Es gibt tatsächlich eine Kirche, der ich verbunden bin. Nicht ganz direkt persönlich, nicht dem Glauben, nicht den Menschen, nicht der Religion. Aber dem Gebäude. Mitglieder meiner Familie spendeten und stifteten für das Ding, dort fand mein Konfirmandenunterricht statt. Es ist eine kleine Dorf-Kirche, die mir nun schon mehrfach klar signalisierte: Wir wollen dich nicht!
Vor drei Jahren weilte ich noch einmal zu einer Trauerfeier an diesem letzten Ort, an dem ich sein wollte, aber es ließ sich aufgrund privater Verpflichtungen nicht vermeiden. Da ich persönlich eingeladen wurde und entsprechend im Eingang empfangen wurde, konnte mich diesmal immerhin keine Pfäffin rauswerfen.
Als Atheist kann es mir zwar herzlich egal sein, was die örtlichen dörflichen Kirchenvorsteher von mir halten, aber es war wieder einmal lehrreich, persönlich zu erleben, welch maximal unangenehmes Gefühl einem Pfaffen vermitteln können, wenn sie glauben, man gehöre nicht dazu.
Die einzige andere Kirche in Hamburg, zu der ich „einen persönlichen Draht“ habe, ist dass protestantische Ding 300m von meiner Wohnung entfernt, das mich immer Sonntags aus dem Schlaf bimmelt.
Deren Pfäffin agiert auf Social Media genauso aggressiv auf Kritik und holte sofort zum Facebook-Shitstorm auf mich aus, als ich es wagte, sie zu kritisieren. Ihre getreuen Gemeinde-Mitglieder versuchten mich als „Scheinchristen“ zu verunglimpfen und pöbelten, ich solle mich nicht in Gottesdiensten bei denen sehen lassen und könne mir gefälligst eine andere Gemeinde suchen.
Der Ausschluss, die Ächtung, der Bann sind die logische schlimmste Strafe für eine „Wir sind besser als die“-Ideologie, die stets darum bestrebt ist, andere zu exkludieren und als minderwertig zu framen. Hier die Gemeinde, dort die Ungläubigen, die von Gott gehasst werden. Hier Nächstenliebe und dort Fernsten-Hass. Extra Ecclesiam Nulla Salus. Wer nicht zu uns gehört, kommt in die Hölle. Unterwirf dich unseren Regeln, oder du wirst gestraft.
Diese Denk-Blase können sie nicht verlassen und kamen daher auch in meinem Fall lustigerweise gar nicht auf die Idee, ich würde möglicherweise gar nicht so furchtbar darunter leiden, nicht mehr in ihren Gottesdienst zu kommen.
So wie 99% der Hamburger nicht regelmäßig in Gottesdienste gehen.
Aber der harte Kern der Gläubigen frönt offenbar der Bosheit der eigenen Gedanken. Es macht ihnen Freude, diejenigen zu verachten, die ihrer Ideologie nicht so viel opfern. Es erquickt sie, sich vorzustellen, wie sie mit ewigen Leben im Himmel belohnt werden, während die nicht so Frommen für immer in der Hölle schmoren sollen. Religioten sind charakterlich so verkommen, daß sie nur aus Furcht vor der Hölle und nur aus der egoistischen Erwartung für ihre Frömmigkeit belohnt zu werden, GUT sein können. Aus dieser zutiefst verstörenden Moral heraus, halten sie Atheismus für amoralisch, weil die Gottlosen, keinen Grund hätten, gut zu sein!
Altruistische Motive sind ihnen fremd. Solidarisch zu sein, weil es einfach richtig ist, können sie nicht nachvollziehen. Gut sein, können Christen nur bei einer Gegenleistung.
"The Bible should only be one sheet of paper, and on that paper it should say: 'Try not to be a cunt'" - Jim Jefferies
Meinen großen Helden Kardinal Woelki mag ich wesentlich lieber, als die beiden protestantischen Hamburger Pfäffinen, mit denen ich zu tun hatte.
Denn er heuchelt nicht. Er zieht einfach klar Position. Für den Vatikan, für die K!nd€rf!cker, für die mächtigen Männer. Gegen die Opfer, gegen Frauen, gegen Kinder, gegen Minderheiten, gegen Schwule. Liberale Bischöfe, die mit dem „synodalen Weg“ sympathisieren oder gar „schwanzlose Ungeheuer“ zu Geistlichen machen möchten, hasst er offen.
Woelki blickt eher nüchtern auf die Ungläubigen. Er will ihr Geld. Der Herrscher einer der reichsten Diözese der Erde, will sein Milliardenvermögen vermehren.
[…..] Matthias Krause: Seit das Erzbistum Jahresabschlüsse in dieser Form veröffentlicht – also ab 2012 – hat es bis 2022 fast immer zweistellige Millionenüberschüsse erwirtschaftet. Im Schnitt 33 Millionen Euro pro Jahr. So konnte das Erzbistum noch Geld für die Zukunft zurücklegen. Allerdings gehen jetzt die geburtenstarken Jahrgänge, die "Babyboomer", in Rente.
