.
Mein Vater schwitzte Blut und Wasser, daß meine Mutter das nicht rausbekam. Sie hatte offenbar ganz andere Vorstellung von der Hygiene der Nahrung ihres Erstgeborenen als Nüsse in Dreck und Hundespeichel.
Es gibt viele dieser Geschichten; offenbar wußte ich in jeder Umgebung irgendwas mit mir anzufangen, ohne Erwachsenen auf die Nerven zu gehen.
Laut meiner Eltern waren Kinder zwar auch immer dabei, aber da sie damals noch ganz ADHS-frei vom Storch geliefert wurden, mußte man sich in der Öffentlichkeit auch nicht für sie schämen.
Als ich in das Alter kam, daß die ersten Freunde selbst Kinder hatten, begann aber der Telefonalptraum. Es war immerhin noch die Zeit vor Internet und Simsen. Um zu kommunizieren, telephonierte man. Bei denen, die kleine Kinder hatten, mußte man aber befürchten, daß dieselben abnahmen. Gerne in dem Alter bevor sich richtig sprechen konnten und dann minutenlang sinnfrei in den Hörer glucksten, während man Mama und Papa im Hintergrund kichern hörte.
Oder noch schlimmer: Man sprach gerade am Telephon und urplötzlich wurde man an den zweijährigen Max oder die dreijährige Lena weitergereicht, weil die ja sooooooooooooooo gerne telephonierten.
Selbst wenn man fremde Kinder dieses Alters gemocht hätte, wäre allerdings kein Gespräch möglich gewesen, weil die Gören üblicherweise am Hörer schwiegen und offenbar debil vor sich hin grinsten – wie man dem jauchzenden Entzücken ihrer Erzeuger im Hintergrund entnehmen konnte.
Als ich einmal ein ernstes Gespräch mit einer Freundin führen wollte, war ich so genervt, weil sie gleichzeitig immer mit ihren vier Kindern sprach, daß ich irgendwann einfach auflegte. Sie wurde ganz furchtbar böse und fragte mich später, wie ich dazu käme einfach aufzuknallen.
Aber ich wußte ja gar nicht, mit wem sie eigentlich redete, weil im Minutentakt die Gören in ihr Zimmer platzen und irgendwas rausposaunten, worauf die Mutter auch sofort antwortete.
Alles rennet, redet, flucht.
Erst da, ich war sicher schon über 30, fiel mir wieder ein, wie es mir als Kind ging, wenn meine Mutter telephonierte.
Immer wieder rannte ich zur Wohnzimmertür, lugte hinein, um zu sehen, ob sie schon aufgehängt hatte, wenn ich sie um irgendeine Erlaubnis fragen wollte.
Man unterbrach nämlich Erwachsene nicht am Telephon und wartete, bis sie fertig waren, bevor man sie störte.
Ich kann mich nicht an entsprechende Maßregelungen erinnern und fragte später meine Mutter wieso ich mich eigentlich „so brav“ verhalten hätte, oder ob ich mich einfach nicht an entsprechende Sanktionen bei Nichtbefolgung der Regeln erinnerte.
Sie sagte, das sei alles eine Frage des „Vorlebens“.
Wenn sich die Erwachsenen entsprechend verhielten, machten die Kinder das automatisch auch so.

Damit sind wir bei der Bitte-und-Danke-Frage. Wieso können so viele Kinder das heute nicht mehr? Bringen ihre Eltern ihnen das nicht mehr bei?
Nein, sie tun es eben selbst nicht.
Das sind die Wichtig-Mütter, jene unerträgliche Latte-Macchiato-Spezies, die sich an der Käsetheke vordrängt und bei Missfallensäußerungen schnippisch einwirft „Sie sehen doch, daß ich ein Kleinkind dabei habe!“
Gerne verlangen die dann auch noch am Käsestand (sic!) ein „Wienerwürstchen auf die Hand“ – das sei ja wohl üblich, wenn man ein Kind hätte.
So erzogene Gören tun mir Leid.
Wenn die seit dem Schlüpfen nur Hoppla-jetzt-komm-ich vorgelebt bekommen, die niemals Rücksichtnahme und Höflichkeitsformeln kennengelernt haben, dann lernen sie es auch später kaum noch.
Wenn solche Blagen in der Grundschule durch schlechtes Benehmen und Konzentrationsunfähigkeit auffallen, sind natürlich die Lehrer Schuld.
Das Problem an Kinderhirnen ist, daß sie einerseits moralisch völlig verlottert sind und erst noch langsam lernen müssen was Empathie bedeutet, aber andererseits diese beneidenswerte Lernfähigkeit haben.
Für Kleinkinder ist es nicht das geringste Problem trilingual aufzuwachsen. Im Nachbarhaus wohnt ein Vierjähriger, dessen japanische Mutter und der amerikanische Vater es ohne große Anstrengung bewirkt haben, daß es völlig fließend zwischen deutsch, japanisch und englisch switchen kann.
Das ist der Normalfall bei binationalen Elternhäusern.

