Donnerstag, 1. August 2013

Impudenz des Monats Juli 2013



Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Streng genommen kann die Krone als Vollhonk des Monats eigentlich nicht an Merkel, Friedrich oder de Maizière vorbei gehen.
So eine dreiste Form der Volksverarschung in Kombination mit Regierungsversagen und Münchhausen-Syndrom erlebt man selten.
Der einzig noch größere Skandal als NSA, bzw Euro-Hawk, ist die Tatsache, daß sich der Urnenpöbel davon keinen Millimeter von seiner Begeisterung für Schwarzgelb und diese Kanzlerin abbringen läßt.
Merkel könnte dabei ertappt werden, wie sie Millionen aus der Staatskasse in ihren Hosenanzug steckt und anschließend mit nacktem Arsch in Fernsehkameras springen. 
Als einzige Konsequenz würde sie noch mal 5 Prozentpunkte auf der Zustimmungsskala zulegen.

Die Deutschen denken offenbar nicht zu Ende, was das Merkel’sche Umverteilen von unten nach oben wirklich bedeutet.
Ja, irgendwie ahnt man womöglich, daß es nicht gerecht sein kann, wenn die milliardenschweren Konzerne von der Öko-Umlage befreit werden und statt dessen der kleine Mann bezahlen muß, daß es unfair ist Europa-weit Millionen Menschen um ihre Jobs zu bringen, damit die Renditen der milliardenschweren Banker weiter fließen, daß es abartig ist Arbeitseinkommen von Krankenschwestern und Tischlern höher zu besteuern, als Aktiengewinne in neunstelliger Höhe, die ein Mitglied der Quandt- oder Piëch-Familie jedes Jahr bekommt, ohne dafür einen Finger zu rühren.

Ebenso lösen die Begriffe „Billiglöhner“, „Altersarmut“ und „Aufstocker“ ein diffuses Unwohlsein aus.
In der Chefetage knallen die Champagnerkorken und unten arbeiten Leiharbeiter für die Hälfte des ohnehin spärlichen Tariflohnes.
Von diesen Zuständen wirklich begeistert sind nur FDP-Mitglieder, Arbeitgeber-Lobbyisten und professionelle Sadisten.
Vor die Wahl gestellt, ob man Bank-Managern mit sechsstelligen Einkommen ihre Boni kürzen solle oder Altenpflegern, die brutto 1000 Euro im Monat haben, noch was abknappst, würden gewaltige Mehrheiten zu Gunsten der Altenpfleger votieren.
Unglücklicherweise behalten sie diesen Gedanken nicht bis in die Wahlurne im Kopf.
Zu dieser intellektuellen Leistung ist leider nur eine Minderheit fähig.
Die meisten vergessen es, denken dann nur noch einmal „bömmelömmelömm, ich bin doof“ und „Merkel mag ich“ und schwupps ist das Kreuz wieder bei der CDU.

Daß viele Millionen Menschen mit Sicherheit spätestens im Alter dank der CDU-FDP-Politik in bitterer Armut landen werden, ist eine Tatsache.
Wie das aussehen wird, kann man an Amerika studieren.

Für immer mehr US-Bürger ist der "Amerikanische Traum" nur Legende: Vier von fünf Amerikanern fallen vor Erreichen ihres 60. Lebensjahres zeitweise in Arbeitslosigkeit, sinken an die Armutsgrenze, benötigen staatliche Hilfe. Rezession, globalisierte Wirtschaft und das Sterben von Jobs für Arbeiter ohne Collegeabschluss haben zu einem extremen Auseinanderklaffen der Einkommen geführt. Und eine steigende Zahl der von Armut oder Arbeitslosigkeit Betroffenen ist weiß.

[….]  Mehr als je zuvor fallen Statistikern "unsichtbare Arme" unter den weißen Amerikanern auf. Menschen, die immer häufiger in Not geraten. Seit dem Jahr 2000 wuchs der Armenanteil unter weißen Arbeitern mit schlecht bezahlten Jobs um drei Punkte auf elf Prozent und damit schneller als unter Nichtweißen.

