Freitag, 24. August 2012

Schlechter Rat ist teuer.



Das dünne Hamburger Boulevardblättchen „Hamburger Morgenpost“ wurde vor drei Jahren vom Kölner Medienverlag M. DuMont Schauberg übernommen und seitdem befindet sich die Qualität endgültig im freien Fall. 
Schafften es vor 2009 immerhin ab und zu politische Themen auf die Titelseite, wird jetzt ausschließlich mit tumben Boulevardgeschichten getitelt.
Hintergrundberichte über Religionen in Deutschland sind in der „MoPo“ nun wirklich nicht zu erwarten. 
Umso erstaunlicher, daß es in der heutigen Ausgabe eine ganzseitige Story über Deutschlands schönsten Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gab.

„First Class in die Slums. Aufstand gegen Luxus-Bischof (52)
[…] Das eigene Wohl hatten der Bischof und sein Adlatus aber auch im Auge. Sie gönnten sich im Flieger die Erste Klasse – inklusive Champagner, Kaviar und eigenem Bett. Kostenpunkt: 7000 Euro pro Nase.  First Class in die Slums? Dies seinen Schäfchen in der eher armen Limburger Diözese zu verklickern, fiel denn auch dem edelmütigen Kirchenmann schwer. […] Der Nobeltrip zu den Kindersklaven ist indes nur eine Facette aus dem Luxus-Leben seiner Eminenz.
„Das ist der Mensch des Glaubens – bettelarm und gnadenreich“, verkündete Tebartz-van Elst. Oder: „Wer die Armut in sich selbst wahrnimmt, wird die wirkliche Größe Gottes entdecken.“ Während seine Diözese unter seinem strengen Sparkurs ächzt – Kindergärten werden Gelder gestrichen, Reparaturen an Kirchen und Heizöl können nicht bezahlt werden – lässt sich der Gottesmann eine Nobel-Residenz errichten, die sein Kirchenvolk auf die Barrikaden treibt. Sauna, Kamin, Weinkeller, eigene Räume für Reliquien, Edelsteinverzierungen, ein beheiztes Dach und ein Park mit Designergarten. Kostenpunkt: Angeblich 5,5 Millionen Euro.

Abgesehen davon, daß der Artikel zu 90% aus der Printausgabe des aktuellen SPIEGELS abgeschrieben ist, stellt sich die Frage:

Wie schafft es ein hessischer Bischof in ein Boulevardheftchen  der Atheistischen Diaspora?


Die Antwort ist einfach: Tebartz-van Elst wird wie so viele seiner Kollegen kaum noch als Geistlicher oder gar moralische Autorität wahrgenommen. 
Stattdessen hat sich TVE einen Yellow-Press-Status erarbeitet und erscheint nun in einer Reihe mit Sarah Connor, Lothar Matthäus und Daniel Kübelböck.

Diese Entwicklung kann man nur begrüßen.
Denn die bischöfliche Perfomance bleibt selbstverständlich nicht ohne Einfluß auf die Schäfchen, die sie zu betreuen haben.

2011 sank die Anzahl der Katholiken in Deutschland erstmals unter die 30%-Grenze, Hunderttausende treten jedes Jahr in Deutschland aus den Kirchen aus, die Priesterseminare verwaisen; Kirchen werden jeden Monat dutzendfach geschlossen.

