Montag, 3. August 2026

Eigentore und Eigentorheiten

Die rechte und die linke Blase sortieren sich.

Während meine linksgrünversiffte Polit-Kamarilla auf Bluesky, 90% ihrer Zeit damit verbringt, auf die SPD einzudreschen, gelegentlich aber auch Abweichler bei Grünen und Linken verachtet, schießen sich die Großsprecher der konservativen Blase auf Merz und die CDU ein.

Selbst die beiden größten Fritzekanzler-Fans, die Chefredakteure von T-Online und des Hamburger Abendblattes, die anderthalb Jahre den Sauerländer Simpel medial den Hintern mit Küssen übersäten, geraten neuerdings ins Straucheln. Das epische Merzsche Versagen lässt sich nicht mehr schönreden.

[….] Schwennicke: Weil er sich völlig verkalkuliert hat. Und Merz fatalerweise auch, als Spahn ihn informiert hat, viel zu spät. Da hätte er sofort sagen müssen: schön für dich. Aber das war’s. Statt ihm zu gratulieren, wie er es sagte, in der ersten Einlassung.

Haider: Eigentlich war die Situation doch ein Glücksfall für Merz: So konnte er den Mann abräumen, dem er sowieso nicht besonders vertraute und dem man immer eine eigene Agenda unterstellen muss. Denn alle, die Spahn gut kennen, haben immer gesagt, dass er die Ambitionen aufs Kanzleramt trotz einiger Rückschläge nicht aufgegeben hat.

Schwennicke: Bis bekannt wurde, dass Spahn in den USA Vater geworden ist, schien es ein politischer Glücksfall für Friedrich Merz zu sein. Dann wurde es ein Unglücksfall.

Haider: Weil Merz zu viel wollte? Der Reihe nach: Für Thorsten Frei ist der Abschied aus dem Kanzleramt eine Befreiung, und für Merz die Chance, dort jemanden zu haben, der für den Job besser geeignet ist – und der ihn auch will.

Schwennicke: Kann man auch anders sehen. Das ist hier wie da Koordination. Und im Kanzleramt hat Thorsten Frei in der Disziplin nicht reüssiert, bin gespannt, ob ihm das als Fraktionschef gelingt. [….]

Haider: Bleibt die Sache mit dem Bundesverkehrsminister. Hat Merz so wenig Gefühl für die eigene Partei, dass ihm so etwas passieren kann?

Schwennicke: Das ist offenbar der Fall. Sagen seit Jahr und Tag auch die Leute, die nah an der CDU dran sind.

Haider: Und das bedeutet was?

Schwennicke: Dass er jetzt ein richtig großes Problem hat. Mit ihm sind die Umfragen im Keller. Und er hat viele gegen sich aufgebracht. Ganz gefährliche Mischung. [….]

(Hamburger Abendblatt, 01.08.2026)

Die Kollegen vom erzkonservativen CDU-Jubelblatt „Wirtschaftswoche“ treten den Fritzekanzler frustriert in die kolumnische Tonne.

[….] Die CDU wird aus diesem Sommer daher nicht anders herauskommen, als sie ihn hineingegangen ist. Aber der Prozess ihrer Selbstentfremdung wird sich noch einmal beschleunigen.  Zumal Friedrich Merz weder den Deutschen noch dem Politikbetrieb in Berlin, zuallerletzt seiner eigenen Partei erklären kann, was er mit seinen Personalentscheidungen eigentlich bezweckt. Alles wirkte von Anfang an, als sei Merz versehentlich einer Anordnung von Dominosteinen zu nahe gekommen. [….]

Ergebnis eins: Kein neues Regierungsmitglied fühlt sich glücklich versetzt, niemand brennt für seine neue Aufgabe.

Ergebnis zwei: Allerorten Kopfschütteln über die Stillosigkeit des Kanzlers, seine Anstandsschwäche, sein Chefgehabe.

Ergebnis drei: Wer bisher politisch nicht recht glücklich wurde mit Merz in der Union, in der Fraktion, dürfte sich spätestens nach des Kanzlers Abfertigung Patrick Schnieders auch aus persönlichen Gründen zum gelegentlichen Loyalitätsentzug aufgerufen fühlen. [….]