Ich bin der Meinung, man sollte diese besondere Lernfähigkeit der Kinder nutzen und ihnen soziales Verhalten vermitteln.
Das ist erheblich sinnvoller, als all die Latte-Macchiato-Mütter, die jeden Nachmittag ihrer Dreijährigen durchgeplant haben, damit die Kleine schon vor der Einschulung Mandarin, das Violinspiel und Makramee beherrscht.
Natürlich, Mandarin lernt man leichter im Krabbelalter.
Aber auch weniger offensichtlich beeindruckende „Skills“ sind wertvoll.
Wir denken da an die erschreckenden Ergebnisse der Nürnberger Bildungsforscherin Stephanie Müller.

Der Verfall der kindlichen Fertigkeiten ist allerdings schon erheblich weiter fortgeschritten, als man angesichts der Pläne ZUKÜNFTIG auf Handschrift zu verzichten, vermuten mag.
Das tumbe Konsumieren im frühen Kindesalter – also indem durch Fernsehen und Co ständig das Gehör und die Augen gereizt werden, ohne daß das Kind REagiert oder etwa körperlich INTERagiert, führt zur Verkümmerung vieler feinmotorischer Fähigkeiten. Simpelste Anforderungen wie eine Schleife zu binden, auf einem Bein zu stehen oder gar mit der Hand schreiben zu können, werden vermutlich aussterben.

Kleine Kinder in Deutschland lernen einerseits nicht mehr feinmotorische Fertigkeiten wie Schreibschrift.
Andererseits wird auch die Rechtschreibung immer schlechter, weil die richtige Schreibweise durch verblödete Kultusminister auf „immer später“ verschoben wird.
Neuerdings meinen viele Bundesländer, man solle die Kinder erst mal „irgendwie“ schreiben lassen, damit sich ihre Kreativität entwickeln kann und sie nicht durch orthographische Sanktionen behindert werden.

„Lesen durch Schreiben“ heißt der bahnbrechende Schwachsinn, den die ohnehin schwachsinnige KMK ausgebrütet hat. Grundschulexperte Günter Jansen gruselte sich schon letztes Jahr bei SPON.

SPIEGEL: Sehr viele Grundschüler in Deutschland lernen inzwischen mit Methoden und Lehrgängen schreiben, die Elemente des Konzepts "Lesen durch Schreiben" des Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen übernommen haben. Das sind zum Beispiel die "Rechtschreibwerkstatt", "Tinto", die "ABC-Lernlandschaft" oder "Konfetti". Was halten Sie von diesen Verfahren?

Jansen: Nichts, die Grundannahme dieser Methoden ist falsch. Reichen ging davon aus, dass Kinder sich die Schriftsprache selbst erarbeiten könnten. Dafür sollen sie zunächst so schreiben, wie sie sprechen. Ein Unding! Zahllose Fehlschreibungen - die von Lehrern über ein oder sogar drei Jahre hinweg nicht oder kaum korrigiert werden - sind vorprogrammiert. Die Kinder dann in der zweiten oder dritten Klasse wieder umzupolen und ihnen statt der antrainierten chaotischen Rechtschreibung die richtigen Schreibweisen beizubringen, ist meist unglaublich schwer. Hirnforscher wissen: Richtig Schreiben lernen wir ähnlich wie Geigespielen oder Hochsprung. Man weiß: Wenn sich dabei gewisse falsche Routinen einmal entwickelt haben, sind sie kaum wieder abzutrainieren.

SPIEGEL: Kernstück aller der von Reichen inspirierten Verfahren ist die sogenannte Anlauttabelle. Darin ist jedem Buchstaben ein Tier oder Gegenstand zugeordnet, der mit diesem Buchstaben beginnt. Mit Hilfe dieser Bildchen sollen sich die Kinder die Buchstaben für die Wörter, die sie schreiben wollen, selbst zusammensuchen. Wenn sie zum Beispiel "Mama" schreiben wollen, finden sie das "M" neben der Maus, das "A" neben dem Affen. Geht das?