Nur EIN Beispiel aus EINEM Bistum:
Der katholischen Kirche mangelt es an Gläubigen, an Geld, an Priestern. Das Bistum Hildesheim musste bereits mehr als dreißig Gotteshäuser schließen. […]
Im Inneren von St. Johannes Maria Vianney klingen die Glocken dumpf und ein wenig misstönend. Gesenkte, meist ergraute Häupter drehen sich nach denen um, die hereinkommen. Manch einer flüstert mit seinem Sitznachbarn.
“Ach wie traurig.“
“Hier haben wir geheiratet.“
“Eine schwere Stunde für Sie, nicht?“
[…] Szenen wie diese häuften sich zuletzt im Bistum Hildesheim. 2009 veröffentliche das Bistum eine Liste, die 377 Gotteshäuser kategorisiert. 47 Kirchen sollen bis 2020 definitiv geschlossen werden, die Zukunft von 149 weiteren ist ungewiss. Mehr als 30 Kirchen mussten ihre Pforten bereits schließen. St. Johannes Evangelist in Dielmissen ist jetzt ein Wohnhaus. St. Oliver in Rhüden hat ein Musikverein gekauft. In St. Johannes der Täufer in Peine-Stederdorf ist eine Kinderkrippe eingezogen. Heilig Kreuz in Wunstorf-Luthe wurde abgerissen, ebenso St. Nikolaus in Bremerhaven oder St. Lukas in Stade-Fredenbeck.
Die Schließung von Gotteshäusern ist die Folge der Krise der katholischen Kirche. Vielerorts müssen Priester längst mehr Gläubige begraben als sie Kinder taufen; Pfarrstellen bleiben unbesetzt, weil immer weniger Männer den Priesterberuf ergreifen.

Der Hauptgrund für den rapiden Ansehensverlust der Kleriker ist sicherlich ihre verfallende Glaubwürdigkeit. 
Sie sind als Heuchler enttarnt.

Die Bischöfe, die Schwule verdammen und Sex dämonisieren, haben über Dekaden Kinderficker in ihren eigenen Reihen großzügig beschützt.

Bischöfe, die Armut und Verzicht predigen, schwelgen selbst im Luxus.

Bischöfe, die Wahrheit und Vernunft anmahnen, lügen und flüchten sich in abstruse Ausreden.

Da der Limburger Oberhirte immer noch nicht begriffen hat, daß es beim Kirchenvolk nicht gut ankommt sich selbst für viele Millionen einen privaten Prunksitz zu bauen, während er seinen Schäfchen gebietet die Gürtel enger zu schnallen, sucht er sich jetzt externen Rat.

Der goldene Bischof hat nun seinen eigenen Medienberater, der ihm erklären soll was man nicht tut.

Mal sehen, ob das klappt.

Der Limburger Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst sieht sich ständig neuer Kritik ausgesetzt. Angesichts dieses Dilemmas scheint für den Oberhirten jetzt guter Rat teuer zu sein. Ob dies nur im übertragenen oder auch im wahren Sinn des Wortes gilt, sei dahingestellt. Fest steht, dass sich das Bistum mit Dirk Metz einen ausgebufften und gewiss nicht billigen Medienprofi ins Haus geholt hat.
"Krisenkommunikation" steht an dritter Stelle der Leistungspalette des Ex-Regierungssprechers von Roland Koch (CDU). In diesem Metier hätte Metz in Limburg derzeit alle Hände voll zu tun, doch das Engagement des 55-Jährigen ist nach Angaben der Beteiligten ausschließlich auf das umstrittene Bauprojekt am Dom beschränkt.
[…] Bezahlt wird der ehemalige Staatssekretär aus dem Etat der Abteilung für Information und Öffentlichkeit des Bistums. [… ]
Vielleicht gibt er den Verantwortlichen des Bistums ja auch ohne offizielles Mandat ein paar Tipps für einen geschickteren Auftritt in der Öffentlichkeit? Dass der Bischof in vielen Situationen schlecht beraten war, steht außer Frage. Ob er "beratungsresistent" ist, wie manche behaupten, ist eine andere.

Einen fähigen Mann hat sich Tebartz-van-Elst ausgesucht: 
Dirk Metz; CDU-Urgestein und ultrakonservativer Einflüsterer der Ministerpräsidenten Roland Koch und Stefan Mappus.

Als Berater der beiden häßlichsten Männer CDU vollbrachte Metz GROSSARTIGES!

Beide CDU-MPs sind ja bekanntlich als beliebteste Ministerpräsidenten Europas in die Geschichte eingegangen!!!!

Welcher Hesse würde sich nicht noch ein paar "Jüdische Vermächtnisse" à la Roland Koch wünschen?

Und welcher Baden Württemberger sehnt sich nicht Mappus zurück, damit dieser noch ein paar geniale Energie-Deals für das Land aushandeln kann?

Der Limburger Luxusflug-Schlamassel, bei dem sich Tebartz-van-Elst spektakulär in Lügen verstrickte, wäre vermutlich nicht passiert, wenn Metz ihm schon länger gedient hätte.