 Nicht er, Friedrich Merz, hat auf die CDU gewartet, um sich noch einmal politisch zu profilieren, sich an die Spitze der Gralsgemeinschaft setzen zu dürfen. Sondern die CDU auf ihn, den lang und still Mitleidenden: um das Phlegma der Merkel-Jahre zu überwinden, sich programmatisch zu erneuern, so sieht er es wohl. [….] Das Kernproblem von Friedrich Merz ist, dass er in diesem Sinne nicht unternehmerisch genug agiert. Dass er seiner Partei vorsitzt und als Bundeskanzler amtiert. Aber dabei weder die CDU führt noch das Land regiert. Weil es ihm an Autorität mangelt. Weil er das politische Handwerk nicht gelernt hat. Und weil er offenbar keine Berater hat, die  ihn herausfordern, strategisch und industriepolitisch zu bedenken, dass es die alte, flache Wirtschaftswelt, in der er gedanklich groß geworden ist, nicht mehr gibt. Das vor allem. [….] CEO Friedrich Merz? Schön wär’s. Der Kanzler hat noch nicht mal im Ansatz eine Vorstellung davon entwickelt, wie er das exportorientierte Deutschland-Unternehmen in einer Welt zu situieren gedenkt, die nicht mehr von offenen Märkten, Seewegen und rechtssicherer Regelhaftigkeit geprägt sein wird, sondern von Rohstoffkonkurrenz, Zöllen und Handelshemmnissen, politisch scharf gestellten Abhängigkeiten und nationalkapitalistischen Egoismen. [….] Stattdessen erwecken Merz und Reiche jeden Tag den Eindruck, dass die Gegenwart ihnen enteilt. [….]

(Dieter Schnaas, 02.08.2026)

Nikolaus Blome, Linken-Fresser und notorisches SPIEGEL/BILD-Enfant terrible des dumpf-bürgerlichen Milieus geht sogar einen Schritt weiter. Für ihn gilt das kapitale Versagen als Kanzler bereits als so nachhaltig bewiesen, daß er einen vorzeitigen Merz-Rücktritt längst fest einplant und an den Gescheiterten keine Worte mehr verschwendet. Stattdessen sorgt er sich um das jämmerliche Verhalten der anderen CDU-Führungsfiguren und fragt sich, wie mit solchen Heulsusen in der Post-Merz-Zeit regiert werden kann.

[….] Keine Frage: Von gutbürgerlicher Warte aus möchte man dem handelnden Personal den Hosenboden strammziehen. Wann endlich werden wir, bitte, wieder von Profis regiert?

Die Unzulänglichkeiten des Bundeskanzlers sind hinlänglich begutachtet, sie sind mitunter erschreckend in Umfang und Unberechenbarkeit. Schlimm genug ist das, aber für einen Moment: geschenkt. Wenn nämlich eines nicht so fernen Tages die Geschichte des Scheiterns dieses Kanzlers und seiner Koalition zu schreiben sein sollte, wird man an etwas deutlich Größerem nicht vorbeikommen: wie viel Mimimi und wie wenig Disziplin wichtige CDU-Milieus und -Parteitage heutzutage in den Knochen haben. O tempora, o mores, was würden Helmut Kohl oder Wolfgang Schäuble zu dieser vergurkten Vorabendserie sagen? [….] Neuerdings hingegen wollen sich auch die Bürgerlichen so feste fühlen, als wären sie Claudia Roth mit Kloß im Hals – und genau das wird zum eigentlichen, überaus realen Problem. Der geschasste Verkehrsminister erhebt bebend die Stimme, zeiht den Kanzler eines »unwürdigen Zustandes« und schwänzt seine letzte Kabinettssitzung, Fußstampferchen auf den Boden. [….]

(Blome, Spon, 03.08.2026)

Es mag altmodisch sein, aber ich habe nicht viel Spaß daran, auf das eigene Lager einzudreschen und arbeite mich lieber an den Rechten ab.

Der CDUCSU-FW-AFDP-Block („Schwarz“) einerseits und RRG („Rot“) andererseits, sind für mich eben nicht zwei irgendwie gleichberechtigte politische Interessenvertreter, die beide ehrenhaft ihre jeweiligen Klientel bedienen.

