Mittwoch, 4. März 2026

Merz beerdigt uns.

Heute stieß ich auf eins der unendlich vielen Social Media-Phänomene, das ich noch nicht kannte: Touristen gehen in ein modernes Chinesisches Krankenhaus und werden innerhalb von 30 Minuten registriert, diagnostiziert, untersucht, mit Medikamenten versorgt und haben beim Verlassen des Krankenhauses bereits die vollständige Rechnung bezahlt, die auch ohne Versicherung nur wenige Euro beträgt.

Die Modernität und Effizienz sind absolut atemberaubend. Wir können unseren Rückstand niemals aufheben.

Es ist eine der unendlich vielen Geschichten, die uns zeigen, wie hoffnungslos das träge, dysfunktionale, demokratische, rückständige Europa abgehängt ist.

China hat uns technisch längst überholt und enteilt uns in Siebenmeilenstiefeln.

Daneben gibt es noch das nach Fläche mit Abstand größte Land der Welt, das eine nukleare Supermacht ist: Russland. Der dritte Player ist der ökonomische und militärische Riese USA. Als Nummer Vier schiebt sich das bevölkerungsreichts Land des Planeten – Indien – immer mehr in den Vordergrund.

Die kleinen Stümpernationen Europas werden unweigerlich von den genannten drei Großen zerquetscht werden; insbesondere wenn der ökomische Zwerg Russland in dem Power-Block BRICS aufgeht.

Deutschland, Frankreich, Italien, England, Spanien, Belgien, Holland, Polen und die noch Kleineren haben zwei Möglichkeiten:
Entweder in Rekordzeit von China plattgewalzt und kolonialisiert werden. Oder unser unvermeidbares Ende noch etwas länger aufzuschieben, indem wir auf unseren einzig verbliebenen Trumpf setzen: Die EU, also den Zusammenhalt Europas. Das bedeutet gemeinsames Handeln, gemeinsame Außenpolitik, gegenseitige Unterstützung gegenüber China, Russland, USA. Die EU-Staaten müssen miteinander solidarisch sein, Nationalismen abbauen, Kompetenzen an die Brüsseler Zentrale übergeben und endlich die Strukturen so reformieren, daß garstige Ex-Warschauer-Pakt-Staaten als Putin-Uboote nicht mehr mit ihren Vetos Europäische Politik talibanisieren können. Außenpolitisch und militärisch sind wir dann immer noch Zwerge, können bei AI und Software nicht mithalten. Aber wir sind immerhin 450 Millionen Menschen in der EU. Und 750 Millionen in ganz Europa. Wir sind (noch) eine ökonomische Großmacht und verfügen aufgrund unserer Kultur und Demokratie über eine große Anziehungskraft auf Touristen (noch).

Wenn alle Europäer an einem Strang ziehen, sind sie (noch) wichtig genug, um in Washington und Peking gehört zu werden.

Unglücklicherweise tun viele EU-Staaten das diametrale Gegenteil und folgen dem Brexit-Weg ins Verderben. Viel hängt von dem ökonomisch stärksten EU-Land ab, das auch die höchste Bevölkerungszahl hat. Dies wird allerdings unglücklicherweise gerade von Merz, Dobrindt, Reiche und Wadephul regiert, die unermüdlich daran arbeiten, Deutschland und die EU zu schwächen. Uns endgültig auf das technische Abstellgleis zu schieben. Verbrenner-Motor und Ölheizung lautet die CDUCSU-Zukunftsstrategie. Klar, man kennt die Gründe, die C-Politiker agieren als billige willige Fossillobbyhuren. Aber insbesondere beim Bundeskanzler geht das offenkundige Bemühen Deutschland zu schaden, so weit, daß man sich fragt, ob er bereits direkt für Putin/Xi arbeitet. Anderenfalls müsste er sehr sehr dumm sein.

Vor wenigen Tagen, als der Fritzekanzler in China weilte, warb er im ökonomischen Powerhouse nicht etwa für Deutschland, sondern prügelte zur Erheiterung seiner chinesischen Gastgeber auf das Land ein, das er regiert. Die verwenden nun den Bundeskanzler höchst selbst als Kronzeugen für die chinesische Überlegenheit.


