Freitag, 17. April 2026

Kollateralschäden.

Bei Kriegen leiden immer die Unschuldigen. Die „chirurgisch präzisen Schläge“ sind eine Illusion, um im Medienzeitalter Angriffskriege nicht so unpopulär, wie die Millionenmassaker in Vietnam, werden zu lassen.

Aber auch bei Trumps aktuellsten Irankrieg wurden gleich als erstes 168 kleine Mädchen gekillt.

[….] Nach dem Angriff auf eine Mädchenschule im Iran hat eine UN-Untersuchungskommission die Arbeit aufgenommen. [….]

Bei dem Angriff am ersten Kriegstag waren iranischen Angaben zufolge fast 200 Menschen getötet worden: 168 Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern. Die Schule liegt in Minab im Süden des Landes.

Medienberichten zufolge ist das US-Militär für den Angriff verantwortlich. [….]

(Die Zeit, 17.03.2026)

Das waren sicher nicht die von Hegseth und Trump erwünschten Schlagzeilen, jedoch kein politisches Problem für MAGA. Die US-Amerikaner reagieren bekanntlich völlig abgestumpft auf die täglich stattfindenden School-Shootings.

In den Monaten Januar-März 2026 fanden in den USA 98 Massenschießereien statt. Dabei gab es 115 Tote und 377 Verwundete. Wenn sich die MAGA schon nicht an hunderten amerikanischen erschossenen Kindern stören, können Iranische sie erst Recht nicht aufregen.

Trump erlitt aber auch Kollateralschäden, die ihn, im Gegensatz zu umgebrachten Zivilisten, durchaus stören:

Der Krieg ist sehr teuer. Selbst für die USA.

[….] The war in Iran costs America two billion dollars each day, says war budgeting expert Linda Bilmes—and will cost at least one trillion overall. [….]  By early April, the United States had more than 56,000 troops in the war zone (including some 50,000 on ships, military bases, and other installations, as well as 4,500 Marines and 2,000 troops from the 82nd Airborne), and the United States was considering deploying 10,000 additional ground troops.

We spoke with Professor Linda Bilmes, the Daniel Patrick Moynihan Senior Lecturer in Public Policy and a leading expert on public finance, about the financial cost of the war in Iran. [….]

Wars always cost more than expected. Throughout history, those who get into wars tend to be optimistic about the cost and about the length of time it will take. For example, Russia thought it could take control of Ukraine in a few weeks. President George W. Bush fired his economic advisor, Larry Lindsey, for predicting that the Iraq War might cost $200 billion (it ended up costing $5 trillion).

We see the same pattern with Iran. The Trump administration expected that this war would be over quickly and would be relatively inexpensive. According to the Pentagon, it cost $11.3 billion in the first three to five days—but that is an underestimate. According to my calculations, those first few days cost at least $16 billion. We are spending down munitions at an extraordinarily fast pace—to put it in perspective, we fired more Patriot missiles in the first four days of the Iran war than we have given to Ukraine over the past four years. […..]

(Harvard-Kennedy Law School, 07.04.2026)

Der Iran-Krieg verursacht enorme Preissteigerungen in den USA.

[….] Consumer prices spiked in March as the Iran war sent energy costs soaring and took the Federal Reserve further from its inflation target, according to a Bureau of Labor Statistics report Friday. Underlying inflation, however, was relatively tame.

The consumer price index increased a seasonally adjusted 0.9% for the month, putting the annual inflation rate at 3.3%, pushed by a 10.9% surge in energy costs. Both numbers were in line with the Dow Jones consensus. The annual rate was the highest since April 2024 and up from 2.4% in February. [….]

(CNBC, 10.04.2026)

Der Iran-Krieg ist natürlich bei Demokraten sehr unpopulär. Das kann Trump egal sein. Aber auch seine eigene MAGA-Basis wird täglich skeptischer.

[….] Even as Trump has leaned increasingly into a more militaristic and interventionist foreign policy, Americans have less confidence in him to carry that out.

The Pew poll features some pretty staggering charts and numbers:

·        The percentage of Americans who are not confident that Trump will make good decisions on Iran has increased from 50% during the 2024 campaign to 56% after the June strikes on Iran’s nuclear facilities to 64% in March.

·        We’ve seen similar increases when it comes to the war in Ukraine and dealing with China.

·        Only 66% of Republicans and GOP-leaning independents are at least “somewhat” confident in Trump’s handling of Iran.

Similarly, the CBS poll showed just 23% of Americans had “a lot” of confidence in Trump to make the right decisions about Iran. Another 18% had “some,” while about 6 in 10 had “not much” or “none.”

The war has exacerbated Trump’s inflation problem

Perhaps most politically troubling for Trump and the GOP ahead of the midterms is inflation, which just jumped amid the oil shock.

Americans were already down on Trump on that issue — and that’s worsened for him since the war started. The percentage of Americans who disapprove of his handling of inflation has been at 67%, 68%, 69% and 71% in recent polls.    […..]

(Aaron Blake, CNN, 15.04.2026)

Zu den eher unerwarteten Kollateralschäden des aktuellsten Trump-Krieges gehören drei erstaunliche Entwicklungen:

Erstens

Trump unterzieht die Loyalität der US-Katholiken, von denen ihn 57% zum Präsidenten wählten, einer Prüfung, indem er sich eine PR-Schlacht mit dem 70-Jährigen Geistlichen Bob Prevost aus Chicago liefert.

[….]  Der US-Präsident hat den Papst wegen dessen Kritik am Iran-Krieg persönlich angegriffen. Doch Trumps Wutrede schadet vor allem einem: ihm selbst. Denn Leo XIV. hat einen Plan - und klare Ziele.

Robert Barron ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Der Bischof von Winona-Rochester gilt innerhalb der katholischen Bischofskonferenz in den USA als rechter Hardliner und einer der letzten Gefolgsleute von US-Präsident Donald Trump. Noch kurz vor Ostern hatte er an einer bizarren Segnung des Präsidenten mitgewirkt, bei der Prediger aus der MAGA-Bewegung auch den Krieg gegen Iran als göttliche Mission verklärt und gesegnet hatten.

Doch nach Trumps Tirade gegen den Papst blieb auch Bischof Barron keine andere Reaktion als eine scharfe Distanzierung. Die Äußerungen seien "total unangemessen und respektlos" gewesen. Der Präsident schulde Leo XIV. eine Entschuldigung. [….]

(Arnd Henze, WDR, 15.04.2026)

Zweitens

Der unsägliche Pannenkönig Kriegsminister Hegseth, der sich zuletzt als internationale Lachnummer präsentierte, indem er bei einer Bibelstunden im Pentagon, versehentlich statt aus der Bibel, aus Tarantinos „Pulp Fiction“ predigte, …

…ist noch nicht einmal in der Lage dazu, die Menschen an Bord der US-Kriegsschiffe am Golf mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln zu versorgen.

Das Essen muss rationiert werden, die vorhandenen Portionen sind nahezu ungenießbar, um Zahnbürsten muss man sich prügeln.

Dabei weiß selbst ein maximal Marine-ferner Mensch wie ich, wie wichtig gerade auf Schiffen die Verpflegung für die Moral „der Truppe“ ist, die deswegen üblicherweise besonders gut versorgt wird.

Drittens

Was über Jahrzehnte nahezu undenkbar schien, erreichen Trump und Netanjahu nun gemeinsam: Die Amerikaner wenden sich von Israel ab. Nicht zuletzt, weil immer mehr prominente jüdische US-Bürger und Politiker, sowie jüdische Organisationen lautstark gegen Bibi demonstrieren, sich mit muslimischen Bürgerrechtlern verbünden und für Palästina eintreten.

[….] Traditionell genießt Israels Regierung in Washington überparteiliche Unterstützung. Spätestens seit dem Sieg im israelisch-arabischen Sechstagekrieg 1967 ist das Land eine tragende Säule  der US-Sicherheitsstrategie im Nahen Osten. Waffenlieferungen, Geheimdienstkooperationen und enge politische Abstimmung sind Normalität. [….] Mitte der Woche lehnte der US-Senat einen Vorschlag des Linken Bernie Sanders, die Lieferung von Militärbulldozern an Israel zu missbilligen, zwar mit 59 zu 40 Stimmen ab. Doch dass sich 40 demokratische Senatoren für einen Lieferhalt aussprechen, ist bemerkenswert. Das sind mehr als 80 Prozent der Fraktion. Im November 2024 hatte ein ähnlicher Entwurf von Sanders lediglich 18 Jastimmen mobilisiert. Der Senator nannte  das jüngste Ergebnis eine »Verschiebung«, die »widerspiegelt, wo das amerikanische Volk steht«.

