Samstag, 5. November 2016

Was ist vorstellbar?



Trump ärgert sich, daß Clinton die „Frauenkarte“ spielt.
Nachdem in der 226-jährigen US-Geschichte 44 Präsidenten männlich und 0 weiblich waren, denkt man auf der republikanischen Seite offenbar, Frauen sollten nicht allzu sehr überrepräsentiert werden.

Ja, Sexismus existiert noch. Daran erinnerte Jennifer Mulhern Granholm, ehemalige und erste weibliche Gouverneurin des Bundesstaates Michigan:

Ist es vorstellbar, daß eine 69-Jährige Frau, die fünf Kinder von drei verschiedenen Männern hat, die gegenwärtig mit einem 30 Jahre jüngeren Unterwäschemodel verheiratet ist, die beruflich Männerärsche bewertet und ausplaudert wie gern sie junge hübsche Männer einfach auf den Mund küsst und ihnen an den Schwanz grabscht, mit ihrer großen Vagina prahlt, als Präsidentschaftskandidatin nominiert worden wäre?

Ist es vorstellbar, daß sich ausgerechnet die ultrastreng-bibelgläubigen Evangelikalen, die ständig vor dem moralischen Untergang reden, hinter diese Kandidatin stellen würden?

Selbst im Land der Doppelstandards und der Heuchelei ist das nicht vorstellbar.

Handelt es sich dabei aber um einen Mann, gehen GOPer und Evangelikale mit ihm mit.


Und da ich gerade über “Vorstellbarkeit” orakele; was glauben die Linken, die jetzt laut jammernd beklagen, beide Präsidentschaftskandidaten wären doch korrupt; was glauben die eigentlich wie man US-Präsident wird?

Hillary und Bill Clinton kommen aus kleinsten Verhältnissen.
Anders als gewisse gegenwärtige Kandidaten, bekamen sie nicht von Papi zig Millionen als Starthilfe.
Beide sind weder schön, noch reich.

Bill, ein Jahr nach dem Weltkrieg im tiefsten Südstaaten-Arkansas geboren, stets etwas übergewichtig, knollnasig und tapsig, verliebte sich dann auch noch in diese streberige Nerd-Frau mit der überdimensionalen Fliege-Puck-Brille.

Wie wird man mit der Ausgangslage zum mächtigsten Mann der Erde und zum Oberbefehlshaber der gewaltigsten Armee der Menschheitsgeschichte?

Indem man wie ein Chorknabe rein altruistisch handelt, immer anderen den Vortritt lässt und nie, nie, niemals mit dem Mächtigen und Reichen spricht?

Bill Clinton ist ungeheuer intelligent. Offenbar ein genetischer Ausreißer; sein Bruder Roger scheint ein bißchen auf den Kopf gefallen zu sein. Das Schicksal teilt er mit seiner Ehefrau, die schon in der Uni brillierte, während ihre tumben Brüder Tony und Hugh im Keller versteckt werden müssen, wenn eine Kamera auftaucht.

Bill Clinton ist meiner Meinung nach einer der begabtesten Redner überhaupt. Damit meine ich weltweit.
(Vergl. „Das Naturtalent“ von Joe Klein)

Als er aus dem Amt ausschied, hatte er überwältigende Zustimmungswerte, wäre wenn es das Gesetz erlaubt hätte in einem Erdrutschsieg zum dritten mal gewählt worden. Amerika war im ruhigen Fahrwasser, die Wirtschaft brummte und das gewaltige von George H. Bush übernommene Staatsdefizit, hatte Clinton in einen dicken Überschuss verwandelt.

Es sind aber nur zwei Amtszeiten erlaubt und der Mann war nach seiner Präsidentschaft gerade mal 54 Jahre alt.

Ich fände es geradezu unethisch, wenn so ein begabter Mensch, der auch noch als Ex-Präsident weltweit bekannt ist und weltweit Kontakte hat, diese Karten NICHT nutzt, um möglichst viel Geld für eine gemeinnützige Stiftung zusammen zu sammeln.
Kommt er dabei auch mit zwielichtigen Gestalten in Kontakt?
Oh Ja!
Aber besser er bekommt von denen die Millionen, um sie richtig einzusetzen, als denen ihr Geld zu lassen.

Hillary weiß natürlich auch wie das System funktioniert.
Jahrzehnte bevor ihr Mann mächtig wurde, setzte sie sich ständig für soziale Fragen ein, kämpfte dafür, daß Schwarze sich als Wähler registrieren lassen konnten, daß Behinderte zur Schule gehen dürfen etc.

So etwas kann man aber weniger gut durchsetzen, wenn man stets seine Hände in Unschuld wäscht, nie Spenden annimmt und versucht ohne Geld irgendein Amt in den USA zu bekommen.

(Ein Sonderfall sind die winzigen und extrem liberalen Bundesstaaten Vermont und Massachusetts. Dort gibt es massenhaft Studenten und so gut wie keine Konservativen. Da kann ein Politiker mit etwas mehr Abstand zu Spendern US-Senator oder Gouverneur werden.
In Arkansas ginge das selbstverständlich nicht. Ob es mit so einer Agenda möglich ist US-Präsident zu werden, wage ich aber zu bezweifeln.)

Hillary Clinton holte sich oft eine blutige Nase, ist inzwischen aber extrem abgehärtet, weiß sich durchzusetzen.
Daß man nach zig Jahren in dem Sumpf auch selbst dreckige Finger bekommt, wundert mich nicht.
Ich meine, es hat sogar Vorteile, daß Blut an den Fingern der Kandidatin Clinton klebt, daß sie schon schmutzige Schlachten schlug. Sie wird sich keine Illusionen über den Good-will der Republikaner machen und sofort durchregieren.

Hillary Clinton soll nun auch schon mal irgendwo geschummelt haben?
So what?
Soll man deswegen nicht wissen was am Dienstag zu wählen ist?

Americans can either choose Hillary Clinton who's under federal investigation, or Donald Trump who:
• Called all Mexicans rapists.
• Claimed the president was born in Kenya.
• Proposed banning an entire religion from entering the United States.
• Publically mocked a disabled reporter.
• Said John McCain wasn't a war hero because he was captured.
• Attacked the parents of a fallen soldier.
• Bragged about committing sexual assault.
• Was accused by twelve women of committing sexual assault.
• Said some of those women weren't attractive enough for him to sexually assault.
• Said more countries should get nukes.
Said he would force the military to commit war crimes.
• Said a judge was biased because his parents are Mexican.
• Said women should be punished for having abortions.
Incited violence at his rallies.
• Called global warming a hoax perpetrated by the Chinese.
• Called for his opponent to be jailed.
• Declared bankruptcy six times.
• Bragged about not paying income taxes.
Stiffed his contractors and employees.
• Lost a billion dollars in one year.
• Scammed costumers to his fake university.
• Bought a six feet tall painting of himself with money from his fake foundation.
• Has a trial for fraud coming later in November.
Insulted an opponent's looks.
• Insulted and opponent's wife's looks.
• And bragged about grabbing women by the pussy.

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