[…] Ein Video von Friedrich Merz bekommt in China viel Aufmerksamkeit. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Konkret geht es um einen Clip, der den Kanzler nach dessen Chinareise bei einem CDU-Wahlkampfauftritt vergangene Woche im hessischen Volksmarsen zeigt. Dort hatte Merz gesagt: „Wir sind einfach nicht mehr leistungsfähig genug. Wenn Sie aus China kommen, meine Damen und Herren, dann haben Sie noch mal deutlicher das Gefühl, dass mit Work-Life Balance und vier-Tage-Woche der Wohlstand in unserem Land auf Dauer nicht zu erhalten ist, da müssen wir jetzt einfach mal ein bisschen mehr tun.“

Die englischsprachige Zeitung „Global Times“, die unter der Schirmherrschaft der Kommunistischen Partei Chinas steht, verbreitete den Videoausschnitt online. Der „FAZ“ zufolge habe sich allein der Hashtag „Der deutsche Bundeskanzler ist nach seiner Rückkehr aus China in Panik“ rund 48 Millionen Aufrufe erzielt.

Chinesische Medien interpretieren die Aussagen von Merz als Beleg für den Erfolg der chinesischen Wirtschaft. Die „Beijing Daily“, ebenfalls eine Zeitung der kommunistischen Partei, schreibt etwa, der Besuch von Merz in China habe „das europäische Verständnis von China aufgefrischt und das falsche Narrativ widerlegt, Chinas Spitzentechnologie werde durch Subventionen, ‚kostengünstige Nachahmung‘ oder gar ‚Plagiate‘ vorangetrieben“. Die Europäer hätten durch die Merz-Reise ein „pragmatisches, unternehmerisches, offenes und integratives China kennenlernen“ können.  […]

(Welt, 03.03.2026)

Wer so einen Kanzler hat, braucht keine Feinde mehr. Es ist – leider – sein Signature Move: Mit Verve das einzige zu zertrampeln, auf das wir noch bauen können – den Europäischen Zusammenhalt. Immer wieder poltert er gegen Brüssel, blockiert und verhindert. Siehe Lieferkettengesetz, siehe Verbrenner-Aus. Der Fritzekanzler kann nicht anders: Alles falsch machen, das man nur falsch machen kann.

Dummerle Merz liefert sich aber einen Kleinkrieg mit von der Leyen, bremst Brüssel aus. Wieder einmal ist es eine Kombination aus dem polternden Wesen und der sagenhaften Borniertheit des Fritzekanzlers. Er begreift die internationalen Zusammenhänge gar nicht.

(….) Für keinen EU-Staat ist die EU ökonomisch so essentiell, wie für den Mega-Exporteur Deutschland. Berlin müsste am meisten auf Einigkeit in Brüssel dringen.

Dummerle Merz hingegen macht das Gegenteil, blockiert EU-Vorhaben, kritisiert die Kommission öffentlich. (…)

(Wie Merz die EU zerstört, 06.08.2025)

Der Staatsmann Emmanuel Macron treibt völlig richtig und konsequent das Label „made in Europe“ voran. Merz grätscht nationalistisch rein, versucht zu blockieren, hintertreibt Macrons Bemühungen.

[…] Erst hat die EU-Kommission ihren Vorschlag immer wieder verschoben. Dann wurde er nach und nach verwässert. Nun könnte er sogar das erklärte Ziel verfehlen, Europas Aufholjagd in der Industriepolitik zu beschleunigen und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der EU zu fördern. Die Rede ist vom „Industrial Accelerator Act“, den die EU-Kommission nach quälendem deutsch-französischen Gezerre in Brüssel vorgestellt hat. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er unter der griffigen Formel „Buy European“ oder „Made in Europe“ bekannt geworden.

Die Grundidee ist ebenso simpel wie einleuchtend: Wenn EU-Staaten das Geld der Steuerzahler für öffentliche Beschaffung in die Hand nehmen, dann soll es in erster Linie europäischen Unternehmen und Produkten zugutekommen – und nicht amerikanischen oder chinesischen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat für diese Idee bei einem EU-Sondergipfel im Februar geworben.

Mehr als 1.100 europäische Konzernbosse und Firmenchefs haben einen entsprechenden Aufruf des ebenfalls französischen Industriekommissars Stéphane Séjourné unterschrieben. […]  Friedrich Merz stand von vornherein auf der Bremse. Für ihn sind offene Exportmärkte und „Made in Germany“ wichtiger als „Made in Europe“. Deshalb heißt es jetzt nur noch „Maybe“ – vielleicht. [….]

(Eric Bonse, 04.03.2026)

Der Sauerländer Simpel lässt die deutsch-französische Achse absterben und setzt stattdessen auf die faschistische Trump-Freundin Meloni.

Gestern in Washington versetzte er der EU seinen bisher schwersten Schlag.