  

Laut einer Umfrage  des Pew Research Center aus dem März, dem Monat nach dem Angriff auf Iran, haben parteiunabhängig 60 Prozent der Amerikaner ein negatives Bild von Israel. Unter Menschen, die den Demokraten zuneigen, sind es 80 Prozent. Es ist ein starker Anstieg im Vergleich zu früheren Erhebungen. Er geht mit einem Vertrauensverlust gegen Netanyahu einher. [….]  »In der Machtstruktur der amerikanischen Politik, auch im Kongress, ist die Idee weitverbreitet, dass Kritik an Israel antisemitisch sei«, hatte der frühere demokratische Abgeordnete Andy Levin vor der jüngsten US-Wahl dem SPIEGEL gesagt. Wie Bernie Sanders ist Levin Jude und ein Kritiker der Netanyahu-Regierung. Eine große Rolle spiele die Lobbygruppe AIPAC (American Israel Public Affairs Committee). Sie gibt in Wahlkämpfen Millionen aus , um Konkurrenten von Kandidaten zu unterstützen, die ihrer Ansicht nach nicht proisraelisch genug sind. Bestimmte Positionen seien deshalb im Diskurs faktisch »nicht erlaubt«. Er sei »dämonisiert« worden, sagte der Ex-Synagogenvorsitzende Levin, der sich selbst als Zionisten bezeichnet. [….] Nicht nur aus Trump-Abneigung zweifeln viele Amerikaner daran, dass der Konflikt in ihrem Interesse ist und nicht eher in Israels. In der aktuellen Pew-Umfrage sagten auch 41 Prozent der den Republikanern zugewandten Befragten, sie blickten negativ auf Israel. Bei Konservativen unter 50 Jahren sind es sogar 57 Prozent. [….]

(Cornelius Dieckmann, 17.04.2026)

Es ist selbst für Trumps Verhältnisse ein enormes Desaster, das er mit diesem Krieg angefangen hat.

Oder wie er es selbst ausdrückt:

[….]  Trump fantasiert vom „perfekten“ Krieg [….] bezeichnet. Bei einem Auftritt in Las Vegas verteidigte Trump am Donnerstag seine Wirtschaftspolitik und rechtfertigte den Militäreinsatz. „Wir übertreffen alle Rekorde und das trotz unseres kleinen Umwegs durch das reizende Land Iran“, prahlte Trump. [….] Trump behauptete: „Der Krieg in Iran verläuft reibungslos.“ Und: „Er dürfte ziemlich bald zu Ende sein.“ Trotz steigender Energiepreise, Tod und Zerstörung sowie Sorgen über die Zukunft der Nato und des Nahen Ostens sei der Krieg „perfekt gewesen“, sagte Trump und lobte dabei die Stärke des US-Militärs. [….]

(taz, 17.04.2026)

Donnerstag, 16. April 2026

Das wollen die Wähler definitiv nicht – Teil II

Nachdem ich mich gestern dem demoskopischen Niedergang der sehr rechten CDUCSU widmete, nun ein kleiner Blick auf das Spektrum links der Mitte.

Was wollen eigentlich die Wähler, die nicht rechtsideologisch, xenophob oder destruktiv denken? Mit der Merz-Kleiko sind sie – verständlicherweise – extrem unzufrieden. Sie wollten aber bei der letzten Bundestagspartei partout nicht die bis dahin stärkste Bundestagspartei SPD und bis dahin klar dominierende Kraft des RRG-Lagers wählen. Die Sozis stürzten bekanntlich auf 16,4% ab.

Die Signale des Souveräns an die Sozialdemokraten sind so widersprüchlich, daß sie als Wählerauftrag völlig unbrauchbar sind.

Der größte Hass schlägt der SPD entgegen, wenn sie sich nicht gegen CDUCSU-Pläne durchsetzt und vermeidlich „rechte Politik abnickt“. Das einzige Mittel, mit dem sich die SPD-Fraktion in der Regierung besser durchsetzen kann – nämlich mehr Sitze – beschnitt derselbe Wähler aber massiv.

Der Wählerwille an das Willy-Brandt-Haus lautet also: Seid sehr stark und seid sehr schwach!

Koalitionen und Kompromisse sind die Wesensart unserer parlamentarischen Demokratie. Allein der Wähler bestimmt das Kräfteverhältnis in der Regierungskoalition.  Dieses wurde am 23. Februar 2025 wie folgt festgelegt: 120 Sitze SPD und 208 Sitze CDUCSU. Das bedeutet, die CDUCSU soll sich, gemäß des Wählerwillens, in zwei von drei Fällen durchsetzen. Dabei handelt es sich bereits um die aus linker Perspektive günstigste Regierungskoalition. Es existiert ebenfalls eine rechnerisch stärkere schwarzbraune Mehrheit aus CDUCSU (208) und AfD (152) mit 360 von 630 Stimmen.

Angesichts des Stärken-Verhältnisses von ~ 2:1 (Union zu Sozis) in der Koalition, konnte die SPD mit sieben von 17 Ministerien, überproportional viel erreichen. Mit lediglich 16% stellt sie drei „große“ Minister (Klingbeil, Bas, Pistorius); mit Hubig sogar ein viertes „klassisches Ministerium“.

Letztlich können Gesetze aber nur beschlossen werden, wenn sie eine Mehrheit im Plenum bekommen. 120 von 630 Sitzen sind keine Mehrheit, liebe SPD-Hasser von links.

Wenn das Parlament wie heute, mehrheitlich dagegen stimmt, Schwarzfahrer ins Gefängnis zu stecken, obwohl die eigene SPD-Justizministerin diese Idee angeschoben hatte, tobt wieder die linke Wut. „Verräter“ schallt es durch die linken Blasen. Und ja, auch ich ärgere mich natürlich, weil Gefängnisstrafen absurd teuer für den Staats sind.

Aber, willkommen zurück in der Realität. Die SPD regiert in einer Koalition, in der selbstverständlich „Koalitionsdisziplin“ herrschen muss. Anderenfalls könnte man sich das Vorhaben schenken. Die stärkste Fraktion würde alle Minister stellen (sofern sie jemals eine Kanzlermehrheit zusammenbekäme, aber dafür stünden die Nazis bereit), SPD (sowie Linke und Grüne) hätten gar keinen Einfluss mehr und Merz müsste sich bei jedem Gesetz neue Mehrheiten suchen. Chaos und Unregierbarkeit wären garantiert. Es muss also Koalitionsverträge geben. Die Koalitionsabgeordneten, die rechtlich nur ihrem eigenen Gewissen verpflichtet sind, also niemals gezwungen werden dürfen, wie sie abstimmen, wissen aber um den Wert des vertragstreuen Verhaltens. Sie können in Einzelfällen davon abweichen; wie es einige schwarze Abgeordnete im Fall Brosius-Gersdorf taten. Aber dies führt zu schweren Beben der Koalition. Man kann das nur ganz selten tun, wenn die Koalition nicht platzen soll. Also sind alle Abgeordneten immer wieder „gezwungen“ für eine Maßnahme zu stimmen, die sie eigentlich ablehnen. Oder gegen einen Gesetzesentwurf zu stimmen, den sie befürworten. Das ist das Wesen des Kompromisses, den unsere Verfassung immer dann erzwingt, wenn der Wähler keine absoluten Mehrheiten verteilt. Es ist also kein „Verrat“, wenn eine Partei gegen ihre eigenen Interessen stimmt, sondern notwendig und richtig für das Wohl des Volkes. Ein „Verrat“ an den Prinzipien wäre es, wenn die SPD mit absoluter Mehrheit allein regierte und ohne Koalitionszwang, rechte Politik umsetzte. Absolute SPD-Mehrheiten gab es im Bund aber in den letzten hundert Jahren nicht. Die Sozis müssen immer Kompromisse suchen.

Jeder einzelne Abgeordnete ist dabei gefordert zu bestimmen, wo seine persönliche Grenze liegt. Es gibt selbstverständlich Dinge, die so wenig mit dem Gewissen zu vereinbaren sind, daß man dem Koalitionsdruck widersteht. Der Wähler ist gefordert, seine Volksvertreter so auszuwählen, daß sie diese Gewissensentscheidungen treffen. Wenn man sich dem Koalitionswillen verweigert, weil man wie bei der Besetzung des Verfassungsgerichts sinisteren rechtsradikalen Verschwörungsblogs folgt, führt das zu schweren Erschütterungen des Vertrauens, belastet die Zusammenarbeit im Kabinett enorm.

Das muss aber nicht so sein. Es gibt immer wieder einzelne Abgeordnete, die ausführlich mit ihrem eigenen Gewissen ins Gericht gehen, gegen die eigene Regierung stimmen und dieses Verhalten in persönlichen Erklärungen nachvollziehbar begründen. Dies ist honorig und wird allgemein akzeptiert. Dabei geht es aber eher um grundsätzliche ethische Erwägungen oder Fragen von Krieg und Frieden. Nicht ums Schwarzfahren!

Es sind die gleichen Leute, die auf Bluesky empört auf die SPD eindreschen, weil sie entlang der Koalitionslinie gegen die Schwarzfahr-Entkriminalisierung stimmte, die ebenfalls allergisch auf jeden Streit in der Regierung reagieren.

Auch das ist der (linksliberale) Wählerwille: Die Regierung darf auf keinen Fall streiten und die SPD soll auf jeden Fall ihren Willen erstreiten.

Sie darf nicht brav abnicken und darf nicht aufmucken, während sie aber unbedingt endlich gegen Merz und Dobrindt aufmucken soll und nicht immer so brav sein soll.