Die soziale und berufliche Mobilität […] hat in den wirtschaftlichen Krisenzeiten stark nachgelassen. […]

Besondere Sorge muss US-Politikern beider Parteien die Gesundheitspolitik bereiten. Keine reiche Nation leistet sich höhere Kosten für die medizinische Versorgung und zugleich eine so unvollkommene Abdeckung gerade der schlechter verdienenden Bevölkerung, deren Krankenkassenmitgliedschaft mit ihren Jobs steht und fällt. In der medizinischen Forschung führen die USA nach wie vor, doch im Ranking der Lebenserwartung rangiert Amerika an 27. Stelle von 34 vergleichbar wohlhabenden Nationen. Mehr als 40 Millionen Menschen ohne Krankenversicherung fallen schwer ins Gewicht. […]

Die Anstrengungen Präsident Obamas, die rezessionsgeschwächte US-Konjunktur wieder ins Laufen zu bringen, haben die Armen Amerikas kaum erreicht: 46,2 Millionen Menschen (15 Prozent der Gesamtbevölkerung) werden dieser prekären Gruppe zugerechnet. Mehr als 19 Millionen Weiße mussten erleben, dass sie unter die Armutsgrenze von 23.021 Dollar pro Jahr für eine vierköpfige Familie stürzten. In absoluten Zahlen doppelt so viele Weiße wie Schwarze.
(HH Abla 01.08.13)

Zur Impudenz des Monats Juli küre ich das von Merkel beförderte Auseinanderdriften von Reich und Arm in Deutschland.

Schon längst haben die Kinder aus den Villenvierteln, die auf Privatschulen gehen und Eliteinternate besuchen, so gut wie keine Berührungspunkte mehr mit den Prekariatskindern in Berlin-Neukölln und Hamburg-Osdorfer Born.
Die Zeiten, daß sich Arbeitersöhne wie der kleine Gerd Schröder oder der kleine Franz Müntefering aus eigener Kraft ganz nach oben arbeiten konnten sind vorbei.
Ein armes Kind ist heutzutage gekennzeichnet durch schlechtere Umgangsformen, miesere Gesundheit, unaufholbare Bildungsrückstände und das völlig falsche soziale Umfeld. Man "sieht" seine Armut wieder - im wortwörtlichen Sinne - an den Zähnen, den Klamotten und der Uhr.
Es wird nie in eine Vorstandsetage einziehen können, weil es dort immer als Außenseiter auffiele. 
Aber schlimmer noch – selbst wenn es das nahezu Unmögliche schafft und sich durch Schule und Universität beißt, wird es trotz gleicher Ausbildung nie den Job seines Altersgefährten aus dem Villenviertel bekommen, weil ihm schlicht Vitamin B fehlt. Die "richtigen" Karriere-Familien spotten schon über das "akademische Proletariat".
Wer heute in den Top-Positionen der Wirtschaft sitzt, hat zu fast 100% auch ein großbürgerliches Elternhaus.
Die Meritokratie hat ausgedient.
Die Auswirkung dieses Irrsinns erleben wir in Istanbul, wo Zehntausende Akademiker deutsch-türkischer Herkunft leben. Die Wirtschaft boomt, sie sind vermutlich glücklich.
Aber viele von ihnen hatten vor nach dem Studium der Ingenieurswissenschaften oder Informatik in Deutschland zu bleiben. Dort, wo sie aufgewachsen sind.
Tatsächlich nehmen aber genau die Firmen, die sich lauthals über den Fachkräftemangel beklagen, ungern Bewerber mit dem Namen „Öztürk“.
Schon lange werden wegen dieser rassistischen Diskriminierung anonymisierte Bewerbungsverfahren gefordert. Aber das ist natürlich unter CDU und FDP undenkbar.

