Sonntag, 1. Januar 2017

Impudenz des Jahres 2016



Und schon wieder einmal zeigt der Kalender einen „01.01“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Jahres zu küren.

Da kann es natürlich angesichts des neuen US-Präsidenten Trump nur einen geben, nämlich: Amerika.

Amerika, als die ganz große globale Enttäuschung des Jahres 2016 hat es zugelassen, diesen widerlichen, dummen, egomanen, verantwortungslosen Hetzer zum mächtigsten Mann der Welt werden zu lassen.

Einige ruhen sich schon darauf aus Trump als Minderheitenphänomen zu sehen, der durch eine extreme Verzerrung des Mehrheitswillens trotz des 3-Millionen-Stimmenrückstands auf Hillary Clinton US-Präsident werden konnte.


Aber das ist eine billige Ausrede.
63 Millionen Stimmen für Trump zeigen das kollektive kulturelle und moralische Versagen der gesamten Nation USA.



Ja, Trump lügt wie gedruckt, aber es gehören auch diejenigen dazu, die diese Lügen unwidersprochen stehen lassen, weiterverbreiten und so dazu beitragen, daß immer mehr Menschen dem dreckigen Hass auf den Leim gehen.




„Postfaktisch“ im Trumpschen Sinne, ist aber das was ich seit sechs Jahren als „Post Truth Era“ in Bezug auf die US-Republikaner benenne.
Willkürliche Lügen, um Wählerstimmen zu generieren, sind ein alter Hut. Mit Postfaktizität ist aber gemeint, daß man keine Mühe mehr aufwendet, um die Lüge zu tarnen, weil das Auditorium a) viel zu ungebildet ist die Lüge zu durchschauen und es b) so stark ideologisch verzerrt denkt, daß es denjenigen, die Lügen enttarnen ohnehin nicht glaubt.

Die Teaparty agiert schon seit der Präsidentschaft Obamas auf diese Weise.
Trump perfektionierte die Methode, indem er so massiv und kontinuierlich log, daß er damit nicht nur in seinem ureigenen rechts-rassistischen Biotop reüssierte.
Da ihm auf großer Bühne immer mit dem Vorwurf er sei ein Lügner begegnet wurde, wurden diese Klagen langweilig. Die „Mainstreammedien“ wollten nicht mehr wie eine Platte mit Sprung klingen. News-Sender können schließlich nicht immer alte Hüte verkaufen.
Man sendete fürderhin Trump im O-Ton und ohne Factchecks, da es in der Medienwelt common sense war, es mit einem Lügner zu tun zu haben.
So erlebten die mäßig an Politik Interessierten beim zufälligen Hineinzappen einen unkommentierten Donald Münchhausen und hielten das für authentisch.
Und selbst wenn die innerparteilichen und demokratischen Gegner ihn der Lüge bezichtigten, so war das definitiv weniger unterhaltsam als die immer neuen Absurditäten Trumps.

  
Post-Truth-Era/Postfaktizismus heißt also, daß man mit Lügen politisch erfolgreich ist, sich aber keinerlei Mühe mehr beim Lügen gibt. (…..)

Wenn der mächtigste Mann der Welt, der über die schlagkräftigste Atom-Armee des Planeten seine 140 Zeichen lostwittert, verzückt das eben nicht nur die 18 Millionen Doofen, die ihn abonniert haben, sondern kann in Minuten gewaltige ökonomische und politische Schäden auslösen. Als Teenager sorgte ich mich, ein Atomkrieg könne versehentlich durch irgendeinen betrunken Offizier ausgelöst werden, bevor die jeweilige Regierung reagieren kann.
Inzwischen ist der Kopf der Regierung selbst die Unsicherheitsquelle Nummer Eins.



Trump ist aber von Fakten gar nicht mehr einzukreisen.
Seine Tweets werden inzwischen quasi in Echtzeit widerlegt. Aber so ist Amerika an der Schwelle zum Jahr 2017 – wahrhaftig zu sein ist irrelevant geworden.

Im Gegenteil, die rasanten destruktiven Auswirkungen der Trumpschen Tiraden werden inzwischen wie unberechenbare Naturkatastrophen betrachtet, aus denen findige Spekulanten noch finanziellen Gewinn zu ziehen versuchen.