Die Harmoniesucht breiter Wählerschichten scheint im politischen Betrieb unangebracht und hochgradig naiv. Dafür sind diese Leute Spitzenpolitiker, daß sie mit allen legalen und parlamentarischen Methoden die Agenda, für die sie gewählt wurden, durchsetzen. Die sympathischen Eigenschaften, die ich mir von einem persönlichen Freund wünsche – Sensibilität, Zurückhaltung, Empathie – sind hinderlich im Bundestag. Erfolgreiche Volksvertreter müssen persönliche Robustheit, Hartnäckigkeit, Penetranz, Misstrauen, Eitelkeit mitbringen. Sie müssen ins Rampenlicht drängen, dürfen nicht zimperlich sein. Sympathisch ist das nicht und es muss Grenzen geben. Es besteht keine Notwendigkeit, unanständig mit Mitarbeitern umzugehen, andere zu demütigen, wie es viele Politsadisten der CDUCSU gern tun. Söder, Seehofer, Kohl, Merz, Reiche und insbesondere Schäuble waren/sind legendär für ihren perfiden Umgang mit „Parteifreunden“. Ihnen bereitet es sadistische Freude, andere „fertig zu machen“. Solche Charaktere sind bei RRG glücklicherweise seltener, aber die Sozis müssen natürlich charakterlich robust genug sein, um tagtäglich mit den Spahns und Klöckners und Merzens umzugehen.

Der Souverän wünscht sich in allen Umfragen „Klartext-Politiker“, die schonungslos die Wahrheit sagen und nicht in wolkigen Phrasen daherreden. Politiker sollen durchsetzungsstark handeln.

Aber Politiker, die so sprechen – wie Peer Steinbrück – werden nicht gewählt, sondern lieber die Konkurrentin Merkel, von der man bis heute nicht weiß, was sie eigentlich wollte, weil sie nur wolkige Allgemeinplätzchen von sich gibt.

Noch schlimmer ergeht es Politikern, die so handeln, wie gewünscht. Die sich nicht ängstlich wegducken, sondern tatsächlich vieles umsetzen – wie Gerhard Schröder – die werden gehasst und abgewählt.

Insbesondere in den Merkel-Koalitionen I, III und IV war die SPD legendär dafür, still, effektiv und fleißig, die Koalitionsvorhaben abzuarbeiten. Ihre Minister waren die Kraftzentren des Kabinetts. Gedankt wurde es ihnen nie. Lieber läuft der Urnenpöbel den unseriösen Schreihälsen Merz, Söder und den AfDlern hinterher. Die werden gewählt, obwohl sie in der Praxis gar nicht liefern.

Am letzten Wochenende, in der Villa Borsig, machte sie SPD alles richtig.

Hinter den Kulissen, Auge in Auge mit den CDUCSU-Vertretern wurden die Samthandschuhe ausgezogen. Sie stritt energisch, beharrte auf ihren Essentials, konnte die größten Brutalitäten der Union abwehren. Es ging zu, wie bei den Kesselflickern.

[….] Beim Spitzentreffen zwischen CDU, CSU und SPD am Wochenende in der Villa Borsig waren die Konflikte offenbar deutlich grundlegender als bisher bekannt. Sogar ein Abbruch und eine Vertagung der Verhandlungen am Tegeler See hatten zeitweise im Raum gestanden, [….] Das hätte bedeutet, dass die Koalition nach stundenlangen Gesprächen ohne Ergebnis auseinandergegangen wäre. Weil aber allen Beteiligten klar gewesen sei, dass man ohne Entlastungssignal nicht vor die Bürgerinnen und Bürger hätte treten können, habe man sich am Ende zusammengerauft, heißt es aus Regierungskreisen. [….]  Aus der Union war während der Verhandlungen über die »Bild« die Forderung lanciert worden, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu reduzieren und einen Karenztag einzuführen. Beides gilt innerhalb der SPD als inakzeptabel, die Forderung wurde als Provokation gewertet. Auch hatte die Union die Abschaffung des gesetzlichen Feiertages am 1. Mai ins Spiel gebracht. Sozialdemokraten nahmen das als Affront wahr. [….] Umgekehrt war die SPD unter anderem bei der Gesundheitsreform nicht bereit, konkrete Reformzusagen zu machen, wie die Union sie sich gewünscht hätte. Auch das Beharren der SPD auf eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne hat aus Unionssicht die Verhandlungen unnötig verkompliziert. SPD-Chef Lars Klingbeil sei getrieben von den Parteilinken und Gewerkschaften, lautet ein Vorwurf.

Die SPD besteht darauf, dass es eine Zusage von Bundeskanzler Friedrich Merz gegeben habe: Würde die EU eine entsprechende Regelung zur Übergewinnsteuer beschließen, würde man sie mittragen. Am Ende fand dieser Kompromiss auch Eingang ins Verhandlungsergebnis. [….]

(SPON 14.04.2026)

Der Streit fand genau dort satt, wo er hingehört: Auf der Sachebene, nicht zur Inszenierung vor den Kameras. Die SPD konnte, relativ zu ihren mickrigen 16%, viel erreichen und verhielt sich auch anschließend mustergültig.

Sachlich und ruhig vertritt sie jetzt die gefundenen Kompromisse.

Die Wähler regieren mit purem Undank.

Die SPD sei nur ein willfähriger Anhang der CDU. „Danke für nichts“.

Die SPD wird dafür gehasst, wenn sie streitet, die SPD wird dafür gehasst, wenn sie nicht streitet.

Mittwoch, 15. April 2026

Das wollen die Wähler definitiv nicht – Teil I

Wenn man die Seriosität von politischen Umfrage-Instituten beurteilen will, gibt es ein einfaches Mittel. Man sieht sich deren letzte Zahlen vor einer Wahl an und vergleicht sie mit dem realen Ergebnis.

Yougov sagte am 21.02.2025 die 48 Stunden später stattfindende Bundestagswahl extrem präzise voraus; nur die Grünen schnitten 1,4 Prozentpunkte schwächer ab. Alle anderen Parteien traf Yougov auf 0,5 Prozentpunkte genau.

Insofern gibt es gute Gründe, auch die aktuellsten Zahlen ernst zu nehmen, die nichts weniger, als ein CDUCSUSPD-Totaldesaster prognostizieren.

CDU 23%, AfD 27% im Bund. Auch INSA und FORSA sehen die AfD als stärkste Partei.

Ich bin es schon Leid, immer wieder die Prahlerei des Merz zu wiederholen, er könne mit seinem konsequent migrantenfeindlichen Kurs, die AfD halbieren.

"Wir können wieder bis zu 40% erzielen und die AfD halbieren. Das geht! Aber wir selbst müssen dafür die Voraussetzungen schaffen. Das ist unsere Aufgabe.“ #merz #CDUVorsitz #cdupt18 @CDU

(Friedrich Merz, 15. Nov. 2018)

Als der heutige Kanzler das hinausposaunte, lag die CDUCSU bei 33% und die AfD bei 12%. Seit der Sauerländer Simpel Anfang 2022 Partei- und Fraktionsvorsitzender wurde, tat er das, wovon alle Experten und alle Studien abraten. Er kopierte die AfD-Positionen, rückte nach rechts, verschaffte den Nazis mehr und mehr Legitimation. Er machte den Rechtspopulismus endgültig salonfähig. Die Konsequenzen sind exakt die Erwarteten: Die Leute wählen das Original. Wie immer. Wie es die Wissenschaftler der eigenen Konrad-Adenauer-Stiftung analysierten. Wie es der einstige CSU-General Blume 2020 formulierte: "Du kannst ein Stinktier nicht überstinken."

Es ist also kein bißchen verwunderlich, daß Merz, Dobrindt, Klöckner, Söder, Spahn und Linnemann die Nazis immer stärker machen und die eigene Partei schrumpfen.

Lediglich die frappierende Erkenntnisresistenz der Schwarzen erstaunt.

Es gibt drei Erklärungsansätze für das parteisuizidale Verhalten, die sich gegenseitig nicht ausschließen. Die CDUCSUler…

1.   Sind dumm, wie Bohnenstroh und begreifen den Zusammenhang zwischen Übernahme der Nazi-Positionen und Stärkung der Nazipartei immer noch nicht.

2.   Teilen die destruktiven AfD-Positionen.

3.   Arbeiten aktiv auf ein schwarzbraunes Bündnis, wie 1933, hin.

Bei Merz und Linnemann sehe ich insbesondere Punkt 1, aber auch 2 am Werk. Klöckner und Spahn stehen eher für Punkt 3.

Der Fritzekanzler untermauert die Yougov-Zahlen mit seinen persönlichen Werten; er ist den Negativ-Rekordkanzler.

[…..] Merz am Tiefpunkt!

Der IranKrieg, die Wirtschaft und die Spritpreise sind laut der neuesten Forsa-Umfrage für RTL und ntv mit Abstand die wichtigsten Themen für die Menschen in Deutschland. Noch bemerkenswerter ist aber, dass in dieser Krisenzeit der Kanzler und die Regierung immer weiter an Zustimmung verlieren: 80Prozent sind mit Bundeskanzler FriedrichMerz (CDU) unzufrieden.

Horror-Zahlen für den Kanzler

Das ist der schlechteste Wert, den forsa für Merz seit seinem Amtsantritt als Bundeskanzler bislang gemessen hat. Erstmals ist auch die Mehrheit der UnionsAnhänger mit dem Kanzler unzufrieden. Die HauptKritikpunkte an Merz auch bei UnionsAnhängern sind vollmundige Ankündigungen ohne Folgen (23%), gebrochene Wahlversprechen (22%), keine klare Linie, widersprüchliches Agieren (14%) und mangelnde Führungsstärke (13%).  [….]

(RTL, 14.04.2026)

Mich verblüffen nicht die 80% Ablehnung, sondern staune, daß es immer noch jeder Fünfte ist, der nicht schreiend weglaufen will, wenn Merz auftaucht.

