Dienstag, 24. Juli 2012

Der akzeptable Christ - Teil I



Neue Reihe.

Vorwort:

Wie Tammoxianer wissen sind organisierte Religiöse eine recht unangenehme Spezies.

Sie sind von einem ausgeprägten „Wir sind besser als die“-Gefühl durchdrungen, wähnen sich im Besitz einer überlegenen Moral, die ihnen erlaubt Dinge zu tun, die Ungläubige nicht dürfen.
Religioten sind denkfauler, verfügen über einen messbar niedrigeren IQ als Atheisten, sind generell deutlich schlechter über Religionen informiert, schlagen ihre Kinder häufiger, finden Folter akzeptabler und haben weniger Bedenken Kriege anzufangen. 
Gott ist ja auf ihrer Seite. Das erspart Denkprozesse und das Abwägen von Konsequenzen. Religiöse haben darüber hinaus die anmaßende Weltsicht ihre Moralvorstellungen wären universell. Das was sie für sich selbst ablehnen, soll auch für alle anderen gelten.

Gentechnisch gewonnene Krebsmedikamente, Sterbehilfe, Heirat zwischen zwei Männern, Sexualaufklärung, Kondome, Recht auf Schwangerschaftsunterbrechung - all diese biblisch verbotenen Dinge sollen auch die Atheisten nicht dürfen.
Dabei reichte es doch völlig aus, wenn sich die Religiösen selbst an diese Verbote hielten und die Humanisten machen ließen was sie wollen.

Wann immer humanistische Fortschritte erkämpft wurden, standen die Religio-Perversen auf der Bremse.

Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Rechtsstaat, Frauenemanzipation, Folterverbot, Abschaffung der Sklaverei, Abschaffung der Todesstrafe, Freiheit der Kunst, Abschaffung der Prügelstrafe, Tierrechte, Ächtung von Antisemitismus, Schwulenrechte, Abschaffung des Verbots gemischtrassiger Ehen, Abschaffung des Verbots gemischtkonfessioneller Ehen, Verbot von Vergewaltigungen in der Ehe, etc pp - all das mußte gegen den erbitterten Widerstand der Kirchen erkämpft werden.

Freidenker, Atheisten, Humanisten, Aufklärer, die die Grenzen des religiös oktroyierten Denkens überwanden, sind die interessanteren und angenehmeren Menschen.

Wer würde nicht lieber mit Freud, Nietzsche, Heinrich Heine, Richard Branson, Warren Buffet, Noam Chomsky, Bertrand Russell, Fichte, Voltaire, Dawkins, Darwin, Schmidt-Salomon, Hemingway, Gates, Bob Geldof, Christopher Hitchens, Arthur Miller, Gore Vidal, Nadine Gordimer, Björk, Dario Fo, Joaquin Phoenix, Howard Stern, Seneca, Epikur, George Bernard Shaw, Milan Kundera, Arundhati Roy, Rushdie, Simone Beauvoir, Katherine Hepburn, Nikolai Rimsky-Korsakov, Jodie Foster, James Joyce, Stanisław Lem, Primo Levi, Daniel Dennett, Michel Onfray, Albert Camus, Denis Diderot, Sartre, Gorbatschow und Sam Harris die Ewigkeit verbringen, statt mit lauter frommen Bischöfen und ihren Messdienern im Himmel Harfe zu spielen?

2012 fällt es einem allerdings vergleichsweise leicht Abstand von jüdischen, islamischen oder christlichen Denkschablonen zu nehmen.
Wir haben Vorbilder und die weltliche Macht der Kirchen ist zumindest in Nordeuropa deutlich gesunken.
Für Voltaire war es ungleich schwieriger. 
Die Konsequenzen seines freien Denkens bedeute für ihn sein halbes Leben auf der Flucht zu sein.
Der absolute französische König hätte ihn nur zu gerne umgebracht.

Für die Menschen in früheren Jahrhunderten ohne freie Tageszeitungen, ohne Internet und mit einem von der Inquisition durchgesetzten Index der verbotenen Bücher war es ein ungleich größerer und ungeheuerlicherer Schritt sich vom religiösen Weltbild zu lösen.

Selbst wenn man mit eigenen Augen sah, was nicht sein durfte und dies schriftlich festhielt, durfte man oftmals nicht wagen diese Erkenntnisse zu teilen. 
Eine der wenigen Ausnahmen war Spanien unter Maurischer Herrschaft.

Wer forschte, tüftelte, las, lief Gefahr, auf dem Scheiterhaufen zu landen. Als in Mitteleuropa während der Aufklärung die Naturwissenschaft erblühten, stritten sich spanische Gelehrte darüber, ob Engel beim Fliegen Seelen transportieren können. 

Unglücklicherweise haben die vielen Jahrhunderte offensiver Christlicher Verblödung dazu geführt, daß auch mit abnehmender weltlicher Macht der destruktiven Christen die Schere im Kopf bestehen blieb.
Der Biologe George Murray Levick (1876-1956) hockte von 1910 bis 1913 mit der berühmten Scott-Expedition in der Antarktis fest und beobachtete mit äußerster Akribie Adélie-Pinguine. 
Was er dort lernte gefiel dem im Viktorianischen England geprägten Gentleman so wenig, daß er seine Beobachtungen zur Sicherheit nur in Griechisch aufschrieb und verfügte, die anrüchigen Teile dürften nicht veröffentlicht werden. Als "verdorbenes Verhalten verbrecherischer Vögel“ deutete er das Gesehene.