[….] Schon beginnen Börsen-Insider mit den digitalen Ausbrüchen zu spekulieren. "Nutze Trumps Tweets wie jede andere Datenquelle", rät der Investmentstratege Keith Fitz-Gerald auf seinem Blog. Mit speziellen Trading-Programmen könnte man sofort erkennen, wenn ein Konzern zum Ziel der nächsten "sozialen Rakete" Trumps werde - und dann mit clever getimtem Aktienhandel Kasse zu machen.
Ein anderes Programm hat die "Washington Post" entwickelt: Mit einem eigenen Twitter-Konto stellt sie Trumps Tweets automatisch in den Kontext - und enthüllt sie als meist "inkorrekt oder falsch". Ob's etwas ändert, ist zu bezweifeln. [….]

Aber Amerika, das alles kommt keineswegs überraschend.
Trump ist seit Jahrzehnten als schlimmer Prolet bekannt.
Seine politischen Bösartigkeiten kennt die Welt seit zwei Jahren.


Devot ließen die US-Medien während all der Zeit die One-Man-Shitstorms über sich ergehen und luden zudem täglich Trumps kleine Gülleschleudern 

(Jeffrey Lord, Kayleigh McEnany, Kellyanne Conway, Corey Lewandowski, Katrina Pierson) ein, gaben ihnen kostenlose Trump-Werbezeit und ließen sich dafür noch masochistisch als „liberal, biased media“ beschimpfen.

Für die Zukunft sehe ich schwarz, und zwar dunkelschwarz.

Das optimalste Szenario – Trump begnügt sich damit Putins Hintern zu lecken, löst aber keinen Weltkrieg aus, sondern ruiniert nur die Wirtschaft und den sozialen Frieden der USA nachhaltig, bevor er 2020 abgewählt wird – dürfte die 63 Millionen Deplorables derart angeheizt haben, daß die Nation ohnehin unregierbar wird.

Vergessen wir nicht, daß Trump kein grotesker Einzelfall ist!
Das gesamte Personal der GOP ist fanatischer Abschaum, 50% der Demokraten sind ebenfalls zum Davonlaufen, das Wahlsystem ist völlig untauglich, der oberste Gerichtshof wird 2020 mit hoher Wahrscheinlichkeit von Rechtsradikalen dominiert sein und die Presse taugt nichts mehr; sie versagte wie 2003 beim Irakkrieg auch 2016 im großen Stil, indem sie zum Lügenmultiplikator wurde.


Samstag, 31. Dezember 2016

Deutsche Unbefindlichkeit.



Alle Appelle auf Böller zu verzichten, Brot statt Böller, Rücksicht auf die Haustiere zu nehmen oder gar an die vielen Flüchtlinge zu denken, die aus dem realen Geböllere kommen, haben offenbar wieder kein bißchen die feuerfreudigen Hamburger erreicht.
Draußen ballert es mehr denn je.
Homo homini lupus; so sind sie, die Deutschen. Man gibt sich tierlieb und flüchtlingsfreundlich, so lange es einen nichts kostet und man nicht wirklich etwas abgeben muß.


Der deutsche Michel läßt sich nicht den Spaß verderben.
150 Millionen Euro, um dafür mit Sprengstoff um sich zu werfen, müssen auch dieses Jahr wieder sein.

Die Sache mit dem Klimawandel ist auch irgendwie schlimm und wir bedauern die Menschen in Zentral- und Ostafrika, die zu Zehntausenden jeden Tag an Hunger sterben, weil es keinen Regen mehr gibt und die Böden immer heißer und trockener werden.

Aber unser Bedauern geht nicht so weit, daß wir bereit wären Autos mit weniger PS zu fahren, Tempolimits auf der Autobahn akzeptierten, auf aus Südamerika eingeflogene Billig-Rosen und Himbeeren aus Südafrika zu verzichten, nur weil die ihr eigenes Gewicht an Kerosin in die Atmosphäre blasen. Und schon gar nicht verzichten wir auf unseren extrabilligen Mallorca-Flug zwei Mal im Jahr.
Dann sollen lieber die Leute in Afrika verhungern oder die Typen in Bangladesh weggespült werden.