Merkel und Co parasitieren zum Zwecke ihres Machterhalts die Zukunft Deutschlands.
Auch bei uns wird Armut sichtbarer und brutaler werden.
Und dann werden alle entsetzt fragen, wie es dazu kommen konnte.
Die Antwort ist einfach: Durch kurzsichtiges Wählen von Parteien, die letztendlich doch nur Schwarzgelb die Macht sichern.
Wer FDP, CDU, CSU oder eine Partei wählt, die womöglich nicht in den Bundestag kommt, oder wie die LINKE doch nicht zu einer Regierung gegen Merkel gehören wird, ist mitverantwortlich dafür, daß das korrupte schwarzgelbe Lügenregime immer weiter besteht.
Jede Stimme, die RotGrün fehlt, bringt Merkel eine Stimme näher an das Kanzleramt.
Wer Linke oder Piraten wählt ist mitverantwortlich für:

Keinen Mindestlohn
Keine Doppelstaatsbürgerschaft
Kein gerechtes Steuersystem, sondern gnadenlose Privilegierung von Aktionären und Konzernen.
Zwangsruin von ganz Südeuropa, wegen Merkels aufoktroyierter Austeritätspolitik
Keine Angleichung der Homoehe
Keine andere Drogenpolitik
Vorratsdatenspeicherung
CDU-Bildungspolitik mit Dreiklassenschulsystem und früher Selektion
Herdprämie
Waffenexporte in jedes Krisengebiet
Demütiges Buckeln gegenüber den USA
etc pp

 Sozis wollen immer, daß sich etwas ändert und sind bitter enttäuscht, wenn ihre gewählten Vertreter nicht das bewirken können, was man sich erhofft hatte.
Der typische CDU-Wähler hat nicht diese kritischen Ansprüche. Er ist im Grunde zufrieden, wenn die Seinen regieren und die anderen in der Opposition sind.
Was die CDU-Regierung dann konkret tut, ist weitgehend irrelevant.
Man sieht das exemplarisch an der jetzigen Bundesregierung, die jedes einzelne ihrer Projekte aus dem Koalitionsvertrag entweder gar nicht erst in Angriff nahm, oder sogar das diametrale Gegenteil des Versprochenen tat (Wehrpflicht, Euro-Haftung, Kernkraft). Den Merkel-Anhängern ist das ganz wurscht.

Sozis vergessen hingegen all die Dinge, die Rot-Grün ab 1998 ihren Versprechungen gemäß umgesetzt hatte (Ökosteuer, Homoehe, Zwangsarbeiterentschädigung, Kindergelderhöhungen, Steuersenkungen, Atomausstieg,…) und sind 15 Jahre später immer noch eingeschnappt wegen der Agenda 2010.

Wären rechte Wähler auch nur halb so empfindlich wie Linke, stünde Merkels CDU jetzt unter der 5%-Hürde in den Umfragen.
Was passiert, wenn die Impudenz des Monats Juli, also das Auseinanderklaffen der sozialen Schere immer deutlicher wird, kann man bereits auf der Straße sehen.
Fast 300.000 Bundesbürger haben keine Wohnung

Deutschland wird stetig reicher - doch gleichzeitig reicht es bei immer mehr Menschen in der Bundesrepublik nicht mehr für eine eigene Wohnung. In den Jahren 2010 bis 2012 ist ihre Zahl einer Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) drastisch um 15 Prozent gestiegen.

Demnach waren im vergangenen Jahr 284.000 Menschen in Deutschland wohnungslos, darunter 32.000 Kinder und minderjährige Jugendliche. Rund 24.000 Bundesbürger hatten gar kein Obdach, lebten also auf der Straße. Das sind zehn Prozent mehr als noch Ende 2010.   Und die Situation könnte sich in den kommenden drei Jahren sogar noch erheblich verschärfen, befürchtet der 1954 gegründete Hilfsverband, in dem etwa 1200 soziale Dienste und Einrichtungen zusammengeschlossen sind. Demnach könnte die Zahl der Wohnungslosen bis zum Jahr 2016 auf 380.000 anwachsen.

[…]   Grund für den drastischen Anstieg sind der Arbeitsgemeinschaft zufolge extrem gestiegene Mietpreise vor allem in Ballungsgebieten. Gleichzeitig verarmten die unteren sozialen Schichten, sagte BAGW-Geschäftsführer Thomas Specht. Ein schnelles Umsteuern auf dem Wohnungsmarkt sei zudem schwierig.