Schwarz steht für Destruktion, Rot für Konstruktion. Schwarz schadet den Bürgern, der Umwelt, treibt Menschen in den Tod, ruiniert unsere Zukunft. Rot versucht diese Schäden abzuwenden; die Lebensgrundlagen von Flora, Fauna und Mensch zu erhalten.

Schwarz lobbyiert für die Mächtigen und Superreichen und wendet brutale Methoden gegen Schwache und Minderheiten an. Rot lobbyiert für die Schwachen und Bedürftigen und versucht die planetenzerstörende Raffgier der Multimilliardäre einzuhegen.

Merz und Reiche sind nicht irgendwelche Schwarzen, die zufällig eine Politik betreiben, die mir nicht gefällt. Ob ICH es mag, ist völlig irrelevant. Aber sie richten irreparablen Schaden für alle an!

[….] Entsetzen über Merz' Solidarität mit Meloni [….]  Im Migrationschaos von Ceuta sprang die Bundesregierung den rechten Kritiker*innen der spanischen Regierung bei. Der Unmut darüber wächst. [….] An der Reaktion der Bundesregierung auf das Migrationschaos in Ceuta gibt es immer mehr Kritik. Nicht nur Grüne und Linke sind entsetzt darüber, dass Kanzler Friedrich Merz (CDU) einen Brief unterzeichnet hat, der die spanische Regierung massiv angreift. Auch in der mitregierenden SPD gibt es Unmut. [….]  Auf ähnliche Weise haben auch die Türkei und Belarus in den letzten Jahren schon versucht EU-Staaten unter Druck zu setzen. Die damals betroffenen Länder wie Griechenland oder Polen erfuhren stets große Solidarität der anderen EU-Staaten, selbst wenn sie die Migrant*innen mit brutalster Gewalt zurücktrieben. Das ist dieses Mal anders. Obwohl die spanischen Behörden die Lage schnell unter Kontrolle hatten, schlug der Regierung von Premier Pedro Sanchez weiterhin massive Kritik entgegen.

Besonders hervorgetan hat sich dabei die rechtsextreme italienische Ministerpräsidentin Georgia Meloni. Einen von ihr initiierten Brief mit scharfer Kritik an Sanchez, unterzeichnete neben 21 anderen EU-Staatschefs auch Bundeskanzler Merz. Und das, obwohl der Verdacht naheliegt, dass es Meloni vor allem um Selbstinszenierung und einen Angriff auf das progressive Projekt von Sanchez geht. Dessen Regierung setzt zwar gegenüber Geflüchteten teils weiterhin auf Abschottung, beschloss zuletzt aber auch die Regularisierung von hunderttausenden Menschen, die bislang ohne legalen Aufenthalt in Spanien gelebt hatten.

Entsprechend groß ist nun bei der Opposition in Berlin das Befremden über die Haltung der Bundesregierung. Der innenpolitische Sprecher der Grünenfraktion, Marcel Emmerich, sagte der taz, die Reaktion der Bundesregierung, sei „weder souverän noch europäisch“. Und weiter: „Es ist beschämend, wie wenig die vielen Todesopfer, darunter Kinder, für die Bundesregierung eine Rolle spielen.“ Dass sich die EU-Länder so schnell gegeneinander aufbringen lassen, „spielt den Feinden der europäischen Idee in die Hände“. [….]

(Frederik Eikmanns, 03.08.2026)

Es ist nur eins der üblichen täglichen Beispiele: Fritze Merz kann es einfach nicht, durchschaut die Dinge nicht, handelt impulsiv, denkt nicht nach und zertrampelt daher, wie Loriot beim Bilderrichten, unsere Lebensgrundlagen.

Wer nach den Merzschen Personal-Kabalen auf eine Verbesserung des Regierungshandwerks hofft, wird enttäuscht werden.

Die wichtigsten beiden Posten, um einen unfähigen Kanzler zu stabilisieren, sind der Kanzleramtsminister und der Fraktionschef.

Beide müssen intern und extern für die Kanzlerpolitik werben, frühzeitig Widerstände antizipieren, ausräumen und Mehrheiten organisieren.