Wir sind natürlich auch unheimlich tierlieb, teilen Millionen Katzenvideos auf Facebook und statten jedes zweite Profilbild mit dem Haushund aus.
Aber die Tierliebe darf einen auch nicht einschränken.
Billigfleisch wollen wir trotzdem drei Mal am Tag fressen und kümmern uns einen Scheißdreck um die Zustände in niedersächsischen Geflügelmastanlagen und den Bayerischen Schlachthöfen.

Und klar, das mit den Familien, die in Aleppo abgemurxt werden, gefällt uns auch nicht. Ganz schrecklich. Kann da nicht mal Frieden herrschen?
Nur geht unser Mitleid nicht so weit, daß wir den im Bombenhagel ausharrenden Kindern wirklich helfen würden.


Und daß wir auf die schönen Gewinne aus den Waffenexporten verzichten, ginge wirklich zu weit. Dann schon lieber endloser Bürgerkrieg. Dafür statten wir auch die gegnerischen Kriegsparteien mit deutschen Waffen aus.


Die christliche CSU will neuerdings die Flüchtlinge, die von Foto-Uschis Marine im Mittelmeer aufgelesen werden – also diejenigen, die nicht zu den über 5.000 gehören, die aus CSU-Sicht optimalerweise gleich ertrunken sind, nun illegal und völkerrechtswidrig ohne Anhörung direkt wieder Algerien und Marokko an Land bringen.
[….] Im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge sollen nach dem Willen der CSU künftig in Afrika abgesetzt werden. „Wir müssen umgehend auch auf der zentralen Mittelmeerroute den Automatismus durchbrechen, dass alle geretteten Menschen nach Europa gebracht werden“, zitiert die „Rheinische Post“ aus einem Beschlusspapier der CSU-Landesgruppe im Bundestag für die Klausur kommende Woche im bayerischen Kloster Seeon.
[….] Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl protestierte umgehend gegen die Vorstellungen der CSU und machte darauf aufmerksam, dass es rechtswidrig wäre, sie zu verwirklichen. Ihr Geschäftsführer Günter Burkhardt sprach von einem „ Frontalangriff auf die Geltung der Menschenrechte in Europa.“ Die Genfer Flüchtlingskonvention, die auch Deutschland bindet, verbietet Abschiebungen vor allem in Staaten, in denen den Abgeschobenen Folter oder andere unmenschliche Behandlung droht oder die sie ihrerseits in solche Staaten abschieben könnten. Auch die Europäische Menschenrechtskonvention steht dem entgegen. [….]

Moral, Amoral, scheißegal – so das bekannte Parteimotto der Seehofer-Epigonen.

Unser deutscher Vertreter in der EU-Regierung, Heldenkommissar Oettinger, der von Zwangshomoehe und Schlitzaugen mit schwarzer Schuhcreme im Haar orakelt, sorgt inzwischen dafür, daß immer mehr Afrikaner geradezu gezwungen werden gen Europa zu fliehen.
An ihrem Elend verdient die EU schließlich.