[….] Selbst wer eine eigene Wohnung hat, lebt oft in sehr beengten Verhältnissen. Laut Statistischem Bundesamt wohnten im Jahr 2011 sieben Prozent der Bevölkerung in Deutschland in zu kleinen Wohnungen. Das sind rund 5,6 Millionen Bundesbürger.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Crazy Christen


Weltweit sind die christlichen Homos gerade absolut entzückt, weil Papst Franzi sich in einem anderen Stil zur Homosexualität geäußert hat, als es sein schwer homophober, selbst überhaupt nicht schwuler Vorgänger Ratzinger stets zu tun pflegte.
Mann, ist jetzt was los in den Feuilletons!
Alle Kirchenschreiberlinge zücken ihre Griffel und interpretieren zwischen den Zeilen.
Dabei hat sich an der Aktenlage gar nichts geändert. Nach wie vor müssen Schwule nach der kirchlichen Lehrmeinung selbstverständlich enthaltsam sein und sich bemühen gute Katholiken zu sein. Dann, und zwar erst dann, ist ihnen mit „Takt und Mitgefühl“ zu begegnen.
Eine interessante Formulierung des KKK ist das.
Wenn ausdrücklich „Mitgefühl“ von den höchsten Kirchenautoritäten angemahnt werden muß, klingt das fast noch abwertender, als wenn man gleich schriebe „Schwule sind böse!“.
Schizophrene Gruppen wie die „HUK“ (Homosexuelle und Kirche) sind allerdings mit extrem wenig zufrieden und freuen sich jetzt über die paar Brosamen, die ihnen der Neue zugeworfen hat. Wenige, wie zum Beispiel David Berger, sind es, die darauf hinweisen, daß der Papst weit davon entfernt ist homosexuelle PRAXIS zu akzeptieren. 
Nur wer seine eigene Sexualität verleugnet und einen der stärksten biologischen Triebe ein Leben lang unterdrückt, wird möglicherweise „mit Takt und Mitgefühl“ behandelt.

Franzis „neue Tonlage“ hat nach meiner Ansicht einen viel simpleren Grund. 
Anders als möglicherweise andere Päpste vor ihm, ist er selbst zufälligerweise nicht schwul und wird scheinbar auch von niemand für schwul gehalten.
Es ist nur natürlich, daß ein Heterosexueller angesichts einer Sexualpraktik, die ihn nicht interessiert, auch nicht hysterisch reagiert.
Das ist simple Psychologie.
Außerdem heizen massive Tabus und Verbote natürlich das Interesse erst recht an.

Das Magazin „Mother Jones“ wies jüngst darauf hin, daß eins der homophobsten Länder der Erde, nämlich das Muslimisch-Talibanisch geprägte Pakistan auch die höchsten Zugriffszahlen auf gewisse nicht heterosexuelle Pornos im Internet verzeichnet.
In its report, Pew noted that countries exhibiting the highest levels of gay tolerance are largely secular, whereas nations where religion is central to public life—such as Egypt, Nigeria, and Pakistan—tend to reject homosexuality. But in Pakistan, what’s even more peculiar is that the highest number of hits for some of these terms, including “shemale sex,” come not from Pakistan’s cosmopolitan centers, but from Peshawar, a bastion of conservative Islam, lately known in the West as a counterterrorism frontline. Of course Muslims love of gay porn is nothing new and was reported by Islamophobes more than three years ago, Pakistan leads world in web searches for animal sex, rape pics, child sex.
Das erinnert mich an die unglaublichen Mühen, die ich als unter 16-Jähriger auf mich genommen habe, um an Zigaretten und Alkohol zu kommen.
Ich mußte richtig lange mit dem Fahrrad fahren bis zu einem Zigarettenautomat, den man nicht einsehen konnte und in den ich mein mühsam gespartes Taschengeld stecken konnte.
 Und mir ist ja so schlecht geworden von all den Kippen, die ich auf Lunge rauchte. Ekelhaft war das. Zudem ist der Raucher-Geruch ja nicht gerade unauffällig. Das mußte zu Hause gut getarnt werden. Aber was tut man nicht alles, wenn der Reiz des Verbotenen lockt.

