Freitag, 27. März 2026

Trumpfantino

Fußball ist ganz schlimm; aber Fußball-Weltmeisterschaften ersparen viel Zeit; dazu wurde hier schon alles gesagt.

Da Christoph Schwennicke im April 2013 Fußball so wunderbar charakterisiert hat, muß ich das in einzelnen nicht selbst formulieren, sondern schließe mich dem an und lese seine Suada noch einmal genüsslich.

 […] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links.

[…] Fußballgucken finde ich, ist Ödnis in Vollendung, die überflüssigste Sache der Welt. Dann doch lieber Minigolfspielen, oder Monopoly, und das ist schon ganz schön schlimm öde.

Wer meine, wie ich finde, einzig vertretbare Grundeinstellung zum Fußball hat, bekommt ganz viel Lebenszeit geschenkt. Ganze Wochenenden verplempern Fußballbegeisterte an diese ungemein primitive Sportart. Dekaden an sinnlos verbrachter Lebenszeit kommen da zusammen.

[…] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich. […]

(Christoph Schwennicke, 28. April 2013)

Eigentlich unnötig zu erwähnen, aber es soll hier niemanden etwas vorgeschrieben werden. So wie ich das Recht habe, auf Fußball zu verzichten, darf natürlich jeder andere so viel Fußball spielen, so viel Fußball angucken, wie er möchte.

Es wäre allerdings fairer, diejenigen, die sich nicht dafür interessieren, rennenden Multimillionären hinterher zu glotzen, auch nicht zur Finanzierung heranzuziehen.

Für die Übertragungsrechte der letzten Fußball-WM in Katar, zahlten öffentlich-rechtliche Sender von unseren Gebühren einen üppigen dreistelligen Millionenbetrag an die hochkorrupte Infantino-FIFA.

Über 200 Millionen Euro für eine Männer-WM; an der mehr als 85% der Deutschen kein oder wenig Interesse zeigten.

Die Fußballweltmeisterschaft 2026 ist aber nicht nur wegen der absurden Finanzierung zu Lasten einer nicht interessierten Mehrheit zu kritisieren.

Inzwischen wandelte sich die US-Veranstaltung zu einer antidemokratischen, menschenfeindlichen Propagandabekundung. Gianni Infantino, Boss der FIFA, die von der UEFA getragen wird, die vom DFB getragen wird, der von alle deutschen Fußballvereinen getragen wird, stellt sich demonstrativ unterstützend hinter den Kriegstreiber, Vergewaltiger, Kinderquäler, Rassisten, Lügner, Sadisten, Verbrecher und Kriminellen Donald Trump.

[….] Eine britische Menschenrechtsorganisation wirft dem FIFA-Präsidenten Infantino wegen dessen Verhältnis zu US-Präsident Trump Verstöße gegen den Ethikkodex des Fußball-Weltverbands vor. Die Organisation FairSquare schickte nach der vielfach kritisierten Verleihung des neuen FIFA-Friedenspreises an Trump bei der Auslosung für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr einen Beschwerdebrief an die Ethikkommission der FIFA. Konkret wirft die Organisation, die sich unter anderem mit Sportpolitik und Rechten von Arbeitern befasst, dem Schweizer Infantino eine Verletzung der politischen Neutralität vor. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte FairSquare die eingereichte Beschwerde und sprach von vier Brüchen der FIFA-Regeln durch Infantino in den vergangenen Monaten.

Unter anderem bezieht sich FairSquare auf einen Instagram-Beitrag von Infantino am 9. Oktober, in dem der 55-Jährige im Zuge des Israel-Konflikts schrieb, dass Trump „für sein entschlossenes Handeln zweifellos den Friedensnobelpreis“ verdiene. Die Organisation beruft sich auf den vierten Artikel der FIFA-Statuten, in denen es heißt, dass der Weltverband politisch neutral bleiben müsse.  […..]

(Deutschlandfunk, 09.12.2025)

Der FIFA-Mann kennt keinerlei Schamgefühl und trat sogar mit roter Trump-Eselskappe in seinem berüchtigten Despoten-Rat auf.

[….] Die FIFA geht eine Partnerschaft mit dem von US-Präsident Donald Trump gelenkten "Friedensrat" ein. [….] Der erste Aufschlag gehörte dem Präsidenten der FIFA. Bei Instagram verkündete Gianni Infantino am frühen Donnerstagabend deutscher Zeit (19.02.2026), dass der von ihm geführte Verband und das vom US-Präsidenten diktatorisch geführte "Board of Peace" eine "wegweisende" Partnerschaft unterzeichnet hätten. [….] Ein paar Stunden später meldete die FIFA dann offiziell die "Strategische Partnerschaft".   [….]

(Sportschau, 21.02.2026)

Trump und die FIFA tun gar nicht erst so, als ob sportliche Fairness irgendeine Rolle spielte. Es soll einen Veranstaltung für Reiche und Weiße werden. Tickets kosten bis zu 14.000 Euro und die FIFA will rund eine Milliarde Euro allein mit Tickets einnehmen. Durch Lizenzen, Werbung, Merchandising und Übertragungsrechte, raffen Infantino und die FIFA ein Vielfaches an sich.

Der Klima-, Demokratie-, Kultur- und Weltwirtschaftskiller Trump sorgt unterdessen dafür, daß die People Of Color draußen bleiben.

[….] Fans from several countries participating in this summer’s World Cup must deposit up to $15,000 in bond payments to be granted a tourist visa to enter the United States, [….] The “Visa Bond Pilot Program” relates to 50 countries, five of which have qualified for the World Cup. The policy has impacted nationals from Algeria, Cape Verde, Senegal and the Ivory Coast since January 21 this year. Last week, World Cup participants Tunisia were among the countries added to the list, which comes into effect from April 2. Cape Verde — an archipelago of only 525,000 people — has qualified for the men’s World Cup for the first time in its history.

A U.S. State Department spokesperson told The Athletic that all applicants, regardless of age, are subject to the same legal standards and must demonstrate they qualify for and intend to comply with the terms of a visa. They added that those who depart the U.S. in a timely fashion before their visa expires will recover their money, while they also said the visa bond requirement is not retroactive and does not apply to holders of existing valid visas. [….] FIFA president Gianni Infantino has repeatedly claimed this summer’s men’s World Cup in the U.S., Canada and Mexico will be the “most inclusive” in the competition’s history. [….]

(The Athletic, 25.03.2026)

Wer Trump und Infantino, also die FIFA und die GOP unterstützt, indem er an der WM teilnimmt, Fanartikel kauft, den Übertragungen Einschaltquoten beschert, Tickets kauft, oder in die USA reist, macht sich mitschuldig.

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