Die standen am Ende ihres Berufslebens und haben deshalb statistisch gesehen die höchsten Einkommen aller Jahrgänge gehabt. Jetzt fallen sie mehr und mehr weg, und das zeigt sich auch bei der Entwicklung der Kirchensteuer: Von 2019 bis 2020 war das Kirchensteueraufkommen, trotz sinkender Mitgliederzahl, noch recht stetig angestiegen. […..] Seitdem stagniert es, das zeigt sich auch beim Jahresabschluss: 2023 war es ein Überschuss von fünf Millionen Euro, nun sind es 13,2 Millionen Euro – jedoch laut dem Erzbistum wegen sogenannter Sondereffekte. Dabei war allerdings noch genug Geld da, um 50,4 Millionen Euro in einen Vermögensfonds "Transformation im Erzbistum Köln" zu stecken.
Das Kirchensteueraufkommen des Erzbistums ist gegenüber 2023 um 1,7 Prozent gestiegen – das macht nicht einmal die Inflation wieder wett. Die fetten Jahre sind also vorbei, und daran wird sich wohl auch nichts ändern. […..] Bisher hat das Erzbistum Köln meist sein Eigenkapital vermehren können. Allerdings eignet sich das Eigenkapital bei Kirchen – anders als bei Unternehmen – nicht, um den "Reichtum" eines Bistums zu beurteilen. Frei verfügen kann das Erzbistum im Grunde nur über seine Wertpapiere, Bankguthaben und Kassenbestände.
Gebäude wie der Kölner Dom, Raumausstattungen oder auch Fahrzeuge können nicht verkauft werden, ohne die Arbeit der Kirche zu beeinträchtigen. Knapp ein Viertel des in der Bilanz ausgewiesenen Wertpapiervermögens dient außerdem als "Wertspeicher" für die Pensions- und Beihilfeansprüche, die sich die Beschäftigten und Pensionäre des Erzbistums bereits erarbeitet haben. Damit ist dieser Teil der Wertpapiere quasi auch unverkäuflich.
Aber: Nach Abzug aller
Verpflichtungen gegenüber Dritten hatte das Erzbistum Köln Ende 2024 drei
Milliarden Euro zur freien Verfügung. Noch reicher ist meines Wissens nur das
Erzbistum Paderborn – übrigens bei weniger Katholiken.
[…..] die Kirchensteuer in Deutschland wird von den Finanzämtern eingezogen. Ein erheblicher Teil der Arbeit bleibt allerdings bei den Unternehmen hängen, die die Kirchensteuern letztlich für die Kirchen einziehen müssen und dafür keine Entschädigung erhalten. Die größte Belastung der Allgemeinheit dürfte allerdings die unbegrenzte steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer bei der Einkommensteuer sein. Etwa zwölf Milliarden Euro Kirchensteuer, die jedes Jahr von der Steuer abgesetzt werden, kosten die Allgemeinheit jährlich vier Milliarden Euro: Denn durch die steuerliche Absetzbarkeit zahlen die Kirchensteuerzahler netto nur etwa acht Milliarden – die restlichen vier Milliarden schießt letztlich der Staat zu. Das ist übrigens weniger, als von den Kirchen – quasi im Gegenzug – für Kitas, Schulen und Caritas – ausgegeben wird. Beim Erzbistum Köln betrug die Subvention im vergangenen Jahr 222 Millionen Euro, es hat aber "nur" 155 Millionen Euro für Kitas, Schulen und Caritas verwendet. […..]
Wenn alle Kölner Katholiken austreten würden – hätte der Staat unterm Strich sogar mehr Geld zur Verfügung?
Sehr gut erkannt! Hätte 2024 im Erzbistum Köln niemand Kirchensteuer gezahlt, hätte der Staat 222 Millionen Euro mehr an Einkommensteuer eingenommen. Hätte das Erzbistum Köln im Gegenzug nichts für Kitas, Schulen und Caritas ausgegeben, wären dort 155 Millionen Euro weggefallen.
Das hätte der Staat aber mit seinen 222 Millionen Euro Mehreinnahmen ohne Weiteres kompensieren können und hätte noch 67 Millionen Euro übrig gehabt. Es ist also nicht so, dass das Zahlen der Kirchensteuer die Allgemeinheit finanziell entlastet – im Gegenteil. Und Kirchenaustritte belasten die Allgemeinheit auch nicht – sie entlasten sie. […..]
(T-Online Interview mit Matthias Krause, 02.10.2025)
Um das Vermögen der Geldkrake Kirche weiter aufzuhäufen, wendet Woelki nun eine verfeinerte Methode der Hamburger Pfäffinnen an: Er schlägt den Menschen die Kirchentür zwar nicht vor der Nase zu, lässt aber nur noch die rein, die es sich leisten können und bezahlen. Gottes Segen nur noch für Reiche.
Eine konsequente Weiterführung des Reliquien- und Ablasshandels.
[…..] Katholische Kirche Kölner Dom kostet künftig für Touristen Eintritt
»Vergelt’s Gott« war einmal: Wer den Kölner Dom besichtigen will, wird bald zur Kasse gebeten.
[…..] Er ist wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit Kölns. Für viele Menschen, die in die Stadt kommen, steht ein Besuch auf dem Programm: der Kölner Dom. Das ist auch weiter möglich, allerdings nicht mehr gratis, denn der Kölner Dom kostet für Touristinnen und Touristen künftig Eintritt. Das gab Dompropst Guido Assmann bekannt. […..]
Es passt zu einer Kirche, die „defensive Architektur“ einsetzt, um Arme fernzuhalten.
Obdachlose unerwünscht in der Woelki-Welt. Es ist eine Kirche für Reiche. Wie den Bundeskanzler und andere CDUler, die darum wetteifern, Sozialleistungen zu streichen.


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