Der eine wirkt mehr hinter den Kulissen, kümmert sich um renitente Kabinettsmitglieder, Lobbyisten, Koalitionäre und Ministerpräsidenten. Der andere steht mehr im Rampenlicht und organisiert Mehrheiten in der Legislative; hat aber mit denselben Interessengruppen wie der andere zu tun.

Frei war loyal, aber auch kamerasüchtig und bedauerlicherweise unfähig als Koordinator. Spahn war illoyal, kamerasüchtig, aber dafür fähig, die CDUler unter seine Knute zu bekommen.

Weswegen Frei nun Spahns Job besser machen sollte, obwohl die neue Aufgabe genau die gleichen Fähigkeiten, wie die Alte erfordert – Fähigkeiten, die Frei nicht hat – bleibt Merzens Geheimnis.

Es ist offensichtlich: Wieder einmal hat die Briloner Bratpfanne die Dinge nicht zu Ende gedacht.

Mit Warken könnte Merz noch mehr auf die Nase fallen. Er lässt verbreiten, er traue ihr die schwere Koordinierungsaufgabe im Kanzleramt zu, da er beeindruckt gewesen wäre, wie sie als Gesundheitsministerin die Sparvorgaben in einem ersten Reformpaket mit unangenehmen Kürzungen durchgesetzt hätte.

Was Merz nicht begreift, sind die Hintergründe des „Warken-Erfolges.“

Kurz nachdem sie fachlich völlig ahnungslos und überraschend ins Gesundheitsministerium gesetzt wurde, wurde der hochbrisante Masken-Bericht der Sonderbeauftragten Margaretha Sudhof fertig, der den damals schwer angeschlagenen Jens Spahn hätte den Kopf kosten können. Warken entschied sich gegen Transparenz, für Klüngelei, um den mächtigen Spahn zu schützen.

[….] Sudhof habe ihre Arbeit Ende April 2025 beendet, heißt es aus dem Gesundheitsministerium, das einzelne Fragen zum Fall auf Anfrage nicht beantworten und "einzelne Auszüge Ihnen vorliegender Unterlagen (…) nicht kommentieren" wollte. Zur Beauftragung von Fiege verweist das Gesundheitsministerium auf frühere Stellungnahmen.

Schutz des Parteikollegen?  Seit Januar erhielt der Bericht nach Angabe von Personen, die mit der Sache vertraut sind, keine inhaltlichen Veränderungen mehr. Dennoch weigert sich das Gesundheitsministerium unter der neuen Ministerin Nina Warken (CDU) bis heute, den Bericht dem Bundestag vorzulegen. "Frau Warken möchte den Bericht zur Maskenaufarbeitung unter Verschluss halten, um Jens Spahn vor dem Ende seiner politischen Karriere zu schützen", glaubt die Haushaltspolitikerin der Grünen, Paula Piechotta.  [….]

(Tagesschau, 06.06.2025)

Seither schuldet Spahn Warken einen großen Gefallen, den er mit ein Jahr später erwiderte, indem er seine alten Kenntnisse aus seiner Gesundheitsministerzeit und seinen enormen Einfluss in der Fraktion nutzte, um Warken gut aussehen zu lassen. Es war Spahn, der alle Widerstände gegen das Warken-Gesetz ausräumte und die Mehrheiten organisierte. Warken allein wäre gescheitert. Man kennt die Zusammenhänge im politischen Berlin eigentlich. Nur Merz hat es wieder einmal nicht mitbekommen und hält Warken nun für eine Superheldin.


Sonntag, 2. August 2026

Spanien, Holland!

Es frustriert mich jeden Tag mehr, durch meine beiden Staatsbürgerschaften, ausgerechnet mit Trump und Merz als Regierungschefs geschlagen zu sein. Gefährlichere Idioten kann man sich in der demokratischen westlichen Welt kaum wählen. Die Deutschen konnten zwischen Scholz, Habeck und Merz entscheiden und votierten ausgerechnet für den Sauerländer Simpel. Die Amerikaner hätten eine intelligente, erfahrene hochgebildete und sympathische Kamala Harris zur Präsidentin machen können, entschieden sich aber lieber für den debilen kriminellen, rassistischen Vergewaltiger in der Windel. Es ist so unnötig, sich die Zukunft und Gegenwart der Nation mit diesen bornierten rechten Geronten zu ruinieren.

