Samstag, 26. Januar 2013

Praktische Nächstenliebe -Teil III


"An ihren Taten sollt ihr sie erkennen."
 - sprichwörtlich nach der Bibel 
(Matthäus 7,20: Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.)

In Fernsehtalkrunden, von Kanzeln aus oder auf Großevents beschwören professionelle Kirchisten immer ihre soziale Kompetenz, ihre Nächstenliebe.

Daß weltweit jährlich 80.000 Frauen bei illegalen Abtreibungen krepieren müssen, weil Christen ihnen die medizinische Versorgung verweigern, daß Millionen einen elenden AIDS-Tod sterben, weil Katholiken sich gegen Kondome aussprechen oder daß unzählige Männer vom Mob gemeuchelt werden, weil Christen homophobe Stimmungen schüren, erwähnen die organisierten Religioten eher nicht so gern.

Myriadenfaches Leid ist aber nicht nur eine indirekte Folge christlicher antihumanistischer Propaganda, sondern auch konkret geplante Polit-Agenda der Kirchen.

Dabei gilt: Wie der Herr, so das Gescherr!

Während die Kirchenfürsten in den bunten Kleidern von der Kanzel hetzen, wirft das Fußvolk Steine:
In Alexandria kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen durch christliche Demonstranten. Die koptischen Christen warfen mit Steinen und Flaschen auf Polizisten. Die Sicherheitskräfte wehrten sich mit Tränengas und Gummigeschossen.

Bei den traditionellen Protestanten-Märschen in Nordirland ist es am dritten Tag in Folge zu Ausschreitungen gekommen. Katholische Demonstranten warfen am Dienstagabend im Belfaster Viertel Ardoyne Molotow-Cocktails, Steine und Flaschen auf die Sicherheitskräfte, wie die nordirische Polizei am Mittwoch mitteilte. Es seien auch Barrikaden errichtet und in Brand gesetzt worden.

Orthodoxe Christen bewarfen eine Gruppe von Unterstützern der Homosexuellen-Rechte laut Medienberichten vor dem Parlamentsgebäude mit Eiern und Farbe. […] Homosexualität ist in Russland seit 1993 nicht mehr strafbar, wird aber auch wegen der einflussreichen russisch-orthodoxen Kirche weitgehend tabuisiert. Paraden von Homosexuellen werden stets verboten, Aktivisten sind oft das Ziel brutaler Angriffe.

Im nordirischen Belfast ist es in der vierten Nacht in Folge zu Ausschreitungen gekommen.  […] Bereits in den vergangenen Nächten hatte es in Belfast Ausschreitungen mit zum Teil Hunderten Demonstranten gegeben. Laut Polizei wurden 52 Beamte verletzt, zudem gab es 70 Festnahmen. […]

In drei Jahrzehnten gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen London-treuen Protestanten und den nach einem vereinten Irland strebenden Katholiken wurden rund 3.500 Menschen getötet.
(Die ZEIT 07.01.13) 
Berühmt in Irland ist die Holy Cross Grundschule. Diese Schule steht am Ende einer nur von Protestanten bewohnten Straße und die katholischen Kinder müssen, wenn sie zur Schule wollen, durch diese Straße laufen. Der Weg zum Hintereingang der Schule führt durch andere Straßen und erfordert doppelte Zeit.
 „Fenian whores“ – „irische Huren“ wurde den kleinen Mädchen von den Holy Cross Protestierern entgegen gebrüllt. […] Die Protestierer haben den Kindern und ihren Eltern Schimpfworte wie Bastard, Ratte, Hure, Dreck, Scheiße und andere Unflätigkeiten ins Gesicht gebrüllt, sie angespuckt, sie mit Steinen, Flaschen, Golfbällen und mit Beuteln beworfen, die mit Urin und Exkrementen gefüllt waren und all das war möglich, ohne dass die Polizei jemanden festgenommen hat oder diesem Treiben ein Ende bereitet hat.
(info-nordirland 2004)

Freitag, 25. Januar 2013

Praktische Nächstenliebe - Teil II


„Schuldige Dankespflicht gegen Gott und Adolf Hitler treibt uns, uns feierlich und einmütig hinter den Mann zu stellen, der unserem Volk und der Welt gesandt ist, die Macht der Finsternis zu überwinden. Wir rufen darum unsere Gemeinden auf, gleichen Sinnes mit uns sich als ein einig Volk von Brüdern hinter den Führer zu stellen.“
Der evangelische Landesbischof von Thüringen, Wilhelm Reichardt, 25.10.1933