Erster Klasse geflogen wäre der Goldene Hirte zwar auch unter Metz - aber zugegeben hätte er nichts.

Wie man mit heiklen finanziellen Angelegenheiten umgeht, hatte Metz zuletzt als Spindoktor des rechtesten CDU-Ministerpräsidenten Stefan Mappus gezeigt:

Schreddern.
Die Methode Verfassungsschutz. Wenn etwas katastrophal schiefgeht, gilt es als erstes die Beweise zu vernichten.

Delikates Detail zum EnBW-Deal: Nach seiner Abwahl im Frühjahr 2011 ließ Stefan Mappus die Festplatte seines Arbeitscomputers ausbauen und zerstören. Wichtige Daten zum umstrittenen Kauf des Energiekonzerns gingen so verloren.  […]
Der SPD-Obmann im EnBW-Untersuchungsausschuss, Andreas Storch, nannte die Aktion dagegen ein "weiteres Puzzleteil in der Geschichte des Täuschens und Vertuschens" des im Vorjahr abgewählten CDU-Regierungschefs: "Nur wer ein schlechtes Gewissen hat, lässt seine Festplatte ausbauen und vernichten." Normal wäre gewesen, lediglich private Korrespondenz zu löschen.
[…] Die Staatsanwaltschaft ermittelt mittlerweile gegen Mappus im Zusammenhang mit dem Geschäft wegen Untreue. Dazu hatten die Ermittler unter anderem dessen Wohnhaus in Pforzheim sowie zahlreiche Geschäftsräume auch von Beratern durchsucht.

Für Konservative kann es also unangenehm werden, wenn die Staatsanwaltschaft erst mal loslegt. 
Da ist die Zerstörung der Festplatten erste Grundregel, um aus dem Gefängnis freizukommen.

Auch Kohl ließ das halbe Kanzleramt schreddern, bevor er 1998 die Schlüssel an Gerd Schröder übergeben mußte.

So macht man das. 

Ich bin mir sicher, daß in Limburg noch viel zu schreddern ist.

Donnerstag, 23. August 2012

Andere Mütter haben auch schöne Töchter.



Deutschland kann stolz auf seine Bischöfe sein.

Chefethiker Bischof Wolfgang Huber zeigte sich eben noch beleidigt, daß er nicht Bundespräsident geworden ist und stattdessen der rangniedere Ostzonale Gauck (ein einfacher Pfarrer!) den Job bekam.
Heute trat Huber als Mitglied des Bundesethikrates an die Öffentlichkeit und erklärte was er von der Priorität des Kindeswohl hält:
Nämlich nichts.
Eine Prozedur, wie der Genitalverstümmelung, bei der allein in den USA jährlich 100 Babies sterben sei zumutbar:


Der schönste Bischof Deutschlands wiederum, Limburgs katholischer Tebartz-van-Elst hat unterdessen ein echtes Wunder zu vermelden.
Das Upgrade-Wunder von Bangalore!