Bedeutende Denker blieben mitunter Christen, weil die Barriere zum Ungläubigen zu werden in ihrer Zeit unüberwindbar schien.
Religiöse können aber prinzipiell dennoch gute Menschen sein.
In lockerer Folge möchte ich einige von ihnen würdigen.

Der akzeptable Christ - Teil I

Der Portugise Marquês de Pombal (* 13. Mai 1699 in Lissabon; † 8. Mai 1782) wurde als Sebastião José de Carvalho e Mello geboren.

Pombal studierte an der Universität Coimbra. 1738 wurde er portugiesischer Botschafter in London, sieben Jahre später portugiesischer Gesandter in Wien. 1750 wurde er vom König José I. zum Außenminister ernannt.
(Wiki)

Der akzeptable Christ Nr 1 hatte einen sehr wachen Geist, sog die Erkenntnisse der beginnenden Aufklärung ein, war aber auch klug genug, um es im katholischsten Land des damaligen Europas zum Ersten Minister des Königs zu bringen.

Portugal war damals eine Enklave der Seligkeit. 
Durch die Ausbeutung der Kolonien verfügte man über nahezu unendliche finanzielle Mittel und das Volk bildete eine katholisch-homogene Einheit hinter dem Königshaus.

Die Emissäre des Vatikans, die Inquisition hatte das Volk fest im Griff.
 Man glaubte den Klerikern uneingeschränkt und ergab sich willig in die absolute Tyrannei der Katholischen Kirche.

Die Zäsur geschah am Vormittag des 1. November 1755, als ein gewaltiges Erdbeben fast die gesamte prächtige Hauptstadt Lissabon zerstörte. 
Es handelte sich vermutlich um ein Richterskala-Neun-Beben mit einem Epizentrum im Atlantik vor der Portugiesischen Küste. 
Möglicherweise starben in den gewaltigen Verwüstungen und Feuerstürmen an die 100.000 der 275.000 Einwohner Lissabons.

Etwa 85 Prozent aller Gebäude Lissabons wurden zerstört, darunter die berühmten königlichen Paläste und Bibliotheken, die brillante Beispiele der manuelinischen Architektur des 16. Jahrhunderts waren. Was das Beben nicht zerstörte, fiel den Flammen zum Opfer, etwa ein erst kurz zuvor eröffnetes großes Opernhaus. Der königliche Palast am Tejo-Ufer, auf der heutigen Praça do Comércio, wurde ebenfalls zerstört, und mit ihm die riesige Staatsbibliothek mit über 70.000 Büchern und unwiederbringlichen Malereien von Tizian, Rubens und Correggio. Auch die Aufzeichnungen von den Expeditionen Vasco da Gamas und anderer Seefahrer gingen verloren.
Das Erdbeben zerstörte auch fast alle Kirchenbauten von Lissabon, besonders die Kathedrale Santa Maria, die Basiliken von São Paulo, Santa Catarina und São Vicente de Fora, aber auch die Kirche Igreja da Misericórdia. Das Hospital Real de Todos os Santos (königliches Allerheiligenhospital) verbrannte in der anschließenden Feuersbrunst, wobei auch Hunderte der Patienten umkamen.
(Wiki)

Die allmächtigen Kleriker, insbesondere Jesuiten, hatten keine wissenschaftliche Erklärung. 
Sie drohten den verzweifelten Menschen. 
Gott habe Feuer und Flut geschickt um das sündhafte Leben der Lissabonner zu strafen. 
Sie gaben sogar explizit Anweisungen nicht bei den Rettungsarbeiten und am Wiederaufbau teilzunehmen, sondern in die Kirchen zu kommen und dort zu beten. 
Nur Gebete könnten Gott besänftigen.

Von den Geistlichen in die brennenden Gotteshäuser getrieben, starben weitere Tausende.

Wie konnte das ausgerechnet im frommen Portugal passieren? 
Es herrschte Lähmung.
 Nur der Premierminister Sebastião de Mello, der spätere Marquês de Pombal, behielt einen klaren Kopf und organisierte in vorbildlicher Weise Rettungsmaßnahmen und den Wiederaufbau.

Dabei geriet er heftig mit aufs Beten versessenen Kirchenführern aneinander. 
Einer der berühmtesten Prediger war der italienische Jesuit Gabriel Malagrida (*1689, Menaggio — September 1761, São Nicolau). 
Er hatte 28 Jahre in Brasilien als Missionar die Menschen heimgesucht und lebte ab 1749 mit Unterbrechungen in Lissabon. 
Als Vertrauter des Königspaares gewann er enormen Einfluss auf das Land. Er diente zwei Königen als Beichtvater.  
 Die Regentschaft des Sohnes von Johann V., König Joseph I. (1750 - 1777), überlebten weder Malagrida, noch sein Orden.