Aber um auf das Schwulsein zurück zu kommen:
 Es scheint mir offensichtlich zu sein, daß besonders homophoben Gruppen eine magische Anziehungskraft auf Schwule haben – zumindest solange Homosexualität irgendwie stigmatisiert ist.
Nur in extrem heterosexuell wirkenden Kreisen fühlt sich ein heimlich Schwuler wohl, weil man ihn dort nicht in Verdacht hat.
Deswegen bin ich fest davon überzeugt, daß es unter Soldaten, Burschenschaftlern, Priestern und Fußballern nur so von Schwulen wimmelt.
Offenbar war ja auch die halbe SA des Ober-Nazis Ernst Röhm ein Hort der Schwulen. Und das zu einer Zeit, als man dafür im KZ landete.
Eine verständliche Entwicklung. Denn wenn man schon vom Tod bedroht ist, tut man sich lieber gleich mit den mächtigsten Anklägern zusammen.

Um auf den gegenwärtigen Papst zurück zu kommen:
Es herrscht wohl inzwischen Einigkeit darüber, daß mindestens 50% der katholischen Priester schwul sind. 

Dieser enorme Anteil hängt nicht nur mit der Homophobie der RKK zusammen, sondern wird auch entscheidend durch den Zölibat und die Misogynie der Kirche gefördert. 
Wer nichts mit Frauen anfangen kann und sicherlich irgendwann gefragt werden würde, weswegen er denn nicht verheiratet ist, hat als Priester die perfekte Rechtfertigung.
Ich habe in den letzten zehn Jahren enorm viel gelesen über die angeblichen „schwulen Netzwerke“ unter Klerikern, deren Existenz letzten Monat vom unfehlbaren Stellvertreter Gottes bestätigt wurde.
Natürlich wird man nie belastbare Zahlen über den genauen Prozentsatz der Homopriester erfahren. Selbst wenn eine solche Befragung durchgeführt würde, kann man davon ausgehen, daß sehr wenige ehrlich antworteten.
Aber nach unendlich vielen Insiderberichten komme ich zu dem Schluß, daß in Priesterseminaren drei Gruppen existieren. 
Die Größte ist die der homosexuell Praktizierenden, dann kommen die heterosexuell Aktiven (wobei sich die Gruppen auch überschneiden) und die kleinste Gruppe bilden die tatsächlich völlig Enthaltsamen, die so verklemmt sind, daß sie sofort einen roten Kopf bekommen, wenn irgendwelche sexuellen Themen angesprochen werden.
Diejenigen, die später als ältere Priester kleine Jungs (und weitaus seltener) Mädchen sexuell belästigen, rekrutieren sich fast ausschließlich aus der dritten Gruppe.
Papst Benedikts Politik der verbalen Homokeule und des Ausschluß von Homosexuellen aus den Priesterseminaren, führt(e) vermutlich dazu, daß sich die dritte Sorte Priesteramtskandidaten prozentual vergrößert. 
Das wird dadurch „begünstigt“, daß durch die Liberalisierung in  der Gesellschaft – wir haben einen schwulen Außenminister und der ewige Kanzler Kohl fungiert als Trauzeuge bei einer Homoehe – sich immer weniger schwule junge Männer in der Provinz dazu gezwungen sehen Zuflucht im Priesterseminar zu suchen.
 Das Outing fällt immer leichter. Auch in einem kleinen bayerischen Dorf kann man es heute möglicherweise wagen ehrlich zu sein und dort als schwuler Bauer, Polizist oder Tischler zu leben.
Vor 50 Jahren wäre das noch vollkommen undenkbar und potentiell lebensgefährlich gewesen. Da MUSSTE man Priester werden.
 Die gewaltigen Priester-Nachwuchssorgen der katholischen Kirche mögen darin eine ihrer Ursachen haben.
Zum Dritten ändert sich die Zusammensetzung von Priesterseminaren durch einen auf die anderen Entwicklungen aufgepfropften Effekt.
Da die Priesterseminare leerer werden, weil die vielen ganz normalen Homos wegbleiben und auch die normalen Heteros zunehmend das Interesse an einer antiquierten Sexualmoral verlieren, konzentrieren sich dort nun die extrem Konservativen.
Je weltabgewandter und fundamentalistischer die Priesteramtskandidaten werden, desto mehr Anziehungskraft entwickeln sie für die wenigen tatsächlich bizarr und ultratraditionell denkenden jungen Männer, denen im echten Leben schlicht das soziale Biotop ausstirbt.
Wer einmal die irren Kommentare der Fans der ultrakonservativen Katholenseiten Kathnet und Kreuznet gelesen hat, kann sich sofort vorstellen, daß die armen Würstchen in der echten Realität nur ausgelacht werden.
Da bleibt dann nur das Priesterseminar, wenn man sich in Ruhe seinen reaktionären, revanchistischen, homophoben, antisemitischen und xenophoben Gedanken hingeben will.
Es ist die Frage, ob die Bischöfe angesichts ihres dramatischen Personalmangels die Kraft finden gegenzusteuern. Bisher war das nicht der Fall, weil sie alle wußten, daß in der Kurie große Sympathien für groteske Tradis wie Franz-Peter Tebartz-van-Elst oder Wolfgang Haas existierten.
Gezielt beförderte Ratzinger nur die konservativsten Kleriker.
Möglicherweise könnte sich das nun ein wenig ändern, wenn die ersten Personalentscheidungen Franzis eine deutlich liberalere Vorliebe ausdrücken sollten.
Man sieht beispielsweise an Kardinal Marx wie schnell die Bistümer ihr Fähnchen nach dem Winde drehen. Auf einmal macht Marx auf ganz bescheiden – nachdem er eigentlich in Punkto Prunkentfaltung TVE und Ratzi kaum nachstand.
Aber so ein Papst ist eben mächtig. Wer etwas in der Kirche werden will oder sein bleiben möchte, muß sich anpassen.
Beispiel Würzburg.
Bischof Hofmann, kürzlich noch als absoluter Hardliner in Erscheinung getreten:

In der ARD-Dokumentation „Aufbruch oder Abbruch? - Wohin treibt die katholische Kirche?“ vom 15.05.2012 - hier kann man die Sendung online sehen - blickt der Autor Bernd Seidl generell wohlwollend auf die gläubigen Schäfchen.

Erwähnt wird unter anderem auch der „Skandal Sell“ der Kirchengemeinde St. Johannes im Bistum Würzburg.
Pfarrer Michael Sell kam 2001 als Kaplan in die Pfarrgemeinde Hammelburg, seit 2003 ist er Stadtpfarrer. Er hinterlässt eine gut aufgestellte und attraktive Kirchengemeinde. Auf den Weg gebracht hat er gemeinsam mit den Kirchenmitgliedern die Sieben-Sterne-Pfarreiengemeinschaft. Das neue Pfarrzentrum ist ein architektonisches Schmuckstück und entwickelt sich zu einer einladenden Begegnungsstätte.
Es gibt viele aktive ehrenamtliche Mitwirkende und Helfer, die sich in die Pfarrgemeinde einbringen. Auch die jüngsten Gemeindemitglieder, die Ministranten, scharen sich zuhauf um den lebensnahen und beliebten Pfarrer.
Der Priester hatte aber nicht „nur“ ein paar Messdienerchen vergewaltigt; dann wäre er bis heute Gemeindepfarrer - sondern sich einer weitaus schlimmeren Sünde schuldig gemacht.
 Er verliebte sich in eine erwachsene Frau, die von ihm ein Kind erwartete, welches er weder heimlich abtreiben, noch verschweigen wollte. 

Er „bekannte“ sich zu Frau und Sohn - so wie man sich sonst zu einem Verbrechen „bekennt“.

Das konnte Bischof Friedhelm Hofmann nicht tolerieren und feuerte den 37-Jährigen Sell auf der Stelle; untersagte ihm sogar noch einen Abschiedsgottesdienst zu feiern.

Einige Gemeindemitglieder trauern Sell so sehr hinterher, daß sie sich bis heute für ihren Ex-Pfarrer einsetzen.
Das bekam ihnen aber nicht gut; sie wurden so sehr ausgegrenzt, daß einem der Rädelsführer schon der maximalketzerische Gedanke kam, er könne mit 50 weiteren Sell-Fans geschlossen aus der RKK austreten und mit der eingesparten Kirchgensteuer locker das Gehalt Sells allein bezahlen. Über diesen ketzerischen Gedanken erschrak er aber selbst so sehr, daß er ihn sofort wieder verwarf.

