Inzwischen mache ich mir um die Pflege und finanzielle Absicherung im Alter, als kinderloser Single, nicht mehr ganz so viele Sorgen, weil offensichtlich ist, wie Reiche, Dobrindt, Merz, Trump, von der Leyen, Putin jeden Tag mit einer neuen völlig irrsinnigen Idee eifrig daran arbeiten, die Zukunft der Menschen in Deutschland ganz abzuschaffen.
Was aber, wenn ein Wunder geschieht, die deutschen Wähler irgendwie doch noch zu Verstand kämen, womöglich sogar die Amis die orange Pest in Rente schickten und somit der Untergang der Gattung Homo Sapiens noch ein wenig hinausgezögert würde? Irgendwie muss man tatsächlich vorsorgen. Doch wie?
Der Fritzekanzler propagiert bekanntlich Aktien-Portfolios, die er bereits für seine unzähligen Enkel einrichtete. Man merkt schon, diese Knaller-Idee könnte bei einigen Kindern daran scheitern, daß sie keinen freigiebigen Multi-Millionär-Opa haben. (Ich bin ohnehin raus, weil ich als US-Amerikaner durch das elende FATCA-Abkommen von jeden Finanzgeschäften ausgeschlossen bin. Ich darf noch nicht einmal eine Kreditkarte haben. Geschweige denn irgendwelche Börsengeschäfte tätigen.)
Mein Vater hatte vor 30 Jahren als Freiberufler mal ganz gut verdient und von irgendjemanden gehört, da er „nicht klebt“ sähe es schlecht im Alter aus. Damals gab es noch kein FATCA und er steckte seine Ersparnisse in Aktien, die er gut fand. So als Künstler. Geniale Idee. Hauptsächlich hielt er Enron-Aktien und erzählte mir wöchentlich begeistert, wie viel reicher er nun schon wieder geworden wäre. Fast unnötig zu erwähnen, daß natürlich eines Tages alles weg war und er im Alter blank dastand.
Aktienspekulationen sollte man eben nur wagen, wenn man a) das Geld wirklich übrig hat, b) etwas von der Causa versteht und c) nicht zufällig US-Ami ist, den FATCA fesselt. Alle drei Voraussetzungen erfülle ich nicht. Aber selbst wenn es ginge, wäre ich als demokratischer Sozialist gegen Aktien. Das ist ein System, welches die Reichen belohnt und die armen Arbeitenden bestraft. Die Mitarbeiter erwirtschaften den Gewinn, behalten ihn aber nicht, weil er zu den Shareholdern abfließt, die statt für die Rendite zu arbeiten, damit beschäftigt waren, auszuruhen und Däumchen zu drehen.
Die beste Alterssicherung ist eigentlich die gesetzliche Rente, in die jeder einzahlt. Es funktioniert hier nur nicht, weil wir einen idiotischen Urnenpöbel bilden, der idiotische Politiker Rentenpolitik machen lässt, die darauf ausgerichtet ist, die Superreichen, Unternehmer, Bundestagsabgeordneten und Beamten aus der Solidarität zu entpflichten.
Statt auf Aktiendepots und gesetzliche Rente, würde ich mich lieber auf stabile Werte verlassen. Gold zum Beispiel. Aber das wirft keine Rendite ab und niemand kann seriös die Entwicklung des Goldpreises prognostizieren.
Die andere Möglichkeit sind natürlich Immobilien. Das sind reale Werte. Man besitzt die Steine. Die können sich nicht in einem Börsencrash auflösen.
Die schönen Vermieterzeiten, als man Jahrzehntelang nichts tun, nichts investieren musste und einfach die Miete abkassierte, sind aber auch lange vorbei. Energie- und Klimawende verlangen enorme Anstrengungen (Dämmung, Heizung!) von den Hausbesitzern. Außerdem sollte man tunlichst schon ganz jung angefangen haben, in Immobilien zu investieren.
(….) Die öde Begriff Alterssicherung, dieses unglaublich spießige Wort, nichts könnte weniger sexy sein, spukt in meinem Kopf herum.
Das war wirklich ein Vorteil ein Jugendlicher zu sein. Solche Begriffe spielten keine Rolle. Man kannte sie entweder gar nicht, oder aber man assoziierte sie nicht mit einem selbst.