Eins ist sicher, für Merz wird es weiter bergab gehen.

Der Mann macht nicht nur inhaltlich alles falsch, blamiert sich im Ausland, ruiniert Deutschlands Zukunft, hält katastrophal unfähige Minister im Amt (Weimer, Reiche, Warken, Prien), sondern er ist auch noch charakterlich verdorben. Seine Mitarbeiter mögen ihn nicht, die Koalitionspartner vertrauen ihm nicht. Zudem leidet der arme Mann an politischer Koprolalie und schafft kaum einen Auftritt, ohne irgendjemanden zu beleidigen. Sein Umfeld muss nach den Äußerungen des Chefs immer wieder Schadensbegrenzung betreiben, das einfangen, was er gesagt, aber angeblich nicht gemeint hat.

Auch das ist eine Erkenntnis aus dem ersten Jahr Merz-Kanzlerschaft: Ja, sein völliger Erfahrungsmangel wurde erwartungsgemäß zu seinem riesigen Problem. Aber noch fataler ist seine Dummheit. Merz ist einfach nicht klug genug für das Amt. Er plappert immer wieder los, ohne sich den Konsequenzen seiner Worte bewußt zu sein. Er macht täglich dieselben Fehler, ohne auch nur ein My dazu zu lernen.

In der Konsequenz wird die ökonomische und soziale Lage Deutschlands jeden Tag prekärer. Die Zukunft wird systematisch ruiniert. Aber der maximal unbeliebte Kanzler und seine als Ministerin getarnte apokalyptische Gas-Lobbyistin bleiben im Amt, weil die Wähler auch nicht lernen.

So reagiert der Urnenpöbel auf das Merz/Reiche-Desaster:

Landtagswahl Baden Württemberg am 08.03.26

CDU PLUS 5,6%

AfD PLUS 9,1%

Grüne MINUS 2,4%

SPD MINUS 5,5%

Landtagswahl in Rheinland Pfalz am  22.03.26

CDU PLUS 3,3%

AfD PLUS 12,2%

SPD MINUS 9,8%

Grüne MINUS 1,4%

Das heißt für die schwarzbraunen Fossillobbyisten: Die Deutschen WOLLEN verarscht werden. Es ist keine bessere Regierungsmehrheit in Sicht. Rot und Grün und Links sind out. Der Souverän will in fast allen Bundesländern (außer Hamburg) in die Hitze-Apokalypse, in die kulturelle Wüste und den völligen ökonomischen Niedergang.

Und morgen ein paar Worte zur SPD.

Dienstag, 14. April 2026

Antiamerikanismus, Antisemitismus, Islamophobie

Ronen Steinke fasste es vor vier Tagen wieder einmal genial einfach in Worte.

Es gibt gute Gründe, die Politik von Erdoğan entsetzlich zu finden. Aber null Gründe, deshalb einen Döner-Grill irgendwo anzugreifen.

Es gibt gute Gründe, die Politik von Netanyahu entsetzlich zu finden. Aber null Gründe, eine israelische Bar in München anzugreifen.

Solidarität mit dem #eclipse

(@ronensteinke.bsky.social, 10.04.2026)

Das ist gruppenbezogener Menschenhass, wenn einzelne Personen aufgrund irgendeiner zufälligen Zugehörigkeit (Ethnie, Nationalität, sexuelle Orientierung, Religion) gehasst, beschimpft, verletzt werden.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird aufgrund der Merkmale, die einer Gruppe zugeschoben werden, oft pauschalisiert. Ich tue das auch:

DIE Amerikaner sind total verblödet, weil sie 2024 Trump wieder gewählt haben.

DIE Deutschen sind total verblödet, weil sie sich Anfang 2025 Merz, Klöckner, Spahn und Dobrindt in die Top-Ämter gewählt haben.

DIE Berliner sind total verblödet, weil sie immer noch vorhaben, die Wegner-CDU zur klar stärksten Kraft zu machen.

 

Aber Vorsicht! Das kann niemals bedeuten, jeden einzelnen Deutschen oder US-Amerikaner dafür verantwortlich zu machen. Denn selbstverständlich sind diese Gruppen heterogen und beinhalten viele Individuen, die anders als das adressierte Klischee sind.

In seinem vorletzten Buch „Judenhass“ (Berlin Verlag 2024) dröselt Michel Friedman die Situation auf und erklärt in leicht verständlichen Worten, was judenfeindliche linke Akademiker und Kunstschaffende bedenken sollten.

[….] Die Documenta in Kassel  hat in aller Deutlichkeit gezeigt, dass BDS* auch ein eliminatorisches Prinzip formuliert. Selbst die bekanntesten Wissenschaftler, Künstlerinnen, Musiker sollen nicht mehr auf­treten dürfen, bekommen also ein lebenslanges Berufsverbot, nur weil sie israelische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind. Selbst wenn sie sich gegen die Regierung auflehnen, ihre Politik also verurteilen und für eine Zweistaatenlösung kämpfen, ändert das nichts an dem Bann. Sie sind Juden und als solche verdächtigt, angeklagt. Verurteilt. Eine Kollektivstrafe, die der Einzelne nicht aufheben kann. Diese autoritäre, größenwahnsinnige Haltung, die auch von vielen Nichtjuden aus unterschiedlichen Gründen als mutig und konsequent angesehen wird, ist Antisemitismus. Boykott ist immer undifferenziert. Wenn also wie bisher israelische Musiker, Wissenschaftlerinnen und Künstler nicht mehr auftreten dürfen, nur weil sie Israelis sind, und dies als gerecht empfunden wird, ist das für mich ein Ausdruck blinder Selbstgerechtigkeit.  [….]

(M. Friedmann, zitiert aus dem SPIEGEL, 27.01.2024)

* Boycott, Divestment and Sanctions ist eine transnationale politische Kampagne, die den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will.

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Israelkritik, scharfe Worte gegen die Israelische Regierung, internationale Strafverfolgung Netanjahus sind nicht nur legitim, sondern unbedingt geboten! Antisemitismus hingegen ist niemals zu rechtfertigen!

 (….)  Es ist nicht nur erlaubt, sondern unbedingt notwendig, Netanyahu in die Parade zu fahren, ihn mit scharfen Worten zu attackieren, alle rechtlichen und diplomatischen Mittel gegen ihn zu nutzen. Der Mann ist ein Verbrecher, der Myriaden tote Zivilisten auf dem Gewissen hat und Krieg führt. Daher ist es moralisch geboten, sich gegen Bibi zu stellen. Es ist aber auch ein Akt der Fürsorge für das Land Israel; denn die Sicherheit der eigenen Bevölkerung talibanisiert der Regierungschef erst Recht, indem er systematisch internationalen Hass auf seine Nation zieht.

Da ich in einem ausgesprochen Israel-freundlichen Haushalt aufwuchs, gruselt es mich sehr, überall in der westlichen Welt enorme Israel-Verachtung im Studenten-Milieu zu sehen. Das ist bei mir emotional mit einem riesigen „das tut man nicht!“ versehen. Aber angesichts der geschilderten politischen Lage, bin ich natürlich auch nicht verwundert, wenn die Beliebtheit Israels bei Teens und Twens, irgendwo zwischen Fußpilz und Mundfäule liegt. Natürlich ist die Bereitschaft zu Nüchternheit und Differenzierung, angesichts der seit Jahren andauernden Flut apokalyptischer Bilder, nicht mehr ausgeprägt. Es hat sich so viel Wut und Verzweiflung angesammelt, daß ein emotionales Ventil herbeigesehnt wird. Man will das Morden stoppen, dem Krieg Einhalt gebieten und die strafen, die skrupellos weitermachen.

Sanktionen, Ächtungen, Boykotte, nicht mit einem Israelischen Sänger beim ESC rumhopsen; irgendetwas, das Israel weh tut.  Aber Achtung; das meiste davon ist amoralisch und trifft die Falschen. (….)

(Scharfe Netanyahu-Kritik ohne Antisemitismus, 12.09.2025)

Ronen Steinke, Michel Friedman und viele andere müssen es den Deutschen leider immer und immer wieder erklären. Dennoch bleibt das schmollende, verschwörungstheoretische „Man darf ja nichts gegen Israel sagen!“ virulent.

 So wie schon mit Trumps ersten Amtsantritt die Zahl der Hassverbrechen sprunghaft anstieg, haben auch die rechtsradikalen Diskursverschiebungen in Deutschland – befeuert von AfD, CDUCSU, Aiwanger und Kubicki – selbstverständlich Auswirkungen. Die Hemmschwellen sinken, immer mehr einzelne Xenophobe, Homophobe fühlen sich ermutigt, ja geradezu verpflichtet, Hatecrimes zu begehen.

Die homophoben und transphoben Übergriffe in Deutschland und den USA werden seit Jahren immer mehr.

[…] Fast 24 antisemitische Vorfälle pro Tag - die Meldestelle RIAS verzeichnet für 2024 einen drastischen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Der Antisemitismusbeauftragte Klein warnt mit Blick auf den Nahostkrieg vor kollektiven Schuldzuweisungen.