Jansen: Die Arbeit mit der Anlauttabelle kann nicht funktionieren. Im Deutschen soll es etwa 4000 unterschiedliche Laute geben, die alle mit den Buchstaben des Alphabets in Schrift umgesetzt werden müssen. Das sollte man selber einmal versuchen. Schon bei "Tomate" hört es auf! Das "e" am Ende, der sogenannte Schwa-Laut - übrigens einer der häufigsten Laute der deutschen Sprache - kommt zum Beispiel in Reichens Anlauttabelle gar nicht vor. Mit der Anlauttabelle kann nur der effektiv arbeiten, der bereits richtig schreiben kann.

SPIEGEL: Ein weiteres gemeinsames Merkmal vieler der von Jürgen Reichen inspirierten Verfahren ist, dass sich jedes Kind aussuchen darf, in welcher Reihenfolge es die Buchstaben lernen will.

Jansen: Das ist völliger Unsinn. Es gibt doch strategisch wichtige und weniger wichtige Buchstaben. Allen diesen Methoden gemeinsam ist die maßlose Überschätzung der Kinder! Gerade in den ersten Schuljahren sind Kinder noch auf ein hohes Maß an Unterrichtsführung durch den Lehrer angewiesen.  [….]

Ich verstehe zwar den zugrunde liegenden Gedanken, aber da ich alt und konservativ bin, halte ich das ganz wie Jansen für ziemlichen Unsinn.
Man sollte, im Gegenteil, gleich von Anfang lehren RICHTIG zu schreiben. Denn umso leichter lernt man es.
Aufgeschoben und ist sonst aufgehoben. Das Konzept ist übrigens auch in Bayern erfolglos umgesetzt worden.

Die Gymnasiallehrer beklagen nachlassende Leistungen in der Rechtschreibung. „Das ist deutlich schlechter geworden, auch in Bayern“, sagt der Präsident des Bayerischen Philologenverbands (bpv), Max Schmidt.
Einige häufige Fehler: lib statt lieb, unt statt und, fiele statt viele. Und manche Buben lieben „Fusball“, während manche Mädchen ihre „Pupe“ bevorzugen.
An diesem Donnerstag beginnt für 1,7 Millionen bayerische Schüler das neue Schuljahr, darunter knapp 417.000 Grundschüler. Eine Hauptaufgabe des neuen Schuljahrs im Ministerium: die geplante Neufassung des Grundschullehrplans, in dem auch die Lehrmethode für die Rechtschreibung festgelegt wird.
Die Rechtschreibprobleme haben eine Ursache mutmaßlich in der seit einigen Jahren praktizierten Lehrmethode „Lesen durch Schreiben“: Erst- und Zweitklässler sollen keine Angst vorm Schreiben haben und in ihrer Kreativität gefördert werden.
Deswegen korrigieren viele Grundschullehrer Rechtschreibfehler in den ersten beiden Jahren nur noch sehr spärlich. Das Ergebnis: Viele Kinder gewöhnen sich Falschschreibungen an, die sie sich in späteren Jahren nur mit großen Mühen oder gar nicht mehr abgewöhnen können.
„Das schadet vor allem den Kindern von Migranten und aus bildungsfernen Familien“, kritisiert Philologenpräsident Schmidt. „Kinder aus bildungsnahen Familien werden nicht so sehr benachteiligt, denn da helfen ja die Eltern mit. Die achten darauf, dass ihre Kinder richtig schreiben lernen.“ [….]

Sonntag, 15. Juni 2014

Städter - Teil III


Das Leben im Dorf, in der Vorstadt hat eine Menge Vorteile, aber ich bin mit Leib und Seele Städter und will für’s Erste nicht außerhalb der Innenstadt leben.

Das Umfeld ist einfach liberaler und anonymer. 
Grundsätzlich ist ein höherer Anteil der Menschen gebildet und tolerant.

Das kann man unter anderem an den Wahlergebnissen ablesen, welche sich fundamental von den gesamtbundesrepublikanischen Trends unterscheiden.
 Merkel ist die beliebteste Politikerin und die CDU führt in allen Bundestags-Umfragen meilenweit vor der nächstgrößten Partei (gegenwärtig noch die SPD).

Der Blick auf die größten Städte Deutschlands, welche allesamt im Vergleich zu echten Weltstädten wie Rom, Paris, London oder gar New York und Shanghai winzig sind, zeigt aber eine erstaunliche CDU-Schwäche!