Wie viel besser könnte die Stimmung im Land sein, wie viel besser könnte die Wirtschaft dastehen, wenn wir einen Pedro Sánchez als Bundeskanzler hätten!

Man könnte ja auch mal stolz sein, wenn ein hoch sympathisches Co-Staatsoberhaupt öffentlich auftritt.

Man wäre gern mal nicht peinlich von der CDUCSU-Heuchelei berührt, wenn der Fritzekanzler nach einer langen Vergangenheit voller eigener homophober Ausfälle die Attacke auf den Berliner CSD beklagt.

Ich hätte so gern einen Bundeskanzler Rob Jetten.

Jetten, der sich wie Sánchez, aber auch beispielsweise Macron, darauf versteht international bella figura zu machen.

Als Deutscher und US-Amerikaner kann man hingegen versichert sein; Merz und Trump werden sich international blamieren und die Gastgeber beleidigen, wenn sie ins Ausland reisen.

Es ist ein einziges Elend mit den beiden ökonomisch umnebelten Zündel-Geriatrikern, für die man sich sogar noch mehr mitschämt, wenn sie ihre jeweiligen Schreckschrauben dabei haben. Wie Arsch auf Eimer!

Während ich heute so neidisch auf die Niederlande blicke, wie ich neidisch auf Ardern-Neuseeland und Trudeau-Kanada war, befördern junge Leute, wie Hannes Kreschel…

...oder VollMarcant Polit-Gesochs in meine Timeline, daß ich lieber als gestern als heute auf den Neptun geschossen werden möchte.

Deutsche wählen solche Typen, Amerikaner wählen solche Typen.

Andere Nationen entscheiden sich für andere.

Selbst mitten im liberalen Hamburg, am Tag des Rekord-CSDs passiert sowas:

[….] Sicherheitspersonal an der Europa Passage hat nach Angaben der Polizei mehreren Menschen mit Regenbogenflaggen beim Christopher Street Day (CSD) in Hamburg den Zutritt zum Einkaufszentrum in der Innenstadt verweigert. Der Sicherheitsdienst habe an zwei Seiteneingängen Menschen »mit sichtbaren Regenbogenflaggen« wiederholt abgewiesen, teilte die Hamburger Polizei auf SPIEGEL-Anfrage mit. Die Menschen sollen dazu aufgefordert worden sein, ihre Flaggen einzurollen oder nicht sichtbar zu tragen, hieß es weiter.  Die Hamburger Polizei war nach eigenen Angaben am Samstag »mehrfach aufgrund von Streitigkeiten beim Eintritt in die Einkaufspassage gerufen worden«. Den angerückten Beamten habe der Sicherheitsdienst mitgeteilt, dass mit der Maßnahme das Hausrecht ausgeübt werde. [….]

(SPON, 02.08.2026)

Unterdessen huldigt die Fuldaer Zeitung ihrem Erzbischof Dyba zu seinem 25. Todestag, indem sie einen Brief des ehemaligen Neuenberger Pfarrers Winfried Abel abdrucken.

[….] Für den katholischen Pfarrer Winfried Abel ist der Anschlag auf den Berliner CSD ein "Signal des Himmels" und "Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr". Die Pride-Demo sei eine "Parade der Schamlosigkeit" und "Verherrlichung der Perversion".[….] Der katholische Pfarrer Winfried Abel aus Hünfeld-Großenbach hat den islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD, bei dem eine Frau getötet und 31 Personen verletzt wurden, als "Signal des Himmels" und "Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr" bezeichnet. Die menschenverachtende Entgleisung fiel in einem Leserbrief an die "Fuldaer Zeitung", den das Regionalblatt tatsächlich abdruckte. Über den Skandal hatte zuerst das regionale Nachrichtenportal "Osthessen News" berichtet. [….] In seinem Kommentar kritisierte der 87-Jährige, der bis 2014 Pfarrer von St. Andreas in Fulda-Neuenberg war, den Berliner Erzbischof Heiner Koch, der sich nach dem CSD-Anschlag solidarisch mit der queeren Community gezeigt hatte. "Ein katholischer Bischof nennt also die Parade der Schamlosigkeit und die zur Schau gestellte Verherrlichung der Perversion ein 'frohes und bewegendes Fest'!?", fragte Abel empört. "Haben die Hirten der Kirche nicht den prophetischen Auftrag, solche Ereignisse im Sinne des Evangeliums zu deuten und ins rechte Licht zu stellen?" […]

(Queer.de, 01.08.2026)

Die FZ heizt weiter die Stimmung an, obwohl ihr der notorische Hassprediger lange bekannt ist.