Die Zahl antisemitisch motivierter Vorfälle in Deutschland ist 2024 erneut drastisch gestiegen. Der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) dokumentierte im vergangenen Jahr 8.627 Vorfälle - ein Anstieg um fast 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Statistisch bedeutet das: Täglich ereigneten sich fast 24 antisemitische Vorfälle, 2023 waren es noch etwa 13 pro Tag. "Für Jüdinnen und Juden bleibt der Antisemitismus in Deutschland ein alltagsprägendes Phänomen", heißt es in dem Bericht. […]

(Tagesschau, 24.06.2025)

Gewalt ist immer falsch. Antisemitismus ist immer falsch. In Deutschland und überall.

[…] So viel tödliche Gewalt wie seit 30 Jahren nicht mehr: Antisemitismus laut Bericht weltweit auf Höchststand […] Die Zahl schwerer antisemitischer Straftaten ist laut einem Bericht im vergangenen Jahr weltweit auf den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten gestiegen. Laut dem aktuellen Jahresbericht der Tel-Aviver Universität wurden im vergangenen Jahr 20 Juden bei vier Anschlägen auf drei Kontinenten getötet. Dies sei die höchste Zahl von Todesopfern antisemitischer Angriffe seit mehr als 30 Jahren. Gleichzeitig hätten in vielen Ländern die Zahl von Übergriffen wie Schlägen oder Steinwürfen zugenommen. […]

(SPON; 14.04.2026)

DIE Juden sind selbstverständlich nicht „schuld am Antisemitismus“. Aber die rechtsradikale israelische Regierung befördert ihn unter anderem dadurch, daß sie legitime Kritik an ihrem Handeln, fälschlich mit dem Todschlagargument Antisemitismus abwehrt.

[…] Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat Haftbefehle gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, den früheren Verteidigungsminister Joav Galant und gegen einen Anführer der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen erlassen. Die Richter in Den Haag stimmten einem Antrag des Chefanklägers Karim Khan vom Mai zu, LTO berichtete. Netanjahu und Galant stehen danach unter dem Verdacht von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit dem 8. Oktober 2023 im Gazastreifen. […] Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat die internationalen Haftbefehle gegen sich und Ex-Verteidigungsminister Joav Galant als “antisemitische Entscheidungen” bezeichnet. Sie sei von "voreingenommenen Richtern, getrieben von antisemitischem Hass gegen Israel" getroffen worden, stand in einer Erklärung seines Büros.  […]

(LTO, 21.11.2024

 […] Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich ist nach einer Verbalattacke gegen Kanzler Friedrich Merz (CDU) im eigenen Land in die Kritik geraten. Smotrich hatte Merz wegen seiner Aussagen zur israelischen Siedlungspolitik im Westjordanland scharf angegriffen.

„Herr Bundeskanzler, die Zeiten, in denen Deutsche Juden vorschrieben, wo sie leben durften und wo nicht, sind vorbei und werden nicht wiederkehren. Sie werden uns nicht erneut in Ghettos zwingen, schon gar nicht in unserem eigenen Land“, schrieb der rechte Politiker am Montagabend auf der Plattform X unter Anspielung auf die Herrschaft der deutschen Nationalsozialisten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Rund sechs Millionen Kinder, Frauen und Männer wurden durch das NS-Regime ermordet. […] Dazu verlinkte Smotrich eine englischsprachige X-Mitteilung des CDU-Politikers zu einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Darin schreibt Merz, die Entwicklungen in den palästinensischen Gebieten bereiteten ihm „große Sorge“. In seinem Telefonat mit Netanjahu habe er deutlich gemacht: „Eine faktische Teilannexion des Westjordanlandes darf es nicht geben“. […]

(DPA, 14.04.2026)

Auch diese entsetzlichen und perfiden Äußerungen Smotrichs und Netanjahus rechtfertigen selbstverständlich keinen Antisemitismus. Jede einzelne antisemitische Straftat bleibt verachtenswert.

Selbstverständlich verstärken aber prominente Repräsentanten eines Volkes, auf internationaler Ebene, positive und negative Vorurteile. Pauschale Urteile.

Weil Trump maximal unsympathisch ist, sinkt das Ansehen „der Amerikaner“ weltweit rapide.

Sogar China genießt inzwischen international mehr Zustimmung als Trumpmerica.

[….] While neither country commands broad support, China surpassed the United States in global approval ratings in 2025, with a median of 36% approving of China’s leadership, compared with 31% for the U.S. China’s five-percentage-point advantage over the U.S. is the widest Gallup has recorded in China’s favor in nearly 20 years.

The recent shift reflects a decline in U.S. ratings alongside an increase for China. Median approval of U.S. leadership fell from 39% in 2024 to 31% in 2025, returning to earlier lows, while China’s approval rose from 32% to 36%.

At the same time, disapproval of U.S. leadership rose to a record-high 48%, while China’s disapproval rating remained flat at 37%. […]

(Gallup, 03.04.2026)

Man mag das als ungerecht empfinden, weil die Mehrzahl der US-Amerikaner sich ebenfalls von Trump abgestoßen fühlt. Aber sie haben sich auch als unfähig erwiesen, den imbecilen Wüterich aus dem Weißen Haus fern zu halten.

Deswegen fallen die internationale Blamagen-Tour des Fritze Merz und sein neuer Rekord als unbeliebtester Regierungschef der westlichen Welt auch auf alle Deutschen zurück.

[…] Schockierende Zahlen: Kanzler Merz sogar unbeliebter als Trump und Erdoğan […] In 24 Demokratien haben Forscher des US-Meinungsforschungsinstituts Morning Consult die Beliebtheit ihrer Staats- und Regierungschefs miteinander verglichen. Dafür wurden Erwachsene in den entsprechenden Ländern befragt. […] Der Bundeskanzler schaffte es auf Platz 1 mit 76 % unzufriedener Bürger. Immerhin: 19 % der Befragten gaben an, zufrieden mit seiner Arbeit zu sein. Die restlichen Prozent stimmten für "weiß nicht oder keine Meinung".[…]

(Euronews, 13.04.2026)

 Ja, sicherlich ist es unfair gegenüber den RRG-Wählern, die Merz ebenfalls verabscheuen. Aber Pauschalisierungen sind Realität. Schließlich kann niemand jeden einzelnen der 82 Millionen Menschen in Deutschland ansprechen. Wir müssen also damit leben, pauschal abgewertet zu werden, weil wir es mehrheitlich nicht vermochten, Scholz oder Habeck ins Kanzleramt zu schicken.

Es ist falsch, Israel-Kritik und Judenhass zu verquicken. Es gibt in Israel viele Bibi-Kritiker und es gibt unter den Israelischen Staatsbürgern viele Atheisten, aber auch Christen und Muslime.

Dummerle Merz weiß das natürlich nicht.

(….)  Merz plappert bar jeder Grundkenntnis antisemitische Codes von der „Judenfahne“ nach.

[….] Totalausfall von Friedrich Merz: [….]

Der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz hat mit gleich mehreren Äußerungen in seiner letzten Wahlkampfrede für Empörung gesorgt. Unter anderem bezeichnete er die israelische Fahne als „Judenfahne“ und verbreitete Lügen über die Demonstrant:innen, die gerade im ganzen Land gegen rechts auf die Straße gehen. Nicht nur in den sozialen Medien hagelte es Kritik.

Wörtlich stelle Merz in seiner Rede bei der Wahlkampf-Abschlussveranstaltung in München die rhetorische Frage, wo der „Aufstand der Anständigen“ geblieben sei, „als in diesem Land Palästinenserflaggen geschwenkt wurden, ‚From the River to the Sea‘ gesungen wurde, als Judenfahnen, als Fahnen des Staates Israel verbrannt wurden?“ [….] Die Berliner Grünen-Politikerin Bettina Jarasch kommentierte das am Wahlsonntag auf X: „‚Judenfahnen‘, Herr @FriedrichMerz? Echt jetzt? Noch alle Tassen im Schrank?“, schrieb die Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der vergangenen Landtagswahl in der Hauptstadt. […] Laut der International Holocaust Remembrance Alliance stellt es eine Form von Antisemitismus dar, den Staat Israel mit dem Judentum gleichzusetzen. In rechtsextremen Kreisen ist es weit verbreitet, die israelische Fahne als „Judenfahne“ zu bezeichnen. [….]

(Daniel Bax, 23.02.2025)

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der Mann, der sich von Amtswegen auskennen sollte, debakuliert sogar noch peinlicher als sein Herr. […] [….]  (….)
(Wieso ich mich so sehr für Deutschland schäme, 18.08.2025)

Wir, die deutschen Wähler, wußten das alles und schickten dennoch Fritze Merz ins Kanzleramt.

Und ja, selbstverständlich ist es doppelt unfair, alle Israelis für Bibi und sein Kabinett in Haftung zu nehmen. Darüber hinaus auch noch alle Juden für Israel in Haftung zu nehmen.

Aber niemand kann davon überrascht sein, daß genau das passiert. Bibi Netanjahu gilt als der international am meisten gehasste Regierungschef. Natürlich strahlt das auf das Image aller Israelis aus, gefährdet alle Juden in der Welt, auch wenn sie als säkulare Staatsbürger Netanjahu verachten und in London leben. Oder wenn sie gar keine Verbindungen zum Staat Israel haben und als atheistische Deutsche Dein ganz normaler Nachbar sind.

Montag, 13. April 2026

Wann zum Teufel reicht es den MAGAs?

Finge man an, alle Desaster der Trump-Regierung, die Lügen, Misserfolge und Attacken auf die Verfassung, die Korruption und Kriminalität, aufzulisten, wäre man wochenlang beschäftigt.