„Mit dem gesamten deutschen Volke feiert die Evangelische Kirche am 20. April in jubelnder Freude den fünfzigsten Geburtstag unseres Führers. In ihm hat Gott dem deutschen Volke einen wahren Wundermann geschenkt ... In tiefer und dankbarer Ergriffenheit erlebt das deutsche Volk, erlebt in ihm auch die deutsche evangelische Christenheit noch einmal die gewaltige Größe des Geschehens, das die mit Adolf Hitler anbrechende Stunde der Deutschen in sich faßt: Die Aufrüttelung aller völkischen Kräfte zu kampfes- und todesfreudigem Einsatz für Freiheit, Ehre und Macht des Vaterlandes ... Daß die Ausmerzung alles wesensfremden Einflusses auf die geistige, sittliche und künstlerische Kultur unseres Volkes begleitet sei von einer immer tieferen Erschließung der Quellen, aus denen unser Volk geboren und seine Geschichte gespeist ist ... das sei unser Begehren, unser Wille, unser Gelübde zum fünfzigsten Geburtstag des Führers.“
Deutsche Evangelische Kirche, 14.4.1939
Deutschland ist reich.
Nicht daß die Binnenkonjunktur so poppig liefe, die Löhne sind schließlich extrem niedrig und an die acht Millionen Menschen arbeiten in prekären Verhältnissen, verdienen also so wenig, daß sie von dem Gehalt nicht leben können.
Reich sind wir insbesondere wegen unserer Importschwäche. Wir exportieren und exportieren in die EU.
Spanien, Griechenland und Co kaufen unsere Waren auf Pump.
Keiner profitiert in Europa so von Markt und Globalisierung wie Deutschland.
Die Kehrseite ist, daß wir billigstes Zeug - chinesisches Kinderspielzeug, in Bangladesch von Kindern genähte Jeans, Rohstoffe oder auch gleich Muskelkraft importieren.
Allein 2011 strömten 200.000 Osteuropäische Billigarbeiter nach Deutschland.
De facto Sklaven, die für lächerlichen Lohn ohne Sozialleistungen, ohne Arbeitsschutz und medizinische Versorgung die Drecksarbeiten erledigen, für die sich Deutsche zu fein sind.
Für Gartenarbeiten, Putzjobs, einfache Handwerkertätigkeiten und Küchendienst holt sich der gemeine Teutone eben gern einen Roma von Arbeitsstrich. 
Den kann er so richtig schön auspressen und ausnutzen, weil er entrechtet und illegal ist.
Und am Ende des Tages, bekommt er einen Zehner in die Hand und einen Tritt in den Hintern.
Und dann steht der Bulgare wieder auf der Straße. Und hungert und friert.
„Am 30. Januar jährt sich zum erstenmal der historische Tag, an dem Adolf Hitler vom Reichspräsidenten mit der Führung des deutschen Volkes betraut wurde. Dankerfüllt blickt die Nation auf dies Ereignis und auf die damit eingeleitete Wendung des deutschen Schicksals zurück: eine neue Epoche deutscher Geschichte nahm ihren Anfang, und die Taten dieses Jahres haben bestätigt, was damals das Volk erhoffte. Der Dank des Volkes ist auch der Dank der Kirche.“
Das Evangelische Deutschland, 28.1.1934

„Ich kenne nur einen Feind: Wer diesen Staat Adolf Hitlers nicht will. Mit solchen werde ich sehr kurz fertig. Das bin ich nicht nur meiner Kirche schuldig, sondern meinem Staat, meinem Volk und meinem wunderbaren Führer“.
Der evangelische Bischof von Hamburg, Franz Tügel, 5.3.1934, vor der Synode, unmittelbar nach seiner Wahl zum Bischof
Im SPD-regierten Dortmund (580.000 Einwohner) gibt es eine Menge Bulgarischer und Rumänischer Arbeitsstricher.
Bei der Obdachlosenhilfe richtet sich die Stadt Dortmund nach dem Drobinski-Prinzip. 
Zu Recht gilt in Deutschland das Subsidiaritätsprinzip. Wo es geht, überträgt der Staat öffentliche Aufgaben dem Roten Kreuz, der Arbeiterwohlfahrt oder eben den Kirchen. Das sichert im guten Fall Pluralität, und kirchliche Krankenhäuser leisten gute Arbeit. Dass diese Einrichtungen ein eigenes Arbeitsrecht haben und dass katholische Kliniken keine Abtreibungen vornehmen, ist - als Teil der Religionsfreiheit - durch die Verfassung gedeckt. Mutwillig zerstören sollte man dieses System nicht.
(Matthias Drobinski, 23.01.13)
In der Praxis bedeutet es in Dortmund, daß die Obdachlosenhilfe an das Diakonische Werk abgetreten wurde.
Die Stadt bezahlt nur noch, läßt aber die Evangelische Kirche managen.
„Wir stehen mit dem Reichskirchenausschuß hinter dem Führer im Lebenskampf des deutschen Volkes gegen den Bolschewismus ... Wir werden unsere Gemeinden unermüdlich aufrufen zum vollen Einsatz der christlichen Kräfte in diesem Kampf in der Gewißheit, daß damit dem deutschen Volk der wertvollste Dienst geleistet wird.“
Die evangelischen Landesbischöfe, 20.11.1936

„Der Evangelische Bund, der seit Jahrzehnten mit den sudetendeutschen evangelischen Gemeinden Kampf und Sorge geteilt hat, dankt in unbeschreiblicher Freude dem Führer, daß er durch seine unerbittliche Entschlossenheit die Stunde der Freiheit für unsere Volks- und Glaubensbrüder heraufgeführt hat.“
Deutsch-Evangelische Korrespondenz, 5.10.1938