WARUM ZUM TEUFEL MACHT IHR DAS DENN NICHT?? möchte man ihnen zurufen.
Nun aber hat Hofmann die Verhältnisse in seinem Priesterseminar, über die Tammox schon berichtet hatte, prüfen lassen und war not amused von den Ultrakonservativen:

So heißt es in einer Stellungnahme des Kommissionsvorsitzenden Norbert Baumann, ein Student habe seinen Kommilitonen "mindestens drei 'KZ-Witze' zur Unterhaltung" erzählt. Der gleiche Seminarist habe mit einem Kameraden im Bierkeller des Seminars Adolf Hitler imitiert und den Hitlergruß gezeigt. Die Kommission habe dafür "keine auch nur im Ansatz nachvollziehbare Begründung gefunden", hieß es.

    Bestätigt wird in dem Bericht auch, einer der Seminaristen habe nach einem Mittagessen nach einem "Neger zum Abräumen" verlangt. Ein weiterer habe ein Konzert der umstrittenen Band Frei.Wild besucht und sich dafür vom Besuch eines Gottesdienstes freistellen lassen. Welches Konzert er genau besuchen wolle, habe der Student dem Leiter der Einrichtung damals nicht mitgeteilt, wohl, um unangenehmen Nachfragen aus dem Weg zu gehen. Beunruhigend ist auch die Feststellung der dreiköpfigen Kommission, ein angehender Priester habe sich abfällig über eine antirassistische Demonstration in Würzburg geäußert. "Den Teilnehmern der Kundgebung gehöre 'eine reingehauen' oder 'auf die Fresse gehauen'", sagte der Seminarist dem Bericht zufolge gegenüber Kommilitonen. Während sich keine Feier zu Adolf Hitlers Geburtstag am 20. April nachweisen ließ, wurde nach Erkenntnissen der Kommission im Bierkeller des Seminars "wiederholt der Badenweiler Marsch gespielt, im Wissen, dass es sich dabei um 'Hitlers Lieblingsmarsch' handelte".

    Die rechtsradikalen Umtriebe am Würzburger Priesterseminar bleiben nicht folgenlos: Zwei angehende Pfarrer müssen das Seminar verlassen, einem dritten droht ebenfalls der Ausschluss. Das erklärten der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick und der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann am Mittwoch in Würzburg. Sie ziehen damit die Konsequenzen aus dem Bericht einer externen Untersuchungskommission, die sich mit den Vorfällen am Seminar beschäftigte, in dem 18 junge Männer aus beiden Bistümern ausgebildet werden.

    [….]  Die beiden Bischöfe, denen Baumann einen vorbehaltlosen Aufklärungswillen bescheinigte, kündigten an, die Priesterausbildung stärker profilieren zu wollen. Es brauche intensive Bemühungen, das Bewusstsein für die besonderen Beziehungen zwischen Juden und Christen zu verstärken, sagte Hofmann. Es gehe in der Ausbildung um menschliche Reife, theologische Bildung und pastorale Befähigung.

    "Extremistische Tendenzen haben in diesem Konzept keinen Platz", sagte Hofmann. Auch Schick betonte, dass Antisemitismus in der Kirche keinen Platz habe. "Jede Form von Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Extremismus ist mit dem Christentum nicht vereinbar."
Extremismus hat keinen Platz im Christentum?

Das sind ja ganz neue Töne!
Die Christen Hitler, Tiso, Franco, Mussolini und Co wußten das sicher gar nicht.

Dienstag, 30. Juli 2013

Mehr lustige Orthodoxe.



Die Serbisch-Orthodoxen und die Russisch-Orthodoxen sind fast so lustig wie die Piusbruderschaft und tragen sogar noch abgefahrenere Kostüme.

 
Patriarch Kyrill von Russland
Kein Wunder, daß die profan gekleideten Protestanten mit ihren albernen Halskrausen dagegen ein bißchen blass aussehen und mehr Kirchenaustritte hinnehmen müssen.
Farbenfroh und Edelstein-begeistert sind aber die Top-Kleriker der Bulgarisch-orthodoxe Kirche, einer autokephalen Kirche der christlichen, byzantinischen Orthodoxie.