Der Jesuit hatte stets mit Verboten und Strafen argumentiert. 
Wissenschaft war Teufelszeug.
Die weltberühmte Encyclopédie des Denis Diderot, die 1750 nach jahrzehnterlanger Arbeit und Kirchlichen Repressalien mit ihren fast 61. 000 Artikeln erschien, wurde auf Druck des Jesuitenordens 1759 von Papst Clemens XIII. auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt und öffentlich verbrannt.

Unser Titelheld Marquês de Pombal nutze das totale moralische Versagen der Katholischen Kirche in der Post-Erdbebenzeit und griff hart durch. 
Ebenfalls im Jahr 1759 wurde der Jesuitenorden in Portugal und Brasilien aufgelöst. Pombal erhielt im gleichen Jahr vom König für sein Wirken nach dem Erdbeben den Titel „Conde de Oeiras“. 

Der Erste Minister des Königs wurde auch den Beichtvater des Königs los, indem er ihn 1761 hinrichten ließ.

Im Zuge des großen Aufräumens erschuf Pombal Gewaltiges. 
Er ließ die ersten etwas erdbebensicheren Gebäude bauen, schuf mit normierten Elementen eine Art sozialen Wohnungsbau und widmete den Bürgern und NICHT DER KIRCHE öffentliche Plätze zum Flanieren.
 Er fühlte sich so sehr der Aufklärung verpflichtet, daß er gegen den heftigen Widerstand der Katholiken 1761 die Sklaverei in Portugal und in den indischen Kolonialgebieten abschaffte.
 Pombal entriss der Kirche das Recht auf Zensur und stellte völlige rechtliche Gleichheit zwischen getauften Juden und den sogenannten „Alt-Christen“ her. 

Schulen und naturwissenschaftliche Fakultäten entstanden, all das von Papst und Kirche verbotene Wissen sollte zugänglich gemacht werden.

Der Marquês de Pombal warf die Römische Inquisition aus dem Land und gestand sogar den zuvor von Gabriel Malagrida SJ missionierten Indianern Brasiliens Rechte zu. 

Der Königliche Beichtvater erlebte es nicht mehr. 

Ich gratuliere Pombal heute noch dafür, daß er Malagrida und seinen katholischen Orden zur Hölle schickte.

Katholische Quellen sehen die Geschichte freilich ein bißchen anders.

„Dem König malte Pombal das Gespenst eines Aufstands vor Augen, der angeblich von den Jesuiten geschürt würde. Es nützte nichts, daß Malagrida zusammen mit seinen Mitbrüdern sich während der Katastrophe heldenhaft der notleidenden Bevölkerung angenommen hatte. Der König gab Pombal freie Hand, und so kam es, dass Malagrida auf den Tag genau ein Jahr nach dem Erdbeben nach Setubal, südlich von Lissabon, verbannt wurde.
Diese Verbannung war nur der erste Schritt auf dem Leidensweg, der nun folgen sollte. Am 19. September 1757 verbannte Pombal Pater Moreira SJ, den Beichtvater des Königs, und die übrigen Jesuiten vom königlichen Hof.
[…]   Am 11. Januar 1759 wurde [..] Malagrida mit neun weiteren Jesuiten verhaftet. […]     Sechs Tage später erwirkte Pombal vom König ein Dekret, das alle Jesuiten in ganz Portugal ihres Besitzes enteignete und die militärische Bewachung in ihren Häusern, die sie nicht verlassen durften, anordnete. Am 3. September 1759 verfügte ein Edikt ihre Deportation. Unter den entwürdigendsten Umständen wurden sie auf Schiffen außer Landes gebracht. Die meisten kamen nach Italien. Ein Teil von ihnen starb unterwegs, andere waren dem Hungertode nahe. 1700 Jesuiten in Portugal waren davon betroffen, weitere 900 in den portugiesischen Missionen. Die Zerstörung der Missionen und die schlechtere Rechtsstellung, die Pombal den Indianern bescherte, öffnete ihrer Ausbeutung Tür und Tor.“

Mir kommen die Tränen.





„In letzter Zeit war die Leistungsbilanz Gottes, was die Juden anbelangt nicht gerade überwältigend." 
Er könne nicht zugleich allmächtig und gerecht sein - denn wäre er es, hätte er Ausschwitz nicht zugelassen. Doch offensichtlich konnte er es nicht verhindern.
Und was ist wenn es einen Gott gibt, der Ausschwitz verhindern wollte, aber nicht konnte?

Auch dazu hat Bauer eine einfache Antwort: 
„Ein armer Kerl, der Unterstützung braucht, der sich seine Stärke von uns holen muß - einen solchen Gott brauche ich nicht!“

Montag, 23. Juli 2012

Lügner.




Es schickt sich nicht einen Politiker der Lüge zu bezichtigen. 
Das hat irgendwas archaisches, geht tief unter die Gürtellinie.
Will man einem aktiven Politiker das höchst zulässige Maß der Missbilligung bescheinigen, betont man nach einer Entschuldigungsfloskel („ich muß Ihnen leider sagen..“, „wenn Sie es so ausdrücken, dann…“) jemand spräche die „Unwahrheit“!