„Ich bestreite mit keinem Wort dem Staat das Recht, das Judentum als ein gefährliches Element zu bekämpfen. Ich habe von Jugend auf das Urteil von Männern wie Heinrich von Treitschke und Adolf Stöcker über die zersetzende Wirkung des Judentums auf religiösem, sittlichem, literarischem, wirtschaftlichem und politischem Gebiet für zutreffend gehalten.“
Der evangelische Bischof von Würtemberg Theophil Wurm an Reichsjustizminister Gürtner, 6.12.1938
Das ist nicht unbedingt eine gute Idee, wenn es um Ausländer geht und man wird leider wieder daran erinnert, daß die evangelische Kirche schon mal eine Symbiose mit dem Hakenkreuz eingegangen war. 
„Nun, deutsche evangelische Christenheit, nun tritt nicht zögernd, sondern freudig und kraftvoll auf den Plan auch mit deinem ‚Deutschland erwache´!“
Amtsblatt der Braunschweigischen Landeskirche, 5.5.1933

„Nicht allein auf die symbolische Handlung des Verbrennens kommt es an. Eine gründliche Bereinigung des Schrifttums muß erfolgen. Wer wollte diese Arbeit nicht unterstützen, wer wollte dabei nicht selber anpacken?“
Das Evangelische Deutschland, Mai 1933

„Nicht berufen werden darf, wer nichtarischer Abstammung oder wer mit einer Person nichtarischer Abstammung verheiratet ist.“
§ 1 des im Kirchenblatt der Thüringer Landeskirche veröffentlichten „Gesetzes über die Stellung der kirchlichen Amtsträger zur Nation“, 12.9.1933
Isabel Schayani und Essat Mogul (Monitor) begleiteten Ercat, einen Bulgaren, bei vier Grad minus durch die Dortmunder Nacht und dokumentierten die Christliche Nächstenliebe, die er bei den Obdachlosenunterkünften erlebte:
Von den anderen hat er gehört, dass die Diakonie Bulgaren und Rumänen wegscheucht. Das können wir uns nicht vorstellen. Wir begleiten ihn mit versteckter Kamera.
Mann: „Von welche Land sind Sie?“
Ercan: „Bulgarien.“
Mann: „Bulgaren dürfen hier nicht duschen. Aber das wissen die genau. Aber sie kommen immer wieder. Und ich muss immer wieder diesen Zettel hier zeigen. Können sie das lesen? Das ist ihre Sprache. Also nix duschen!“
Reporter: „Nix duschen. Also, Bulgaren und Rumänen dürfen hier nicht duschen. Alle anderen schon?“
Mann: Ja.“

Anne Rabenschlag, Diakonisches Werk Dortmund und Lünen: „Wir sind mit diesem Duschenbereich sehr eng ausgestattet, da wäre ein Bedarf an Nothilfe. Aber dem können wir so voll umfänglich hier im Haus nicht vorhalten.“

Also schickt man die Leute einfach weiter. Zur „Migrationsberatung“. Wir gehen mit Ercan hin. Alleine würde er soweit gar nicht kommen.

Mann: „13.00 Uhr ist hier öffentliche Sprechstunde.“
Reporter: „Und was kann er dann hier erfahren, weil er durfte da jetzt nicht duschen.“
Mann: „Ja, duschen sowieso nicht.“
Reporter: „Wieso nicht, wer darf denn da duschen?“
Mann: „Nur Deutsche, keine Immigranten.“
[…]
Mittlerweile ist es dunkel geworden und das Thermometer auf -4 °C gefallen. Wo soll er bleiben heute Nacht? In Dortmund bietet das Sozialamt eine Notunterkunft für Männer an. Wir gehen hin.

Mann: „Bulgare, Rumäne?“
Ercan: „Bulgar.“
Mann: „Oh, no sleep here. Nur Dortmund, only Germany.“
Reporter: „Warum?“
Mann: „Ist nur für Deutsche, nur für Dortmunder. Nicht für Rumänen oder Bulgaren. Ist leider so.  Dürfen wir nicht machen.“
Das ist dann also das vorbildliche Subsidiaritätsprinzip in Deutschland. Man delegiere soziale Aufgaben an die Kirchen und dann spielen Diskriminierungsschutz und Arbeitsrecht keine Rolle mehr. Noch besser. Das Grundgesetz, Artikel 1, können wir auch vergessen! 
„Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird zur Sühne für die Ermordung des Gesandschaftsrates vom Rath durch Judenhand die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottesgesegnete Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt. In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert aus Unkenntnis einst als Freund der Juden begann, der, getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden.“
Der evangelische Landesbischof von Thüringen, Martin Sasse, Vorwort zu seinem Buch“ Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!“, Freiburg, 1938

„Der Geistliche Vertrauensrat der Deutschen Evangelischen Kirche, erstmalig seit Beginn des Entscheidungskampfes im Osten versammelt, versichert Ihnen, mein Führer, in diesen hinreißend bewegten Stunden aufs neue die unwandelbare Treue und Einsatzbereitschaft der gesamten evangelischen Christenheit des Reiches ... Das deutsche Volk und mit ihm alle seine christlichen Glieder danken ihnen für diese ihre Tat.“
Der Vertrauensrat der Deutschen Evangelischen Kirche, 30.6.1941

Donnerstag, 24. Januar 2013

Lüge währt am Längsten - Teil II



Das ist doch einfach zu albern, daß vom Staatsmann bis herunter zum Reality-TV-Z-Promi jeder Ehrlichkeit predigt.