Kiril von Varna und Veliki Preslaw

Herrscher der heiligen Synode und geistiges Oberhaupt von rund acht Millionen Bulgarisch-Orthodoxen ist seit einigen Monaten der Metropolit von Sofia, seine Heiligkeit Patriarch Neofit.

Patriarch Neofit von Bulgarien
Im Heiligen Synod sitzt auch Kiril von Warna und Weliki Preslaw (Bogomil Petrow Kowatschew), 59, der stets zu besonderer Prachtentfaltung neigt.

Metropolit Kyril

Aber ich muß korrekterweise die Perfekt-Form benutzen. Bogomil Petrow Kowatschew ist leider zur Zeit tot, aber dazu gleich mehr.
Wie insbesondere seine russischen Kollegen, mochte Kyril am allerliebsten Geld. Es konnte ihm gar nicht opulent genug sein. Der Lebensstil des Schwarzmeer-Metropoliten ließ selbst Ratzinger bescheiden aussehen.

Man verdächtigte ihn laut Medienberichten unter anderem, im Tausch mit Ländereien der Kirche zwielichtige Geschäfte mit Immobilienhändlern betrieben zu haben. […] Durch seine damalige Zusammenarbeit mit den stalinistischen Machthabern stand er immer wieder in der Kritik. Eine Kommission konnte aufdecken, dass er einer der elf orthodoxen Bischöfe war, die mit dem bulgarischen Geheimdienst zusammenarbeitete. Ebenfalls soll es nicht einwandfrei geklärte Beziehungen zum russischen KGB (war der sowjetische In- und Auslandsgeheimdienst) gegeben haben.

Recht ungeniert raffte Kyrill Schätze zusammen und bettelte dazu sogar ostentativ katholische Kollegen an.

Eine ökumenische Geste Kardinal Christoph Schönborns hat in Bulgarien große Aufmerksamkeit gefunden: Der Wiener Erzbischof hat der Eparchie Varna eine Reliquienschatulle mit Reliquien der Apostel Andreas, Jakobus des Älteren und Bartholomäus sowie weiterer frühchristlicher Heiliger und Märtyrer geschenkt. Metropolit Kyril (Kowatschew) von Varna hatte sich im Februar auf Einladung der Stiftung "Pro Oriente" in Wien aufgehalten und dabei den Kardinal auch um eine Reliquie des Heiligen Andreas ersucht.

 
Reliquiensammler Kyril

Zwar galt er unter Kennern als reformwillig, im Gegensatz zu seinen konservativen Gegenspielern wollte er die Kirche zur modernen Welt hin öffnen. Doch stieß sein mitunter extravagantes Gehabe auf scharfe Kritik. Legendär sind seine Auftritte in einer brandneuen amerikanischen Luxuslimousine des Typs Lincoln MKZ Hybrid - das ist die Marke, die auch die amerikanischen Präsidenten bevorzugen. Einmal hat er laut eines Berichts des Nachrichtenportals Novinite aus einem solchen Auto heraus an einem Festtag seine Gläubigen gesegnet. Die Karosse hat er von einem Geschäftsmann geschenkt bekommen - eine Darstellung, die in Bulgarien gleich die Frage nach mafiösen Verbindungen aufwirft.
(Klaus Brill SZ 30.07.13)

Am Ende ist der Prunk-Metropolit Bogomil Petrow Kowatschew allerdings baden gegangen.
Im Wahrsten Sinne des Wortes.

Wenn es nicht Mord war, dann könnte es die Hitze gewesen sein. Oder starb Bischof Kyrill, der bulgarisch-orthodoxe Oberhirte der Diözese von Warna und Weliki Preslaw am Schwarzen Meer, an Unterkühlung? Jedenfalls wurde der bekannte und umstrittene Metropolit vor drei Wochen tot am Strand bei Warna aufgefunden, er trug eine Tauchermaske und einen Schnorchel. Die Medien knüpften daran sogleich die Frage, ob der 59-Jährige eines natürlichen Todes gestorben sei.
(Klaus Brill SZ 30.07.13)
 Ob es nicht eher autoerotische Würgespiele waren?