Dieser Terminus ist etwas höflicher, da er anders als „Lüge“ auch bedeuten kann, daß man einem Irrtum aufsitzt, einige Fakten nicht kennt oder versehentlich falsche Zusammenhänge herstellt.

Lüge hingegen ist absichtsvolles, bewusstes Täuschen.

Weder „Lüge“ noch „Unwahrheit“ sind die politischen Antonyme zum Begriff „Ehrlichkeit.“

Man kann und MUSS sogar manchmal als Politiker nicht die ganze Wahrheit sagen. Wer nicht immer alles sagt, kann dennoch als ehrlicher Politiker gelten.  
Aber was man sagt, muß stimmen.

Natürlich gibt es Grauzonen in der Diplomatie.
So war es von mindestens vier Bundeskanzlern gewünscht dem Staat Israel U-Boote zu liefern, um die Sicherheit des Mini-Landes zu garantieren. 
Es wäre aber illegal wissentlich zur Proliferation von Atom-Waffen beizutragen.
 Keine Bundesregierung darf einem Atomstaat (außer den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates) ein Waffensystem liefern, auf dem Atomsprengköpfe stationiert werden. Offiziell ist Israel keine Atommacht - aber der Besitz solcher Massenvernichtungswaffen wird auch nicht dementiert.
Vor einer U-Boot-Lieferung an Israel könnte man in Jerusalem anrufen und fragen, ob ausgeschlossen werden könne, daß Atomsprengköpfe auf der "Dolphin"-Klasse montiert werden.
Man tut das aber nicht und mogelt sich drumherum.

Der ehemalige israelische Botschafter in Berlin, Avi Primor, sagte im ZDF zu dem U-Boot-Deal: "Die Deutschen haben immer so getan, als hätten sie es nie verstanden und nie gewusst." Die Bundesregierung habe das Thema öffentlich totgeschwiegen. "Und ich spreche jetzt von der höchsten Ebene in der Bundesregierung, mit der ich einen regelmäßigen Kontakt hatte", ergänzte Primor.
Eine Erklärung dafür deutet Karsten Voigt, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter und Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit, ebenfalls im ZDF an. "Wenn wir danach gefragt hätten, wäre das Schlimmste gewesen, wenn die Israelis uns eine ehrliche Antwort gegeben hätten", so Voigt. "Wenn sie ehrlich geantwortet hätten und gesagt hätten: Eure Lieferung von konventionell betriebenen U-Booten wird von uns im Rahmen unserer Nuklearstrategie benutzt, dann hätten natürlich die deutschen Regierungen sich da öffentlich legitimieren müssen."

Ein bißchen Unwahrheit kann also durchaus wünschenswert sein.

In letzter Zeit erleben wir mehr und mehr Fälle von echten politischen Lügen.
Volker Beck zum Beispiel kann nach dem massiven Informationszufluss der letzten drei Wochen nicht mehr auf Unwissenheit und Versehen pochen, wenn er Wahrheitswidriges im Bundestag behauptet.

Er ist ein klassischer Lügner.

„In den USA, wo die Beschneidung übliche Praxis ist, sterben mehr Jungen an der Zirkumzision als am plötzlichen Kindstod. Ganz zu schweigen von den 1.000 schwer verletzten Jungen, die jedes Jahr in den USA ihre ganze Eichel verlieren. Beschneidung ist richtig gefährlich – auch dann, wenn sie angeblich kunstgerecht durchgeführt wird.“
(Christian Bahls)

„Bei der Abwägung muss auch die Bedeutung des Eingriffs bewertet werden. Er ist in der Tat irreversibel, aber doch vergleichsweise gering – eine gesundheitliche Schädigung ist nicht die Folge..“
(Bundestagsrede von Volker Beck, 19.07.2012)

Beschnittene Männer berichten in Psychotherapien darüber, dass sie unter dem Gefühl leiden, es sei ihnen ohne ihr Einverständnis etwas weggenommen worden. In der Tat hat die Vorhaut wichtige erotische Funktionen: Sie erleichtert die Penetration und erhält die sexuelle Erregbarkeit. […] Die Entfernung der Vorhaut von Säuglingen ist buchstäblich einschneidender als die von Erwachsenen oder älteren Kindern. Da Vorhaut und Eichel bei fast allen Neugeborenen noch fest verwachsen sind, ähnlich wie Fingernägel mit dem Nagelbett, müssen diese beiden Strukturen zunächst einmal auseinandergerissen werden. Danach wird - je nach Methode - die Vorhaut längs abgeklemmt und eingeschnitten, mit einem Beschneidungsinstrument rundum für mehrere Minuten gequetscht und schließlich mit einem Skalpell amputiert. Die gesamte Operation dauert bis zu zwanzig Minuten. Obwohl in medizinischen Studien bewiesen wurde, dass die Neugeborenen extreme Schmerzen erleiden, ist eine adäquate Betäubung auch heute noch eher die Ausnahme als die Regel.
(Prof. Wolfgang Schmidbauer)

Ein Vollblutlügner ist auch der Finanzminister Wolfgang Schäuble, der immerhin am Rednerpult des Bundestages auf die direkte Frage Christian Ströbeles, ob er denn jemals einen Koffer voll Geld angenommen hätte, verneinte.
Dabei hatte er einen Aktenkoffer mit 100.000 DM in bar angenommen.