Ob Kanzlerin oder Dschungel-Georgina, alle behaupten „immer ehrlich“ zu sein und empören sich über „Falschheit“.
Dabei lügen sie alle. Und noch nicht mal besonders trickreich.
Geschick beim Lügen ist nicht notwendig.
Die Kanzlerin erzählt in öffentlichen Veranstaltungen von der geringeren Arbeitszeit der Griechen, „beim Arbeitslosengeld II würden im Rahmen der Erstattung der Unterkunftskosten alle Heiz- und Stromkosten voll ersetzt“ oder Atomenergie sei unverzichtbar. 
Alles Merkel-Lügen, die leicht zu überprüfen sind.
("Die Arge übernimmt alle Stromrechnungen der Arbeitslosen."
Fakt ist, dass die Arbeitslosen die Stromrechnung selbst bezahlen müssen aus dem Regelsatz von 351 €. Da die Strompreise stark gestiegen sind, werden Arbeitslose hart getroffen.)

Merkels Lügen sind auch nicht anspruchsvoller, als die dem Vakuum-Kopf des Dschungel-Sams' entsprungenen Geschichten über ihre Dschungelprüfungen, die sie den Co-Versagern auftischt. 
Ihr müßte doch klar sein, daß sich jeder in ein paar Tagen die Aufzeichnungen ansieht und sie der Lüge überführt.
 So funktioniert das Lügen aber nicht. Man lügt für den Moment und in der schnelllebigen Zeit, in der gewöhnliche Homo Demens über eine maximale Aufmerksamkeitsspanne von Minuten verfügen, ist es irrelevant, ob man später der Lüge überführt werden könnte.
So wird auch Merkel von 75% der Deutschen bewundert und als grundehrlich eingeschätzt. 
Dabei lügt sie andauernd.
 "Ich habe gesagt, ich will keine Große Koalition – und es wird sie auch nicht geben." (Juli 2005; OVB, 7.11.2006, S. 3) wenige Monate später gab es die Große Koalition mit der Kanzlerin Angela Merkel.

"Die CDU-Vorsitzende Dr. Angela Merkel hat die militärischen Konsequenzen der USA als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September als “alternativlos” bezeichnet." – Es gibt selbstverständlich viele andere Möglichkeiten, z.B. Verhandlungen oder Afghanistan nicht zu bombardieren.
Zur Eurokrise, für deren Bewältigung die Wähler Merkel für ganz besonders kompetent erachten, feuerten Merkel und Schäuble ganze Kaskaden von dreisten Lügen über nicht kommende Rettungsschirme und Transferunionen ab.
Im Münchhausencheck des Spiegel heißt es:
Die Aussagen der Bundeskanzlerin und ihres Finanzministers in Sachen Euro-Krise sind über die Jahre immer wieder völlig falsch. Note: eine klare Sechs.
(Hauke Janssen 11.12.12)

Natürlich war es eine dicke Lüge, als Merkel dreist und frech vor dem Bundestag behauptete, dass die Lasten aus der deutschen Wiedervereinigung schon getilgt seien.
Na und? Merkel ist die mit Abstand beliebteste Politikerin Deutschlands und wird vermutlich ein drittes mal Kanzlerin.

Das macht doch nichts.

Die USA ist bis heute zweifellos die stärkste Militärmacht des Planeten. 
Trotz oder wegen der LÜGEN, mit denen Amerika in Kriege zieht?
Bis 2001 bis 2003 hatte die Bush-Administration hundertfach bei jeder Gelegenheit die dreistesten Lügen über den Irak verkündet. Er helfe Osama bin Laden, horte Massenvernichtungswaffen, könne binnen 45 Minuten Europäische Hauptstädte mit Interkontinentalraketen erreichen. 
Der oberste Diplomat der Weltmacht USA führte all diese Lügen sogar ungeniert im UN-Sicherheitsrat aus.
Glaubwürdig war das nicht. Joschka Fischer; damals hatten wir noch einen Außenminister; schleuderte dem US-Kriegsminister direkt ins Gesicht, daß er ihm kein Wort glaube.
Machte aber keinen Unterschied. Die USA begannen dennoch den Krieg, der möglicherweise Millionen Opfer forderte und letztlich eine Weltwirtschaftskrise auslöste.
 Es gab keine Sanktionen gegen die USA, George W. Bush wurde wiedergewählt, Merkel herzte und küsste ihn, wann immer sie ihn zu fassen bekam.

Beim letzten Irakkrieg war es nicht anders. Da war es GWBs Vater, der als Präsident die Lüge von marodierenden Irakern, die Kuweitische Säuglinge an die Wand würfen, verbreitete. Ein erstunkener Kriegseintrittsgrund.