Bischof Tebartz-van Elst ist erster Klasse nach Indien geflogen. Mit den Vorwürfen konfrontiert, leugnete er den Luxus zunächst mit Hilfe seiner Anwälte. Nur Stück für Stück räumte er die Fakten ein. Zurück bleibt der Eindruck: Mit der Wahrheit nimmt es der Geistliche offenbar nicht so genau.
[….]  Katharina Kasper von den "Armen Dienstmägden Jesu Christi" aus seinem Bistum zu einer Heiligen ernennen zu lassen, ist ein derzeitiges Lieblingsprojekt des Bischofs. Dafür mag es Bonuspunkte beim Papst geben.
War es aber dazu nötig, erster Klasse nach Indien zu fliegen? "Nein, wir sind nicht erster Klasse geflogen, sondern Business-Klasse!"
Ist ein Bischof, der die Moral der Kirche vertritt, der Wahrheit nicht besonders verpflichtet? Der Limburger Bischof bekommt die Fragen zur Reise noch einmal über seine Pressestelle schriftlich zugesandt. Die Antworten aber kommen nicht von der Pressestelle, sondern von einer Anwaltskanzlei in Frankfurt am Main. Sie umfassen zehn Seiten und unter anderem auch eine strafbewehrte Unterlassungserklärung zu fünf Punkten. Es dürfe unter anderem nicht mehr in der Öffentlichkeit verbreitet werden: "Herr Bischof Dr. Tebartz-van Elst ist erste Klasse mit dem Flugzeug nach Indien geflogen."
Beigefügt war eine Rechnung für die anwaltliche Abmahnung über 1890,91 Euro. Zum Punkt Fliegerei lautete die Begründung der Anwälte, die Bischof Tebartz-van Elst beauftragt hatte: "Diese Behauptung ist unwahr." Der Mandant sei "Business geflogen".
Es folgt eine weitere schriftliche Nachfrage. Die Business-Class unterscheidet sich bereits erheblich von der Standard-Klasse, dort ist bequemes Reisen und Schlafen bei Langstrecken recht gut möglich. Im Jumbo-Jet nach Indien gibt es darüber hinaus aber noch die erste Klasse. Sie befindet sich im Oberdeck, ist allein über eine Treppe zu erreichen und hat nur acht Plätze. Die Gäste dort genießen eine besondere Betreuung und besonders viel Luxus.
Einen Tag später sind der Anwaltsbrief, die Unterlassung, die hohe Rechnung Schnee von gestern. Plötzlich gilt eine neue Wahrheit. Ja, doch, die beiden Herren saßen in der ersten Klasse, ermöglicht durch eine Art Upgrade-Wunder, lässt der Bischof durch seinen Anwalt ausrichten.

Auch die bayerischen Kollegen Bischof Schraml (Passau) und Bischof Schick (Bamberg) beweisen in jüngster Zeit ihr Comedy-Potential.

Aber dies ist eine Zeit, in der man nicht immer durch die nationale Brille sehen sollte. 
Wir müssen gute Europäer sein und daher möchte ich zumindest ein paar französische Kollegen erwähnen.
Die Mutter Kirche westlich des Rheins hat auch wunderbare Oberhirten zu bieten. 
Homoperversion können sie auch nicht leiden und so besannen sie sich auf „ihr stärkste Waffe“, das Gebet:

Die Diskussion klingt nicht mehr ab, seit der Pariser Kardinal und Erzbischof André Vingt-Trois zum Fest Mariä Himmelfahrt in der vergangenen Woche unter anderem dafür beten ließ, dass es den Kindern fortan erspart bleibe, bloß 'Wunsch- und Konfliktobjekt der Erwachsenen zu sein'. Vielmehr sollten sie 'in den Genuss der Liebe eines Vaters und einer Mutter' kommen. Das sei katholische Stimmungsmache gegen die Homosexuellen, hieß es in Frankreich sofort. Und die Vereinigung 'Act up', ein Zusammenschluss von Homosexuellen, stellte einen Film ins Netz, in dem ein in Lust Schmachtender den Gebetstext rezitiert, im Untertitel aber sein angebliches Unterbewusstsein reden lässt - in der Art: dass den Seelsorgern doch das Monopol auf die Knabenliebe gesichert bleibe. Die Kirche sei es gewohnt, als Türvorlage gebraucht zu werden, auf der jeder seine dreckigen Schuhe abwische, antwortete der Erzbischof von Lyon, Philippe Barbarin, lakonisch.

Die Katholiken Frankreichs haben ein Problem, das ihre Kollegen in Amerika, Italien oder Polen so nicht kennen:
Ihre Ablehnung der Homo-Ehe wird von der Majorität der Franzosen NICHT geteilt. 
Schon seit 13 Jahren gibt es dort den  'Pacs' (Pacte civil de solidarité), der Schwulen und Lesben weitgehend die gleichen Rechte wie Heterosexuellen einräumt.

Die erstaunliche Konsequenz aus diesem Gesetz: 
Die Welt ist nicht eingestürzt, Armageddon trat nicht ein und noch nicht mal die Französischen Familien sind zerstört worden, wie es diese Woche die CDU-Staatssekretärin Katharina Reiche für Deutschland prophezeite.