EU-Importe torpedieren Afrikas Wirtschaft
    Viele Landwirte in Afrika leiden unter Lebensmitteln, die aus der EU importiert und von der EU subventioniert werden.
    Diese drücken die Preise und zwingen Bauern zum Aufgeben - und verstärken dadurch den Wunsch nach einer Flucht über das Mittelmeer.
[….] Abraham Kampelege betreibt ein lohnendes Geschäft am Abeka-Markt in Ghanas Hauptstadt Accra: Er handelt mit tiefgefrorenem Hähnchenfleisch. Der Name seines Ladens ist Programm: "Cheaper Land Coldstore". Sein Verkaufsschlager sind Hähnchenschenkel aus Holland, die Zehn-Kilo-Box für 85 ghanaische Cedi, etwa 19 Euro. "Die Leute schätzen unsere Qualität", sagt der Händler im weißen Kittel, "und es ist praktisch für die Leute, einzelne Schenkel zu bekommen. So können sie genau so viel einkaufen, wie sie brauchen".
Gut zwanzig Meter weiter sitzt George Aguzia vor einem vergitterten Holzverschlag, in dem lebende Hühner vor sich hin scharren. Ein Fünf-Kilo-Exemplar kostet bei ihm 50 Cedi, etwa elf Euro. Für einen kleinen Aufpreis bekommt der Kunde das Tier gleich geschlachtet und gerupft. "Frischer geht es doch nicht", sagt er, "und bei uns wissen die Leute wenigstens, woher die Hühner kommen." Die Tiefkühlware aus dem Ausland dagegen, da wisse man nicht, wie oft sie schon angetaut sei, schließlich hat Ghana immer wieder mit Stromausfällen zu kämpfen. "Und wer weiß, womit die Tiere vorher gefüttert wurden?"
Argumente, die nicht von der Hand zu weisen sind. Nur: Die tiefgefrorenen Hähnchenteile aus dem Ausland sind billiger als die frischen aus heimischer Züchtung. George Aguzia sagt, er habe seit drei Tagen kein einziges Tier verkauft.
[….] Geflügelanbieter in Westafrika leiden schon seit Jahren unter billigen europäischen Importen. Ähnlich ergeht es der afrikanischen Milchwirtschaft, die mit Milchpulver von Nestlé konkurrieren muss, oder den Tomatenanbauern, die im Wettbewerb mit Tomatenmark aus Italien stehen. Das Paradoxe: In fast allen Ländern Afrikas leben die Menschen mehrheitlich von der Landwirtschaft. Trotzdem exportieren sie relativ wenige Agrarprodukte, im Gegenteil: Sie importieren sogar Lebensmittel, selbst aus Europas Industrienationen.
Ein Grund für diese erstaunliche Handelsstruktur: Die EU unterstützt ihre Bauern mit Subventionen, diese können ihre Produkte dann sowohl in Europa als auch außerhalb zu sehr niedrigen Preisen anbieten. Afrikas Landwirten bereitet diese Politik Probleme. Die künstlich verbilligten Produkte aus Europa drücken nicht nur die Preise, sie erschweren auch die Entwicklung einer Agrarindustrie, die mehr Arbeitsplätze schaffen könnte als die reine Landwirtschaft. Ein absurd erscheinendes Beispiel: Der Ananas-Saft in einem der großen Supermärkte von Accra stammt nicht etwa aus Ghana selbst, das zu Afrikas wichtigsten Ananas-Anbaugebieten zählt, sondern von der österreichischen Marke Rauch, abgefüllt in Ungarn.
Geht es nach der EU, soll künftig noch mehr exportiert werden [….][….]

Freitag, 30. Dezember 2016

Der Depp der Woche - Teil IV



Bei Kindern aus bi-nationalen Ehen, oder aufgrund anderer Umstände nicht auf ein Heimatdorf beschränkten Eltern, assoziiere ich eine gewisse Weltgewandtheit. Liberalität, Aufgeschlossenheit.
Für Niedersachsen gilt das aber offenbar nicht.
David McAllister, 1971 in Berlin als Sohn des Schotten James Buchanan McAllister aus Glasgow geboren, wurde doch nur ein Spießer und CDU-Vertreter.

Martin Bäumer, *1967, ebenfalls CDU-Landtagsabgeordneter in Niedersachsen wurde in Mineola, New York geboren.

Aber dann wurde es schwer provinziell.

Mit meiner Frau Kerstin, unseren Söhnen Felix (1999) und Justus (2004) und unseren Töchtern Franziska (2002) und Johanna (2008) lebe ich im Glandorfer Ortsteil Westendorf. Wir wohnen in einem Fachwerkhaus, das meine Vorfahren vor über 200 Jahren gebaut haben.
Als direkt gewählter Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Georgsmarienhütte erhielt ich bei der Landtagswahl am 02. Februar 2003 63,4 Prozent der Erststimmen. Bei meiner Wiederwahl in den Landtag am 27. Januar 2008 erhielt ich 52,6 Prozent. […..]

Martin Bäumer führt nun allerdings ein Leben als Hinterbänkler, da CDU-Ministerpräsident McAllister seine Partei (aus meiner Sicht sehr erfolgreich) in die Opposition führte.