Nach gängiger Meinung der US-Analysten, gab es vier Hauptmotivationen der Trumpwähler: Die Erwartungen, er würde den Kirchen mehr Einfluss verschaffen, die Wirtschaft in Schwung bringen, alle Migranten rauswerfen und die USA aus teuren Kriegen raushalten.

So lauteten seine Versprechungen.

Mit dem ICE-Terror wurde übererfüllte er eins der Versprechen so sehr, daß die meisten US-Amerikaner abgestoßen sind.

Die Wirtschaft schmiert ab unter Trump.
 

Der Antikriegspräsident gefällt sich als Krieger, ließ bereits Bombardierungen und/oder militärische Aktionen gegen Venezuela, Iran, Irak, Syrien, Somalia und Nigeria durchführen. Mit dem Irakkrieg startete er ein bisher 100 Milliarden US-Dollar teures Megadesaster.

All das kratzt bisher nicht an Trumps Macht.

(….)  Als ob man nicht genug Problem in der Welt hätte, um sich mühelos 24/7 mit aktuelle  politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Themen zu befassen.

Aber die elende orange Vollkatastrophe Trump, seine verbrecherischen Cronies Orbán, Netanjahu und Putin, sowie die hausgemachte Unfähigkeit Brüssels und Berlins, lassen einem keine Wahl.

Stets muss man, gebannt wie das Kaninchen vor der Schlange, gen Washington starren, um den neuesten potentiell weltzerstörenden Wahnsinn des US-amerikanischen Präsidenten zu verfolgen. Was wird Tangerine Turd heute wieder anrichten? Dabei hat man sich längst eine schwere Überdosis Trump zugeführt und kann das Gesicht einfach nicht mehr ertragen, die grotesk gestammelten Worte nicht mehr hören, den Gesamtpeinlichkeit nicht mehr verkraften.

Ich halte es nicht mehr aus, wie seine Project25-Apologeten um ihn herum, nicht müde werden, ihren buchstäblich stinkenden senilen Psychopathen zu bejubeln.

Heerscharen rechter Kommentatoren und Journalisten schwärmen nach jedem neuen großen verbalen Schiss in seine präsidialen Windeln aus, um sich als loyalste Trump-Bewunderer zu inszenieren.

Das gesamte US-amerikanische System ist Rott: Politik, Bildung, Medien, Wirtschaft, Justiz, Moral. Don Lemon gräbt bei seinen Straßenumfragen auf der Suche nach enttäuschten Trump-Wählern (die es wirklich in immer größerer Menge gibt), fatal verblödete Exemplare aus. Gebildete Männer in guter Kleidung, die sich zerknirscht über die Benzinpreise zeigen, aber voll von der Klugheit Trumps überzeugt sind. (….)

(We’re all tired of this shit, 08.04.2026)

Der gewichtigste Grund, Trump endlich aus seinem Amt zu entfernen, liegt aber in seiner offenkundigen mentalen Umnachtung.

[….]  Die US-Verfassung regelt in ihrem 25. Zusatzartikel, wie eine Präsidentschaft vorzeitig beendet werden kann. Ein Passus betrifft die vorübergehende Übertragung der Aufgaben des US-Präsidenten auf den Vizepräsidenten wegen temporärer Amtsunfähigkeit. Die Zeit für diese Regel sieht der ehemalige CIA-Direktor John Brennan mit Blick auf US-Präsident Donald Trump nun gekommen.

»Dieser Mann ist eindeutig geisteskrank«, sagte Brennan in Bezug auf Trump dem US-Mediendienst »MS Now« . Der 25. Verfassungszusatz sei demnach für Trump geschrieben worden. Brennan begründete seine Forderung mit den Äußerungen Trumps im Krieg gegen Iran. Der US-Präsident hatte unter anderem mit der »Auslöschung der iranischen Zivilisation« gedroht.

Brennan, der unter Ex-Präsident Barack Obama die CIA leitete, fügte hinzu, Trump sei ein zu großes Risiko, als dass man ihn weiterhin als Oberbefehlshaber der Streitkräfte einsetzen könne. Trump dürfe demnach nicht länger über das US-Atomwaffenarsenal bestimmen.

Mit der Forderung ist der ehemalige CIA-Direktor nicht allein. Auch mehrere US-Demokraten drängen auf die Anwendung des 25. Verfassungszusatzes. Die Regelung erlaubt dem US-Kabinett, einen amtierenden US-Präsidenten des Amtes zu entheben, wenn dieser »nicht in der Lage ist, die Befugnisse und Pflichten seines Amtes auszuüben«. [….]

(SPON, 13.04.2026)

Aber auch der für jeden sichtbare Wahnsinn ihres orangen Helden stört die MAGAs nicht.

In den letzten zehn Jahren gab es je Woche einen neuerlichen Trump-Tiefpunkt, der immer wieder diese irrationale Hoffnung aufkommen ließ: „Reicht es den Trumpanzees jetzt? Werden sie sich abwenden von ihm?“

Nachdem aber diese Hoffnungen 500 Wochen lang, 500 mal enttäuscht wurden, sollte einem jeder Optimismus ausgetrieben sein.

Aber nun kommt der 501. Hoffnungsschimmer: Trump wirft sich gegen den Papst in die Schlacht. Ausgerechnet den US-Amerikaner Bob Prevost!

Ist es nun soweit? Könnte sein Pope-Beef Trump endlich ein erfolgreiches Impeachment einbringen?

Wahrscheinlich nicht.

Die prominenten GOP-Katholiken JD Vance, William Barr, Marjorie Dannenfelser, Rudy Giuliani, Steve Bannon, Newt Gingrich, Marco Runio, Elise Stefanik, Leonard Leo, Kevin Roberts, Kellyanne Conway, Matt and Mercedes Schlapp müssen nicht überlegen, wenn sie sich zwischen ihrem Papst und ihrem obersten religiösen Führer Trump entscheiden sollen: Sie rammen dem ersten US-Papst der Geschichte ohne zu zögern ein Messer in den Rücken.

Sonntag, 12. April 2026

Mit weniger zufrieden sein.

Viktor Orbán war der beste Freund Helmut Kohls. Er besuchte ihn in Oggersheim, so oft es ging. Bis zum Schluß. Kohl wünschte ihn sich als Hauptredner auf seiner Trauerfeier. Viktor Orbán war der Serien-Parteitags-Ehrengast der rechtspopulistischen CSU, wurde von Stoiber und Seehofer geherzt. Viktor Orbán ist der Held der europäischen Nazis, das Idol der AfD. Viktor Orbán wird bejubelt von Dunkelkatholiken, Nazi-Schwurblern und Verschwörungstheoretikern jeder Art.

[….] Warum Orbán die Ungarn-Wahl gewinnen muss [….]  

Mit einem pointierten Beitrag unter dem Titel „Lieber Viktor Orbán“ hat der Publizist Matthias Matussek dies in seine Kolumne in der „Weltwoche“ mit wenigen Worten treffend herausgearbeitet:

Es gehet tatsächlich nun um eine Grundsatzentscheidung. An Orban gerichtet: „Ihre Bürger haben nun die Wahl, ob sie ihre Unabhängigkeit und Freiheit behalten wollen“, schreibt er und zeichnet damit ein Bild eines Europas im Spannungsfeld zwischen nationaler Selbstbestimmung und supranationalem Einfluss. Die EU bezeichnet er dabei zugespitzt als „bankrotte EU-Nomenklatura“, die anderen Staaten ihre Agenda aufzwingen wolle. [….]  Besonders deutlich wird seine Haltung in der Migrationsfrage. Er warnt vor offenen Grenzen und beschreibt ein mögliches EU-Diktat für Ungarn mit den Worten: „Ungarn müsste die Grenzen öffnen, unter anderem für Islamisten“. [….] Matussek sieht Orbán als historischen Kämpfer für Freiheit und ruft ihn direkt auf: „Stören Sie weiter, bitte, für uns alle.“ [….]

(David Berger, 11.04.2026)

Vitor Orbán wird von allen menschenhassenden Unsympathen hofiert. Nicht nur von Hobby-Nazis im Bürgergeld-Bezug, die ihren Hass in die Welt hinausbloggen, sondern genauso von den drei mächtigsten Kriegstreibern, Kriegsherren und mutmaßlichen Kriegsverbrechern, von denen zwei mit internationalem Haftbefehl gesucht werden: Trump, Putin und Netanjahu. Wie immer, wenn sich der Abschaum gegenseitig unterstützt, geschieht das nicht aus Zuneigung oder ausgeprägter Solidarität, sondern um den gleichen gruppenbezogenen Menschenhass zu frönen. Trump, Orbán, Putin und Netanjahu hassen gleichermaßen Queere, Muslime, People Of Color, emanzipierte Frauen, Menschrechte, Sozialisten, Klimaschutz, die Ukraine, die EU  und insbesondere die Demokratie. Sie alle schleifen die Gewaltenteilung, die freie Presse, die unabhängige Justiz, lassen politische Gegner verfolgen. Für diesen gemeinsamen Hass, zogen sie alle Register, um Viktor Orbán an der Macht zu halten.

Vergebens.

[….] Orbán gratuliert Magyar zum Wahlsieg

Die Tisza-Partei von Oppositionsführer Magyar liegt nach Auszählung von knapp der Hälfte der Stimmen in Führung und kommt möglicherweise auf eine Zweidrittel-Mehrheit.