[….] Im Folgenden bezeichnet Abel Veranstaltungen wie den CSD als „Symptome einer sittlich entfesselten Gesellschaft“, welche „die Grenzen des Anstands und der Moral überschritten“ hätten. Derlei Paraden seien „eine bunte Darbietung von Perversionen, die Ver­herrlichung geschmackloser Obszönitäten und ein Spektakel des verloren gegangenen Schamgefühls“. [….]

(Fuldaer Zeitung, 27.07.2025)

Auch Tage nach dem Shitstorm, kann sich die Fuldaer Zeitung nicht dazu durchringen, es als Fehler zu bezeichnen, den Abel-Brief überhaupt abgedruckt zu haben.

Samstag, 1. August 2026

Impudenz des Monats Juli 2026

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Ist das Verblödung? Ideologie? Verbohrtheit? Lobbyhörigkeit? Unfähigkeit zuzugeben, daß die verhassten Linksgrünversifften Recht hatten?

Was passiert wohl, wenn man sich in einer großen Strukturkrise befindet, weil man als Exportnation international auf breiter Front den Anschluss verloren hat und sich daher einen 70-Jährigen als neuen Chef sucht, der weder in der Wirtschaft, noch auf irgendeiner Regierungsebene, je eine Führungsposition innehatte?

Jemand, der konsequent jede Modernität ablehnt. Der ausgrenzt und Missmut sät. Der auf hundert Jahre alte Techniken wie Atomspaltung und Dieselmotor setzt. Der für Festnetz, Faxgerät und VHS-Cassette steht. Der in völliger Unkenntnis volkswirtschaftlicher Zusammenhänge, massiv die Binnennachfrage abwürgt. Der patzig und trotzig, wie ein garstiges Sandkastenkind, sowohl Klimaschutz-, als auch Klimaanpassungspolitik blockiert. Der im großen Maßstab zukunftssichere Arbeitsplätze in der Green Technology zerstört. Der auf Autobahn, Verbrenner und Lohndumping setzt. Der während des enormen Fachkräftemangels und einer demographischen Krise, die jährlich eine Nettoeinwanderung von mindestens 400.000 Menschen erfordert, stoisch und gesetzeswidrig Grenzen schließt, Menschen deportiert und Deutschland für Zuwanderer möglichst unattraktiv macht. Der sich außenpolitisch demonstrativ an die Seite der beiden Kriegsverbrecher-Nationen USA („Schließlich spielen wir im selben Team“) und Israel („Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle“) stellt.

[….] Krater nahe Krankenhaus: Israelische Armee zerstört Medizinlager im Gazastreifen

Neue Luftangriffe auf den Gazastreifen verstärken Zweifel, ob US-Präsident Trumps Plan zur Entwaffnung der Hamas gelingt. Ein israelischer Minister nennt das Abkommen inakzeptabel. [….] Das israelische Militär hat am Samstag erneut den Gazastreifen angegriffen. Palästinensische Gesundheitsbehörden gaben bekannt, dass zwei Palästinenser bei einem israelischen Luftangriff im Stadtteil Sheikh Radwan von Gaza-Stadt getötet worden seien. [….] Bei einem weiteren Luftangriff wurden zwei Lagerhallen zerstört, in denen Medikamente des Al-Aqsa-Märtyrerkrankenhauses in Deir al-Balah im südlichen Gazastreifen gelagert wurden. Das teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Gaza mit.  [….]

(SPON, 01.08.2026)

Was hat so eine Regierungspolitik wohl für Folgen?

Die Konsequenzen sind wenig überraschend: Missmut und Agonie im Volk, Aufstieg der Nazipartei, Abwürgen der Wirtschaft, Aufruhr in der eigenen Partei, Massenentlassungen.