Verteidigungsminister von und zu Guttenberg tischte uns gleich einen ganzen Berg Lügen auf. "Meine Dissertation ist kein Plagiat!"

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ist ebenfalls öffentlich der Lüge überführt, nachdem er behauptete sein Haus habe nicht einseitige Auszüge seiner Islamstudie vorher an die BILD-Zeitung durchgestochen.


Das öffentliche Lügen ist weit verbreitet und schadet dem Ansehen kaum.

 Auch Helmut Kohl, der immerwiedergewählte ewige Kanzler wurde im Flick-Untersuchungsausschuss bei groben Lügen ertappt. (Geißler entschuldigte es später mit einem "Blackout")

 Ministerpräsident Koch log dutzendfach sein Volk über die schwarzen CDU-Kassen an und wurde wiedergewählt.

Selbstverständlich ist auch Angela Merkel eine vielfach überführte Lügnerin. 
Dazu gehören nicht nur falsche Versprechen, die sie immer wieder bricht (kein Atomaussteig, Beibehalten der Wehrpflicht, keine Umschuldung Griechenlands, keine deutschen Haftung für Schulden anderer Länder, etc pp), sondern auch faustdicke Gemeinheiten wie ihre gespielte Empörung über die geringere Arbeitszeit und den längeren Urlaub der Griechen. 
Dabei ist das Gegenteil der Fall.

In die Reihe der Regierungsmitglieder, die nun öffentlich der Lüge bezichtigt werden, gehört nun auch der Vizekanzler.

Keine Woche, in der man „Fipsi dreht durch“ nicht wiederholen möchte!

Die arme kleine Witzfigur wird selbst in der eigenen Fraktion und Partei nur noch als Kuriosum und Auslaufmodell betrachtet.
 Wie ein kleiner Junge mit schwerem ADHS haut er nun in immer kürzerer Frequenz irgendwelchen Unsinn raus - in der Hoffnung, daß ihm endlich mal einer zuhört.

Letzte Woche wollte er die wenigen noch bestehenden Waffenexporteinschränkungen aufheben, diese Woche heizt er im Plauderton die internationalen Finanzmarktspekulationen an, indem er Griechenland zum Abschuß freigibt. 
Als Folge wird es noch schwieriger für die klammen Länder Kredite zu bekommen, ihre Zinslast steigt und der bürgende deutsche Steuerzahler sitzt noch mehr in der Patsche.

Selbst seine Parteifreunde sind fassungslos über so viel Doofheit.

Er sei "mehr als skeptisch", dass Athen die harten Sparauflagen noch erfüllen könnte, hatte der Wirtschaftsminister erklärt. Und: Der Gedanke an einen Euro-Austritt der Griechen habe für ihn "seinen Schrecken verloren". Die Reaktionen in der FDP reichen bis zum Vorwurf der "Unprofessionalität". An den Finanzmärkten sorgte die Angst um die Krisenländer Griechenland und Spanien für Kursverluste.  Nun bemühen sich die Liberalen, die Aussagen ihres Parteichefs zu entschärfen. Der für Europa zuständige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Link, sagte am Montag in Brüssel, ein Ausscheiden des Landes aus dem Währungsraum dürfe nicht herbeigeredet werden. Position der Bundesregierung sei, dass kein Land herausgedrängt werden dürfe.
Weniger diplomatisch äußerte sich der liberale Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis. Das "Ausmaß an Unprofessionalität" der Rösler-Äußerungen erstaune ihn und überrasche in ganz Europa. […]
"Wenn Philipp Rösler in einer solchen Situation den Daumen schon nach unten senkt, frage ich mich: Auf welchem Planet lebt er?", sagte der griechischstämmige Politiker Chatzimarkakis der "Saarbrücker Zeitung". Von der Bundesregierung forderte er, Griechenland angesichts einer Rezession mehr Zeit für seine Reformen zu geben.
Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, nannte die Äußerungen von Rösler angesichts der Probleme Spaniens und Italiens "grob fahrlässig". Rösler zeige damit, "dass er leider immer noch nicht die Euro-Krise verstanden hat", bemängelte Horn gegenüber dem "Handelsblatt".
[…] Der Euro-Kurs sank am Montag auf den tiefsten Stand seit Juni 2010. Die Leitindizes an den Börsen in Madrid und Mailand gaben zeitweise um mehr als fünf Prozent nach. Die Kurse an der Börse in Athen rutschten um mehr als sechs Prozent ab. Auch der Dax schwächelte am Montag deutlich, er verlor mehr als drei Prozent.

Doofheit wäre eigentlich zu verzeihen.
 Aber Rösler ist auch noch ein Lügner.