Bisher wurde Bäumer bundesweit nur durch die sogenannte Schuppenflechten-Affäre bekannt, nachdem er sich öffentlich gegen eine Extra-Reinigungsgebühr wehrte, weil er ein Hotelzimmer mit Absonderungen seiner Haut zugerieselt hatte.

Der Landtagsabgeordnete Martin Bäumer (48, CDU) aus Niedersachsen ist an einer Schuppenflechte erkrankt. Ende Juli wollte er mit seiner Frau ein schönes Wochenende in Berlin verbringen. Nach einer Radtour kam das Paar zurück ins Steigenberger-Hotel am Los-Angeles-Platz. Und fand im Zimmer einen Brief mit der Bitte, sich an der Rezeption zu melden.
Bäumer wurde aufgefordert, wegen Hautschuppen im Bett eine Sonderreinigungsgebühr in Höhe von 30 Euro zu zahlen. Am nächsten Tag deckte das Hotelpersonal die Stühle im Zimmer mit Handtüchern ab.
Der Vorfall liegt Bäumer und seiner Frau schwer im Magen. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt er B.Z. „In öffentliche Schwimmbäder gehe ich wegen meiner Erkrankung höchst ungern bis gar nicht. Im Sommer trage ich ganz selten in der Öffentlichkeit kurze Hosen. Schuppenflechte ist nicht ansteckend und für andere Menschen ungefährlich.“ [….]
(BZ, 17.08.2016)

Aber auch wenn man keiner Regierungsfraktion angehört kann man als Volksvertreter segensreich zum Wohle aller arbeiten.
Der angeökte Katholik ist daher auch bei Grünen sehr beliebt.

„Hier kann der CDU-Mann grüner argumentieren als die Grünen, was man ihm in der Union hoch anrechnet. Bäumer habe bei diesen Themen einen „sehr guten Instinkt“, lobt sein Fraktionschef im niedersächsischen Landtag, Björn Thümler. „Martin Bäumer lebt Umweltschutz – und das ehrlicher als so manch selbsternannter Öko.“
Tatsächlich war Bäumer als CDU-Mann lange der einzige Vegetarier im Landtag. Der Vater von vier Kindern fährt ein Hybrid-Auto, kämpfte für die Einrichtung einer entsprechenden Ladestation am neuen Landtag und hält zu Hause 220 Bio-Hühner.
Die Hühner haben ihn vor Jahren aber schon mal zu einer eher drolligen Anfrage geführt: „Wo bleibt der Nylonfaden von Motorsensen?“ wollte er damals vom Umweltministerium wissen. Der Hintergrund: Bäumer hatte festgestellt, dass bei seinem Rasentrimmer der rotierende Nylonfaden bei der Benutzung immer kleiner wurde.
Die zerbröselten Teile aber mussten doch irgendwo sein – und könnten dann von seinen Hühnern aufgepickt werden. Also fragte Bäumer beim Land an, wie es „das Gefährdungspotenzial emittierter Nylonfäden“ beurteilt.“ [….]

Nachdem er nicht erschöpfend über den Nylonkonsum seiner Hofhühner informiert werden konnte, tat Bäumer das einzig Richtige und verbiss sich immer wieder in ein Thema, welches er mit Verve und Durchhaltungsvermögen verfolgt.
Ein wichtiges Thema.
Böhmer untersucht die gefährlichen Chemtrails, mit denen CIA, NSA, KGB und die Aldebaraner den Menschen das Hirnwasser absaugen und Babys vergiften.
Das muß man wissen.
Weil aber Niedersachsen von linksgrünversifften Gutmenschen regiert wird, kann man nicht erwarten, daß etwas gegen die gefährlichen Chemtrails unternommen wird.
Hier kommt Bäumer ins Spiel und flutet die rotgrüne Landesregierung mit Anfragen über Chemtrails.