1964 stellte der US-Präsident Lyndon B. Johnson die Weichen auf Vietnamkrieg, indem er behauptete der US-Zerstörer „Maddox“ werde von Vietnamesen angegriffen.
 Stichwort „Tongking-Zwischenfall“.
Alles eine glatte Lüge. Aber der Krieg kam wie vom Weißen Haus erwünscht.

Das macht doch nichts

Mit der Wahrheit steht dieser Papst notorisch auf dem Kriegsfuß und versucht sie, wo immer möglich, zu unterdrücken.
Seit 50 Jahren ist die vatikanische Inquisitionsbehörde eifrig damit beschäftigt weltweit niemals die Wahrheit ans Licht kommen zu lassen, wenn einer der 400.000 Priester mal wieder ein Kind missbraucht hat.

An vorderster Stelle der Wahrheitsantagonisten steht seit Dekaden Joseph Ratzinger.
Zu seiner Mitschuld hat sich bisher noch kaum ein Bischof bekannt. Aber er könnte darauf verweisen, er sei nur den Weisungen Roms gefolgt. Aus Gründen absoluter Geheimhaltung zog in der Tat die verschwiegene vatikanische Glaubenskongregation alle wichtigen Fälle von Sexualvergehen von Klerikern an sich und so kamen die Fälle in den Jahren 1981 bis 2005 auf den Tisch ihres Präfekten Kardinal Ratzinger. Dieser sandte noch am 18. Mai 2001 ein feierliches Schreiben über die schweren Vergehen („Epistula de delictis gravioribus“) an alle Bischöfe der Welt, in welchem die Missbrauchsfälle unter die „päpstliche Geheimhaltung“ („secretum Pontificium“) gestellt wurden, deren Verletzung unter Kirchenstrafe steht.
(Prof Küng über Bischöfliche Verantwortung)
Kein geringer als Ratzinger also, der heute Unfehlbare, sorgte über 20 Jahre dafür, daß die Kindersexattacken der Priester und Bischöfe verschwiegen und vor den Staatsanwaltschaften verborgen wurden.
1962 verschickte der damalige Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Alfredo Ottaviani, einen bis heute umstrittenen Brief an die Bischofskonferenzen. Missbrauchsfälle sollten geheim gehalten und lediglich dem zuständigen Bischof gemeldet werden. Auf die Opfer wurde eingewirkt, Stillschweigen zu bewahren – unter Androhung der Exkommunikation.
Das Lügen ist diesem Papst so in Fleisch und Blut übergegangen, daß ihm seine Märchen von der unbefleckten Empfängnis und anderen kindlichen Ammenmärchen vermutlich gar nicht mehr peinlich sind.
 
 Seit 2000 Jahren ist die Giga-Organisation Christentum mit Lügen erfolgreich.
In all den Jahrhunderten, in denen Geistliche auch weltliche Macht hatten, fiel das Lügen natürlich ohnehin leicht, weil man diejenigen, die behaupteten die Erde sei eine Kugel oder die Sonne stünde im Zentrum des Planetensystems einfach verbrennen und foltern konnte.

Wer aber denkt hohe Geistliche sollten im 21. Jahrhundert vorsichtiger lügen, weil sie leicht zu widerlegen wäre, irrt.
Bischofe hauen auch heute noch die dreistesten Lügen raus und werden dennoch brav vom Steuerzahler mit fünfstelligem Monatsgehalt bedacht.
 Zig Millionen Deutsche gehören dem Lügenverein freiwillig an und zahlen freiwillig neun Milliarden Euro Mitgliedsbeiträge pro Jahr.
Der Bischof lässt das Lügen nicht.

Der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, hat sich in Fragen der Kirchensteuer und was damit finanziert wird, derart sachlich grob falsch geäußert, dass es nur als Lüge zu bezeichnen ist.

Auch Bischöfe müssen bei der Wahrheit bleiben.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat im Rechtsstreit mit dem Philosophen Michael Schmidt-Salomon eine Niederlage erlitten: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sah es als erwiesen an, dass Müller in der Auseinandersetzung mit Schmidt-Salomon die „Pflicht zur Sorgfalt, Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit“ nicht erfüllt hat. Ein Urteil mit weitreichenden Folgen.

Im Mai 2008 hatte Müller dem Buchautor im Rahmen einer Predigt – neben anderen Unwahrheiten – unterstellt, er würde Kindstötungen legitimieren. Eine Aussage, die glatt das Gegenteil von dem behauptet, was Schmidt-Salomon tatsächlich geschrieben hat. Der Bischof hatte schlicht ein Zitat verfälscht dargestellt und sich zudem auf ein Kinderbuch Schmidt-Salomons bezogen, in dem weder die tatsächliche, noch die behauptete Äußerung vorkommt. Den Wortlaut der Predigt veröffentlichte die Diözese anschließend im Internet.
Nachdem sich Müller auch noch als Missbrauchsvertuscher und Opferdrangsalierer in Szene gesetzt hatte, erkannte Vizegott Ratzinger dessen Qualitäten und beförderte ihn zur weltweiten Nummer 3 aller Katholiken - zum Chef der Glaubenskongregation im Vatikan.