Grünen-Fraktionschef Trittin fährt schwere Geschütze gegen Wirtschaftsminister Rösler auf: "Die Wahrheit ist: Herr Rösler lügt". Hintergrund ist die Debatte um die Vergemeinschaftung von Schulden. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin wirft Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in der Schuldenkrise Unaufrichtigkeit vor.   "Die Wahrheit ist: Herr Rösler lügt", sagte Trittin am Montag im Deutschlandfunk zur Aussage Röslers, es dürfe keine Vergemeinschaftung europäischer Schulden geben. Deutschland hafte bereits jetzt für andere Staaten, sagte Trittin.
Er kritisierte auch Aussagen von Rösler und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt zu einem möglichen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone.
"Es nützt überhaupt nichts, hysterisch durch die Sommerpause zu hüpfen und immer das zu fordern, was man schon vor der Sommerpause gefordert hat", sagte der Grünen-Fraktionschef.
 (Welt.de 23.07.12)

Sonntag, 22. Juli 2012

Frust!


Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Alles ist scheiße. Ich bin deprimiert. Das Wetter nervt. Der massive Religiotismus macht sich breit. Die Chefin der schlechtesten Regierung aller Zeiten wird vom Urnenpöbel vergöttert. In Amerika sind alle wahnsinnig. Meine Partei wird jeden Tag jämmerlicher. Grüne LGBT-Aktivisten laufen zu den Fundis über. Ich habe keine Lust zu kochen und außerdem versetzte die Lottofee mir gestern auch wieder einen Tiefschlag.

Ich weiß gar nicht wieso ich einen amerikanischen Pass habe. Was habe ich mit dieser Gaga-Nation am Hut? Im kollektiven Waffenwahn erschießen sie sich gegenseitig. 

30.000 Tote durch Schusswaffen gibt es jedes Jahr in den Vereinigten Staaten.
Obama hat das einst gestört. Als Präsident aber knickte er sogleich vor der Waffenlobby ein.

Jährlich sterben etwa 30.000 Amerikaner an Schussverletzungen, weitere 70.000 werden durch Kugeln verwundet - Zahlen wie aus einem Kriegsgebiet.  Es ist daher kein Wunder, dass zu den letzten Aufrechten, die für schärfere Waffengesetze kämpfen, die Bürgermeister der Städte gehören, in denen dieser Krieg tobt. Dass Obama ihnen nicht hilft, mag notwendige Polit-Taktik sein - aber die Folge davon ist eine Tragödie.

100.000 Tote und Verletzte durch Kugeln.
Das macht 274 Niedergeschossene PRO TAG.
 Ich weiß also wirklich nicht was die heuchlerische Aufregung über die paar Abgeknallten bei der Batman-Premiere in Aurora soll.

Das Tolle an den Amis ist aber, daß sie nicht nur die offensichtlichen Ursachen für die ständigen Amokläufe und Morde ausblenden, sondern sogleich Alternativ-Erklärungen parat haben.

Schuld sind nämlich die liberalen Christen und die linken Medien. Das weiß beispielsweise Fred Jackson, der news director der American Family Association. 
Sie hätten Gott vertrieben und hielten sich nicht mehr an die Bibel. Die Toten wären ein Gottesurteil um die schwulenfreundlichen Kirchen zu strafen.
“sign of God’s judgment for the failings of the public education system and liberal, mainline Protestant churches that affirm gays and lesbians.”
Na klar. Das sehe ich ganz genauso.

Jackson: In the community there were community standards that reflected biblical principles, whether people knew it or not, the standard in the community was based on Scripture. In that short period of time, roughly forty years, we have seen such a transformation in values in our communities, whether it’s rural or whether it’s big city. I have to think that all of this, whether it’s the Hollywood movies, whether it’s what we see on the internets [sic], whether it’s liberal bias in the media, whether it’s our politicians changing public policy, I think all of those somehow have fit together—and I have to say also churches who are leaving the authority of Scripture and losing their fear of God—all of those things have seem to have come together to give us these kinds of incidents.
Newcombe: I think that’s so true. It’s as if we said to God, publicly or in the public arena, ‘get out, You’re not welcome here anymore’ and it’s as if God removed His protection from our land.
Jackson: I think the sources of this is [sic] multifaceted but you can put it all I think under the heading of rebellion to God, a rejection of the God of the Bible. I think along with an education system that has produced our lawyers, our politicians, more teachers, more professors, all of that sort of thing, is our churches, mainline churches. We’ve been dealing Teddy and I know the AFA Journal has been dealing with denominations that no longer believe in the God of the Bible, they no longer believe that Jesus is the only way of salvation, they teach that God is OK with homosexuality, this is just increasing more and more. It is mankind shaking its fist at the authority of God.
James: And God will not be silent when he’s mocked, and we need to remember that.
Jackson: We are seeing his judgment. You know, some people talk about ‘God’s judgment must be just around the corner,’ we are seeing it.

Ein anderer christlicher Kommentator fand eine andere Ursache für den Amoklauf von Colorado: Die Abtreibungen!

Beneath the euphemistic banner of “reproductive choice,” hundreds of women elect to have their own babies slaughtered in the womb daily. Children – those who dodged the abortion bullet anyway – aren’t stupid; they’re just young. From this, they can only deduce that, according to our culture, human life is cheap and meaningless.
So why are we surprised when people like the “Batman killer” act accordingly?
Indeed, in our perverse society, a woman exercising her “right to choose” death for her innocent child represents “courage,” while the Batman shooter’s “choice” to kill innocent moviegoers represents cowardice. And it is. They are both acts of cowardice. The only relevant difference is the victims’ age.