Ungarn steht vor einem Regierungswechsel und Regierungschef Viktor Orbán nach 16 Jahren vor der Abwahl. Bei der Parlamentswahl am Sonntag kommt die pro-europäische Partei Tisza um ihren Chef Peter Magyar nach Auszählung von knapp der Hälfte der Stimmen nach Angaben der Wahlkommission auf 135 Mandate im 199 Sitze umfassenden Parlament. Sie hätte damit auch knapp eine Zweidrittel-Mehrheit sicher, die Beobachtern zufolge nötig ist, um zu einem echten Politik-Wechsel zu kommen.

Bis zur Schließung der Wahllokale zeichnete sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab.  […]

(Sueddeutsche.de, 12.04.2026)

Das sind sehr gute Nachrichten aus Budapest; insbesondere weil Viktor Orbán, anders als Trump, die Niederlage akzeptiert.

Mutmaßlich löst das viele Probleme der EU, wird der Ukraine helfen und Putin schaden.

Selbstverständlich hätte ich als Ungar auch Tisza gewählt, weil Péter Magyar die einzige Chance war, das Orbán-Regime zu stürzen.

Als Amerikaner geht es mir genauso. Es war de facto völlig egal, wer 2016, 2020, 2024 für die Demokraten antrat. Meine Stimme bekam er/sie sowieso, weil die Alternative Trump hieß.

Péter Magyar, 45, Rechtsanwalt, Sprößling einer erzkonservativen Juristenfamilie und langjähriger Mitstreiter Orbáns, ist dabei alles andere, als ein linksgrünversiffter Alliierter. Er ist konservativ, sitzt im EU-Parlament in Webers rechter EVP-Fraktion, die sich mit der AfD verbündet, um klimaschädliche und migrantenfeindliche Vorhaben durchzusetzen.

[….] Die heutige Ex-Frau von Peter Magyar ist Judit Varga, Orbans ehemalige Justizministerin. Sie verlor wegen eines Pädophilie-Skandals in der Fidesz-Partei alle ihre Ämter.   Ein Fidesz-Mann hatte sexuellen Missbrauch von Kindern gedeckt und wurde verurteilt. Es gab daraufhin den Befehl, diesen Mann zu begnadigen, und Judit Varga musste die Begnadigung unterzeichnen. Für Peter Magyar war sie am Ende das Bauernopfer.

Er wurde so wütend, dass er über die Fidesz-Partei auspackte, über Korruption und Machtmissbrauch. Peter Magyar wurde zum Whistleblower und zum Helden und Hoffnungsträger für viele Menschen, die eine Veränderung im Land wollten aber kein Vertrauen in die ungarische Opposition haben.  […..]

(Tagesschau, 11.04.2026)

Oppositionelle, die mal erfolgreich (Péter Magyar, Ahmed al-Scharaa), mal nicht erfolgreich (Alexej Nawalny, Reza Pahlavi, Ekrem İmamoğlu) gegen Autokraten vorgehen, sind keineswegs immer sympathische demokratische Männer, oder Helden, die man wie Nelson Mandela oder Zoran Đinđić bewundert, gar verehrt.

Nawalny war Nationalist, Antisemit und homophob, al-Scharaa sogar al-Kaida Terrorist.

Isabel Schayani fragte ihre Freunde im Iran, wieso sie sich denn bloß auf die Seite des Schah-Sohns für die Monarchie erwärmen könnten. Sie reiste selbst durch Syrien und fragte glückliche Assad-Opfer, wie sie einem ehemaligen Terroristen zujubeln könnten.

Man antwortete ihr sinngemäß: Du kommst aus dem Westen, aus einer Demokratie und bist gewöhnt, Auswahl zu haben. Wir haben diesen Luxus nicht. Wir haben nur diese eine Person, in die wir unsere Hoffnung legen können.

So muss man das wahrscheinlich auch in Ungarn betrachten: Was Péter Magyar vermochte, sich in einem seit 16 Jahren von der Demokratie abrückendes System, in dem Sonnenkönig Viktor alle Trümpfe in der Hand hielt, demokratisch durchzusetzen, ist ein heldenhafte Großtat!

Mein politischer Freund, ist er deswegen noch lange nicht.

Samstag, 11. April 2026

Größenwahn

Natürlich unterstütze ich meine Partei, die SPD, immer gern. Insbesondere in Hamburg, dem stabilsten Bundesverband. Unter den 16 Länderregierungschefs ist Peter Tschentscher mit Sicherheit der beste und die im Vergleich mit anderen Stadtstaaten und Flächenländern überragenden Wirtschaftsdaten, zeigen es seit 2011 eindeutig. Rot kann es.

Zudem sind wir Hamburger eins der letzten Fleckchen der Bundesrepublik Deutschland, in der es keine breiten schwarzbraunen Mehrheiten gibt. Wir mögen Merz nicht, wir mögen die AfD nicht, wir mögen Ploß nicht.

Damit es auch so bleibt, gönne ich Tschentscher jeden Erfolg.

Mir gefällt, wie sich Hamburg in der Welt positioniert. Wir sind die zweitgrößte deutsche Stadt, kratzen an der Zwei-Millionen-Bewohner-Marke, haben eine starke Sogkraft, liberales politisches Klima, sind die klar internationalste deutsche Metropole. Wir haben die meisten Konsulate, die intensivsten Kontakte mit dem Ausland, waren durch den Hafen schon immer mehr mit der großen weiten Welt verbunden. Hier ist Multikulti ein enormer ökonomischer Booster. Man gibt sich weltläufig, aber protzt nicht. Wir sind eine sehr schöne Stadt, weil es zwei riesige Seen in der Mitte gibt, wir haben viel mehr Brücken als Venedig und stechen die anderen Millionen-Citys mit dem vielen Grün aus, das Touristen und Rückkehrer beim Landeanflug auf den Flughafen Fuhlsbüttel erstaunt.

Wir haben eine rein bürgerliche Tradition als Handelsplatz, waren nie Fürstensitz oder Hauptstadt. Hamburg entstand nicht zentralistisch zum Lobe eines Monarchen.

Wir sind keine Weltstadt mit Triumphbögen oder riesigen breiten Parade-Alleen.

Die CDU macht sich natürlich verächtlich darüber; den Sozis fehle der Weltstadtanspruch, sie planten zu kleinlich.

Aber, willkommen in der Wirklichkeit: Wir spielen nicht in der Liga der Giganten, stehen nicht in Konkurrenz zu Weltmetropolen, wie Rom, Paris, London, New York, Tokio. Wir sind kein Molloch, wie Moskau oder Peking.

Hamburg steht nach Bevölkerungszahl derzeit ungefähr auf Rang 206 der Millionenstädte.

Die letzten Olympischen Sommerspiele fanden/finden statt in:

 2008 Peking (22 Mio Einwohner)

2012 London (9 Mio Einwohner)

2016 Rio (6 Mio Einwohner)

2020/1 Tokyo (14 Mio Einwohner)

2024 Paris (13 Mio Einwohner)

2028 Los Angeles (13 Mio Einwohner)

In diese Liste der Großen, gehört Hamburg offenkundig nicht.

Umso bedauerlicher also, daß auch Peter Tschentscher nicht der Eitelkeit widerstehen kann, seinen Namen mit der Durchführung Olympischer Spiele zu verbinden.

Für die Stadtherren ist das immer attraktiv, weil der mögliche Zuschlag des IOC eine endlose Kette von Presse-Wohlfühlterminen, bei denen man sich international sonnen kann, mit sich bringt.

Wenn dereinst die katastrophal aus dem Ruder gelaufenen Kosten bilanziert werden, sind diejenigen, die sich um die Spiele bemühten, nicht mehr im Amt.

Für den erfolgsverwöhnten Hamburger Senat ergibt sich aber leider außer dem extrem korrupten und maximal amoralischen IOC, welches die Vergabe zu entscheiden hat, ein weiteres Problem: Sein Volk will nicht! Es hat jetzt schon genug vom Größenwahn und dem Leben auf einer gefühlten Dauerbaustelle. Stichwort Hafencity!

Als ich in den 1980ern als Teenager begann, Hamburg auf eigene Faust kennenzulernen, hatten wir nur gut 1,5 Millionen Einwohner. Hamburg wächst sehr stark, weil es im Gegensatz zu den AfD-geprägten Ost-Bundesländern höchst attraktiv ist. Wir mussten seither mehr als 400.000 zusätzliche Einwohner auf derselben Fläche unterbringen, während auch noch die Wohnfläche pro Einwohner größer wurde und in der fatalen CDU- und CDU/Grünen-Regierungszeit (2001-2011) der Wohnungsbau komplett eingestellt wurde und das städtische Immobilien-Tafelsilber privatisiert wurde. Natürlich steigen daher die Mieten, wenn auch deutlich weniger stark, als in Berlin, weil Bürgermeister Olaf Scholz ab 2011 „den Bau-Turbo zündete“. Hamburg macht Wohnungspolitik besser als andere Bundesländer, ist aber durch seine eigene Attraktivität und den Zuzug prinzipiell stärker unter Druck. Es liegt nahe, angesichts eines Mangel an Wohnraumes, mehr verfügbaren Wohnraum zu schaffen. In der Praxis ergeben sich dadurch aber auch enorme Nachteile:

·        Bauen ist eine ökologische Katastrophe und verursacht gewaltige Mengen CO2.