[….] Der Landtagsabgeordnete Martin Bäumer (CDU) gibt in Sachen Chemtrails nicht auf. Im Dezember stellte er eine dritte Anfrage zu dem Thema an die Landesregierung. Zum Beispiel, warum in Bayern bei der Luftüberprüfung Aluminium- und Barium-Werte gemessen werden, in Niedersachsen jedoch nicht. Die sogenannten Chemtrails werden immer wieder von Verschwörungstheoretikern diskutiert. [….] Niedersachsen hatte sich bei Bäumers letzter Anfrage darauf berufen, dass die Messung der Aluminium- und Barium-Konzentration rechtlich nicht vorgeschrieben ist. Außerdem unterlasse man die Überprüfung aus Kostengründen. In Bayern hingegen werden die Werte angegeben. Wie ein Sprecher des bayrischen Landesamts für Umwelt der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe) sagte, seien sie quasi Nebenprodukte der Überprüfung. Eine Beeinflussung der Umwelt über sogenannte Chemtrails würde dadurch aber nicht bestätigt, so der Sprecher. Dass die nachgewiesenen Mengen der Metalle steigen, habe mit besseren Messtechniken zu tun, die genauere Auswertungen erlauben. Ob die Aluminium- und Barium-Werte auch in Niedersachsen erhoben werden, ist Teil von Bäumers Anfrage.
Außerdem will Bäumer wissen, welche gesundheitlichen Folgen erhöhte Werte der Metalle für den Menschen haben. Seit September 2015 hatte Bäumer wiederholt Nachfragen gestellt und zum Beispiel von der Landesregierung wissen wollen, ob es Chemtrails gibt und ob ihr "erhöhte Barium- und Aluminiumwerte im Blut von Patienten bekannt" seien. [….]

Während Bäumer Parteifreunde noch versuchen seine Reputation zu retten, verweist er selbst via Facebook auf rechtsradikale Verschwörungsseiten, wie das von dem berüchtigten Antisemiten Andreas Keltscha betriebene CONTRA-Magazin und zitiert stolz aus den Artikel der Aluhut-Szene über ihn:

"So wird der Landtagsabgeordnete Bäumler der Landesregierung noch weiterhin auf den Keks gehen. Einer der wenigen die ihr Amt wirklich ernstnehmen und wer weiß, vielleicht kann er die Frage, ob es Chemtrails gibt oder nicht, eines Tages beantworten."

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Doppel-Doof.

Als GWB 2003 in den Irak eimarschierte, hatte er derartig dreist über die Kriegsgründe gelogen, daß man ernsthaft überlegte wie man den Präsidenten impeachen lassen könnte.
Müßte das nicht irgendwie möglich sein, nachdem man den Vorgänger über Monate mit einem Impeachmentverfahren durch die Mangel gedreht hatte, weil er, die Fakten etwas großzügiger auslegend, behauptete nicht mit einer Frau Sex gehabt zu haben, obwohl sie an ihm Fellatio ausführte?
Waren diese juristischen Spitzfindigkeiten über das FREIWILLIGE Intimleben zweier Erwachsener nicht harmloser, als hundertfache Lügen des nächsten US-Präsidenten, der damit einen illegalen Angriffskrieg, mehrere Hunderttausend Tote und einen dreistelligen Milliarden-Betrag Kosten verursachte?
Offenbar nicht, denn es wurde nie versucht George Bush Junior zu impeachen.
Um 2004 wurde es zum Running Gag nach einer Person zu fahnden, die GWB endlich einen Blowjob verpasste, um ihn des Amtes zu entheben.


Eine blöde Idee, gegen die viele rationale Gründe sprachen; insbesondere aber die noch schlimmere Alternative:
Dick Cheney wäre nachgerückt.
Bush mag zwar total verblödet, ungebildet, faul und schwer religiotisch gewesen sein, aber sein Vize war zusätzlich auch noch zutiefst bösartig.
Ich glaube nicht, daß GWB ein Rassist oder Misogynist gewesen ist.
- Ob sich der alte weißte Mann Cheney eine schwarze Frau als Vertraute, Sicherheitsberaterin und Außenministerin geholt hätte, wage ich zu bezweifeln.