In Frankreich fehlt lediglich das volle Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. 
Der mit großer Mehrheit gewählte neue Präsident Hollande hat dies versprochen und offenbar will das sozialistisch dominierte Parlament dies auch zügig umsetzen.
 Eine deutliche Mehrheit des Volkes ist ebenfalls dafür.

Die katholische Kirche Frankreich kämpft dafür umso heftiger gegen den elenden Humanismus. Menschenrechte lehnt Ratzingers Verein traditionell ab. Wäre ja noch schöner, wenn Frauen dieselben Rechte wie Männer hätten, oder es gar wagten zu verhüten. 

Der für seine spitze Sprache bekannte Lyoner Erzbischof Barbarin sprach von einem 'zivilisatorischen Wendepunkt' der Familie als Lebensform. Der Vorsitzende des zuständigen Pontifikalrats in Rom, Vincenzo Paglia, unterstützte die französischen Bischöfe: Wo alles sich um das Individuum drehe, werde das 'wir', wie es in der Familie gedeihe, infrage gestellt. In seinem Diözesanbrief hatte der Pariser Erzbischof noch vor seinem Himmelfahrtsgebet aufgerufen, dafür zu beten, dass die neue französische Regierung im Sinn des Gemeinwohls, nicht im Sinn von Einzelerwartungen entscheiden werde. Manche Pfarrer ignorierten stillschweigend diesen Gebetsaufruf. Andere wie der traditionalistische Lobbyverein 'Civitas', der in jüngster Zeit mit Kommandoaktionen gegen Theateraufführungen von sich reden gemacht hatte, betreiben offene Stimmungskampagnen gegen jede Form der Ehe unter Homosexuellen.

Wie schön, daß auch in einem so säkularisierten Land wie Frankreich die Katholische Kirche immer mal wieder deutlich in Erinnerung bringt, was von ihr zu halten ist:

Nämlich nichts!

Mittwoch, 22. August 2012

Der Christ des Tages Nr. LXV



Bei evangelischen Vollzeit-Christenfunktionärinnen, die auch noch „Petra“ mit Vornamen heißen, ist immer höchste Vorsicht geboten.

Skydaddy charakterisiert sie zutreffend als EKDemagogin.

Zur Christin des Tages Nr. 65 küre ich Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland Petra Bosse-Huber.





Auch Huber ist unter christlichen Aspekten ein sehr abstoßender Name - erinnert er doch an den Großlügner, selbsternannten Ethik-Lehrer der Nation und Sproß einer besonders braunen Familie Bischof Wolfgang Huber.


Petra Bosse-Huber, Jahrgang 1959 ist seit 1986 Pfarrerin und darüber hinaus Multifunktionärin.

Als Leiterin der Abteilung II „Theologie und Diakonie“ steht Petra Bosse-Huber einer Abteilung mit drei Dezernaten zu zentralen kirchlichen Aufgaben vor: „Theologie und Verkündigung“, „Diakonie und Gemeindeaufbau“ sowie „Seelsorge“. Darüber hinaus hat sie als Vizepräses die Aufgaben, Anliegen und Fragestellungen der gesamten rheinischen Kirche mit im Blick. Abteilungsleiterin ist die Theologin seit 2001, Vizepräses seit 2003.
 Über diese Ämter hinaus ist sie durch weitere Positionen im evangelischen Leben in Deutschland engagiert. Petra Bosse-Huber wirkt als Mitglied des Präsidiums beim Deutschen Evangelischen Kirchentag mit. Sie ist Vorsitzende des EKD-Beirats für Gottesdienstfragen, der die Kompetenzzentren für Qualität im Gottesdienst (Hildesheim) und für evangelische Predigtkultur (Wittenberg) begleitet.
 Ebenfalls für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist Petra Bosse-Huber Mitglied der Steuerungsgruppe des Reformprozesses sowie der Kammer für Theologie. Schließlich ist die Vizepräses Mitglied des Beirats für die Evangelische Seelsorge in der Bundeswehr.
 Außerdem engagiert sich die Vizepräses auf EKD-Ebene im ökumenischen und interreligiösen Gespräch, so ist im Gemeinsamen Ausschuss „Kirche und Judentum“ der EKD, der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschland (VELKD) und der Union Evangelischer Kirchen (UEK) sowie in der Kommission für den Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Da macht sich jemand ganz offenbar dafür warm Bischöfin zu werden.