Rick Warren, der Mega-Pastor der Saddleback Church, welcher Obamas Amtseinführung geleitet hatte, präsentiert ebenfalls eine schlüssige Erklärung: Die satanische Evolutionslehre ist schuld. 

Der Kongressabgeordnete Louis Gohmert sah es ähnlich und befand den Säkularismus als ursächlich für das Batman-Massaker.

Warren blamed the shooting on the teaching of evolution in public science classes:

    “When students are taught they are no different from animals, they act like it.”

Warren who gave the invocation at President Barack Obama’s inauguration in 2009 joins company with Republican Rep. Louis Gohmert. Congressman Gohmert blamed the shooting on secularism stating:

    “People say... where was God in all of this? We've threatened high school graduation participations, if they use God's name, they're going to be jailed... I mean that kind of stuff. Where was God? What have we done with God? We don't want him around. I kind of like his protective hand being present.”

Aber diese Christen sind noch nicht einmal die Irrsten. 

Talk show host Alex Jones decided on releasing not one, but two videos where he proclaimed the events as a staged, premeditated government plot to turn the US into a police state.

Vielleicht sollte man froh sein, wenn der mutmaßliche nächste US-Präsident Mitt Romney sich thematisch auf andere Dinge konzentriert.

Wenn immer "MittBot" nämlich frei spricht - an Diner-Tischen, bei Q-and-A-Sessions - kommt Bizarres aus seinem Mund. Wie neulich in Michigan:
"Ein bisschen Geschichte: Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Ich liebe diesen Staat. Hier ist alles genau richtig. Die Bäume haben die richtige Höhe. Ich sehe die Seen gerne. Ich liebe die Seen. Es gibt hier etwas ganz Besonderes. Die Großen Seen, aber auch all die kleinen Seen... Ich liebe Autos. Als ich aufgewachsen bin, war ich total verliebt in Autos... Ich liebe Autos. Ich liebe amerikanische Autos. Mögen sie die Welt noch lange beherrschen!" […]
Romney versucht durchaus, dem Mensch in ihm Konturen zu geben. Deshalb redet er ständig vom Lieben. Doch statt Leidenschaft und Emphase, derer er offenbar nicht fähig ist, gelingen ihm nur pedantische Redundanz-Kaskaden, die ihn klingen lassen wie ein Navigationsgerät, das den Kontakt zum Satelliten verloren hat. Es ist ganz egal, ob es um Kuchen geht - "Ich liebe Kuchen. Es gibt fast keinen Kuchen, den ich nicht mag. Ich liebe Rhabarberkuchen. Ich liebe Kokosnuss-Kuchen und Bananencreme-Kuchen. Ich liebe guten Apfelkuchen, Kirschkuchen, Blaubeerkuchen. Ich mag ganz einfach Kuchen." - oder über die Nation: "Ich liebe dieses Land. Ich liebe, dass wir Chancen haben. Ich liebe Unternehmertum. Ich liebe sogar den Kapitalismus ... Ich liebe unsere Verfassung. Ich liebe alle Zusatzartikel, sogar den zehnten. Ich liebe die Hymnen unserer Nation." Romneys rhetorischem Autopilot gelingt es, das elementarste und banalste aller Wahlkampfstatements in unfreiwillige Selbstparodie zu verwandeln. "Die Körpersprache eines Pez-Männchens" rundet das befremdende Bild ab.

So einen Bizarro, der dem Waffenwahn frönt, die Steuern für Superreiche senken will, Krankenversicherung und Sozialleistungen abschaffen will und zudem Europa hasst wie die Pest, wünscht man sich doch ins Weiße Haus.

 Deutsche Konzerne sehen es ganz ähnlich und spenden kräftig, um den Multimillionär mit den Milliardärsfreunden zu puschen.

So unterstützen zum Beispiel die Deutsche Bank und der Versicherungskonzern Allianz den republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" am Sonntag unter Berufung auf Daten des Washingtoner Center for Responsive Politics (CRP). Demnach spendete die Bank 86.250 Dollar (rund 71.000 Euro) für Romneys Wahlkampf, die Allianz zahlte die Summe von 14.950 Dollar (rund 12.300 Euro). Offenbar erwarten die beiden deutschen Finanzkonzerne von dem früheren Investmentbanker Romney eine unternehmensfreundlichere Politik als von Präsident Barack Obama.
[…] Diesmal schlagen sich deutsche Unternehmen mehrheitlich auf die Seite der Republikaner. Das gilt auch für den Wahlkampf um die Mandate im Kongress. Größter Unterstützer der Republikaner ist demnach mit 261.000 Dollar Bayer, gefolgt von der Deutschen Telekom mit 193.500 Dollar.

Wer Kunde der Allianz, Deutschen Bank, Bayer oder der Telekom ist, sollte sich schleunigst einen anderen Anbieter suchen!

Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Samstag, 21. Juli 2012

Erbschaften.