Im Zuge des Scheiterns der Missbrauchsstudie von Prof Pfeiffer gingen die Lügner der RKK sogar soweit Pfeiffer der Lüge zu bezichtigen und versuchten ihn mit Unterlassungsverfügung daran zu hindern die Wahrheit zu sagen.
Dass Pater Langendörfer die Chuzpe hat, in der "Beckmann"-Sendung zu behaupten, ich hätte die Unwahrheit gesagt, schockiert mich geradezu. Unter welchem Druck muss dieser an sich doch kluge und kultivierte Mensch stehen, dass er so vom Kurs abkommt?
Die Unterlassungsverfügung mußte die Kirche zwar inzwischen zurückziehen, aber von ihrer argumentativen Linie weichen sie nicht ab.

Auch mein Lieblingsbischof, der Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst muß sich heute gefallen lassen, daß eine seiner besonders dreisten Lügengeschichten öffentlich entlarvt wird.
Natürlich hatte er über seinen Indienflug nicht die Wahrheit gesagt und mit großem Tamtam unter Einschaltung von Anwälten und Gerichten versucht die Lüge anderen aufzuzwingen.
Warum auch nicht.
Lügen werden nicht sanktioniert.

OK, da sind diese Studien, die vom Glaubwürdigkeitsverlust berichten.
Katholiken in Deutschland sehen ihre Kirche mittlerweile deutlich kritischer als noch vor wenigen Jahren. Immer klarer distanzieren sie sich von der katholischen Sexuallehre, vom Umgang der Kirche mit Frauen und Homosexuellen sowie von der Haltung gegenüber Geschiedenen und Christen anderer Konfessionen.
Die Glaubwürdigkeit der Institution bei ihren Mitgliedern ist durch die Missbrauchsskandale tief erschüttert, zugleich beklagen gerade treue Gläubige, dass die Präsenz der Kirche vor Ort wegen des Priestermangels stark zurückgeht.
Aber wenn nach wie vor 50 Millionen Deutsche Mitglied der Lügenvereine sind und Merkel die beliebteste Politikerin ist, scheinen Lügen immer noch sehr akzeptiert zu sein.



Mittwoch, 23. Januar 2013

Kleinste Übel.




Was haben Demokratie, SPD und Süddeutsche Zeitung gemeinsam?

Alle drei sind in ihrem jeweiligen Contest die Sieger, aber sie strahlen nicht.

In der Kunst oder der Musik kommt es durchaus vor, daß ich von einer Performance restlos begeistert bin und auf die Knie sinken möchte.

Aber Demokratie?
Was ist das nur für eine Scheiße! Ein Haufen denkfauler Phlegmaten, die noch nicht mal die simpelsten Grundlagen der politischen Konzeptionen kennen, sollen bestimmen, wer bestimmt?
Urnenpöbel, der so desinteressiert ist, daß bei Wahlen regelmäßig gleich die Hälfte der Wahlberechtigten im Bett liegen bleibt und gar keine Stimme abgibt. Man läßt eine verblödete Volksmasse bestimmen, die egoistisch-xenophob denkt und nach dem St.-Florians-Prinzip entscheidet.
 Durch diese systemimmanenten Fehl-Entscheider bekommen wir dann viermal Berlusconi als Ministerpräsident, Cameron, mehrfach Bibi-Netanjahu, zweimal George W. Bush, 16 Jahre Kohl, elf Jahre „Wo-kann-man-hier-gegen-Ausländer-unterschreiben?“-Roland Koch in Hessen, Westerwelle als Außenminister.
Aber so sehr ich mir den Kopf zermatere, außer einer absoluten Tammox-Diktatur fällt mir einfach keine bessere Staatsform ein. Demokratie ist das kleinste Übel.

Und dann meine Partei, die SPD.
Wieso bin ich mit diesen Stümpern geschlagen, die jeden Tag von einer debakulierenden Regierung Vorlagen geschenkt bekommen, um zu glänzen und es beharrlich schaffen sich immer selbst ein Bein zu stellen?
Die Partei, die unter ihren Funktionären immer das schlimmste Wählergift auswählt, wenn Führungspositionen besetzt werden müssen? Die Partei, die mich immer wieder durch IQ-befreite, religiotisch fanatisierte Kanaillen wieThierse, Nahles und Matschie dazu bringt mir mit einem Holzhammer auf den Kopf zu schlagen.
Die im Ausschließeritis-Wahn lieber CDU-Kandidaten zur Wahl verhilft, statt die vorhandenen rot-rot-grünen Mehrheiten zu nutzen.
Ich bin gewissermaßen ein typischer Sozialdemokrat, weil ich unter meiner Partei leide. 
Es ist eine Qual. Das Parteibuch ein Menetekel. 
Dennoch, unter den Bundestagsparteien ist die SPD immer noch die beste. Man nenne mich altmodisch, aber ich bin nun einmal so veranlagt, daß ich mich für die Schwachen einsetze.
Ich will lieber die Geringverdiener und Arbeitslosen unterstützen, statt wie CDU, CSU und FDP Erfüllungsgehilfe der Reichsten und Mächtigsten zu sein.
 Ich finde nun einmal, daß man Verantwortung übernehmen muß für Missstände und nicht pauschal alles ablehnen darf wie die LINKE. Ich stehe für eine breite Programmatik, die für alle Hilfsbedürftigen substanzielle Verbesserungen anstrebt, die solidarisch denkt und nicht immer nur Vorurteilen frönt. Ich interessiere mich nicht für THEORETISCHE Parteien, die all das vertreten, das ich will. Ich gucke auf die real existierenden Parteien, die eine echte Chance haben in den Bundestag zu kommen; die mitregieren könnten.
Und unter diesen ist die SPD nun einmal die erste Wahl, das kleinere Übel.