[…] Donald Trump droht Madrid, Friedrich Merz stimmt mit ein: Der Auftritt des Kanzlers im Oval Office war beschämend. So kann er Europa nicht führen. […] Friedrich Merz reiste nach Washington, um Donald Trump bei Laune zu halten. Zumindest das hat er geschafft. Erfolgreich war der Besuch trotzdem nicht. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit ließ der Kanzler Spanien, einen EU-Partner, im Stich. Es war ein beschämender Moment, der Merz noch lange nachhängen wird.

Da saß der deutsche Kanzler also und lauschte den Tiraden des US-Präsidenten. Besonders regte sich Trump über jene Länder auf, in denen die USA zwar Militärbasen unterhalten – sie aber für den Angriff auf Iran nicht nutzen durften.

Der britische Premier Starmer (»kein Churchill«) bekam seine Wut zu spüren. Schlimmer noch traf es Pedro Sánchez. Spanien sei ein »schrecklicher« Verbündeter, sagte Trump. Man werde den Handel einstellen, vielleicht sogar ein Embargo verhängen. Und überhaupt: Schon die Verteidigungsausgaben habe Madrid nicht so sehr angehoben, wie er es den Nato-Ländern vorgegeben hatte.

Und Merz? Sagte lange nichts. Erst die Nachfrage eines deutschen Journalisten zwang ihn, Stellung zu nehmen.

Merz hätte Spanien in Schutz nehmen müssen – oder zumindest das Thema wechseln können. Stattdessen stimmte er in die Klage ein. Trumps Angaben seien »korrekt«, sagte er mit Blick auf die Verteidigungsausgaben. Spanien müsse das Ziel akzeptieren. […] America first, EU second. Das war die Linie des Kanzlers in Washington. Deutschland stand an der Seite des »Bully«, nicht an der des Opfers. […] In gewisser Weise ist Merz ein Wiederholungstäter. Im Dezember sagte er in Richtung Washington: »Wenn ihr mit Europa nix anfangen könnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner.« Ein Ausrutscher, dachte man damals noch.

Merz’ Verrat reißt in Spanien alte Wunden auf. In der Eurokrise zwang Berlin Madrid zu einem Sparkurs, der eine Generation die Zukunftschancen kostete. Seitdem hegt so mancher Spanier den Verdacht, dass die Solidarität in Europa endlich ist – insbesondere dann, wenn deutsche Interessen berührt sind. Merz gibt diesem Gefühl neue Nahrung. […]

(Steffen Lüdke, 04.03.2026)

Die EU und insbesondere Macron springen Spanien zur Seite. Alle sind wütend auf Merz. Wenn man einen Kanzler hat, der so doof ist, daß er sich sogar von dem weltgrößten Doofkopf Trump ausmanövrieren lässt, kann man auch gleich aufgeben. So wird das hier nie mehr was.

[…] Merz war sich also durchaus der Fallstricke bewusst, die ihn erwarten. Und dennoch ist er erneut in die Falle getappt, sich von Trump dabei vereinnahmen zu lassen, wie dieser einzelne Länder gegeneinander ausspielt. Diesmal ließ Merz es zu, dass Trump über das EU-Land Spanien und über Großbritannien herzog, eins der wichtigsten sicherheitspolitischen Partner, während er Deutschland und Merz über den grünen Klee lobte. Wie konnte es dazu kommen? […] Den Klapser von Trump, als der auf eine Frage nach Zöllen für Deutschland scherzhaft sagt: „Wir werden sie hart treffen“, quittiert er noch lachend. Merz bleibt auch unbewegt, als Trump Großbritanniens Premierminister Starmer runtermacht, weil die Briten ihre Basis Diego Garcia zunächst nicht für US-Kampfbomber freigegeben haben – „kein Churchill“ –, und dann Spanien angreift. Seinen Handelsbeauftragten Jamieson Greer, der hinter Vance steht, fragt Trump rhetorisch: „Kann ich ein Embargo verhängen?“ Der: Das sei möglich.

Ein deutscher Journalist fragt Merz, was er davon halte. Der Kanzler könnte jetzt sagen, dass Spanien Teil der EU sei und die EU-Länder eine gemeinsame Handelspolitik betreiben, die auf Freihandel setzt. Aber Merz entscheidet sich dafür, Trump beizupflichten – man müsse Spanien von der 5-Prozent-Rüstungsquote der Nato überzeugen. Trump ist zufrieden. Merz’ Delegation schaut unbewegt, sein Sprecher hat hektische rote Flecken im Gesicht. [….]

(Anna Lehmann, 04.03.2026)

Und ich hielt mal Heinrich Lübke und Helmut Kohl für richtig blöd….

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