Wie alle Christenfunktionäre betont Bosse-Huber, ihr sei die Seelsorge besonders wichtig, während sie aber in Wahrheit offensichtlich all ihre Zeit in Verwaltungsjobs und Selbstdarstellung steckt. 

Sie findet sich fabelhaft und ist so gut vernetzt, daß von ihr Zeitungskolumnen und Interviews erscheinen.

Die Betonung der Seelsorge ist eine der redundantesten Angaben jedes Karriere-Theologen. 
Ob sie nun Ratzinger oder Mixa oder Meisner heißen - sie können noch so offensichtlich KEINE Seelsorger sein; von keinem wird man jemals hören „Seelsorge ist mir persönlich nicht so wichtig“.

Vizepräses Bosse-Huber kolumniert unter anderem in der FR.

Ihr Hauptkampffeld ist die Präimplantationsdiagnostik PID.
Mediziner, die Erbkrankheiten erforschen und verhindern möchten, sind für die Christin des Tages Nr. 65 dubiose Typen, die Stimmung gegen Behinderte machen.

Obwohl in Deutschland die Behindertenrechtskonvention der UN gilt und inzwischen Maßnahmen zur Inklusion etwa im schulischen, beruflichen und kulturellen Bereich voran getrieben werden, gibt es auch eine gegenläufige Bewegung, die Familien ein Leben mit Kindern mit Behinderungen erschwert.  Immer lauter wird die gesellschaftliche Haltung artikuliert, dass ein Leben mit Behinderung vermieden werden kann und daher auch vermieden werden soll. Das führt schon jetzt dazu, dass Eltern, die sich für ein Kind mit „Down-Syndrom“ entscheiden oder die ohne Test von der Diagnose überrascht werden, unter Rechtfertigungsdruck kommen. Diese Haltung wird noch dominanter werden, wenn nicht nur Trisomie 21, sondern mit fortschreitender Entwicklung entsprechender Tests auch andere Chromosom-Störungen mit Bluttests schnell und einfach „routinemäßig“ getestet werden können.
Eine solche Haltung widerspricht in vielerlei Hinsicht christlichen Grundüberzeugungen. Das christliche Menschenbild ist nicht ausgerichtet an einem Ideal von Perfektion, das ohnehin menschlich nicht zu erreichen ist. […]
Der biblische Gedanke, dass der Mensch nach Gottes Bild geschaffen ist, schließt Menschen mit Behinderungen nicht aus – im Gegenteil! Das hat spannende Konsequenzen für unser Bild von Behinderung und für unser Bild von Gott. Zum christlichen Menschenbild gehört bei aller Wertschätzung des Individuums ganz zentral die Überzeugung, dass menschliches Leben immer in Gemeinschaft stattfindet. Im „Leib Christi“ gehören alle Glieder zusammen, die starken und die schwachen. Für mich ist das ein Maßstab für eine humane Gesellschaft. Eine Gesellschaft verkümmert, wenn sie nicht mehr eine Solidargemeinschaft von Stärkeren und Schwächeren sein kann und will.
Was für eine Gesellschaft wollen wir sein? Das ist für mich eine Kernfrage – auch in der Debatte um „vermeidbare“ Behinderungen wie zum Beispiel Trisomie 21.

Die Perfidie ist atemberaubend. 
Da kommt die Christin als Menschenfreundin daher, die für die Armen und Schwachen kämpft und unterstellt Medizinern etwas gegen Behinderte zu haben.

Kann Bosse-Huber wirklich so doof sein, daß sie den Unterschied zwischen KrankHEIT und KranEM nicht versteht?

Wer an Krebs erkrankt und mit aller Macht dagegen ankämpft, stellt sich doch gerade NICHT gegen den Kranken, sondern hilft ihm.

Die Unterscheidung zwischen Behinderung und Behinderten ist auch dem Grünen Bundestagsabgeordneten Markus Kurth zu schwierig
Auch er schreckte nicht davor zurück Michael Schmidt Salomon für den folgenden Satz scharf anzugreifen.