[….] Konjunkturkrise: In Deutschland sind wieder mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Juli deutlich zugelegt und die Marke von drei Millionen übersprungen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnete 3,007 Millionen Arbeitslose, teilte die Behörde mit.  Das seien 71.000 mehr als im Juni und 28.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent. »Insgesamt setzt sich am Arbeitsmarkt die schwache Entwicklung der vergangenen Monate fort«, sagte BA-Vorstand Daniel Terzenbach. [….]

(SPON, 31.07.2026)

Den Pokal „Impudenz des Monats Juli 2026“ bekommen alle Journalisten, Publizisten, Lobbyisten und vor allem Wähler, die Merz, Reiche, Linnemann und der gesamten CDUCSU-Trümmertruppe hartnäckig weiterhin Wirtschafts- und Regierungskompetenz zubilligen.

Die Idioten, die immer noch glauben, Migration schade der Wirtschaft. Die Schwachsinnigen, die Klimaschutz und Wirtschaftswachstum als Gegensätze betrachten. Die Beknackten, die nach dem Schleifen der Umwelt/Klima-Standards rufen, um der Wirtschaft zu helfen. Die Blödmänner, die meinen, die Geschäfte liefen wieder besser, wenn man radikal die finanziellen Mittel der „sozial Schwachen“ zusammenstreiche, damit die nicht mehr im Konsum landen.

Dabei gibt es eine klare Blaupause, wie man für Wirtschaftswachstum und gute Laune im Volk sorgt: Man tue einfach auf jedem Politikfeld das diametrale Gegenteil der Merz-Politik: Großzügig Migranten willkommen heißen, ihnen die Staatsbürgerschaft geben, strikt auf Wind- und Solarkraft setzen, um von Fossil-Konzernen unabhängig zu werden, außenpolitische Klarheit, Widerstand gegen Israelische und US-amerikanische Kriegszüge gegen Zivilbevölkerungen.

Das Vorbild Spanien wird mit dieser „LINKEN“ Politik regiert, und siehe da: Die spanische Wirtschaft brummt.

(…..) Völlig ausgeschlossen, daß Berlin unter dem provinziellen, xenophoben CDU-Wegner so wie Madrid boomen könnte.

Völlig ausgeschlossen, daß Deutschland unter dem provinziellen, xenophoben CDU-Merz prosperiert, wie Spanien.

Merz ist Meister im Miesmachen, Schimpfen und Schuld-Zuschieben. Er kriecht nur vor der Industrielobby, Netanjahu und Trump.

Die Deutschen wollen nun noch viel rechter wählen. Die AfD-Nazis liegen in Umfragen unangefochten vorn. Der deutsche Urnenpöbel will noch mehr Destruktion, noch mehr Blockade, noch mehr Abwehr, noch mehr Unvernunft, noch mehr Fossil-Abhängigkeit, noch mehr brutale Härte gegen Migranten.  (….)

(Die Spanier sind so undeutsch, 20.05.2026)

Man muss natürlich eins zugeben; Merz und die CDUCSU brachen maximal verlogen ihr zentrales Wahlversprechen – keine Aufweichung der Schuldenbremse – nicht nur, sondern verkehrten sie in ihr groteskes Gegenteil um, indem sie die ungeheuerliche Summe von 1.000 Milliarden neure Schulden aufnahmen. Das sieht zunächst einmal eher nach „linker“ Wirtschaftspolitik aus: Schulden, um Konjunkturprogramme, also staatliche Ausgaben zu finanzieren. Methoden, bei denen Lindner, als Vertreter der Partei der Besserverdienenden, hysterisch quieken muss. Methoden, die aber funktionieren. Müssten. Sollten.

Nur eben nicht, wenn Merz Bundeskanzler ist, weil der Sauerländer Simpel fast die gesamten Mittel zweckentfremdet, um seine superreichen Kumpel der Fossilindustrie quer zu subventionieren und Haushaltslöcher mit der ganz großen Gießkanne zuzuschütten, weil die C-Parteien leider nicht den geringsten Schimmer von Wirtschaft und Finanzen haben.