Schwarze Ministerpräsidenten haben die Angewohnheit zu vergessen, daß sie die Gelder der Steuerzahler zu verwalten haben.
 Lieber betrachten sie das Privileg an der Kasse zu sitzen als gute Gelegenheit Freunden und Lobbyisten ordentlich Kohle rüberzuschieben. Das ist nicht schön.

Wesentlich unangenehmer sind aber die Fälle, in denen schwarze Regierungschefs sich im Größenwahn zu Höherem berufen fühlen und als fachfremde Milliardenjongleure dilettieren.

Der Haushalt Berlin dürfte auf Generationen ruiniert sein, nachdem die CDU-Politiker Diepgen und Landowsky das berüchtigte Desaster der Berliner Bankengesellschaft  einfädelten.

Ähnliche Milliardenfehlbeträge häuften die CSU-Aufsichtler bei der Bayerischen Landesbank an.

Ebenfalls einen zweistelligen Milliardenschaden zu Lasten des Steuerzahlers verursachte die Fahrlässigkeit der beiden CDU-Regierungschefs von Beust und Carstensen bei der HSH Nordbank.

Die Suppe auslöffeln müssen die inzwischen gewählten SPD-Regierungschefs Olaf Scholz in Hamburg und Torsten Albig in Kiel.

Damals hatte der schwarze Hamburger Bürgermeister Steinbrücks Verdikt kein mit Steuergeldern gepamperter Banker dürfe mehr als 500.000 Euro im Jahr verdienen ausdrücklich unterlaufen. 
Man vertraute „Dr. No“, er sei der einzige, der über genügend Fachwissen verfüge, um die HSH zu leiten. Dirk Jens Nonnenmacher mußte Dank seiner CDU-Freunde nie von siebenstellig auf sechsstellige Jahresgehälter abrüsten.

Nun wird ihm der Prozess gemacht.

Nonnenmacher und anderen Ex-Managern der HSH Nordbank werden Untreue und Bilanzfälschung vorgeworfen. Sie sollen mit einem umstrittenen Kreislaufgeschäft namens Omega 55 zum Jahresende 2007 hohe Millionenverluste ausgelöst haben. Die Staatsanwaltschaft hat im Januar Anklage erhoben.

Ole von Beust, der immerhin fast eine Dekade lang an der Spitze Hamburgs stand hatte natürlich noch mehr Gelegenheit seinen Nachfolgern faule Eier ins Nest zu legen.

 Seine bürgerfeindlichste und ökonomisch zweitkatastrophalste Aktion war sicherlich der „Verkauf“ der LBK (Landesbetrieb Krankenhaus) an den inzwischen zum Milliardär aufgestiegenen Asklepios-Eigner Bernard Broermann.
 Zwar hatten sich in einer Volksabstimmung ¾ der Hamburger gegen den Verkauf ausgesprochen, aber was kümmert einen CDU’ler schon die Demokratie?
In Wahrheit hatte CDU-Finanzsenator die wirtschaftlich gesunden Hamburger Krankenhäuser de facto verschenkt. 
Alle Personalkosten blieben in einem für die Stadt desaströs verhandelten Vertrag am Steuerzahler haften.

Dass die Rechnung im Kleinen nicht aufgeht, zeigt der Blick auf die sogenannten LBK-Rückkehrer. Um den immensen Protest der gewerkschaftlich gut organisierten Mitarbeiter gegen die Privatisierung zu mindern, hatte der CDU-Senat mit dem Käufer Asklepios vereinbart, dass die Beschäftigten in den öffentlichen Dienst zurückkehren können. […] Seit 2008 sind mehr als 150 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt in die Rückführungsaktion geflossen. Was macht eine Stadt mit Hunderten von Krankenpflegern und -pflegerinnen, wenn sie doch gerade ihre Krankenhäuser verkauft hat? Eben. Teure Umschulungen und Qualifizierungen sind nötig. Und zahlreiche befristete Einsätze und Projekte, um den Menschen Arbeit zu geben und sie nicht zu teuren Spaziergängern zu machen. 


Eine Altlast aus dem Verkauf des städtischen Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) an den Asklepios-Konzern macht dem Hamburger Senat mächtig zu schaffen. Von 1473 ehemaligen LBK-Mitarbeitern, die ihr Rückkehrrecht in den öffentlichen Dienst wahrnahmen, haben noch immer 442 Frauen und Männer keine unbefristete Stelle in der Verwaltung. Rechnet man kleinere Privatisierungsbereiche mit Rückkehrrecht für die Mitarbeiter hinzu wie etwa die frühere City-BKK, erhöht sich die Zahl der noch zu vermittelnden Staatsdiener auf 487.

Der CDU-Ministerpräsident von Baden Württemberg, den Angela Merkel persönlich (auf Druck der beleidigten Anette Schavan und Volker Kauder) ins Amt einsetzte hieß Stefan Mappus und sollte die zukünftige ganz große konservative Nummer der CDU werden. 
Merkel hatte soeben den Atomausstieg zurück genommen, klüngelte mit der Atomlobby, erklärte die Zusammenarbeit mit Grünen zum „Hirngespinst“ und betone die deutsche Leitkultur.