Eine Schulfreundin, die von ihren Eltern mit Anfang 20 etwas Geld vorab „erbte“, weil diese ihr großes Haus verkauften und in eine Wohnung zogen, kaufte damals, es muss so ungefähr 1990 gewesen sein, zusammen mit ihrem Verlobten ein Reihenhaus am nordöstlichen Rande Hamburgs. Kurz vor Pinneberg.
Im Erdgeschoss gab es Marmorfliesen, so daß jeder Besucher hartnäckig schon vor der Tür genötigt wurde die Schuhe auszuziehen und nur in weichen Socken über die makellosen fußbodengeheizten weißen Fliesen zu gleiten.
Und zum Rauchen auf die Terrasse. Ebenfalls auf Socken. Schon ein Nikotin- oder Teer-Molekül könnte schließlich einen wertmindernden Schleier auf die frisch geweißte Raufaser legen.
Das gab uns anderen für Jahre Stoff, um uns die Münder fransig zu lästern.
„Hast Du Dir auch die Schuhe ausgezogen“ fragte ich als runnig gag gelegentlich meine Besucher, die natürlich sofort wußten auf wen das gemünzt war. Und dann ging es los:
Wer verlobt sich denn bitte heutzutage noch? Spießiger geht es ja wohl nicht. Und das in dem Alter. Und wer zieht in DIE Gegend? Da möchte man ja nicht mal tot und begraben sein. Wie sollte man eigentlich als normaler Alkoholiker diese Fahrtstrecke bewältigen?
Und ein Reihenhaus, oder „Reihenendhaus“ – darauf legten sie Wert – mit 25? Zumal in derselben Reihe auch die zukünftigen Schwiegereltern eine dieser völlig gleichen Buden bewohnten.
Ich bin eine treue Seele, habe mich immer sehr geduldig und solidarisch gegenüber meinen Freunden verhalten. Aber in diesem Fall half nach vielen, schrecklichen langweiligen Geburtstagen und sonstigen Partys in dem marmorgefliesten Reihenhaus leider nur das große Schisma. Ich lud die beiden eines Tages zu mir ein und erklärte freundlich aber bestimmt bei einem Glas Weißwein, daß ich in Zukunft keinen Kontakt mehr mit ihnen haben wolle; wir hätten offensichtlich keine Gemeinsamkeiten. An dem Abend fiel auch aus ihrem Munde das schöne Wort „undeutsch“, gemeint ganz offensichtlich als Beleidigung.
Wir haben uns tatsächlich nie wieder gesprochen und ich bin immer noch gern undeutsch. Die beste Entscheidung meines Lebens. Da habe ich weise voraus gedacht.
Von solchen Mitmenschen muss man sich in seinem persönlichen Umfeld befreien.
Mit einem hätte ich aber nie gerechnet: Ein Vierteljahrhundert später beiße ich mir in den Hintern, daß ich nicht damals auch eine Immobilie angezahlt habe.
Das wäre was! Damals waren die Preise vergleichsweise spottbillig, ich hätte die Bude inzwischen längst abgezahlt und sie wäre inzwischen das Dreifache wert.
Damit wäre meine Alterssicherung erledigt. Ich könnte entweder mietfrei wohnen, das Haus selbst vermieten oder aber das Ding jederzeit zu einem großen Haufen Geld machen.
Verdammt noch mal, wer hätte damals geahnt, daß diese CDU-affinen Schuhe-aus-Verlobten mit den Marmorfliesen RECHT HATTEN so früh eine Immobilie zu kaufen?
Ein abgezahltes Reihenendhaus im inzwischen hochbeliebten Hamburger Speckgürtel: Dort wo seit zehn Jahren die Immobilienpreise explodieren.
Leider kommt mir diese Erkenntnis ein Vierteljahrhundert zu spät. Jetzt sind sowohl die Mieten als auch die Kaufpreise für Immobilien in Hamburg in astronomische Höhen geklettert. (….)
(Als ich mal Kapitalist werden wollte, 24.09.2026)
Aber selbst, wer nicht viel zu spät dran ist und frühzeitig plant, eine Wohnung zu erwerben, steht vor einem gewaltigen Problem: Es gibt nur attraktive Angebote in Gegenden von Deutschland, die durch Abwanderung und Leerstand geprägt sind.
Wer eine Immobilie dort kaufen möchte, wo es auch Jobs
und reichlich Mietinteressenten gibt, findet vor allem zwei Typen von
Wohnungen:
Erstens energetisch optimale Neubauten, die aber völlig unbezahlbar sind.
Zweitens günstigere Buden, die einen enormen Sanierungsstau und katastrophale
Energie-Effizienzwerte aufweisen, so daß erhebliche Kosten auf einen zurollen
werden.