[….]  Ein Jahr nach Verabschiedung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) durch den Bundestag ziehen gleich zwei Wirtschaftsforschungs-Institute eine negative Zwischenbilanz. 86 Prozent der Mittel seien 2025 zweckentfremdet worden, zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Das Münchner ifo-Institut kommt sogar auf 95 Prozent an neu aufgenommenen Schulden, die nicht für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur eingesetzt worden seien. Beide Untersuchungen liegen der Nachrichtenagentur Reuters vor.

"Union und SPD hatten die Chance, den Investitionsstau aufzulösen", sagte IW-Forscher Tobias Hentze. "Sie haben sie bislang nicht genutzt." Ein ähnliches Fazit zieht ifo-Präsident Clemens Fuest. "Wir haben festgestellt, dass die Politik die schuldenfinanzierten Mittel nahezu vollständig für andere Zwecke, also zum Stopfen von Haushaltslöchern, genutzt hat", sagte der Ökonom. "Das ist ein großes Problem." Dabei sollte das Geld für zusätzliche Investitionen eingesetzt werden, die das Wirtschaftswachstum langfristig stützen.  [….]

(Tagesschau, 17.03.2026)

Die völlig unsinnige Rezeption der CDUCSU als wirtschaftskompetente Parteien muss endlich aufhören!
Merz hat nicht (nur) Probleme bei der Kommunikation.

Merz hat nicht (nur) Probleme mit der geopolitischen Lage

Merz hat nicht (nur) Pech beim Denken.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern kann es einfach nicht.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern vertritt zum Scheitern verurteilte Konzepte.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern sollte niemals Regierungsverantwortung tragen.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern debakuliert Fakten- und Erkenntnis-resistent durch die moderne Welt.

Die gesamte Partei mit all ihren Toppolitikern führt uns geradewegs in den Abgrund.

Merz ist nicht nur unwillig, unerfahren und unfähig, sondern er ist tatsächlich auch schlicht und ergreifend dumm. Anders lässt sich diese unendliche Kette der Eseleien nicht erklären.

Das Ausgrenzen Spaniens, das Bedienen rechtsextremer Narrative, die von russischen und Muskschen Chatbots zur Stärkung der AfD und zum Schaden der Demokratie multipliziert werden, zeigt es ganz klar:
Merz ist eine Gefahr für Deutschland.

[…] Sánchez ist der letzte Linke an der Spitze eines großen EU-Landes. Ging es den Mächtigen beim Massenansturm auf Ceuta eher um ihn als um die Flüchtenden? […] Etwa 60.000 Menschen umschwimmen den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta, mindestens 57 sterben dabei. Zwei Fragen bleiben danach: Wie verzweifelt muss man sein, um sich auf dieses Unterfangen einzulassen? Und: Wie inhuman sind diejenigen, die eben diese Verzweiflung für Machtinteressen ausnutzen?

Die erste Frage ist schnell beantwortet: Nirgends in der Welt ist an einer Grenze das Wohlstandsgefälle so groß, wie zwischen Marokko und Spanien. Die Versuchung, den Weg ins vermeintliche Paradies zu suchen, ist groß. […]

Sánchez – Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen – ist für viele ein Politiker, dem es sich zu entledigen gilt.

Er ist der letzte Linke an der Spitze eines großen EU-Landes. US-Präsident Donald Trump und Benjamin Netanyahu hassen Sánchez. Er weigert sich, die US-Truppen von Basen in Spanien aus operieren zu lassen und spricht vom „illegalen Krieg gegen den Iran“.

Zudem verurteilte Sánchez die Entführung von Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro, wofür er Drohungen von Trump erntete. Ähnlich beliebt ist Sánchez bei Netanyahu, dem er Völkermord in Gaza vorwirft.

Sánchez hat sich zu einer linken Leitfigur über Spaniens Grenzen hinaus entwickelt – und wurde so zur Zielscheibe vieler. Auch rechtsextreme Regierungen in Italien und Finnland reagieren mit Grenzkontrollen, als läge Ceuta nicht außerhalb Schengens und auf einem anderen Kontinent, sondern gleich nebenan. […]

(Reiner Wandler, 01.08.2026)

Merz legt wieder einmal die Axt an das einzige, das uns noch vor Russland, USA und China schützt: Den Zusammenhalt in der EU.