 
Putting Cheney in charge would be really bad. Putting anybody else in charge would be worse!
Let's imagine for a moment that the Democrats could actually get a conviction. If Bush is impeached and convicted, who becomes president? The most straightforward scenario has the President convicted and Cheney stepping in to be president. I assume I don't need to enumerate to a dailykos reader the ways in which Cheney could potentially be worse than Bush... it would be hell. Remember, Cheney is old, un-electable, and has a reputation so bad he may as well not worry about a legacy... Cheney would be in charge, and would have nothing to lose. Don't go to sleep thinking about that, you will get nightmares.
Anyway, that is the simplest scenario, but it is not the most likely. A much more likely scenario is that Cheney steps down if impeachment (either Bush's impeachment or his own) looks immanent. The Republican Party will nominate a candidate to replace him, and unless the candidate is really obviously not qualified, Democrats will find it difficult to block a moderate republican. The R's will pick one like John McCain or Rudy Guliani, someone who has presidential ambitions and a reputation of independence. Bush gets impeached and convicted, and the Republicans suddenly have shiny, new, re-electable incumbent candidate who can disassociate himself from Bush's record and condemn the partisan and power-motivated politics that lead to Bush's impeachment. As Democrats, why on earth would we put ourselves in this situation?
Tactically, we want to run the 2008 election against Bush's cronies and his record, not against an "anti-bush" Republican, especially not one who has suddenly gained the power of incumbency! [….]

Bei Donald Trump stehen wir vor einem ähnlichen Problem.
Der Mann mischt sich mit ungeheuerlichen Lügen schon jetzt so penetrant in Obamas Amtsgeschäfte ein, daß nach einem Impeachment gerufen wird.


Sicher würde eine Mehrheit der Amerikaner sehr erleichtert sein, wenn man Trump doch noch davon abhalten könnte ins Weiße Haus einzumarschieren.
Natürlich müßte dieser selbstzufriedene, größenwahnsinnige Lügenbold ohne Allgemeinbildung vom Präsidentenamt ferngehalten werden.
Aber was dann?

Am 19.11. tagte das Wahlmännergremium und bestimmte das Ticket Trump/Pence für den Job als potus und Vize.
Bei einem Ausfall Trumps würde Pence übernehmen, der nicht gebildeter und noch viel fanatischer homohassend ist.

Der Hardcorereligiot will zurück ins Mittelalter und noch exzessiver Menschen diskriminieren. Was für ein Alptraum im Jahr 2017.

[….] Donald Trump would roll back Barack Obama’s orders on LGBT rights, his running mate Mike Pence has confirmed.
[….] President Obama last year signed an executive order outlawing discrimination based on sexual orientation and gender identity among federal contractors. Earlier this year his administration followed up with guidance to schools, urging them not to discriminate against transgender students.
In the interview, Dobson asked Pence whether Obama’s guidance would be reversed.
The VP candidate confirmed that the Republicans would roll back Obama’s orders so that “the transgender bathroom issue can be resolved with common sense at the local level”.

He said: “This is such an example of an administration that seems to have… there’s no area of our lives too small for them to want to regulate, no aspect of our constitution too large for them to ignore.
“Donald Trump and I both believe these questions can be resolved with common sense at the local level.
“These issues are resolved in the state of Indiana whenever they come up, and they should be resolved, for the safety and wellbeing of our children first and foremost, their privacy and rights, and with common sense. Donald Trump and I simply believe all of these issues are best resolved at the state level, by communities.”
[….] “I’m a Christian, a conservative and a Republican, in that order. The Trump-Pence administration will be dedicated to preserving the liberties of our people, including the freedom of religion that’s enshrined in our Bill of Rights.”

It is the latest in a string of concessions to anti-LGBT evangelicals.
[….] Pence has one of the worst records on LGBT rights of any candidate on a major party’s Presidential ticket in recent times. 
A hardline evangelical, the Governor of Indiana stirred up international outrage last year when he signed Indiana’s controversial ‘Religious Freedom Restoration Act’, which gave businesses the right to discriminate against gay people on the grounds of religion.
Governor Pence previously suggested that HIV prevention funding be drained in order to fund state-sponsored ‘gay cure’ therapy, and earlier this year appeared unable to answer when asked whether it should be legal to fire people because of their sexuality.
An investigation last month found that Pence approved extreme anti-LGBT articles when he was the head of the Indiana Policy Review journal in the 1990s. [….]