Kranke und Behinderte sollten mit allen Mitteln gefördert werden – Krankheit und Behinderung jedoch nicht! Ich halte diese Differenzierung nicht für „behindertenfeindlich“, sondern, ganz im Gegenteil, für „behindertenfreundlich“. Dies sage ich nicht nur als philosophischer Theoretiker, sondern auch ganz bewusst vor dem Hintergrund meiner eigenen praktischen Erfahrungen: Vor einigen Jahren arbeitete ich sehr intensiv mit einem „Förderverein für Familien mit chronisch kranken und schwerstbehinderten Kindern“ zusammen. Daher weiß ich, wie groß die Belastung dieser Familien ist. Die Gesellschaft lässt sie allzu häufig im Stich – ein Status quo, der auf keinen Fall hingenommen werden darf, worauf Peter Singer völlig zu Recht hingewiesen hat.

Der CDU-„Lebensschützer“ Hubert Hüppe überzog Schmidt-Salomons gbs mit einem Nazi-Vergleich.

Die Giordano-Bruno-Stiftung hat den Rücktritt des CDU-Politikers Hubert Hüppe vom Amt des Behinderten-Beauftragten der Bundesregierung gefordert. „Hüppes Versuch, die Verleihung des Ethik-Preises 2011 an die Initiatoren des Great Ape Projekts zu verhindern, zeugt sowohl von fehlender Sachkenntnis als auch von erschreckend geringer Achtung der Prinzipien einer offenen pluralen Gesellschaft!“, erklärte dazu gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon.

„Dass Hüppe behauptet, unser Preisträger Peter Singer würde behinderten Menschen das Lebensrecht absprechen, ist eine atemberaubende Diffamierung. Peter Singers Ethik in eine Verbindung mit Nazi-Gräueltaten zu bringen, ist nicht nur inhaltlich absurd, sondern angesichts der Tatsache, dass der Autor drei seiner vier jüdischen Großeltern in deutschen Konzentrationslagern verlor, eine Geschmacklosigkeit sondergleichen! Wir werden solche Rufmordkampagnen nicht hinnehmen! Sollte sich Hubert Hüppe für seine Entgleisungen nicht öffentlich entschuldigen, werden wir prüfen, ob wir nicht rechtliche Schritte gegen ihn einleiten können.“

Über ein Jahr später hat bei den Profi-Christen, wie es zu erwarten war, keinerlei Erkenntnisprozess eingesetzt.

Nachdem nun der Trisomie 21-Test vorliegt, schlagen sie wieder zu.

Lebensrecht Ungeborener werde infrage gestellt!
 Kirche kritisiert Down-Bluttest!
Die Evangelische Kirche im Rheinland sieht große Gefahren in dem neuen Bluttest für Schwangere auf das Down-Syndrom. "Leben mit Behinderung wird immer mehr zu einem Sonderfall, den es zu verhindern gilt, und dieser Test ist ein Baustein in dieser Entwicklung", sagte Vizepräses Petra Bosse-Huber.
"Letztlich wird damit das Lebensrecht der ungeborenen Kinder infrage gestellt", so Huber weiter. […] Der "Praena-Test" für Schwangere ist seit diesem Montag verfügbar. Anhand von 20 Milliliter Blut kann der Hersteller Lifecodexx bestimmen, ob das ungeborene Kind das Down-Syndrom aufweist. […]
Zu den Gegnern des Bluttests gehört auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU). Er hält den Test sogar für illegal und fordert eine gesellschaftliche Debatte: "Die Politik muss das Thema vorgeburtliche Untersuchungen grundsätzlich auf die Tagesordnung nehmen", sagte Hüppe. "Bei den vorgeburtlichen Untersuchungen hat sich ein Automatismus entwickelt, ohne dass nach dem Sinn gefragt wird."
Auch der Ethik-Experte der SPD-Fraktion, René Röspel, sieht den Bluttest kritisch: "Der ,Praena-Test' bringt uns in ein Dilemma." […] Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte, der Test sei kein Segen, sondern ein Fluch und ein weiterer Schritt zur Aussonderung behinderter Menschen.
(RP 22.08.12)

Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.