Seitdem sind auch noch Hannover und Düsseldorf an die SPD übergegangen. Nun stellt sich das Bild folgendermaßen dar.

1. Berlin  3,5 Millionen Einwohner. Wowereit SPD

2. Hamburg 1,8 Millionen Einwohner. Scholz SPD

3. München 1,4 Millionen Einwohner. Reiter SPD

4. Köln 1 Million Einwohner. Roters SPD

5. Frankfurt am Main 680.000 Einwohner. Feldmann SPD

6. Stuttgart 610.000 Einwohner. Kuhn Grüne

7. Düsseldorf 590.00 Einwohner. Geisel SPD

8. Dortmund 580.000 Einwohner. Sierau SPD

9. Essen 570.00 Einwohner. Paß SPD

10. Bremen 550.000 Einwohner. Böhrnsen SPD

11. Dresden 520.000 Einwohner. Orosz CDU

12. Leipzig 520.000 Einwohner. Jung SPD

13. Hannover 520.000 Einwohner. Schostok SPD

14. Nürnberg 510.000 Einwohner. Maly SPD

15. Duisburg 490.00 Einwohner. Link SPD

16. Bochum 370.000 Einwohner. Scholz SPD

17. Wuppertal 350.000 Einwohner. Jung CDU

18. Bonn 320.000 Einwohner. Nimptsch SPD

19. Bielefeld  320.000 Einwohner. Clausen SPD

20. Mannheim 310.000 Einwohner. Kurtz SPD

Die letzten Kommunalwahlen gingen für die Konservativen in den Großstädten allesamt desaströs aus.
Im März 2014 gab es für die CSU eine heftige Klatsche; insbesondere bei den Stichwahlen in den größten Städten.

Die CSU hat bei der zweiten Runde der bayerischen Kommunalwahlen in München und anderen Großstädten deutlich Stimmen verloren. Nach den Trendmeldungen konnte die CSU vier von fünf Oberbürgemeister-Stichwahlen nicht gewinnen – in München, Regensburg, Erlangen und Ansbach.
In München ist der SPD-Politiker Dieter Reiter zum neuen Oberbürgermeister gewählt worden. [….]
Auch in Regensburg hat ein SPD-Politiker gewonnen. Dem SPD-Kandidaten Joachim Wolbergs hatten vor zwei Wochen 18 Stimmen zum Wahlsieg gefehlt. In der Stichwahl gegen den Unionspolitiker Christian Schlegl (CSU) erreicht Wolberg über 70 Prozent der Stimmen und wird somit neuer Regensburger Bürgermeister.
Nach 18 Jahren wurde in Erlangen Oberbürgermeister Siegfried Balleis abgewählt, der SPD-Kandidat Florian Janik gewann deutlich. In Ansbach verlor ein CSU-Kandidat ebenfalls deutlich. Thomas Deffner unterlag der parteilosen Politikerin Carda Seidel deutlich, die die Wahl mit 60 Prozent der Stimmen deutlich gewann und so für sechs weitere Jahre im Amt bleibt.  

Und heute folgen noch ein paar angenehme Ergebnisse aus den NRW-Großstädten.

# Düsseldorf: Geisel (59,2 %, SPD) gewinnt OB-Stichwahl gegen Elbers (40,8 %, CDU)
# Dortmund • Sierau (51,6 %, SPD) gewinnt die Stichwahl gegen Littmann (48,4 %, CDU)
# Bielefeld • Clausen (55,9 %, SPD) gewinnt die Stichwahl gegen Rüther (44,1 %, CDU)
(Wahlrecht.de 15.06.14)

Mit Düsseldorf ist die letzte CDU-Stadt der deutschen Top Ten gefallen.

Überraschender Machtwechsel in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf: Der SPD-Politiker Thomas Geisel hat am Sonntag die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters klar gegen Amtsinhaber Dirk Elbers von der CDU gewonnen. […] Einen Wechsel gab es auch im Kreis Siegen-Wittgenstein. Dort löst SPD-Kandidat Andreas Müller Amtsinhaber Paul Breuer von der CDU als Landrat ab. Insgesamt wurden am Sonntag in sechs Großstädten die Oberbürgermeister und in sieben Kreisen die Landräte bestimmt.
[….]  Die SPD verteidigte die Landratssessel in Minden-Lübbecke (Ralf Niermann), Recklinghausen (Cay Süberkrüb) und Wesel (Ansgar Müller).
(SZ 15.06.14)


PS:

Braunschweig, die zweitgrößte Stadt Niedersachsens ging gestern auch an die SPD!