Ebenso sieht es mit den Papier-Periodika aus.
Ich möchte TÄGLICH und UMFASSEND informiert sein. 
Also von einer überregionalen Tageszeitung mit eigenem Korrespondentennetz und feuilletonistischer Kompetenz.
Zweifellos ist die „Süddeutsche Zeitung“ die beste Qualitätszeitung in Deutschland. 
Sympathisch ist auch die taz, aber das ist verglichen eben eher ein Blättchen mit einer Miniredaktion.
Aus der SZ ziehe ich hingegen massenweise Informationen. Zudem gibt es immer wieder längere Artikel und Reportagen, die erahnen lassen, weswegen man die SZ-Autoren auch „Edelfedern“ nennt. Die können schon schreiben. Die SZ ist bei weitem nicht so dröge, wie der konservative  Konkurrent aus Frankfurt.
Die Meinungsseite, die s. 4, ist eigentlich immer durchgehend spannend.
Beim Wirtschaftschef, Dr. Marc Beise, 53, kann man aber durchaus graue Haare generieren. Der Mann ist ein Neoliberaler, der nicht viel von moderneren Konzeptionen hält.
Die bekanntesten Autoren, Kurt Kister und Heribert Prantl, sind zweifellos beide hochintelligente, gebildete Köpfe. Der Chef, Kister, ist ein deutliches Stück konservativer als Prantl, dafür aber noch unabhängiger. Er macht sich mit niemand gemein und kritisiert an allen, das was zu kritisieren ist. Er weiß mit der Sprache umzugehen, übertreibt es aber nicht.
 Der ehemalige Staatsanwalt und Richter Prantl gefällt sich hingegen als Schöngeist. Er beginnt jeden Kommentar und jede Analyse mit einer Leitmetaphorik, um dann so richtig in seiner Bildung zu schwelgen.
Das kann durchaus mal ein bißchen sehr blumig geraten. 
Außerdem verfolgt Prantl eine politische Agenda. Das ist an sich nicht verkehrt, kann aber beim Lesen sehr unangenehm werden, wenn er voller Emphase eine andere Überzeugung als die meine vertritt. 
Geradezu gruselig war Prantls massive Unterstützung der kinderfeindlichen Position bei der Genitalbeschneidung. All die Gegenargumente, die er als hochintelligenter Mann eigentlich verstehen müßte, nahm er einfach nicht zur Kenntnis.

Das größte SZ-Ärgernis ist aber der Mann für’s Religiöse, Matthias Drobinski.
Der 49-Jährige Katholik studierte Germanistik und Theologie, ist seit 1997 bei der Süddeutschen Zeitung. 
Zusammen mit einer der bundesweit schlechtesten Religionsjournalistinnen überhaupt, der Tagesspiegel-Chef-Religiotin Claudia Keller, die vollkommen faktenresistent jeden Soutanteträger bejubelt, verfasste Drobinski sogar ein Buch - Glaubensrepublik Deutschland. Herder, Freiburg 2011, ISBN 3-451-30340-X.
So unterbelichtet wie Keller ist der SZ-Mann nicht, aber es ist schon ziemlich schwer erträglich, wie er in der zurückliegenden skandalgebeutelten Zeit der RKK seine hochverehrte Kirche niemals in Frage stellt.
Er zeigt zwar durchaus Schwachpunkte auf und moniert taktische Fehler, läßt aber seine katholische Überzeugung immer durchblicken.

Heute ging es wieder los.
 Ein Skandal erster Kategorie, der noch einmal die ganze Verlogenheit und Menschenfeindlichkeit der RKK aufzeigt.
Ein seriöser Redakteur müßte in diesem Zusammenhang unbedingt darauf hinweisen, daß Krankenhäuser, Kitas und Co stark zunehmend unter kirchliche Trägerschaft rutschen. 
Warum ist das so, wer will das so und was bedeutet das für die Patienten, wenn sie in weiten Teilen Deutschlands vor einem kirchlichen Monopol stehen und gar keine konfessionsfreien Einrichtungen mehr vorfinden?
Das sind Themen, die durchaus in vielen Medien analysiert wurden.
Hochproblematische Entwicklungen sind im Gange, weil man sich der Krake Kirche kaum noch entziehen kann.
Kirchen, die aber eben NICHT dem Patientenwohl, sondern in erster Linie ihrer mittelalterlichen Agenda verpflichtet sind.