·        Bauen verschandelt die Stadt, weil es immer mehr Berton und weniger Grün wird.

·        Bauen erhitzt die Stadt.

·        Bauen ist extrem teuer.

·        Bauen schafft inzwischen nur noch die falschen Wohnungen; nämlich für die Masse Unerschwingliche.

·        Bauen macht unpopulär. Es gibt keinen einzigen Hamburger, der nicht durch die vielen Baustellen überall genervt ist.

Wir geraten als beim Bauen von simplen Wohnungen wirklich an unsere Grenzen. Dabei sind das architektonische Vorhaben, die wir eigentlich beherrschen. Großprojekte hingegen kann Deutschland ohnehin nicht. Die sind immer von enormen Verzögerungen und Vervielfachung der Kosten geprägt. Stuttgart21, BER lassen grüßen. Nur die Sanierung, nicht etwa der Neubau des Amtssitzes des Bundespräsidenten, kostet EINE MILLIARDE EURO! Eintausend Millionen, damit Schloß Bellevue wieder bewohnbar wird. Und das auch nur, weil es so eine bescheidene Variante wird.

[….] "Das soll hier keine Luxussanierung werden"

Insgesamt könnten also Kosten von rund einer Milliarde Euro entstehen. Man bereite sich auf Debatten zu diesen Zahlen vor, heißt es aus dem Bundespräsidialamt. "Das soll hier keine Luxussanierung werden", verteidigt Dörte Dinger, Chefin des Bundespräsidialamtes, die Pläne. "Es wird das Notwendige gemacht. Auf vieles haben wir verzichtet, zum Beispiel im Bereich der Büroausstattung oder auf ein eigenes Pressezentrum."  [….]

(Tagesschau, 25.02.2026)

Aber leider bildet da auch Hamburg keine Ausnahme, wie die Elbphilharmonie zeigt.

Der spektakuläre „Elbtower“, steht als Ruine namens „kurzer Olaf“ traurig an den Elbbrücken, weil niemand weiterbauen will. Seit vielen Jahren wird über die dringend benötigte Erneuerung des 1974 fertiggestellten Wahrzeichens Köhlbrandbrücke diskutiert.

Offenkundig ist die 50 Jahre alte Hafenquerung aber unrettbar rott.

Gern hätten wir stattdessen einen Tunnel, der aber 7-8 Milliarden Euro kosten würde. Daher entschied sich der Senat für die vergleichsweise billige Variante eines Brückenneubaus. Das soll nur um die fünf Milliarden Euro verschlingen und bereits in 16 Jahren, also 2042 fertig sein.

Sofern Deutschland noch so lange existieren sollte, weiß ich schon, wie sich die GenAlpha über die Schätzung – 2042/5Mrd – amüsieren wird, wenn die neue Brücke endlich 2060 fertig wird und 100 Milliarden gekostet hat.

Wir können das nun einmal nicht und sollten, nicht unbedingt notwendige, Großbauprojekte unterlassen. Wenn wir einst als chinesisches Protektorat die Planung und Durchführung direkt aus Peking erhalten, kriegen wir auch wieder Großbauten.

Bürgermeister Tschentscher steht selbstverständlich nicht allein mit seinem Olympische-Spiele-Wahn. Die gesamte Hamburger Presse will das unbedingt, die Sportvereine machen Druck und außer der Linken sind auch alle Parteien eindeutig dafür. Wie überall. Auch der junge grüne Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause ist ein glühender Befürworter des Spiele in München, nachdem die Stadt 1972 schon einmal mit einem terroristischen antisemitischen Anschlag für immer als Negativbeispiel der Olympia-Geschichte eingeschrieben wurde.

Aber die Münchner sind begeistert und stimmten mit über 66% für die Bewerbung.

In Hamburg zeichnet sich das Gegenteil ab.

Schon einmal, im Jahr 2015, wurde in Hamburg eine Bewerbung von 51,6% durch Volksabstimmung abgelehnt. Elf Jahre später, am 31.05.2026, versucht es der Senat erneut mit einer Volksabstimmung über die Bewerbung für die Olympischen Spiele.

Aber die Zahlen sehen schlecht aus für die Befürworter.

Der Hamburger Abendblatt-Vizechef Matthias Iken kann es gar nicht fassen. Er geht ganz selbstverständlich davon aus, daß jeder FÜR die Spiele sein muss.

Wenn die Zahlen etwas anderes sagen, sind die Bürger seiner Ansicht nach fehlgeleitet und/oder schlecht informiert. Man muss sie nur endlich zur Raison bringen. Daß er selbst von seinen treuen konservativen Abendblattlesern ablehnende Zuschriften bekommt, kann er nicht fassen.

Aber auch der arme Peter Tschentscher müht sich noch verzweifelt den Trend zu drehen.

[…] Zuletzt sprachen sich knapp zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen für eine Hamburger Bewerbung aus. Aber die bloße Sympathie genügt nicht. Am 31. Mai muss diese Alterskohorte, die das in der Regel deutlich seltener als die Älteren macht, schon noch zur Wahlurne gehen. Beim Referendum entscheidet sich, ob Hamburg wirklich in den erst bundesweiten und dann vielleicht internationalen Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 einsteigt.

Das erklärt wohl, warum Tschentscher in den ersten Minuten seines rund 75-minütigen Olympia-Vortrags dafür wirbt, überhaupt an der Wahl teilzunehmen. Dem überwiegend älteren Publikum braucht er das eigentlich nicht zu erklären, es geht schließlich deutlich häufiger zu Wahlen. Das ist ja hier und will sich vor dem Referendum vom Bürgermeister anhören, wie er sich das mit Olympia vorstellt. Aber die Älteren sind, den Umfragen zufolge, deutlich skeptischer: Bei den über 60-Jährigen liegt die Zustimmung zu einer Bewerbung nur bei 34 Prozent.

Für die Skeptiker:innen hat der Bürgermeister nur Rosiges im Gepäck: Anders als bei früheren Austragungen würde bei den „moderneren“ Spielen nicht mehr eine ganze Stadt umgekrempelt werden; „nichts neu und extra für Olympia“ würde in Hamburg gebaut werden, wenn die Spiele hier stattfänden. […] Durch alle sieben Hamburger Bezirke tourt der Bürgermeister derzeit – eine Einladung an die Hamburger:innen, „sich von der Idee Olympischer und Paralympischer Spiele in Hamburg überzeugen zu lassen“. […] Es sei sogar ein „Muss“, dass sich Hamburg bewerbe, sagte er kürzlich. Denn sonst kämen viele städtische Projekte wohl gar nicht, da doch die Stadt von Fördermitteln abhängig sei – da stehe man hintenan, falls München, Berlin oder die Region Rhein-Ruhr den Olympia-Zuschlag erhalte. Ob man das schon als eine Art sanfte Erpressung verstehen mag – wer nicht für Olympia ist, ist auch gegen andere sinnvolle Entwicklungsprojekte -, sei dahingestellt. […]

(André Zuschlag, 09.04.2026)

Dabei geht es nicht nur um das Bauen und die Kosten.

Viele Menschen interessieren sich nicht für Sport-Megaveranstaltungen, die hauptsächlich als Pharma-Leistungsshow dienen und Funktionäre der übelsten Art reich machen. Außer der FIFA und Trumps Peace-Board gibt es kein unsympathischeres Gremium als das IOC. Ich will nicht, daß Hamburger Steuergelder in deren Taschen fließen!

[….] Hamburg hat etwas Besseres verdient.

NOlympia ist ein breites Bündnis von Menschen aller Lebensbereiche. Uns vereint die Überzeugung, dass Olympische & Paralympische Spiele für Hamburg mehr Probleme schaffen als Zukunftschancen eröffnen.

Moin Hamburg,

der Senat wirbt mit emotionalen Momenten und hautnahem Erleben der Wettkämpfe wie in Paris. Doch die Kehrseite und das Kleingedruckte werden ausgeblendet.

Wenn der Elefant Olympia in die Haushaltsbadewanne steigt, bleibt kein Wasser übrig: Jeder Euro, der in das 30-Tage-Megaevent fließt, fehlt zum Beispiel bei Bildung, Mobilität, Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen

Im Durchschnitt lagen Olympiakosten mehr als doppelt so hoch wie vorher propagiert. Paris 2024 hinterließ Ausgaben für die öffentliche Hand von rund 6,7 Milliarden Euro. Selbst wenn es vor dem Referendum eine konkrete Finanzierungszusage des Bundes geben sollte, bliebe eine erhebliche Summe, die von der Stadt zu Lasten anderer Vorhaben finanziert werden müsste.

Mit der Bewerbung übergeben wir den Schlüssel der Stadt einem Eventveranstalter für Profisport. Dessen Priorität ist nicht Hamburgs Lebensqualität, sondern eine reibungslose TV-Show und die Steigerung seiner Einnahmen. Die 4,3 Milliarden Euro Einnahmen von Paris versteuerte das IOC nicht. Auch Hamburg müsste dem IOC Steuerfreiheit garantieren – zu Lasten Deutschlands und unserer Stadt.

Auf folgenden Absätzen zeigen wir nachvollziehbar, warum wir zu dem Schluss kommen:

Hamburg sollte NEIN zu Olympia sagen.  [….]

(NOlympia)