In beiden Fällen bleiben Wohnungen für Normalverdiener nahezu unerschwinglich.
Das geht nur, wenn man durch Erbschaft oder Lottogewinn zufällig mehrere Hunderttausend Euro übrig hat, die man als Eigenkapital einbringen kann.
Weil Immobilienpreise und Finanzierungskosten hoch bleiben, rückt der Traum von den eigenen vier Wänden für viele immer weiter weg, wie der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel mitteilt. Besonders hart trifft es die junge Generation – rund 470.000 Hamburgerinnen und Hamburger zwischen 25 und 40 Jahren gelten inzwischen als „Verlierer-Generation“ auf dem Immobilienmarkt. Experten warnen: Wer heute nicht kaufen kann, zahlt womöglich ein Leben lang Miete – und trägt das Risiko bis ins Alter. „Die eigenen vier Wände rangieren bei den Menschen zwar immer noch ganz oben auf der Wunschliste. Aber gerade die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Das Institut hat den regionalen Wohnungsmarkt analysiert und die Ergebnisse nun vorgelegt. „Gerade Jobstarter und Familiengründer gehören zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau. Aber die ‚Nestbauer-Generation‘ ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden“, sagt Günther. […] Während bundesweit rund 43,5 Prozent der Menschen in den eigenen vier Wänden leben, liegt die Eigentumsquote in Hamburg laut einer aktuellen Analyse bei gerade einmal 21,1 Prozent. Das bedeutet: Die große Mehrheit der Hamburger lebt weiterhin zur Miete. […] Besonders schwierig ist die Lage für jene Altersgruppe, die traditionell Wohnungen kauft oder Häuser baut: Rund 470.000 Hamburgerinnen und Hamburger zwischen 25 und 40 Jahren leben derzeit in der Stadt. Doch steigende Immobilienpreise, hohe Zinsen und fehlendes Eigenkapital machen den Einstieg für viele nahezu unmöglich.
Experte Günther beobachtet deshalb einen deutlichen Trend: Immer mehr Menschen bleiben dauerhaft Mieter – nicht aus freier Entscheidung, sondern weil Eigentum finanziell außer Reichweite gerückt ist. Viele Eigenheimpläne scheitern an der Realität des Marktes.
Eine Studie des German Real Estate Index (GREIX) aus dem vergangenen Jahr ergab, dass Millennials heutzutage über 17 Jahre sparen müssen, bevor sie sich in Hamburg eine Eigentumswohnung leisten können. Bei der Babyboomer-Generation waren es vergleichsweise kurze 7,7 Jahre. Die Studie bezieht sich auf eine Sparquote von 20 Prozent, die bei den Hamburger Mietpreisen bereits für viele schwer zu erreichen ist. […]
Durchschnittsverdiener mit normalen Jobs sind in den Großstädten also vom Immobilienerwerb de facto ausgeschlossen. An ein nettes Häuschen mit Garten ist ohnehin nicht zu denken. Downsizing ist angesagt für diejenigen, die nicht zufällig Enkel des Fritze Merz sind.
Mal gucken, was die Immobilienportale gerade in Hamburg heute offerieren:
29qm, St. Georg, Baujahr 1974, KEIN Balkon, Fernwärme, ultrahäßliches Haus, für 271.000 inkl.
Wer 50.000 Euro Eigenkapital mitbringt, wird bei 1% Tilgung für etwa 1.000 Euro im Monat eine Finanzierung bekommen. Für einen Schuhkarton ohne Balkon.
Etwas weiter weg, in Eilbek, bekommt man für 275.000 Euro immerhin 33qm in einem Nachkriegsbau (1959)mit Ölheizung und Energieeffizienzklasse E.
Ich erspare uns allen an dieser Stelle die Beispiele und Preise für Wohnungen, bzw Häuser, die man als Paar mit zwei Kindern bräuchte. Die sind außer Reichweite. Es sei denn, man verdient zufällig bei Blackrock ein, zwei Millionen Euro im Jahr.
Man wird also Mieter bleiben müssen. Bei rasant
steigenden Mieten, die ob der verfehlten Wohnungsbaupolitik und der Massen-Privatisierung
von Sozialwohnungen, kein Halten finden werden.
Das erzeugt Frust und treibt die Menschen zur AfD, die in einer Koalition mit
der CDU endgültig jede Sozialpolitik abschaffen wird.