Man muß dazu nicht auf Alice Schwarzer verweisen, kann es aber.
Meisner bezeichnet die Vergewaltigung als ein „schlimmes Verbrechen“, was selbstverständlich ist, und geht sodann ausführlich auf die ethische Diskussion ein: „Der Schutz eines Menschenlebens gilt uneingeschränkt und von der Zeugung an. Der Lebensschutz ist eine unüberschreitbare Grenze und jedem menschlichen Eingriff entzogen.“

Das ist reine Theorie, Lichtjahre vom Leben entfernt. Denn die Abtreibung ist im realen Leben ja keineswegs dem „menschlichen Eingriff“ entzogen. Frauen, auch katholische, treiben ab, wenn sie ungewollt schwanger sind, unter allen Umständen. Egal, was die Kardinäle verkünden: Gläubige Katholikinnen, das belegen Studien, treiben nicht weniger ab als alle anderen Frauen.

[…] Es ist vor allem dem Einfluss der katholischen Kirche und der Willfährigkeit der Politik zu verdanken, dass wir in Deutschland auch 40 Jahre nach Beginn des Protestes gegen den § 218 keine lebenswirklichen Gesetze haben, sondern Abtreibung selbst in den ersten drei Monaten noch immer eher eine Gnade ist als ein Recht wie in unseren Nachbarländern (inklusive Italien). Ungewollt Schwangere in Deutschland müssen um Erlaubnis bitten und sich zwangsberaten lassen.

In katholisch beherrschten Bundesländern, wie Bayern, gibt es schon heute einen Abtreibungs-Tourismus. Denn ÄrztInnen an katholischen Krankenhäusern dürfen ungewollt schwangeren Frauen nicht medizinisch beistehen, sonst riskieren sie ihren Job. Und in katholisch dominierten Regionen wie Südamerika herrscht dank der ach so linken „Befreiungstheologen“ inzwischen eine Terrorherrschaft über Frauen, die illegal abtreiben müssen, unter Lebensgefahr. Weltweit ist vor allem die katholische Kirche für die jährlich über 80.000 toten Frauen verantwortlich, krepiert bei illegalen Abtreibungen. Das nennen Kirchenmänner wie Meisner „Lebensschutz“.

Nun hat der Kölner Kardinal ausgerechnet die Gelegenheit seiner Entschuldigung genutzt, um seine so unethische Ethik nicht nur noch einmal zu bekräftigen, sondern tatsächlich noch weiter auszudehnen. So sprach er sich explizit gegen alle „Maßnahmen“ aus, „welche die Tötung eines möglicherweise schon gezeugten Kindes bedeuten“. Damit meint er die „Pille danach“, die direkt nach einem riskanten oder ungewollten Geschlechtsverkehr verabreicht werden kann, um die Befruchtung bzw. die Einnistung des Eis zu verhindern.
Selbst CDU-Parlamentarier, wie Jens Spahn, kritisierten massiv das Verhalten der katholischen Krankenhäuser.
In „meiner“ SZ hingegen, lebt der Kirchenredakteur gemütlich weiter hinter dem Mond und betreibt 100% RKK-Agenda.
Ein Krankenhaus, das eine mutmaßlich vergewaltigte Frau abweist, aus Angst, gegen die katholische Lehre zu verstoßen, gehöre 'vom Netz genommen'. Das hat kein böser Kirchenfeind gesagt, sondern der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn; es ist unsinnig […].

Zum Unsinn: Zu Recht gilt in Deutschland das Subsidiaritätsprinzip. Wo es geht, überträgt der Staat öffentliche Aufgaben dem Roten Kreuz, der Arbeiterwohlfahrt oder eben den Kirchen. Das sichert im guten Fall Pluralität, und kirchliche Krankenhäuser leisten gute Arbeit. Dass diese Einrichtungen ein eigenes Arbeitsrecht haben und dass katholische Kliniken keine Abtreibungen vornehmen, ist - als Teil der Religionsfreiheit - durch die Verfassung gedeckt. Mutwillig zerstören sollte man dieses System nicht.
(Matthias Drobinski, 23.01.13)
Diese Sätze erschienen auf der „Meinungsseite.“
Jeder ist frei seine Meinung zu publizieren, selbstverständlich. Aber in der Top-Tageszeitung dieser Republik, sollten Meinungen auch begründet werden und das möglichst wahrhaftig.
In diesem Fall ist das Subsidiaritätsprinzip aber von Übel und daß die kirchlichen Krankenhäuser gute Arbeit leisten, kann man eben NICHT pauschal sagen, nachdem tausende Kinder missbraucht wurden, jedes Jahr Myriaden Menschen mit MRSA angesteckt werden, Mitarbeiter ausgebeutet werden und Hilfesuchenden die Tür vor der Nase zugeschlagen wird.
Dieses System sollte unbedingt zerstört werden!
Entweder Drobinski weiß das alles nicht und ist dann ein schlechter Journalist. 
Oder er weiß es und schreibt wissentlich die Unwahrheit. 
Dann ist er ein Religiot und als solcher ein noch schlechterer Journalist.
Eine No-Win-Situation.
Herr Kister, bitte bemühen sie sich um Ersatz.
Drobinski könnte dann zur ZEIT wechseln - dort ist man ohnehin schon zum rein katholischen Claqueur-Blatt mutiert; da passt er hin.